Dieser Inhalt ist von uns empfohlen ab 14 Jahre

Die Taube Auf Dem Dach Film Trailer

FSK Film: 0 | Länge: 82 Min | Kinostart: 09.09.2010
DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

Links & Infos

 

Schauspieler:Hilmar Baumann, Karin John, Günter Rüger, Eva-Maria John, Margarete Taudte, Iren Sütö, Jürgen Klauß, Inken Schmidt, Werner Heitel, Willi Neuenhahn, Helmut Gauß, Simon Harik, Inge Gusner, Christa Löser, Katrin Martin, Heinz Scholz, Lotte Loebinger, Christian Steyer, Heidemarie Wenzel, Günter Naumann, Andreas Gripp, Wolfgang Greese, Herbert Köfer, Annelene Hischer, Monika Lennartz, Erika Köllinger

Die Story:Die Geschichte dreier höchst unterschiedlicher Menschen, die die Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft und derem Ideal vereint. Auf einer Baustelle im Süden der DDR, wo Hunderte von Wohnungen in moderner Plattenbauweise entstehen, lernt die junge und selbstbewusste Bauleiterin Linda Hinrichs zwei Männer kennen: Zum einen den Studenten Daniel, der in seinen Ferien auf dem Bau jobbt und dessen Zukunftsträumerei und Unangepasstheit ihr gefällt. Zum anderen trifft sie auf den Baubrigadier Hans Böwe, einen Zugvogel. Seinem Auftrag als Arbeiter folgend hat er an vielen Stellen der DDR neue Häuser gebaut, dabei aber sein eigenes Zuhause verloren. Er ist geschieden, hat keine eigene Wohnung und wird von manchen Kollegen als Idealist belächelt. Linda beginnt eine Beziehung zu beiden Männern. Sie zweifelt aber, ob sie mit dem einen, Daniel, spontan, doch realitätsfern, oder dem anderen, Hans Böwe, gestanden, aber vom Leben enttäuscht, das Glück und die Geborgenheit finden wird, nach denen sie sich sehnt. Sie geht ganz in ihrer Arbeit auf und ihre dadurch gewonnene Unabhängigkeit möchte sie nicht verlieren. Doch Linda beginnt sich auch zu fragen, ob sie zum Sklaven ihrer Arbeit zu werden droht.

Technikinfos:Bildformat: 35mm/SW; Ton: Mono




Eure Meinung zu "Die Taube Auf Dem Dach"



Kommentar zu "Die Taube Auf Dem Dach" ohne einloggen abgeben:

 



Bisher gibt es keine Kommentare zu "Die Taube Auf Dem Dach".

 





Die Rekonstruktion des Films

Nach dem großen Erfolg von Hände Hoch Oder Ich Schiesse (1966/2009) präsentieren die DEFA-Stiftung und defa-spektrum nun einen weiteren DDR-Verbotsfilm: Die Taube Auf Dem Dach. Der Debütfilm von Regisseurin Iris Gusner entstand zwischen Herbst 1972 und April 1973 und wurde 1973 in der DDR nicht zur Aufführung freigegeben. Im Gegensatz zu anderen Verbotsfilmen gelangte das Filmmaterial anschließend nicht ins Staatliche Filmarchiv der DDR, sondern wurde im Studio vernichtet – übrig blieb nur eine farbige Arbeitskopie, die seither als verschollen gilt.

Im Zuge der Restaurierung anderer Verbotsfilme 1989/90 entdeckte der Kameramann Roland Gräf diese Arbeitskopie in der Ecke eines nicht klimatisierten Vorführraums im DEFA-Spielfilmstudio. Weil sie erhebliche Schichtablösungen aufwies, veranlasste er die Herstellung eines schwarzweißen Dup-Negativs sowie einer Kinokopie. So konnte Die Taube Auf Dem Dach im Oktober 1990 zwei Mal im Kino aufgeführt werden. Danach verloren sich erneut alle Spuren des gesamten Materials. Nach jahrelanger Suche gelang es der DEFA-Stiftung 2009, das schwarzweiße Dup-Negativ wieder zu finden und den Film zu rekonstruieren.

Die Taube Auf Dem Dach erzählt die Geschichte dreier höchst unterschiedlicher Menschen, die die Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft und derem Ideal vereint. Nach Vollendung des Films wurde der Regisseurin vorgeworfen, dass sie ein verzerrtes Bild der DDR-Realität liefere, ausschließlich Menschen in der Krise zeige und einen alten Arbeiter zur tragischen Figur stilisiere, was nicht der Wirklichkeit entspreche.

Der stilistische Schwebezustand „zwischen Ernst und Komik, Tragischem und Ironischem, Alltagsrealität und poetischer Überhöhung schreckte die Traditionalisten des DEFA-Grals“ (DEFABlende 1990). Obwohl sich prominente Mitglieder des Künstlerischen Rats im DEFA-Studio für Spielfilme, unter anderem die Regisseure Konrad Wolf und Kurt Maetzig, für Die Taube Auf Dem Dach einsetzten, blieb der Film fast zwanzig Jahre unter Verschluss.