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Young Victoria Film Trailer

FSK Film: 0 | Länge: 105 Min | Kinostart: 22.04.2010 | Release: 25.08.2010 (DVD&BluRay)
© Capelight | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Emily Blunt, Rupert Friend, Paul Bettany, Miranda Richardson, Jim Broadbent, Mark Strong

Die Story: Als Victoria mit 18 Jahren Königin von England wird, übernimmt sie damit die Regierungsverantwortung inmitten großer politischer Konflikte. Die lebensfrohe junge Frau muss schnell lernen, sich in ihrer neuen Rolle zu behaupten. In dieser Zeit kommt Prinz Albert von Sachsen-Coburg nach London. Er soll, um den Einfluss seiner Familie auf das englische Königshaus zu stärken, das Herz der jungen Königin erobern. Der Plan geht auf - und noch mehr: Es wird Liebe auf den ersten Blick...

Hintergrund:Produziert von den Oscar-Preisträgern Graham King und Martin Scorsese sowie von Sarah Ferguson, Herzogin von York, ausgezeichnet mit dem Oscar für Bestes Kostüm und nominiert für zwei weitere Oscars (Beste Ausstattung und Bestes Make Up), erzählt YOUNG VICTORIA von den jungen Jahren und der großen Liebe der legendären Monarchin, die mit nur 18 Jahren zur Königin Englands wurde. In der Titelrolle des lebendigen und prachtvollen Epos brilliert Emily Blunt (Sunshine Cleaning, Der Teufel Trägt Prada), die für diese schauspielerische Leistung eine Golden Globe-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin erhielt. An ihrer Seite beeindruckt Rupert Friend (Stolz Und Vorurteil) als Prinz Albert, Paul Bettany (Ritter Aus Leidenschaft) als Lord Melbourne, Miranda Richardson (Golden Globe für ihre Rolle in Verzauberter April) als Duchess of Kent, Oscar-Preisträger Jim Broadbent (Iris) als König William sowie die deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann (Der Pianist) als König Leopold von Belgien und Jeanette Hain (Der Vorleser) als Baroness Lehzen. Regisseur Jean-Marc Vallée (C.R.A.Z.Y.) inszenierte YOUNG VICTORIA nach dem Drehbuch von GOSFORD PARK-Autor Julian Fellowes und mit dem deutschen Kameramann Hagen Bogdanski (Hilde, Das Leben Der Anderen).

Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: Dolby SRD

Filmmusik:Grammy-Gewinnerin Sinead O’Connor steuerte mit Only You (Love Theme from The Young Victoria) den Titelsong des Films bei.



Langinhalt:
1837. Die 17jährige Victoria (EMILY BLUNT) führt ein ruhiges und behütetes Leben im eleganten Kensington Palace. Doch die lebensfrohe junge Frau ist nicht glücklich: Ihre herrische Mutter, die Herzogin von Kent (MIRANDA RICHARDSON), und deren ehrgeiziger Ratgeber Sir John Conroy (MARK STRONG) überwachen nicht nur jeden ihrer Schritte, sie halten sie auch bewusst vom Hof ihres Onkels König William IV. (JIM BROADBENT) fern, um jeden Einfluss von außen zu verhindern. Einzig ihrer Gouvernante, der wortkargen Baroness Lehzen (JEANETTE HAIN), kann sie sich jahrelang wirklich anvertrauen. Als legitime Thronfolgerin steht Victoria zudem bald im Mittelpunkt eines erbitterten Kampfes um die Macht über Großbritannien. Da William nicht mehr lange leben wird, versucht man von allen Seiten, die Gunst des Mädchens zu gewinnen.

Auf Einladung der Herzogin von Kent besucht der Neffe des belgischen Königs Leopold (THOMAS KRETSCHMANN), Victorias attraktiver Cousin, Prinz Albert von Sachsen-Coburg (RUPERT FRIEND), Kensington Palace. Schnell wird deutlich, dass er förmlich darauf trainiert wurde, ihr Herz und ihre Hand zu gewinnen. Victoria reagiert mit Verärgerung und Abweisung auf Alberts verhalten, da sie nicht die Absicht hegt zu heiraten, um erneut kontrolliert zu werden. Ihre Haltung ändert sich jedoch, als auch Albert seine Abneigung gegen die Manipulation seiner Verwandten Victoria gegenüber deutlich macht. Ihre Gespräche werden offener, die Sympathie wächst und sie freunden sich an. Albert ist fasziniert von der jungen Frau, die ihm am Tag seiner Abreise die Erlaubnis gibt, ihr zu schreiben. Ganz zur Freude des belgischen Königshauses: Sich der günstigen Ausgangssituation wohl bewusst, versucht Leopold Albert sogleich zu überzeugen, die Thronfolgerin mit Briefen und Besuchen zu umwerben. Doch wissend, dass seine Auserwählte noch nicht bereit ist, lehnt er dies ab. Er beschließt auf ihre Einladung zu warten.

Als König William stirbt, tritt die 18jährige Victoria die Thronfolge als Königin Englands an. Als erste Amtshandlung entlässt sie ihre Mutter und den ihr verhassten Conroy in ein abgeschiedenes Appartement der königlichen Familie und ernennt stattdessen den charmanten Lord Melbourne (PAUL BETTANY) zu ihrem alleinigen Berater. Die junge Königin vertraut ihrem Premierminister und obwohl Melbourne teilweise eigene Motive verfolgt, ist er stets aufrichtig um das Wohl seiner jungen Verbündeten bedacht. Er steht ihr nicht nur in der ersten Zeit großer Verantwortung beratend zur Seite, er gibt außerdem sein Bestes, um Victoria langfristig den Rücken zu stärken. Anlässlich der Krönungszeremonie kehrt auch Prinz Albert nach London zurück und verbringt einige glückliche Stunden mit der jungen Königin. Ihre Freundschaft und gegenseitige Zuneigung wächst. Melbournes Einfluss auf Victoria überwiegt jedoch und Albert reist enttäuscht wieder ab.

Von der Öffentlichkeit wird Königin Victoria umjubelt und geliebt – eine Bewunderung, die jedoch ein jähes Ende findet. Melbournes Partei unterliegt bei der Wahl und sein Rivale Sir Robert Peel (MICHAEL MALONEY) fordert von Victoria, ihre Hofdamen, alle Unterstützerinnen Lord Melbournes, nach seinen Vorstellungen auszutauschen. Als sie sich weigert, tritt er von seinem Posten zurück und Melbourne bleibt weiterhin Premierminister. Victoria büst durch diese Entscheidung Ansehen und Sympathien beim Volk ein. Die Zeitungen wettern, sie habe gegen den Willen des Volkes gehandelt.

Erst jetzt merkt Victoria, wie sehr sie Prinz Alberts Nähe und Unterstützung braucht und lässt ihn gegen den Rat ihres engen Vertrauten Melbourne nach England holen. Auch Albert ist fest entschlossen, nicht länger als das Werkzeug seiner Familie zu fungieren. Von diesem Wandel, seiner Aufrichtigkeit und seinem guten Aussehen gleichermaßen beeindruckt, hält die junge Frau um Alberts Hand an. Die folgende königliche Hochzeit stimmt auch die Öffentlichkeit wieder versöhnlich. Das glückliche Paar wird von den Massen gefeiert und es scheint, als wäre im englischen Königshaus Ruhe eingekehrt.

Doch die anfängliche Harmonie weicht schnell ersten Spannungen: Während sich Victoria einen ergebenen Freund und Liebhaber wünscht, fordert Albert eine gleichberechtigte Stellung als ihr Partner ein und will zudem in das politische Geschehen eingebunden werden. Es kommt zu Auseinandersetzungen, bei denen die Königin ihren Ehemann tief verletzt. Auch die eigentlich sensible Victoria bleibt von der Situation nicht unberührt und vertraut sich der Königinwitwe Adelaide (HARRIET WALTER) an. Um Albert eine sinnvolle Aufgabe zu geben, ringt sie sich schließlich dazu durch, ihn das Palastpersonal neu organisieren zu lassen. Mit Erfolg: Dank der Umstrukturierung funktioniert der Haushalt bald so reibungslos, wie es seit Jahrhunderten nicht mehr der Fall war.

Kurze Zeit später wird Victoria schwanger. Das neue Glück gerät allerdings wieder ins Wanken, als sie ihren Gatten bei einer Feierlichkeit im Gespräch mit verschiedenen Politikern beobachtet. Erbost darüber, dass er sich offenbar hinter ihrem Rücken in die Staatsangelegenheiten einmischt, macht sie ihm heftige Vorwürfe. Während einer Kutschfahrt am darauffolgenden Tag sprechen die beiden kein Wort miteinander und es herrscht Stille – bis sich die Ereignisse plötzlich überschlagen: Ein Mann am Straßenrand richtet seine Waffe auf die Königin und löst einen Schuss. Geistesgegenwärtig wirft sich Albert schützend vor sie. Er wird schwer verwundet. Seine Frau und Königin bleibt unverletzt.

Während Albert gleichzeitig geschockt von dem Anschlag und erstaunt über seine selbstlose Liebe zu Victoria ist, merkt auch diese, wie selbstsüchtig sie geworden ist und bittet ihn von ganzem Herzen um Verzeihung. Voller Vertrauen ist sie nun bereit, Alberts Hilfe anzunehmen und Dinge zu verändern. Gemeinsam verweisen sie Victorias frühere Gouvernante Lehzen des Hofes, da diese sich nie wirklich mit Alberts Rolle in der königlichen Familie arrangieren konnte. Als symbolische Geste rückt Victoria den Schreibtisch ihres geliebten Ehemannes neben den Eigenen: Für den Rest ihrer Tage werden sie Seite an Seite regieren.


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♥: Ein Oscar und zwei weitere Nominierungen für Kostüme, Make-Up und Ausstattung. Dazu britische Darsteller der Oberklasse
−: Victorias große Liebe ist ein Langweiler. Dass es bei Hofe etwas steif zugeht liegt aber wohl in der Natur der Sache

Die jungen Jahre einer Königin, die als Queen Victoria an der Spitze des damals größten Imperiums der Erde stand.  Bevor es dazu kommt, muss die junge Victoria allerdings eine rigorose Erziehung und diverse Intrigen erdulden. Ihre Familie schottet sie ab, um sie aus den Machtspielen am königlichen Hof herauszuhalten. Denn wenn schon jemand von ihren Karriereaussichten profitiert, dann soll es die eigene Familie sein. Tatsächlich warten viele Fraktionen bei Hofe nur darauf, sie für ihre Zwecke einzuspannen, oder mögliche Fehler auszuschlachten. Aber als das behütete Mädchen erwachsen wird, hat es erstaunlicherweise doch eine eigene Meinung und eigene Pläne entwickelt.

Emily Blunt versprüht viel Charme und wird dabei weder zur Märchenprinzessin noch zur Ur-Emanze hochstilisiert. Ihre große Liebe, Prinz Albert, wird dagegen von Rupert Friend ein wenig blass dargestellt. Daniel Brühl hätte sich in der Rolle des deutschstämmigen Adeligen sicher besser gemacht. Wie bei britischen Historiendramen üblich wird die Besetzung von Topdarstellern wie Paul Bettany, Jim Broadbent und Miranda Richardson abgerundet.


Young Victoria wirkt wie eine besonders opulente Jane-Austen-Verfilmung. Die Kostüme sind erlesen und wurden mit dem Oscar ausgezeichnet, die Paläste nochmal eine ganze Spur pompöser (Oscarnominierungen für die Ausstattung), die Konflikte sind staatstragender als etwa in "Stolz und Vorurteil". Aber ansonsten sind die Ähnlichkeiten schon mehr als deutlich. Eine junge Frau sucht ihren Platz in der Welt und die große Liebe und ringt mit den starren Regeln ihrer Zeit. Dabei werden die tatsächlichen historischen Umstände weitgehend beachtet und nur die Romantik ein wenig stärker betont. Dennoch halten sich emotionale Konflikte und politische auf angenehme Weise die Waage.

Ein rundum gelungenes, gediegenes Geschichtsdrama mit Herz.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Weitere Infos zum Film:

Königin Victoria

Alexandrina Victoria wird am 24. Mai 1819 als einziges Kind von Edward, Herzog von Kent, und Prinzessin Marie Louise Victoria aus dem Hause Sachsen-Coburg-Saalfeld im Kensington Palace geboren. Ihr Vater ist der Sohn des englischen Königs George III., ihre Mutter eine Tochter des Herzogs von Sachsen-Coburg. Da Edward stirbt, als Victoria erst acht Monate alt ist, wächst diese unter dem strengen Regiment ihrer Mutter auf, die sie fast vollständig von ihrer Verwandschaft fernhält. Eine Abneigung, die auf Gegenseitigkeit beruht: Auch König George IV., der wenige Tage nach dem Tod seines Bruders den britischen Thron bestiegen hat, ignoriert seine Schwägerin und deren Tochter, so dass die beiden nur dank der finanziellen Unterstützung von Prinz Leopold, dem Bruder der Herzogin, im Kensington Palace bleiben können. Der Einfluss ihrer deutschen Gouvernante, der Baronin Louise Lehzen, sorgt dafür, dass Victoria in ihrer frühesten Kindheit nur Deutsch spricht.

Die Herzogin gerät in den folgenden Jahren zunehmend unter den Einfluss ihres Nachlassverwalters Sir John Conroy. Dieser rechnet damit, dass Victoria zum Zeitpunkt ihrer möglichen Thronbesteigung noch unmündig sein und er somit an Macht gewinnen könne. Um seine Position zu festigen, isoliert Conroy die beiden immer mehr von den britischen Hofkreisen und beschert Victoria eine stark überwachte und sehr einsame Kindheit. Als absehbar ist, dass sie zum Zeitpunkt des Thronwechsel bereits volljährig sein würde, versucht er ihr eine Unterschrift abzuringen, die ihn in Zukunft zum höfischen Privatsekretär gemacht hätte. Victoria gelingt es jedoch, dem Druck standzuhalten. Sie unterzeichnet das Dokument nicht.

Nach dem Tod ihres Onkels William IV. tritt Victoria am 20. Juni 1837 im Alter von 18 Jahren die Thronfolge an. Vom Volk wird sie mit Begeisterung aufgenommen. Einen Monat später zieht sie in den Buckingham Palace, um sich aus der alles dominierenden Anwesenheit ihrer Mutter und insbesondere John Conroys zu befreien. Am 28. Juni wird im Rahmen einer fünfstündigen Zeremonie in Westminster Abbey die feierliche Krönung vollzogen.

Hilfe und Unterstützung findet Victoria in ihrer neuen Umgebung bei Premierminister Lord Melbourne, mit dem sie die Regentschaft zunächst gemeinsam führt. Melbourne gewinnt schnell das Vertrauen der jungen Königin, indem er sich niemals anmerken lässt, wenn ihn ihre Naivität oder Unwissenheit überraschen. Er wird zu ihrem Berater in politischen, privaten und sogar in modischen Dingen. Von ihm lernt Victoria, die wichtigsten Politiker ihres Landes besser einzuschätzen und deren persönliche Stärken und Schwächen herauszufinden. Als seine Partei die Mehrheit im Unterhaus verliert, stellt Lord Melbourne im Mai 1839 sein Amt als Premierminister zur Verfügung und hofft auf Neuwahlen. Der neue Amtsinhaber Sir Robert Peel fordert von der Königin, einige Damen aus seinen Kreisen in ihren Hofstaat aufzunehmen, was diese kategorisch als Privatangelegenheit ablehnt. Peel gibt daraufhin den Regierungsauftrag zurück und Lord Melbourne bleibt weiterhin Premierminister. Dieser Zwischenfall kostet Victoria in der Öffentlichkeit viel Ansehen und zahlreiche Sympathien.

Am 10. Februar 1840 heiratet Victoria ihren Cousin mütterlicherseits, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, mit dem sie im Laufe ihrer Ehe neun Kinder bekommt. Obwohl die Verbindung arrangiert ist, sind die beiden schon vor der Trauung ineinander verliebt. In den folgenden Jahren unterstützt Albert seine Gattin zunehmend bei ihren Aufgaben als Monarchin. Auch sein Einfluss auf den königlichen Haushalt sowie die Finanzen macht sich positiv bemerkbar. Als das Ende der Regierungszeit unter Melbourne im Jahr 1841 gekommen und Peel zum neuen Premierminister ernannt ist, verhindert Albert durch sein geschicktes Eingreifen eine erneute “Hofdamenaffäre”. Melbourne selbst rät Victoria bei seinem Abschied, sich in politischen Angelegenheiten von ihrem Mann beraten zu lassen.

Im Jahr 1851 eröffnet das Paar die erste Weltausstellung in London, die den wirtschaftlichen Wohlstand und die industriellen Fortschritte im viktorianischen Großbritannien deutlich macht. 1857 veranlasst ein indischer Aufstand, der sich gegen die britische Vorherrschaft der “East Indian Company” richtet, Königin Victoria daran, Besitzansprüche auf Indien zu erheben.

Im Dezember 1861 verstirbt Albert überraschend an einer Krankheit, die als Typhus oder Krebsleiden diagnostiziert wird. Von diesem Moment an zieht sich Victoria aus der Öffentlichkeit zurück und eine unablässige Trauerzeit beginnt. Bis an ihr Lebensende trägt sie Witwentracht und es heißt, sie habe bis zu ihrem Tode täglich die Sachen ihres Mannes bereit gelegt. Von offiziellen Anlässen hält sie sich fast immer fern. Zur jährlichen Parlamentseröffnung erscheint sie in 40 Witwenjahren nur sieben Mal persönlich. Durch ihre ständige Abwesenheit wird sie beim Volk immer unpopulärer und gerät häufig in die Kritik. Wann immer sie in der Regierung ihren Willen durchsetzen will, droht sie mit Abdankung und schafft es so, ihre politischen Ziele zu erreichen.

1875 ersteht der konservative Premierminister Benjamin Disraeli mit Unterstützung des Bankhauses der Rothschilds die Aktienmehrheit des Suez-Kanals, wodurch die Wasserstraße unter britische Kontrolle gerät. Mit seiner Hilfe lässt sich Königin Victoria am 1. Mai 1876 zur „Kaiserin von Indien“ erheben. 1887 begeht sie bereits ihr goldenes Thronjubiläum. Zehn Jahre später steigern sich die Feierlichkeiten zum diamantenen Thronjubiläum zu einer einzigartigen Veranstaltung, die der Verherrlichung ihrer Regentschaft dient und gleichzeitig den britischen Erfolg in der Unterdrückung des Sudan- Aufstandes feiert. 1899 findet ein Aufstand der Buren in Südafrika statt, für dessen Niederschlagung sich Victoria persönlich einsetzt. Im August 1890 unterzeichnet sie die Commonwealth-Vereinbarung mit Australien.

Am 22. Januar 1901 stirbt Königin Victoria in den Armen ihres Enkels William II. in Osborne auf der Isle of Wight. Ihr ältester Sohn tritt als Edward VII. die Thronfolge an.

Victoria, Die „Grossmutter Europas”
Die deutsch-britische Fürstentochter Victoria regierte ganze 63 Jahre, sieben Monate und zwei Tage: vom 20. Juni 1837 bis zum 22. Januar 1901 als Königin von Großbritannien und Irland, ab dem 1. Mai 1876 zusätzlich als Kaiserin von Indien. Während des Viktorianischen Zeitalters stieg Großbritannien zur Weltmacht auf, was hauptsächlich am technologischen Vorsprung durch die industrielle Revolution, am Ausbau des Eisenbahnnetzes und an der damit verbundenen florierenden Wirtschaft lag. Allerdings profitierte vor allem die religiöse und moralisch gewissenhafte Mittelschicht von Wohlstand und Sicherheit, so dass später (teilweise) der Vorwurf der Heuchelei aufkam. Auch steht die Herrschaft unter Victoria heutzutage für Prüderie und kulturelle Verflachung, Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen kamen nur schleppend voran. Nichtsdestotrotz wird die Viktorianische Ära zumeist nostalgisch als „gute alte Zeit“ wahrgenommen, da sie der britischen Monarchie zu langfristigem Glanz und politischer Macht verhalf. Auf dem Höhepunkt der imperialistischen Expansion umfasste das Gebiet des Britischen Empire vier Millionen Quadratmeilen und 124 Millionen Einwohner.

Doch Victoria war nicht nur die Monarchin mit der bis dato längsten Regierungszeit in der Geschichte Großbritanniens, sie gilt auch als „Großmutter Europas“. Und das nicht umsonst: Ihre neun Kinder (beziehungsweise später ihre insgesamt 40 Enkel und 88 Urenkel) heirateten in nahezu jedes europäische Königshaus ein und saßen schon bald auf den Thronen von Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Russland, Jugoslawien, Rumänien, Griechenland und Spanien sowie in den Häusern Sachsen-Coburg und Gotha, Hohenzollern, Hohenlohe-Langenburg und Leiningen. Victoria versuchte, die Ehen ihrer Nachfahren als Instrument der Friedenssicherung zu nutzen. Wie wirkungslos diese Maßnahme tatsächlich war, zeigte sich sowohl im Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848-1851) als auch im Deutschen Krieg (1866), als die Fronten jeweils quer durch die königliche Verwandtschaft verliefen. Nur wenige Jahre nach Victorias Tod standen sich ihre Enkel in einem weiteren verheerenden Krieg gegenüber: Zar Nikolaus II. von Russland, König George V. von Großbritannien und der deutsche Kaiser Wilhelm II. kämpften im Ersten Weltkrieg um die europäische Vorherrschaft, in Anbetracht der Feindschaft mit Deutschland benannte der englische König das „Haus Sachsen-Coburg und Gotha“ in Großbritannien in „Haus Windsor“ um.

Heute können (fast) alle Angehörigen der noch bestehenden Monarchien Victoria als Ahnin anführen, so unter anderem: Königin Elizabeth II. von Großbritannien, König Harald V. von Norwegen, König Karl XVI. Gustav von Schweden, Königin Sophía von Spanien, König Juan Carlos I. von Spanien, Königin Margarete II. von Dänemark, der ehemalige König Konstantin II. von Griechenland, der ehemalige König Mihai I. von Rumänien sowie die Oberhäupter der ehemaligen Herrscherhäuser von Serbien, Preußen, Russland und Frankreich.

In Deutschland zählen das Herzogliche Haus Sachsen-Coburg und Gotha (mit Prinz Andreas sowie dessen Kindern Erbprinz Hubertus, Prinzessin Stephanie und Prinz Alexander), das zuletzt (bis 1866) königliche Haus Hannover (mit Prinz Ernst August sowie dessen Tochter Prinzessin Alexandra Charlotte), das Haus Hessen (mit Moritz Prinz und Landgraf von Hessen sowie dessen Kindern Prinzessin Mafalda, Prinz Heinrich Donatus, Prinzessin Elena und Prinz Philipp) und das Haus Baden (mit Bernhard Erbprinz von Baden, Herzog von Zähringen sowie dessen Söhnen Prinz Leopold Bernhard, Prinz Friedrich Bernhard und Prinz Karl-Wilhelm Bernhard) zu den Nachfahren von Queen Victoria.

Die Entstehung Des Films
Der später mit einem Oscar ausgezeichnete britische Produzent Graham King war gerade intensiv mit dem Mafia-Thriller THE DEPARTED beschäftigt, als ihm die Idee zu YOUNG VICTORIA präsentiert wurde. „Ein gemeinsamer Freund arrangierte ein Treffen mit Sarah Ferguson und sie schlug mir verschiedene Projekte vor. Sie hatte viele Ideen und in einer davon ging es um Queen Victoria. Sie erzählte mir, dass es schon immer ihr Traum gewesen sei, die Königin in einem anderen Licht zu zeigen und nicht als ewig trauernde Witwe. Ich fand den Ansatz gut, sprach mit Marty (Scorsese) darüber und er betonte, dass die Geschichte noch nie zuvor auf diese Weise erzählt wurde. Seit knapp 15 Jahren hatte ich versucht, einen Film in Großbritannien zu realisieren, allerdings nie das passende Skript oder Material dafür gefunden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten mir immer die Emotion oder die Leidenschaft gefehlt. Doch dieses Mal fühlte es sich richtig an.“

Autor und Oscar-Gewinner Julian Fellowes hörte von dem Projekt und fragte bei King an, ob nicht er das Drehbuch übernehmen könne. Da er sich schon immer für das Leben von Königin Victoria interessiert hatte, handelte es sich für ihn um eine echte Herzensangelegenheit. „Ich wollte unbedingt dabei sein. Es ist immer von großem Vorteil, wenn man sich mit einem Thema befassen kann, das einen schon vorher persönlich betroffen oder sehr berührt hat.“ Zu Fellowes großem Glück waren King und Scorsese so begeistert von seinen Visionen, dass sie ihm auf der Stelle den Auftrag gaben, das Skript zu schreiben. Als es schließlich sechs Monate später fertig war, zeigte sich King äußerst beeindruckt.

„Nachdem ich seinen ersten Entwurf gelesen hatte, wusste ich sofort: Wir haben den Film.“ Fellowes war vor allem von den frühen Jahren der jungen Königin fasziniert. „Neunzig Prozent der Leute wissen nichts über diesen Abschnitt ihres Lebens und sie werden überrascht sein. Fast jeder kennt Queen Victoria als ältere Witwe von Windsor mit einem Tuch auf dem Kopf – eine eher kräftige, ganz in schwarz gekleidete Frau mit depressiver Miene. Nur wenige wissen von ihrer anderen Seite, von ihrer Jugend: dass sie den Tanz und die Musik liebte und dass sie sehr romantisch war.“ Dieser Aspekt war es auch, der King am meisten gereizt hat. „Für mich geht es vor allem um die wahre Liebe. Die Geschichte ist sehr menschlich, so dass sich die Zuschauer persönlich mit ihr identifizieren können. Ich wollte keinen typischen Historienfilm machen, sondern etwas Neues, Mutigeres.“

Nachdem das Drehbuch mehr oder weniger stand, stellte sich für die Produzenten die Frage, wer die Regie übernehmen solle. Eher durch Zufall stieß King schließlich auf den Kanadier Jean-Marc Vallée. „Sein Film C.R.A.Z.Y. landete auf meinem Schreibtisch und ich nahm ihn mit nach Hause, um ihn mir abends anzuschauen. Ich war so begeistert, dass ich sofort Marty anrief.“ King traf sich mit Vallée und es stellte sich schnell heraus, dass sie die gleiche Herangehensweise an die Thematik hatten. Auch Co-Produzent Denis O'Sullivan war von der Wahl des Regisseurs auf Anhieb überzeugt.

„Unser Ziel war es, dass das Publikum spätestens nach den ersten 15 Minuten vergessen haben sollte, dass es sich einen Kostümfilm ansieht.“ Um das zu erreichen, brauchte es starke und komplexe Charaktere. Bei Vallée war es vor allem die junge Frau im Mittelpunkt der Geschichte, die ihn interessierte und gleichermaßen inspirierte. „Oft ist es schwer, ein gutes Skript zu finden und dieses liebte ich einfach von Anfang an. Es konzentriert sich ganz auf seine Figuren – ein wunderschön beobachtetes Stück über familiäre und menschliche Beziehungen. Victoria fand in Albert ihren Seelenverwandten und obwohl ihre Ehe arrangiert war, verliebten sich die beiden. Außerdem war sie eine Rebellin, die sich als zierliche Frau in einer echten Männerwelt behaupten konnte.“

Für den Part der jungen Königin konnte man sich schnell auf Emily Blunt einigen. „Sie kam vorbei und machte deutlich, dass sie alles dafür geben würde, um diese Rolle spielen zu können“, so King. „Im Anschluss sah ich mir alles an, was sie jemals gedreht hatte und merkte, dass sie perfekt war. Kurz nach unserem Treffen waren Marty und ich bei den Golden Globes und als wir sahen, wie Emily ihren Award (für Gideon’s Daughter) entgegennahm, sagte Marty: Das ist Queen Victoria!“ Vallée war mit dieser Wahl sofort einverstanden. „Sie ist sehr talentiert, bringt Nuancen in ihrem Spiel mit, die uns mit ihren Charakteren verbinden und die Kamera liebt sie einfach.“ Blunt sieht sogar einige Gemeinsamkeiten zwischen ihrer Person und Victoria. „Wir wissen alle, was es heißt, ein Teenager zu sein, zu glauben, man wüsste schon alles und Jobs machen zu müssen, die einem über den Kopf wachsen. Mal ganz abgesehen von der ersten großen Liebe. Victoria war eine bemerkenswerte und moderne Frau.“

Einen „passenden“ Albert zu finden, war schon etwas schwieriger, doch auch hier handelte es sich für King mit dem Briten Rupert Friend schnell um eine klare Angelegenheit. „Wir kannten Rupert aus Pride and Prejudice und er war kaum im Raum, als alles feststand. Ich bin mir sicher, dass er eines Tages ein großer Star sein wird.“ Regisseur Vallée überzeugte nicht nur Friends Verständnis für die Rolle, sondern auch sein außerordentliches Engagement. „Er betrieb sehr viel Recherchearbeit, um Albert richtig wiedergeben zu können, den Akzent und sein Verhalten. Außerdem passt er einfach in diesen Film und hat eine gewisse romantische Ausstrahlung.“ Auf seinen Einsatz bereitete sich Friend bestens vor: Er nahm Tanz- und Bogenunterricht, lernte Kalligraphieschreiben und arbeitete mit einem Stimmtrainer zusammen. „Ich achtete sehr auf eine korrekte Aussprache und auf die richtige Betonung. Wir wollten so viel von der deutschen Sprache wie möglich in den Film einbringen, da sich Victoria und Albert auf Deutsch unterhalten haben. Denn auch, wenn vielleicht nicht jedes einzelne Detail historisch korrekt ist, macht es doch Spaß, zu zeigen, wie es hätte sein können.“

Der Rest der eindrucksvollen Besetzung hatte sich durch seine bisherigen Arbeiten mehr oder weniger selbst empfohlen und musste nur noch angefragt werden. Und egal ob Paul Bettany oder Miranda Richardson, Mark Strong oder Jim Broadbent – keiner der renommierten Charakterdarsteller musste sich lange bitten lassen. YOUNG VICTORIA sollte jedoch nicht nur durch die berührende Geschichte und ein erstklassiges Zusammenspiel des Ensembles bestechen - auch was die optische Umsetzung anging, hatte Vallée klare Vorstellungen. So entschied man sich für den deutschen Kameramann Hagen Bogdanski. „Hagens Leistung bei Das Leben der Anderen war phänomenal, er brachte viel Eigenes, viel Originalität mit. Außerdem kommen im Film etliche deutsche Aspekte vor und wir hatten einige deutsche Schauspieler gecastet. Dass er Deutscher ist, fühlte sich genauso gut für mich an, wie sein ruhiges Wesen.“

King hatte ursprünglich vor, in Osteuropa und Deutschland zu drehen, konnte aber nicht anders, als sich letzten Endes (trotz der höheren Kosten) für Großbritannien zu entscheiden. „Es bereichert den Film so sehr, dass wir all diese wunderschönen Orte einbezogen haben. Ich habe sie gesehen und dachte mir: Wie bitte kann man hier nicht filmen? Nicht nur, dass die Szenerie einfach hinreißend war, sie war auch viel authentischer, was man auf der Leinwand deutlich sehen kann.“

Doch auch die Story selbst sollte möglichst realitätsnah erzählt werden. Daher bat man den Geschichtsexperten Alastair Bruce um Unterstützung bei Fragen der Etikette oder bei historischen Details, worüber insbesondere der Regisseur sehr dankbar war. „Alastair war mir eine große Hilfe, da er mir eine Welt vermitteln konnte, die ich in keinster Weise kannte.

Wie man lebte und wie man sich gab, das königliche Protokoll oder wie man sich kleidete – das alles war wichtig, um diese Welt lebendig werden zu lassen und um den Schauspielern die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend zu verhalten. Es war notwendig, den Luxus und die Schönheit so exakt wie möglich nachzugestalten, um der Geschichte gerecht zu werden.“ Auch die Anwesenheit von Drehbuchautor Fellowes am Set nahm Co-Produzent O'Sullivan äußerst positiv wahr. „Julian und Alastair gingen sehr ehrlich mit uns um. Wir konnten nicht allzu viele Dinge verändern. Denn jedes Mal, wenn man in einem solchen Fall in die Ecke sah, stand dort einer der beiden und schüttelte den Kopf.“

Für Vallée spielte neben den Bildern schon immer die Musik eine der wesentlichen Rollen – und das sollte nun nicht anders sein. Mit Ilan Eshkeri holte man deshalb einen ebenso mutigen wie talentierten Komponisten an Bord, der den gleichen Rock’n’Roll-Vibe ausstrahlte, den das gesamte Team transportieren wollte. „Es gibt in YOUNG VICTORIA einige Szenen, die so sehr von der Musik getragen werden, dass man die historischen Umstände völlig vergisst“, so O’Sullivan.

„Die Kombination aus Jean-Marcs musikalischer Neigung und Jill Bilcocks Erfahrung durch Filme wie Moulin Rouge! ergaben eine spannende Mischung, die wirklich toll mit Ilans Score harmoniert. Der gesamte Film folgt dadurch einem bestimmten Tempo und Rhythmus. Gerade weil so viele Emotionen unterdrückt werden, ist das für die Geschichte besonders wichtig.“ Das letzte Teil des Musik-Puzzles steuerte schließlich Grammy-Gewinnerin Sinead O’Connor mit ihrem Song „Only You“ bei, einer von Herzen kommenden Ballade über das Glück, die große Liebe gefunden zu haben. „Das Lied passte einfach perfekt zur Aussage unseres Films“, so O’Sullivan. „Dass man stets hoffnungsvoll sein sollte und dass Liebesgeschichten wie diese nicht nur im Märchen passieren können.“