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Die Herzogin Film Trailer

FSK Film: 12 | Länge: 110 Min | Kinostart: 26.03.2009 | DVD/BD: 28.07.2009 (DVD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Ralph Fiennes, Keira Knightley, Charlotte Rampling, Dominic Cooper

Die Story:Ihre Abenteuer- und Lebenslust machten sie berühmt und berüchtigt: Georgiana Spencer (Keira Knightley) wird jung von ihrer Mutter (Charlotte Rampling) mit dem einflussreichen Herzog von Devonshire (Ralph Fiennes) verheiratet. Doch schon bald fühlt sie sich gefangen in der Ehe mit dem eiskalten Herzog. Die lebenshungrige Georgiana findet Trost in ihrer Rolle als politische Aktivistin, Schönheitsideal und Fashion-Ikone. Je mehr sie von allen geliebt und bewundert wird, desto mehr zieht sich der Herzog von ihr zurück. Er bevorzugt die beste Freundin seiner Frau, Lady Bess Foster, und zwingt Georgiana zu einer Ménage-à-trois. Gedemütigt und unglücklich begibt sich Georgiana auf die Suche nach ihrem eigenen Glück – und begegnet auf dem Weg der wahren Liebe.




Eure Meinung zu "Die Herzogin"



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Eure Kommentare zu "Die Herzogin":

Lalo @ Schmiddi Ich mag die Filme auch nicht besonders, dennoch ist Keira Knightley eine hervorragende Schauspielerin ! Sie passt super in die Rolle ! das der film langweilig ist.. keine frage ^.^ Trotzdem , ist Geschmackssache !

Schmiddi Ich hasse solche langweiligen Korsettschnulzen, und ganz besonders wenn die magersüchtige bolemiekranke Keira Knightley die Hauptrolle spielt. Da kann man garnicht hinkucken! Furchtbar. Hoffentlich macht Ralph Fiennes den Film einigermaßen erträglich. Gottseidank werde ich es nie erfahren!

 




♥: Keira Knightley und Ralph Fiennes liefern Topleistungen, für die Kostüme gabs einen Oscar.
−: Für Geschichtsfans nimmt die Lovestory zu viel Platz ein. Das Ende kommt etwas überraschend

In einer Zeit , in der Frauen so gut wie keine Rechte hatten war sie dennoch einflußreich und wurde in ganz England bewundert: Gergiana, die Herzogin von Devonshire war die Lady Di des 18. Jahrhunderts. Und das gilt nicht nur für den Glamourfaktor sondern auch für das tragische Privatleben. Es ist pure Ironie der Geschichte , dass Georgiana auch noch eine direkte Vorfahren der Princess of Wale war.

In einer turbulenten Zeit in der die USA um die Unabhängigkeit kämpften und Frankreich auf eine Revolution zusteuerte, war sie im Zentrum der Macht, in England, mit dem zweitmächtigsten Mann des Empire verheiratet und hatte eine Affäre mit dem späteren Premierminister Charles Grey, während sie feierte was das Zeug hielt und gleichzeitig als Stilikone modisch den Ton angab.Das ist so als wäre Lady Gaga 2008 mit George Bush verheiratet gewesen und hätte eine Affäre mit Barack Obama gehabt. Zweifellos eine hochinteressante Frau, die mindestens einen Film verdient hat.

Der relative Regie-Newcomer Samuel Dibb hat daraus einen Historienstreifen geschneidert, dass sowohl Freunde von Kostümschinken als auch Fans gediegener Dramen bestens bedient. Die Hauptrollen sind dabei mit Keira Knightley und Ralph Fiennes ansehnlich und hochklassig besetzt.

Schon in der ersten Szene bringt der Film die Distanz zwischen den beiden Protagonisten auf den Punkt gebracht. Während die 17-jähriger in einer grünen Parklandschaft herumtollt und ihre Verehrer als Rennpferde zweckentfremdet, sitzt der deutliche ältere Duke im düsteren Herrenhausund handelt mit Georgianas Mutter die Ehebedingungen aus. Die hat dabei kein Problem , ihre Tochter wie Zuchtvieh anzubieten. Männliche Nachkommen seien in ihrer Familie quasi garantiert.


In billigeren Dramen würde sich nun die gekaufte Braut sträuben, weil sie ihr Herz an einen mittellosen Jugendfreund verloren hat. Da ist "Die Herzogin" erfreulich anders und einfach  realistischer. Georgiana freut sich über die lukrative Partie. Der Herzog ist unvorstellbar reich, mächtig  und auch durchaus ansehnlich. Der Rest wird sich schon finden. Und wenn nicht, dann schenkt Frau dem Gatten halt einen Sohn und hat ihre Ruhe. Der Duke denkt ähnlich pragmatisch. Schon die vielen Häkchen an den Kleidern seiner Frau entnerven ihn. Alles zu kompliziert. Und der Sex ist allein zielgerichtet und so gefühlvoll wie ein Arzttermin.

Dummerweise will sich der männliche Erbe nicht einstellen. Und das ist natürlich die Schuld der Frau. Der Herzog lässt seinen Frust an seiner Frau aus - und tobt sich dafür lieber bei Zimmermädchen und Mägden aus. Das uneheliche Kind das dabei entsteht ist allerdings auch "nur" ein Mädchen. Und Georgiana musst nicht nur die Affären ihres Mannes ertragen, sie soll auch noch das uneheliche Kind großziehen, nachdem dessen Mutter gestorben ist.

Ein kleiner Trost für die junge Frau sind ihre Kinder - zu denen sie bald auch ihre Halbtochter zählt. Aber noch mehr Zerstreuung findet sie in der besseren Londoner Gesellschaft. Mit ihrer Schönheit, ihrem Charme und ihrem extravaganten Look beherrscht sie die Bälle und die auch damals schon existierenden Klatschblätter. Ein herrliches Details sind die Zeichner , die ihr auf Schritt und Tritt folgen - die Paparrazzi des 18.Jahrhunderts.

In London trifft Georgiana dann auch auf einen alten Bekannten, Charles Grey der inzwischen an seiner politischen Karriere feilt. Dabei ist der Glanz von Georgiana ganz und gar nicht hinderlich. Doch die beiden kommen sich auch privat wieder näher. Aber was für Männer erlaubt ist, dass gilt noch längst nicht für Frauen. Der Herzog verlangt ein Ende der skandalösen Beziehung.

Die “Herzogin” ist ein opulentes Sittengemälde der britischen Oberschicht, das natürlich mit luxuriösen Locations und üppigen Kostümen die Sinne verwöhnt, wie es sich gehört. Das verstellt aber nie den Blick auf die feinen schauspielerischen Leistungen, die man auch zu sehen bekommt. Keira Knightley, kann sich offensichtlich sehr gut in eine Frau einfühlen, die zwischen öffentlichem Druck und der Ehehölle zerrieben wird. Auch Georgiana soll angeblich magersüchtig gewesen sein…

Ralph Fiennes schafft es erfreulicherweise, seine Figur nicht zum Klischee werden zu lassen. Der Herzog ist ein Scheusal mit menschlichen Zügen, der als Mann seiner Zeit wohl gar nicht anders kann. Gefühle zu zeigen und zu erkennen ist für ihn nicht möglich. Fiennes spielt diesen emotionalen Krüppel aber dennoch feinfühlig und nuanciert. Seine Verbohrtheit kann man zumindest ein Stück weit nachvollziehen und seine soziale Imkompetenz bemitleiden.

Ein bißchen blass bleibt dagegen Dominic Cooper als Liebhaber der Herzogin. Die Anziehung zwischen ihm und Keira Knightley ist nie so ganz nachvollziehbar. Andererseits hat er durchaus Ähnlichkeit mit seinem historischen Vorbild und wenn man für die Rolle einen besser Aussehenden gewählt hätte, könnte das zu sehr danach aussehen, als wollte der Film nur schöne Menschen vorführen.

Leider ist das Bild der Bluray nur durchschnittlich und meist etwas milchig. Dafür gibts ein paar interessante Extras über die reale Herzogin. Und selbst die Interviews mit den Darstellern erschöpfen sich nicht in Selbstbeweihräucherung.

DER KICK
Aufwändige Historienfilme produziert England am laufenden Band. Von den regelmäßigen Jane-Austen-Verfilmungen , über die Porträts des Königshauses (von “Die Schwester der Königin” über “Elizabeth” bis “Young Victoria”) bis zu kaum weniger prächtigen TV-Ereignissen wie “Die Tudors”. Regelmäßig hagelt es dafür Oscars zumindest für die Kostüme und Kulissen und fast immer sind dabei auch exzellente Schauspieler am Start.

In dieser illustren Gesellschaft kann sich “Die Herzogin” dennoch locker in der Spitzengruppe behaupten. Die wahre Geschichte ist schließlich auch ohne dramatische Kunstgrippe packend, das Drehbuch dennoch nuanciert und die Darsteller perfekt besetzt und engagiert dabei. “Die Herzogin” ist damit viel mehr als ein “Frauenfilm” mit Herzschmerz und schicken Ballkleidern: Ein edles,  Historiendrama nach der wahren Geschichte einer außerordentlichen Frau, exzellent ausgestattet und gespielt und von erstaunlicher Aktualität. 



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht