Henri 4 Film Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 155 Min | Kinostart: 04.03.2010 | Release: 15.09.2010 (DVD&BD)
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Schauspieler:Julien Boisselier, Joachim Krol, Roger Casamajor, Andreas Schmidt, Armelle Deutsch, Chloe Stefani
Die Story:Frankreich im 16. Jahrhundert. Der mächtigste Staat Europas wird von einem Glaubenskrieg zerrissen: Auf der einen Seite kämpft die Mehrheit der Katholiken, vertreten durch den Königshof in Paris. Auf der anderen Seite stehen die Protestanten, die man hier Hugenotten nennt. Zunächst sind sie nur eine kleine Minderheit, bald aber bekommen sie Zulauf von allen, die mit der Regierung in Paris unzufrieden sind. Dort herrscht Katharina de Medici. Sie will den Thron mit aller Macht für ihre drei Söhne sichern. Doch im Süden Frankreichs, im kleinen Königreich Navarra, wächst ihr ein Gegner heran, von dem sie noch nichts ahnt: der Hugenotte Henri, Prinz von Navarra. Auf vielen Schlachtfeldern reift er zum jungen Mann, aber er akzeptiert nicht länger, dass der blutige Krieg gegen seine Landsleute Gottes Wille sein soll. Überraschend trifft seine Mutter Jeanne d’Albret im Heerlager ein und überbringt einen Brief aus Paris: Katharina de Medici wünscht Henris Hochzeit mit ihrer Tochter Margot – zwischen Hugenotten und Katholiken soll endlich Frieden geschlossen werden. Jeanne drängt ihren Sohn, das Angebot anzunehmen. Katharinas Söhne leiden an einer rätselhaften Blutkrankheit – sollten sie sterben, wäre Henri König von Frankreich. Henri akzeptiert und heiratet Margot. Doch das Hochzeitsfest endet im Blutbad der Bartholomäusnacht: Während dreißigtausend Hugenotten niedergemetzelt werden, bleibt Henri verschont. Katharina de Medici stellt ihn im Louvre unter Hausarrest. Sie zwingt ihn, seinem protestantischen Glauben abzuschwören und zum Katholizismus zu konvertieren. Als Karl IX. an Leukämie stirbt, besteigt sein Bruder D’Anjou den Thron als König Henri III .. Er hält den Gefangenen für seinen Freund – ein folgenschwerer Irrtum, denn bei der ersten Gelegenheit ergreift Henri die Flucht. Er kehrt in seine Heimat zurück, bekennt sich zu seinem ursprünglichen Glauben und setzt mit seinen Hugenotten den Glaubenskrieg fort. Dabei ist die Religion für ihn nicht wichtig, er will vielmehr ein Reich erschaffen, das sich auf humanistische Gedanken gründet. Er kämpft für Frieden und Toleranz. In einer Atempause zwischen zwei Schlachten lernt er die Liebe seines Lebens kennen: Gabrielle d’Estrées. Als Katharinas jüngster Sohn D’Alençon an der Blutkrankheit stirbt, ist D’Anjou der letzte Spross des Königsgeschlechts. Doch die Tage des Königs Henri III . sind gezählt. Als er ermordet wird, besteigt Henri von Navarra den Thron als Henri IV. Margot hofft nun, an der Seite ihres Mannes über Frankreich herrschen zu können. Aber Henri setzt beim Papst die Annullierung seiner Ehe durch. Er möchte die von ihm geliebte Gabrielle zur Königin erheben. Die Hochzeit findet nicht mehr statt, Gabrielle wird von seinen Feinden vergiftet. Mit dem Tod seiner Geliebten erlischt in Henri jedes Gefühl. Er hält sich für schuldig an ihrem qualvollen Ende. Aus Gründen der Staatsräson heiratet er die reiche Italienerin Marie de Medici. Als Marie einen Thronerben geboren und ihre Machtposition am Hofe gefestigt hat, beauftragt sie einen Attentäter: Henri IV. stirbt am 15. Mai 1610 durch zwei Messerstiche.
Hintergrund:In ihrem internationalen Kinospielfilm HENRI 4 zeigen Produzentin Regina Ziegler und Regisseur Jo Baier, wie aktuell Heinrich Manns historischer Romanklassiker HENRI QUA TRE noch immer ist: Frankreich im 16. Jahrhundert. Glaubenskriege zerrütten das Land. In dieser Zeit voll Hass und Fanatismus will ein Mann Frieden, Glaubensfreiheit und Gerechtigkeit für sein Volk erstreiten: Henri Quatre. Er gilt als erster Humanist auf einem europäischen Thron und er kämpfte in einer unmenschlichen Zeit für die Würde des Menschen. Eine Aufgabe, die von Anfang an aussichtslos schien und bis heute – 400 Jahre danach – noch nicht gänzlich eingelöst ist. Henris Vision aber von einem menschenwürdigen Zusammenleben aller Religionen und Kulturen hat Europa geprägt und macht den Film brisant und aktuell. HENRI 4 entstand nach mehrjähriger Vorbereitung an Originalschauplätzen in Frankreich, Deutschland und der Tschechischen Republik, mit französischer, deutscher, österreichischer, tschechischer und katalanischer Besetzung.
Technikinfos:Bildformat: 35mm/2,35; Ton: 5.1 Dolby Digital SRD
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Henri
König von Navarra – HENRI IV., König von Frankreich
Henri wurde am 13. Dezember 1553 im Schloss Pau in den südwestfranzösischen Pyrenäen geboren – an der Grenze zur französischen Region Béarn – Er war der Sohn des katholischen Herzogs von Vendôme, Anton von Bourbon, und der protestantischen Königin von Navarra, Jeanne d’Albret. Als Wiege fungierte der Panzer einer Meeresschildkröte, der noch heute existiert.
Jeanne ließ ihren Sohn in den rauen Pyrenäen aufwachsen. Dort spielte er mit den Dorfjungen und vergnügte sich mit den Bauernmädchen. Er kannte das Leben der einfachen Leute und pflegte ihren Lebensstil. Er war ein Genuss-Mensch: Er aß gern, trank viel, begeisterte sich für Ball- und Brettspiele und er liebte die Mädchen, von denen er sich schon sehr früh sexuell angezogen fühlte. Seine Mutter lehrte ihn, die Natur und sein Land zu lieben und seinen Glauben zu achten. Henri liebte seine Mutter über alles und schwor ihr, alle Katholiken zu hassen bis an sein Ende. Er ahnte nicht, das der im kindlichen Übermut ausgesprochene Satz „Aut vincere aut mori! – Siegen oder Sterben!“ zum Leitspruch seines Lebens werden würde.
Schon als Kind machte Jeanne ihn zum Heerführer ihrer Armeen und schickte ihn in den Krieg gegen die Katholiken. Angetrieben von der Vision, König eines befriedeten Landes zu werden, schlachtete er seine Feinde und verlor viele Freunde. Er war ein harter Krieger, ein Kind seiner Zeit, gleichzeitig war er ein Liebender – darin lag der unlösbare Konflikt, der ihn zu zerstören drohte: Das Ringen um Frieden, Einheit und Wohlstand seiner Nation verlangte Härte, die seinem inneren Wesen fremd war.
Nach dem Tod der erbberechtigten Söhne von Katharina de Medici erhob Henri als Erster Prinz von Geblüt Anspruch auf die französische Krone. Doch erst nach seinem Übertritt zum Katholizismus konnte er Frankreichs Thron besteigen. Er war der erste König aus dem Haus Bourbon. Henri IV. baute das zerrüttete Land wieder auf. Das Edikt von Nantes, das allen Bewohnern seines Königreiches freie Religionsausübung zusicherte, war einer der bedeutendsten Erlasse seiner Regierungszeit. Mit Hilfe seines Freundes Rosny, des späteren Herzogs von Sully, der ab 1597 Finanzminister war, erlebte Frankreich einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Straßenbau und die Landwirtschaft wurden modernisiert.
Henri ließ Kanäle und Häfen anlegen und hob die Zölle für Getreide auf. Der Staatshaushalt war nach der Tilgung einer 200-Millionen-Livres- Staatsschuld ausgeglichen, die Verwaltung reorganisiert. Überflüssige königliche Ämter wurden abgeschafft. Die Gewalt ist stark. Stärker ist die Güte. Die Begegnung mit der Philosophie des Humanismus hat sein Leben verändert. Henri blieb sich selbst treu. Er wollte ein menschlicher Herrscher sein. In dieser frühen Phase der Aufklärung widerstrebte ihm der Gedanke an Gottesgnadentum, er wollte Frankreich zum „Vorposten der menschlichen Freiheiten“ gestalten.
In einem Gespräch mit Karl Emanuel I. von Savoyen äußerte Heinrich den Wunsch: „Wenn mir Gott zu leben erlaubt, werde ich dafür sorgen, dass es in meinem Land keinen Bauern gibt, der sonntags nicht sein Huhn im Topf hat!“ („Si Dieu me prête vie, je ferai qu’il n’y aura point de laboureur en mon royaume qui n’ait les moyens d’avoir le dimanche une poule dans son pot!“). Er hat sein Ziel erreicht. Henri war ein großer Herrscher und Liebhaber, obwohl seine äußere Erscheinung dagegen spricht: Er war klein, drahtig, schon mit 34 Jahren völlig ergraut. Sein Gesicht war gegerbt wie die Haut eines Seefahrers.
Das Leben auf dem Schlachtfeld hatte ihn nachhaltig geprägt: Weil er ständig zu Fuß oder im Sattel unterwegs war, legte er wenig Wert auf Äußerlichkeiten. Frauen aus höheren sozialen Schichten beklagten, dass er nach Schweiß und Pferdemist roch. Henri war auch nicht überdurchschnittlich gebildet, er beherrschte die Umgangsformen bei Hofe nicht. Er konnte zwar reiten und kämpfen, aber die Esskultur blieb ihm bis zu seinem Lebensende fremd. Was machte ihn also zum Liebling so vieler Frauen? Seine Natürlichkeit, seine Leidenschaft, sein Charme, sein Sinn für Gerechtigkeit – und die Gabe, seine Gefühle zu zeigen, mit Leidenschaft zu arbeiten, zu lieben und zu genießen.
Zeitlebens blieb er den einfachen Menschen tief verbunden. Oft mischte er sich inkognito unter sein Volk, um zu erfahren, wie seine Politik aufgenommen wurde. Er war immer großzügig – politisch wie materiell. Nicht selten entschädigte er die Bauern für die von ihm verursachten Kriegsschäden. Henri war in erster Ehe mit Marguerite de Valois (Margot) verheiratet. 1599 verlobte er sich mit Marie de Medici, die damals als die reichste Erbin Europas galt. Nachdem im Dezember die Ehe mit Margot durch Papst Klemens VIII . annulliert wurde, konnte die Heirat zwischen Marie und Henri stattfinden. Grund für die Annullierung der ersten Verbindung war die Kinderlosigkeit der Ehe.
Henri IV. starb mit 57 Jahren am 14. Mai 1610 durch die Hand François Ravaillacs, der im Auftrag von Henris Frau Marie handelte. Bis heute ist aber nicht zweifelsfrei geklärt, ob der Attentäter nicht doch andere Auftraggeber hatte – die Zahl der Attentate auf den König waren – mit 18 Versuchen – außergewöhnlich hoch. Der Dauphin, Maries Sohn, wurde im Alter von neun Jahren als Ludwig XIII . Henris Nachfolger. Die Regierungsgeschäfte führte seine Mutter, die kurz zuvor zur Königin gekrönt worden war.
Eure Meinung zu "Henri 4"
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Eure Kommentare zu "Henri 4":
oiram Wie wär's denn mit nem Tütchen Deutsch...?!
lea 1,2 gesehen voll geil denn firten und alle dann gucke ich i love twilight
2001 erwarb Regina Ziegler die Filmrechte an Heinrich Manns Roman HENRI QUATRE. Sieben Jahre hat es gedauert, bis das außergewöhnliche Budget von fast 20 Millionen Euro aufgebracht war. HENRI 4 ist eine Produktion der Ziegler Film GmbH & Co. KG in Co-Produktion mit Geteve (Frankreich), dem Institut del Cinema Catalá/ICC (Katalonien), der Wega Film (Österreich), den Sendeanstalten WDR (federführend), BR, SWR, MDR, NDR, der DEGETO und Arte sowie France 2, Arte France Cinéma, ORF und Televisio de Catalunya, außerdem der B.A. Produktion GmbH der Arri Group und der MMC Independent GmbH.
Gefördert wurde der Film von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Filmförderfonds DFFF, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem FilmFernsehFonds Bayern FFF, der Filmförderung Baden-Württemberg, der Filmförderungsanstalt FFA und dem MEDIA Programm der Europäischen Union.
HENRI 4 kommt im Verleih der Central Film in die Kinos. Der Weltvertrieb liegt in den Händen der Bavaria International. Zum ersten Mal wurde in Deutschland ein großer historischer Spielfilm im HD-Format mit der neuentwickelten D21-Kamera gedreht. Der erste Drehtag von HENRI 4 war ein so genannter „Vorab-Drehtag“: Am 25. August 2008 entstand die Szene „Henri am Meer“ am Brodtner Steilufer bei Lübeck.
Es folgten vier intensive Tage mit 300 Komparsen und 75 Stuntleuten: Die Schlachtformationen wurden geprobt. Am 1. September 2008 begannen die offiziellen Dreharbeiten in der Tschechischen Republik: In Bilina filmte man die Schlachtsequenzen. Duchcov diente als Garten des Louvre, Vysluni doubelte die Basilika von Saint-Denis. In der Invalidovna in Prag drehte man die Louvre-Innenszenen. Die Schlucht „Amerika“ bei Morina diente als Außenmotiv für die Berge von Pau, wo Henri seine Kindheit verbrachte.
Ende Oktober zog die Crew um nach Bourges in Frankreich. Hier entstanden die Außenaufnahmen der Schlösser und Stadtpaläste: Gedreht wurde in Bannegon, Bourges und Buranlure. Die Schloss-Innenräume fand man in Deutschland: in Kommern, Myllendonk, Adendorf und Bubenheim bei Köln. Straße und Marktplatz von Paris wurde in den MMC Studios in Köln nachgebaut.
Mitte Dezember wechselte das Team zum letzten Mal den Standort: Es ging nach Bayern. Hier entstanden unter anderem die Aufnahmen während der Jagd und Henris Flucht. Gedreht wurde bei Garmisch-Partenkirchen, an der Loisach bei Kochel und in einem Waldstück in der Jachenau. Die Dreharbeiten endeten am 22. Dezember 2008. Sie dauerten 72 Tage. Insgesamt filmte die Crew in 21 Städten und Dörfern. Die Besetzungsliste verzeichnet 71 Schauspieler. Am 3. September entstanden Teilsequenzen des Bild 69: die große Schlacht. An diesem Tag waren über 750 Menschen am Drehort im Einsatz. Vor der Kamera agierten sechs Schauspieler, 378 Komparsen, 96 Stuntleute und 40 Pferde. Hinter der Kamera arbeiteten 282 Team-Mitglieder unter Verwendung von drei großen und acht kleinen Digital-Kameras.
Statement Jo Baier
Ich möchte, dass man begreift, warum wir diesen Film machen mussten. Es geht um Humanismus in einer inhumanen Zeit. Wir führen die Menschenliebe gegen den Fanatismus ins Feld, die Großzügigkeit gegen den Hass.
Henri kämpfte sein Leben lang gegen Fanatismus, für Glaubensfreiheit und ein geeintes Europa. Ziele, die wir auch heute noch nicht erreicht haben, die angesichts von Terroranschlägen und Glaubenskriegen von trauriger Aktualität sind.
Einen Kostümschinken über einen französischen König der Renaissance wollten wir nicht drehen! Es wird keine Ausstattungsorgie und kein Perückenfestival! HENRI 4 sollte anders werden: Einfach und unmittelbar, Kostüm und Ausstattung auf das Nötigste beschränkt, konzentriert auf die Darsteller, ihre Motive, ihre Emotionen, ihre Psychologie; glaubwürdig müssen wir sein, aber nicht selbstverliebt in die Opulenz des Möglichen. Dafür lieber lebendiger, ungeschminkter, geradezu dokumentarischer. Ich möchte, dass man alle diese Menschen ganz nah erlebt, ganz authentisch und direkt; Henri und all die anderen müssen so gegenwärtig werden wie Menschen von heute, sie müssen uns anspringen und nicht als historische Gestalten im Goldrahmen erscheinen, weit weg und längst vergessen.
Ich wollte in historischem Gewand einen ganz und gar modernen Film erzählen, etwas, was ich selbst so noch nicht gesehen habe. Oder höchst selten. Einen historischen Film, der so gedreht ist wie ein Film von heute: bewegt, schnell, aggressiv in Schnitt, Bild und Ton. Nichts ausgezirkelt, nichts einem Gemälde gleichend. Im Gegenteil! Nicht die Schönheit der Renaissance interessiert mich, sondern ihre Nähe zu unserem Heute, die uns ja mit Shakespeare sehr unmittelbar vor Augen tritt. Mit dokumentarischer Rauheit will ich dabei vorgehen; so will ich die Stadt beschreiben, das Land, die Bauern und die Höflinge; als hätte es damals schon den Dokumentarfilm gegeben; so will ich die Hochzeit schildern und den Krieg. Man muss das alles riechen, spüren, mit allen Sinnen erfahren und begreifen können, miterleben, betroffen sein, nicht genüsslich betrachten, schon gar nicht distanziert! Natürlich wird der Hof anders aussehen als die Schlachtfelder. Aber köstlich oder kulinarisch wird weder das eine noch das andere! Ein ungebärdiger Film sollte das werden, der frechste, den ich je gemacht habe. Und der mutigste.
Statement Regina Ziegler
Als die Nazis Deutschland beherrschen, setzt Heinrich Mann sein Menschenbild dagegen. Für ihn gewinnt es Gestalt im von ihm heiß geliebten Frankreich, in der noch immer lebendigen Legende von König Henri Quatre, den sie „den guten König Henri“ nannten.
Krieg im Namen des Glaubens – da kennt die Geschichte viele Beispiele. Vor Henri und auch noch viel später: Mal sind es Katholiken gegen Protestanten, zuletzt in Nordirland. Mal sind es Islamisten gegen die westlichen Christen wie derzeit zwischen Kabul und Beirut, zwischen Islamabad und Manhattan. Dabei zeigt sich in allen diesen Fällen: Der Glaube wird auch als Instrument politischer Macht eingesetzt. Oft ist er nur das Gewand, in dem sich die Machtgier verhüllt und zugleich zeigt. Hinter dem Glauben verstecken sich Politiker, denn sie brauchen Gründe, um zu rechtfertigen, was sie anrichten – Hass und Verrat, Krieg und Vernichtung. Das war im 16.Jahrhundert nicht anders als heute.
Henri Quatre und seine Geschichte sind für mich daher immer beides: die sehr lebendige, sehr konkrete, sehr persönliche Geschichte eines Mannes, der die unheimliche Verbindung von Politik und Glaube, die furchtbaren Folgen des Missbrauchs der Religion an sich erlebt und sichtbar macht, der diese Verbindung und zuletzt sich selbst zerstört. Und gleichzeitig die absolut zeitlose Fabel eines unzerstörbaren Humanisten, ein „Das war einmal“ und „Das ist noch immer so“.
Statement Ulrich Wickert
Während seiner ersten Frankreichreise 1893 begegnete Heinrich Mann dem Thema seines Lebens: der Geschichte von Henri Bourbon, König von Navarra, der unter seinem Herrschernamen Henri Quatre berühmt wurde.
Zwar begann er die Niederschrift seines Romans noch in Berlin, aber es sollten vier Jahrzehnte vergehen, bis Heinrich Mann die Arbeit an dem mehr als 1500 Seiten umfassenden zweibändigen Roman abschließen konnte. Er schrieb „Die Jugend des Königs Henri Quarte“ und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“ im französischen Exil. Nach seiner Flucht vor dem braunen Terror in Deutschland suchte er nach einer Möglichkeit, sich literarisch zu positionieren. So konzipierte er seinen historischen Roman auch als metaphorische Projektion der deutschen Verhältnisse. Figuren seines Romans tragen die Züge von Hitler und Goebbels. Die feudalistisch-reaktionäre, katholische „Liga“ unter Führung des Lothringers Guise, die mit Gewalt und Terror ihre Macht zu erhalten suchte, steht metaphorisch für die Nazis. Heinrich Mann nutzte die Form des historischen Romans als Mittel der politischen Kritik und positionierte sich so klar gegen die Nazi-Diktatur. Eine mutige Haltung, die im politischen Diskurs nicht ohne Resonanz blieb. Georg Lukács untersuchte den ideellen Zusammenhang von Zeitkritik und historischen Roman. Auch von Arnold Zweig, Lion Feuchtwanger und Hermann Kesten wurden die beiden Romane als Meisterwerke antifaschistischer Literatur gefeiert.
Die Bedeutung der beiden Bücher erwächst heute nicht mehr aus seiner Zeitkritik, sondern aus der Ermutigung, in einer Zeit humanistischen Werteverfalls von der Macht zu erzählen, die von menschlichem Reichtum ausgehen kann. In seinem letzten großen Roman hinterlässt uns Heinrich Mann den Entwurf eines humanistischen Königs.
Nachhaltiger noch als mit dem von ihm erlassenen Toleranzedikt von Nantes, mit dem er einen Ausgleich zwischen den Hugenotten und den Katholiken seines Reiches zu schaffen suchte, ging er mit der Sentenz in die Geschichtsbücher ein: „Paris ist eine Messe wert“. Menschlichkeit ging ihm vor Doktrin.
Henri steht für die frühe Zeit der Aufklärung als Folge der kalvinistischen Reformation. Seine Königswürde verband er nicht mit Gottesgnadentum, er wollte Frankreich zum „Vorposten menschlicher Freiheiten“ gestalten. Und jeder Franzose sollte es sich leisten können, am Sonntag „ein Huhn im Topf“ zu haben.
Die Renaissance als Geburtsstunde eines Menschenbildes, das uns heute noch interessieren kann? Heinrich Mann erzählt die lange Geschichte von Geburt bis zur Ermordung des Königs furios und in einem Stil, der heute ganz modern wirkt.
Er zeichnet den Mächtigen als einen Liebenden, gleichzeitig zeigt er den unlösbaren Konflikt, in dem sich der Herrscher befindet: das Ringen um Frieden, Einheit und Wohlstand seiner Nation verlangt Härte, die seinem inneren Wesen widerstrebt.
Henri ist ein Suchender, ein Lernender, der sich seinen Gefühlen hingibt, der eine humanistische Grundeinstellung hat. Henris Menschlichkeit, seine Großzügigkeit, und sein Sinn für Gerechtigkeit sind wesentliche Züge, die in vielen Szenen des Romans dargestellt sind. Henri und seine Wegbegleiter haben eine Vision, sie wollen ein besseres Leben gestalten. Georg Lukács nennt diese Vision „Utopie einer großen menschlichen Gemeinschaft für „Freiheit, Vernunft und Menschlichkeit“. – Eine Idee, die immer noch auf ihre Verwirklichung wartet.
Statement Hellmuth Karasek
Von den Hugenotten wissen wir üblicherweise, dass sie sich streitbarer, rigoroser und sittenstrenger als die Lutheraner in Deutschland von Roms Kirche protestantisch abwandten. Ihr Gründer Calvin lebte und herrschte in einer Art Gottesstaat in Genf. Von dort aus breitete sich seine Lehre nach Frankreich aus, fasste schnell Fuß unter dem Adel und dem aufstrebenden und wohlhabender werdenden Bürgertum.
Rund hundert Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg, der Deutschland für lange Zeit verwüsten sollte, brachen in Frankreich in immer neuen Schüben Hugenotten-Kriege aus, unterbrochen von Edikten, die einen Religionsfrieden mit dem staatlich herrschenden Katholizismus herzustellen suchten und in blutigen Exzessen mit gnadenlosen Verfolgungen endeten. Furchtbare kriegerische Metzeleien waren die Folge. Der schlimmste pogromartige Exzess: die Bartholomäusnacht von 1572, bei der allein in Paris über 30.000 Hugenotten in einer Nacht abgeschlachtet wurden und der wochenlange Verfolgungen in der Provinz folgten. Immer wieder erholten sich die Hugenotten und erstarkten, bis Ludwig XIV. sie endgültig aus Frankreich vertrieb. Sie flohen in protestantische Länder, die sie aufnahmen, England, die Niederlande und vor allem Preußen. Heinrich August Winkler schreibt in seiner soeben erschienenen „Geschichte des Westens“, dass Brandenburg und Preußen den größten geistigen, politischen und wirtschaftlichen Nutzen von den geflohenen Hugenotten zogen.
Ähnlich wie die Juden nach deren Tolerierung und Gleichberechtigung, ist der Einfluss der Hugenotten gar nicht hoch genug einzuschätzen. Noch der letzte DDR-Ministerpräsident de Maizière war ein Hugenotten- Nachkomme, Theodor Fontane, der große Schöpfer des Gesellschaftsromans in Deutschland, war Hugenotte, Hölderlins große Liebe, Suzette Gontard, stammt aus einem großzügigen, kulturell wichtigen hugenottischen Frankfurter Bankhaus. Die Ähnlichkeit mit der liberalen jüdischen Kultur, die sich in toleranten Zeiten wohltuend in deutschen Universitätsstädten und literarischen Salons ausbreitete, ist ein Werk der Hugenotten. Wenn zum Beispiel jetzt der Historiker Winkler die Konstituierung der freiheitlich westlichen Welt mit der dazu gehörigen kapitalistischen Ordnung begründet, wenn Max Weber die Wurzel der amerikanischen Nation im Puritanismus, und deren Glaube an den „Pursuit of Happiness“ für die europäisch-amerikanische westliche Ordnung für die wesentliche Grundlage hält, so weiß man um die entscheidende Rolle, die die Hugenotten und die aus ihnen hervorgehenden Puritaner für die Ordnung der Welt spielen. In Frankreich, wie gesagt, erlitten sie ähnliche Verfolgungen und Pogrome wie die Juden aus ähnlichen Gründen.
Von Heinrich IV wissen wir üblicherweise, dass er, von hugenottischer Geburt, die französische Krone erbte und deshalb zum Katholizismus übertreten musste. Sein Ausspruch „Paris ist eine Messe wert“ ist sprichwörtlich geworden. An die Regierung gelangt, hat er das Edikt von Nantes von 1598 geschaffen, das den Hugenotten völlige Gewissensfreiheit mitten im katholischen Frankreich zusicherte. Von Heinrich IV. wissen wir auch, dass es die Lebensmaxime dieses lebenslustigen (und damit für Hugenotten untypischen) Königs war, dass jeder Untertan, auch das wieder sprichwörtlich, „jeden Sonntag ein Huhn im Topf“ haben sollte. In der Tat war der materielle Wohlstand unter seiner Regentschaft legendär, als auch die Hugenotten, und erst recht sie, wie „Gott in Frankreich“ lebten. Wir wissen außerdem von ihm, dass er von einem papistischen Fanatiker ermordet wurde. Die Hinrichtung des Mörders übrigens ist eine der grausigsten Überlieferungen der sadistischen Mordgier eines rächenden Staates.
Von Heinrich Mann wissen wir, dass er schon 1925 bei einer Reise durch Südfrankreich auch nach Pau kam, wo Heinrich von Navarra geboren wurde. Er fasste den Plan, die Lebensgeschichte dieses von ihm bewunderten Königs in einem Roman zu verarbeiten. Dieser Roman erschien 1935 und 1938 in zwei Teilen. Sechs Jahre hat Heinrich Mann an seinem Opus Magnum gearbeitet. In der Emigration wurde die Geschichte Heinrich IV. zu seiner Herzensangelegenheit. Im Kampf gegen die Intoleranz, die sich durch Nationalismus und Faschismus in Europa auszubreiten begann, und deren Opfer auch der lebenslustige Heinrich Mann wurde. Anders als sein Bruder Thomas war Heinrich Mann stets nach dem Westen orientiert, er liebte die Lebenslust und Sinnlichkeit Frankreichs, er liebte die Freude aller Sinne, wie sie sich am Fuße der nördlichen Pyrenäen ausbreitete.
Lebensfreude unter der Sonne des Midi, eine reiche Landschaft mit römischem Erbe, all das war Heinrich Mann behaglicher als das kalte preußische Deutschland, zumal nach dem Ersten Weltkrieg, dessen Untertanengeist und Kadavergehorsam er in seinen satirischen Romanen („Professor Unrat“ und „Der Untertan“) gegeißelt hatte. Es war in dieser Zuwendung zum Westen auch eine Anti-Haltung zu seinem kleineren und bald größeren Bruder Thomas, der sich in den Gedanken eines Unpolitischen scharf gegen die westliche Lebensweise und Demokratie als Staatsform abgesetzt hatte. Erst unter den schrecklichen Erfahrungen des Nationalsozialismus wurde auch Thomas Mann ein glühender Anhänger des westlichen Liberalismus, wie sein Bruder schon vorher.
Henri IV - der Roman heißt in seinen zwei Teilen „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“, ist also, wenn man so will, ein verzweifeltes geschichtliches Refugium, aus dem der Autor, aus Deutschland verjagt und geflohen, seine innere Kraft zu schöpfen suchte. Und mit der Beschwörung der Gestalt des Königs literarisch einen Widerstand gegen die herrschende Intoleranz, wie sie sich von Deutschland über die Welt ausbreitete, aufbauen wollte. Der dickleibige Roman ist ein historischer Roman, der mit der Jugend des Königs beginnt, der in den Pyrenäen unter der Obhut seiner streng protestantischen Mutter aufwächst.
Er ist mit Katharina von Medici verwandt, von der er als möglicher Erbfolger nach Paris an den korrupten und intriganten Hof gerufen wird. Er erlebt und inszeniert hugenottische Aufstände gegen die Katholiken, führt ein ausschweifendes, vergnügtes Leben, ein Draufgänger, dem alle Standesdünkel fremd sind und der an seinem Hofe stets eine Kumpanei aus allen Ständen duldet. Und der dennoch seinen Glauben ernst nimmt. Dynastisch wird er dann mit der Schwester des Königs Karl IX. verheiratet, kommt an den mörderischen Hof Katharinas, wo er die Bartholomäusnacht überlebt. Und da alle Kronprätendenten wegsterben, wird er König von Frankreich, eben, nachdem er zum Katholizismus übergetreten ist. Heinrich Mann hat die Bartholomäusnacht unverhohlen parallel zur Reichskristallnacht geschrieben. Er wusste, was moderner Fanatismus anrichten kann. Der zweite Teil des Romans schildert die mühselige Vollendung der persönlichen Geschichte des Königs und seines politisch sozialen Werks. Er billigt seinem Volk Glaubensfreiheit zu und schafft so die Voraussetzung für den politischen Frieden, der lange im Lande herrscht. Seine große Liebe, Gabriele d‘Estrées, wird von einer päpstlichen Camerilla zerstört, sie und ihre Leibesfrucht ermordet. Der König deutet ihren Tod als Vorzeichen seines eigenen Endes: „Die Wurzel meines Herzens ist tot und wird nicht wieder treiben.“ Seine zweite Frau, die landfremde Marie von Medici, schenkt ihm die gewünschte und Rom genehme Nachkommenschaft, intrigiert aber mit ihrer florentinischen Verwandtschaft gegen sein Reformwerk: Es ist der „Große Plan“, der einen Völkerbund der christlichen Nationen Europas zum Ziel hat. Heinrich Mann macht Henri zum Ahnherrn des modernen revolutionären Sozialismus.
Wörtlich in „Henri Quatre“: „Seither wäre er Bolschewik genannt worden, indessen hieß er Ketzer, und die wirklichen Zusammenhänge blieben im Dunkeln.“ Der von dem fanatischen Jesuiten Ravaillac ermordete König blickt nun von der Höhe einer Wolke herab, hält eine Schluss- Ansprache: Eine Utopie des Ewigen Friedens, ein sich ankündigendes „Goldenes Zeitalter“. Frankreich soll, so Heinrich Mann, der „Vorposten der menschlichen Freiheiten werden, die da sind: die Gewissensfreiheit und die Freiheit, sich satt zu essen.“ Es ist ein Roman von utopischer Größe, der die Schwierigkeiten, einen historischen Roman in der Moderne zu schreiben, durch kühne Techniken und Collagen, Rückblenden und Zeitsprünge meistert. Leider wurde er vom Publikum in Deutschland, als er das Land verspätet erst nach dem Ende des Krieges erreichte, nicht angenommen, jedenfalls nicht wie seine satirischen Romane und vor allem nicht wie das Spätwerk seines Bruders Thomas Mann. Heinrich Mann starb einen Tag, bevor er aus der Emigration, die er arm, krank und verbittert, teilweise von der Gnade seines reichen Bruders abhängig, in Kalifornien durchlebte, nach Deutschland zurückkehrte. Er war von der DDR zum Präsidenten der Akademie für Sprache und Dichtung ausgerufen worden, als Garant eines besseren Deutschland. Weder diese Ehre noch die wahrscheinlich zwangsläufige Enttäuschung und Ernüchterung hat er noch erlebt.
Einen Film nach diesem groß angelegten und auf seine Weise großartigen Roman zu machen, ist ein kühnes, ebenfalls großartiges Unterfangen. Regina Ziegler als Produzentin hat es gewagt und zu einem glücklichen Ende gebracht. Der Film zeichnet den Roman in lebensfrohen Szenen, finsteren Intrigen und brutalen Exzessen der Lebenszeit des Königs nach. Er nutzt, neben den Erfahrungen des historischen Films, den er durchaus modern und realistisch aufrauht, die offenen Möglichkeiten einer neuen künstlerischen Freiheit, die er für die durchaus angebrachte Brutalität der Schlachtenszenen und für die Vergewaltigung der Medici in der Hochzeitsnacht einsetzt. Die Lebensfreude des ungestümen Königs wird ebenso sichtbar wie seine Verdüsterungen unter der historischen Einsicht.
Statement Cooky Ziesche
Im Herbst 2001 legte die Produzentin Regina Ziegler dem Regisseur Jo Baier und mir zwei Bücher auf den Tisch: Heinrich Manns Romanbände DIE JUGEND DES KÖNIGS HENRI QUA TRE und DIE VOLLENDUNG KÖNIG HENRI QUA TRE mit 1500 Roman-Seiten. Wir haben uns in dem fast unerschöpflichen Material frei bewegt – herausgekommen ist eine moderne Heldengeschichte.
Der Film zeichnet das bewegende Psychogramm eines Renaissance-Herrschers, der als der „gute König“ nicht nur in die französische, sondern in die europäische Geschichte einging; er war einer der ersten wahren Humanisten auf dem Königsthron. Die Filmgeschichte ist nicht nur eine Abrechnung mit der Barbarei des Nationalsozialismus, wie sie Heinrich Mann im Auge hatte, sondern die Abrechnung mit der Barbarei einer Dynastie oder der Diktatur überhaupt – und darum sehr politisch und sehr modern. Die Autoren zeigen den Mächtigen als einen Liebenden: Henri liebt die Natur, das Land seiner Kindheit, die Frauen.
Er ist ein hartgesottener Krieger und damit ein Kind seiner Zeit. Aber gleichzeitig ist er zu großen Gefühlen fähig – darin liegt ein unlösbarer Widerspruch, der ihn zu zerstören droht. Er will den Frieden, aber seine Feinde zwingen ihm den Krieg auf. Er übt selbst Gewalt aus, um seine humanistischen Ziele zu erreichen – eine moralische Falle, der er zeitlebens nicht entkommen kann.
Krieg im Namen des Glaubens: Zu Lebzeiten Henris kämpften die protestantischen Hugenotten gegen die Katholiken. Der blutige Glaubenskrieg der Moderne heißt Terrorismus. Heute stehen sich Muslime und Christen feindlich gegenüber. Und es geht auch heute nicht um die Frage, welche Religion den wahren Glauben für sich in Anspruch nehmen darf, sondern es geht um Macht und Einfluss.
Aufgrund dieser Erkenntnis erließ Henri das Edikt von Nantes. Darin garantiert er nicht nur den Protestanten das Recht auf Glaubensausübung, sondern proklamiert Glaubensfreiheit überhaupt – alle Religionen wurden von ihm gleichgestellt. Deshalb wird es als das Toleranz-Edikt bezeichnet. Die historische Figur Henri IV. hatte enorme Bedeutung für die politische und kulturelle Entwicklung in Europa. Er legte mit seinen humanistischen Gedanken das Fundament für den bürgerlichen Humanismus. Mit seinem Versuch, als erster Humanist zu regieren und zu leben, schuf er die Voraussetzung für das Demokratieverständnis unserer Zeit. Die elementaren Thesen, dass Gewalt nicht der Wille Gottes sein kann, dass Konflikte nicht mit Gewalt gelöst werden dürfen, mündeten in den Gedanken, dass die Würde des Menschen unantastbar ist – gleich welcher Nation, welchem Glauben oder welcher sozialen Schicht er angehört. Das ist die Basis und die Vision eines menschenwürdiges Zusammenlebens. Henri ist ein König der Renaissance, der aber den modernen Menschen von heute emotional und intellektuell sehr nahe steht.
Mit der Verfilmung des Romans wollen wir auch auf seine herausragende literarische Qualität aufmerksam machen. Heinrich Mann wird von der Literaturkritik völlig zu Unrecht in den Schatten des jüngeren Bruder Thomas gestellt. Heinrich war ein begnadeter Schriftsteller und Chronist seiner Zeit – leider fehlt es bisher an entsprechender Anerkennung.
Produzentin Regina Ziegler sagt dazu: „In den letzen 35 Jahren habe ich in kein Projekt von Ziegler Film mehr Leidenschaft und Energie, aber auch mehr Bereitschaft zum Risiko gesteckt als in dieses. Ich habe das getan, weil es sich um einen der großen deutschen Stoffe der Weltliteratur handelt, der aus unerfindlichen Gründen bis heute nicht die gebührende Aufmerksamkeit gefunden hat. Ich wünsche mir, dass sich das mit unserem Projekt nun ändert.“

