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Der Andere Film Trailer


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FSK Film: 12 | Länge: 85 Min | Kinostart: 01.07.2010 | Release: 22.10.2010 (DVD)
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Schauspieler:Antonio Banderas, Abigail Canton, Amanda Drew, Romola Garai, Kas Graham, Laura Linney, Liam Neeson, Laurence Richardson

Die Story:Peter und Lisa führen seit 25 Jahren die perfekte Ehe. Beide sind auf dem Höhepunkt ihres beruflichen Erfolges, sind zwar sehr gegensätzlich, scheinen sich aber hervorragend zu ergänzen. Doch bei einem Abendessen stellt Lisa ihrem Mann die unerwartete Frage: Ist es möglich, zwei Menschen gleichzeitig zu lieben? Als Lisa spurlos verschwindet, entdeckt Peter, dass die Liebe seines Lebens Geheimnisse vor ihm hatte. Eine E-Mail führt ihn nach Mailand und direkt zu Ralph, der in Lisas Leben offenbar eine wichtige Rolle gespielt hat. Zug um Zug lernt er den fremden Nebenbuhler und seine Lebensgeschichte beim Schach kennen. Nicht nur auf dem Spielbrett entsteht ein spannendes Duell zwischen den beiden Männern, zwischen dem lebenshungrigen Ralph und dem enttäuschten Ehemann. Und immer mehr überraschende Wahrheiten über Lisas Doppelleben kommen ans Tageslicht...

Hintergrund:DER ANDERE basiert auf einer Kurzgeschichte des Bestsellerautors Bernhard Schlink (Der Vorleser) aus dem Erzählband Liebesfluchten. Nach TAGEBUCH EINES SKANDALS mit Judi Dench und Cate Blanchett (vier Oscar®-Nominierungen) und dem Oscar®-prämierten Film IRIS mit Kate Winslet und Judi Dench, ist DER ANDERE das aktuelle Werk von Regisseur Richard Eyre, wieder mit Star-Besetzung. Neben Welt-Star Antonio Banderas, der den erfindungsreichen Liebhaber gibt, ist Liam Neeson als rachesüchtiger Ehemann zu sehen. Laura Linney spielt eindrucksvoll die Rolle der Lisa, die jedem der beiden Männer eine völlig andere Person zeigt und gekonnt zwischen treu-sorgender Ehefrau und Femme Fatale wechselt. DER ANDERE bietet dem Betrachter eine komplexe, facettenreiche Story über ein sehr aktuelles Thema unserer Zeit an, ohne zu bewerten.




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♥: Solide Darsteller, elegante Bilder, gedämpfte Dramatik
−: etwas konstruiertes Szenario, das überraschende Ende wird viele verärgern.

Liam Neeson macht sich auf die Suche nach dem Liebhaber seiner Frau....und Antonio Banderas hat dabei Glück, dass er hier nicht auf den Liam Neeson aus "96 Hours" trifft. Denn diesmal spielt Neeson keinen Ex-Agenten auf dem Rachetrip, auch wenn seine Figur zumindst zeitweise durchaus Mordgedanken hegt.

Gleichzeitig drängt sich ein Vergleich mit Liam Neesons vorletztem Film "Chloe" auf. Auch da spielte er den charmanten, scheinbar perfekten Ehemann, dessen Beziehung ins Chaos gestürzt wird. Und auch dort wurde der unbedarfte Kerl zum Opfer der Leidenschaften seiner Frau.


Irgendwo zwischen 96 Hours und Chloe pendelt also "Der Andere". Weder Fisch noch Fleisch.

Vordergründig erzeugt der Film Spannung, indem mit der Möglichkeit gespielt wird , Peter könnte seinen Konkurrenten Ralph ermorden. Dabei geht es eigentlich darum, ihn zu verstehen - und damit den Grund herauszufinden, warum seine Ehe gescheitert ist. Was hat er was ich nicht habe ?

Nach und nach lernt Peter seinen Rivalen kennen - und natürlich auch dessen Schwächen. Die dafür aus der Kurzgeschichte übernommene Metapher des Schachduells ist allerdings denkbar platt und altbacken. Tatsächlich ist dies eher ein Ehedrama und kein Thriller, auch wenn zeitweise absichtlich ein anderer Eindruck vermittelt wird.

Das ist nicht das einzige Mal, dass der Zuschauer in die Irre geführt wird. So fragt man sich doch im Laufe der Zeit, wo eigentlich die Frau steckt, um die hier gerungen wird.. Und die zum Finale präsentierte Auflösung (die hier nicht verraten werden soll) ist dann eine ziemliche Überraschung - auch für ihren Geliebten. Ralph. Peter dagegen wusste die ganze Zeit über Bescheid - und dass man als Zuschauer im Dunklen gelassen wurde, obwohl man die Geschichte aus seiner Perspektive erlebt, nährt schon das Gefühl verarscht worden zu sein.

Auch wenn dem Film nur eine Kurzgeschichte (von Bernhard Schlink) zu Grunde liegt, kann der Film nicht die darin behandelten Ideen transparent rüberbringen. Die Kernfrage ob man zwei Personen gleichzeitig lieben kann, wird zwar angeschnitten ( und am Ende auch gelöst). Im Verlauf des Films geht dieses Thema allerdings unter. Wer diese Geschichte nicht kennt, wird über den tieferen Sinn des Films oft grübeln. Darüber können die sehenswerten Darsteller nur zeitweise hinwegtrösten, wobei Antonio Banderas, Liam Neeson und auch Laura Linney wenig überraschendes bieten und nur ihr übliches Repertoire zeigen.

Regisseur Richard Eyre hat zuletzt exzellente Dramen in Serie produziert: "Iris", "Stage Beauty" und "Tagebuch eines Skandals". Da darf man schon einiges erwarten. Und die Erwartungen kann er diesmal nicht erfüllen. Weder dem eigenen Standard noch den Anforderungen an eine hochkarätige Literaturverfilmung wird "Der Andere" gerecht. Er liefert zwar erlesene Bilder und ein interessantes aber auch nicht neues Psychospielchen zweier Männer, die dieselbe Frau lieben. Laura Linney und Liam Neeson spielen allerdings denkbar blass und austauschbar. Ein behäbiges Ehedrama, dass mit etwas weniger Starpower und weniger Glamour auch am Mittwochabend im Ersten laufen könnte.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht