Blind Side Film Trailer
Freigegeben ab 6 Jahre | Länge: 128 Min | Kinostart: 25.03.2010 (=neuer Termin)
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| © Warner Bros. Pictures
TRAILER-TIPPS
Infos zum Film
Vom Obdachlosen zum Football-Millionär, das ist eine Geschichte, die Hollywood liebt. Aber hier hat der vielversprechende Aufsteiger keinerlei Ehrgeiz.Er braucht Hilfe und bekommt sie auch. So ist `Blind Side´doch ein eher untypisches US-Drama MF
Das macht:

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Darsteller:Sandra Bullock, Kathy Bates, Kim Dickens, Tim McGraw, Quinton Aaron, Rhoda Griffis, Ray McKinnon, Lily Collins, Jae Head, Jennifer Rose Locke, Ashley LeConte Campbell
Die Story:Der Teenager Michael Oher (Quinton Aaron) ist praktisch obdachlos und auf sich allein gestellt, als ihn Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock) zufällig auf der Straße sieht. Nachdem sie erfährt, dass der junge Mann, der da im eisigen Winter nur in kurzen Hosen und T-Shirt herumläuft, in die Schulklasse ihrer Tochter geht, besteht sie darauf, ihn aus der Kälte zu holen. Ohne zu zögern lädt sie ihn ein, die Nacht im Haus der Tuohys zu verbringen. Aus der spontanen, menschlichen Geste wird schnell gegenseitige Zuneigung. Es dauert nicht lange, da gehört Michael zur Familie – trotz großer sozialer und kultureller Unterschiede. Anfangs fällt es dem Teenager sehr schwer, sich in seiner neuen Umgebung zurecht zu finden. Doch die Familie hilft Michael unermüdlich und auf jede erdenkliche Weise, sein eigenes Potential zu erkennen und auszuschöpfen. Die Tuohys wiederum gelangen durch Michaels sanfte, liebenswerte Art zu wertvollen Selbsterkenntnissen, die ihnen sonst womöglich verborgen geblieben wären. Michael Oher macht schließlich eine beispiellose Karriere: Er steigt zum umjubelten nationalen Footballstar auf.
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„Der ideale linke ,Tackle‘ ist riesig. Er hat einen breiten Hintern und massige Oberschenkel. Er hat lange Arme, gigantische Pranken und blitzschnelle Füße. So eine Kombination ist sehr selten und kostspielig, aber eine Anschaffung, die sich lohnt, wie man spätestens seit Lawrence Taylor und dem ,Monday Night Game‘ weiß. An dem Tag hat er nicht nur Joe Theismanns Leben für immer verändert, sondern auch meins.“
Leigh Anne Tuohy in „Blind Side“
Familie und Football hatten in Michael Ohers Leben nie eine Rolle gespielt. Und dennoch veränderten genau diese beiden Dinge sein Leben schließlich für immer.
Michael wuchs ganz auf sich allein gestellt in Memphis’ Armenviertel auf, das treffend „Hurt Village“ genannt wird – seine Zukunftsaussichten waren düster, er war praktisch chancenlos. Doch dann trat Naturgewalt Leigh Anne Tuohy in sein Leben und krempelte es um. Was folgte, möchte man kaum glauben … wenn es sich nicht wirklich ereignet hätte. Michael wurde in die Tuohy-Familie aufgenommen, die seine Fähigkeiten auf und jenseits des Footballfeldes förderte und mit ihrem Engagement eine inspirierende Erfolgsgeschichte in Gang setzte, die noch längst nicht abgeschlossen ist.
Dazu sagt Regisseur/Drehbuchautor John Lee Hancock: „Eigentlich erzählen wir zwei verschiedene Geschichten, von denen die eine der Frage nachgeht: Wer ist Michael Oher, und warum meinten es die Sterne so gut mit dem Jungen aus den Armenvierteln von Memphis? Auf der anderen Seite ist es eine großartige Story über eine einzigartige Familiengeschichte, bei der eine außergewöhnliche Mutter-Sohn-Beziehung im Mittelpunkt steht. Dabei wirkte Sport, genauer gesagt Football, als treibende Kraft. Doch Michael hätte genauso gut ein Tänzer oder Pianist werden können – das hätte keinen Unterschied gemacht. Die gemeinsamen Erlebnisse von Michael und der Tuohy-Familie bilden das Herzstück unseres Films.“
Sandra Bullock, die Leigh Anne Tuohy spielt, sagt: „Das Wunderbare an der Geschichte ist, dass sie sich ganz anders entwickelt, als man zuerst denkt. Und das ist es doch, was das Leben letztlich ausmacht. Ich dachte, das Drehbuch würde ausschließlich von Football handeln, bis ich es gelesen und realisiert habe, dass es eigentlich um Familie geht.“ Sie ergänzt, obwohl es offensichtlich ist, wie sehr sich die Tuohys für Michael eingesetzt und engagiert haben, „beruhte dieses Verhältnis durchaus auf Gegenseitigkeit. Es war sicher eine gute Tat, den jungen Mann auf so liebevolle und großzügige Weise bei sich aufzunehmen. Aber im Gegenzug brachte er Seiten an der Familie zum Vorschein, von denen sie nicht einmal wussten, dass sie ihnen fehlten. Scheinbar hatten sie allen Erfolg und Spaß der Welt, aber erst als Michael aufkreuzte, wirkte er, wie ein fehlendes Puzzle-Stück.“
Bullocks Einschätzung kann die echte Leigh Anne Tuohy nur bestätigen: „Ich glaube, Michael hat unser Leben viel mehr beeinflusst als wir seines. Man nimmt so viel als selbstverständlich an, aber als Michael bei uns einzog, erkannten wir durch ihn, wie sehr wir vom Glück verwöhnt wurden. Wir betrachteten das Leben danach aus einem völlig anderen Blickwinkel.“ Michael Lewis, Autor des Baseball-Bestsellers Moneyball, beschrieb in seinem Buch The Blind Side: Evolution of a Game, wie Michael Oher Teil der Tuohy-Familie wurde. Auch dieses Buch wurde zum Bestseller. Der Autor verrät, dass er nur durch eine Reihe von Zufällen auf die Geschichte von Oher und den Tuohys gestoßen ist. „Für jemanden, der das als eine Art Wunder interpretieren möchte, gibt es wirklich genügend Beweise“, lacht er.
Lewis, der mit Leigh Annes Ehemann Sean Tuohy die Highschool besuchte, hatte seinen alten Klassenkameraden eigentlich kontaktiert, weil er ihn für einen Artikel über ihren gemeinsamen Baseballtrainer der Schule interviewen wollte. Was letztlich dazu führte, dass er Michael kennen lernte und von seiner außergewöhnlichen Beziehung zu den Tuohys erfuhr.
Sein Buch The Blind Side vergleicht Michaels Lebensgeschichte mit dem linken ,Tackle‘ beim Football und gewährt einen detaillierten Einblick, wie diese Position durch ein einziges, unvergessliches Spiel immens an Bedeutung gewonnen hat: nämlich als Lawrence Taylor Quarterback Joe Theismann im November 1985 zu Fall brachte und dabei so schwer verletzte, dass Theismann seine Karriere beenden musste.
Als jemand, der einen rechtshändigen Quarterback vor dem schützt, was in seinem toten Winkel liegt und er deshalb nicht sehen kann (seine „blinde“ Seite), steht ein guter linker ,Tackle‘ auf der Gehaltsliste oftmals gleich an zweiter Stelle nach dem Quarterback. Michael Lewis sagt: „Anfangs dachte ich, das sei bizarr, weil doch den linken ,Tackle‘ eigentlich fast niemand beachtet. Doch als ich mich näher damit auseinandersetzte, merkte ich, dass der Markt die unglaublich wichtige Bedeutung dieser Position erkannt hat und sie eine ganz spezielle Physis von dem Spieler verlangt: ein Elefant, der gleichzeitig eine Ballerina sein muss; eine bessere Beschreibung fällt mir nicht ein. Das interessierte mich. Als mir Sean dann noch erzählte, dass Michael für die Position des linken ,Tackle‘ umworben wurde, sah ich augenblicklich vor mir, wie das alles inhaltlich zusammenpassen würde und Sinn ergab.“
Tim McGraw, der Sean Tuohy im Film spielt, sagt, man müsse kein Sportfan sein, um „Blind Side“ (Blind Side – Die große Chance) zu lieben. „Ob man sich nun für Football oder Sport überhaupt interessiert oder nicht, ist egal. Die Geschichte, die dem Film zu Grunde liegt, ist so herzerwärmend, dass jeder etwas mit ihr anfangen kann.“
Produzent Broderick Johnson stimmt zu: „Der Reiz der Story besteht darin, dass sie viel Herz, Humor und Sport miteinander verbindet, der ja in den letzten Jahren eher mit Negativ-Schlagzeilen in Verruf geraten ist. Heutzutage konzentrieren sich Nachrichten doch hauptsächlich darauf, was alles schief läuft. Dies ist endlich einmal ein positives Beispiel, weil es sowohl Michael Oher als auch die Tuohy-Familie verändert hat. Eine inspirierende Story aus einer Welt, die sich immer stärker in Privilegierte und Habenichtse aufteilt. Sie zeigt, dass man sehr wohl ein ,barmherziger Samariter‘ sein kann und daraus genauso viel Gewinn ziehen kann, wie derjenige, dem man hilft. Unser Film ist sehr unterhaltsam, aber auch unglaublich wirkungsvoll, was das angeht.“
Einer der Unterschiede zu ähnlich gearteten Projekten besteht darin, dass diese Phase in Michaels Leben noch fortdauerte, als das Buch herauskam und der Film in Angriff genommen wurde. Dazu Produzent A. Kosove: „Die Geschichte ist immer noch gar nicht abgeschlossen, aber ich glaube, dass sich daraus weniger Probleme als Gelegenheiten ergeben. Sie ist sehr zeitgemäß, gerade im 21. Jahrhundert, wo wir langsam begreifen, dass gar kein allgemeiner Familientypus mehr existiert. Wir leben in einer Gesellschaft unterschiedlichster Familienkonstellationen, die höchstens noch eines gemeinsam haben: die Liebe zu- und Unterstützung füreinander. Ich finde das wunderbar, eine Botschaft, mit der Menschen von heute wirklich etwas anfangen können.“
Die Tatsache, dass „Blind Side“ (Blind Side – Die große Chance) in der Gegenwart spielt, kam Hancock sehr gelegen. Er sagt: „Ich habe das Buch geliebt und sehr ausführlich mit Michael Lewis gesprochen, der übrigens ein fantastischer Schriftsteller ist. Aber, es ist natürlich auch ungemein wichtig, mit den wahren Menschen hinter der Story zu reden, anstatt bloß über sie zu lesen. Die Zeit, die wir mit den Tuohys und Michael verbringen durften, war von unschätzbarem Wert.“
Für die Tuohys war es irgendwie komisch zu sehen, wie dieses Kapitel ihres Lebens erst zu einem Bestseller und dann zu einem Kinofilm wurde. Dazu Sean Tuohy: „Als Michael Lewis das erste Mal anrief, wollte er einen netten, kleinen Artikel über uns schreiben. Wie sich daraus Buch und Film entwickelt haben, können wir immer noch nicht ganz begreifen“, lacht er.
„Die Tuohys empfingen uns mit offenen Armen und breiteten ihr Leben vor uns aus. Dadurch fühlten wir uns sehr verantwortlich, ihnen wirklich auch gerecht zu werden“, sagt Bullock. „Wir wollen die Zuschauer unterhalten, aber gleichzeitig sollen sie das Kino mit dem Gefühl verlassen, diese Menschen wirklich kennen gelernt zu haben. Auch John war es sehr wichtig, dass wir unbedingt bei der Wahrheit bleiben. Das habe ich an der Zusammenarbeit mit ihm besonders geschätzt; er ist ein wunderbarer Filmemacher.“
Kosove fügt an: „John Lee Hancock und Alcon Entertainment können bereits auf eine über zehnjährige Zusammenarbeit zurückblicken. Er ist ein fantastischer Autor und ein großartiger Regisseur. Wir wussten, er würde diesen Film nach vorn katapultieren – oder sollte ich sagen: ins Ziel bringen? Denn genau das ist ihm gelungen.“
Produzent Gil Netter ergänzt, dass jeder, der an dem Film beteiligt war, ob vor oder hinter der Kamera, „ein gemeinsames Ziel vor Augen hatte. Die Schauspieler und die Crew wollten dieser außergewöhnlichen Geschichte und den beteiligten Menschen gerecht werden. Dadurch wurde die ganze Produktion zu einer ungemein befriedigenden und erfüllenden Erfahrung, von Anfang bis Ende. Ich bin sehr stolz auf diesen Film.“
„Dieses Team ist Deine Familie und die musst Du beschützen … Tony ist Dein Quarterback. Du deckst seine ,blinde‘ Seite. Wenn Du ihn ansiehst, denk’ dabei an mich. Wie Du mir den Rücken freihälst.“
Leigh Anne Tuohy in „Blind Side“
Das Casting zu „Blind Side“ (Blind Side – Die große Chance) begann mit Sandra Bullock, „die erste und einzige Wahl für die Rolle der Leigh Anne Taohy“, wie Kosove sagt.
Bullock erinnert sich, wie sie das Skript las. „Es war wunderschön geschrieben, es hatte den richtigen Rhythmus und alles passte zusammen. Ich war begeistert, wie viel Spielraum John den Figuren gegeben hat … jede einzelne macht eine eigene Entwicklung durch.“
Dennoch bedurfte es einiger Überredungskünste von Hancock, um Bullock davon zu überzeugen, die Rolle der eigensinnigen Frau und Mutter anzunehmen, die Michael Oher aus reiner Güte und Menschlichkeit buchstäblich und im übertragenen Sinne aus der Kälte holt.
Hancock erinnert sich: „Sandy gefiel das Drehbuch sehr, aber sie wusste erst nicht, wie sie Leigh Anne darstellen sollte. „Wir trafen uns und sie stellte alle möglichen Fragen, doch ich konnte ihr nicht die Antworten liefern, nach denen sie suchte.“
„Das war meine größte Sorge“, bestätigt sie. „John versuchte, mir die Figur zu erläutern, aber seine Erklärungen reichten mir nicht. Ich hatte das Gefühl, das noch etwas fehlt.“
Hancock erzählt weiter: „Sandy war verständlicherweise frustriert, dass ich nicht in der Lage war, den Charakter angemessen zu beschreiben. Aber der Grund liegt auf der Hand: Leigh Anne ist einfach unbeschreiblich, das macht sie ja so wunderbar und einzigartig. Schließlich sagte ich, ,Sandy, du musst sie einfach treffen.‘ Wir flogen nach Memphis und ich stellte die beiden einander vor. Wir verbrachten einen ganzen Tag mit Leigh Anne und erlebten alles, was dazugehört: Verrücktheit und Chaos und Spaß und Lachen, und dann haben wir auch noch in der kurzen Zeit viel geschafft. Am Ende des Tages sagte Sandy zu mir, ,Okay, jetzt bin ich im Bilde.‘ Sie hatte Leigh Annes Naturgewalt am eigenen Leib erlebt, und wir machten uns schnell aus dem Staub.“
„Nach diesem Gesamteindruck wurde mir klar, warum es John so schwer fiel, sie zu beschreiben“, sagt die Schauspielerin. „Wie soll man diese Energie in Worte fassen? Ich war nach einem einzigen Tag mit ihr völlig ausgelaugt. Ihr gelingt es irgendwie immer, genau das zu tun, was sie will und wie sie es will. Egal, was sie dafür in Kauf nehmen muss, sie setzt ihren Kopf durch. Ich kann nur sagen: Gäbe es mehr Leigh Anne Tuohys, wäre die Welt ein besserer, harmonischerer und produktiverer Ort … so lange alle nach ihrer Pfeife tanzen“, lacht Bullock. „Ich hatte wirklich Bammel, sie zu spielen, aber es war eine Aufgabe, die ich nicht ablehnen konnte. Sie ist so ein wunderbarer Mensch.“
Dabei reichte es Bullock nicht, sich ausschließlich Leigh Annes Persönlichkeit anzueignen. Sie wollte auch aussehen und sprechen wie sie. Aus diesem Grund färbte Bullock ihre charakteristischen brünetten Haare blond und arbeitete mit Sprechtrainerin Francie Brown an Leigh Annes Akzent sowie ihrem Tonfall und Sprachrhythmus.
Um möglichst effektiv zu sein, musste Brown das Original selbst studieren bzw. hören. Leigh Anne Tuohy beschreibt es so: „Sie hat mich geradezu verfolgt. Sie rief an und sagte, ,Sag Leigh Anne 30 Mal hintereinander auf. Sag Sean.‘ Es gab Worte, die sollte ich immer und immer wieder wiederholen, ich dachte im Stillen, ,Was hast du bei den ersten dutzend Malen nicht mitbekommen?‘ Sie war echt hartnäckig, aber hat großartige Arbeit geleistet“, lächelt sie.
Bullock, die auch aus dem Süden der USA stammt, fügt an: „Viele meinen, Südstaatenakzent sei Südstaatenakzent, dabei gibt es sehr viele verschiedene. Aber es ging gar nicht bloß um Leigh Annes Akzent. Meine Sprechtrainerin erklärte mir, dass bei Leigh Anne wichtig ist, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Diese Intentionen zusätzlich zum Dialekt in den Griff zu bekommen, hat wirklich sehr geholfen. Dabei habe ich gar nicht versucht, sie genau zu kopieren, denn dann landet man schnell bei einer Karikatur. Aber wenn es uns nicht gelungen wäre, ihre unvergleichliche Art einzufangen, wie sie mit dem Leben umgeht, wären wir hoffnungslos gescheitert. Anders gesagt: Wir wollten so viel von dem einfangen, was Leigh Anne ausmacht, wie irgend möglich.“
Wegen Leigh Anne Tuohys starker Persönlichkeit war es „schwierig“, wie Hancock sich ausdrückt, ihren Mann Sean Tuohy zu besetzen. Der Regisseur erklärt weiter: „Wenn man die Tuohys erlebt, merkt man schnell, dass sie das Energiebündel ist, während er wie Klebstoff alles zusammenhält. Sean ist völlig bei sich und fühlt sich sehr wohl in seiner Haut. Er verfügt über diese Ex-Sportler-Südstaaten-Haltung; er strahlt dieses typische stolze Selbstbewusstsein aus.“
„Dafür brauchten wir einen Schauspieler, der genügend Leinwandpräsenz besitzt, um neben Wirbelsturm Leigh Anne zu bestehen“, bestätigt Johnson. „Einen, der Sean die gleiche Bedeutung wie Leigh Anne verleiht, obwohl die Rolle viel kleiner ist.“
In Country-Superstar Tim McGraw hätten sie gefunden, was sie suchten, sagt Hancock. „Als Tim McGraws Name fiel, hielt ich das sofort für eine großartige Wahl. Er brachte alles mit, was uns wichtig war, und seine Schauspielerei hatte ich immer schon bewundert. Seine Besetzung wirkte auf uns wie ein Selbstgänger, und er stellte sich als absolut fantastisch heraus. Ich habe die Arbeit mit ihm sehr genossen.“
Tatsächlich passte Tim McGraw noch viel besser, als ursprünglich angenommen. Sowohl McGraw als auch Sean Tuohy sind beide in Louisiana aufgewachsen, und, wie Sean ist auch der Schauspieler schon sein Leben lang sportbegeistert. McGraw: „Ich habe immer Sport getrieben. Ich wollte sogar mal Profi werden … bis ich dann aufs College kam und mir eine Gitarre gekauft habe. Der Rest“, er grinst, „ist Geschichte.“ McGraw sagt aber auch, dass die Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Sean Tuohy nur ein weiterer Grund gewesen sei, die Rolle anzunehmen. „Sean ist ein durchweg guter Typ. Was er und seine Familie für diesen Jungen getan haben, wirkte sehr inspirierend auf mich und ist wirklich toll – die ganzen Anstrengungen, die sie auf sich genommen haben, die Zeit und die Liebe, die sie gegeben haben. Außerdem sehe ich selbst gerne positive Sportfilme, denn Sport kann dir sehr viel über dich und das Leben beibringen, wenn man ihn richtig macht.“
McGraws Worte werden durch die Geschichte der Hauptfigur von „Blind Side“ (Blind Side – Die große Chance) geradezu bestätigt. Es stellte sich schnell heraus, dass es die schwierigste Aufgabe der Filmemacher war, die Rolle des Michael Oher zu besetzen. Sie brauchten einen Schauspieler im richtigen Alter und mit Michaels ungewöhnlich großer Statur, der dessen Zurückhaltung vermitteln konnte.
Hancock sagt: „Der Castingprozess für Michael Oher war lang und anstrengend; es war wie die sprichwörtliche Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Wir suchten bundesweit, fuhren in viele verschiedene Städte und beauftragten lokale Castingdirektoren damit, einen Schauspieler zu finden, der unseren Anforderungen körperlich und geistig entsprach. Wir brauchten eine sehr spezielle Kombi, kurz gesagt: einen sanften Riesen.“ Die perfekte Kombination von Größe und Persönlichkeit fanden sie schließlich in dem aufstrebenden jungen Schauspieler Quinton Aaron, der in New York zum Vorsprechen für „Blind Side“ (Blind Side – Die große Chance) kam. Zwei Wochen später wurde er nach Los Angeles geflogen, um Hancock und die Produzenten kennen zu lernen.
„Wir haben uns viele Schauspieler angesehen, aber keiner passte richtig zu der Rolle“, erinnert sich Hancock. „Als ich Quintons Bewerbungsvideo sah, spürte ich gleich, dass er etwas bot, was den anderen fehlte. Und als er dann zur Tür hereinkam, wollte ich ihn instinktiv gleich umarmen. Seine Ausstrahlung hat mich sofort gefangen genommen. Außerdem hat er ein ausdrucksstarkes Gesicht, das einen sofort in seinen Bann zieht; wenn er einen mit seinen Rehaugen ganz still ansieht, spürt man augenblicklich eine Geschichte dahinter, die man unbedingt erfahren möchte.
Mein Bauchgefühl sagte mir gleich: das ist der Richtige für die Rolle … und dass wir sein Leben damit auf spektakuläre Weise verändern würden.“ Als Aaron erfuhr, dass er Michael Oher spielen sollte, fühlte er sich „wie in einem zu schönen Traum“, sagt er und ergänzt, dass er zu seiner Leinwandfigur eine starke Verbindung spüre. „Als ich die Geschichte las, stellte ich fest, dass wir sehr viel gemeinsam haben. Wir kannten beide unsere Väter nicht. Ich war, genau wie er, das größte Kind in der Schule. Ich war wie er ein sehr zurückgezogenes, stilles Kind, schüchtern. Außerdem spielte ich ab einem gewissen Punkt Football, allerdings nicht besonders gut.“
Hancock bemerkt: „Ich wusste zwar, dass Quinton in der Highschool ein bisschen Football gespielt hat, doch im Film musste er auf dem Spielfeld eine richtig gute Figur abgeben. Deshalb engagierten wir für ihn Trainer, die ihm mit Diäten und Work-outs zu Leibe rückten. Er verlor sehr viel Gewicht und – das war das Entscheidende – sah bald wie ein Athlet aus.“ Aaron, der während der Rollenvorbereitung über 45 kg abnahm, erinnert sich: „Ich war entschlossen, alles Erforderliche über mich ergehen zu lassen. Wenn man seinen Beruf liebt, will man 110 Prozent geben. Vor Beginn der Dreharbeiten absolvierte ich ein siebenwöchiges, intensives Training mit zwei Trainingseinheiten täglich, das auch während des Drehs fortgesetzt wurde. Ich nannte John Lee Hancock ,Coach Lee‘, weil er mich stets ermutigte und mir bei allem, was ich tat, ein gutes Gefühl gab. Er ist ein großartiger Typ. Ich fühlte mich sehr geehrt, mit ihm, Sandy und Tim zusammenarbeiten zu dürfen. Die beiden haben mich ebenfalls sehr inspiriert. Wir hatten so viel Spaß; ich habe jede Minute genossen.“
Auch zwei junge Schauspielkollegen machten wie Aaron bei „Blind Side“ (Blind Side – Die große Chance) ihre ersten Erfahrungen mit einer großen Hollywoodproduktion: Lily Collins, die Tuohys Teenager-Tochter Collins spielt; und Jae Head, der den zehnjährigen Sohn Sean Junior, genannt SJ spielt, der der Erste ist, der sich mit Michael in der Schule anfreundet.
„Wir haben gemeinsam viel gelernt und Erfahrungen ausgetauscht, was sehr viel Spaß gebracht hat“, sagt Lily Collins. „Von Anfang an fühlten wir uns wie Geschwister. Quinton nahm mich unter seine Fittiche und bezeichnete sich als meinen Leibwächter; er ist ein großer, sanfter Teddy. Wir hatten eine ähnliche Beziehung zueinander wie Collins und Michael. Und dann noch Jae! Vom ersten Moment an haben wir uns gegenseitig geneckt und wie ein kleiner Bruder und seine große Schwester aufgeführt.“ Jae Head sagt, seine Filmfigur sei viel mehr als nur ein Freund und Bruder für Michael. „SJ ist auch sein Trainer, was ich richtig cool fand. Er ist sehr loyal seinem großen Bruder gegenüber und würde alles für ihn tun, um ihm zu helfen. Er bringt ihm einige Kniffe des Footballspielens bei, und ich glaube wirklich, es ist größtenteils SJ zu verdanken, dass Michael im College die ,Left Tackle‘-Position bekommen hat“, lächelt er.
Außerhalb des Spielfeldes war es in erster Linie Michaels Tutorin Miss Sue, die dafür sorgte, dass Michael im College aufgenommen wurde. Sie gehört längst selbst zur großen Tuohy-Familie und wird von Academy- Award®-Preisträgerin Kathy Bates gespielt – die zufälligerweise aus derselben Gegend in Memphis, Tennessee stammt wie ihre Filmfigur. Das hat der echten Miss Sue ganz besonders gefallen, sie sagt: „Sie war perfekt, um mich zu spielen. Ich fühle mich sehr geehrt.“
Bates gesteht: „Miss Sue und ich haben uns zwar nicht getroffen, aber lange am Telefon miteinander gesprochen. Es stellte sich heraus, dass wir nur einen Steinwurf voneinander entfernt aufgewachsen sind. Ihre Stimme und ihre Geschichten über Michael zu hören, hat mir sehr geholfen. Michaels vollständige Geschichte war mir erst gar nicht bekannt, doch nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, hat sie mich sehr bewegt. Besonders weil sie sich wirklich so ereignet hat und noch längst nicht abgeschlossen ist. Ich bin sicher, das Publikum wird die Geschichte lieben. Sie ist aktuell, wahr und beweist die goldene Regel: Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.“
Ein besonderes Vergnügen bereitete es den Filmemachern, den echten SEC-College-Coach von Michael Oher für „Blind Side“ zu verpflichten, der sich selbst spielt. Die ausführende Produzentin Molly Smith war dafür verantwortlich, dass er und diverse andere Trainer für das „Blind Side“- Team antraten. „Wenn man, wie ich, im Süden aufwächst, kommt man am SEC-Football gar nicht vorbei. Ich bin ein großer Fan, deshalb hat es mir besonders viel Spaß gebracht, dass ich die ganzen Jungs der Liga anrufen und sie bitten durfte, sich im Film selbst zu spielen. Der größte Anreiz war für sie natürlich, Sandra Bullock kennen zu lernen. Und am schwierigsten war es, die Logistik auszuarbeiten. Sie mussten an bestimmten Tagen am Set sein, waren nebenbei ja aber auch noch ein bisschen mit ihrem normalen Job beschäftigt“, scherzt sie. „Aber sie fanden es schon toll, hier runter zu fliegen, sie hatten eine tolle Zeit.“
Die Coaches im Film sind: Nick Saban, ehemals Trainer der LSU (Louisiana State University) und jetzt in Alabama tätig; Tommy Tuberville, Ex- Trainer von Auburn; Houston Nutt, der in Arkansas als Trainer tätig war und nun an der Ole Miss (University of Mississippi) arbeitet; Phil Fulmer, der in Tennessee arbeitete; Ed Orgeron, ebenfalls Ex-Trainer an der Ole Miss und jetzt stellvertretender Cheftrainer in Tennessee; und der legendäre Lou Holtz, der in South Carolina erfolgreich war.
„Das war der schönste Tag meiner Karriere, als ich die ganzen Trainer kennen lernen und mit ihnen arbeiten durfte, ich bin ein wahnsinnig großer College-Football-Fan“, sagt Hancock.
Beim Dreh der Rekrutierungssequenz sagte Hancock einfach zu ihnen, sie sollten das tun, was sie am besten können: etwas verkaufen. „Sie sind geborene Händler; das machen sie tagein, tagaus und alle waren sehr gut vor der Kamera. Lou Holtz wollte mich für das Team von South Carolina gewinnen“, lacht er.
„Weißt Du, als ich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag herumgefahren bin, um Dich zu finden, ging mir eins nicht aus dem Kopf … ich weiß, ich hätte Dich das schon vor langer Zeit fragen sollen, aber möchtest Du eigentlich überhaupt Football spielen?“
„Blind Side“ entstand fast komplett in Atlanta, Georgia, das Memphis, Tennessee doubelte. Der ausführende Produzent Timothy M. Bourne erklärt: „Die meisten Städte in den Südstaaten sind sich auf gewisse Weise ähnlich, und Atlanta ist sowohl geografisch als auch gefühlt nicht allzu weit von Memphis entfernt. Außerdem lässt es sich dort wunderbar drehen. Es gibt dort eine riesige Filmcrew-Basis mit einer sagenhaften Infrastruktur. Die Vorzüge und Menschen dort sind unschlagbar. Besser geht’s nicht.“
Produktionsdesigner Michael Corenblith sagt über die Gestaltung des Memphis-Hintergrunds: „Ich dachte an die Bilder des Fotografen William Eggleston, der seit jeher in und um Memphis lebt und arbeitet. Ich wusste, dass sein Blick auf und sein Gefühl für die Gegend sehr gut zum Film passen würden. Deshalb hatte ich einen seiner Bildbände dabei, als John Lee und ich uns trafen. Und nachdem Kameramann Alar Kivilo zu unserem ersten Treffen das gleiche Buch mitbrachte, wusste ich, wir sind auf dem richtigen Weg.“
Beim Design der Sets kam es Corenblith vor allem darauf an, den Gegensatz zwischen dem reichen East Memphis, wo die Tuohys leben, und dem armen Hurt Village auf der anderen Seite der Stadt zu betonen. Ein privates Anwesen im gehobenen Stadtviertel Buckhead in Atlanta diente als Haus der Tuohys und reflektierte den Geschmack von Leigh Anne Tuohy, die als Innenarchitektin arbeitet. „Leigh Anne war unglaublich zuvorkommend und ließ unsere Set-Dekorateurin Susan Benjamin in ihrem Haus recherchieren“, sagt Corenblith. Susan verbrachte zwei Tage mit der Familie, so dass wir Leigh Annes Deko-Stil nachbilden konnten.“ Kostümdesigner Daniel Orlandi wurde ebenso freundlich aufgenommen, was die Gestaltung der Kostüme enorm erleichterte.
Die renommierten Atlanta International School und The Westminster Schools, beide ebenfalls in Buckhead, doubelten die Privatschule Wingate Christian School, wo Michael Ohers außergewöhnlicher Werdegang beginnt und er auch zum ersten Mal den Tuohys begegnet.
Am anderen Ende des Spektrums war Hurt Village, das in einer nahezu verlassenen Sozialbausiedlung in East Atlanta nachgestellt wurde. Corenblith erzählt: „Wir hatten großes Glück auf dieses Areal zu stoßen, das für den Abriss vorgesehen war und deshalb schon fast komplett leer stand. Es entsprach in Größe und Fläche ungefähr Hurt Village und repräsentiert das genaue Gegenteil der Gegend, in der die Tuohys leben. Dieser direkte Kontrast zwischen beiden Welten sollte Michaels Werdegang zusätzlich verdeutlichen. Für mich als Designer ist das die anschaulichste Art, die ich kenne, um eine Geschichte zu erzählen.“
Michael Lewis stellt fest: „Ohne diesen Teil der Geschichte könnten die Zuschauer denken, Michael Oher sei einfach ein großartiger Sportler, der dazu bestimmt war, in der NFL zu spielen. Aber bei näherem Hinsehen stellt man dann fest, dass er es nicht einmal in eine Highschool-Mannschaft geschafft hätte, von der NFL ganz zu schweigen, wenn man ihn nicht aus diesem Umfeld geholt hätte. Er wäre längst tot, im Gefängnis … oder einfach vergessen.“
Sean Tuohy stimmt dem zu: „Michael war damals als wertlos abgestempelt. Man mag gar nicht daran denken, wie vielen Kindern es ebenso geht, die sich nicht durch sportliches Talent hervortun können und einfach übergangen werden. Das ist wirklich eine Schande. Deshalb finde ich die Botschaft des Films auch so wichtig, denn er sagt, dass man viel mehr für diese Kinder tun muss, denn jeder Mensch ist wertvoll.“
Michael Oher sinniert: „Ich weiß, dass es dort eine Menge Leute gibt, die viel talentierter sind als ich, aber es nie schaffen werden, dort raus zu kommen. Durch meine Geschichte sollen die Zuschauer erkennen, dass es für jeden Hoffnung gibt, wenn er eine Chance erhält.“
„Michael Ohers gibt es überall – wunderbare Kinder, die ein Zuhause brauchen und sich eine Familie wünschen“, sagt Leigh Anne Tuohy. „Man muss nicht lang nach ihnen suchen, denn sie sind direkt vor der Haustür. Und sie brauchen auch keine brillanten Footballspieler zu sein. Sie müssen überhaupt nichts besonders gut können, außer jemanden lieben zu wollen und im Gegenzug geliebt zu werden.“
John Lee Hancock sagt abschließend: „Ich finde es angemessen, dass der Film zu Thanksgiving in die Kinos kommt. Denn darum geht es: Dankbarkeit; wertschätzen, was man hat. Und sich bewusst werden, dass das anderen oft fehlt.“
Meinungen
Eure Meinung über diesen Film/Trailer (17)
Ghost Der Hammer wann Läuft der da muss ich rein
ADO ein Drama basierend auf einer wahren Geschichte! Trailer sind schon wunderbar aus, mal gucken wie der Film wird! Bestes Drama ist und bleibt 'A Beautiful Mind' grüße aus Duisburg!!!
die Claudia klasse...ich mag die bullock
deNni freu mich total drauf !!!
ali der film ist geil!!!
08/15 Wer Sandra Bullock' bisherige Filme kennt, ist im Vergleich dazu umso überraschter von ihrer Darstellung: im amerikanischen Originialtrailer hört man die Unterschiede in der Betonung, die in der deutschen Synchronisation "weichgezeichnet" wurden. Sandra hat dort eine ganz andere Stimmlage, die das Kernig-Dominant-Herzliche vom Original, leider nicht richtig trifft. Obwohl wir tolle Synchronisatoren haben, kann es nicht jedes Mal klappen. Eine TopBesetzung und ich liebe Kathy Bates "Geheimnis", da hab ich mich schlappgelacht!!
downunder schöner film !!!
Patrick Blind Side wurd übrigens für den "Besten Film" bei den Oscars nominiert. Auch wenn er wahrscheinlich wenig Chancen gegen Avatar haben wird... ;D
Mug Ist jetzt schon der erfolgreichste Footbal Film aller Zeiten. Hat über 200mio $ eingespielt. Wird hier auf jeden Fall in die Kinos kommen. Herz,Sport,tränen und eine wahre Story. Alles was ein Film braucht.
everfresch wird ein guter Film schon wegen Sandra Bullock.
judas richtig kacke
carsten Wo gibt es den deutschen Trailer? Ich kann ihn nirgendwo finden!!
jaN Davon hab ich den deutschen Trailer gesehen. Allein wegen Sandra Bullock würd ich mir den schon ansehen. Tolle Story die einen wachrüttelt. Wird sicherlich gut
wow... mir kamen ehrlich gesagt schon beim trailer paar tränen....dieser film wird voll durchstarten :)
deNni wow wird ein schöner film ;) hoffe er kommt bald in deutschland raus!!!
Jan Wird bestimmt ein richtig schöner Film mit Gänsehautgarantie
Sandra Ich finde den Film sehr interessant und kann es kaum erwarten ihn zu sehen. Weis man denn schon wann er in Deutschland rauskommt?

♥: Ein wahres Märchen mit der besten Sandra Bullock aller Zeiten. Bewegend aber auch humorvoll.
−: Ein bisschen zu harmonisch, Probleme lösen sich fast von selbst
Die Story Es klingt wie ein Märchen. Eine wohlhabende weisse Familie hilft einem ungebildeten Schwarzen an einer privaten Eliteschule zu bestehen, nimmt ihn bei sich zu Hause auf, und adoptiert ihn quasi. Aus dem Ziehsohn wird dann nicht nur ein mustergültiger Schüler, sondern auch ein gefeierter Football-Profi. Die Geschichte , die Blind Side erzählt ist allerdings im wesentlichen wahr. Michael Oher ist heute ein beliebter NFL-Star mit Millionenvertrag. Geboren wurde er in ärmsten Verhältnissen, die Mutter drogensüchtig, der Vater starb bei einer Schießerei. Es folgen Jahre in Heimen, bei diversen Pflegefamilien und ständige Schulwechsel. Die Noten sind entsprechend, aber sein sportliches Talent fällt dem Trainer einer privaten Highschool auf. Auch ein Supertalent muss jedoch ordentliche Note vorweisen. Für den schweigsamen und derzeit mal wieder obdachlosen Michael ein Riesenproblem. Zu diesem Zeitpunkt wird Leigh-Anne Tuohy auf den riesigen Jungen aufmerksam, eine Vorzeige-Ehefrau und -mutter, die selbst zwei Kinder auf der Schule hat. Andere Frauen würden sich wohl sorgen um das Niveau der Schule und die Sicherheit ihrer Kinder machen, Leigh-Anne ist dagegen gerührt von dem sanften Riesen und seinem harten Schicksal. Sie gibt ihm einen Schlafplatz in ihrem luxuriösen Heim und als ihr Mann schüchtern fragt, wieviele Tage das dauern soll, ahnt er schon, dass seine Frau ihr neueste Wohltätnigkeitsprojekt nicht so schnell aufgeben wird.
DIE STARS
Bei uns liebt man Sandra Bullock für ihre Komödien - und weil sie fließend deutsch spricht. Die Rolle einer gestylten Südstaatenlady fiel ihr aber auch nicht schwer, sie wurde in Alabama geboren, wuchs in Virginia auf und lebt in Texas. In der Originalfassung hört man (spätestens auf DVD) ihren Akzent, der zum Humor einiges beiträgt. Ihr Adoptivsohn im Film wird von dem noch unbekannten Quinton Aaron gespielt. Der echte Michael Oher war mit dessen Darstellung gar nicht zufrieden, aber als sanfter Riese wächst er einem unweigerlich ans Herz.Außerdem spielen im Film zahlreiche Profi-Football-Trainer sich selbst.
DER KICK
Der Oscar, den Sandra Bullock für ihre Rolle bekommen hat, ist hochverdient. Auf den ersten Blick spielt sie eine klischeeartige Südstaaten-Mom wie aus einem republikanischen Versandhauskatalog, wie aus dem Ei gepellt, perfekt frisiert und geschminkt. Sie verpasst der Figur aber auch genügend Humor, der die Fassade bröckeln lässt. Und dahinter wird dann auch ein fast ganz normaler Mensch sichtbar, mit viel Gefühl und auch einigen Zweifeln. The Blind Side ist ein Wohlfühldrama. Die Hintergründe von Michael Ohers Leben auf der Straße und im Ghetto wird angerissen, aber nicht ausgewalzt. Die Probleme die sich ihm danach stellen, beim Lernen und als auffälliger Außenseiter an einer weissen Schule lösen sich dann aber schon fast zu leicht in Nichts auf. Da unterscheidet sich The Blind Side vom erheblich härteren und düstereren Drama Precious, das ebenfalls bei den Oscars ausgezeichnet wurde und zeitgleich startet. Die Entscheidung ist ganz leicht: Blind Side ist ein leicht verdaulicher Film, der bewegt ohne zu kitschig zu werden und den Zuschauer mit einem guten Gefühl entlässt.
© Marcus Fliegel











