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Gegen Jeden Zweifel Film Trailer

FSK Film: 12 | Länge: 109 Min | Kinostart: 04.02.2010 | Release: 02.09.2010 (DVD)
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Schauspieler:Jesse Metcalfe, Amber Tamblyn, Michael Douglas, Orlando Jones, Joel David Moore

Die Story:MARK HUNTER, der so joviale wie hartgesottene Staatsanwalt mit Aussicht auf den nächsten Gouverneursposten, kann auf eine beeindruckende Bilanz an rechtskräftig verurteilten Gesetzesbrechern zurückblicken. Der misstrauische und bei seinem Lokalsender unterforderte Fernsehreporter C.J. NICHOLAS ist allerdings überzeugt davon, dass der aalglatte Hunter die bei Gericht bei Mordfällen vorgelegten DNA-Beweise zu seinen Gunsten fälscht. Um diese brisante Theorie zu beweisen, manipuliert der ehrgeizige und für eine sozialkritische Reportage ausgezeichnete Journalist seinerseits Beweismittel. Als Hauptverdächtiger will er so im aktuellen Mordfall an einer farbigen Prostituierten ins Visier der Justiz geraten, um Hunters Vorgehensweise zu entlarven. Zum Selbstschutz und zur Absicherung hat Nicholas Kumpel und Kollege COREY FINLEY ihr investigatives Vorgehen auf Video dokumentiert. Der Pulitzer-Preis scheint zum Greifen nahe... Doch Staatsanwalt Hunter findet heraus, dass er hereingelegt werden soll. Als Nicholas Kollege Corey in der alles entscheidenden Gerichtsverhandlung das belastende Material vorführen will, wird er von Hunters brutalem Handlanger MERCHANT, selbst ein hochrangiger Polizist, kurzerhand außer Gefecht gesetzt. Auf Basis der gefälschten Beweise befinden die Geschworenen Nicholas für schuldig und er wird nach dem Gesetz des Staates Louisiana zum Tode verurteilt. Nun hat Nicholas nur noch zwei Menschen, die ihm jedoch zunächst zweifelnd zur Seite stehen: Hunters Assistentin ELLA CRYSTAL ist zugleich Nicholas’ Freundin. Sie will einerseits nicht wahrhaben, dass ihr Geliebter ein Mörder ist, andererseits ist Ella ihrem Chef gegenüber äußerst loyal. Deshalb kann sie trotz Nicholas’ verzweifelter Beteuerungen zunächst nicht an die Manipulationen des Staatsanwalts glauben. Erst als sie von Hunters korrupten Komplicen Merchant bedroht wird, wird ihr klar, in welch gefährlicher Situation sie sich befindet. Außerdem nimmt der unbestechliche Detective BEN NICKERSON, der dem Journalisten Nicholas früher die eine oder andere hilfreiche Info zugesteckt hat, eigene Nachforschungen auf. Wegen der manipulierten Beweislage zum Mord an der Prostituierten hatte er den jungen Reporter zwar verhaften müssen, doch Nickerson glaubt immer weniger an die Schuld des Verurteilten – zu perfekt erscheinen ihm die im Gericht vorgelegten Indizien. Doch Staatsanwalt Hunter scheint letztlich alle Trümpfe in der Hand zu halten. Sein größter Konkurrent Nicholas sitzt im Gefängnis, und die Zeit bis zur anberaumten Todesstrafe läuft unerbittlich ab.

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Film-noir-Gefühl
„Vor knapp zwanzig Jahren“, erinnert sich Peter Hyams, „drehte ich den Film NARROW MARGIN – 12 STUNDEN ANGST, dessen Story auf einer alten RKO-Vorlage basiert.“ Mit diesem Projekt, in dem Gene Hackman, Anne Archer und J.T. Walsh mitspielten, bekam Hyams – bis dato vor allem bekannt als Regisseur actionreicher Science-Fiction- Abenteuer wie UNTERNEHMEN CAPRICORN, OUTLAND – PLANET DER VERDAMMTEN und 2010 – DAS JAHR IN DEM WIR KONTAKT AUFNEHMEN – einen ersten Vorgeschmack auf die gelungene Kino-Renaissance der berühmten „Schwarzen Serie“ Hollywoods. Ein Resultat dieses erfreulichen Projekts war: „Ich konnte eine solide Beziehung zu Ted Hartley und RKO herstellen. Ted war auch der Meinung, dass ich einen weiteren Film mit RKO machen sollte; ich könne mir sogar den Stoff selbst aussuchen.“ So fand ich 1990 in den RKO-Archiven eine bislang unentdeckte Kopie von Fritz Langs BEYOND A REASONABLE DOUBT und war rasch davon überzeugt, meinen neuen Filmstoff in den Händen zu halten.” Als ehemaliger Journalist fühlte sich Hyams von der Geschichte über einen kämpferischen Journalisten, der einen überambitionierten Staatsanwalt zu Fall bringen will, sehr angezogen. Allerdings war ihm klar, dass er den alten Filmstoff umschreiben müsse, um ihn an die heutigen Zeit- und Lebensumstände anzupassen.

„Das Originalscript hat mir so überhaupt nicht gefallen“, so Hyams. „Es erzählte hauptsächlich aus der Perspektive von Anwälten – es war ein ganz anderer Filminhalt. Als Ted Hartley mir bald darauf mitteilte, dass ein anderer Regisseur sich mit der Verfilmung befasse, hatte ich daher überhaupt keine Einwände und ließ ganz offiziell die Finger davon. Allerdings schien sich daraufhin in den kommenden drei, vier Jahren nichts zu bewegen. Im Kino wartete ich vergebens darauf, den fertigen Film zu sehen.“

Für einen renommierten Filmemacher wie Hyams, der bislang als Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann gearbeitet hat, ist es nur ein kleiner Schritt, auch noch die Aufgaben eines Produzenten zu übernehmen. Als wenige Jahre später erneut ein Anruf von RKO kam, war es keine große Sache, dass die Credits für GEGEN JEDEN ZWEIFEL Hyams mit einem „Produziert von“ ausweisen. Mit dieser zusätzlichen Option konnte er sich voll und ganz diesem Projekt widmen: „Ich wollte endlich wieder einen Film machen, der nicht so effekthascherisch und überladen daherkommt wie meine Vorgängerprojekte. Es sollte ein guter alter Thriller im Stil des klassischen Film noir mit neuen Schauspielergesichtern werden.“

Hyams musste Douglas Morrows Originalstoff aus den fünfziger Jahren komplett umschreiben, um in der Story moderne Elemente wie DNA-Beweisführung oder zeitgemäße Recherchetools wie das Internet unterzubringen. Außerdem musste die Rolle der Hauptfigur C.J. Nicholas, verkörpert von dem jungen Schauspieler Jesse Metcalfe, ausgebaut werden. Am Ende schälte sich ein Filmstoff heraus, der ganz zeitgemäß ist. „Dieser Film, der im Fokus junge Menschen und Journalismus zusammenführt, fasziniert vor allem mit seiner Aussagekraft. Er handelt von Gier und Leidenschaft, genauer: von fehlender Aufrichtigkeit exakt dort, wo diese eigentlich angebracht wäre. Und unser Film handelt davon, dass oft gerade junge Menschen der festen Meinung sind, mehr zu wissen als alle anderen.“

Allerdings stellte es sich „als weitaus schwieriger heraus als eigentlich gedacht“ dieses moderne Film-noir-Gefühl zu kreieren, bekennt Hyams. „Wenn man nämlich einen Film wirklich unabhängig produziert, wird das Casting zur allerersten Priorität. Und welche Namen dabei auftauchen, bestimmt daher auch die Marktfähigkeit des Produkts.“ Letztlich war es der Produzent Moshe Diamant, der das ausgewogene Cast zusammenstellte und damit Regisseur Hyams ermöglichte, das Projekt ganz nach seinen Vorstellungen zu realisieren. „Wir sollten auf jeden Fall einen renommierten Schauspieler nehmen, der den Staatsanwalt verkörpert. Der Rest wird sich dann wie von selbst ergeben“, hat Diamant seinem Regisseur geraten. Durch Hyams und Diamants persönlichen Kontakte konnte schließlich dieser „renommierte Schauspieler“ gefunden werden: „Michael Douglas sagte ja“, erinnert sich Hyams. „Als wir Michael im Boot hatten, verlief in der Tat fast alles wie von selbst.“

Auf die Frage, warum er bei dem Dreh mitgemacht hat, nennt der zweifache Oscar®- Gewinner Douglas (TRAFFIC, DIE WONDER BOYS, EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE, WALL STREET) als Grund eine „Kombination von vielen Elementen, wobei auch das Drehbuch eine Rolle spielte. Aber ebenso Regisseur Peter Hyams, mit dem ich die Ehre hatte, bereits Anfang der achtziger Jahre bei EIN RICHTER SIEHT ROT (The Star Chamber) zusammenzuarbeiten. Und natürlich nicht zu vergessen Produzent Moshe Diamant und dessen Firma Signature Films, mit dem ich seit vielen Jahren kooperiere.”

Auch Koproduzentin Limor Diamant bekennt, dass „nach der Zusage von Michael Douglas alles wie von selbst ins Rollen gekommen ist. Es hätte nicht besser sein können, denn er ist die perfekte Besetzung für ‚Mark Hunter‘.“ Nachdem Douglas involviert war, konnten die Produzenten bei der Auswahl des übrigen Casts weitaus gelassener verfahren. Das war auch einer soliden Finanzierung zu verdanken. „Wäre unser Projekt eine reine Studioproduktion gewesen, hätte die Auswahl anders ausgesehen“, erklärt Produzent Diamant. „Es wäre nicht möglich gewesen, etwa Joel David Moore, einen talentierten jungen Darsteller, für die Rolle des Kumpels unserer Hauptfigur zu besetzen. Außerdem wäre ein Studio nicht besonders erfreut gewesen, für die Hauptrolle ausgerechnet Jesse Metcalfe zu nehmen, der zwar als aufstrebend gilt, aber eben noch keine Berühmtheit ist, mit der die Studios in der Regel die Hauptrolle besetzen. Letzten Endes wäre ein völlig anderer Film zustande gekommen.“

Die Wahl fiel also auf Jesse Metcalfe (RACHE IST SEXY, „Desperate Housewives“), der den getriebenen, ja fast schon kreuzzüglerischen Reporter spielt: dessen obsessive Jagd auf den Staatsanwalt weist eine tiefer gehende und seine Umwelt verwirrende Motivation auf. Für die Produzenten zeigt der talentierte junge Schauspieler das Charisma, das dem Film seine Kraft gibt – und so letztlich auch Metcalfes Karriere beflügelt. „GEGEN JEDEN ZWEIFEL und vor allem diese Rolle bedeuten für mich einen großen Schritt vorwärts“, sagt Metcalfe. “Bis zu diesem Film hatte ich meist Teenagerrollen gespielt, obwohl ich längst Ende Zwanzig bin. Irgendwann passte das einfach nicht mehr zusammen.“ Daher war er von der Herausforderung sehr angetan, die erste „erwachsene“ Hauptrolle in seiner Karriere zu spielen. „Es ist immer leichter, einen jugendlicher Charakter zu verkörpern, da man diese Lebensphase bereits durchlebt hat“, erklärt er seine Arbeit. „Außerdem stellt sich das Leben junger Menschen meist als nicht sehr komplex dar, man reist quasi noch mit leichtem Gepäck. Meine Rolle hat es mir ermöglicht, eigene erwachsene Erfahrungen in die Rolle einfließen zu lassen. Das hat dann schon eine gewisse therapeutische Qualität, weil man der Rolle, die man spielt, mehr authentische Empfindungen gibt.“

Für die weibliche Hauptrolle „Ella Crystal“, eine nachdenkliche Frau hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu ihrem Vorgesetzen „Hunter“ (Douglas) und der Liebe zu dem unruhigen Reporter „Nicholas“ (Metcalfe), kam nach Auffassung von Regisseur Hyams nur Amber Tamblyn (RING, DER FLUCH – THE GRUDGE 2) in Frage, die als vielversprechendes Hollywood-Talent gilt. „Der Grund, warum ich unbedingt Amber für diese Rolle wollte, war die Tatsache, dass sie den romantischen und zugleich smarten Part der Story übernehmen muss. Und Amber ist ein außergewöhnlich intelligenter, unabhängiger und zugleich wortgewandter Mensch.“

Für die Nebenrollen wählte Hyams zwei Schauspieler, die zunächst einmal vor allem für ihre Comedy-Arbeiten bekannt sind. Für den Part des „Detective Nickerson“, der als aufmerksamer Cop aus Shreveport/Louisiana, der ein waches Auge auf Nicholas und Mark Hunter hat, nahm er Orlando Jones. Bekannt vor allem für seine Ulkrollen in der beliebten Serie „MADtv“ sowie in den Kinokomödien ALLES ROUTINE und SOUR GRAPES, erhielt Jones mit der Rolle des Nickerson die Chance, weitaus intensiver in schauspielerische Gefilde einzutauchen, als er es bereits in der Schulorchester-Komödie DRUMLINE von Charles Stone unter Beweis stellen konnte. DRUMLINE gab den Ausschlag für die Besetzung mit diesem vielseitigen Schauspieler in GEGEN JEDEN ZWEIFEL. „Limor und ich bewundern Orlando seit langem“, sagt Hyams. “Regelrecht vernarrt war ich in seine Rolle in DRUMLINE.“

Joel David Moore (VOLL AUF DIE NÜSSE, ART SCHOOL CONFIDENTIAL), der die Rolle des „Finley“ spielt, Nicholas` Kollegen und vorlauten Kumpel, war die letzte Entscheidung für den Hauptcast. Nach seinen eigenen Worten war Hyams anfänglich gar nicht begeistert über die Entscheidung für Moore, die letztlich von Limor Diamant ausging. „‘Wer zur Hölle ist Joel David Moore?‘, fragte ich Limor“, erinnert sich Hyams. „Aber sie hielt an ihrer Wahl fest. Bald erreichte uns ein Videotape mit Joels Arbeitsproben, die auch mich vollends überzeugt haben. Daher war es ein großes Glück, dass er genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir mit ihm drehen wollten, auch verfügbar war.“

Der „Südstaaten-Look“
In Hyams‘ erster Drehbuchfassung war die Story in der schillernden Metropole Atlanta im US-Bundesstaat Georgia angelegt. Atlanta gilt als heimliche Hauptstadt des so genannten „New South“ der Vereinigten Staaten. Aber nach den Budgetplanungen, die vor allem auf Basis der nicht unerheblichen Steuervorteile für Filmproduktionen in Louisiana beruhten, entschieden die Produzenten, die Dreharbeiten nach Shreveport, der drittgrößten Stadt dieses Bundesstaats, zu verlegen. „Peter besuchte Shreveport und begann gleich damit das ‚Shreveport-Feeling‘, ein regelrechtes Louisiana-Feeling, zu kreieren. Wir konnten so eine richtiggehende Südstaaten-Note in den Film bringen.“

Drei Jobs in einer Person
Neben Kollegen wie Steven Soderbergh gilt auch Peter Hyams als einer, der nicht nur seinen Filmstoff selbst schreibt, sondern gleich auch als eigener Bildgestalter fungiert. Auf die Frage, warum er sich das antut, antwortet Hyams: „Das schließt sich doch gegenseitig nicht aus – alle diese Arbeitsschritte gehören zum gleichen Prozess.“

James Gelarden lobt die Vorzüge eines solchen „Kombi-Drehs“: „Da Peter das Drehbuch geschrieben, die Regie übernommen und selbst die Kamera geführt hat, ist dieser Film definitiv sein Werk. Anstatt wie sonst üblich drei verschiedene Personen nach ihren Meinungen zu fragen, mussten wir hier nur zu Peter gehen, um eine klare Ansage zu erhalten. Daher war auch der Design-Prozess bei diesem Film eine konsequente Umsetzung.“ Auch Produzentin Limor Diamant war von effektiven Ökonomie, die Hyams dreifache Arbeitsteilung mit sich brachte, sehr angetan: „Für Peter gehen Regie- und Kameraarbeit Hand in Hand, er kann beides nur schwerlich trennen, da alle Elemente für ihn Teil einer Ausdrucksmöglichkeit sind, und er ein sehr visueller Mensch ist. Die Arbeit geht so weitaus schneller, und Missverständnisse, wie sie manchmal zwischen Regisseur und Kameramann auftauchen, sind von vornherein ausgeschlossen. Dass wir die geplanten 30 Drehtage nicht überschritten haben, liegt sicherlich auch daran.“

Auf das Schauspielerensemble haben sich die Multitask-Talente ihres Regisseurs ebenfalls positiv ausgewirkt. „Es ist wirklich bewundernswert, wie Peter Hyams seine Vision der cineastischen Idee für die Leinwand umsetzt“, meint Amber Tamblyn. „Er erschien mir wie ein genialer Beleuchter aus der klassischen Glanzperiode Hollywoods, denn er kann vor allem uns Frauen gekonnt ins rechte Licht setzen. Ihm ist völlig klar, was er aus jeder Einstellung herausholen will – alles scheint regelrecht in seinem Kopf vorprogrammiert zu sein. Für mich waren diese Dreharbeiten sehr eindrucksvoll. Hyams´ außergewöhnliche Arbeitsweise erlaubt es uns Schauspielern, aus uns herauszugehen und uns ausprobieren zu können.“

Auch Hyams' Talent als Drehbuchautor konnte auf dem Set Früchte tragen. Laut Michael Douglas war der Profi Hyams nämlich vor den üblichen Fallstricken in der Zusammenarbeit zwischen Autor und Regisseur gefeit. „Ich glaube nicht, dass viele Kollegen diesen Spagat schaffen“, so Douglas. „Normalerweise zeigen sich Drehbuchautoren, die ihren eigenen Stoff verfilmen, oftmals ein wenig geziert gegenüber Verbesserungsvorschlägen von Schauspielern. Aber Peter ist ein Profi, er gibt den Schauspielern kreativen Freiraum. Außerdem hält er sich mit Kommentaren zurück, denn er kennt die Schwierigkeiten, die Schauspieler mit schreibenden Regisseuren haben.“

Die Stimmung am Set
Natürlich sorgte die Anwesenheit einer Leinwandlegende wie Michael Douglas für einen eigenen Drive bei den Dreharbeiten. Tamblyn, die etliche Szenen zusammen mit Douglas spielt, bemerkt in der Rückschau, „Michael war ein geniales Vorbild in seiner Arbeitshaltung, sich mit aller Kraft für den Film einzusetzen.“

Diese Ansicht bestätigt auch ihr Filmpartner Jesse Metcalfe. „Michael war äußerst kollegial während der Dreharbeiten“, sagt er. „Er war so präsent und gut vorbereitet, dass die Drehs mit ihm entspannt absolviert werden konnten und man an seiner Seite sogar noch genügend Luft bekam, um selbständig aus einer Szene alles Wichtige herauszuholen. Da er bei der Arbeit wie ein Fels in der Brandung wirkt, kam von unserer Seite auch keinerlei Konkurrenzgehabe auf. Ich habe einfach versucht, neben ihm mitzuhalten.“

Im Laufe seiner Karriere hat sich Peter Hyams einen Ruf als herausragender Regisseur von Stunt- und Actiondrehs geschaffen. „Das ganze Geheimnis bei den Stunts ist, so nah wie möglich an die Vorgabe des Scripts heranzukommen und nichts dem Zufall zu überlassen.“ Weil einige Actionsequenzen lebensgefährlich sind, besteht Hyams auf eine akribische Vorbereitung. „Je mehr man eine Szene vorbereitet, desto effizienter lässt sie sich ausführen“, erklärt er. „Ich mache im Vorfeld eines Drehs keine Storyboard- Zeichnungen, aber dafür zeichne ich die Stuntsequenzen. Zunächst suche ich mir die jeweilige Route aus, laufe ich sie ab, fotografiere sie und zeichne sie schließlich auf. Für mich ist dieses besondere Storyboarding fast wie der eigentliche Dreh. Man überlegt sich dabei, ob die Darsteller sich hier oder dort aufhalten sollen, ob die Kamera niedriger oder höher eingestellt werden muss und ob ein neuer Kamerastandpunkt sinnvoll ist. Und ob das zur Verfügung stehende Auto nicht besser eine andere Strecke fahren soll etc. In dieser Phase lassen sich viele drehtechnisch aufwendige Varianten problemlos ausprobieren. Wenn es schließlich zum eigentlichen Dreh kommt, ist man bestens präpariert.“

Das neue Kamerasystem: 4K
Für Peter Hyams und die Produzenten bedeuteten die Dreharbeiten zu GEGEN JEDEN ZWEIFEL nicht bloß in szenischer und schauspielerischer Hinsicht eine Herausforderung. GEGEN JEDEN ZWEIFEL wurde zudem mit einem neuartigen Kamerasystem gefilmt: mit der „Red Camera“, die ihre Bilder in digitaler „4K“-Videokompression aufzeichnet, um eine ähnliche Bildqualität und Tiefenschärfe wie beim analogen 35-mm-Film zu erzielen. Um die Aufgabe mit diesen neuen Instrumenten meistern zu können, mussten sich Hyams und seine Mitarbeiter auf die digitale Technik einlassen.

„Es ist eine noch im Entstehen begriffene Technologie“, resümiert Hyams seine Erfahrungen mit der „Red“. Hyams, der ständig mit den neuesten optischen Geräten experimentiert, konnte indes mit der Red Camera seinen eigenen Erfahrungsschatz erweitern. „Ich wollte schon immer einen Film digital drehen“, sagt er. „Dazu bedurfte es allerdings einer 4K-Kamera. An dieser wurde zwar bereits lange herumgewerkelt, aber heraus kam ein unmöglich zu bedienendes Gerät in der Größe eines Mittelklassewagens. Dann kam die „Red“ auf den Markt als komplett mobile Kamera – und ich wusste: Die Zeit ist reif!“

Für Limor Diamant hat es durchaus seine Vorteile, wenn beim Dreh die digitale Kamera- Avantgarde eingesetzt wird: „Zunächst muss man nicht mehr ständig neues Filmmaterial nachlegen. Beziehungsweise man nutzt nur noch eine Speicherkarte, was wesentlich schneller geht. Außerdem bedarf es keines Playback-Monitors mehr, denn man sieht jetzt genau das, was die Kamera einfängt. Der Dreh verläuft schneller, in Echtzeit. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass man im digitalen Postproduktionsprozess so flexibel ist, dass die eine oder andere Schnittänderung vorgenommen werden kann. Das ist ganz anders als beim herkömmlichen analogen Dreh.“