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Amelia Film Trailer

FSK Film: 0 | Länge: 120 Min | Kinostart: 17.06.2010
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Virginia Madsen, Ewan McGregor, Mia Wasikowska, Richard Gere, Hilary Swank, Joe Anderson, Christopher Eccleston, Marina Stone, Gord Rand

Die Story:Nachdem sie als erste Frau über den Atlantik geflogen war, wurde Amelia Earhart über Nacht und ohne ihr Zutun zum Liebling der Amerikaner, zu einer Lichtgestalt. Mit einer verwegenen, fast übermenschlichen Ausstrahlung. Sie blieb es, auch als sie schon weltberühmt war, weil sie weiter mit der Gefahr spielte und doch die freimütige und selbstständige Frau blieb, die sie immer war. Sie inspirierte Menschen auf der ganzen Welt, von der damaligen First Lady Eleanor Roosevelt bis zu den Männern, die ihrem Herzen am nächsten standen: ihrem Ehemann, dem Herausgeber und PR-Pionier George P. Putnam und ihrem langjährigen Freund und Liebhaber, dem Piloten Gene Vidal. Im Sommer 1937 begab sich Amelia auf ihre bis dahin größte Mission: ein Alleinflug um die Welt, von dem sie und George – wie immer er ausgehen würde – ahnten, dass es das größte Medienereignis ihrer Zeit werden würde.

Hintergrund:Inszeniert von der vielfach preisgekrönten Regisseurin Mira Nair und mit Oscar-Gewinnerin Hilary Swank in der Titelrolle kommt die wahre Geschichte einer mutigen Frau ins Kino, die die Herzen der Amerikaner mit ihrem Traum vom Fliegen eroberte. Gefeiert als erste Pilotin, die solo den Atlantik überquerte, führte Amelia Earhart das waghalsige und kompromisslose Leben einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, einer Abenteurerin, die sich weigerte Grenzen anzuerkennen und weltweit zu einem Symbol des amerikanischen Geistes wurde. AMELIA zeichnet den kometenhaften Aufstieg Earharts zur amerikanischen Ikone ebenso nach, wie ihre Rekordflüge, die ihr das Image der Lady Lindy einbrachten und ihr Liebesleben, das durch ihren Hunger nach Freiheit und Fliegen nicht weniger kompliziert wurde. Ihre Zivilcourage und ihr Eintreten für soziale Gerechtigkeit und Unabhängigkeit wurden zu ihrem Vermächtnis.



Wissenswertes zum den Film Amelia:
„AMELIA ist eine Liebesgeschichte und ein Familienfilm voller Action und Abenteuer, ein Film über eine junge Frau, die keine Grenzen akzeptierte und den verschiedensten Leuten viel bedeutet hat“, sagt Regisseurin Nair. „Ich wollte, dass der Film ein lebhaftes, pulsierendes Portrait dieser Frau werden sollte, die von Dingen träumte, die andere nie zu träumen gewagt hätten. Amelia lebte mit all ihrer Energie und ließ weder ihr Gefühlsleben noch ihren Ehrgeiz begrenzen. Ich hoffe, dass ihr Vermächtnis die Menschen ermutigt, leidenschaftlich gegen jede Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit zu kämpfen.“

Die abenteuerlichste Periode in Earharts Leben, vom plötzlich über sie hereinbrechenden weltweiten Ruhm im Jahr 1928 bis zu ihrem schockierenden Verschwinden keine zehn Jahre später, ist nun zu einem großen Kinofilm geworden - dank der zähen Leidenschaft von Ted Waitt, dem CEO von Avalon Pictures (und Mitbegründer der Technologie-Firma Gateway, Inc.). Amelias Geschichte hatte Waitt, der sich persönlich sehr für Luftfahrt und Technik interessiert, seit langem interessiert. „Schon in meiner Kindheit hat mich Amelias Verschwinden beschäftigt. Als ich Bücher über sie zu lesen begann, faszinierte mich ihr Leben, erst recht ihr Verschwinden“, erklärt Waitt. „Das ist eine unglaubliche Geschichte über Mut und Engagement. Amelia war wirklich eine Vorkämpferin sowohl der Luftfahrt, als auch der Sache der Frauen.“

Und weiter: „Heute weiß jeder etwas über das Verschwinden Amelias, aber nur wenige Leute verstehen ihr Leben. Ich finde ihre Biografie gleichermaßen inspirierend und unterhaltend. Sie gehört immer noch zu den zehn bekanntesten Amerikanern aller Zeiten, aber nur wenige kennen ihre wahre Geschichte.“

Avalon erwarb die Rechte an zwei Earhart-Biografien, die sich noch im Entwicklungsstadium befanden: Susan Butlers East To The Dawn, das wenig bekannte Aspekte aus Earharts Leben untersucht, darunter ihre Freundschaft mit First Lady Eleanor Roosevelt und ihre bisher wenig dokumentierte geheime Affäre mit dem Flieger und Unternehmer Gene Vidal (dem Vater von Gore) aufgreift. Das andere Buch, Mary Lovells The Sound of Wings, konzentriert sich auf die komplizierte Beziehung mit ihrem Ehemann und Publizisten und untersucht die erfolgreiche Promotions-Maschinerie, die er für sie installierte. „Ich habe alle Amelia-Biografien gelesen und finde die von Sue Butler unglaublich gut recherchiert und hervorragend geschrieben. Auch Mary Lovells Buch ist ausgezeichnet“, kommentiert Waitt.

Waitt nahm Elgen M. Long - mit Marie K. Long Koautor von Amelia Earhart: Mystery Solved - als Berater unter Vertrag. Long ist ausgewiesener Experte für die erhalten gebliebenen Flugaufzeichnungen, die sehr genau belegen, was auf Amelias letztem Flug von Neu Guinea in Richtung Howland Island passierte – und sie schließlich durch „diverse Navigations- und Kommunikationsfehler“ (Long) in unvermeidliche Gefahr brachte.

Diese beiden intensiv recherchierten Quellen bildeten das Rückgrat der Story, die von zwei hoch dekorierten Autoren - Oscar®-Kandidatin Anna Hamilton Phelan ((GORILLAS IN THE MIST („Gorillas im Nebel”, 1988)) und Oscar®-Gewinner Ron Bass ((RAIN MAN („Rain Man“, 1988)) – zu einem Drehbuch verdichtet wurde, das zwar auf authentischen, historisch dokumentierten Quellen basiert, sich jedoch über die reinen Fakten erhebt, um den Herzschlag der Protagonistin spürbar werden zu lassen. Nach intensiver Untersuchung ihres Lebens und ihrer Zeitgeschichte komprimierten Phelan und Bass zehn Jahre Leben zu zwei Stunden Kinoerlebnis, in denen sie die vielen Gesichter Amelias zeigen: Geschäftsfrau, Draufgängerin, Modeikone, Verfechterin der Rechte von Frauen, Ehefrau, Geliebte, unnachgiebige Individualistin – aber vor allem eine Frau deren Menschlichkeit mindestens so bemerkenswert ist, wie die vielen Rekorde, die sie aufstellte.

Mira Nair war beim Lesen des Drehbuchs besonders fasziniert von dem Bild Amelias als erstem wirklichen Star im modernen Sinne. Sie war nicht einfach nur berühmt, sondern wurde international so verehrt, dass allein ihr Name und ihre Erscheinung zu einer Gelddruckmaschine wurden. Dieser Ruhm verlieh ihr einen Einfluss, den sie sich nie hätte träumen lassen und den sie schließlich für die Weiterentwicklung der Frauenrechte und der Fliegerei einsetzte.

„Wie immer man sie betrachtet, Amelias Geschichte ist eine faszinierende Mischung aus Mysterium und Tragödie“, sagt Nair. „Aber was mich beim Lesen des Drehbuchs verblüfft hat, war ihre Darstellung als erste amerikanische Ikone, die schließlich sogar zu einer Marke werden sollte. Da war diese Frau, die nichts so sehr liebte wie das Fliegen, was schon absolut revolutionär war zu dieser Zeit. Aber sie fühlte die gesellschaftliche Verantwortung in ihrer Rolle und nahm Stellung auch zu anderen Dingen, besonders zu den Frauenrechten. Amelia versuchte jedoch, bei dem, was sie gegen Geld 5 und die für die Gesellschaft zu leisten hatte, sich selbst treu zu bleiben. Ein Spiel, das moderne Frauen heute noch kennen und immer noch spielen.“

Mira Nair, Regisseurin kulturell anspruchsvoller und emotinal reicher Filme wie SALAAM BOMBAY! („Salaam Bombay!”, 1988), MONSOON WEDDING („Monsoon Wedding”, 2001), VANITY FAIR („Vanity Fair”, 2004) und THE NAMESAKE („The Namesake - Zwei Welten, Eine Reise”, 2006) wurde in Indien geboren und lebte in Afrika bevor sie ihre erfolgreiche Hollywoodkarriere als eine der wenigen weiblichen Regisseure in der vordersten Reihe des heutigen Filmschaffens begann.

Als Nair das AMELIA-Drehbuch las, verliebte sie sich in diese amerikanische Pilotin, die ihrer Zeit weit voraus war und bewunderte ihre furchtlose Haltung. Obwohl Nair in einer völlig anderen Zeit und Umgebung aufgewachsen war, konnte sie sich persönlich sofort mit Amelias Gier identifizieren, alle ihre Aufgaben sofort und mit Energie und Optimismus anzupacken. „Ich wurde in einer kleinen Stadt in Indien geboren“, erzählt Nair, „und Amelia kam aus einer Kleinstadt in Kansas. Ich konnte ihren Traum, die große weite Welt kennen lernen zu wollen sofort verstehen, denn ich hatte einmal genau denselben Traum.“

Die Offenheit des Drehbuchs, das Amelias menschliche Schwächen ebenso zeigt wie ihre Begeisterungsfähigkeit und ihren Mut, überzeugte Nair. Sie ergänzt: „Die Art wie Amelia darum kämpft, ihre Furcht zu überwinden und das Unmögliche zu versuchen, ist eine Lektion, von der wir alle nur lernen können. Noch mehr beeindruckte mich an diesem Portrait der Blick auf das, was hinter dieser Ikone steckt, ihre Eigenwilligkeit, ihr Liebesbedürfnis und ihre Schwäche, Mut und Rücksichtslosigkeit mitunter zu verwechseln.“

Das Drehbuch motivierte Nair selber zu recherchieren. Sie sah sich stundenlang Wochenschau- und Dokumentarfilmmaterial an, las Amelias Tagebücher und alles, was über die Jahre über sie geschrieben worden war. „Je mehr ich über sie erfuhr, desto mehr beeindruckte mich die Bescheidenheit, die immer ein Teil ihrer Persönlichkeit war“, meint die Regisseurin. „Ich finde Bescheidenheit und Leidenschaft sind eine wundervolle, aber äußerst seltene Kombination. So etwas interessiert mich als Filmemacherin.“

Nair faszinierte es – wie Amelia damals selbst – die Verlockungen des Fliegens in der Frühzeit der Luftfahrt zu erkunden, als Menschen erstmals jene grenzenlose Freiheit genießen konnten, die vorher den Vögeln vorbehalten gewesen war. „In Amelia entdeckte ich eine Person, die voller Ekstase den Himmel erforscht und gleichzeitig mit beiden Beinen auf der Erde steht“, erklärt Nair. „Sie liebte die Natur und glaubte an ihre Energie und daher ist es besonders bewegend, dass sie schließlich vom Ozean oder vom Himmel verschluckt wurde.“

Im Drehbuch stieß Nair auch erstmals auf die beiden beeindruckenden Männer, die Amelia am Nächsten kamen, ihren klugen Geschäftspartner und späteren Ehemann George Putnam und Gene Vidal, den kultivierten Piloten und Pionier der amerikanischen Luftfahrtindustrie.

Nair fand beide Männer beeindruckend. „George war der Erste, der sich in diesem Land mit dem beschäftigte, was man heute Public-Relations nennt. Er war in gewisser Weise auch ein Abenteurer, aber er wusste, dass er nie mit Amelia Earhart oder Charles Lindbergh mithalten können würde. Also unterstützte er Amelia mit seinen Fähigkeiten und finanzierte ihre Trips durch Sponsorships oder Publicity Events. Einerseits „verkaufte“ Putnam Amelia, andererseits ermöglichte er ihr, ihre Leidenschaft auszuleben, indem er Wege fand damit Geld zu verdienen“, meint Nair.

„Auch Gene spielte eine wichtige Rolle in Amelias Leben, denn beide waren so etwas wie die öffentlichen Gesichter der amerikanischen Luftfahrt. Ich glaube sie waren sehr verliebt ineinander, aber Gene war der einzige Mensch, der ihr schonungslos die Wahrheit sagen konnte. Er machte ihr deutlich, wenn ihre Abenteuer rücksichtslos zu werden begannen. Das mag ihre Träume gestört haben, aber sie blieben sich verbunden in Liebe und Konflikt“, ist Nair überzeugt.

„Meine Erkundungsreise durch das Projekt AMELIA brachte eine unglaubliche Menge an detailreichen Geschichten zu Tage – von Wochenschaumaterial über die rudimentäre Autobiografie bis hin zu ihren eigenen Berichten. Amelias Leben umspannt viele Jahre voller Liebe, Verlust, Herzschmerz und Erfolg“, fährt Nair fort. „Während der Arbeit an diesem Film lernte ich nicht nur Amelias Geschichte am Himmel kennen, sondern auch die am Boden – mit Menschen wie Amy Guest und Dorothy Putnam oder Mabel Boll und andere, die zu der mit ihr eng verbundenen Gruppe gehörten. Neben der Welt die Amelia umgab, musste ich mich für Ausschnitte aus ihrem Leben entscheiden, die den Weg dieser äußerst modernen Frau zeigen, die ein ständiges Wechselbad erlebte zwischen ihrer Ekstase am Himmel und ihrer Verantwortung gegenüber der Erde. Ich hoffe mein Film wirft einen neuen Blick auf dieses faszinierende Individuum und ermutigt die Zuschauer, sich weiter mit dieser Frau und ihrer Geschichte zu beschäftigen. Frau Earhart hat mir ganz einfach den Schlüssel zum Himmel gegeben.“

Nair startete in diese Produktion mit einem Team, zu dem Ted Waitt, der Avalon Pictures-President Kevin Hyman und Nairs langjährig vertraute Produktionspartnerin Lydia Dean Pilcher gehörten. „Wir hatten ein äußerst kreatives Team“, sagt die Regisseurin, „mit dem wir uns kopfüber in das hinein stürzten, was Amelia für so viele Amerikaner bedeutet.“


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AMELIAS GEIST: HILARY SWANK
Weltweit berühmt wurde Amelia Earhart nicht nur durch ihre Taten – auch wenn ihre Rekordflüge zu jener Zeit immer für internationale Schlagzeilen sorgten – sondern auch durch ihre Persönlichkeit. Ihr Mut, ihre Geschäftstüchtigkeit, ihr ‚Dasschaffen- wir-schon-Optimismus’, ihre Stressresistenz und ihre unerschütterliche Hartnäckigkeit definierten ein schillerndes neues Bild der amerikanischen Frau – in einer Zeit, in der sich die Nation gerade von der Großen Depression, ihrer schwersten Wirtschaftskrise, erholte. Groß und schlank mit kurzem, windzerzaustem Haar wurde ihr Bild zum Synonym für die aufkeimenden Ideale von Abenteuer, Vertrauen und Leistung, begleitet von Liebenswürdigkeit und Lebensfreude.

Es versteht sich von selbst, dass jede Schauspielerin, die sich für die Rolle der Amelia interessierte, all diese Qualitäten mitbringen musste. Von der ersten Minute an erschien eine Frau wie eine Kopie der furchtlosen, freiheitsliebenden Vagabundin der Lüfte: Hilary Swank.

Mit zwei Academy Awards® für ihre wandlungsfähigen Rollen in BOYS DON’T CRY („Boys don’t Cry“, 1999) und MILLION DOLLAR BABY („Million Dollar Baby“, 2005) ausgezeichnet, ist Swank bekannt für ihre tiefgründige Darstellung. Aber darüber hinaus besaß sie etwas, das über handwerkliche Fähigkeiten und physische Ähnlichkeit mit Earhart hinausging. „Was Hilary ganz besonders auszeichnet ist ihr Vermögen, über all die Äußerlichkeiten die sie mit Bravour meistert hinaus, die inneren Konflikte Amelias sichtbar zu machen – ihre Bescheidenheit, ihre gut überspielte Unbeholfenheit und ihre unerwartete Mädchenhaftigkeit“, meint Nair. „Hilary ist eine spirituelle Schauspielerin – sie spielt tief aus dem Innern – und es machte ihr großen Spaß, sich Amelia vollkommen anzunähern, fast einen Monat verbrachte sie damit. Die Haare, der Gang und besonders die Sprache – ihre Darstellung war ganz einzigartig und ganz und gar Amelia.“

Swank verblüffte die Regisseurin auch durch ihr fliegerisches Talent – und ihren Mut. „Hilary ist eine geborene Draufgängerin“, hat Nair beobachtet. „Sie betrachtet das Leben als Achterbahn. Am Liebsten würde sie am Fallschirm aus dem Flugzeug springen und wie Amelia mit wild hin- und herschwingenden Beinen herunterschweben!“

Für Swank war diese Rolle einfach unwiderstehlich. „Amelia war eine echte Pionierin, und ihr gebührt großer Dank dafür, dass die Mädchen heutzutage es einfach O.K. finden können, ihren Träumen zu folgen“, meint sie. „Sie verfügte über eine Qualität, für die ich sie sehr bewundere: Ihren Trieb - selbst in einer männerdominierten Welt - ihrem Herzen zu folgen, egal was passiert. Ich finde der Film zeigt, dass sie ein Leben nach eigenen Regeln lebte. Sie fand es wichtig, Spaß zu haben, zu tun was sie liebte und trotzdem für andere Leute da zu sein. Und das war es, was sie letztendlich so erfolgreich sein ließ.“

Doch Swank war sich auch des Risikos bewusst, das in der Rolle steckt. „Eine Figur wie Amelia lässt dir nicht allzu viel Freiheiten, sie ist eine Ikone und man kennt so viele Bilder von ihr, dass bereits ein fest gefügter Eindruck von ihr besteht“, gesteht die Schauspielerin. „Ich stand vor der Herausforderung, dem Bild gerecht zu werden, das ich von ihr hatte.“

Ein Teil dieser Herausforderung bestand darin, zu fliegen. Als Swank ihre ersten Flugstunden genommen hatte, verstand sie erst, welche Anziehungskraft der Himmel auf Amelia ausgeübt hatte. „Mir wurde klar, dass sie das Fliegen liebte, weil sie in der Luft frei war von all den Zwängen, die sie auf der Erde einschränkten“, sinniert die Schauspielerin. „Sie war begeistert, die Welt zu sehen und andere Kulturen kennen zu lernen – man muss bedenken, dass zu der Zeit nur sehr wenige Leute diese Chance hatten. Am meisten war sie getrieben von der Aussicht, ständig Neues ausprobieren zu können. Darum jagte sie immer neuen Rekorden oder neuen Zielen hinterher, und damit konnte ich mich sehr gut identifizieren.“

Sie erkannte bald, was Amelia den tausenden weiblichen Piloten heute bedeutet. „Fast jede Pilotin, die ich traf, sagte Amelia sei eine große Inspiration für sie gewesen“, erzählt Swank. „Amelia wäre begeistert. Ganz besonders von der Tatsache, dass Frauen jetzt kommerzielle Jets über den Atlantik steuern.“

Swank war natürlich auch berührt von der zentralen Liebesgeschichte des Films – die Beziehung zwischen Earhart und ihrem Ehemann, dem Public Relations-Pionier George P. Putnam, der Amelias Flüge durch öffentliche Auftritte, Werbung und Sponsorenverträge finanzierte. „Ich finde ihre Liebesgeschichte sehr anrührend, denn George tat alles was er konnte, um Amelias Träume zu erfüllen“, erklärt Hilary Swank. „Ich glaube sie verstand, dass es Teil ihres Jobs war und ihr die Fliegerei ermöglichte.“ Ihr imponierte auch Amelias geradezu brutale Ehrlichkeit gegenüber George. „Er machte ihr mehrere Heiratsanträge und sie sagte ihm jedes Mal, dass sie sich nicht den konventionellen Regeln einer Ehe unterordnen wollte, was ihrer Zeit weit voraus war“, sagt Swank. „Aber zur gleichen Zeit brachte sie ihm eine Menge Liebe entgegen.“ Die Arbeit mit Richard Gere in der Rolle Putnams brachte die zarte Seite und die Kämpfe in ihrer Beziehung auf den Punkt. „Richard ist eine alte Seele, die ihr Herz vor sich her trägt und ich denke, das hat große Ähnlichkeit mit der Persönlichkeit von George Putnam“.

Als Amelia und George dann tatsächlich heiraten, soll Earhart nach Meinung vieler Biografen ihre Affäre mit dem Flieger Gene Vidal, der mit Amelias Hilfe bald von der Roosevelt-Regierung zum Chef des neu eingerichteten Bureau of Air Commerce ernannt wurde, fortgesetzt haben. Swank kann die gegenseitige Anziehung zwischen den beiden gut nachvollziehen. „Mit Gene teilte sie die Leidenschaft fürs Fliegen, beide wollten die Kommerzialisierung der Luftfahrt in Amerika vorantreiben und daher hatten sie eine sehr ähnliche Weltsicht“, erklärt Hilary Swank. „Ewan McGregor machte aus dieser Figur das genaue Gegenteil von Richard Geres Putnam. Beide Männer verkörperten das, was Amelia im Leben suchte und waren doch vollkommen gegensätzlich.“

Für Swank war diese internationale Produktion mit ihren realen und simulierten Flügen ein einziges Abenteuer. Aber immer wieder betont sie, dass ihr neben Amelia eine weitere Heldin die nötige Erdung gab: Mira Nair. „Ich bin überzeugt, dass Mira eine Geistesverwandte Amelias ist“, meint Swank zum Schluss. „Sie ist eine Naturgewalt, eine sehr starke Frau, die sich nicht für ihre Stärke entschuldigt. Es ist wundervoll zu sehen, wie sich eine Frau Respekt verschafft und ganz genau weiß, was sie will. Sie ist wie ein Atemzug voll frischer Luft.“

AMELIAS GELIEBTE: RICHARD GERE UND EWAN MCGREGOR ALS GEORGE PUTNAM UND GENE VIDAL
Die ganze Welt liebte Amelia Earhart – sie aber liebte zwei Männer. Beide unterstützten ihre Karriere und arbeiteten tatkräftig daran mit, ihren Ruhm zu mehren. Der erste Mann half, ihr öffentliches Bild positiv zu gestalten und wurde ihr Ehemann, George Palmer Putnam. Der Sohn des Gründers des Verlags G.P Putnam’s Sons, führte selbst ein abenteuerliches Leben bevor er Amelia traf. Er hatte in Harvard studiert, leitete National Geographic-Expeditionen, war Bürgermeister der Stadt Bend in Oregon gewesen und leitete diverse Zeitungen, bevor er das Familienunternehmen mit einem Knüller übernahm: Er veröffentlichte Charles Lindberghs Autobiografie We. 1928, als man eine Frau suchte, die in der Lage wäre, als erste den Atlantik zu überfliegen, traf George erstmals die damals unbekannte Amelia Earhart. Sie heirateten 1931, zu einem Zeitpunkt, als Amelia bereits zu den populärsten Frauen der Welt gehörte.

Golden Globe®-Gewinner Richard Gere sieht in Putnam eine faszinierende historische Persönlichkeit. „Er war eine dieser kontrovers diskutierten Menschen, die viele Leute nicht leiden können. Ganz anders Amelia. Offensichtlich liebte sie diesen Typen und es interessierte mich warum”, sagt er. „Ich wollte mehr über ihre Verbindung erfahren. Wie erlebten sie sich privat, gab es ein Geheimnis in ihrem Privatleben, das niemand kannte? Wie kam es, dass sie so gut zusammen passten? Sie waren zwei selbstbewusste, starke und zielstrebige Persönlichkeiten und durch einen Zufall kreuzten sich ihre Wege zur richtigen Zeit.“

Gere war fasziniert von Putnams Fähigkeit, Earharts Persönlichkeit als Werkzeug für die Finanzierung ihrer Rekordflüge zu nutzen und dafür zu sorgen, dass die Öffentlichkeit ständig mehr von ihr sehen und wissen wollte. „Ihn umgab eine gewisse Zirkus- Ausstrahlung als er der noch unbekannten Amelia dieses ‚Lady Lindy’ – Image verpasste”, findet Gere. „Es gab andere weibliche Piloten, die vielleicht noch besser oder hübscher gewesen sind, aber ich glaube er sah Amelia absolut authentisch in ihrer Liebe zum Fliegen und dabei so umgänglich, dass sie von allen Frauen gerne als Vorbild gesehen werden würde.“

Mira Nair entdeckte in Richard Gere in der Rolle des George Putnam neue Qualitäten. „Richard hat von Haus aus ein großes Charisma“, meint Nair, „aber hier verströmte er darüber hinaus große Ruhe und Autorität, was eine weitere Herausforderung der Rolle war. Er gab eine sehr meditative Darstellung ab – und es entstand eine spürbare Chemie zwischen Hilary und ihm.“

Die Arbeit mit Swank war für Gere ein echtes Highlight. „Sie ist wie geboren für diese Rolle, weil ihr Instinkt genauso funktioniert wie Amelias – für sie ist es einfach normal, Risiken einzugehen und Clichés zu vermeiden. Sie hat diese natürliche Vertrauenswürdigkeit mit der jemand sagt: ‚Ich bin vielleicht ein wenig merkwürdig, aber so bin ich nun mal’“.

Das war eine große Hilfe bei der Darstellung dieser einzigartig engen Verbindung zwischen Amelia und George, mochte ihre Ehe auch noch so unkonventionell sein. Gere meint dazu: „Unsere Szenen haben einen subtilen emotionalen Kitzel. Das waren zwei Menschen, die versuchten, so gut wie möglich zu einander zu sein und sich trotzdem manchmal verletzten.“

Einige dieser Verletzungen entsprangen Amelias freigeistiger Haltung, vor der sie George in aller Offenheit vor der Hochzeit gewarnt hatte. Aber ihre enge Beziehung zu dem Piloten Gene Vidal, mit dem sie später die Northeastern Airlines gründete, machte ihre Ehe kompliziert.

Vidal war eine herausragende Persönlichkeit des frühen 20sten Jahrhunderts. Heute in erster Linie als Vater des gefeierten Schriftstellers Gore Vidal bekannt, unterrichtete Gene Aeronautik in West Point, gründete drei amerikanische Airlines und war von 1933 – 1937 Chef des Bureau of Air Commerce. Seine Rolle besetzte Nair mit dem schottischen Schauspieler Ewan McGregor, der für die Vielseitigkeit seiner Rollen bekannt ist, die von dem mutigen Indie-Hit TRAINSPOTTING („Trainspotting - Neue Helden”, 1996) bis zu Obi Wan-Kanobi in den STAR WARS-Prequels („Star Wars”, Episode I – III, 1999, 2002, 2005) reichen. „Ewan ist so elegant,” schwärmt Nair. „Er verströmt diese coole Cary-Grant-Mischung aus Charme und Förmlichkeit, die man heute nicht mehr findet, gleichzeitig ist er sehr modern und hip. Genau diese Bandbreite suchten wir für Gene Vidal.“

McGregor gibt zu, dass es zunächst die Chance war, mit Swank zu spielen, die ihn für AMELIA einnahm. „Schon seit BOY’S DON’T CRY („Boys don’t Cry“, 1999) wollte ich unbedingt mit Hilary arbeiten,” sagt er. „Sie arbeitet leidenschaftlich, detailverliebt und engagiert. So arbeite ich auch, und ich wusste, die Zusammenarbeit würde viel Spaß machen.“ Aber als er sich mit der Rolle Vidals vertraut machte, reizte ihn zunehmend die Komplexität der Figur. „Es war eine interessante Aufgabe, diese vielschichtige Beziehung auf die Leinwand zu bringen. Man weiß, dass Gene und Amelia eine Liebesgeschichte miteinander hatten, aber Details sind nicht bekannt“, erklärt McGregor. „Im Film entwickelt sich ein unausgesprochenes Liebesdreieck, in dem niemand ausspricht, was wirklich los ist. Das fand ich sehr faszinierend.”

So sehr er sich auf die Zusammenarbeit mit ihr freute, so sprachlos machte ihn Swank. „Es schien als wäre Amelia in bester Verfassung und würde in Hilary Swanks Körper leben“, erzählt er. „So wie Hilary sie spielt, bekommt man einen Eindruck davon, wie außergewöhnlich sie gewesen sein muss. Ich denke, die Tatsache, dass meine Töchter heute ein freies Leben und unendliche Möglichkeiten haben, verdanken sie Frauen wie Amelia.“

Die Hauptrollen rundet ein weiterer Mann ab, der eine prominente Rolle in Amelias Leben führte: der talentierte Navigator Fred Noonan, der mit Amelia spurlos über dem westlichen Pazifik verschwand. Er hatte sich als Navigator des legendären „Manila Clipper“ der Pan American Airlines auf der Transatlantic-Route einen Namen gemacht. Noonans Ruf war hervorragend, wenngleich es kein Geheimnis war, dass er schwer dem Alkohol verfallen war – ein Widerspruch den der britische Schauspieler Christopher Eccleston beeindruckend dargestellt hat.

„Ich habe Chris Eccleston bewundert seit ich ihn in seinen ersten Rollen in JUDE („Herzen in Aufruhr”, 1996) und SHALLOW GRAVE („Kleine Morde unter Freunden”, 1994) gesehen habe und finde, dass er ein herausragender Schauspieler ist“, bekennt Mira Nair. „Er sieht Fred Noonan täuschend ähnlich, er hat Sex-Appeal, vor allem aber hat er eine verblüffend natürliche Leichtigkeit im Umgang mit der Kamera und sich selbst. Er ist sehr bodenständig und unabhängig, überhaupt nicht so egoistisch wie die Figur, die er zu spielen hatte. Fred war beides: ein harter Trinker und der beste Navigator der Welt. Chris brachte diesen Kontrast auf den Punkt. Und ich denke, dass die Szenen mit Fred und Amelia am Schluss des Films wirklich bewegend und erinnerungswürdig sind.“

AMELIAS FLUGZEUG: DIE ELECTRA
Eine der Hauptfiguren in AMELIA besteht nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Metall und war trotzdem eine der großen Lieben in Amelia Earharts Leben: Ihre berühmte, zweimotorige, silber/orange-farbige Lockheed L-10 Electra, mit der sie schließlich für immer verschwinden sollte. Die Maschine mit dem innovativen Design von Hal Hibbard, hatte ihren Jungfernflug 1934 und wurde schnell zu einem der modernsten Langstreckenflugzeuge der noch jungen Luftfahrtindustrie – und zu einem Wunschtraum Amelias. Als sie das Flugzeug schließlich kaufte, eröffnete sie sich damit die Chance, eines ihrer großen Ziele zu verwirklichen: die erste Pilotin zu sein, die die Erde umrundet.

Da weltweit nur noch eine handvoll Electra-Flugzeuge existieren, suchte die Filmproduktion auf der ganzen Welt nach so einem Exemplar, das auch heftige Action- Szenen überstehen würde. „Unsere Electra zu finden entsprach durchaus dem Casting für einen der Stars unseres Ensembles“, erinnert sich Mira Nair. „Das Flugzeug ist so wesentlich für Amelias Geschichte, dass wir eine erstaunliche Reise dafür in Kauf nahmen. Wir fanden unsere Electra in Süd-Frankreich und flogen mit ihr, auf Amelias Spuren, quer über den afrikanischen Kontinent. Von diesem unglaublichen Trip zehrten wir während der ganzen Dreharbeiten. Ich denke, man ist bereit sich mit diesem Flugzeug zu identifizieren, weil es einem die ganze Schönheit und alle Möglichkeiten des Fliegens vor Augen führt.“

Die Film-Electra gehört dem französischen Flugveteranen und Journalisten Bernard Chabbert. Dessen Vater, selbst Pilot, hatte Amelia Earhart kurz im Senegal getroffen, was Chabbert eine ganz besondere Beziehung zu der Geschichte gab. Er hält die Electra für ein Flugzeug, das in jedem Luftfahrt-Fan eine tiefe Leidenschaft entfacht. „Die Electra ist das Meisterwerk eines Fluggerätes, ein Art-déco-Objekt, ein kultiviertes, raffiniertes Flugzeug mit geradezu magischer Abenteuerlust“, schmunzelt er. „Wenn man eine Electra besitzt – und es gibt nur noch etwa ein Dutzend davon – träumt man von dem Tag, an dem eine Filmfirma anruft und fragt, ob sie dein Flugzeug für einen Film über Amelia Earhart benutzen dürfen.”

Als dieser Tag kam, stellte er Chabbert neben der ganzen Ehre und Aufregung vor eine massive logistische Herausforderung. Schließlich war sein Flugzeug in Frankreich und wurde in Südafrika gebraucht, wo ein großer Teil der Dreharbeiten stattfinden würde. Mira Nair wollte die Electra nicht nur nach Kapstadt transportieren, sondern den langen Flug über den afrikanischen Kontinent festhalten – als Spiegelbild der bemerkenswerten Reisen Amelias.

Das sollte ein aufwendiger Kraftakt werden. Chabberts Electra, bekannt als „Hazy Lily” oder kurz „Lily” – hatte bereits 60 Jahre Fliegerei auf dem Tacho. Während des Zweiten Weltkriegs hatte sie als fliegende Limousine gedient und war vom britischen Piloten und angeblichen Spion Sydney Cotton geflogen worden, der als eine der Inspirationen für James Bond gilt. Zudem stand die Maschine, ohne Motoren oder Propeller in einem Hangar, sie hatte bei einer Bauchlandung heftig Federn lassen müssen. „Uns blieben gerade mal vier Monate um alles zu reparieren, zwei neue Motoren zu finden, neue Propeller herstellen zu lassen und vieles mehr“, erinnert sich Chabbert. „Dann sollten wir einen äußerst ungewöhnlichen Trip um Afrika herum planen. 1937 hätten wir es damit auf alle Titelseiten gebracht! Unser Flug entsprach in etwa dem, den Amelia absolviert hatte und wir erwiesen so mit unseren Bildern ihrer Leistung Referenz.“

Chabbert unterstreicht: „Der Unterschied bestand darin, dass wir mit dieser alten, tief fliegenden, fremdartigen, Benzin fressenden Maschine aus der Vergangenheit kamen, während Amelia damals in die Zukunft geflogen war.“

Nach gerade mal einem Testflug, startete die aufgemöbelte Electra in Annemasse bei Genf und flog in Richtung spanischer Küste. Zwei Tage später landete sie in Marokko, dann ging es mitten durch eine Reihe schwerer Gewitter weiter nach Bamako in Mali. „Das alte Biest erwies sich als echter Abenteurer“, schwärmt Chabbert. Die weitere Reise orientierte sich an Stationen, an denen der zunehmend seltene Treibstoff namens Avgas nachgetankt werden konnte – mit dem heute üblichen Kerosin hätte sich die Electra nicht vom Boden erhoben. Wir überflogen den Hai-verseuchten Golf von Guinea, strandeten, auf der Suche nach Treibstoff für zwei Tage auf der Insel Malabo, überflogen Angola und Namibia und landeten schließlich in Kapstadt – und hatten gerade mal 24 Stunden Zeit, um unsere Electra zu streichen und für die Nahaufnahmen drehfertig zu machen.

Chabbert, der zur Flug-Crew gehörte, beobachtete mit Spannung die Interaktion zwischen Schauspielern und Filmleuten und seiner „Hazy Lily“. Schon dadurch fühlte er sich für den anstrengenden Trip entschädigt. „Diese alte, würdevolle Dame wurde ein echtes Ensemblemitglied“, erinnert er sich. „Und Hilary spielte tatsächlich, als ob sie Amelia wäre und das hier ihre Electra.“

Chabbert war besonders stolz darauf, wie gut das Flugzeug funktionierte und dabei Entfernungen zurücklegte, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. „Die alte Maschine hustete nicht einmal“, bemerkt er. „Wir flogen schwierige Szenen, wie Amelias letzten Start in Lae in Neu-Guinea, als ihre Electra so überladen war, dass sie in einen verzweifelten Sturzflug Richtung Meeresoberfläche gehen musste um auf Geschwindigkeit zu kommen. Wir filmten das 22-mal. Wir drehten Amelias nächtlichen Start in Kalkutta im Monsoonregen, viermal hintereinander, auf einer unbeleuchteten Staubpiste nördlich von Kapstadt. Wir machten eine ganze Reihe merkwürdiger Dinge, flogen die alte Maschine im Tiefflug über die Victoriafälle, im Gleitflug über die Wüste des Okavango Delta, schlüpften zwischen hochragenden Berghängen hindurch und streiften über unzählige weiche, beige Sanddünen nahe Port Elizabeth. Zunehmend kam uns das Flugzeug wie ein richtiger Schauspieler vor, weit mehr, als ein Teil der Ausstattung.“

Zum Schluss musste „Hazy Lily” die lange, zeitaufwendige Rückreise nach Europa absolvieren – aber Chabbert sagt, diese Reise war Teil seiner Belohnung und alle Mühe wert. Er fasst zusammen: „Lily ist in acht Wochen insgesamt 170 Stunden geflogen und hat nicht einmal gestreikt. Sie war in den Händen von sieben Flugenthusiasten, die viel mehr waren als einfach nur Piloten, die mit ihr das Abenteuer ihres Lebens verbracht hatten. Lily hatte uns alle mitgenommen durch einen Zeittunnel und uns geholfen, Amelia Earharts ganz persönliche Wahrheit zu begreifen.“

AMELIAS WELT: DAS DESIGN
Für den Look des Films ließ sich Mira Nair von den gleichen Impulsen inspirieren, die auch Earharts Leben bestimmt hatten: pulsierender Lebensstil, Abenteuergeist und mehr als alles andere – ihre Liebe zur Natur. „Amelia war mit der Natur verheiratet, mit den Elementen, mit dem Himmel, mit dem Ozean. Das waren die Elemente die sie liebte und die Elemente, die sie letztlich auf tragische Weise verschluckten – also sollte die Landschaft auch im Film den Teil der Welt symbolisieren, der sie am meisten anzog“, erklärt Nair.

Das Design des Films entwarf Nair in enger Zusammenarbeit mit dem Chefkameramann Stuart Dryburgh, der für seine phänomenale Kameraarbeit für Jane Campions THE PIANO („Das Piano”, 1993) eine Academy Award®-Nominierung erhalten hatte. „Stuart ist ein großes Kind, er liebt Action, Natur und Flugzeuge und filmt alles ganz wundervoll“, schwärmt die Regisseurin. „Er passte ganz hervorragend zu der Story.“

Dryburgh ließ sich von dem umfangreichen Dokumentationsmaterial inspirieren, das Amelias Leben und ihre Zeit in Wochenschaufilmen und zeitgenössischen Fotografien festgehalten hat. Für Nair und ihn stand schon früh fest, dass der Film einen frischen und modernen Look haben sollte. „Amelia war nun mal eine durch und durch moderne Frau“, sagt Dryburgh. „Wir wollten dem Film kein historisches Gesicht geben, sondern Menschen, Landschaften und Flugzeug für sich sprechen lassen.“

Um der Dimension ihrer Geschichte gerecht zu werden wurde in Cinemascope gedreht. Zudem sollte das Format helfen, den Nervenkitzel der einsamen Solo-Fliegerei einzufangen. „Wir wollten die Zuschauer teilhaben lassen an Amelias Sehnsucht nach Abenteuer“, erklärt er, „und an ihrer Liebe zum Fliegen, die alle irdischen Lieben in den Schatten stellte.“

Dryburgh stellte ein Team für die Flugaufnahmen zusammen, das von Second Unit-Regisseur Marc Wolff geleitet wurde, der selbst ein altgedienter Hubschrauberpilot und Luftbild-Experte ist. „Marc filmte jedes unserer Flugzeuge, das tatsächlich fliegen konnte, inklusive Doppeldecker-Oldtimer, ein wunderschön restauriertes dreimotoriges Ford-Flugzeug und natürlich Amelias heißgeliebte Electra“, erzählt Dryburgh. „Diese Szenen vermitteln sehr eindrucksvoll die Freude, die Amelia am Fliegen hatte und die Motivation für ihren gesamten Lebensstil.“

Für die Flugzeuge, die die Produktion nicht in flugfähigem Zustand beschaffen konnte – besonders für das Fokker Flugboot namens „Friendship“, in dem Amelia erstmals den Atlantik überquerte und die Lockheed Vega, mit der sie viele ihrer Rekorde flog, - wurden Nachbauten angefertigt, die dann „virtuell“ mittels Computeranimation geflogen wurden, überwacht vom Visual Effects-Team Mr. X in Toronto. Dryburghs Einschätzung: „Bei so viel beeindruckenden echten Flügen in diesem Film lag die Latte für die computeranimierte Fliegerei ausgesprochen hoch – aber ich finde unser VFXTeam bei Mr X hat eine großartige Arbeit abgeliefert.“

Die vielen ganz unterschiedlichen, alle Teile der Welt repräsentierenden Landschaftsbilder, die Dryburgh aus der Luft und am Boden drehte, entstanden fast ausschließlich in einem einzigen, außerordentlich vielfältigen Land, das für drei Jahre Mira Nairs Heimat gewesen war, in Südafrika. Hier fand die Produktion neben kaum veränderten Art-déco-Flugplätzen und unendlichem Himmel auch beste Voraussetzungen, um acht verschiedene Länder, durch die Amelia gereist war, zu drehen, ohne dafür auch nur eine einzige Grenze überschreiten zu müssen.

Nair ist begeistert von Südafrika. „Es war sehr bewegend für mich dort zu drehen“, gibt sie zu. „Es war eine Chance, einem Kontinent den ich sehr liebe, Reverenz zu erweisen; er bot uns alle Möglichkeiten die wir brauchten, um Amelias Reisen um die ganze Welt zu zeigen.“

Die Aufgabe, einen Bezirk in viele verschiedene zu verwandeln, hatte Produktions-Designerin Stephanie Carroll, mit der Nair seit THE PEREZ FAMILY (1995) mehrfach zusammen gearbeitet hat. „Stephanie tanzt ganz leichtfüßig und liebevoll mit mir zwischen Indien und Amerika hin und her. Sie hat einen Blick und eine Sensibilität wie niemand sonst – weiß alles über Kunst, und sie hat neugierige Augen“, sagt die Regisseurin. „In Südafrika blühte sie regelrecht auf, bot uns eine echte Vielfalt verschiedener Regionen der Welt auf engem Raum an und vermischte Naturelemente mit modernem Design, ganz ähnlich, wie Amelia es in ihrem Leben auch getan hat.“

Carroll sah eine beängstigende Aufgabe vor sich. „Es gab unendlich viel zu recherchieren und die Zeit war sehr knapp“, erinnert sie sich. „Mira und ich halten es für wichtig, Sets und Ausstattung so akkurat wie möglich zu gestalten – auch um dadurch, falls keine originalen Dokumente mehr existieren, Antworten auf die Frage zu erhalten, wie etwas wirklich stattgefunden oder ausgesehen hat. Diesen Film zu machen ähnelte stark Amelias Leben - sie bewegte sich immer von einem Ort zum nächsten, ganz wie wir auch – es hieß immer weiter, weiter, weiter, in schnellen und aufregenden kleinen Trips.“

Jeder Set den Carroll schuf, steckte voller Details, die sie aus der Lektüre über Amelias rastloses Leben gezogen hatte – Details, ausgewählt um mehr über das Innenleben dieses stets wissbegierigen Menschen zu erfahren. „Ich meine, jede Kleinigkeit die man auf der Leinwand sieht, sollte die Emotionen des Drehbuchs reflektieren und den Zuschauern unterschwellig das Gefühl vermitteln, dass es immer um Amelia oder um das Fliegen geht“, führt sie aus. „Mira sind Schönheit und Design sehr wichtig und das macht die Arbeit mit ihr zu einer künstlerisch sehr dankbaren Aufgabe.“

In Südafrika bestand Carrolls Arbeit hauptsächlich aus Umgestaltung. Eine ihrer größten Herausforderungen war es, einen rasenbewachsenen afrikanischen Flugplatz in das Lae-Flugfeld in Neuguinea zu verwandeln, auf dem Amelia vor ihrem Verschwinden zuletzt gesehen wurde. „Den richtigen Flugplatz zu finden war schwieriger als man denkt, da die Electra bestimmte Voraussetzungen zum Starten und Landen braucht. Wir mussten immer die richtige Balance zwischen historischer Genauigkeit, den Erfordernissen des Flugzeugs und den Möglichkeiten unseres Budgets finden“, erklärt sie. „Schließlich benutzten wir einen alten Militärflugplatz und gestalteten ihn zu einem tropischen Ort um.“

Eine ähnliche Herausforderung war die Übersicht über das Design der vielen historischen Flugzeuge. „Wir hatten es im Wesentlichen mit Flugzeugen zu tun, die es nicht mehr gibt“, sagt Carroll. Aber wir wussten, dass viele Luftfahrt-Enthusiasten den Film sehen würden und daher fühlten wir eine besondere Verantwortung authentisch zu sein.“

Zur Unterstützung bei dem Nachbau des Fokker F7 Flugbootes und der Lockheed Vega holten die Filmemacher Paul Austerberry als Visual Consultant ins Boot, der die Herstellung und Konstruktion aller Oldtimer-Flugzeuge überwachte. „Paul machte einen großartigen Job und der Film wäre ohne ihn nicht denkbar gewesen“, gibt Carroll zu. Austerberry gelang es, die Original-Zeichnungen der F7 beim Fokker-Konzern in Holland ausfindig zu machen, um die Struktur der Zelle und des Rumpfs zu prüfen – und zeichnete von Fotos die etwa 9 Meter langen Schwimmkufen ab, die für die Landung auf dem Wasser dienten. Er konnte den durch einen Unfall beschädigten Rumpf einer Lockheed Vega nutzen, um die Struktur des Flugzeugs mit originalen Teilen nachzubauen. Schließlich baute Austerberry ein Modell des Innern von Amelias Electra, das in bestimmten Szenen zusätzlich zur „Hazy Lily” zum Einsatz kam.

Austerberry empfand den ganzen Prozess wie einen Geschichtskurs über die ersten Flugversuche der modernen Luftfahrt. „Amelias Leben umspannte die Phase der Geburt und der Entwicklung der Fliegerei“, meint er. „Ihr erstes Flugzeug hatte einen hölzernen Rumpf und ihr letztes war ein glänzendes Art-déco-Wunderding. In ihren wenigen kurzen Jahren gab es unglaubliche technische Entwicklungen und wir hatten die Chance all dies auf der Leinwand zu zeigen.“

Andere historische Entwicklungen kann man in der Kostümarbeit von Kasia Walicka Maimone bewundern, die zugibt, dass „die Zeit und die Figur Amelias waren ein einziger Traum für einen Kostümbildner“ waren. Walicka Maimone, die zuvor mit Nair bei HYSTERICAL BLINDNESS (2002) zusammen gearbeitet hatte, begann ihre künstlerische Arbeit mit der Sichtung tausender Archivfotos von Amelia, von denen die wichtigsten monatelang ihre Wände zierten. „Ich umgab mich mit diesen Bildern, studierte sie sehr eingehend und daraus entstand das Gefühl, dass ich diese unglaubliche Frau persönlich kenne“, sagt sie.

Im Gegensatz zu historischen Filmen, bei denen es oftmals an Informationen mangelt, wurde Walicka Maimone bei AMELIA mit Dokumenten ihres wirklichen Lebens geradezu überschüttet. Je mehr Amelia fotografiert worden war, desto mehr hatte sie begonnen ihr Image, das Stärke, Talent und Abenteuerlust ausstrahlen sollte, mit einer Prise weiblichen Glamours anzureichern. „Es gibt von Amelia Fotos in nahezu jedem Outfit, von ihrem Fliegeroverall über seriöse Pressekonferenz-Kleidung bis zu glamouröser Abendgarderobe und von allem gibt es eine unüberschaubare Menge davon“, stellte die Kostümbildnerin fest. „Mira und ich mussten uns da durcharbeiten und das Wesentliche herausfiltern, das letztlich ihren Charakter unterstreichen sollte. Es war eine ständige Zusammenarbeit zwischen mir, Mira und Hilary Swank.”

Walicka Maimone hatte besonderen Spaß daran, die Geschichte der Fliegeruniformen zu recherchieren. Sie stellte fest, dass es in den Dreißiger Jahren keine Standardbekleidung für Pilotinnen gab, was Amelia umso mehr zu einer Modepionierin machte. „Amelia entwarf viele ihrer Fliegeroutfits selbst“, stellt sie bewundernd fest.

„Sie kombinierte Hemden mit französischen Manschetten und perfekt geschneiderte Damenhosen mit maßgeschneiderten, kurzen Lederjacken, die Militärjacken jener Zeit nachempfunden waren. Mit dieser Lederjacke startete sie ihren eigenen Modetrend.“ Im Jahr 1934 hatte Amelia das Label Amelia Earhart Fashion Designs und eine eigene Linie bei Macy’s gestartet. Ihr Look war sofort zu erkennen – stromlinienförmig, stets einsatzbereit und von kraftvoller, schnörkelloser Eleganz – und das war die Essenz, auf die Walicka Maimones Arbeit abzielte.

Ihr Team entwarf viele Teile der Filmgarderobe selbst, denn Originalkleidung aus jener Zeit ist viel zu empfindlich, um eine so aufreibende Produktion zu überstehen. Dabei schaute Walicka Maimone immer mit einem Auge auf die authentischen Vorbilder und mit dem anderen auf die heutige Mode. „Wir wollten einen zeitgemäßen Entwurf der historischen Mode der 20er und 30er Jahre schaffen, wobei man mitunter auf allzu extreme Details verzichten muss“, erklärt sie. „Wir probierten beispielsweise einige echte Hüte aus den 30ern, die so auffallend und geradezu verwegen aussahen, dass sie von allem anderen ablenkten. Der Spaß bestand darin, eine Brücke zu finden, zwischen Amelias Garderobe und der Schönheit des Filmdesigns von Mira Nair.“

Nair lobt Walicka Maimone dafür, dass sie auf diesem schmalen Grat mit beeindruckender Leichtigkeit spaziert ist. „Kasia ist eine außergewöhnliche Künstlerin, kompromisslos und immer vollständig informiert über die Periode, die sie bearbeitet. Die Kostüme in AMELIA sind nicht nur authentisch, sondern so, dass sich auch ein modernes Mädchen damit identifizieren kann und sie tragen möchte. Genau das wollte ich erreichen, der Film sollte sich nicht wie ein Museum anfühlen, sondern sehr, sehr lebendig“, kommentiert die Regisseurin.

Die Arbeit von Vivian Baker, Hilary Swanks Maskenbildnerin, und der Haarkünstlerin Anne Morgan brachten die Kostüme letztlich noch besser zur Geltung. Swank ist des Lobes voll: „Ohne die Zusammenarbeit dieser beiden Künstlerinnen – Vivian verpasste mir Amelias wunderschöne Sommersprossen und Anne Morgan das kurze Haar – hätte es diese Persönlichkeit nicht gegeben.“

Persönlichkeit. Das sei es, was alle Elemente dieses Films verbinde, sagt Mira Nair, egal ob Design, Schauspielerleistungen oder die Originalfilmmusik von Gabriel Yared. „AMELIA zeigt eine lebenslustige, leidenschaftliche, starke, unberechenbare Frau, die unglaublich viel Liebe in ihrem Leben erfahren hat – am Boden und am Himmel. Als visueller Mensch haben mich die Möglichkeiten begeistert, die die Arbeit an AMELIA mir gegeben haben – die Welt neu tapezieren zu dürfen und Action-Szenen zu inszenieren, an die man mich nie zuvor heran gelassen hat. Am besten gefallen hat mir bei der ganzen Arbeit, eine Maxime heraus zu arbeiten, an die Amelia immer geglaubt hat: Dass wir alles schaffen können“, schließt die Regisseurin.

Und Hilary Swank meint abschließend: „Ich hoffe, dass die Zuschauer von Amelia so inspiriert sein werden wie ich es war. Wenn du einen Traum hast, hab keine Angst ihn zu leben. Glaube an dich selbst. Aber vergiss nicht, ordentlich Spaß dabei zu haben.“