Hui Buh Film Trailer
FSK Film: 0 | Länge: 100 Min | Kinostart: 2006
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TRAILER-TIPPS
Links & Infos
Schauspieler:Hans Clarin, Heike Makatsch, Christoph Maria Herbst, Wolfgang Völz, Rick Kavanian
Die Story:Als einziges behördlich zugelassenes Gespenst hat Hui Buh (Michael Bully Herbig) ein herrliches Geisterdasein auf dem schaurigen Schloss Burgeck: Er kann völlig ungestört durch sein märchenhaftes Gemäuer spuken und allem und jedem das Gruseln lehren – in erster Linie nervt er damit aber seinen treuen Gefährten, den alten Kastellan (Hans Clarin), einziger Sterblicher und Schlossverwalter.
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Mehr als 20 Millionen verkaufte Platten, Kassetten und Bücher, seit mehr als 30 Jahren zahllose Fans in allen Altersgruppen, eine der erfolgreichsten Hörspielserien aller Zeiten – HUI BUH hat alles, was großes Family-Entertainment ausmacht!
Jetzt wurden die Abenteuer um das ebenso liebenswerte wie tollpatschige Gespenst erstmals real für ein Budget von ca. zehn Millionen Euro an internationalen Motiven verfilmt. HUI BUH setzt so nicht nur eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Produzenten Christian Becker und dem Regisseur Sebastian Niemann sondern auch der Produktionsfirma RAT PACK Filmproduktion, deren Gesellschafter Constantin Film und dem GFP Filmfonds fort.
Dank der Möglichkeiten der modernen Computeranimation kommt HUI BUH – das lustigste Gespenst, seitdem es Spukschlösser gibt – endlich ins Kino! Eine atemberaubende Gespensterkomödie mit Michael Bully Herbig, Christoph Maria Herbst, Rick Kavanian, Heike Makatsch, Ellenie Salvo González und vielen mehr!
HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST: Ein verspukt gutes Kinospektakel mit Starbesetzung!
Ein Gespräch mit
Christian Becker (Produzent)
und Sebastian Niemann (Regisseur)
zur Produktion
Herr Niemann, warum hat eigentlich vor Ihnen noch niemand HUI BUH verfilmt?
Niemann: Das habe ich mich auch gefragt, weshalb ich mit der Idee zu Christian Becker gegangen bin, ich glaube, es war Anfang 2001. Anstelle einer Antwort öffnete er einen Schrank, der voll war mit HUI BUH-Kassetten. Er war wie ich seit seiner Kindheit ein großer Fan der Hörspiele.
Becker: Ich war schon mal auf die Idee gekommen und hatte mir zu Recherchezwecken bereits 1999 noch einmal alle Hörspiele besorgt. Dann habe ich die Idee aber aus den Augen verloren bis zu dem Moment, als Sebastian auftauchte. Ab diesem Moment wussten wir beide: HUI BUH muss das Licht der Leinwand erblicken, koste es, was es wolle.
Erfunden wurde HUI BUH von dem Schriftsteller Eberhard Alexander-Burgh. War vermutlich nicht ganz einfach, an die Rechte zu kommen.
Becker: Kann man wohl sagen. Zuerst haben wir ihm eine E-Mail geschrieben, ohne Reaktion. Dann haben wir uns getraut, ihn mal anzurufen. Da sind wir böse abgeschmettert worden, denn Eberhard Alexander-Burgh hatte nur Sprechzeiten zwischen 21 und 23 Uhr.
Niemann: Wir dachten uns: Super, das passt ja zu einem Autor von Geistergeschichten!
Becker: Das war 2001, Alexander-Burgh war damals 72 Jahre alt.
Als Sie dann das erste Mal mit ihm konkret geredet haben, was haben Sie ihm denn da für die Rechte geboten?
Becker: 80.000 Euro. War offenbar nicht genug, denn Alexander-Burgh antwortete nur: „Herr Becker, Sie bieten mir ein Fahrrad, ich aber will einen Ferrari.“ „Okay“, sagte ich darauf, „ich bin einer Ihrer größten Fans, und es gibt keine Summe, über die man nicht reden kann. Nennen Sie doch mal eine.“ Und er: „Die können Sie sich eh nicht leisten.“
Wie lange haben Sie dann verhandelt?
Becker: Fast drei Jahre. Er wollte immer wieder abbrechen, denn eigentlich wollte er die Rechte gar nicht verkaufen. Er war sehr skeptisch, was eine Filmumsetzung von HUI BUH angeht, er hatte eigentlich genug Geld.
Niemann: Aber er war Autor und als solcher fand er die Idee schon spannend, seine Schöpfung auf der Leinwand zu sehen. Wir wussten, wir können ihn nur mit einem tollen Drehbuch und Umsetzungskonzept überzeugen.
Becker: Und er wollte unbedingt ein Häuschen in Kleinmachnow, einem Ort südwestlich von Berlin. Weshalb wir ihm dann vorgeschlagen haben, ihm das Häuschen zu kaufen – im Tausch gegen die Filmrechte. Wollte er aber auch nicht. Er war ein eigenwilliger Mann (lacht).
Und wie haben Sie die Kuh dann vom Eis bekommen?
Becker: Wir haben einfach angefangen, ein Drehbuch auf eigenes Risiko zu entwickeln, wir wollten ihn mit einem guten Drehbuch überzeugen.
Niemann: Dazu muss man aber wissen: Bisher sind von den HUI BUH-Geschichten ca. 26 Millionen Tonträger verkauft worden. So etwas muss man erst mal schaffen!
Wann haben Sie und Ihr Co-Autor Dirk Ahner mit dem Drehbuch angefangen?
Niemann: 2002, da war noch völlig offen, ob Alexander-Burgh die Rechte hergibt. Dirk und mir war klar, dass sehr viel davon abhing, wie überzeugend das Drehbuch sein würde.
Becker: Wir hatten uns damals schon überlegt, wer HUI BUH sprechen könnte. Hans Clarin kam ja leider nicht in Frage, denn wir wussten, dass er krank war. Ziemlich schnell kamen wir aber dann auf Bully, der auch sofort begeistert war.
Haben Sie Eberhard Alexander-Burgh in Berlin gezeigt, was Sie geschrieben hatten?
Niemann: Wir waren erst bei ihm, als wir eine Drehbuchfassung hatten, mit der wir zufrieden waren. Er war überrascht und meinte, dass es ein richtig guter Film werden würde. Meinem Co-Autor Dirk und mir fiel ein Stein vom Herzen, denn wir hatten mit seinen Figuren und auf der Grundlage seiner Hörspiele eine völlig neue Geschichte entwickelt und waren natürlich gespannt, was er dazu sagt. Wir saßen viele Tage auf der Couch in seiner Berliner Wohnung und haben Ideen ausgetauscht. Ich glaube, ihm gefiel der Gedanke, dass sein HUI BUH noch viele Generationen weiterspuken wird.
Die Hörspieldramaturgie trägt nicht für ein 90-Minuten-Format.
Niemann (nickt): Wir haben schnell gemerkt, dass die Hörspiele sehr episodisch aufgebaut sind, eher eine Fünf-Minuten-Dramaturgie haben. Wir aber brauchten einen großen dramatischen Bogen, so dass uns schnell klar war, dass wir was Neues aus dem Alten schaffen mussten.
War er kooperativ, als Sie in Berlin alles mit ihm durchgingen?
Niemann: Ja. Ich glaube, es war auch für ihn sehr spannend. Ein kleines Beispiel: Bei Eberhard Alexander-Burgh wird Ritter Balduin zu HUI BUH, weil er beim Schwarzen Peter betrügt. Da haben wir ihn gefragt: „Wie betrügt man beim Schwarzen Peter? Also bei einem Spiel, bei dem jeder jeden betrügt?“ Als wir dann am nächsten Tag wieder zu ihm kamen, sagte er, dass er über Nacht noch mal alles über das Kartenspiel Schwarzer Peter gelesen habe, und tatsächlich, es sei unmöglich, dabei zu betrügen, das gehe nicht. Im Hörspiel hatte dies über Jahrzehnte niemand bemerkt – im Film wäre das sofort aufgeflogen.
Zu dem Zeitpunkt hatte er aber noch immer nicht den Vertrag unterschrieben, richtig?
Becker: Ja, es war ein langer Weg, der schließlich in die Endrunde ging, als das Drehbuch fertig war und wir kurz vor dem Dreh standen.
Und wie kam es dann zu dem großen Finale, der Unterzeichnung dieses vertraglichen Jahrhundertwerks?
Becker: Das ist fast ein eigener Film. Denn Herr Alexander-Burgh wollte keine Überweisung auf sein Konto, er akzeptierte auch keinen Scheck, nicht mal einen, der zusätzlich von allen Bankdirektoren aller beteiligter Banken unterzeichnet gewesen wäre. Er wollte nur eines: Bares Geld sehen.
Bei einer so großen Summe kein einfaches Unterfangen.
Becker: Wohl wahr. Er sagte, er wolle erst unterschreiben, wenn er das Geld bar gesehen hätte. Was dazu führte, dass an einem Montag in aller Herrgottsfrüh der Produktionsvorstand und der Prokurist der Constantin nach Berlin geflogen und dort zur Landeszentralbank gefahren sind. Dort hoben sie das Geld ab, packten die eingeschweißten Bündel in zwei Rucksäcke und fuhren mit dem Taxi zu einer Zweigstelle der Deutschen Bank am Kurfürstendamm, wo Alexander-Burgh mit seiner Frau und mir schon wartete. Fast zwei Stunden lang zählten dann zwei Mitarbeiter der Bank das Geld und prüften es. Unten auf der Straße stand bereits der Geldtransporter bereit, um das Geld wieder wegzuschaffen, denn es war zu viel für die kleine Filiale. In zwei Schüben musste das Geld schließlich runtergebracht werden, weil man auf einmal nicht so viel durchs Haus tragen durfte.
Und dann war’s soweit.
Becker: Ja, aber erst in dem Moment, in dem er die Bestätigung in den Händen hielt, dass dieses Geld seinem Konto gutgeschrieben worden war. Erst dann unterschrieb er den Vertrag. Wie gesagt: Er war ein eigenwilliger Mann.
Niemann: Sieben Tage später ist er gestorben, am 21. Oktober 2004. Wir waren total geschockt, und irgendwie war es auch ein wenig unheimlich.
Becker: Das ganze Geld ist dann übrigens an das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gegangen und an verschiedene Waisenhäuser.
Seine Frau hat es nicht geerbt?
Becker: Nein, von diesem Geld nichts, ich denke, es ist auch so genug da. Alexander-Burgh hatte mir gesagt, dass er das eh nicht behalten wolle: Das Geld sei von den Kindern gekommen, und an die Kinder solle es auch wieder zurückgehen. Ich finde das eine tolle Sache und bin froh, dass das Geld, um das wir ja lange gekämpft haben, jetzt den Kindern zugute kommt. Der Kreis schließt sich.
Niemann: Aber wir haben seine Frau einmal ein Wochenende zu den Dreharbeiten eingeladen, und sie sagte nach der Besichtigung der Drehorte, dass es Eberhard Alexander-Burgh bestimmt extrem gut gefallen hätte, was wir dort gemacht haben.
HUI BUH, das Schlossgespenst, ist auf den Hörspielcovern als Skelett abgebildet, im Film sieht es aber Bully Herbig verteufelt ähnlich. Warum?
Niemann: Ein Skelett kann keine Emotionen transportieren, es kann weder traurig noch glücklich sein. Das funktioniert auf einem gemalten, unbeweglichen Plattencover, nicht aber im Film. Ein Schädel kann, grob gesprochen, nur den Mund auf und zu klappen.
Becker: Außerdem sieht HUI BUH nicht aus wie Bully, sondern wie Ritter Balduin. Der wird zwar auch von Bully gespielt, aber hinter den Figuren steckt ein ausgefeiltes Charakterdesign.
Niemann: Ja. Wir haben über zwei Jahre am Look von Balduin und HUI BUH gearbeitet. Jedes Mal, wenn wir etwas an der einen Figur verändert haben, mussten wir auch die andere modifizieren. Im Film sehen wir, wie aus Ritter Balduin das Gespenst HUI BUH wird, alles in wenigen Minuten. Das ist ein wichtiges Element der Hörspiele, darüber brauchte man sich bei der Gestaltung der Plattencover keine Gedanken zu machen.
Hat Ihnen eigentlich Eberhard Alexander-Burgh mal erzählt, wie er auf die Idee mit dem erfolglosen Schlossgespenst kam?
Niemann: Ja, das war in den fünfziger Jahren. Er lag wohl im Bett, als ihm die Idee kam. Und da er neben dem Bett immer was zu Schreiben hatte, hat er sich gleich alles notiert. Damals hat er sich bestimmt nicht gedacht, dass er damit einer der erfolgreichsten Autoren für Kinder- und Jugendliteratur wurde.
Etat eingehalten?
Becker: Im Großen und Ganzen ja. Die Postproduktion ist etwas teurer geworden. Aber als ich gesehen habe, was wir da für fantastische Bilder bekommen, haben wir alles noch ein wenig aufgestockt: Wir verwenden eine opulentere Musik, der Geist ist durchsichtig geworden – Kleinigkeiten, die das Erlebnis noch reicher machen.
Was sind die gestalterischen Überlegungen, wenn man einen Hörspielklassiker auf die Leinwand bringt?
Niemann: Da gibt es Millionen Details. Für mich sind es aber immer drei Ebenen: Die Schauspieler, der Look und die Tonebene. Alles muss zu der Geschichte passen und sich gegenseitig befruchten. Gerade bei einem Film wie HUI BUH steht und fällt natürlich alles mit der Besetzung, über der Christian Becker und ich monatelang gebrütet haben. Jede einzelne Rolle war eine Herausforderung für sich. Ich fange auch gerne sehr früh mit dem optischen Konzept an. Das hilft auch bei der Arbeit mit den Schauspielern. Ein bestimmtes Umfeld und bestimmte Kostüme geben den Figuren einen Rahmen, aber auch Werkzeug an die Hand. Ton und Musik geben dem Ganzen dann den letzten Schliff und stützen die Emotionen.
Warum haben Sie in Prag gedreht?
Niemann: Ich hatte mir einen sehr märchenhaften und verwunschenen Look vorgestellt. Uns war schnell klar, dass wir all dies nur mit Studiobauten erschaffen konnten. Mit großen Bauten und vielen liebevollen Details. Für dieses riesige Bauvolumen und die Qualität, die wir brauchten, ist Prag ideal.
Becker: Wir hatten schon seit „7 Days to live“ tolle Erfahrungen in Prag gemacht. Auch viele große Hollywood-Produktionen gehen aus denselben Gründen dorthin: Die haben dort wahnsinnig gute Künstler und Handwerker, super Stukkateure, Patinierer, Maler in ganz großer Zahl. Die bemalen per Hand Resopalplatten, die nach kurzer Zeit wie Mahagoni oder wie uraltes Holz aussehen. Wir haben vier riesige Hallen komplett bebaut. Sogar der Wald samt Sumpf stand in einer Studiohalle.
Was war die größte Herausforderung beim Dreh?
Niemann: Wir haben im fertigen Film rund 680 geschnittene Effektshots. Wenn man einen Film mit sehr vielen Tricks und einer computeranimierten Hauptfigur dreht, besteht die Gefahr, dass alles sehr technisch wird. Kino ist aber Emotion. Wir haben deshalb versucht, alles so vorzubereiten, dass die Schauspieler am Set möglichst wenig von den technischen Herausforderungen spüren, die hinter jedem Shot stecken. Obwohl das natürlich auch seine Grenzen hat. Ein solcher Dreh fordert den Schauspielern eine Menge Vorstellungsvermögen und Konzentration ab.
Welche Zielgruppe soll der Film vor allem ansprechen?
Becker: Die ganze Familie! Viele Erwachsene werden HUI BUH noch aus ihrer Kindheit kennen und sich freuen, mit ihren eigenen Kindern ins Kino zu gehen. Aber der Film ist noch mehr geworden: Eine tolle Gespensterkomödie mit Romantik, Action und Abenteuer. HUI BUH ist etwas für das Publikum von „Harry-Potter“, „Herr der Ringe“ oder „Shrek“. Und natürlich für die Bully-Fans, die werden sicher nicht zu kurz kommen. Ich bin sehr stolz auf diesen Film.
Dann müsste so ziemlich jeder den Film sehen.
Becker: Wäre schön. Wichtig ist uns jedoch auch immer, Filme zu machen, die wir selbst gerne sehen wollen. Und wir hoffen, auf diese Weise auch den Geschmack des anderen Publikums zu treffen.
Harry Potter hat 200 Millionen gekostet, Sie sind mit fast nur 5% davon ausgekommen. Warum geht das hier billiger?
Becker: Wir arbeiten in viel kleineren Teams und auch nicht unter so strengen Gewerkschaftsbedingungen wie die Amerikaner. Bei uns hat nicht jeder Assistent noch drei weitere Assistenten und die wiederum jeweils zwei Praktikanten. Unsere Teams sind im Vergleich zu amerikanischen Großproduktionen viel überschaubarer.
Niemann: Die Leute arbeiten locker auch mal 14, 18 Stunden am Tag und das über viele Monate hinweg. Hinzu kommt, dass wir nicht so viel experimentieren und testen. Ich versuche, nur das zu drehen, was auch auf der Leinwand landet. Um einen tollen Film zu bekommen, muss man nicht jedem Investor 10 verschiedene Vorschläge oder Versionen präsentieren. Ich habe das Glück, dass die Leute unserem Team vertrauen, mit dem wir schon einige Filme gemacht haben.
Bully Herbig als HUI BUH ist die zentrale Figur, auch wenn er nur ein paar Minuten direkt zu sehen ist. Ist es ein komisches Gefühl, mit einem Schauspieler zu drehen, der auch ein klasse Regisseur ist?
Niemann: Nein, überhaupt nicht, obwohl Bully natürlich einen ganz anderen Blick auf seine Spielszenen hat als jemand, der nicht selbst Regie führt. Bully ist ein sehr netter Typ. Er hat das Projekt von Anfang an unterstützt und war am Set super kollegial. Er hat sich ganz bewusst höflich zurückgenommen und es war wirklich toll, mit ihm zu arbeiten.
Besondere Ereignisse während des Drehs?
Becker: Vor allem eine Gasexplosion an Bullys erstem Drehtag.
Niemann: An dem Tag hatten wir auf dem Set wahnsinnig viele Fackeln und Kamine, und man muss wissen, dass all die Feuer mit Gas gespeist werden. Aus ganz normalen Gasflaschen. Wir drehen gerade eine Szene, da macht es plötzlich einen Riesenknall, und Teile des Bühnenbilds fliegen durch die Gegend. Es riecht überall nach Gas. Wir haben sofort alle rausgeschickt und dann gesehen, dass eine Gasflasche explodiert war. Sie hatte eine Materialschwäche, einen haarfeinen Riss. Gott sei Dank war sie eine der Ersatzflaschen, sie stand im Hintergrund, sodass keinem etwas passiert ist.
Wie haben die Leute reagiert?
Becker: Die Schauspieler saßen anschließend alle still in ihren Wohnwägen und als ich bei einem der Darsteller vorbei kam, starrte dieser auf eine Wand – still, regungslos. Er schwieg, er war fertig – so wie wir alle. Es war eine bedrückende Stille. Am nächsten Morgen hatten dann alle Wohnwägen ein Radio oder einen CD-Player. Ich wollte zumindest nicht noch einmal erleben, dass einer der Schauspieler ohne Ablenkung schwermütig in seinem Wohnwagen saß.
In den Hörspielen wird nie gesagt, wo Schloss Burgeck eigentlich liegt. Wissen Sie es?
Niemann: Nein. Wir haben es in eine fiktive Welt versetzt.
Becker: Genauer gesagt: In das Königreich Luxenstein. Das haben wir im Film aber nicht näher thematisiert.
In welcher Zeit spielt der Hauptteil des Films?
Niemann: Das mussten wir auch erst rausbekommen. Aber wir hatten ja aus den einzelnen Hui Buh-Folgen ein paar Anhaltspunkte: Bei Alexander-Burgh gibt es Kutschen, es gibt einen König, es gibt einen Hofstaat. Andererseits kommt der König mit einem Auto, es gibt Telefone, es gibt sogar eine Folge, da gibt’s einen Hubschrauber. Wir haben also nach einer Zeit gesucht, in der das meiste zusammenpasst – also Anfang des 20. Jahrhunderts. Unsere Geschichte spielt aber natürlich nicht in Deutschland, sondern wir haben sie in ein kleines Königreich verlegt, das wir Luxenstein genannt haben.
HUI BUH ist Hans Clarins letzter Film, sozusagen sein Vermächtnis. Schon deshalb wird niemand Ihren Film vergessen.
Becker: Dabei hatten wir uns zunächst gar nicht getraut, Hans Clarin wegen der Rolle des Kastellans anzusprechen. Wir wussten ja, dass er so krank war. Aber dann haben wir ihn bei „Kerner“ gesehen, wo er sagte, dass er sich vorstellen könne, noch mal in einem großen Film mitzuspielen. Drei Tage später hatte er das Drehbuch. Vier Tage später hatten wir die Zusage.
Wie war er während der Dreharbeiten?
Niemann: Hellwach, konzentriert, hochprofessionell und extrem charmant. Und in den Drehpausen war er sowohl Gentleman als auch ein richtiger Kumpel. Ich bin seit dem Dreh ein noch größerer Fan von ihm als zuvor.
Becker: Wir haben im Februar 2005 mit den Dreharbeiten begonnen, und im Dezember und Januar davor lag er noch im Krankenhaus, das haben wir erst nachher von der Versicherung erfahren. Aber die Dreharbeiten mit ihm waren eine unglaublich tolle Zeit, und es war sehr beeindruckend zu sehen, wie er trotz des ganzen Stresses immer seine Frau und Familie um sich scharte.
War es ein Risiko?
Becker: Eines, das wir bewusst eingegangen sind. Noch während der Dreharbeiten haben manche vorgeschlagen, auch Co-Produzenten, ihn aus dem Film rauszuschreiben, ihm weniger Drehtage zu geben. Aber wir haben uns heftigst dagegen gewehrt. Haben gesagt: „Bis jetzt ist es gutgegangen, da wird es auch weiter gut gehen.“ Ist es dann ja auch. Für uns ist er ein Superstar!
Niemann: Man merkte, dass er sich physisch zusammenreißen musste, aber er war kräftemäßig erstaunlich fit. Die Dreharbeiten endeten am 29. April 2005, gestorben ist Hans Clarin dann im August. Es ist schon ein merkwürdiges Zusammentreffen: Hans Clarin und Eberhard Alexander-Burgh wurden beide 1929 geboren, Clarin war nur einen Monat älter.
Wie geht’s weiter?
Becker: HUI BUH Teil 2 ist in Planung. Das Drehbuch ist schon fertig.
Wieder von Dirk Ahner und Ihnen, Herr Niemann?
Niemann: Natürlich! Gar keine Frage. Das nächste Mal schicken wir HUI BUH und seine Freunde auf eine Abenteuerreise in die Welt hinaus … Mehr wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten.
Zum Schluss nur noch die Frage: Welche Fähigkeiten bewundern Sie am meisten an Gespenstern?
Niemann: Ewig zu leben.
Becker: Durch Wände zu gehen.
HUI BUH ist HUI BUH
„Einzig behördlich zugelassenes Gespenst auf Schloss Burgeck“ – so steht es auf ewig in die Holztür der Fledermauskammer geschnitzt, wo HUI BUH in seiner vermoderten Holztruhe haust. HUI BUH ist ein herzensguter Gauner von einem Schlossgespenst. Einsam und friedlich lebt er mit seinem Freund, dem Kastellan, auf Schloss Burgeck. Ordnungswütige Sterbliche kann er nicht leiden, deshalb versucht er, sie zu verscheuchen, wenn sie dem alten Gemäuer zu nahe kommen. Meist bleibt es bei dem Versuch, denn HUI BUH hat ein Problem: Selbst mit Hilfe seines Buchs „Spuken leichtgemacht für jedermann“ gelingt es ihm nur selten, jemandem einen Schrecken einzujagen. Er ist einfach nicht gruselig! Im Gegenteil, er ist ein Tollpatsch und Versager, vor dem nicht mal der kleine Tommy Angst hat. Eine Schande für alle Gespenster! Bisher allerdings war HUI BUH der festen Überzeugung, dass gruseligste Grauen der Gegend zu sein. Das ändert sich schlagartig, als König Julius ihm offen ins Gesicht sagt, dass er kein bisschen Angst vor ihm hat.
Ein Gespräch mit HUI BUH
Verehrter HUI BUH, erst mal vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.
Sehr gern. Sie wirken etwas bleich, mein Bester. Kann es sein, dass Sie ein klein wenig Angst vor mir haben?
Ich kenne Sie jetzt schon so lange von Ihren Platten und Büchern. Ehrlich gesagt, ich freue mich sehr, Ihnen endlich persönlich begegnen zu dürfen. Bevor wir über Ihren neuen Film sprechen, habe ich eine Frage zum Anfang Ihrer Karriere. Wann sind Ihre Geschichten zum ersten Mal erzählt worden?
Oh, das weiß ich noch ganz genau! Das war im Jahr 1969. Herr Alexander-Burgh [Eberhard Alexander-Burgh, der Autor der berühmten Hörspiele] hat eine Führung auf Schloss Burgeck gemacht, weil er gehört hat, dass es da spuken soll. Ich wollte ihn nicht enttäuschen, schließlich ging es um meinen guten Ruf. Ich hab ihn dann in meiner Verkleidung als „Hugo, der hustende Henker“ erschreckt. Leider – oder vielleicht zum Glück – hat Herr Alexander-Burgh nicht die Flucht ergriffen. Er hat mir nur ein Hustenbonbon angeboten und mich gefragt, ob ich Interesse daran hätte, ihm ein paar meiner Abenteuer zu erzählen. Und die hat er dann aufgeschrieben. Sagen Sie, haben Sie wirklich keine Angst?
Sie haben, soweit ich weiß, an 23 Hörspielen und sieben Büchern mitgewirkt. Haben Sie all diese Geschichten wirklich erlebt?
Sie glauben ja nicht, was man so in 600 Jahren Spukerei alles sieht! Da kommen die verrücktesten Leute! Vieles von dem, was Herr Alexander-Burgh da aufgeschrieben hat, ist tatsächlich so passiert. Hin und wieder hab ich natürlich ein wenig geflunkert, und anderes hat er dann etwas umgeschrieben, damit es spannender und lustiger wird. Und auch nicht ganz so gruselig. Sie müssen nämlich wissen, dass ich das gruseligste Grauen in ganz Luxenstein bin. Da würden sich die kleinen Sterblichen vor Angst ganz schön in die Hosen machen, wenn man da zu nah an der Wahrheit bliebe.
In den letzten zehn, zwanzig Jahren ist es dann ein wenig ruhiger geworden um Sie. Hatten Sie vor, sich zur Ruhe zu setzen?
Ach was, Unsinn! Ich habe mir lediglich eine kleine künstlerische Pause gegönnt. Der Erfolg der Hörspiele hat mich ja völlig überrascht. Ich habe angefangen, Unmengen an Kuchen zu essen und mehr Limonade zu trinken, als mir gut tat. Und dann die ganzen wilden Partys! Sir Simon, das Gespenst von Canterville – übrigens ein guter Freund von mir – hat ja Erfahrung mit der Popularität. Er ist schon seit mehreren hundert Jahren berühmt und hat mich gewarnt: Man muss vorsichtig sein, der Erfolg darf einem nicht zu Kopf steigen, sonst fällt er einem noch von der Schulter. Irgendwann hab ich gemerkt, dass ich mein Spuktraining vernachlässige, dass ich die armen, kleinen Staubmilben nicht mehr füttere und dass ich langsam genau so ordentlich und sauber werde wie ihr Sterblichen! Pfui Schmetterling! Das war dann der Punkt, an dem ich gesagt hab, jetzt brauch ich eine Auszeit. Also bin ich nach Schottland gereist und hab ein paar berühmte Spukschlösser besucht. Es war eine künstlerisch sehr wichtige Zeit für mich.
Offensichtlich. Denn jetzt sind Sie wieder da und haben eine Menge neuer Abenteuer im Gepäck. Wie kam es zur Verfilmung Ihrer Geschichten?
Oh, das war lustig! Eines Tages stand Sebastian [Sebastian Niemann, der Regisseur des Films] zusammen mit Christian [Christian Becker, der Produzent] vor den Toren von Schloss Burgeck. Sie sind den ganzen weiten Weg von München bis nach Luxenstein gereist, um mit mir zu sprechen. Ich hab den Armen erst mal einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Als sie dann schlotternd vor mir standen, hatte ich solches Mitleid, dass ich sie auf eine Tasse Tee in den Fledermausturm gebeten habe. Wenn ich gewusst hätte, was ich mir da antue! Diese Filmmenschen sind ja so was von hartnäckig. Sie sind so lange auf meinem Sofa sitzen geblieben, bis ich mich schließlich bereit erklärt habe, das Drehbuch durchzulesen.
Sie haben also den Produzenten und den Regisseur so richtig erschreckt?
Naja … um ganz ehrlich zu sein, dazu kam es nicht. Durch einen unglücklichen Zufall bin ich in meiner Verkleidung als „Donnernder Daniel“ mit dem Kopf im Kamin stecken geblieben. Sie mussten mich eine Stunde lang von oben bis unten einfetten, bis sie mich befreien konnten.
Das war 2002, wenn ich richtig informiert bin. Hatten Sie Einfluss auf die Drehbucharbeit?
Herrje, das ist mir viel zuviel Arbeit! Die Original-Geschichten stammen von Herrn Alexander-Burgh. Also dachte ich mir, es ist vielleicht am besten, wenn er die Verhandlungen für mich übernimmt. Das hat er dann auch getan. Als sie dann endlich fertig waren mit ihrer Schreiberei, haben sie den Dirk [Dirk Ahner, Co-Autor] zu mir geschickt, damit ich meine Dialoge überarbeite. Ich hab darauf bestanden, ihn im alten Folterkeller von Schloss Burgeck zu treffen. Sie wissen schon, der Atmosphäre wegen. Und dann hab ich den armen Kerl in meiner Verkleidung als „Kunibert, der gnadenlose Kerkerwärter“ empfangen.
Und? Haben Sie ihn so richtig das Fürchten gelehrt?
Nicht ganz … wissen Sie, ich hatte da so ein verrücktes Techtelmechtel mit der Eisernen Jungfrau. Ich hab mich darin versteckt, um im richtigen Moment hinauszuspringen und mein gruseliges Geistergeheul zu heulen. Aber wie die Frauen so sind, sie wollte mich einfach nicht gehen lassen … äh, nächste Frage bitte.
Schloss Burgeck wurde in Studiohallen in Prag für den Film komplett nachgebaut. Warum hat man ihn nicht an den Originalschauplätzen gedreht?
Das haben sie ja versucht! Aber Schloss Burgeck ist wirklich riesig. Ständig haben sich Leute vom Team verlaufen. Irgendwann ist dann sogar der Regisseur verloren gegangen. Auf der Suche nach einer anständigen Kaffeemaschine hat er sich so verlaufen, dass wir ihn erst drei Tage später wiedergefunden haben! Außerdem sind die Beamten von Luxenstein sehr pingelig, was den Denkmalschutz betrifft. Die Filmleute durften kein einziges Loch in die Wand hauen. Das war besonders für den Gerhard [Gerhard Schirlo, der Kameramann] schwer, weil der kein richtiges Licht machen konnte. Als sie dann den Sebastian wiedergefunden haben, wurde der Beschluss gefasst, in Prag zu drehen.
Entspricht denn das gebaute Schloss Burgeck Ihren Erwartungen?
Oh ja, herrlich! Ein wunderprächtiges Gruselschloss, viel majestätischer als Burgeck in Wirklichkeit. Matthias [Matthias Müsse, der Szenenbildner] und seine Leute haben das wirklich schön gemacht. Ich hab mich fast wie zu Hause gefühlt.
Wie war die Arbeit mit Regisseur und Darstellern für Sie?
Ach, diese Sterblichen! Man muss sie einfach gern haben! Wir hatten viel Spaß miteinander. Dem Christoph [Christoph Maria Herbst alias König Julius, der 111.], Ellenie [Ellenie Salvo González, Darstellerin der Konstanzia] und dem Rick [Rick Kavanian, der „Charles“] hab ich immerzu einen gewaltigen Schrecken eingejagt, wenn ich ihnen in ihren Wohnwägen aufgelauert habe. Einmal hab ich mich sogar als „Schieläugiger Kutscher“ verkleidet und sie bei einer Tour durch Prag das Gruseln gelehrt. Den Sebastian hab ich in den Drehpausen gezwickt und gepiesakt, bis er um Gnade gewinselt hat. Unter uns gesagt, ich glaube nicht, dass er wirklich Angst hatte. Er wollte mir einfach Anerkennung zollen. Schließlich weiß er, was ein richtiger Spukprofi ist.
Gab es auch unschöne Situationen?
Oh … ja, da waren so einige klitzekleine Zwischenfälle. Ich hatte einen Tag drehfrei und schrecklichen Hunger. Da hab ich das ganze Mittagessen der Crew verputzt. Die kamen mit knurrenden Mägen in den Speisesaal und haben nur noch leere Töpfe vorgefunden. Simon [Simon Happ, Producer] hat daraufhin ein ernstes Wort mit mir gesprochen.
Wie war die Zusammenarbeit mit Bully? Er spielt Ritter Balduin, also Sie selbst, als Sie noch ein Sterblicher waren.
Und er ist fast so gutaussehend, wie ich damals war! Überaus sympathischer Bursche, dieser Bully. Jedenfalls für einen Sterblichen. In den Drehpausen haben wir immer Karten gespielt. Dabei hab ich ihn bis auf den letzten Hosenknopf ausgenommen, hehe.
Sie sind jetzt schon seit weit über 600 Jahren im Spukgeschäft tätig. Welche Pläne haben Sie für Ihre Zukunft?
Ihr Sterblichen habt es immer so eilig mit dem Pläne machen! Wir Gespenster sehen das nicht so eng, wir haben schließlich alle Zeit der Welt. Also, vielleicht werde ich erst einmal ein paar Wochen Urlaub in Ägypten machen. Im Museum in Kairo leben ein paar Mumienfreunde von mir, mit denen gebe ich vielleicht ein Seminar für Gespensterkinder: „Sterbliche erschrecken – aber richtig!“ Und dann? Wer weiß. Diese Filmerei hat mir Spaß gemacht. Leckeres Essen, staubige Kulissen und viele nervöse Leute. Dabei fällt mir auf, Sie wirken wirklich ein wenig ängstlich. Ihnen sitzt noch der Schreck wegen meines gruseligen Geistergeheules in den Knochen! Na, keine Sorge – so geht es jedem, dem ich begegne.
Verehrter HUI BUH, vielen Dank für das Gespräch! Und viel Erfolg bei allen weiteren Projekten!
Fröhliches Gruseln noch, ihr putzwütigen Sterblichen!
Ein Gespräch mit Michael Bully Herbig
Wenn man Ihr bisheriges Gesamtwerk betrachtet, haben Sie mit der Rolle eines Gespenstes Neuland betreten. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Ich war lange Zeit davon überzeugt, ein echter Gespensterprofi zu sein. Musste dann aber feststellen, dass ich HUI BUH jahrelang mit Pumuckl verwechselt hatte.
HUI BUHs Abenteuer war Ihre erste eigene Schallplatte?
Nein, das war Dschingis-Khan von Dschingis-Khan. Die hatten so
lustige Kostüme an.
Und die Gespenstergeschichten?
Habe ich immer im Kindergarten gehört, die hatten die Platten. Alleine hätte ich diese Gruselstories auch gar nicht ertragen. Ich war schließlich erst fünf, sechs Jahre alt. Schon bei Hänsel-und-Gretel-Hörspielen hab ich Albträume bekommen.
Sie sind offenbar äußerst sensibel.
Muss man leider sagen. Noch heute höre ich mir HUI BUH-Platten nicht alleine an. Bin auch froh, dass ich, als wir den Film drehten, nicht allein am Set war. Zum Glück hatte ich auch nur insgesamt drei Drehtage an diesem unheimlichen Ort in Prag.
Gedreht wurde der Film also in Prag. Schloss Burgeck in Prag …
Ja, es war enorm spannend, mal an ein Filmset zu kommen, das ich noch nicht kannte bzw. mir nicht selbst ausgedacht hatte. Ich hab mich da auch ständig verlaufen in dieser riesigen Halle. Und dann haben sie da auch noch einen Wald reingebaut. Ich mein, ich verlauf mich ja schon in normalen Wäldern!
Was hatten Sie für ein Gefühl, als HUI BUH an Sie herangetragen wurde?
Ich war etwas verängstigt. Ich schaue schließlich heute noch, wenn ich ein Hotelzimmer betrete, zuallererst mal unters Bett.
Kam das Angebot überraschend?
Vor allem der Zeitpunkt war etwas überraschend. Ich steckte gerade in den Vorbereitungen zu „(T)Raumschiff Surprise“, war also mit einer völlig anderen Welt beschäftigt.
War es eine leichte Entscheidung?
Ja, denn bereits das Treatment, das sie mir zeigten, war wirklich toll. Und Sebastian hatte auch schon die ersten Skribbels von dem Gespenst dabei, das damals allerdings noch keine Ähnlichkeit mit mir hatte.
Haben Sie sich beim Dreh eingemischt in das Ganze?
Nein, ich bin mit der Einstellung an den Drehort gegangen, nur was zu sagen, wenn ich gefragt werde. Ich wollte mich auf keinen Fall aufdrängen. Und dann wurde ich aber ständig gefragt: Willste’n Kaffee? Willste’n Stuhl? Ich hab’ dann einfach immer Ja gesagt.
Jeder Schauspieler versucht ja, seine ureigenen Spuren zu hinterlassen und hört deshalb immer gerne die Frage: Wie haben Sie die Rolle angelegt?
Es sollte ja definitv keine Imitation des Hörspiels HUI BUH werden. Das hätte sowieso nicht funktioniert, denn Hans Clarin war wirklich einzigartig. Ich glaube, man könnte durchaus sagen, der Film ist jetzt HUI BUH „next generation“. Und da mussten wir uns natürlich Gedanken machen, was der Ritter Balduin überhaupt für ein Typ ist oder besser gesagt war.
Er sieht sehr erhaben aus, besonders diese Frisur muss im 14. Jahrhundert sehr schick gewesen sein.
Ebenso wie der ausgeschlagene Zahn. Balduin ist ein echter Haudegen, ein Teufelskerl, aber auch ein kleiner Tollpatsch. Das war auch nicht der erste Abend, an dem er beim Pokern die Leute über den Tisch gezogen hat, dafür aber sein Letzter, bevor er zu HUI BUH wurde.
Hatte HUI BUH in den 500 Jahren seiner Existenz, also seit 1399, Affären?
Das entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich hoffe es. Ich denke, er wird sich überwiegend mit Staubmilben befasst haben. Allerdings kenne ich mich mit dem Liebesleben von Staubmilben nicht besonders aus.
Haben Sie herausbekommen, wie es zu dem Namen „HUI BUH“ kam?
Ich glaube, dass der damalige Erfinder, der Schriftsteller Eberhard Alexander-Burgh, einen Namen gesucht hat, der so richtig einprägsam ist. Wahrscheinlich hatte er beobachtet, dass sich Kinder gegenseitig gerne mit „Huiiiii – Buhhh!“ erschrecken.
Was ist der Vor- – und was der Nachname?
HUI BUH ist ein Doppel-Nachname. Wie Leutheuser-Schnarrenberger.
Wie war das konkret am ersten Drehtag?
Verwirrend. Ich kam in voller Montur als Ritter Balduin ans Set und bin aus reiner Gewohnheit gleich auf die Videokombo zugegangen. Und gerade als ich mich auf den Stuhl des Regisseurs setzen will, merke ich, dass da schon einer sitzt, eben Sebastian Niemann. Da hab’ ich mich aber ganz schnell in eine hintere Ecke verzogen. Und da kam dann auch schon die erste Frage: „Willste’n Kaffee?“
Ist Ihnen das Spuken mit Kaffee in der Hand nicht schwer gefallen?
Nein, das Spuken kann viel Spaß machen, egal mit welchem Heißgetränk. Ich erschreck’ die Leute einfach gerne. Wenn das allerdings nicht richtig gelingen will, ist das schon recht frustrierend. Insofern verstehe ich den Kummer von HUI BUH sehr gut. Das kann dann schon mal zu einer Lebenskrise werden, so eine Art Midlife Crisis.
Wann kann man bei einem Gespenst von einer Midlife Crisis sprechen? Bei einer Eintagsfliege würde man sagen: Mittags, oder?
Ja, insofern muss man bei HUI BUH davon ausgehen, dass er jetzt, nach 500 Jahren, gerade in der Pubertät steckt.
Ihre Fechtperformance ist übrigens sehr eindrucksvoll. Haben Sie dafür trainiert? Oder sind Sie ein Naturtalent?
Vielen Dank, das ist sehr schmeichelhaft. In Wahrheit habe ich mich nur verteidigt, als man auf mich einschlug.
Kein Fechttrainer?
Nein. Sah es wirklich so gut aus?
Vielleicht vorher noch eine Frage: Das Kartenspiel, das Sie da zu Anfang des Films spielen, ist das tatsächlich Poker? Nicht Schwarzer Peter?
Selbstverständlich Poker, beim Schwarzen Peter kann man doch nicht betrügen. Ich war sehr glücklich, dass ich zufällig beim Drehen der Szene eine Straße hatte. Wenn nicht, hätte das die Produktion wahrscheinlich enorm verlängert.
Ich frage das nur, weil das Poker-Spiel eigentlich ein amerikanisches Glücksspiel ist und Amerika erst 100 Jahre später entdeckt wurde. Könnte es sein, dass der Film da historisch nicht ganz präzise ist?
Das ist ein großer Irrtum! Das Poker-Spiel stammt aus der Ritterzeit, Pokern ist eine ganz, ganz alte Ritterdisziplin, ebenso wie Stage Diving und Bungee Jumping. Die Europäer haben ja alles Mögliche mit nach Amerika gebracht, zum Beispiel auch den Blues.
Noch mal zurück zum Jahr 1399. Wie haben Sie sich in die Zeit eingearbeitet?
Ich habe ja mit dem Thema Zeitreisen die eine oder andere Erfahrung gemacht. Insofern war es ein Heimspiel.
Ein Blick in ein Geschichtsbuch hat ergeben, dass musikalisch in diesen Jahren fast gar nichts los war. Lediglich ein niederländischer Komponist namens Binchois hinterließ ein paar Spuren.
Ja, da schau her.
Er komponierte übrigens fast ausschließlich für Blockflöten und Krummhorn.
Ich glaube, was der für Blockflöte komponierte, höre ich seit Wochen bei meinen Nachbarn aus dem Kinderzimmer.
Vielleicht keine schlechte Idee, diesen Kindern stattdessen ein paar HUI BUH-Folgen auf Vinyl zu schenken.
Ich glaube, ich schenke ihnen lieber ein paar Kinokarten.
Michael Bully Herbig spielt
RITTER BALDUIN und spricht HUI BUH
Michael Bully Herbig ist d a s Multitalent der deutschen Comedy-Szene. Dass er seinen zahlreichen ausgefallenen Rollen jetzt auch noch die eines Ritters und eines Geistes hinzufügen kann, zeigt sein außergewöhnliches Spektrum. Seine Karriere begann 1992 beim Münchner Lokalsender Radio Gong, seine Radio-Comedy-Serie „Die Bayern Cops“ brachte es auf 800 Folgen. 1997 wechselte er das Medium: Die „bullyparade“ (mit Herbig als Darsteller, Autor, Regisseur und Produzent) wurde zu einer Kultsendung. Mit „Erkan & Stefan“ debütierte er im Jahr 2000 als Kino-Regisseur. Schon sein zweiter Film, „Der Schuh des Manitu“ aus dem Jahr 2001, schrieb ein Stück Kinogeschichte: Zwölf Millionen Menschen haben sich den Film im Kino angeschaut, damit ist die Western-Komödie der bis heute erfolgreichste deutsche Film der Nachkriegszeit. Er wurde vielfach ausgezeichnet: Unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Filmpreis sowie einem Bambi (alle Preise 2001). Mit seinem Film „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ aus dem Jahr 2004 gelang es Herbig erneut, mehr als neun Millionen Kinobesucher zu begeistern – und wieder wurde er vielfach geehrt. Besonders stolz ist Michael Bully Herbig auf den Deutschen Comedy Preis 2005, den er zusammen mit Rick Kavanian für die Comedy-Show „Bully & Rick“ erhielt, deren zweite Staffel gerade abgedreht wurde. Nun widmet er sich voll und ganz seinem nächsten Kinofilm „Lissi und der wilde Kaiser“, eine Hommage an die Sissi-Filme. Der Film, eine 3-D-Animation, soll 2007 in die Kinos kommen.
Filmografie (Auszug)
2006/2007 LISSI UND DER WILDE KAISER
(Kino, 3-D-Animation),
Regisseur, Produzent, Autor
2005/2006 BULLY & RICK (TV-Serie, 13 Folgen), Regisseur, Produzent, Autor, Darsteller
2005 ROBOTS (Kino), deutsche Stimme von „Fender“
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino), Regie: Sebastian Niemann
2004 BULLY & RICK (TV-Serie, 13 Folgen), Regisseur, Produzent, Autor, Darsteller
2003/2004 (T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1 (Kino), Regisseur, Produzent, Autor, Darsteller
2003/2004 BACK TO GAYA (Kino), deutsche Stimme der Hauptfigur „Buu“
2001 EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA (Kino), deutsche Stimme der Hauptfigur „Kusco“
2000/2001 DER SCHUH DES MANITU (Kino), Regisseur, Produzent, Autor, Darsteller
2000 ERKAN & STEFAN (Kino), Regisseur
1999 DIE BADEMEISTER (TV), Regisseur: Hauptrolle, Martin Walz
1997-2002 BULLYPARADE (sechs Staffeln à 15 Folgen), Regisseur, Produzent, Autor, Darsteller
Mehr Infos unter: www.herbx.de
Christoph Maria Herbst spielt
König Julius, den 111.
König Julius, der 111. (Christoph Maria Herbst) ist der letzte lebende Erbe derer von Burgeck. Er ist ein weltgewandter, sympathischer junger Mann, der einen Sinn für das Praktische hat. Nach langen Studienreisen, die ihn quer durch die Welt geführt haben, kehrt er nun in seine Heimat zurück, um endlich den Thron der Könige von Burgeck zu besteigen.
Doch das ist nicht der einzige Grund seines Kommens: Auf dem wild-romantischen Schloss will er um die Hand seiner Verlobten Leonora Gräfin zu Etepetete (Heike Makatsch) anhalten. Julius ist klug und belesen. In Herzensdingen ist er jedoch noch unerfahren.
Erst mit Hilfe von HUI BUH lernt er, die wahre Liebe zu erkennen. HUI BUH wiederum profitiert von Julius’ Fachwissen aus der Welt der Geister, das sich Julius bei langen Gesprächen mit seinem Großvater angeeignet hat.
Gespräch mit Christoph Maria Herbst
Haben Sie mal Ihre Eltern gefragt, warum sie Ihnen den zweiten Vornamen Maria gegeben haben?
Meine beiden Schwestern heißen ebenfalls mit zweitem Namen Maria, meine Eltern waren also nur konsequent. Und da Christoph Herbst mit dieser Anhäufung von Konsonanten recht hart klingt, verschweige ich diesen schönen Namen Maria auch nicht. Bin in dem Zusammenhang natürlich dankbar, dass sich der Josef damals eine Maria ausgesucht hat und keine Mandy oder Priszilla.
Viele Schauspieler werden Schauspieler, weil sie irgendwann in ihrem Leben mit der ihnen zugedachten Rolle nicht zufrieden sind. Warum wurden Sie es?
Ich komme aus einem katholischen Beamtenhaushalt in Wuppertal, nicht gerade der typische Hintergrund für einen Schauspieler. Aber irgendwann stellte ich fest, dass die Leute auf dem Schulhof über mich lachten, wenn ich Otto Waalkes oder Dieter Hallervorden nachgemacht habe. Ich freute mich, fröhliche Menschen um mich zu haben, und dass das auch mit mir zu tun hatte, fand ich umso besser.
Manche geben in der Schule auch gerne den Clown, um von irgendwelchen Defiziten abzulenken …
… von schlechten Noten zum Beispiel oder von Pickeln im Gesicht … Nein, das war bei mir nicht so. Ich war in der Schule nicht der Überflieger, aber ich war auch nirgendwo ganz schlecht.
Die ersten etwas ernsteren Gehversuche ...
... fanden in der Theater AG unserer Schule statt. Da merkte ich, wie toll das Gefühl sein kann, vor Hunderten von Leuten zu stehen. Das hat ja auch ein wenig mit Macht zu tun, es in der Hand zu haben, wie man eine Pointe setzt, wie man die Leute zum Lachen bringt. In der Mittelstufe war mir dann schon klar, dass ich das beruflich machen wollte.
Haben Sie Lampenfieber, wenn Sie eine Bühne betreten?
Es würde irgendwas falsch laufen, wenn ich kein Lampenfieber mehr hätte. Ich spiele ja bis in die heutigen Tage hinein Theater, im Moment am Theater am Ku’damm, und es ist immer noch so, dass ich Lampenfieber habe, aber es ist nie destruktiv. Ich fange also nicht an zu stottern, sondern es ist sowas wie eine gute Adrenalinspritze.
Und wenn der Vorhang dann aufgeht?
Dann fühlt es sich richtig toll an. Trotzdem vertrete ich ja die These, dass alle Schauspieler und Schauspielerinnen irgendwo einen Knall haben müssen, sich so abhängig zu machen von Applaus, von Zuspruch und von Gelächter, es liegt da irgendwas zugrunde, vermutlich was Pathologisches, aber ich habs noch nicht genau rausbekommen.
Was mögen Sie denn mehr: Bühne oder Film?
Beides, möglichst im Wechsel. 2005 war in dieser Beziehung ein gesegnetes Jahr. Da hab ich Theater gespielt, die zweite Staffel Stromberg gedreht und dann noch diese ziemlich abgefahrene Produktion HUI BUH gehabt mit dieser wunderbaren Besetzung und diesem tollen Buch. Und es war natürlich klasse, den König Julius, der 111. spielen zu dürfen, der charming ist und ein Womanizer. Was völlig anderes als Stromberg und diesen alltäglichen Wahnsinn in einer Versicherung.
Blenden wir noch mal zurück in die Anfangzeit: Haben Sie schnell vom Beruf des Schauspielers leben können?
1989 hatte ich mein erstes größeres Engagement beim Landestheater Dinslaken, da konnte ich mir immerhin schon einen gebrauchten R4 leisten. Da hatte ich, glaube ich, 1950 DM brutto im Monat bekommen, was mir reichte. Ich konnte meinen Lebenswandel immer sehr gut meinen Einkommensverhältnissen anpassen.
Im Film Hui Buh sind Sie also König Julius, der 111.. Können Sie sich noch an König Julius, der 110. erinnern? Niemand könnte besser Auskunft über Ihren Vater geben als Sie …
(lacht) Da habe ich eigentlich nur sehr verschwommene Erinnerungen, da mein Vater unentwegt auf Achse war. Er war ein Kosmopolit, er war eigentlich nie zu Hause, und wenn er mal da war, dann war er ein brillanter Geschichtenerzähler.
Hat er Sie denn entsprechend vorbereitet auf den Job als König?
Er hat mich altruistisch erzogen: Dass man keine Insel ist, dass man von anderen abhängt und alle wie seinesgleichen behandeln sollte.
Wie hat es Sie eigentlich nach Schloss Burgeck verschlagen?
Ich bin ja eigentlich immer gerne gereist, weshalb es mir schon sehr schwer fiel, mich auf Schloss Burgeck niederzulassen, aber was macht man nicht alles für die Liebe. Und Gräfin zu Etepetete hat sich ja erst später als Rabenaas entpuppt.
Wissen Sie noch, wie Sie Ihren Adjutanten Charles kennengelernt haben? Er zum Beispiel weiß es noch genau …
In Frankreich, im Perigord haben wir uns kennengelernt. Ich war in Limoges, hatte eine Tour gemacht mit einem befreundeten König, der mir diese phantastischen Schlösser gezeigt hat, und da sind wir dann ins Perigord geritten, weil wir beide so gerne Foie Gras essen, also Gänseleberpastete. Und da hab ich dann Charles in einem Restaurant aufgelesen, er hatte damals nicht gerade seine beste Zeit.
Was war passiert?
Charles hatte, wenn ich mich recht erinnere, Innenarchitektur studiert, aber nicht die Kurve gekriegt. Er war damals kurz vor seinem Coming out, inzwischen hat er kein Problem mehr mit dem Schwulsein. Ich habe mich dann seiner angenommen. Er liebt auch meine Konstanzia über alles, sie ist die einzige Frau, die er an meiner Seite akzeptiert. Vielleicht liebt er ja in Konstanzia den Mann.
Haben Sie eigentlich von dem wunderbaren Recht des jus primae noctis schon mal Gebrauch gemacht? Also von dem Recht eines Königs, nach der Heirat eines Paars aus seinem Land mit der Braut die erste Nacht verbringen zu dürfen, bevor der Bräutigam antreten darf?
Nein. Das hat schon der 110. nicht getan, das schlief meines Wissens schon bei meinem Großvater, dem 109. Julius, ein. Das hätte auch überhaupt nicht in das Selbstverständnis unseres Königshauses gepasst.
Sie sind König von Luxenstein. Ist Luxenstein ein modernes Königreich?
Überaus modern, ja. Nehmen Sie zum Beispiel Konstanzia, eine alleinerziehende Mutter. Sie hat ein Kind mit in die königliche Ehe gebracht, das war um 1900 schon eine Sensation.
Könnte das Kind nach dem luxensteinischen Recht der nächste König werden?
Da müsste ich mit Charles, meinem Adjutanten, reden.
Haben Sie sich, um mal wieder ernst zu werden, besonders auf die Rolle des Königs vorbereitet? Oder haben Sie das alles intuitiv gespielt?
Letzteres, aus dem Bauch raus. Auf so eine komödiantische Figur kann man sich nicht anders vorbereiten. Außerdem: Den König spielen immer die anderen. Sie zeigen die Ehrerbietung, den Respekt. Und wenn andere den Kotau vor mir machen, dann bin ich der König, da kann ich in Unterhose vor ihnen stehen.
Sie hatten ja auch eine gute Maske.
Ja, mir hat wirklich unglaublich diese phantastische Maske geholfen. Ich saß manchmal länger als Heike Makatsch in der Maske, bis meine wunderbare Maskenbildnerin das aus mir rausgeholt hatte, was ich nie in mir vermutet hätte, nämlich diesen Good-Looking-Guy.
An was erinnern Sie sich bei Hans Clarin vor allem?
An die großen, schelmischen, jungenhaften ET-Augen. An sein Strahlen und sein Lachen.
Haben Sie einen Schauspieler, den Sie verehren und bewundern?
In meiner Jugend prägte mich sehr Jerry Lewis, von dem ich alle Filme aufgesogen habe. Dann hatte ich meine Hallervorden-Phase. Heute finde ich die Bandbreite eines Jim Carrey phantastisch, der auch immer mehr Fuß fasst als ernster Schauspieler in tragischen Rollen.
Besondere Erlebnisse in Prag?
Da ich Vegetarier bin, war das mittags manchmal ein Spießrutenlauf, das richtige Essen für mich zu finden, besonders in dem Land des Fleischs und der Knödel. Da musste ich schon schauen, dass ich täglich nicht immer nur Knödel esse, weil man dann irgendwann zum Grauen der Kostümbildnerin wird, die ständig die Nähte an der Hose weiter öffnen muss.
Wäre das ewige Leben, über das Gespenster verfügen, für Sie erstrebenswert?
Das kommt ja eh auf mich zu, als gläubiger Katholik denke ich da sehr gerne dran.
Dann waren Sie bestimmt auch Ministrant.
Aber selbstverständlich.
Christoph Maria Herbst – Biografie
Bei seinem außergewöhnlichen komödiantischen Talent ist es schon verblüffend, dass sich der am 9. Februar 1966 in Wuppertal geborene Christoph Maria Herbst ausgerechnet in klassischen Rollen durchsetzte. Mit der Rolle des Romeo in Shakespeares „Romeo und Julia“ etablierte er sich in den neunziger Jahren am Stadttheater Bremerhaven. Aber er spielte dort nicht nur den Verliebten, sondern nahezu alles: Kindertheaterstücke, Boulevard, Musicals und „fast unspielbare“ Schauspiel-Uraufführungen. Heute ist Christoph Maria Herbst gefragter denn je, denn er ist ein Ausnahmeschauspieler mit einer großen Liebe zur Komödie. Ein Beweis unter vielen ist die Rolle des Stromberg in der gleichnamigen Serie auf ProSieben, die ihm im Jahr 2005 den Bayerischen Fernsehpreis, den Deutschen Comedy-Preis als bester Schauspieler, den Goldenen Gong und in diesem Jahr den Jupiter Filmpreis sowie den Grimme-Preis einbrachte. Neben der Fernseharbeit hat Christoph Maria Herbst in den letzten Jahren auch in einer Vielzahl von Kinofilmen mitgewirkt: Unter anderem unter der Regie von Helmut Dietl in dem Film „Vom Suchen und Finden der Liebe“, an der Seite von Oliver Kalkofe in „Der Wixxer“, unter Michael Bully Herbig in dem Kassenknüller „(T)Raumschiff Surprise – PERIODE 1“ und soeben neben Til Schweiger und Jürgen Vogel in Anno Sauls „Special“ (AT). Zuletzt übernahm er eine Episodenhauptrolle in Sönke Wortmanns TV-Serie „Freunde für immer, der Ball ist rund“ und spielte an der Seite von Burkhard Klausner den Prof. Radwanski in Carsten Strauchs Kinofilm „Offene Wunden“. So viele Engagements in so kurzer Zeit kosten Kraft und Energie, aber Herbst bringt diese Energie immer wieder auf, weil er seinen Beruf liebt und er nach eigenen Angaben „diesen Beruf nie gemacht hat, um ein Star zu werden oder ins Fernsehen zu kommen“. Als Katholik hatte Herbst in jungen Jahren den naheliegenden Wunsch, Priester zu werden, doch „die Fleischeslust geriet dazwischen“, wie er lächelnd anfügt. Herbst hat dann aber trotzdem erst einmal „auf sanften Druck meiner Eltern hin“ etwas handfestes gelernt: Er wurde Bankkaufmann. „Die Leere dieser Zeit war mir eine Lehre. “
Filmografie (Auszug)
2006 STROMBERG (TV, 3. Staffel), Regie: Arne Feldhusen
2006 OFFENE WUNDEN (Kino), Regie: Carsten Strauch
2006 NEUES VOM WIXXER (Kino), Regie: Cyrill Boss & Philipp Stennert
2006 LADYLAND (TV), Regie: Joseph Orr
2005 FREUNDE FÜR IMMER, DER BALL IST RUND (TV), Regie: Sönke Wortmann
2005 STROMBERG (TV, 10 Folgen), Regie: Arne Feldhusen, Andreas Theurer
2005 SPECIAL (AT) (Kino), Regie: Anno Saul
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino), Regie: Sebastian Niemann
2004 STROMBERG (TV, 8 Folgen), Regie: Arne Feldhusen
2004 DER FISCHER UND SEINE FRAU (Kino), Regie: Doris Dörrie
2004 LORENZ LACHT (Kino), Regie: Daniel Walta
2004 VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE (Kino), Regie: Helmut Dietl
2004 STROMBERG (TV), Regie: Arne Feldhusen
2003 (T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1 (Kino),
Regie: Michael
Bully Herbig
2003 LADYKRACHER (TV, 3. Staffel), Regie: Tobias Baumann, Arne Feldhusen
2003 AUS DER TIEFE DES RAUMES (Kino), Regie: Gil Mehmert
2003 DER WIXXER (Kino), Regie: Tobias Baumann
2003 IM DUNKELN (Kino), Regie: Johannes Grebert
2003 SERGEANT PEPPER (Kino), Regie: Sandra Nettelbeck
2003 DAS ZIMMERMÄDCHEN UND DER MILLIONÄR (TV),
Regie: Andreas
Senn
2002 EIN SELTSAMES PAAR (TV), Regie: Doris Dörrie
2002 LADYKRACHER (TV, 2. Staffel), Regie: Tobias Baumann, Arne Feldhusen, Dominic Müller
2001 LADYKRACHER (TV, 1. Staffel), Regie: Tobias Baumann
Mehr Infos unter: www.agentur-contract.de
Heike Makatsch spielt
Leonora Gräfin zu Etepetete
Leonora Gräfin zu Etepetete (Heike Makatsch) ist nicht nur schön, sie ist auch äußerst zielstrebig. Und durchtrieben. Wenn sie etwas will, dann nimmt sie es sich. Die Männer fressen ihr aus der Hand. Kein Wunder: Mit ihren langen, blonden Haaren und ihren opulenten Kleidern ist sie eine echte Augenweide. Gegenüber von König Julius zeigt sich Leonora von ihrer schönsten Seite. Sie ist zuckersüß und vergibt ihm auch, als er sie auf dem großen Empfang vor der gesamten Adelswelt der Lächerlichkeit preisgibt. Niemand ahnt, dass sich hinter dem engelsgleichen Lächeln eine Frau mit einem dunklen Geheimnis verbirgt.
Gespräch mit Heike Makatsch
Wie und wann sind Sie das erste Mal auf die Geschichten des Gespenstes HUI BUH gestoßen?
Als ich klein war bei Freunden, die Kassetten davon rumliegen hatten. Am meisten ist mir da das Cover aufgefallen mit diesem Geist, der sehr, sehr realistisch aussah, gar nicht wie eine Comic-Figur. Ich fand dieses Skelett mit dem Kopf unterm Arm richtig gruselig. Als kleines Mädchen hatte ich wirklich Angst davor, diese Kassetten waren deshalb nicht meine allererste Wahl.
Was haben Sie als kleines Mädchen denn mit Begeisterung gelesen?
Astrid Lindgrens Bücher, z.B. „Die Kinder von Bullerbü“, dann Peter Härtling, daran erinnere ich mich noch, also an Bücher, in denen sich Mädchen das erste Mal verlieben. Besonders gefiel mir „Ben liebt Anna“.
Sie spielen die Gräfin zu Etepetete. War das für Sie ein Problem, mal die Bösewichtrolle zu übernehmen?
Im Gegenteil, das macht doch besonderen Spaß, mal das Gegenteil von dem zu machen, was andere vielleicht von einem erwarten, und dann noch in so einer comic- und comedyartigen Form.
Haben Sie lange darüber nachgedacht, wie Sie die Figur am Besten präsentieren könnten?
Da die Gräfin zu Etepetete sehr stilisiert ist, die Figur also kein realistisches Vorbild hat, habe ich mir schon überlegt, ob ich das an irgendwas anlehnen könnte. Deshalb hab ich mir dann Glenn Close angeguckt in „101 Dalmatiner“ oder die Rolle der gemeinen Madame Medusa in „Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei“. Da habe ich mir ein paar Inspirationen zusammengeklaubt. Und dann war da ja auch noch die Perücke, das Kostüm und natürlich der Text, der mich sehr gut geführt hat.
Sind Sie eigentlich in irgendeinem Bereich etepetete?
(lacht) Ich glaube eigentlich nicht wirklich, aber das ist ja immer alles relativ. Vielleicht würde das jemand anderes von mir behaupten, ich weiß es nicht.
Sie haben mir früher mal erzählt, wie Sie ausgerastet sind, als damals in Ihrer Londoner Wohnung plötzlich eine Kakerlake quer durchs Zimmer latschte.
Da sieht man mal, dass das wirklich relativ ist. Da auszurasten ist doch nicht etepetete, sondern normal, denke ich.
Als Sie an den Set kamen, was fiel Ihnen da zuallererst auf?
Diese wahnsinnigen Bauten. Das war alles so realistisch, dass ich wirklich dachte, in einem riesigen Burgschloss zu sein. Eine perfekte Märchenwelt, da muss ich den Hut ziehen vor den tschechischen Bühnenbildnern.
Haben die Menschen in Prag Sie eigentlich erkannt, auf der Straße oder wenn Sie in eine Kneipe gegangen sind?
Nein, hatte ich nicht das Gefühl, aber das hab ich nirgendwo, egal wo ich bin, auch in Berlin nicht. Ich fühl mich überall sehr unbehelligt.
Wenn Sie im Rückblick an Prag denken, was schießt Ihnen da durch den Kopf?
Knusprige Enten. In Prag bin ich sehr auf den Geschmack gekommen, Ente zu essen. Und weil man ja, wenn andere gerade drehen, viel Zeit mit sich alleine verbringt, habe ich schon die eine oder andere Ente verspeist.
Wären Sie eigentlich im wirklichen Leben gerne ein Gespenst, mit all den Fähigkeiten, die ein Gespenst auszeichnen?
Nein, ich bin ganz froh, dass ich mit den Behinderungen eines Menschen ausgestattet bin. Ich beneide ein Gespenst nicht darum, dass es unsichtbar ist und dann mitbekommt, was die anderen über es sagen. Ich finde, dass die Grenzen, die mir gesetzt sind, auch einen guten Grund haben.
Und das ewige Leben? Würden Sie das gerne haben?
Auch das nicht. Dass wir das nicht haben, gibt uns eine Perspektive und Konzentration auf das Hier und Jetzt.
Sie hatten einige Drehtage zusammen mit Hans Clarin. Ihr Eindruck von ihm?
Hans Clarin war ein echter Sonnenschein am Set. So lebendig, so sprühend voller Esprit, Witz und Schalk, dass ich nie das Gefühl hatte, dass das Ende schon so nah ist. Obwohl er körperlich schon ziemlich gebrechlich war, hat ihn das nicht davon abgehalten, richtig frech zu sein und zu flirten. Er machte Komplimente und entzog einem das Kompliment ein Satz später wieder. Er war ein ganz außergewöhnlicher Mensch.
So eine Riesenproduktion mit einer Figur, die später im Computer animiert wird, ist keine leichte Kiste für einen Regisseur. Hat Sebastian Niemann das gut gemacht?
Ja, er ist toll. Was er da für eine riesige Maschinerie gestemmt hat, wie er die gesamten Techniken beherrscht hat, das war schon eindrucksvoll. Obwohl er genau wusste, was er will, hat er uns viel Freiraum gegeben und dann trotzdem im richtigen Moment gesehen, wenn ein Knopf an einem Kleid nicht so gut passte. Das hat einem ein sehr sicheres und gutes Gefühl gegeben.
Heike Makatsch – Biografie
Im Jahr 1993 fing alles an, da wurde die damals knapp 22-Jährige für VIVA entdeckt. Es begann eine beispiellose Karriere: Bei VIVA moderierte sie „Interaktiv“ und „Heikes Hausbesuch“, 1995 übernahm sie die Moderation von „Bravo TV“ auf RTL.2. Der Durchbruch kam dann 1996, als sie in ihrem ersten Kinofilm – dem Film „Männerpension“ unter der Regie von Detlev Buck – bewies, dass man sie auch als Schauspielerin ernst nehmen muss: Heike Makatsch bekam für ihre Rolle den Bayerischen Filmpreis. 1996 folgte ihre nächste Hauptrolle im Kinofilm „Obsession“ (Regie: Peter Sehr), wofür sie 1998 auf dem internationalen Festival du film d’amour Paimpol ausgezeichnet wurde. Sie war nie auf eine bestimmte Rolle festgelegt, was ihre Rollen in Max Färberböcks Drama über eine Frauenfreundschaft, „Aimée und Jaguar“, oder in „Bin ich schön?“ (Regie: Doris Dörrie) deutlich machen. 1998 sah man sie dann in Detlev Bucks „Liebe deine Nächste“, in Hans-Günther Bückings „Die Häupter meiner Lieben“ und in „Gripsholm“ (Regie: Xavier Koller). Es folgten eine Reihe internationaler Produktionen: In „Love Actually“ (Regie: Richard Curtis) stand sie neben Hugh Grant vor der Kamera und bei „Resident Evil“ (Regie: Paul Andersen) spielte sie mit Milla Jovovich. Für großes Aufsehen sorgten auch ihr sorgfältig ausgewählten Fernseh-Projekte: So erhielt Heike Makatsch für ihre Leistung in Dieter Wedels „Die Affäre Semmeling“ die Goldene Kamera (2002) und der TV-Film „Das Wunder von Lengede“ wurde neben dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis (beide 2004) auch mit dem Bambi (2003) ausgezeichnet. 2005 beeindruckte sie als „Margarete Steiff“ das Fernsehpublikum. In Spanien hat die gebürtige Düsseldorferin gerade einen Kinofilm abgedreht, den sie co-produziert und zu dem sie zusammen mit Johanna Adorján auch das Drehbuch geschrieben hat. Der Titel: „Schwesterherz“.
Filmografie (Auszug)
2006 SCHWESTERHERZ (Kino), Regie: Ed Herzog
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino), Regie: Sebastian Niemann
2005 MARGARETE STEIFF (TV), Regie: Xaver Schwarzenberger
2004 ALMOST HEAVEN (Kino), Regie: Ed Herzog
2004 KEINE LIEDER ÜBER LIEBE (Kino), Regie: Lars Kraume
2003 DAS WUNDER VON LENGEDE (TV), Regie: Kaspar Heidelbach
2002 LOVE ACTUALLY (Tatsächlich Liebe), (Kino), Regie: Richard Curtis
2001 ANATOMIE II (Kino), Regie: Stefan Ruzowitzky
2001 NACKT (Kino), Regie: Doris Dörrie
2001 RESIDENT EVIL (Kino), Regie: Paul Anderson
2000/2001 DIE AFFÄRE SEMMELING (TV), Regie: Dieter Wedel
1999 GRIPSHOLM (Kino), Regie: Xavier Koller
1998 DIE HÄUPTER MEINER LIEBEN (Kino), Regie: Günther Bücking
1998 LIEBE DEINE NÄCHSTE (Kino), Regie: Detlev Buck
1997 BIN ICH SCHÖN? (Kino), Regie: Doris Dörrie
1997 AIMÉE UND JAGUAR (Kino), Regie: Max Färberböck
1998 OBSESSION (Kino), Regie: Peter Sehr
1996 MÄNNERPENSION (Kino), Regie: Detlev Buck
Mehr Infos unter: www.wasted-management.de
Rick Kavanian spielt CHARLES
Charles (Rick Kavanian) ist ein treuer Gefährte und Freund von Julius. Als Spross einer einflussreichen französischen Familie hat er die besten Schulen besucht und ist eine echte Kapazität, wenn es um Etikette, gutes Benehmen und Mode geht. Selbst im größten Chaos bewahrt Charles Stil und eine perfekt sitzende Frisur. Als Julius’ Adjutant hat er ihn auf seinen langen Reisen durch die Welt begleitet und ihm vieles gezeigt, was man als echter König wissen muss.
Gespräch mit Rick Kavanian
Herr Kavanian, gibt es ein Vorbild für die Rolle des königlichen Adjutanten Charles?
Die Figur ist eine Zusammenarbeit von Janne Birck (Kostüm), Georg Korpas (Maske), Regie (Sebastian Niemann) und mir. Wobei es Sebastian Niemanns Idee war, die Frisur und Gesicht ein bisschen an Prince anzulehnen.
Ja, die Frisur ist sehr schön, obwohl ich eher Parallelen zu Götz Alsmann entdeckt habe. Charles scheint französische Wurzeln zu haben.
Götz Alsmann war auch ursprüglich für die Rolle gedacht, da man aber seine Brille nicht wegschminken konnte, musste er aussetzen … (lacht) Bis Drehbeginn hatten wir die Figur „Charles“ fast fertig entwickelt. Bis auf die Stimme hatten wir alles. Ein paar Wochen vor Drehbeginn habe ich dann zufällig „Mrs. Doubtfire“ gesehen, und die Rolle des Onkel Frank hat mich sehr inspiriert. Dann noch ein bisschen die „Sieben Camembert der Shaolin“ – und fertig war mein Charles.
Was sind Charles’ Hauptmerkmale?
Er ist sehr ordentlich, eine gepflegte Erscheinung, stolz auf sein Muttermal, sehr hingebungsvoll und bereit, sich weit über die Schmerzgrenzen hinaus für seinen Boss [Julius] aufzuopfern.
Sie haben in der Rolle des Charles ein eindrucksvolles Gebiss. Stand das so im Drehbuch? Oder hatten Sie gedacht: Ein paar auffällige Zähne wären schon was Feines?
Charles ohne Gebiss wäre wie ein Rolls Royce ohne die „Flying Emily“.
Sie haben sehr feine Gesten, wirken überaus elegant da auf Schloss Burgeck.
Das hängt unter anderem auch mit diesem Ring zusammen, an dem ein seidenes Einstecktuch festgemacht ist. Janne Birck (Kostüm) hatte die Idee. Wenn ich etwas mit den Händen unterstrichen habe und es flatterte dieses Einstecktuch mit herum, hatte das plötzlich einen ganz eigenwilligen, erlauchten und distinguierten Gestus.
Man kann Ihre Wandlungsfähigkeit nur bewundern. In „(T)Raumschiff Surprise“ waren Sie Schrotty, Jens Maul und der übergewichtige Pulle. Wann spielen Sie mal alle Rollen in einem Film?
Nur wenn ich auch das Catering übernehmen darf. Da ich lieber das Gekochte esse, als es an den Mann zu bringen, müsste mein Team allerdings verhungern. Und ohne Team kein Film. Ein Teufelskreis!
Die Geschichte spielt Anfang des vorigen Jahrhunderts, um 1900 herum. Was haben Sie als Charles machen müssen, um diesen tollen Job bei König Julius dem 111. zu bekommen?
Es war Zufall. Ich – Pardon, Charles – stand in Paris in der Fußgängerzone und hat Frauen geschminkt. Eine Promotionaktion! Und da kam König Julius mit seiner Mutter vorbei, blieb stehen und sagte: „Könnten sie meiner Mutter mal ein freundliches Gesicht schminken“? Charles scheiterte, und die beiden wurden Freunde.
Weilte er zu einem Staatsbesuch in Paris?
Nein, auch er war mit seiner Mutter da. Sie waren beim Einkaufen.
Können Sie mit ein paar Worten das Psychogramm von Charles entwerfen? Kindheit, Jugendzeit? Was hatte er für Leidenschaften? Was waren die Eltern?
Die Eltern waren kulturell sehr bewandert, arbeiteten beide an der Oper. Sie hatten wenig Zeit fürs Kind. Charles fällt dann im Alter von drei Jahren in den Schminktopf der Mutter und richtet sich darin seinen ersten Arbeitsplatz ein.
Wo lebt Charles heute, wenn er nicht für Könige arbeitet?
Im Schminktopf bei seiner Mutter.
Rick, nur noch ein paar Schlussfragen zum Verständnis der Figur. Duscht Charles mit Badehaube?
Oh, mon Dieu. Non. Charles duscht nicht, er badet – in kaukasischer Eselsmilch.
Schläft er viel?
Im Gegenteil. Höchstens drei Stunden. Er steht immer unter Strom. Seine Tätigkeit ist ihm das Wichtigste. Wenn er um sieben einen Termin hat, geht erst gar nicht zu Bett und fängt ab Mitternacht mit der Pflege seines Äußeren an.
Charles hat immer ein wunderbar weißes Sakko an. Wo lässt er reinigen?
Es zu reinigen wäre leicht, es nicht zu verschmutzen – das ist Charles!
Rick Kavanian – Biografie
Wie schon der Nachname andeutet, stammt Rick Kavanian nicht aus einem kleinen niederbayerischen Nest. Seine Vorfahren sind aus Armenien, was seine Eltern aber nicht davon abgehalten hat, ihn in München zur Welt zu bringen, und zwar am 26. Januar 1971, ein paar Monate, bevor Willy Brandt den Friedensnobelpreis erhielt und Louis Armstrong starb, was aber beides keine großen Auswirkungen auf das frühkindliche Gedeihen des kleinen Rick hatte. Nach erfolgreichem Absolvieren des Gymnasiums studierte Rick Kavanian von 1990 bis 1994 Psychologie, Politikwissenschaften und Kulturgeschichte in München. Die Zusammenarbeit mit Michael Bully Herbig begann 1991, was seinem Leben eine entscheidende Wendung brachte. Denn nun konnte er viele seiner Talente zeigen. Doch der junge Münchner wollte mehr: Er ging 1995 nach New York, wo er ein Jahr am Lee Strasberg Theatre Institute Schauspiel studierte. Danach setzte er die Zusammenarbeit mit seinem alten Freund Bully Herbig fort: Sie starteten die „bullyparade“, bei der er von Beginn an als Autor und Schauspieler mitwirkte. Und natürlich war Rick Kavanian auch als Drehbuchautor und Schauspieler am „Schuh des Manitu“ beteiligt. In „(T)Raumschiff Surprise – PERIODE 1“ spielte er gleich drei Rollen (Schrotty, Lord Jens Maul und den Schiffsarzt Pulle) und war erneut als Co-Autor dabei. Ricks Wandlungsfähigkeit kommt in dem neuen, innovativen TV-Format „Bully & Rick“ besonders zur Geltung – die Sketchshow wurde mit dem Comedy-Preis 2005 ausgezeichnet. Eine 2. Staffel „Bully & Rick“ ist abgedreht und wird im Herbst 2006 bei ProSieben ausgestrahlt. Im Herbst 2006 wird Rick Kavanian zum ersten Mal auch mit einem Solo-Programm live auf der Bühne zu sehen sein.
Filmografie (Auszug)
2006/2007 LISSI UND DER WILDE KAISER (Kino, 3-D-Animation, spricht diverse Charaktere)
2006 CARS (Kino, deutsche Stimme „Luigi“)
2006 DAS HÄSSLICHE ENTLEIN UND ICH (Kino, deutsche Stimme „Ratso“)
2005/2006 BULLY & RICK (TV-Serie/2. Staffel, Autor und
Darsteller),
Regie: Michael Bully Herbig
2005 MADAGASCAR (Kino, deutsche Stimme „Zebra Marty“)
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino),
Regie: Sebastian
Niemann
2005 FELIX – EIN HASE AUF WELTREISE
(Kino, deutsche Stimme
„Poltergeist“ und „Nessie“)
2004 (T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1 (Kino),
Regie: Michael
Bully Herbig
2004 HAROLD & KUMAR (Kino, deutsche Stimme von „Kumar“)
2004 BULLY & RICK (TV-Serie, Autor und Darsteller),
Regie:
Michael Bully Herbig
2003 TILL EULENSPIEGEL (Kino, deutsche Stimme von „Magischer Spiegel“)
2003 AUSTIN POWERS – GOLDSTÄNDER (Kino, deutsche Stimme von „Mike Myers“)
2001 ERKAN & STEFAN GEGEN DIE MÄCHTE DER FINSTERNIS (Kino),
Regie:
Axel Sand
2001 FEUER, EIS UND DOSENBIER (Kino),
Regie: Mathias Dinter
2000 DER SCHUH DES MANITU (Kino),
Regie: Michael Bully Herbig
1999 AUSTIN POWERS – SPION IN geheimer MISSIONARSSTELLUNG
(Kino,
deutsche Stimme von „Mike Myers“)
1997-2002 BULLYPARADE (TV, sechs Staffeln à 15 Folgen, Autor &
Darsteller),
Regie: Michael Bully Herbig
Mehr Infos unter: www.rick-kavanian.de
Ellenie Salvo González spielt KONSTANZIA
Seitdem Konstanzia (Ellenie Salvo González) ihren Mann verloren hat, ist sie gezwungen, ihr Geld in Diensten der Gräfin Leonora zu Etepetete zu verdienen. Sie ist eine sympathische, hübsche junge Frau. Doch sie selbst hält nicht allzu viel von sich. Schließlich ist sie nur eine einfache Zofe, die von den adligen Herrschaften gern übersehen wird. Dass sie zudem auch noch die alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen ist, macht die Sache nicht eben einfacher.
Aber Konstanzia jammert nicht; schließlich hat sie schon von ihrer eigenen Mutter gelernt, dass es immer einen Ausweg gibt, wenn man nur guten Mutes ist. Ob ihr unerschütterlicher Optimismus auch bei ihrer heimlichen Schwärmerei für einen gewissen König helfen wird, ist eine andere Frage …
Gespräch mit Ellenie Salvo González
Ihr Name deutet nicht unbedingt darauf hin, dass Ihre Vorfahren schon seit Friedrich II. in Berlin leben. Oder ist dieser schöne Name ein Pseudonym?
Nein, nein, mein Vater stammt aus Chile. Der kam Anfang der siebziger Jahre nach Berlin, wo er zwei oder drei Jahre studieren wollte. Da traf er dann meine Mutter, ein Nordlicht, verliebte sich in sie – und schon war es aus mit seinen Plänen. Ich bin in Berlin gezeugt und geboren worden.
Können Sie gut Spanisch?
Es geht so. Mit meinem Vater hab ich Spanisch gesprochen, mit meiner Mutter Deutsch.
Wo sind Sie aufgewachsen?
In Berlin-Moabit. Ein hartes Pflaster. Hat mich schon geprägt, glaube ich. Wir hatten 60 Prozent Ausländeranteil in der Klasse, bei meinem Bruder, der vier Jahre jünger ist, waren es schon 80 Prozent.
Wann hatten Sie das erste Mal das Gefühl, Schauspielerin werden zu wollen?
Das erste Mal mit zehn. Aber richtig dann mit 21, als ich das zweite Mal in Chile war. Da lag ich am Strand, zwischen den Anden, der salzigsten Wüste der Welt, dem riesigen Pazifik und der prallen Sonne und dachte auf einmal: Mann, jetzt bist du auch nicht mehr die Allerjüngste, jetzt mach mal was aus deinem Leben, kämpf mal für was! Und ich dachte mir: Jetzt wirst du Schauspieler. Und sofort kam auch schon wieder das Teufelchen, der Selbstzweifel, aber ich wusste, ich muss es auf jeden Fall probieren. Da bin ich dann nach Deutschland zurückgeflogen, schon nach drei Monaten, obwohl ich eigentlich ein ganzes Jahr in Chile bleiben wollte.
Und in Berlin haben Sie Schauspielunterricht genommen.
Nee, da hab ich erst mal in einer Coffee-Bar gearbeitet, wo es Milchkaffee und Latte Macchiato gab.
Das ist nicht so ganz ungewöhnlich in einer Coffee-Bar. Warum erwähnen Sie das so?
Ist wohl unterbewusst. Ich hab eine Milchallergie.
War das Ihr erster Job?
Nein, ich hab immer gearbeitet, seitdem ich klein war. Ich hab schon während der Schulzeit Parties organisiert, für einen Apotheker Medikamente mit dem Fahrrad zu alten Leuten gebracht oder in einem Komparsenservice Geld verdient. Für eine Massenszene zum Beispiel hab’ ich 2000 Menschen angerufen und sie zum Casting geschickt
Hatten Sie eine sehr behütete Jugend?
Kann man nicht sagen. Mit 17, also vor dem Abitur, bin ich schon zu Hause ausgezogen.
Warum haben Sie das gemacht?
Das Ausziehen oder das Abitur?
Das Ausziehen.
In meinem ersten Urlaub ohne Eltern war ich mit drei Freundinnen unterwegs in Europa, mit Interrail. Da haben wir uns so gut verstanden, dass wir alle zusammenziehen wollten, was wir dann auch getan haben. Das hat sich natürlich schnell rumgesprochen, wir waren die ersten mit einer eigenen Wohnung. Klar, dass bei uns ständig gefeiert wurde. Ich war dann auch nur noch selten in der Schule.
Das heißt, das Abitur war eine Katastrophe.
Nee, die Noten gingen sogar. Und dann kam ja auch schon bald diese Entscheidung in Chile für die Schauspielerei. Da wars schnell aus mit dem Feiern.
Wie haben Sie sich auf die Schauspielerei vorbereitet?
Parallel zu dieser Coffee-Bar hab ich mir erst mal ein paar Reclam Hefte mit Klassikern gekauft, hab’ ganz viel in Bibliotheken rumgehangen und viel gelesen, weil ich wissen wollte, ob ich was damit anfangen kann.
Und? Konnten Sie?
Ja, es war nicht nur eine romantische Vorstellung. Ich hab nur zweimal in meinem Leben für was gekämpft: einmal, als ich elf war, da wollte ich unbedingt ein Kaninchen haben. Und das zweite Mal, da wollte ich auf die Schauspielschule. Beides hat geklappt.
Das mit dem Kaninchen war vermutlich einfacher.
Ja. Ich hab’ mich an vier Schauspielschulen beworben, hab’ alleine Rollen erarbeitet, habe meine Lampe im Wohnzimmer beschimpft als Jupiterstatue, hab’ Monologe gehalten – kurz: Ich habe auf einmal gebrannt. Das war es, wonach ich so lange gesucht hatte, ich konnte mich selbst kaum bremsen.
An welcher Schule hat’s dann geklappt?
An der UDK in Berlin, der Universität der Künste. War ne gute Schule für mich. Hab sie ja gerade erst fertig gemacht, mit der Diplomarbeit, die ich im April abgegeben habe.
Worüber geht’s in dieser Diplomarbeit?
Über das Verhältnis zwischen Schauspieler und Regisseur, über Manipulationen und Einflüsse, ausgehend von dem Zitat Frederico Fellinis: „Die Puppen sind glücklich, wenn der Puppenspieler gut ist“.
Da passt es ja gut, dass Sie noch während der Schulzeit gleich eine Hauptrolle in einem großen Kinofilm spielen konnten.
Ja, ist gut gelaufen.
Sind Sie eigentlich nervös vor Publikum?
Bühne hab ich nur auf der Schauspielschule kennengelernt, und vor jeder Premiere denk ich: Mein Gott, ich kann nicht Schauspielerin sein, ich halts nicht aus, ich sterbe. Jedes Mal denk ich, ich bin gleich tot, ich zerlauf auf der Bühne, werd’ mich blamieren und bloßstellen. Und dann klappt’s doch immer irgendwie, und es ist der größte Moment, wenn ich diesen Punkt überwinde, wenn ich die Energie bündeln kann und dahin schicke, wo sie hingehört.
Haben Sie als Kind oder als Jugendliche viel gelesen?
Ja, „Die verliebten Riesen“ zum Beispiel oder „Der kleine Vampir“, da hab ich alle Bände verschlungen, dann auch schon „Die Wolke“. Ich bin Gott sei Dank mit Büchern aufgewachsen, nicht mit dem Computer.
Hatten Sie ein Vorbild für die Rolle der Konstanzia, für diese hübsche Frau mit dem guten Herzen und der reinen Seele?
Nicht direkt. Aber ich hab mir in der U-Bahn Mädchen angeschaut, die bescheiden und zurückhaltend wirkten – ich liebe es, Menschen zu beobachten, und wenn sie es nicht merken, sind sie am faszinierendsten. Ich hab dann die Seite, die die Konstanzia in dem Film braucht, in mir gesucht und rausgelassen.
Besondere Erlebnisse bei den Dreharbeiten?
Mein erster Drehtag war gleich mit Hans Clarin. Da hab ich gedacht: Wahnsinn! Mit Hans Clarin! Ich hab mich so klein mit Hut gefühlt.
Und? Lief’s einigermaßen?
Laut Rolle musste ich in der Küche Krebse garnieren. Als ich da reinkam, hab’ ich gleich bei der ersten Probe einen tierischen Hustenanfall bekommen, ich hatte richtig Angst.
Es gibt Schlimmeres.
Hat Sebastian, der Regisseur, auch gesagt. Am ersten Drehtag haben manche Schauspieler überhaupt keine Stimme, übergeben sich, werden blind … (lacht fröhlich) – nein. Und dann war der Hans Clarin so nett, so lieb. Trotzdem glaube ich, dass man meine ersten Drehtage richtig in die Tonne kloppen kann.
Was imponiert Ihnen am meisten bei Gespenstern?
Dass man durch Wände huschen kann, dann kommt man bestimmt nie zu spät – was mir sehr gut tun würde, glaube ich.
Haben Sie einen Unterschied zwischen München und Berlin festgestellt?
Ja, klar. Hier in München ist alles so viel sauberer, schicker. Auf dem Marienplatz hat mich eben eine Frau angesprochen – Mantel, gute Schuhe, sehr adrett – und gefragt: Entschuldigung, haben Sie vielleicht ein wenig Geld für mich? Ich hab erst gar nicht kapiert, dass sie gebettelt hat. Bei uns in Berlin sehen die Leute, die nach Geld fragen, anders aus.
Ellenie Salvo González – Biografie
Es gibt hübsche Menschen, die nichts aus sich machen, weil sie einzig auf ihr Aussehen setzen. Die sterben meist in Schönheit, und das oft schon, bevor das Leben so richtig angefangen hat. Und es gibt attraktive Menschen, mit denen das Leben es gut meint, weil eben nicht alles glatt, bürgerlich und ohne Brüche verläuft. Ellenie Salvo González hat das Glück, zur zweiten Kategorie zu gehören. Sie ist in Moabit, einem Berliner Stadtteil mit dem Charme eines Arbeiterviertels, aufgewachsen, wo der Ausländeranteil sehr hoch ist, und die Kinder in der Schule und auf der Straße sich mehr durchsetzen müssen als woanders. Die Begegnung mit den unterschiedlichen Kulturen bereicherte Ellenie, und als Tochter eines Chilenen und einer Deutschen kam sie auch in den Genuss einer mehrsprachigen Erziehung. Als Jugendliche war sie noch auf der Suche, die Schule langweilte, die ersten Reisen mit Freunden durch Europa waren da spannender. Also zog sie bald von zu Hause aus, als 17-Jährige, noch vor dem Abitur – und die ersten Schritte der Emanzipation begannen. Sie hat viel ausprobiert, hat kein bürgerliches Leben geführt, bis zu jenem Moment in Chile, in dem sie den Entschluss fasste, Schauspielerin zu werden. Und wie so oft, wenn man das Richtige gefunden hat, lief von diesem Augenblick an bei ihr alles in glücklichen Bahnen. Schauspielschule, erste erfolgreiche Schritte auf der Bühne, nebenher Engagements bei diversen Kurzfilm- und Fernsehproduktionen. Ende 2004 dann der Anruf aus München, Sebastian Niemann und Christian Becker wollten sie sehen. Und nach dem Casting die Entscheidung, die sie als absolutes Glück empfindet: Ihre erste Hauptrolle in einer großen Kinoproduktion. HUI BUH hatte gerufen – und Ellenie als Konstanzia war geboren.
Filmografie (Auszug)
2006 IM NAMEN DER BRAUT (Kino), Regie: Peter Gersina
2005 6 WOCHEN ANGST (TV), Regie: Hansjörg Thurn
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino),
Regie: Sebastian
Niemann
2004 SOKO LEIPZIG (TV), Regie: Sebastian Vigg
2004 ALARM FÜR COBRA 11 (TV), Regie: Sebastian Vigg
2003 DIE SITTE (TV), Regie: Sebastian Vigg
2002 IM NAMEN DES GESETZES (TV), Regie: Peter Adam
Kurzfilme
2004 ABSTIEGSSPIEL, Regie: Motte Jansen
2004 THE ALEXA AFFAIR, Regie: Jeta Amata
2002 RAINDROPS KEEP FALLING, Regie: Dennis Jacobsen
2002 LISA, NINA UND DIE NEBENSÄCHLICHSTE WICHTIGKEIT DER WELT, Regie: Simon Assmann
2001 HANK, Regie: Leif Ciupek
2001 DAS MEER UND DIE DUNKELHEIT, Regie: Arno Gross
1995 DIE SCHUHE, Regie: Nicole Nadine Deppé
Mehr Infos unter: www.profiler-agentur.de
Nick Brimble spielt ADOLAR/DAALOR
Ritter Adolar (Nick Brimble) ist ein finsterer Bursche, der sein Land mit eiserner Hand regiert und seine Bauern knechtet. Die Menschen haben so große Angst vor ihm, dass sie seinen Namen nur leise sprechen – wie einen Fluch. Adolar ist ein Hüne, der keine Angst kennt und aus jedem Zweikampf als Sieger hervorgeht. Er hat nur eine Schwäche: Das Glücksspiel. Das wird ihm in jeder gewitterumtosten Nacht schließlich zum Verhängnis …
Nick Brimble – Biografie
Die Schauspielerei lag schon dem kleinen Nick im Blut: Bereits als Kind stand er auf der Bühne, spielte in Fernsehfilmen und Hörspielen, gefördert durch seinen Vater der ein begeisterter Amateur-Schauspieler war. Noch während seiner Schulzeit schloss er sich einer tschechisch-französischen Artisten-Gruppe an, „The White Devils“, die auf dem Hochseil arbeiteten und mit der er mehrere Sommer durch Europa reiste. Danach beendete Nick Brimble seine Ausbildung. Er studierte an der University of Sussex und graduierte in Philosophie und Literatur und wurde alsbald von der Universität von Bagdad als Dozent für englische Literatur berufen. Als ihn die politische Situation in Bagdad zwang nach England zurückzukehren, verbrachte er dort ein weiteres Jahr als Lehrer, bevor er zu seinen Wurzeln und zur Schauspielerei zurück fand. Er arbeitete viele Jahre am Theater, bevor sich sein künstlerischer Schwerpunkt zum Medium Fernsehen verlagerte. So spielte er seit den 70er Jahren in zahlreichen Spielfilmen, und wurde zu einem bekannten und beliebten Künstler – weit über die Grenzen Englands hinaus. Seine international bekannteste Rolle ist die des „Little John“ in Kevin Costners „Robin Hood – König der Diebe“. „HUI BUH – Das Schlossgespenst“ ist Nick Brimbles zweiter Film mit Sebastian Niemann; davor hat er bereits in „Seven Days to Live“ erfolgreich mit ihm zusammengearbeitet.
Filmografie (Auszug)
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino), Regie: Sebastian Niemann
2004 CONTROL (Kino), Regie: Jonathan Baker
2001 A KNIGHT’S TALE (Ritter aus Leidenschaft, Kino), Regie: Brian Helgeland
2000 7 DAYS TO LIVE (Kino), Regie: Sebastian Niemann
1997 GONE FISHIN’ (Kino), Regie: Christopher Cain
1996 LOCH NESS (TV), Regie: John Henderson
1991 ROBIN HOOD: PRINCE OF THIEVES (Kino), Regie: Kevin Reynolds
Mehr Infos unter: www.nickbrimble.co.uk
Hans Clarin spielt den KASTELLAN
Schon seit vielen Generationen dient seine Familie auf Burgeck: Der alte Kastellan (Hans Clarin) gehört zu dem Schloss wie das Inventar. Er entstammt einer alten, schottischen Familie und war stets ein treuer Diener der Könige von Burgeck. Jetzt wacht er über Schloss Burgeck und ist der väterliche Freund von HUI BUH. Er ist der Einzige, dem das Gespenst nichts vormachen kann. Der Kastellan bewahrt selbst in den unmöglichsten Situationen Würde. Trotz seiner etwas steifen Art zeigt er stets menschliche Wärme und Herzensgüte. Als mit Julius der rechtmäßige Erbe von Schloss Burgeck auftaucht, freut er sich von ganzem Herzen: Endlich hat Schloss Burgeck wieder einen König – auch wenn der nicht unbedingt die Sorte König ist, die er sich erhofft hat.
Erinnerung an Hans Clarin
Seine letzte Fahrt durch den geliebten Heimatort Aschau nicht weit vom Chiemsee entfernt hätte ihm gefallen. Die Sonne schien, der Himmel zeigte sich strahlend weiß-blau, zwei Haflinger zogen den Wagen mit dem Sarg von der Kirche zum Friedhof. Es passte alles, es hätte ein Film sein können, es war aber Wirklichkeit: Im Alter von 75 Jahren war Hans „the Voice“ Clarin am 28. August 2005 an akutem Herzversagen im Kreis seiner Familie gestorben – ein würdiger, ein gnädiger, ein leiser Tod nach langer Krankheit.
Und viele erinnerten sich, dass es kaum einen anderen Schauspieler gab, der das Nachkriegsdeutschland so geprägt hatte und einen solchen Bekanntheitsgrad erreicht hatte wie Hans Clarin. Er gab dem Kriminalassistenten Cookie in der Fernsehserie „77 Sunset Strip“ seine kieksende Stimme, er wird bis in alle Ewigkeit unvergessen bleiben als derjenige, der mit seiner krächzenden Kehlkopfstimme Pumuckl unverkennbar gemacht hat, und er wird für alle Zeiten für Millionen Menschen HUI BUH sein, das liebenswürdige Schlossgespenst, für das er seine Stimmbänder in rostig-rasselnde Ketten verwandelte. Kurz: Es war in Deutschland eigentlich unmöglich, als Kind ohne Hans Clarin aufzuwachsen.
Der Schauspieler mit den wasserblauen, blitzenden Augen hatte nie Berührungsängste: Er fühlte sich in den Münchner Kammerspielen oder bei den Salzburger Festspielen ebenso zu Hause wie in zahlreichen Edgar-Wallace- oder Hans-Rühmann-Filmen. Vielleicht ist es gerade das, was ihn so auszeichnete: Der 1929 in Wilhelmshaven Geborene hatte keine Dünkel, gab nichts auf die Unterscheidung in E und U, also in ernste und unterhaltende Rollen, einfach weil er, der Vollblutschauspieler, immer unterhalten wollte, egal wie ernst seine Rolle auch war. Und er wusste, wovon er sprach: Von 1952 bis 1967 gehörte er dem Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels an. Er trat in Klassikern von Shakespeare über Molière bis Nestroy auf, er brillierte als Puck im „Sommernachtstraum“ – und machte in mehr als 120 Film- und Fernsehproduktionen mit, wie zum Beispiel in „Charleys Tante“, im „Wirtshaus im Spessart“, in „Pippi Langstrumpf“ oder in „Max, der Taschendieb“. Nicht auf alles, was er gemacht hat, sei er stolz gewesen, bekannte er an seinem Lebensende, aber er habe, sagte er, wie viele andere erst den Unterschied zwischen Qualität und Popularität lernen müssen.
Es war ein Sonntag gewesen, als die Nachricht von seinem Tod bekannt wurde, und es war ein Moment, in dem viele sich in vergangene Zeiten zurückversetzt fühlten, als man mit ihm und seiner Stimme, mit Pumuckl und HUI BUH die Kindheit verbrachte. Und man erinnerte sich an einen Mann, dessen Leben so gar nicht passte zu seiner Berühmtheit: Er lebte fernab der Großstadt auf einem 400 Jahre alten Bauernhof in dem erwähnten Aschau, den er zum „Freistaat Clarin“ erklärt hatte, wenigstens verkündete das ein Blechschild an seiner Garage. Er war wahrlich ein Kobold: Auf dem Bauernhof lebten mehr als 30 Tiere, darunter ein Hängebauchschwein, das er „DieterThomasHeck“ getauft hatte.
Hans Clarin hatte immer das richtige Maß gefunden, vielleicht hat ihn ja die imposante Kampenwand dieses Maß gelehrt. Sie sieht gewaltig aus, wenn man von Clarins idyllischem Hof hinaufschaut, jeder Mensch fühlt sich in ihrem Angesicht winzig. Hans Clarin liebte diesen Blick. Er wusste, warum.
Filmografie (Auszug)
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino), Regie: Sebastian Niemann
2004 ROSAMUNDE PILCHER – SOLANGE ES DICH GIBT (TV), Regie: Diether Kehler
2003 PUMUCKL UND SEIN ZIRKUSABENTEUER (Kino), Regie: Peter Weissflog
1990-1996 HOCHWÜRDEN-REIHE: u.a. HOCHWÜRDENS ÄRGER MIT DEM PARADIES (TV), Regie: Otto Retzer
1994 PUMUCKL UND DER BLAUE KLABAUTER (Kino), Regie: Horst Schier
1992 PETER UND PAUL (TV-Serie), Regie: Kai Borsche
1985-1993 WEISSBLAUE GESCHICHTEN (TV), diverse Rollen
1982-1989 MEISTER EDER UND SEIN PUMUCKL (TV), Regie: Ulrich König
1969-1973 PIPPI LANGSTRUMPF, diverse Kinofilme & TV-Reihe, Regie: Olle Hellbom
Mehr als 120 Kino- und TV-Filme sowie Fernseh-Serien seit 1952
Martin Kurz spielt Tommy
„Pfui Schmetterling!“ – Da kommt doch wirklich ein kleiner Junge auf Schloss Burgeck! HUI BUH ist entsetzt. Zumal da Tommy (Martin Kurz) überhaupt keine Angst vor ihm zu haben scheint. Im Gegenteil, der mutige kleine Bursche ist restlos begeistert von den alten Korridoren und geheimnisvollen Räumen des alten Gemäuers. Tommy ist 10 Jahre alt. Er ist ein aufgeweckter, frecher Naseweis, der es seiner Mutter Konstanzia nicht immer leicht macht. Vor zwei Jahren hat er seinen Vater verloren. Er vermisst ihn sehr. Als er HUI BUH begegnet, sieht er seine große Chance gekommen: Vielleicht kann das Gespenst ihm verraten, ob sein Papa auch ein Geist ist.
Martin Kurz – Biografie
Schon mit acht Jahren bekam der am 9. Juni 1993 in Freiburg im Breisgau geborene Martin Kurz seine erste Rolle. Er spielte mit in einem Fernsehfilm. Titel: „Schleudertrauma“ (2002). „Ich erinnere mich noch an die Szene, in der ich einen traurigen Jungen dargestellt habe, der für seine tote Mutter einen Teller aufdeckt. Es war ganz still und schön.“ Seitdem spielte er unter anderem in den TV-Filmen „So schnell du kannst“ (2002) sowie „Das Gespenst von Canterville“ (2004). Jetzt, im Jahr 2006, wird Martin Kurz auch in den Kinofilmen „Brinkmanns Zorn“ und „Die wilden Hühner“ zu sehen sein – und natürlich in HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST, wo er sich mit dem gleichnamigen Gespenst anfreundet. Martin Kurz spielt im normalen Leben Gitarre, kann Judo und interessiert sich für Tiere – alles nicht so außergewöhnlich für einen mittlerweile 13-jährigen Jungen. Aber wie immer man es auch dreht und wendet: Er hat seine Berufung gefunden, er kann sich gut vorstellen, auch in Zukunft Schauspieler zu sein.
Filmografie (Auszug)
2005 DIE WILDEN HÜHNER (Kino), Regie: Vivian Naefe
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino), Regie: Sebastian Niemann
2004 BRINKMANN’S ZORN (Kino), Regie: Harald Bergmann
2004 DAS GESPENST VON CANTERVILLE (TV), Regie: Isabel Kleefeld
2003 SEIN ERSTER FISCH (TV), Regie: Ute Wegmann
2002 MÜNSTER TATORT: FAKTEN, FAKTEN (TV), Regie: Susanne Zanke
2002 SO SCHNELL DU KANNST (TV), Regie: Vivian Naefe
Mehr Infos unter: www.agenturschwarz.de
Wolfgang Völz spielt
Major Servatius Sebaldus
Servatius Sebaldus (Wolfgang Völz) ist ein strammer preußischer Major a.D. Mit militärischem Drill bringt er Ordnung in das Chaos der Geisterbehörde. Als Leiter der Abteilung für Spukprüfung und Lizenzverwaltung hat er schließlich eine wichtige Aufgabe: Er ist es, der über Wohl und Weh derjenigen Geister entscheiden muss, die nicht gruselig sind. Hinter der polternden Stimme und dem strengen Befehlston verbirgt sich allerdings ein gutherziger Geist, der stets Gnade vor Recht ergehen lässt.
Wolfgang Völz – Biografie
Wolfgang Völz ist ein Grandseigneur, der Weisheit, Wärme, Charme und Schalk verbindet wie kein zweiter. Er hat eine Karriere, die ähnlich der von Hans Clarin weit zurückreicht in die Ursprünge der Bundesrepublik: Er hat zum Beispiel in zwei Edgar-Wallace-Verfilmungen mitgewirkt, unter anderem in „Der grüne Bogenschütze“. Insgesamt umfasst die Filmographie des 1930 in Danzig geborenen Völz etwa 150 Kino- und 600 Fernsehfilme. Ohne Übertreibung kann man dank seiner Rollen in „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ oder in „Raumpatrouille Orion“ und der Synchronisation von Käpt’n Blaubär auch heute noch mit Fug und Recht behaupten: Völz ist Kult. Immerhin hat er auch als Polizist in seinen Filmen Karriere gemacht: In seinen Edgar-Wallace-Filmen war er nur Sergeant, in „Der Wixxer“ war er dann immerhin schon Chef von Scotland Yard. Jetzt aber, bei HUI BUH, ist er ganz oben angekommen: Er ist einer der wichtigsten Männer bei der Geisterbehörde.
Filmografie (Auszug)
2006 NEUES VOM WIXXER (Kino), Regie: Cyrill Boss & Philipp Stennert
2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino),
Regie: Sebastian Niemann
2004 DER WIXXER (Kino), Regie: Tobias Baumann
1966/2003 RAUMPATROUILLE ORION (TV-Serie, 2003 Kino),
Regie: Mario de Monti
1999 KÄPT’N BLAUBÄR – DER FILM (Stimme von Käpt’n Blaubär)
1967-77 GRAF YOSTER (TV-Serie), Regie: Jean Herman, Rudolf Jugert
1962 STAHLNETZ – IN JEDER STADT (TV-Serie), Regie: Jürgen Roland
1960 DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE (Kino), Regie: Fritz Lang
Buch und Regie Sebastian Niemann
Der gebürtige Lüneburger (Jahrgang 1968) begann 1994 sein Studium an der „Hochschule für Fernsehen und Film“ in München. Mit seinem dort entstandenen Kurzfilm VERFOLGER gewann Sebastian Niemann im Rahmen des „International Festival of Fantasy, Horror & Science Fiction“ in Brüssel, den special Prize of the european Television Channels. Zusammen mit Rainer Matsutani verfasste er das Drehbuch zu der Fantasy-Komödie NUR ÜBER MEINE LEICHE (1995) mit Katja Riemann und Christoph M. Ohrt und inszenierte „Das Spiegelbild“, die dritte Episode des TV-Films GEISTERSTUNDE (1997) mit Jan Niklas und Corinna Harfouch in den Hauptrollen. Danach drehte Sebastian Niemann 1998 den Pro Sieben Mystery-Thriller DAS BIIKENBRENNEN mit Christoph M. Ohrt und Anja Kling, bei dem er sich zum ersten Male mit dem Produzenten Christian Becker (damals mit Thomas Häberle unter ‘Indigo Filmproduktion’) zusammentat. 2000 folgte sein erster internationaler Spielfilm: 7 DAYS TO LIVE mit Amanda Plummer, Sean Pertwee und Nick Brimble. 2002 entstand DAS JESUS VIDEO, ein Event-Abenteuer-Thriller in zwei Teilen nach dem Bestseller von Andreas Eschbach – in den Hauptrollen Matthias Koeberlin und Naike Rivelli. Die Dreharbeiten zu HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST fanden 2005 in Prag statt – jetzt kommt die aufwändige Produktion endlich ins Kino und Sebastian Niemann arbeitet bereits an einer Fortsetzung ...
Filmografie Regie (Auswahl)
2005/2006 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino)
2002 DAS JESUS VIDEO (TV)
2000 7 DAYS TO LIVE (Kino)
1999 BIIKENBRENNEN – DER FLUCH DES MEERES (TV)
1997 GEISTERSTUNDE – FAHRSTUHL INS JENSEITS (TV)
1994 VERFOLGER (Kurzfilm)
Filmografie Drehbuchautor (Auswahl)
2004 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino)
2002 DAS JESUS VIDEO (uncredited, TV)
2001 KILLING IS MY BUSINESS, HONEY (Kino)
1997 GEISTERSTUNDE – FAHRSTUHL INS JENSEITS (TV)
1995 NUR ÜBER MEINE LEICHE (Kino)
Mehr Infos unter: www.sebastian-niemann.de
Buch Dirk Ahner
Geboren am 12. September (1973) in Horb am Neckar im Schwarzwald. 1978 Umzug nach Bayern, dort Schulausbildung an einem Humanistisch-Neusprachlichen Gymnasium in Neumarkt in der Oberpfalz.
Abitur 1993, anschließend Zivildienst im Krankenhaus Rummelsberg auf einer Orthopädischen und einer Inneren Station. 1994-1996 mehrere Praktika im Film- und Fernsehbereich. Im Anschluss daran (trotz nicht bestandenem Latinum) Beginn des Studiums an der Ludwigs-Maximilians-Universität München in den Fächern Germanistik, Theaterwissenschaft und Neuere Geschichte.
1996-2002 Mitarbeit an mehreren Kurzfilmen, Regie beim Studententheater sowie 1999 Regie beim ersten eigenen Kurzfilm ‘Der Pakt’. Trotz zahlreicher Nebenbeschäftigung 2003 Abschluss der Studentenzeit mit dem Magister. Seit 1999 als Drehbuchautor in München tätig.
Filmographie (Auswahl)
2004/2005 HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST (Kino)
2004 DOPPELTER EINSATZ (TV)
2003 FOREVER YOU (TV)
2002 THE ENTRY (Kino)
2001 KILLING IS MY BUSINESS, HONEY (Kino)
1999-2003 DIE CLEVEREN (TV – diverse Bücher)
1999 7 DAYS TO LIVE (Kino)
Mehr Infos unter: www.dirkahner.de
Idee und Figur Alexander-Burgh
Eberhard Alexander-Burgh wurde 1929 in Berlin geboren. Von 1954 an war er freischaffender Schriftsteller, vorwiegend für Kinder- und Jugendliteratur. Bisher veröffentlicht: Mehr als 1500 Funksendungen im In- und Ausland, 15 Fernsehsendungen, 25 Bücher und mehr als 90 Tonträger unter dem Label EUROPA.
Als erster deutschsprachiger Kinderbuchautor wurde Eberhard Alexander-Burgh mit einem Platin-Tonträger ausgezeichnet, außerdem erhielt er bereits sieben goldene Tonträger.
Bereits während des Zweiten Weltkriegs erzählte er anderen Kindern im Krankenhaus Geschichten, um sich Extra-Rationen Essen zu verdienen. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und arbeitete anschließend in einer Bank.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit veröffentliche Burgh sein erstes Märchen, „Der dicke Sultan und sein Wunderturm“, das 1954 einen Preis gewann und für das Radio produziert wurde. Es folgte das erste Hörspiel, „Die Lügenprinzessin“, das über 30 Mal im In- und Ausland gesendet wurde. Burgh gab seinen Job in der Bank auf und widmete sich fortan voll und ganz dem Schreiben.
Der große Durchbruch folgte mit der erfolgreichen Hörspiel-Serie „HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST“, die seit Ende der sechziger Jahre vom Plattenlabel EUROPA mit 23 Episoden veröffentlicht wurde.
Weitere bekannte Buch- und Hörspielreihen von ihm sind „Die Hexe Schrumpeldei“, „Simba, der schüchterne Löwe“ sowie „Meister-Detektiv Hieronimus Neunmalklug“.
Die Idee für den charakteristischen Namen des lustigen Gespenstes kam Burgh, als er sich an seine eigene Kindheit zurückerinnerte: „Plötzlich fiel mir ein, dass wir uns als Kinder oft im dunklen Keller gegenseitig mit den Rufen ‘hui buuuh’ erschreckt hatten. So taufte ich mein Schlossgespenst HUI BUH!“
Eberhard Alexander-Burgh starb Ende Oktober 2004 in Berlin und hinterließ ein Großteil seines Vermögens Berliner Waisenhäusern.
Bisher erschienene
„HUI BUH“-Episoden
1 – HUI BUH, das Schlossgespenst
2 – HUI BUH in neuen Abenteuern
3 – HUI BUH spukt lustig weiter
4 – HUI BUH und das Geheimnis im Burgbrunnen
5 – HUI BUH und die große Spukshow
6 – HUI BUH fährt Geisterkarussell
7 – HUI BUH und der schaurige Punkt
8 – HUI BUH und der Gruseltanz
9 – HUI BUH und die Geisterjäger
10 – HUI BUH und das verschwundene Schloss
11 – HUI BUH in der alten Poltermühle
12 – HUI BUH und das unheimliche Feuerross
13 – HUI BUH und die geraubte Ahnfra
14 – HUI BUH und die unheilvolle Burgfehde
15 – HUI BUH im dunklen Mitternachtswald
16 – HUI BUH und die schauerliche Verwünschung
17 – HUI BUH und das wilde Geisterheer
18 – HUI BUH und der rabenschwarze Dämon
19 – HUI BUH und die Schreckensnacht
20 – HUI BUH in der Teufelsschlucht
21 – HUI BUH in der Gruselschlucht
22 – HUI BUH und die Irrlichter im Moor
23 – HUI BUH und das furchtbare Phantom
Neu: HUI BUH – Das Schlossgespenst
Original Hörspiel zum Kinofilm (Europa)
RAT PACK Filmproduktion
Die RAT PACK Filmproduktion GmbH ist ein Filmproduktionsunternehmen, das sowohl die Bereiche Kinofilm als auch TV-Movies und internationale Event-Produktionen bedient.
Der Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer Christian Becker verfügt bereits seit seinem Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) über beste Kontakte zu jungen Regie- und Drehbuchtalenten. In seiner Eigenschaft als Gesellschafter/Geschäftsführer der INDIGO FILMPRODUKTION GmbH und der BECKER & HÄBERLE FILMPRODUKTION GmbH hat er bereits seit 1997 diese Kontaktfelder über die letzten Jahre ausgebaut und eine hochmotivierte Truppe kreativer Kräfte zusammengestellt.
Unter F.A.M.E. Film & Music Entertainment AG führten Christian Becker und Thomas Häberle ihre Firmen mit Curt Cress (Artforce Musikverlage) sowie Michael Bischoff (mb Medienvertriebs GmbH) zusammen und brachten diese AG im August 2000 an den Neuen Markt Frankfurt.
Die kaufmännische Leitung hat die Gründungsgesellschafterin und Co-Geschäftsführerin Anita Schneider übernommen. Sie greift zurück auf eine jahrelange Erfahrung in der Branche bei Firmen wie Bavaria Film, ProSieben Sat1 Media AG und Indigo Film/F.A.M.E. AG, in denen sie bereits im kaufmännischen Bereich und Controlling tätig war.
Als weiterer Co-Geschäftsführer wurde GERO WORSTBROCK eingesetzt, der bereits seit Jahren als Prokurist in der Rechtsabteilung der Constantin Film AG tätig war und nun neben dieser Tätigkeit das Unternehmen mit seinem langjährigen Know-how im Bereich der nationalen und internationalen Filmfinanzierung unterstützt.
Das Team der RAT PACK produzierte unter der Indigo Filmproduktion und der Becker & Häberle Filmproduktion in den letzten Jahren über 15 Kino- und TV-Spielfilme wie Bang Boom Bang, Kanak Attack, Ratten, Was nicht passt …, 7 Days To Live oder Das Phantom, die unter anderem mit Preisen wie dem VFF Produzenten Preis/Bayerischer Filmpreis, dem renommierten Grimme-Preis, dem Cinema-Jupiter und dem 3.Sat Zuschauer-Preis ausgezeichnet wurden.
Einige ausgewählte abgeschlossene Produktionen der RAT PACK und deren Schwesternfirma WESTSIDE sind zum Beispiel Der WiXXer (Regie: Tobi Baumann), Event-Produktionen wie Das Jesus Video (Regie: Sebastian Niemann) und Das Blut der Templer (Regie: Florian Baxmeyer), ALLES GETÜRKT (Regie: Yasemin Samdereli), Ratten II (Regie: Jörg Lühdorff), die Senator-Produktion Jazzclub (Regie: Helge Schneider), GOLDENE ZEITEN (Regie: Peter Thorwarth) oder DIE PROSIEBEN MÄRCHENSTUNDE.
Ausserdem produziert das Team der RAT PACK seit längerem sehr erfolgreich die Sitcom-Serie Was nicht passt, wird passend gemacht nach dem gleichnamigen Kurz- und Kinofilm, die Kult-Fernseh-Show KALKOFES MATTSCHEIBE oder seit kurzem die ProSieben-Telenovela LOTTA IN LOVE.
RAT PACK hat einerseits junge, andererseits aber auch bewährte und sehr erfahrene Regisseure wie Peter Thorwarth („Bang Boom Bang“, „Goldene Zeiten“), Sebastian Niemann („Das Jesus Video“, „7 Days to live“) oder Dennis Gansel („Das Phantom“, „Napola“) kreativ an sich gebunden.
In diesem Pool von Kreativ-Kräften, der von den Producerinnen/Stoffentwicklerinnen Nina Maag und Lena Olbrich sowie dem Ausf. Produzenten MATHIAS LÖSEL geleitet und von dem Herstellungsleiter JENS OBERWETTER überwacht wird, entstehen durch permanenten Ideenaustausch ständig neue Projekte, die sozusagen im Haus und daher mit extrem kurzen Kommunikationswegen gemeinsam weiterentwickelt werden.
Die Schlüsselpersonen dieses Pools kennen sich trotz ihres vergleichsweise jungen Alters bereits seit Jahren, arbeiten ohne die üblichen Ego-Probleme in flexiblen Teams und können so sehr schnell zu professionell entwickelten, produktionsfertigen Stoffen gelangen.
Die Zusammenarbeit mit dem Gesellschafter Constantin Film AG sichert diese Arbeitsweise ab.
Inhaltlich bewegen sich die so entstandenen Stoffe zum größten Teil auf Genre-Ebenen, die von den meisten anderen deutschen Filmproduktionsfirmen wenig bis gar nicht bedient werden: High-Concept-Thriller, Action- und Gruselfilme sowie Milieu-Komödien.
Mehr Infos unter: www.ratpack-film.de
CA Scanline
Derzeit wird in den Räumen von CA Scanline das Schlossgespenst HUI BUH, das im Sommer 2006 über die Kinoleinwand geistert, in mehr als 460 VFX Einstellungen zum Leben erweckt.
CA Scanline Production wurde 1989 von Stefanie Stalf und Thomas Zauner gegründet und ist seitdem im Bereich Visual FX, Computeranimation und TV Design tätig. Scanline ist auf alle Arten photorealistischer Computeranimationen, insbesondere von natürlichen Phänomenen wie Wasser- und Feuer spezialisiert und gehört zu den führenden Effekthäusern in Deutschland.
Im Rahmen der Arbeiten an diversen Projekten entwickelte CA Scanline die Fluid Dynamics Software „Flowline“. Mit dieser Software wird auch in der Londoner Firma Moving Picture Company gerade an einer großen Major Studio Produktion gearbeitet, die im Sommer 2006 in die Kinos kommt.
Scanline realisierte unter anderem die Visual Effects von Kinofilmen wie „Wilde Kerle 1 & 3“, „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“, „Der Untergang“, „Der Schuh des Manitu“, „Nirgendwo in Afrika“, „Bibi Blocksberg 1 & 2“. Scanline arbeitet auch im TV-Film Bereich innovativ und realisierte 2005 unter anderem für den ZDF Zweiteiler „Dresden“ mehr als 100 Effectshots und überflutete mit virtuellen Wassermassen die Straßen von Hamburg für das Event-Movie „Die Sturmflut“ (RTL). Bis 2007 entsteht bei Scanline der computergenerierte neue Film von Michael Bully Herbig „Lissi und der wilde Kaiser“.
Mehr Infos unter: http://www.scanline.de
T R I X T E R
T R I X T E R s Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung und Produktion von international hochwertigen Animationsfilmen und TV Serien sowie Werbespots mit Animationen, egal ob klassischer Zeichentrick oder Last State Of The Art Computer Animation. Der Schwerpunkt liegt dabei meistens auf den Figuren – so enstand hier die Figur HUI BUH, aber auch z. B. der Animationsfilm „Heavy Metal 2000“ (für Columbia Tristar, USA) oder die Fernsehserie „Hexe Lilli“ (für BBC, WDR u. TVÉ).
Als aktuelle reine Auftragsarbeiten entstanden bei T R I X T E R „Das Gespenst von Canterville“ (für ROXYFILM, SAT1), „Das total verrückte Wunderauto“ (für BAVARIA FILM, SAT1) eine Vielzahl von Werbespots für Ferrero, Haribo und Nestlé sowie z.B. auch ein Live-Auftritt der Computer-animierten „Barbie“ bei Günther Jauchs „Stern TV“ für RTL.
Im Team von T R I X T E R arbeiten immer wieder Künstler aus dem In- und Ausland, die an großen Kinoprojekten in den USA, England und Neuseeland mitgewirkt haben.
T R I X T E R ist eine unabhängige Animationsfilmfirma in München. 1998 von Michael Coldewey gegründet und seit 2000 gemeinsam mit Simone Kraus geführt.
Eure Meinung zu "Hui Buh"

