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Precious Film Trailer

 

Länge: 109 Min | Kinostart: 25.03.2010 | Release: 09.09.2010 (DVD)
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Schauspieler:Gabourey Sidibe, Mo Nique, Paula Patton, Mariah Carey, Sherri Shepherd, Lenny Kravitz, Stephanie Andujar, Chyna Layne, Amina Robinson, Xosha Roquemore, Angelic Zambrana

Die Story:Mit Claireece Jones, genannt Precious, möchte wirklich keiner von uns tauschen: Misshandelt von der Mutter, vergewaltigt und geschwängert vom eigenen Vater, 400 Pfund schwer, weder geliebt noch beachtet. Precious kann weder lesen noch schreiben. Doch hinter der traurigen Fassade verbirgt sich eine bemerkenswert mutige junge Frau. Die Begegnung mit der Lehrerin Miss Rain (Paula Patton) gibt ihr neuen Mut, ihr Schicksal endlich in die eigene Hand zu nehmen. Social Worker Mrs. Weiss (Mariah Carey) zeigt ihr den Weg heraus aus der häuslichen Gewalt, hinein in ein eigenes, selbstbestimmtes, glücklicheres Leben. Und Precious erkennt, sie ist liebenswert - precious - sie ist es wert, geliebt zu werden.

Technikinfos:Bildformat: 1,85:1; Ton: Dolby Digital

Über die Filmmusik:Der offizielle Soundtrack zum Film erscheint am 19.März 2010. Darauf vertreten ist musikalisch alles von Black Music bis zu den Soul-Meilensteinen: Klassiker aus den 1960ern (Mahalia Jacksons - Just A Closer Walk With Thee), 1970ern (Jean Carns - Was That All It Was oder Love Is The Message von MFSB aus Philadelphia), Hip-Hop der 1980er (Queen Latifahs - Come Into My House) sowie aktuelle Tracks von Nona Hendryx, LaBelle und Grace Hightower und brandneues Material von Mary J. Blige -I Can See In Color, ein Song, den die R&B-Diva zusammen mit Raphael Saadiq und LaNeah Menzies exklusiv für diesen Soundtrack geschrieben hat. Die US-Ausgabe des Rolling Stone hat ihn bereits als knockout song abgefeiert: Hier wird die Kernaussage des Films noch einmal auf den Punkt gebracht: Es geht darum, die Welt endlich in Farbe zu sehen.



Ein Film mit einer schwarzen Seele und dem funky Sound direkt aus den Straßen Harlems. PRECIOUS ist eine berührende Cinderella-Story, die zeigt, dass oft vielmehr in uns steckt, als wir selbst vermuten.

Basierend auf dem Bestseller "Push" von Sapphire, produziert von der Talk-Lady des amerikanischen Fernsehens Oprah Winfrey und inszeniert von Lee Daniels, dem Produzenten von "Monster's Ball". Mit einer überraschenden Mariah Carey, die man so wirklich noch nie gesehen hat und dem Musiker Lenny Kravitz in einer ganz untypischen Besetzung.

PRECIOUS wurde in Sundance mit dem "Großen Preis der Jury" und dem "Publikumspreis" ausgezeichnet. Mo'Nique erhielt den "Spezialpreis der Jury". Bei der Golden Globe® Verleihung geht PRECIOUS gleich in drei Kategorien (Bester Film - Drama, Best Actress (Gabby), Best Actress in a Supporting Role (Mo'Nique)) ins Rennen.


Eure Meinung zu "Precious"



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Eure Kommentare zu "Precious":

Tine Hammer! Den muss ich mir anschauen, der geht an die Substanz! Nicht so ein oberflächlischer sch*** wie 90% aller Filme die heutzutage gedreht werden...

Milchglas sehr rührend wirklich bewegend hat den Oscar echt verdient

sweetyxenia92 ich find das echt toll, dass die schauspielerin den oscar bekommen hat, sie hat ihn echt verdient!

poppy glamorous der trailer berührt ! wundervoller film sicherlich , der einen oscar verdient hätte ! (:

justLook sehr authentisch

cuteashell wow

deNni wie du schon sagst, wird mind. ein oscar geben! mehr brauch man dazu nicht sagen.

downunder Oscar !!

 




♥: MoNique spielt zum Fürchten gut
−: Probleme wirken überzeichnet

Zwei Oscars konnte Precious absahnen. Einen für das Drehbuch, und einen für Mo´Nique als beste Nebendarstellerin. Auch die Hauptdarstellerin Gabourey Sidibe war nominiert. Aber obwohl Talkikone Oprah Winfrey, eine der mächtigsten Frauen des US-Showbuisness die Laudatio hielt ging Sidibe leer aus. Vielleicht hat Oprah doch zu laut getrommelt. Schließlich ist sie selbst Koproduzentin des Films und wirbt bereits seit langem für das Drama. Unvoreingenommen ist das natürlich nicht.

DIE STARS

MoNique, mit komplettem Namen Monique Imes begann ihre Karriere 1999 und damit relativ spät. Sie entwickelte sich aber schnell zur festn Größe in diversen TV-Komödien, und auch Kinofilmen, die wie Hair Show, Soul Plane oder Bierfest eher leichte Kost boten. Für ihre Rolle in Precious bekam sich nicht nur den Oscar, sondern auch den britischen BAFTA, den Preis der Schauspielergewerkschaft und den begehrten Critics Choice Award. Gabourey Sidibe wurde erst kurz vor Drehbeginn gecastet und hatte vorher keinerlei Schauspielerfahrung . Den Oscar bekam sie zwar nicht, aber etliche andere Preise und so sind auch schon weitere Rollen in Sicht. Inwieweit daraus eine Karriere entsteht, ist aber noch nicht abzusehen. Auch Popdiva Mariah Carey erhielt viel Aufmerksamkeit für ihre Rolle. Sie liefert hier ihre beste schauspielerische Leistung, was aber angesichts ihrer bisherigen Filme auch kein Wunder ist. Ihre größte Leistung besteht darin, dass sie sich ungeschminkt filmen liess. Auch Lenny Kravitz, der hier als Krankenpfleger ein paar Kurzauftritte hat, blamiert sich nicht dient aber doch nur als Blickfang.


DER KICK
Precious ist ein wirklich bedrückender Film. In fast jeder Szene leidet man mit der Protagonistin. Der wird hier aber auch so einiges aufgebürdet. Ihr Zuhause ist eine düsteres, heruntergekommenes Drecksloch und in der Öffentlichkeit wird sie wegen ihres massiven Übergewichts im besten Fall ignoriert, öfter aber beleidigt und gemobbt. Von Kindheit an wurde sie sexuell missbraucht und geschlagen, sie hat ein behindertes Kind von ihrem Vater und ein weiteres ist unterwegs. Dabei ist sie erst 17. Nun droht sie wegen der Schwangerschaft auch noch von der Schule zu fliegen, die ihr bisher allerdings auch nicht viel gebracht hat. Das Oprah Winfrey, die selbst als Kind missbraucht wurde, den Stoff packend fand, ist klar. Der bitteren Realität entflieht Precious immer wieder in ihre Traumwelt, in der sie ein umjubelter Star ist, und die auch dem Zuschauer eine kurze Verschnaufpause gönnt, bevor sich das Leben wieder meldet. Die Figur der Precious wurde aus verschiedenen Fällen konstruiert, die die Autorin Sapphire als Lehrerin erlebt hatte. Ihr Buch Push, auf dem der Film basiert, gilt als Kultlektüre in der Black Community der USA. Dadurch schlägt das Schicksal hier aber etwas zu geballt zu. Andererseits lasst Precious die Gewaltausbrüche ihrer Mutter reichlich teilnahmslos über sich ergehen. Sicher, sie hat sich in sich selbst zurückgezogen und einen Schutzpanzer angefressen. Aber außer einem allgemeinen Gefühl der Resignation kommt da nicht viel rüber. Das ist für eine komplette Filmlänge etwas zu wenig. Was Gabourey Sidibe an Engagement vermissen lässt, das kompensiert MoNique als Furie, die ihren Hass auf alles und jeden an ihrer Tochter auslässt. Schwarze Kritiker in den USA fanden die Darstellung des Ghetto-Lebens übertrieben. Aber immerhin bietet sich hier mal ein eher selten gesehener Blickwinkel, ohne Gangsta-Klischees und Hip-Hop-Style. Statt Hollywood-typischer Eigeninitiative wird hier als Problemlösung auf öffentliche Hilfsangebote verweisen. Das liegt natürlich voll auf der Linie der Obama-Regierung während Konservative wohl eher sozialistische Umtriebe. Auch das kleine Happy-End fällt für eine US-Produktion erfreulich unsentimental aus. Im Großen und Ganzen ist Precious ein kompromissloses Sozialdrama, mit einem kleinen Hoffnungschimmer am Ende. Aus Deutschland kann man sich eine so schonungslose filmische Anklage des Zusammenbruchs familiärer Strukturen und des Versagens sozialer Systeme kaum vorstellen. Angesichts der Berichte über hierzulande misshandelte und verhungerte Kinder kaum verständlich. Precious kann die aufgezeigten Probleme auch nicht lösen, aber wenigstens werden sie in den USA mal angesprochen.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

„Push“ von Sapphire
1996 las Produzent und Regisseur Lee Daniels Sapphires frisch veröffentlichten Roman „Push“. „Ich musste erst einmal tief durchatmen, da er mich so sehr berührte. Ich kannte derart viele Menschen, die nur einen Schritt von den Charakteren des Buches entfernt waren – ich konnte mich außerordentlich gut mit ihnen identifizieren, in allen menschlichen Belangen.“ Daniels kennt auch das 1980er-Jahre-Setting des Buches. „Ich verstand die Sprache, die politische und kulturelle Welt, über die sie schrieb, weil es zu der Zeit auch meine Welt war. Und natürlich sprach mich an, was jeden berührt, der das Buch liest – die kompromisslose Ehrlichkeit der Geschichte.“

„Push“ war der erste Roman von Sapphire, einer in New York ansässigen Schriftstellerin, die sich bis dahin mit ihren Performances, Gedichten und der Prosa-Sammlung „American Dreams“ (1994) – ein Buch voller rauer und lebendiger Porträts von Menschen, deren Leben durch Armut, Gewalt und Missbrauch beeinträchtigt wurde – einen Namen gemacht hatte. „Diese Menschen sind nicht unsichtbar“, sagt Sapphire. „Wir hören von ihnen jeden Tag. Aber sie werden vollständig missverstanden, und ich wollte zeigen, was hinter den Statistiken steckt.“ Wie Ms. Rain im Buch hat auch Sapphire in Harlem Teenagern und Erwachsenen Lesen und Schreiben beigebracht. „Die Inspiration für PRECIOUS war die Widerstandsfähigkeit, Intelligenz und Schönheit vieler junger Frauen, die ich unterrichtet habe, und die ihre schrecklichen Lebensumstände ausgehalten haben“, erklärt sie.

Egal, welchen Maßstab man ansetzt, „Push“ ist ein kompromissloses, extremes und schockierendes Buch, das eine Herausforderung für den Leser darstellt. „Ich bin bis an die Grenze gegangen, weil so weit gegangen werden musste“, so Sapphire. „Die Geschichten, die ich erzählt habe, mussten erzählt werden.“ Daniels und der Drehbuchautor Geoffrey Fletcher sahen sich der schwierigen Aufgabe gegenüber, einen Film zu machen, der dem wahren Geist des Romans gerecht wird, ohne das Publikum durch das harte Thema zu verschrecken. „Wir wussten, dass wir die Geschichte nicht genau so erzählen konnten, wie sie geschrieben war“, so Daniels. „Sie war einfach zu heftig.“

Von „Push“ zu PRECIOUS – vom Roman zum Film
Daniels fand den Bezug zu Precious, indem er seine eigenen Kindheitserinnerungen in die Figur einfließen ließ. „Ich wurde nie sexuell missbraucht, aber ich wurde körperlich misshandelt“, verrät Daniels. „Wenn mir schlechte Dinge widerfuhren oder ich böse Dinge sah, dann flüchtete ich mich in meine Fantasie.“ Daniels schildert ein schlimmes Erlebnis: „Als ich zwölf Jahre alt war, sah ich, wie jemand getötet wurde. Ich erinnere mich sehr deutlich, dass ich mich plötzlich in einer Luftblase befand und zu einem Prinzen mit einer silbernen Krone wurde und jemanden mit meinem Zepter zum Ritter schlug. Ich begab mich einfach an diesen Ort, damit ich den Schmerz nicht fühlen musste. Gott hat mir diese Vorstellungskraft gegeben, um mich zu beschützen und meinen gesunden Menschenverstand zu bewahren.“ Daniels Kindheitsfantasien verwendete Paul als Vorlage für das Drehbuch. Mithilfe dieser Traumwelt kann Precious zeitweise der Härte ihres Lebens entfliehen. Paul arbeitete auch einige der Nebenrollen weiter aus. Krankenpfleger John (gespielt von Lenny Kravitz), der im Buch nur kurz auftaucht, ist eine neue Figur, die Precious Mitgefühl entgegenbringt, und Cornrows (Sherri Shepherd), die Empfangsdame der alternativen Schule, wurde mit Beziehungsproblemen und einem erfrischenden Sinn für Humor ausgestattet. Ursprünglich war der Romantitel „Push“ auch als Filmtitel vorgesehen. Doch zur selben Zeit sollte ein Science-Fiction-Stoff mit gleichem Namen ins Kino kommen, und so wurde aus „Push“ kurzerhand PRECIOUS.

Die Produzenten
Die Finanzierung für „Push“ übernahmen die Produzenten Gary Magness und Sarah Siegel-Magness von der Smokewood Entertainment Group (SEG), die zusammen mit Daniels bereits „Tennessee“ produziert hatten. „Ich war mit dem Buch vorher nicht vertraut, aber ich stellte bald fest, dass es für eine Vielzahl meiner Freunde, die es in der Schule gelesen hatten, ein bedeutendes und berührendes Buch war“, erinnert sich Sarah Siegel-Magness. „Als mein Mann und ich unsere Firma gründeten, wollten wir Geschichten erzählen, die begeistern. Und eine solche ist „Push“. Es kommt nicht darauf an, welchen sozialen oder wirtschaftlichen Hintergrund du hast – das Buch packt dich und zieht dich in seinen Bann.“ Siegel-Magness übernahm eine aktive Rolle in der Produktion und war jeden Tag am Set anwesend. „Sarahs Unterstützung war sehr stark“, hebt Daniels hervor. „Sie schürte eine positive Kraft in mir, mein Bestes zu tun.“

Castings, Castings, Castings
Precious zu casten, war eine enorme Herausforderung. „Nachdem wir uns durch die Agentur-Vorlagen gearbeitet hatten, traf uns die harte Wirklichkeit“, sagt Daniels. „Hollywood bringt diese Art Mädchen nicht hervor.“ Die Produktion veranstaltete offene Castings in Los Angeles und New York, angeleitet von Casting Director Billy Hopkins. „Wir wählten zehn Mädchen aus, die aus New York, New Jersey und Maryland stammten“, erzählt die ausführende Produzentin Lisa Cortés. „Keine von ihnen hatte zuvor als Schauspielerin gearbeitet, aber sie waren sehr stark in den Proben, und sie hatten das Aussehen, das unserem Gefühl nach am besten zu Precious passte. Die zehn jungen Frauen wurden dann in eine Art Schauspiel-Boot- Camp geschickt." „Es war ein bisschen wie ‚American Idol‘ oder ‚Deutschland sucht den Superstar‘“, vergleicht Daniels. „Die Mädchen sollten jede Woche besser werden, und ich wollte dann ein paar von ihnen ausschließen.“ Doch Daniels war damit noch nicht zufrieden. „Es gab keine, die Lee das Gefühl gab, dass sie die ganze Bandbreite der Gefühle verstand, die der Charakter durchmachen musste und sie mit voller Authentizität spielen konnte“, so Cortés. Obwohl die Produktion wenige Wochen später beginnen sollte, wollte Daniels, dass Hopkins mit dem Casting fortfuhr.

Newcomerin Gabourey Sidibe als Precious
Die 24-jährige Gabourey „Gabby“ Sidibe aus Harlem wollte eigentlich gar nicht für den Film vorsprechen. Sie hatte zwar an der Universität einige Erfahrungen als Schauspielerin gesammelt, aber sie besaß keinen Ehrgeiz, zum Film zu gehen. „Ich dachte nicht, dass ich die Rolle bekommen würde“, erinnert sie sich, „also warum sollte ich meine Zeit verschwenden?“ Aber ein Freund hörte nicht auf, sie zu drängen. Gabby hatte das Buch bereits gelesen, nachdem ihre Mutter, Sängerin Alice Tan Ridley, zufällig gefragt worden war, ob sie die Rolle von Precious’ Mutter Mary in einer früheren Produktion – die nicht zustande kam – spielen wolle. Als Gabby für die Rolle vorsprach, tat sie das mit minimaler Vorbereitung, aber ihre treffende Verkörperung des Charakters machte den Besetzungsleiter sprachlos.

Die Bänder von Sidibes Vorsprechen begeisterten die anderen Mitglieder des Produktionsteams und führten zu einem zweiten am nächsten Tag sowie zu einem Treffen mit Lee Daniels. „Wir sprachen ein paar Stunden eingehend über die Figur“, so Daniels. „Gabby sagte viele Dinge, an denen ich erkannte, dass sie Precious verstand. Und sie war sogar mit mir über einige Aspekte ihres Verhaltens uneins, aufgrund ihrer eigenen realen Lebenserfahrung. Sie war keine Arschkriecherin, um den Job zu bekommen – sie hat einfach Tatsachen sprechen lassen und fegte mich vom Hocker.“

Sidibe erinnert sich an die Sitzung: „Wir sprachen immer weiter und ich wurde nervös, wann wir wohl endlich mit dem Vorsprechen beginnen würden, und dann sagte er einfach: ‚Ich möchte, dass du in meinem Film mitspielst.‘ Und ich sagte ‚Aber …‘. Er erwiderte: ‚Nein, kein Aber, ich möchte, dass du Precious spielst.‘ Und ich fing an zu weinen. Es war wirklich eine Klischee-Reaktion, aber es war alles so schnell geschehen: die erste Probe war Montag, und jetzt war Mittwoch – Montag, Dienstag, Mittwoch … Bumm!"

Sidibe wählte für Precious einen sehr einfachen Ansatz. „Ich denke, Precious fühlt sich so, als wäre sie die hässlichste Person im Raum. Sie ist sehr traurig und kämpft darum, jemand anderes zu sein, sie strengt sich an, normal zu sein, weil sie denkt, dass sie es nicht sei. Ich habe viele Mädchen wie Precious gekannt. Sie ist auch in mir. Ich habe mich lange nicht mehr so gefühlt, da ich älter geworden bin und mir klar wurde, dass ich bin wie die anderen und es ohnehin kein ‚normal‘ gibt.

Das Casting von Sidibe in letzter Minute bedeutete, dass sie nur sechs kurze Wochen hatte, um sich auf den ersten Filmtag vorzubereiten. Trotz der anfänglichen Nervosität war sie sofort drin, sobald sie an den Set kam. „Gabby bringt wahre Gefühle auf die Leinwand", lobt Daniels. „Sogar die meisten erfahrenen Schauspieler können das nicht.“ Sidibe stimmt zu: „Es ist für mich nicht schwierig, mich in Precious’ Gefühle hineinzuversetzen, da das Drehbuch sehr offen gehalten ist. Ich empfinde wie Precious, deshalb kann ich traurig sein und schreien, wenn ich es soll.“ Mo’Nique, die Precious’ Mutter Mary spielt, erklärt: „Wir sind dicke Mädchen, und wir haben schon sehr viel geweint. Darum ist es so einfach. Wir wurden ‚Fettarsch‘, ‚fettes Schwein‘, ‚fette Hure‘ genannt. Deshalb sind einige der Tränen sehr echt.“

Mo’Nique in der Rolle von Mutter Mary
Obwohl es bereits herausfordernd gewesen war, Precious zu casten, war für Daniels Mo’Niques Rollenbesetzung noch schwieriger. „Es war hart, Precious zu finden, aber sobald man sie hat, ist sie die Heldin und hat die Zuneigung des Publikums. Doch wer konnte einen makabren Charakter wie Mary spielen und ihn glaubwürdig darstellen?“ Sicherlich machte Mo’Niques Image als Power- Komödiantin sie eher zu einer unwahrscheinlichen Wahl für die Rolle der bösen und sadistischen Mary, aber Daniels hatte ihre schauspielerische Vielfalt schon bei seinem Regie-Debüt „Shadowboxer" erlebt. „Mo’Nique gab Mary ein Gesicht", schwärmt Daniels. „Es wird im Buch nie erklärt, warum Mary sich so extrem verhält, aber Mo’Niques Darbietung hilft uns, sie zu verstehen.“

Mo’Nique gibt zu, dass die meisten Menschen Mary ein Ungeheuer nennen würden. „Sie kennt keinen anderen Weg“, erklärt sie. „Sie beschließt: Ich werde mich nicht waschen, ich werde mich nicht um mich kümmern, ich werde nicht auf meine Tochter aufpassen, ich werde nicht auf irgendetwas aufpassen. Sie lässt zu, dass sie tiefer und tiefer in diese schreckliche Geschichte eintaucht. Aber was ist in ihrem Leben passiert, dass sie so wurde?“ Daniels fügt hinzu: „Als Filmemacher und Erzähler schaue ich immer auf die Grauzone, und dabei hat mir Mo’Nique mit Mary geholfen. Jeder, sogar der böseste Mensch, war einmal ein Baby.“

Mariah Carey: Vom Superstar zur Sozialarbeiterin
Als eine Schauspielerin in letzter Minute ausfiel, sprang Superstar Mariah Carey – eine langjährige Freundin von Daniels und einer der Stars seines vorherigen Films „Tennessee" – ein, um die kleine Rolle der Sozialarbeiterin Ms. Weiss zu spielen. „Ich bestand darauf, dass sie am Set lediglich mit einem ‚Minimum‘ erscheint“, verrät Daniels. Carey musste einen Trailer teilen und reiste mit einem einzigen Leibwächter an, nicht mit ihrer üblichen Entourage. Sie hatte keine Zeit, ihre Rolle zu lernen, und musste gleich mit Mo’Nique und Sidibe, die bereits Monate der Vorbereitung hinter sich hatten, Szenen spielen. „Auch wenn Mariahs ‚Tennessee‘-Figur Krystal bereits kaum glamourös war, so war sie immerhin auch erotisch“, erklärt Daniels. „Ms. Weiss hingegen ist wirklich völlig unglamourös. Das war hart für sie, aber ich denke auch, dass es eine großartige Erfahrung für sie war, an der sie gewachsen ist.“

Krankenpfleger Lenny Kravitz
Grammy-Gewinner und Rockmusiker Lenny Kravitz spielt John, einen Krankenpfleger, der sich für Precious interessiert. „Im Buch gibt es einen spanischen Typen, der, während Precious in den Wehen liegt, ‚Pressen, Prescita, pressen‘ ruft“, erläutert Daniels. „Geoffrey Fletcher nahm diesen einen Moment und gab der Figur einen Namen und eine fortlaufende Rolle in der Geschichte.“ Zwischen John und Precious entwickelt sich im Krankenhaus eine echte Freundschaft. „John hat einen kriminellen Hintergrund, er war im Gefängnis", so Daniels, „aber er sorgt sich wirklich um Precious. Er ist ihr wahrer Engel und nimmt sie unter seine Flügel.“

Paula Patton als Lehrerin Ms. Rain
Precious’ Probleme werden dadurch, dass sie Analphabetin ist, noch verstärkt. Sie schreibt sich in der alternativen Schule „Each One Teach One“ ein, wo sie gemeinsam mit einer Gruppe junger Frauen Lesen und Schreiben lernt, deren Leben zu Hause genauso herausfordernd ist wie ihr eigenes. Paula Patton spielt Ms. Rain, die hingebungsvolle Lehrerin von Precious. „Ms. Rain unterrichtet sie in den Grundlagen, aber sie lehrt sie auch, wie man sich und andere respektiert“, schildert Patton die Figur. „Sie ist wie eine Art Mutter – eine harte, aber liebende Mutter. Diese Kinder kommen von der Straße, und wenn sie irgendeine Verwundbarkeit in dir sehen, dann werten sie das als ein Zeichen der Schwäche. Deshalb zieht sie Grenzen: Entweder, man will in ihrer Klasse sein, um zu lernen, oder nicht.“

Daniels war von Pattons Interpretation der Ms. Rain überrascht. „Ich sah Ms. Rain immer als jemanden, der ein ähnliches Leben wie die Mädchen in der Klasse gelebt hatte“, sagt er. „Paula brachte Kultiviertheit und Flair hinein, und das vergrößerte den Kontrast zwischen ihnen. Ms. Rain ist eine gebildete afroamerikanische Frau mit einer bestimmten Denkart, die sich von Precious sehr unterscheidet. Ms. Rain will, dass Precious ihr Baby zur Adoption freigibt, damit sie und ihr Kind ein besseres Leben haben können. Doch Precious kommt aus dem Ghetto, und nach ihrer Vorstellung muss man sich selbst um sein eigenes Baby kümmern.“

Sherri Shepherd als Schulsekretärin Cornrows
Als Precious zum ersten Mal zur „Each One Teach One“-Schule geht, trifft sie auf die Schulsekretärin Cornrows, gespielt von Schauspielerin, Komödiantin und Co-Gastgeberin von ABCs „The View" Sherri Shepherd. „Als Precious an ihrem ersten Tag eintritt, ist Cornrows ein bisschen abweisend zu ihr“, schildert Shepherd. „Precious unterbricht sie mitten in einem Streit mit ihrem Freund, aber irgendetwas in Precious’ Art zieht Cornrows in ihren Bann, mehr als bei allen anderen Kindern der Schule.“

Sobald sie zum Filmset kam, wurde Shepherd klar: Daniels würde es nicht zulassen, dass sie sich auf ihrem typischen Charakter ausruht. „Ich kam rein und ich hatte mein Make-up und meine Perücke auf, und er sagte, ‚Ich will nichts von Sherri sehen! Ich muss deine Brüste abbinden!‘ Und ich antwortete: ‚Lee, ich liebe meine Brüste, bitte nicht! Bitte nehmt mir die Perücke nicht weg!‘ Aber sie nahmen sie und flochten meine Haare, verpassten mir Schulterpolster und schwarzen Lippenstift und 1987er-Fingernagellack. Wissen Sie, wenn Sie eng anliegende Zöpfe tragen, wird so an Ihrem Kopf gezogen, dass Sie dabei ein Facelifting bekommen!“

Die gute Fee: Susan L. Taylor
Die Gründerin der Zeitschrift „Essence“, Susan L. Taylor, spielt in einer von Precious’ Fantasievorstellungen eine gute Fee, die das Mädchen inspiriert. „Die erste Szene des Films ist ein Modeshooting, in dem sich Precious als Modell sieht“, sagt Daniels. „Die gute Fee gibt ihr ein orangefarbenes Halstuch, das von großer Bedeutung in der weiteren Geschichte sein wird.“ Susan Taylor dafür zu casten, geschah aus einem bestimmen Grund. „Sie ist für viele Frauen eine Kultfigur“, verrät Cortés. „Ihre Einbeziehung in den Film sagt so viel über die Fähigkeit aus, etwas zu überwinden, sich selbst zu lieben und mehr zu sein als ein Überlebender.“

Regisseur Lee Daniels – Anforderungen und Außergewöhnliches Daniels forderte die ganze Besetzung sehr stark und riss sie aus der Bequemlichkeitszone. „Wir spielten eine Szene", erinnert sich Sidibe, „und im Drehbuch ist es eigentlich sehr einfach: Die Dinge A, B und C werden geschehen, aber Lee integriert noch D und F und noch mehr anderes Zeug. Das ist immer eine Berg-und-Tal-Fahrt und eine Überraschung.“ „Er möchte das Unkonventionelle und Unerwartete“, sagt Patton. „Er brachte mich bis an meine Grenzen und zwang mich, weiter und weiter zu gehen.“ „Er akzeptiert kein Nein als Antwort“, so Mo’Nique. „So ist er nun mal. Er sagt: ‚Wir können hier die ganze Nacht lang bleiben. Aber dies oder jenes brauche ich jetzt nun einmal von dir.‘“

Drehorte und Drehbedingungen
PRECIOUS wurde fast komplett in New York City gedreht. Die einzigen Ausnahmen waren Szenen in Precious’ und Marys Wohnung und eine Tanz- Fantasie, die jeweils im Studio gefilmt wurden. Die Drehorte reichten von Inwood, dem nördlichsten Viertel in Manhattan – hinter der 200. Straße – über Harlem und den ganzen Weg zum Coney-Islands-Krankenhaus, wo die Szenen der Geburt entstanden. Die „Each One Teach One“-Schule wurde in einer leeren Etage in Brooklyns Selbstverwaltungsgebäude nahe dem Rathaus gebaut. In dem beengten Raum zu arbeiten war für das Produktionsteam sehr anstrengend, aber es hat außerordentlich zur Echtheit des Films beigetragen. Obwohl die Stunden lang und die Wetterbedingungen häufig hart waren, blieb die Stimmung gut, größtenteils wegen der fröhlichen Ausgelassenheit des Regisseurs und seines jungen Stars.

„Ich lerne jeden Tag etwas von Gabby“, beteuert Daniels. „Man weiß, dass sie wie dieses Mädchen gelebt hat – und sie immer noch in sich trägt. Die Leute haben Vorurteile gegenüber dicken Menschen. Ich betrachte es als selbstverständlich, dass die Leute sich nicht umdrehen und kichern, wenn ich über die Straße gehe. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass sich niemand über Gabby lustig gemacht hätte. Gabby weiß, wer sie ist, und sie ist stolz darauf.“

Precious’ Weg und Gabbys Reise
„Ich liebe es, wie ich aussehe“, sagt Sidibe. „Ich werde nie eine kleine Kleidergröße haben. Ich bin so einfach nicht gebaut. Also muss ich mit dem leben, was ich habe. Und Gott sei Dank akzeptiere ich mich! Was ich während der Dreharbeiten wirklich aufregend fand, war, dass ich Mo’Nique treffen und mit ihr arbeiten konnte. Sie engagiert sich dafür, dass sich Leute in ihren Körpern wohlfühlen.“ Sidibes Stimme bricht, wenn sie über das erste Treffen mit Mo’Nique spricht. „Ich erzählte ihr, dass ich sie mir im Fernsehen ansehen würde und mir wünschte, so zu sein wie sie und das zu tun, was sie tut. Und sie war so nett, sie lächelte und sagte: ‚Aber Süße, das machst du doch. Du tust es doch gerade.‘“

Während Sidibe sich sicher nie mit der Art Härte auseinandersetzen musste wie Precious in „Push“, so spiegelt Precious’ Weg doch auch Gabbys Reise zu Selbstakzeptanz und Stärke wider. „Precious ist eine Drachentöterin“, beschreibt Daniels sie. „Sie ist immun gegen Schmerz und Spott, und sie findet langsam heraus, dass sie schön ist. Es ist eine langsame Entwicklung. Aber wir wissen, dass Precious sich gut fühlen wird. Sie lernt lesen. Sie lernt, sich selbst zu lieben.“

Du bist besser, als du denkst
Das Wort „Push“ wird häufig mit Erwachen und Wachstum assoziiert: Es stärkt den Körper, es öffnet Türen, es wird der Gebärenden während der Geburt zugerufen. „Stoßen Sie!“ ist ein Befehl, der verlangt, etwas zu tun, das kein anderer für einen tun könnte. „‚Push‘ bedeutet, den Geist voranzubringen“, so drückt Sidibe es aus. „Finde dich nicht damit ab, wo du bist. Es gibt immer Raum, um voranzukommen. Du bist besser, als du denkst. Alles, was du tun musst, ist, dir selbst einen Stoß zu geben.“ „Wir haben alle unsere eigene Reise und unser eigenes Schicksal, und es ist jeden Tag ein Kampf, die folgende Minute durchzuhalten“, resümiert Daniels. „Aber wenn Precious das aushalten kann, was sie aushalten muss, dann können wir das durchaus auch.“