Brothers Trailer und Filmkritik
FSK Film: 12 | FSK Trailer: 12 | Länge: 105 Min | Kinostart: 27.01.2011 | Release: 24.06.2011 (DVD&BD)
© Koch Media | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? |
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US Trailer zum Film
Ausschnitte aus dem Film
Blick hinter die Kulissen
Jake Gyllenhaal im Video-Interview
Natalie Portman im Video-Interview
Tobey Maguire im Video-Interview
Schauspieler:Jake Gyllenhaal, Natalie Portman, Tobey Maguire, Clifton Collins Jr., Bailee Madison, Sam Shepard, Mare Winningham, Taylor Geare, Patrick Flueger, Carey Mulligan, Omid Abtahi, Navid Negahban, Ethan Suplee, Arron Shiver, Ray Prewitt
Die Story:Captain Sam Cahill (Tobey Maguire) ist ein erfolgsverwöhnter junger Mann. Verheiratet mit seiner Highschool-Liebe Grace (Natalie Portman), Vater von zwei Töchtern und für seine Dienste in der Armee mehrfach ausgezeichnet, zieht er nun zum vierten Mal in den Einsatz in Afghanistan. Zu seinem Abschiedsessen hat er, gegen den Wunsch von Grace, auch seinen Bruder Thommy (Jake Gyllenhaal) eingeladen. Thommy ist das genaue Gegenteil seines Bruders: Gerade aus dem Gefängnis entlassen, schlägt er sich auf nonchalante Art durchs Leben. In die Rolle des schwarzen Schafes der Familie hat er sich ergeben gefügt, kann er doch vor allem in den Augen seines Vaters (Sam Shepard), selbst Vietnamveteran, nicht bestehen. In Afghanistan wird Sams Helikopter bereits beim ersten Gebirgsflug abgeschossen. Da man ihn in dem unwegsamen Gelände nicht bergen kann, wird Sam für tot erklärt. Der Schock lähmt Grace und ihre beiden Töchter. Thommy steht ihr zur Seite und versucht, die Familie zu stützen und Verantwortung zu übernehmen. Seine Anwesenheit scheint den Kindern gut zu tun, wodurch auch Grace beginnt, ihn mit anderen Augen zu sehen. Doch Sam ist nicht tot. Als er - zermartert von der grausamen Gefangenschaft - in die Heimat zurückkehrt, hat sich alles verändert: Seiner Familie begegnet er verschlossen, feindselig und vor allem misstrauisch. Thommy, der in seinem Leben eine neue Rolle gefunden hat, gerät in Sams Visier. Er beginnt einen Kampf zu führen, der die Grundfeste der gesamten Familie erschüttert...
Hintergrund:Mit dem intimen Drama und Familienportrait kommt der Oscar®-nominierte Regisseur Jim Sheridan (Im Namen des Vaters, Mein linker Fuß) zurück auf die große Leinwand: In BROTHERS versammelt er mit Tobey Maguire (Spider Man, Wonder Boys), Natalie Portman (Hautnah, Star Wars), Jake Gyllenhaal (Prince of Persia: Der Sand der Zeit, Brokeback Mountain) und Sam Shepard (Don’t come knocking) einen beeindruckenden Cast. BROTHERS reflektiert die tiefgreifenden Einflüsse von Krieg und Schuld auf die Menschen, stellt dabei jedoch nicht die Erlebnisse der Soldaten vor Ort in den Mittelpunkt, sondern zeigt die Auswirkungen auf ihr Leben zuhause: Kraftvoll und ohne Sentimentalität erzählt Sheridan vor diesem Hintergrund von dem sich wandelnden Verhältnis zweier Brüder. Das Drehbuch stammt aus der Feder von David Benioff (25 Stunden, Der Drachenläufer) in Anlehnung an den dänischen Film Brødre von Susanne Bier und Anders Thomas Jensen. Frederick Elmes (Broken Flowers, Blue Velvet, Wild at Heart) liefert mit seiner Kamera intensive, unter die Haut gehende Bilder.
Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: Dolby Digital
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Eure Meinung zu "Brothers"

♥: sehenswerte, engagierte Darsteller, wichtiges Thema massentauglich verpackt
−: unfokussierte Story, streckenweise emotional unterentwickelt, klischeebeladen
Mit Kain und Abel hat die Geschichte der Beziehung zwischen Brüdern schon mal ganz schlecht angefangen. Ähnlich wie in der biblischen Story sind die Rollen in "Brothers" anfangs klar verteilt.
Sam ist der perfekte Sohn, Ehemann und Vater, sein Bruder Tommy eine gescheiterte Existenz, gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen.
Beide leben in einem typischen Kaff irgendwo in der US-Provinz, wo man seinen Vater noch "Sir" nennt und auch sonst vermeintlich amerikanische Werte hoch hält.
Sam Cahill (Tobey Maguire) ist Offizier bei den Marines, wie schon sein traditionsbewußter Vater (Sam Shepard) und hat mit seiner extrem hübschen Frau Grace (Natalie Portman) zwei niedliche Töchter.
Aber Sams nächster Einsatz in Afghanistan steht kurz bevor und reisst die Familie auseinander.
Eines Tages bekommt Grace dann die Nachricht vor der sich jeden Soldatenfrau fürchtet: Sam´s Hubschrauber ist abgestürzt und er selbst wird für tot erklärt.
Allerdings klärt der Film schon recht schnell auf, dass Sam überlebt hat. Aber er wird von Extremisten gefangengenommen und verschleppt.
Davon ahnt Grace natürlich nichts. Sie muss mit ihren Töchtern ihr Leben irgendwie allein auf die Reihe bringen. In dieser Situtation erweist sich plötzlich Tommy (Jake Gyllenhal) als fürsorglicher
Helfer. Die Kinder blühen in seiner Gegenwart auf, er renoviert die Küche und auch Grace sieht ihn langsam nicht mehr als den verantwortungslosen Loser, der er früher war. Wie nahe sich die beiden kommen, soll nicht verraten werden, aber soviel darf man sagen: sie entdecken viele Gemeinsamkeiten.
Allzuschnell wird hier die Trauer überwunden - da kann man kaum mitleiden - und muss es auch nicht, denn das alles ist ja nur ein Irrtum vom Amt und wirklich wichtig ist nur Sams Schicksal.
Und der taucht natürlich irgendwann wieder auf. Die US-Armee hat ihn befreit. Allerdings sind in der Geiselhaft Dinge passiert, die Sam verändert haben. Und er sieht sich außerstande, seine Erlebnisse mit anderen zu teilen. Er leidet unter einem typischen Fall von PTSD (Posttraumatisches Stresssyndrom). Phasen der angespannten Ruhe wechseln sich mit extremen Wutausbrüchen ab. Und als Sam mitkriegt wie gut Grace und sein Bruder sich verstehen hilft das auch nicht gerade.
Zum Schluß haben sich die Rollen der beiden Brüder komplett gedreht. In dieser Phase wirkt Toby Maguire wie Robert DeNiro in "Taxi-Driver": Travis Bickle als Familienvater ! Das ist schon eine unheimliche Vorstellung. Nur Natalie Portman ist eine Fehlbesetzung, selbst wenn sie zauberhaft aussieht und gut spielt -sie wirkt in keinem Moment wie eine realistische Soldatenfrau aus der US-Provinz. Aber "Brothers" ist ohnehin hauptsächlich ein Film über Sam und sein Trauma.
Schon viele Filme haben sich mit den Problemen von Soldaten und ihren Familien befasst wie "Die Zeit mit Grace" oder "Im Tal von Elah" , "The Messenger, "Home of the brave" oider "Stop-Loss". So wird gezeigt, welche Folgen die Gewalt auch abseits der Front hat. Während der Film vordergründig keine Stellung zum Krieg bezieht transportiert er so doch eine Antikriegsbotschaft. Und er verpackt sie in ein Feelgood-Drama, dass neben den ernsten Tönen auch Platz zum Durchatmen lässt, wenn die eigentlich trauernden Kinder Geburtstag feiern oder Eislaufen gehen. Ohnehin kommt die Trauer um den vermeintlich toten Sam sehr kurz. Viel zu schnell arrangiert die Familie sich mit der Situation.
Währenddessen durchlebt Sam im Lager seiner Kidnapper ein Martyrium, das besser in einen Chuck-Norris-Film passen würde. Berichte über gefangene Amerikaner in Afghanistan gibt es praktisch nicht und wenn Soldaten unter PTSD leiden, dann nach Anschlägen oder Gefechten. Im Film erlebt Sam so etwas nicht und gibt keinen einzigen Schuß ab. Eine glaubwürdige Kriegsdarstellung ist das nicht. Hier gibt der Film seine Allgemeingültigkeit auf. Dennoch gibt es in "Brüder" einige wirkliche berührende Szenen, besonders die Familienzusammenkünfte am Esstisch bringen die Konflikte schmerzhaft auf den Punkt. Auch Tommys Wiedersehen mit einem seiner früheren Opfer hinterlässt bleibenden Eindruck, denn anfangs denkt man glatt, der Ex-Knackie wolle wieder mal eine Bank ausrauben, so schuldbewußt wie er vor dem Gebäude herumlungert. Aber dann nimmt die Szene einen ganz anderen Verlauf.
Brothers ist ein ansehnlicher, gut gemeinter Film - und damit für Jim Sheridan einer seiner schwächsten Filme. Aber neben erstklassigen Dramen wie "Mein linker Fuß" oder "In America" hat er schließlich auch die 50-Cent-Pseudo-Biographie "Get rich or die tryin´"auf die Leinwand gebracht. Er ist also auch nicht unfehlbar. Genauso wenig wie der Autor David Benioff, der neben preisverdächtigen Drehbücher wie "25 Stunden" auch an "X-Men Wolverine" und "Troja" mitgearbeitet hat. Hier hat er zwar "nur" ein bestehendes Werk umgearbeitet, aber fast sämtliche seiner Amerikanisierungen wirken wie aus dem Klischeehandbuch.Dass der Film schon Ende 2009 in den USA in die Kinos kam und jetzt erst hier gezeigt wird, macht deutlich wie wenig die Kinoplaner selbst dem Film zutrauen.
Dabei darf sich jeder durch dass offene Ende selbst sein Wunsch-Happy-End basteln.
Wenn "Brothers" es durch seine etwas plakativen Konflikte, die gefällige Aufmachung und die guten Darsteller schafft, dass ein größeres Publikum sich mit dem eigentlichen Thema auseinandersetzt, hat er seine Aufgabe erfüllt. Leider plätschert der Film viel zu lange mit gebremsten Emotionen vor sich hin bis der eigentliche Konflikt sich mit enormer Wucht entfaltet: Wie kann ein Soldat die traumatischen Erlebnissen im Krieg hinter sich lassen ?
