Roller Girl Trailer und Filmkritik
Originaltitel: Whip It!
FSK Film: 12 | FSK Trailer: 0 | Länge: 110 Min | Kinostart: 01.09.2011 | Release: 04.01.2012 (DVD&BD)
© Senator | Genre: Comedy | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? |
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Schauspieler:Ellen Page, Marcia Gay Harden, Kristen Wiig, Juliette Lewis, Jimmy Fallon, Alia Shawkat, Eve, Zoë Bell, Ari Graynor, Eulala Scheel, Andrew Wilson, Landon Pigg, Daniel Stern, Drew Barrymore
Regie:Drew Barrymore
Produktion:Barry Mendel, Drew Barrymore
Drehbuch:Shauna Cross
Die Story:Die 17 jährige Bliss Cavendar lebt in einer texanischen Kleinstadt und hat die Nase voll vom Leben auf dem Dorf. Ein heimlicher Ausflug zu einem Rollerderdy in Austin weckt ihre Begeisterung für den rasanten Sport. Sie wird in das Team aufgenommen und zum gefragten Rollergirl. Zuerst läuft alles super, sie lernt einen Musiker kennen und ihre sportliche Aktivität entwickelt sich so gut, dass erser Neid entsteht. Ihre größte Rollschuh-Konkurrentin entdeckt, dass Bliss nicht alt genug ist, um ohne elterliche Einwilligung zu Derbys zu fahren und ihr neuer Freund Oliver meldet sich plötzlich nicht mehr... Und so beginnen die Probleme um ihren Traum!
Hintergrund:Drew Barrymore küsste als kleines Mädchen E.T., und seitdem ist viel Zeit vergangen. Mit WHIP IT! legt der Hollywoodstar ein lang ersehntes und gutgelauntes Regiedebüt hin, in dem sich Ellen Page (Hard Candy, Juno, Inception) nach ihrem Juno-Erfolg erneut als vielversprechendes Nachwuchstalent zeigen darf. Großartig unterstützt wird sie dabei von Schauspiel- und Musiktalent Juliette Lewis sowie einer weiteren echten Powerfrau: Zoë Bell, bekannt aus Tarantinos DEATH PROOF – TODSICHER (Death Proof, 2007). Wenn das mal keine Traumbesetzung ist! Whip It basiert auf Derby Girl - dem Bestseller von Shauna Cross. Er thematisiert u.a. die erste Liebe, wahre Freundschaft, die unkonventionelle Vorstellung von Freiheit sowie pubertätsbedingte familiäre Konflikte. Drew Barrymore verleiht der facettenreichen Geschichte dabei einen so erfrischend aufsässigen Ton, dass genau jene Mischung aus Mut und Ausgelassenheit spürbar wird, die beim Rollerderby herrscht. Fasziniert von dem coolsten Underground-Sport, den es derzeit gibt, wirft sie alle Zutaten zusammen, schüttelt sie einmal durch und macht daraus eine kraftvolle Coming-of-Age-Geschichte voller Tempo und Humor...
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Eure Meinung zu "Roller Girl"

♥: cooler Soundtrack, unverbrauchtes Setting, bezaubernde Hauptdarstellerin
−: zu lahme Sportszenen, überraschungsfreie Geschichte voller Klischees
Schon im vorletzten Jahrhundert rasten Draufgänger auf acht Rollen durch die USA. IN seinen Anfängen sahen Rollerderbys allerdings noch etwas anders aus als heute. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es dann hauptsächlich weibliche Mannschaften, die auf Rollschuhbahnen um Punkte rangen. In den letzten Jahren entwickelte sich dann ein Revival durch engagierte Amateure und inzwischen gibt es auch in etlichen deutschen und europäischen Städten Rollerderby-Mannschaften, die sich in eigenen Ligen oder bei internationalen Turnieren mit ausgeprägtem Party-Charakter messen. Die teilnehmenden Teams präsentieren sich dabei mit fantasievoll martialischen Kampstilistisch und modisch in einem Mix aus Punk, Retro, Alternative und Burlesque-Elementen.
Drew Barrymores Film zum Thema erweist dem Kult seine Referenz. IN den USA war er bereits 2008 zu sehen. Bei uns kommt er erst jetzt mit drei Jahren Verspätung in die Kinos. Man fragt sich warum, denn die Besetzung von "Roller Girl" ist mit Drew Barrymore, Ellen Page, Marcia Gay Harden und Juliette Lewis in den Hauptrollen durchaus beachtlich. Die Antwort liefert der Film, der auch an US-Kinokassen durchfiel jedoch selbst.
Widerwillig lässt die 17-jährige Bliss (Ellen Page) sich von ihrer Mutter (Marcia Gay Harden) mal wieder zu einem Schönheitswettbewerb schleppen. Dabei schreit alles an ihr von der Hornbrille über die blauen Strähnen im Haar bis zu den Springerstiefeln laut heraus, dass sie da nicht hingehört.
Als sie in einem szenigen Modegeschäft ein paar ausgeflippte Mädels auf Rollerskates sieht, ist sie dagegen vollauf begeistert. Die Girls machen Werbung für das Rollerderby. Als Bliss sich mit ihrer Freundin Pash (Alia Shawkat) heimlich dahin schleicht steht für sie fest, dass sie unbedingt dazugehören will. Die Mädels haben ihr ganz individuelles Styling, wild-witzige Künstlernamen wie "Bloody Holly" "Eva Destruction", oder "Mandy Mayhem" und machen offenbar was ihnen Spaß macht.
Aber vor dem Spaß kommt die Arbeit. Bliss kramt ihre alten Rollschuhe raus und übt in jeder freien Minute. Und tatsächlich schafft sie es beim nächsten Casting in das Team der "Hurl Scouts". Mit "Baba Ruthless" im Team lässt sich sogar die bisherige Serie von Niederlagen beenden. Der kleine Kugelblitz wird zum Liebling der Szene. Da sind allerdings noch ein paar Problemchen. Hals über Kopf verliebt sich das einstige Mauerblümchen in den Musiker Oliver (Landon Pigg). So was lenkt natürlich ab . Außerdem ist Bliss erst 17 und bräuchte daher eigentlich die Einwilligung ihrer Eltern. Aber die dürfen auf keinen Fall von ihrem neuen Hobby erfahren. Ihr Vater (Daniel Stern) ist zwar ein ganz netter Typ , steht aber komplett unter dem Pantoffel und seine Frau, Bliss´Mutter hat nur ein Ziel: Dass ihre Tochter die Wahl zur Miss Bluebonnet gewinnt. Dummerweise finden die Schönheitskonkurrenz und das wichtigste Spiel der "Hurl Scouts" am selben Tag statt. Wie wird Bliss sich wohl entscheiden ?
Drew Barrymore begann ihre Karriere im zarten Alter von 11 Monaten. Ihre bekanntesten Filme sind Welthits. "Roller Girl" ist jedoch ihr erster Vorstoß als Regisseurin. Dabei macht sie ihren Job ganz ordentlich. Aber ein herausragendes Talent beweist dennoch nicht.
Die Story besteht aus gut abgehangenen Standards aus der Klischeekiste. Die typische "Coming-of-Age-Geschichte inklusive Lovestory, Streß mit Eltern, hinterhältigen Widersachern und auf die Probe gestellten Freundschaften. Der Unterhaltungswert entsteht hier allein durch die prominente Darstellerriege. Drew Barrymore hatte keine Probleme, bekannte Namen zu verpflichten, wobei Juliette Lewis ("Natural Born Killers") als trashige Zicke und Marcia Gay Harden ("Mystic River") als verstockte Hausfrau allerdings auch nur ihr übliches Reportoire abspulen.
Auch Ellen Page, die frisch nach ihrer Oscarnominierung für "Juno" eigentlich alle Möglichkeiten hatte und für "Roller Girl" auf Sam Raimis Horrorfest "Drag me to hell" verzichtete, lässt sich hier wieder in ihre typische Rolle als nerdige Alternative-Ikone pressen.
Als Rollerderby-Neuling wirkt sie mit gerade mal 1,55 Meter aber etwas deplatziert zwischen den durchtrainierten Amazonen, darunter Stunt-Profi Zoe Bell ("Death Proof"). Tatsächlich benutzen die ihre kleine Spielkameradin auf der Bahn eigentlich nur als Spielball. Mit vereinten Kräften beschleunigen sie Bliss und schleudern sie durch die gegnerischen Spielerinnen (daher der englische Titel "Whip It"). Ihre hochgelobte Geschwindigkeit ist also eigentlich gar keine Eigenleistung. Von besonders ausgeprägten Fähigkeiten auf den Rollen ist aber ohnehin bei den wenigsten Darstellern etwas zu sehen. Die Inszenierung ist dabei kaum hilfreich, und bei jedem Duell selbst wenn die Mädels sich auf der Bahn prügeln zu behäbig und bieder. "Roller Girl" will, kann und soll natürlich gar nicht mit den ähnlich klingenden Actionschrott"Rollerball" mithalten. Aber ein bißchen mehr Dynamik hätte es doch gerne seien dürfen. Da bietet heute jede moderne Sportdoku aufregendere Bilder.
Dabei ist die Bildgestaltung im Film insgesamt hübsch. Zeitweise weiss man kaum in welcher Zeit der Film spielt, weil die Ausstatter Elemente aus den 80ern , 90ern und der Gegenwart kombinieren und so einen fast zeitlosen Look kreieren. Ein Genuß ist auch der Soundtrack, der aus alten und neuen Alternative, Punk-, und Elektrosongs von den Ramones und Peaches, The Breeders bis zu den Kings of Leon reicht (die bei Entstehen des Films längst nicht so bekannt waren wie heute).
"Roller Girl" ist als Erstlingswerk einer neuen Regisseurin durchaus gelungen, aber in diesem Beruf agiert Drew Barrymore nicht auf dem Niveau der Filme, in denen sie selbst sonst mitspielt. Man kriegt den Eindruck, dass sie das Leben "normaler" Menschen selbst nur aus Filmen kennt. Dabei sollte sie mit ihrem eigenen Background als Kinderstar und Kinder-Junkie selbst interessantere Geschichten über eine schwierige Jugend erzählen können. Frauen in Netzstrümpfen, die sich gegenseitig zu lauter Rockmusik verdreschen. das klingt doch eigentlich nach einem herrlich trashigen Filmspaß. Aber der Film bietet stattdessen nur alte Klischees und die Sportszenen können nie wirklich mitreißen. Wenn man die Deko poliert, hätte man eine Art Disney Highschool-Musical on Wheels. Das können auch die sehenswerten Darsteller, die mit Spaß bei der Sache sind, nicht rausreißen.
