Mr. Nobody Film Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 138 Min | Kinostart: 08.07.2010 | Release: 13.01.2011 (DVD)
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Meinung der Redaktion
Autor: Marcus Fliegel
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Schauspieler:Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley, Rhys Ifans
Die Story:Ein Junge steht auf einem Bahnsteig. Gleich wird der Zug losfahren. Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt am Bahnhof zurück. Eine Trennung. Der Junge steht dazwischen. Für wen soll er sich entscheiden, bei wem will er lieber bleiben? Eine endlose Zahl verschiedener Möglichkeiten ergibt sich aus dieser Entscheidung. Aber so lange er sich nicht entschließt, kann ihm nichts passieren, so lange kann er noch nachdenken, wie seine Zukunft aussehen könnte. Drei Mädchen haben den Jungen bisher begleitet, alle drei interessieren ihn. Welche wäre die Richtige? Schon beginnen drei Liebesgeschichten, jede zeigt ein ganzes Leben voll glücklicher und trauriger Ereignisse: Anna ist die Ruhige, mit der ihn eine Liebe verbinden wird, die so heftig und wunderbar ist, dass er sie nie mehr vergisst. Die beiden werden getrennt, finden wieder zusammen und verlieren sich erneut, sein Leben lang sucht er nach ihr . Elise ist die immer irgendwie Unglückliche, mit der er drei Kinder haben wird, trotz ihrer Unzufriedenheit. Sie gibt ihm den Auftrag, nach ihrem Tod ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, also tritt er die lange Reise ins Weltall an, ein Marstourist im Gefrierschlaf. Jeanne ist die Perfekte, mit der er Ehrgeiz und Langeweile teilen wird. Das Leben mit ihr ist luxuriös, eine Villa mit Pool, zwei Söhne, nur sein Herz ist nicht ganz dabei. Drei Varianten der Liebe werden das Leben des Jungen bestimmen - als alter Mann blickt er darauf zurück. Er weiß: Jedes einzelne dieser Leben verdiente es, gelebt zu werden.
Hintergrund:Nach seinen beiden in Cannes preisgekrönten Filmen AM ACHTEN TAG und TOTO DER HELD hat der Autor und Regisseur Jaco Van Dormael erneut einen Stoff gefunden, der ihn zu einem außergewöhnlichen Drehbuch inspirierte. Radikal und eindringlich beschäftigt sich sein neues Werk MR. NOBODY mit der Frage, ob der Mensch sein eigenes Leben planen kann, oder ob doch der Zufall dessen Verlauf bestimmt. Wie in einer Versuchsanordnung lässt Jaco Van Dormael das Leben eines Mannes vor uns ablaufen, er zeigt uns drei verschiedene Varianten davon, die sich an den drei Frauen orientieren, in die dieser Mann sich verliebt. Der Film verfolgt also nicht nur eine, sondern drei hinreißende Liebesgeschichten, die sich in Rausch und Glück und surrealen Abenteuern durchaus unterscheiden.
Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: Dolby SRD, DTS
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Neo "Ich habe keine Angst vor'm Sterben, ich habe nur Angst, das ich nicht genug gelebt habe!"...dieser Satz drückt genau das Gefühl aus, was ich so manches mal selber hatte. Die ewige Frage: Ob man alles richtig gemacht hat oder vielleicht einiges hätte anders machen sollen. Aber was wäre dann geschehen? Wäre dann alles besser, gleich oder schlechter gewesen? Dieser Film regt wirklich mal wieder zum Nachdenken an und lässt vielleicht so manchen mal wieder erkennen, das man nur EIN Leben hat. Nicht für was wir uns entscheiden zählt, sondern die Entscheidung selbst ist es, welche immer wohl bedacht sein will! Meine Entscheidung hier: Diesen Film werde ich mir auf jeden Fall ansehen!
Johnny klasse film. Hat huntergrund! sollte man sich ansehen
tgv regt zum nachdenken an...

♥: Aufwändig komponierte Bilder, eine enorme Menge origineller Ideen und Themen
−: Es ist leicht den Überblick zu verlieren, nicht alle Episoden scheinen Sinn zu machen
Seit 13 Jahren hat Regisseur Jaco van Dormael keinen Kinofilm gedreht. Insgesamt legt er mit „Mr.Nobody" gerade mal seinen dritten Spielfilm vor. Der ist dafür allerdings um so ambitionierter. Als wollte van Dormael verlorene Zeit gutmachen ist dieses Mammutwerk ein Overkill an Geschichten und Ideen, in denen es um die Entscheidungen geht, die unser Leben bestimmen.
Was wäre, wenn man sich an dem ein oder anderen Punkt seines Lebens anders entschieden hätte ? Wie hätte das Leben verlaufen können ? In „ Mr.Nobody" werden die möglichen Varianten durchgespielt - oder zumindest einige davon.
Drei verschiedene
Versionen seines Lebens erzählt der 118-jährige Nemo Nobody einem Reporter. Als
wäre das nicht kompliziert genug teilen sich die Geschichten auch noch in
verschiedene Zeitebenen auf.
Ein bisschen
konfus wirkt das mitunter schon. Genau wie der Reporter , der die Erinnerungen
aufzeichnen will, kommt auch der Zuschauer schnell durcheinander. Wuchs Nemo
nach der Scheidung seiner Eltern nun bei seiner Mutter oder bei seinem Vater
auf ? Und welche seiner drei Jugendlieben hat er tatsächlich geheiratet ? In
Nemos Erzählung stehen alle Varianten gleichberechtigt nebeneinander. Da führt
Nemo in dem einen Szenario ein erfolgreiches aber auch etwas ödes Leben inklusive
Kindern und Villa, in einem anderen jagt er seinen großen Liebe hinterher, von
der er jedoch immer wieder getrennt wird.
Ist das nun
Senilität oder reines Wunschdenken ? Ist es das Ergebnis ein
Hypnosetherapiesitzung oder vielleicht nur die Fantasie eines kleinen Jungen,
der sich seine Zukunft ausmalt ?
Jede Variante hat
ihren eigenen Reiz, aber auch ganz spezielle Probleme. Und wer kann imVorraus
sagen, welcher Weg einen glücklicher macht ? Haben wir unser Leben überhaupt
selbst im Griff ? Wie sehr bestimmen uns die Entscheidungen, die andere
treffen, wie oft greifen Schicksal oder Zufall ein, durch eine verpasste
Gelegenheit, einen verhängnisvollen Schritt oder ein einzelnes Blatt, das vom
Wind umhergewirbelt wird ?
Mit erstaunlicher leichter Hand wirft „Mr.Nobody" jede Menge Fragen auf, ohne dabei zu theoretisch oder belehrend zu wirken. In der Hauptrolle liefert Jared Leto, hauptberuflich Sänger bei „30 Seconds to Mars" eine beachtliche Leistung (und darf hier tatsächlich zum Mars reisen, auch wenn der Trip länger als 30 Sekunden dauert), schließlich spielt er den Nemo in drei sehr unterschiedichen Ausgaben. Und er steckt auch hinter der preigekrönten Maske des 118-jährigen Nemo. Unter den Frauen in seinem Leben kann sich besonders Diane Krüger als seine große Liebe Anna profilieren, die hier viel natürlicher spielt als in vielen anderen ihrer Filme. Besonders erwähnen muss man allerdings auch ihre jugendliche Ausgabe, gespielt von Juno Temple, deren Charme nur Steine kalt lässt.
Regisseur Jaco van Dormael greift visuell ganz tief in die Trickkiste. Alle Bilder sind sorgfältig komponiert, mit riesigen Science-Fiction-Welten , futuristische Städten und Raumschiffen, aber auch minimalistischen, poetisch-romantischen Liebesszenen, mit rasanten Kamerafahrten, in denen man etwa einem verhängnisvollen Regentropfen folgt, und skurilem Humor, wenn der kleine Nemo die Absurditäten seines Lebens kommentiert.
„Mr. Nobody" ist ein gewaltiges Sammelsurium origineller Ideen, genauso nuancenreich wie das Thema es verdient. Wer nur ins Kino geht, um sich berieseln zu lassen, wird hier oft nur Weltraumbahnhof verstehen. Wer aber nicht alle Rätsel zwanghaft auflösen muss, kann sich hier inspirieren und verzaubern lassen. Auch andere Regisseure haben sich an alternativen Realitäten und Spielen mit unserer Wahrnehmung von Zeit versucht. So wie David Fincher in "Das seltsame Leben des Benjamin Button", Francis Ford Coppola in seinem etwas misslungenem Drama "Jugend ohne Jugend", Darren Arronofsky in "The Fountain" oder "The Dark Knight"-Schöpfer Christopher Nolan in seinem frühen Meisterwerk "Memento" . Wer auf solche Herausforderungen steht, für den ist das Sci-Fi-Romantik-Drama "Mr.Nobody" ein großer Genuß.
WEITERE INFOS ZUM FILM:
EIN GESPRÄCH MIT DEM PRODUZENTEN PHILIPPE GODEAU
Nach AM ACHTEN TAG (Le huitième jour, 1996) versicherte mir Jaco: „Bei meinem nächsten Film mache ich etwas ganz Einfaches, etwas, das wenig kostet und ganz schnell geht!“ (Gelächter). Aber dann, im Lauf der Zeit, kamen die Dinge doch anders. Ein Film ist lebendig, er entwickelt sich stetig weiter. Es kann lang dauern, ihn fertigzustellen. Das hängt auch damit zusammen, dass Jaco nicht zu den Menschen gehört, die etwas tun, nur um damit fertig zu werden. Er ist vor allem Künstler und dann erst Regisseur. Er braucht Zeit, um seine Ziele zu verwirklichen.
GELD
Ich habe das Drehbuch zum ersten Mal 2004 in Cannes gelesen. Ich schätzte das Budget damals auf 50 Millionen Euro, was bedeutete, dass es nicht zu finanzieren war. Ich sagte Jaco, dass wir dafür Koproduzenten bräuchten. Als nächstes versuchten wir, das Buch in ein weniger teures Projekt umzuarbeiten. Danach war es immer noch teuer und kompliziert, aber es wirkte zumindest nicht mehr unmöglich. Trotzdem wollte vorerst niemand das Risiko von sechs Monaten Dreharbeiten auf sich nehmen. Dann stießen Pathé und Wild Bunch dazu, und zwar nicht etwa wegen der Schauspieler (wir hatten zu dem Zeitpunkt noch gar niemanden unter Vertrag), sondern wegen Jacos Ruf als Künstler. So etwas passiert heutzutage nicht oft, vor allem nicht bei Projekten dieser Größenordnung.
Die Beträge, die die beiden Firmen investierten, reichten jedoch bei weitem noch nicht für die Finanzierung aus. Also verschuldete ich mich persönlich für den Film, damit wir die Maschinerie endlich in Gang bringen konnten. Um es zusammenzufassen: Wenn ich das Geld nicht vorgeschossen hätte, weil ich mich darauf verließ, dass unterwegs Investoren einsteigen würden, dann läge MR. NOBODY heute noch als Buch im Regal herum.
Ich gebe zu, wenn Jaco nicht mein Freund wäre, hätte ich mich auf dieses Abenteuer nicht eingelassen. Aber es ist auch nicht so, dass ich ihm nur einen Gefallen tun wollte. Ich kenne Jaco, weil ich sein Freund bin, und weil ich ihn kenne, vertraue ich ihm. Ich weiß, dass er mich im Zweifelsfall nicht hängen lässt. In diesem Fall trug ich das Risiko also nicht alleine, sondern gemeinsam mit ihm. Ich wusste, es würde bei so einem Film Schwierigkeiten geben, aber ich war sicher, die würden wir zusammen durchstehen.
JACO UND ICH
Ich lernte Jaco bei TOTO DER HELD (Toto le héros, 1991) kennen, bei AM ACHTEN TAG (Le huitième jour, 1996) arbeiteten wir zusammen, und jetzt tun wir das wieder. Obwohl jeder dieser Filme anders ist, bleibt die Grundvoraussetzung dieselbe: Wir haben Vertrauen zueinander. Wir brauchen beide Zeit, Jaco für seine künstlerischen Ziele, ich, um eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Wir sehen uns häufig, aber meistens sprechen wir dann von anderen Dingen. Wenn wir Fortschritte machen, muss der eine dem anderen nicht sofort Bericht erstatten. Unsere Beziehung ist sehr entspannt, denn ich stehe nicht neben der Kamera und erkläre ihm, was er machen soll, und er mischt sich nicht in die Geldangelegenheiten. Trotzdem fragt er am Set oft nach meiner Meinung, und sobald es um den Start des Films geht, verlässt er sich ganz auf mich, zum Beispiel bei der Auswahl der Plakate oder bei den Trailern. Ich denke, wir ergänzen uns recht gut.
DIE DREHARBEITEN
Wir überschritten unseren Drehplan von sechs Monaten nicht um einen einzigen Tag. Die Ausgaben überstiegen zwar unsere Kalkulation, aber in kontrollierbarem Maße. Wenn ich zurückblicke, waren die Dreharbeiten das Schönste an dem ganzen Abenteuer. Zugegeben, die Arbeitstage waren lang und wir mussten wie verrückt zwischen Belgien, Kanada und Deutschland herumreisen, aber wir hatten keine großartigen Probleme. Alle Schwierigkeiten lösten sich in Wohlgefallen auf, vermutlich wegen der guten Stimmung, die im ganzen Team herrschte. Jaco macht nicht viele Filme, aber er umgibt sich dabei mit Menschen, die ihm nahestehen. Nie habe ich ihn glücklicher gesehen als am Set von MR. NOBODY. Das ist einer der Gründe, warum ich ihn ermuntere, öfter Filme zu drehen!
DIE POSTPRODUKTION
Bei dieser Art von Filmen dauert die Postproduktion sehr lange. Wir haben allein ein Jahr geschnitten. Die größte Herausforderung, die Jaco dabei zu meistern hatte, war, den Überblick nicht zu verlieren, während er mitten drin steckte. Während dieser Zeit hatten wir beide die meisten Diskussionen, was nicht verwunderlich war: Ich hatte eine Distanz zum Film, die er nicht aufrecht erhalten konnte. Für einen Perfektionisten wie Jaco war dieses Jahr ziemlich knapp. Er hätte auch zehn Jahre an dem Film arbeiten können, wenn er all die Möglichkeiten des Schnitts durchprobiert hätte. Vielleicht wäre dann ein ganz anderer Film entstanden, aber wir waren schon von diesem Resultat begeistert. Jaco beherrscht seine Technik. Er behält seine Vision im Kopf, ohne je die Poesie dafür aufs Spiel zu setzen. Er fügt alles wunderbar zusammen.
DAS ERGEBNIS
Es freut mich, mit MR. NOBODY beweisen zu können, dass man weiter gehen und größere Risiken tragen kann, wenn man einen Regisseur über längere Zeit begleitet. Trotzdem läuft die Zusammenarbeit zwischen Jaco und mir nicht routinemäßig ab, ganz im Gegenteil, wir inspirieren uns nach wie vor gegenseitig. Gemeinsam haben wir etwas vollbracht, was anfangs unmöglich erschien. Ich hätte diesen Film nicht produzieren können, wenn ich nicht vorher die anderen Filme Jacos produziert hätte. Ich musste dafür mit seiner Arbeitsweise vertraut sein.
Vor allem aber bin ich stolz auf diesen Film, weil er keinem anderen gleicht, den ich bisher gemacht habe. Er schafft es, eine Menge Kenntnisse über das Leben zu vermitteln, die ich meinen eigenen Kindern immer schon mitgeben wollte. Er sagt etwas aus über eine Wahl, die man treffen, über Entscheidungen, die man finden muss. Dabei erteilt uns Jaco keine Predigt, sondern er lässt uns diese Dinge fühlen, erleben und nacherleben. Er nimmt uns mit auf eine emotionale Tour de Force!
