Die Friseuse Film Trailer


Freigegeben ab 0 Jahre | Länge: 106 Min | Kinostart: 18.02.2010
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TRAILER-TIPPS

 

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Darsteller:Gabriela Maria Schmeide, Natascha Lawiszus, 
Ill-Young Kim, Christina Große, Rolf Zacher, Maria Happel, Maren Kroymann

Die Story:Kathi ist für ihr Leben gern Friseuse. Als sie den Beruf gelernt hat, Mitte, Ende der 80er in der DDR, war der so gefragt, dass man besonders gut in der Schule sein musste, um ihn zu kriegen. Kathi hat sich schon als Kind die Nase an Friseurgeschäften plattgedrückt. Da roch es immer so gut. Und wenn die dann mit dem Spiegel kamen und ihr die Haare von hinten zeigten... Aus dem neugierigen Kind von damals ist eine Frau geworden. Und was für eine! Wenn Kathi eine Meinung hat, vertritt sie die auch – unumwunden. Sie kann ziemlich ruppig sein, sie ist klug, aber sie trägt das nicht vor sich her und – sie ist dick. Sie ist so dick, dass die freundliche Umschreibung mollig eine glatte Lüge wäre. Und obwohl ihre Lage alles andere als vielversprechend ist, hat Kathi keinerlei Begabung zu Kompromissen. Diplomatie ist ihr ein Fremdwort geblieben...

Hintergrund:Erfolgsregisseurin Doris Dörrie inszenierte in Berlin die amüsant bewegende Geschichte einer in doppelter Hinsicht starken Frau, die mit Wucht und Würde für ein besseres Leben kämpft.


ALLES ÜBER MARZAHN

Marzahn ist 19,5 Quadratkilometer groß, hat 102.398 Einwohner und leidet unter 1000 Vorurteilen. Das weiß auch Laila Stieler, Drehbuchautorin von Doris Dörries DIE FRISEUSE: „Wenn ein Film die schönen Seiten Berlins zeigen soll, laufen die Kameras immer bei mir vor der Haustür im Prenzlauer Berg. Nach Marzahn gehen die Filmteams grundsätzlich nur, wenn es um sozialkritische Themen geht. Diese Vorurteile finde ich total beknackt. Viele Menschen leben seit den 70er- oder 80er-Jahren dort und bleiben, weil es ihnen in Marzahn gefällt. Die Mieten sind niedrig, die Wohnungen sind hell und im Frühjahr sprießen die Sträucher.“

Auch Doris Dörrie betont, dass der Stadtteil sie überrascht hat: „Ich weiß nicht, ob ich Marzahn erkannt hätte, wenn man mich mit verbundenen Augen dort abgestellt hätte. Es ist in den letzten Jahren sehr uffjehübscht worden, wie der Berliner sagt, es gibt das riesige Einkaufszentrum Eastgate, eine ganz gute Infrastruktur, ein sehr engagiertes Kulturzentrum.“ Was die Menschen in Marzahn denken und fühlen, vermochte die Regisseurin dagegen nur schwer einzuschätzen: „Die allgemeine Stimmung wirkte auf mich sehr verschlossen und auch sehr ängstlich.“

In der Wahrnehmung vieler Bundesbürger steht der Stadtteil für Plattenbautristesse. 1971 beschloss die DDR, ihre „Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990“ zu lösen. Dies sollte durch eine Großsiedlung in Marzahn erfolgen. 1977 begann der Wohnungsbau. Bis Ende der 1980er Jahre entstanden sukzessive von Süden nach Norden elfgeschossige Plattenbauten. Sie wurden jeweils innerhalb von 110 Tagen aus angelieferten Großplatten montiert.

Aus den anfangs reinen Schlafstätten der Berufspendler, die spöttisch „Arbeiterschließfächer“ genannt wurden, entwickelte sich ein begehrter Wohnbezirk, als die Marzahner Promenade um 1990 fertiggestellt wurde: inklusive Schwimmhalle, Sauna, Bibliothek, Freizeitforum und eigenem S-Bahnhof. Mit dem futuristisch anmutenden Eastgate eröffnete am 29. September 2005 schließlich auch Berlins drittgrößtes Einkaufcenter mit 150 Läden und mehr als 1200 Angestellten. Es ist der größte Arbeitgeber der Region.

Szenenbildnerin Susanne Hopf, geboren 1965 in Dresden, suchte und fand für den Film DIE FRISEUSE die richtigen Drehorte. Im Sommer 2009 begab sie sich mit Regisseurin Doris Dörrie und Kameramann Hanno Lentz auf Entdeckungstour in Plattenbausiedlungen, genormten Wohnungen, vietnamesisch geprägten Märkten und modernen Shoppingcentern. Auch Susanne Hopf weiß um die Vorurteile gegen Marzahn: „Die kommen aber nur von Menschen, die nicht dort leben“, sagt die Szenenbildnerin. „So zieht ja auch Kathi König im Film bewusst wieder nach Marzahn. Nicht nur wegen der günstigen Mieten, die sie als arbeitslose Friseuse aufbringen kann, sondern auch, weil sie sich in der Umgebung wohlfühlt, in der sie aufgewachsen ist.“

Susanne Hopf war schon eine Expertin für Plattenbauten der DDR, bevor sie mit den Vorbereitungen zum Film DIE FRISEUSE begann. Gemeinsam mit Natalja Meier hat sie den Bildband „Plattenbau privat: 60 Interieurs“ im Nicolai Verlag herausgebracht. Darin huldigen die beiden Autorinnen dem „Plattenbau 2“, jenem stilprägenden und 1962 entwickelten Wohnungstyp, der in der DDR rund eine Million mal gebaut wurde. Sie zeigen ihn einmal leer und 59-mal in seiner aktuellen Einrichtung. Das sind 59 ganz persönliche Antworten auf die immer gleiche Ausgangssituation.

 

Die echte Friseuse

Um ein Haar hätte es DIE FRISEUSE nie gegeben. Doch durch mehrere Zufälle kam alles anders. Im Jahr 2004 erfuhr die Berliner Drehbuchautorin Laila Stieler, dass es in ihrer Nachbarschaft eine besonders auffällige Friseuse gibt: „Mein Liebster ging in Prenzlauer Berg in einen Friseurladen. Eines Tages sagte er mir: ,Da arbeitet eine unglaubliche Frau, die musst Du Dir mal anschauen!’“ So traf Laila Stieler auf Kathleen Cieplik, eine Friseuse aus der ehemaligen DDR, die nicht nur durch ihre Pfunde, sondern auch durch ihre Lebensweisheiten von jeder Norm abwich.

Zwar trug Kathleen Cieplik ihre Biografie mit viel Humor vor, doch an einer Stelle war Laila Stieler überhaupt nicht mehr nach Lachen zumute: „Sie erzählte, wie ihr am Telefon eine Arbeitsstelle zugesichert wurde, die sie dann doch nicht bekam, als sie am nächsten Tag ihre Unterlagen in den Friseursalon brachte. Da sagte man ihr: ,Wir können Sie nicht einstellen. Unser Beruf ist ein ästhetischer. Und Sie sind nicht ästhetisch.’“

In diesem Moment wusste Laila Stieler, die seit 1990 unter anderem die Drehbücher für DIE POLIZISTIN, WILLENBROCK und weitere preisgekrönte Filme des Regisseurs Andreas Dresen geschrieben hatte, dass sie dem passenden Stoff für eine sozialkritische Komödie auf der Spur war: „Aus der ersten Demütigung heraus versucht eine Frau, ihre Würde zu verteidigen.“ Um mehr über die Friseuse und ihren Kampf gegen die alltägliche Diskriminierung zu erfahren, arbeitete die Autorin eine Woche lang in Kathleen Ciepliks Salon. So lernte sie neben dem Friseurhandwerk auch viel über das Vorbild für ihre spätere Filmheldin Kathi König.

Eine glückliche Dreierkonstellation

Das Drehbuch war noch gar nicht geschrieben und Kathi König war lediglich die Hauptfigur eines kurzen Treatments, als Zufall Nummer zwei eintrat. Laila Stieler bekam einen Anruf von Doris Dörrie. Die Regisseurin, die zugleich Professorin an der Hochschule für Fernsehen und Film in München ist, bat die Autorin, ein Seminar über den von ihr geschriebenen Film DIE POLIZISTIN zu geben. Im Vorgespräch unterhielten sich Doris Dörrie und Laila Stieler, die sich zuvor nie begegnet waren, erstmals auch über DIE FRISEUSE.

„Ich habe mich von der Figur Kathi König entzünden lassen“, sagt Doris Dörrie. „Laila hat in langen Gesprächen eine real existierende Friseurin porträtiert. Die war so echt, humorvoll und aufregend anders in ihrer Art, dass ich Laila gesagt habe: ,Wenn das Buch fertig ist, stelle ich mich sofort in die Schlange derer, die es verfilmen wollen.’“

Laila Stieler fühlte sich geehrt und war zugleich überrascht: Immerhin hatte Doris Dörrie bislang in ihrer gesamten Karriere nur eigene Drehbücher verfilmt. Die halb reale, halb erfundene Geschichte der Kathi König zog die Regisseurin aber magisch an: „Über diese Friseuse wollte ich gern mehr erfahren. Außerdem wollte ich auf eine Expedition in ein für mich exotisches Gebiet gehen: den Osten, den ich kaum kannte.“ Dieses Vorhaben hatte nicht zuletzt einen biografischen Hintergrund: „Meine Tochter kam 1989 zur Welt, also im Jahr des Mauerfalls“, sagt Doris Dörrie. „Damals dachte ich: Jetzt wird alles anders in Deutschland und es entsteht etwas Neues. Aber in München, wo ich nun einmal lebe, ist bis heute wenig von diesem neuen Deutschland zu spüren. Dieser Film sollte mir 20 Jahre später die Gelegenheit gegeben, mich mit ostdeutschen Biografien auseinanderzusetzen.“

Zufall Nummer drei trägt den Namen Ulrich Limmer. Der Geschäftsführer und Alleingesellschafter der Collina Filmproduktion GmbH in München kennt sowohl Doris Dörrie aus Studententagen als auch Laila Stieler durch eine lange gemeinsame Arbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg. Mit beiden Frauen wollte Ulrich Limmer schon seit Jahren einen Film machen. „Als ich Laila Stielers Treatment zum Film DIE FRISEUSE gelesen hatte, war mir sofort klar, dass ich diesen Film produzieren wollte“, sagt Ulrich Limmer. „Ungefähr zeitgleich hat auch Doris Dörrie das Treatment gelesen. So ist diese glückliche Dreierkonstellation zustande gekommen.“

Fortan trug Laila Stieler Ideen und Fakten für ein ausführliches Drehbuch zusammen. Sie recherchierte beim Arbeitsamt und unter Existenzgründern, sie surfte in Internetforen dicker Menschen und las alles über Dicken-Discos, sie besuchte vietnamesische Läden im Pacific Center und fragte Polizisten über Schleuser und ihre Ganovensprache aus. Ende 2008 gab es eine erste Drehbuchfassung, die Laila Stieler und Doris Dörrie Szene für Szene diskutierten. „Doris ist auffallend respektvoll mit meinem Buch umgegangen“, lobt die Autorin. „Da merkt man, dass sie selbst schreibt.“

Die Wunschkandidatin

Während die Figuren und Szenen im Drehbuch immer konkretere Formen annahmen, hatten die Autorin und die Regisseurin bereits eine Hauptdarstellerin vor Augen: Gabriela Maria Schmeide. Die mit zahlreichen Theaterpreisen, zwei Deutschen Fernsehpreisen und dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnete Schauspielerin hatte ihre erste Filmhauptrolle 2001 in Andreas Dresens Sozialdrama DIE POLIZISTIN, das auch schon von Laila Stieler geschrieben worden war. „Als Laila DIE FRISEUSE entwickelte, hat sie offenbar schon an mich gedacht“, freut sich Gabriela Maria Schmeide. „Deshalb schickte sie mir im Herbst 2007 das Treatment zu. Ein Jahr später kam die konkrete Anfrage und im Februar 2009 lernte ich Doris Dörrie bei einem Essen kennen.“

Gabriela Maria Schmeide war Doris Dörrie schon 2001 in DIE POLIZISTIN sehr positiv aufgefallen: „Sie hat für mich eine ganz große Wahrheit in ihrem Spiel, die es sehr selten gibt. So setzte sich die Vollblutschauspielerin beim Casting im April 2009 auch souverän gegen 14 Mitbewerberinnen durch. „Gabi Schmeide hat etwas unglaublich Lebensbejahendes, was für die Figur wichtig ist“, sagt Produzent Ulrich Limmer. „Kathi siegt mit ihrem Optimismus, obwohl die Welt um sie herum im tiefen Pessimismus versinkt.“

Gabriela Maria Schmeide, die wie Kathi König in der ehemaligen DDR aufwuchs, wertet DIE FRISEUSE als ein Geschenk für jede Schauspielerin: „Kathi ist eine unwahrscheinlich kraftvolle und humorvolle Frau. Es macht großen Spaß, einen Menschen zu spielen, dem ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, der sich aber nicht unterkriegen lässt und immer wieder aufsteht.“

Authentizität im Plattenbau

Im Sommer 2009 begann Szenenbildnerin Susanne Hopf mit der Suche nach den richtigen Drehorten. Weil das Drehbuch das Einkaufcenter Eastgate in Marzahn vorgab, schaute sich Susanne Hopf zunächst an der Marzahner Promenade um. In einem elfgeschossigen Plattenbau mit der Nummer 20 standen in der Drehzeit vom 28. September bis zum 5. November zufällig zwei der äußerst begehrten Wohnungen frei. Eine in der sechsten Etage, die als Garderobe, Maske und Aufenthaltsraum des Teams genutzt werden konnte, eine in der elften Etage, die zu Kathi Königs neuem Heim werden sollte.

So wie der Make-up- und Kleidungsstil der Hauptfigur sollte auch Kathis Wohnung sein: farbig, mit eigenem Stilwillen, der nicht unbedingt der Norm entspricht. Andererseits musste Susanne Hopf beim Einrichtungsstil Rücksicht auf den sozialen Status nehmen: Welche Möbel kann sich eine arbeitslose Friseuse leisten, die von ihrem Mann geschieden und mit ihrer Tochter gerade in eine Plattenbausiedlung in Marzahn gezogen ist? In Absprache mit Doris Dörrie gönnte die Szenenbildnerin der Hauptfigur allerdings „ein exzentrisches Bett“ im Schlafzimmer, das sich deutlich von der grauen Couch im Wohnzimmer und der schlichten Kücheneinrichtung unterschied.

Die Dreharbeiten in der genormten Plattenbauwohnung dauerten vom 11. bis 20. Oktober 2009. So klein das Drehteam auch war, mussten doch jeweils 15 Personen Platz in den engen Räumen finden und die Filmausrüstung ständig von einem Zimmer ins nächste schleppen. Einerseits drohte Lagerkoller, andererseits machte gerade diese Enge die Authentizität der Bilder aus. „Ich mag die Atmosphäre von Filmstudios nicht“, sagt Doris Dörrie. „Ich schaue lieber, welche Umstände mir die reale Situation schenkt und wie sie die fiktive Idee des Drehbuchs bereichern können. Ich will, dass die Realität in die Fiktion einzieht, und nicht der Realität die Fiktion aufzwingen.“

Gabriela Maria Schmeide beschreibt den Arbeitsstil der Regisseurin wie folgt: „Doris will mit einem kleinstmöglichen Team auf bescheidenste Weise Szenen drehen, die so natürlich wie möglich sein sollen.“ Bei den Dreharbeiten in der Plattenbauwohnung herrschte eine Stimmung wie bei einer Theaterprobe. Die Regisseurin gab den Schauspielern viel Zeit, um die Szenen immer wieder aufs Neue durchzuspielen und jedes Mal durch ihre eigenen Ideen zu bereichern. „Das Klima ist super kuschelig“, sagt Pierre Sanoussi Bliss, der schon in vier früheren Doris-Dörrie-Filmen mitspielte und für DIE FRISEUSE nur einen Tag lang als Notarzt vor der Kamera stand. „Selbst wenn ich für zehn Drehminuten nach Sibirien müsste, würde ich sofort für Doris antreten. Sie kann sich in Schauspieler hineinversetzen und macht sich durch kurze, klare Ansagen verständlich.“

Associate Producer Ruth Stadler, die seit 1986 alle Filme mit Doris Dörrie gedreht hat und auch für DIE FRISEUSE den organisatorischen Part der Dreharbeiten übernommen hat, erklärt das Erfolgsrezept der Dreharbeiten: „Doris ist in der Lage, gute Stimmung zu machen. Es ist sehr wichtig für die Schauspieler, dass sie locker sind, mutig sind und sich eingebettet fühlen. Diese Lockerheit stellt Doris mit ihrer natürlichen Fröhlichkeit und einer gewissen Sorglosigkeit her. Sie kann sehr gut Menschen dazu animieren, über ihre Grenzen zu gehen und sich etwas zu trauen.“

Der spielerische Inszenierungsstil mit nahezu dokumentarischem Ansatz ist nur durch den Verzicht auf den großen Apparat des üblichen Filmemachens möglich. Ein möglichst kleines Team“, sagt Doris Dörrie. „gibt mir die Flexibilität, jederzeit auf die Realität reagieren zu können.“

Kameramann Hanno Lentz, der mit Doris Dörrie schon den Film KIRSCHBLÜTEN – HANAMI und die ZDF-Miniserie KLIMAWECHSEL gedreht hat, nennt den Arbeitsstil der Regisseurin „geordnetes Chaos“ und meint das mehr als positiv: „Doris ist keine Marionettenspielerin. Sie tippt die Schauspieler an, damit sie selber laufen und uns alle mit Ideen überraschen, die gar nicht im Drehbuch stehen. Im besten Fall wird die Szene dadurch wahrhaftiger als jede ausgedachte und niedergeschriebene Idee.“

Entsprechend schnell und intuitiv musste Hanno Lentz auch bei den Dreharbeiten zu DIE FRISEUSE auf unvorhersehbare Einfälle der Schauspieler reagieren. Kein Problem angesichts der Technik, die er benutzt hat: eine kleine HD-Kamera, die er immer in der Hand trug. „Die Kleinheit der Kamera ist eine Bedingung für unsere unabhängige und unauffällige Arbeitsweise“, betont Hanno Lentz. Ferner lobt er die enorme Lichtempfindlichkeit der Kamera. Selbst in Kathi Königs Plattenbauwohnung war kaum Zusatzbeleuchtung nötig. Oft genügte eine Stehlampe oder Deckenlampe, die ohnehin Teil der Wohnungseinrichtung war.

Die Vietnamesen kommen

Besonders voll wurde es in der elften Etage des Plattenbaus, als zehn Vietnamesen Unterschlupf in Kathis Wohnzimmer finden mussten. Auf diese Drehbuchidee war Autorin Laila Stieler durch einen Zeitungsartikel gekommen. „Ich hatte gelesen, dass Vietnamesen illegal einreisen, indem sie sich als Chor tarnen und zum Schein von vermeintlichen Gastgebern nach Deutschland eingeladen werden“, sagt Laila Stieler. „Die Idee fand ich lustig und habe sie in mein Treatment geschrieben. Als ich dann für weitere Recherchen zur Polizei ging, habe ich von der zuständigen Soko erfahren: Alles Quatsch! Das hat sich irgendein Journalist ausgedacht.“

Die Vietnamesen blieben trotzdem im Drehbuch erhalten, weil die illegale Schleuseraktion über die polnisch-deutsche Grenze zusätzliche Probleme für Kathi König versprach. Auch die Idee des vietnamesischen Chors wurde doch noch aufgegriffen, indem die Gruppe der illegalen Einwanderer ein Lied anstimmt, wann immer sie von fremden Personen in Kathis Wohnung erblickt werden. „Eigentlich sollten sie die vietnamesische Nationalhymne singen“, sagt Autorin Laila Stieler, „doch die durften wir aus rechtlichen Gründen nicht benutzen. Deshalb singen sie jetzt eine speziell für uns gedichtete internationale Version.“

Auch Ill-Young Kim, der im Film den Vietnamesen Tien spielt, musste Vietnamesisch singen. Obwohl er der in Deutschland geborene Sohn südkoreanischer Eltern ist. „Als asiatischer Schauspieler bin ich gewohnt, das gesamtasiatische Rollenspektrum abzudecken“, sagt Ill-Young Kim. „Wir haben auch viele Vietnamesen beim Casting gehabt, aber in der gesuchten Altersgruppe gibt es keine vietnamesischen Schauspieler“, sagt Doris Dörrie. „Also haben wir uns für Ill-Young Kim entschieden, weil er uns am meisten überzeugt hat. Er hat einen tollen Charme, der jeden Zuschauer glauben lässt, dass Kathi sich in ihn verliebt.“

Dreharbeiten im Einkaufcenter

Nach zehn Drehtagen waren alle Schauspieler und das Team froh, aus der engen Wohnung im elften Stock fliehen zu können. Mehr Platz bot das zweite Hauptmotiv des Films, das Einkaufzentrum Eastgate, in dem Kathi König laut Drehbuch ihren Salon eröffnen will. Das Original in Marzahn kam nur für Außenaufnahmen zum Einsatz. Unter den 150 Geschäften und Restaurants, die hier seit September 2005 unter einem futuristischen Dach untergebracht sind, gibt es nämlich kaum Leerstände. Zur Freude der Geschäftsführung, aber zum Nachteil des Filmteams.

Das fand im Eastgate nicht den dringend benötigten leeren Raum, in dessen Sichtweite ein moderner Friseursalon liegt. Susanne Hopf suchte in allen 70 Einkaufzentren Berlins und fand schließlich in den Neukölln Arcaden an der Karl-Marx-Straße die besten Voraussetzungen. Ein leeres Geschäft, das nur durch ein Nordsee-Restaurant von einer Filiale der Salonkette Klier getrennt wird. Aus dem Friseur Klier wurde der Salon Krieger, dessen Chefin (Maren Kroymann) die dicke Kathi als „nicht ästhetisch“ empfindet und so die folgenreiche Filmhandlung in Gang bringt.

Doris Dörrie und ihr kleines Team drehten in den Neukölln Arcaden an mehreren Oktobertagen. Stets zu den regulären Öffnungszeiten. „Wir konnten uns vollkommen frei bewegen und wurden von niemandem beachtet“, freut sich die Regisseurin. Entgegen ihrer Philosophie, ausschließlich an Originalmotiven zu drehen, musste Doris Dörrie im Einkaufcenter stark auf Kulissenbauer und Szenenbildner setzen. Zunächst verwandelten sie den leeren Geschäftsraum in einen Asia-Imbiss, der geschlossen werden muss, nachdem die Polizei die vietnamesischen Betreiber verhaftet. Daraus wurde Stück für Stück Kathis Salon mit sieben Waschtischen und Leuchtspiegeln, Trockenhauben und einer exotisch anmutenden Wandgestaltung aus goldenen Drachenreliefs auf dunkelroten Wänden. „Wenn es den Laden im echten Leben gäbe, würde ich sofort hingehen“, lobt Gabriela Maria Schmeide die Arbeit der Szenenbildnerin. „Der Salon war ein Ruhepol zwischen all den genormten Läden drum herum und wirkte wie aus einem Märchen. Schade, dass er wieder abgebaut wurde. Wäre ich die Leiterin des Einkaufzentrums, hätte ich mich dafür stark gemacht, dass dieser Laden bleibt.“

Das ganze spontane Filmen, wie Doris Dörrie es noch bei ihrem letzten Kinoprojekt KIRSCHBLÜTEN – HANAMI in Japan praktizieren konnte, war bei den Dreharbeiten für DIE FRISEUSE nicht möglich. „In Japan waren wir unterwegs und folgten einfach der Geschichte, die sich ins reale Leben warf“, erinnert sich Doris Dörrie. „Dagegen waren die Dreharbeiten für DIE FRISEUSE erstaunlich Kräfte zehrend, weil wir jeden Tag wieder unsere dicke Dame stemmen mussten, die aus der Realität in die Fiktion gewandert ist.“

Als Friseuse legt Kathi König großen Wert auf ihre Frisur, mal ist sie blond, mal brünett, mal mit farbigen Strähnchen, je nachdem, ob sie im Film zum Arbeitsamt, zur Bank oder zum Vorstellungsgespräch geht. An Kathi Königs Styling beteiligte sich auch aktiv Kathleen Cieplik, also jene reale Friseuse, die Laila Stieler 2004 erstmals getroffen hatte und die Patin für die Filmfigur gestanden hatte. „Ich habe sie total ins Herz geschlossen“, sagt Gabriela Maria Schmeide über die echte Kathleen Cieplik. „Sie ist klug und kann gut austeilen. Leila hat sie als Grundmotor für das Drehbuch genommen und viele ihrer wahren Geschichten, Erfahrungen und Ansichten eingebaut. Aber ich spiele keine exakte Kopie von ihr. Die Kathi im Film ist extremer und schillernder.“

Die Statisten von Klein Hanoi

Die Dreharbeiten am dritten Hauptmotiv, dem Pacific Center in Marzahn, kamen Doris Dörries Idealvorstellung von spontaner Inszenierung wieder deutlich näher. In der riesigen Blechhalle, die wegen ihrer vielen vietnamesischen Läden auch „Klein Hanoi“ genannt wird, stürzte sich das kleine Filmteam samt Kathi und Tien in das pralle Marktleben und ließ sich von der realen Warenvielfalt, den echten Händlern inspirieren. Hier wurden auch vietnamesische Friseure, Köche und Kellnerinnen kurzerhand als Statisten engagiert. Und Käufer, die zufällig durch den Hintergrund liefen, wurden von Produktionsleiter Volker Wach teilweise mit unverhofften Geldgeschenken versorgt: „Wenn jemand länger als drei Sekunden im Bild war, brauchen wir seine offizielle Genehmigung. Dann bekommt er im Gegenzug fünf oder zehn Euro. Oder ich bekomme eins aufs Auge“, scherzt Volker Wach.

Alle 29 Drehtage hatten eines gemeinsam: „Spätestens um 18 Uhr hatten wir Feierabend“, sagt Ill-Young Kim. „Das ist sehr ungewöhnlich, weil ein normaler Kinodrehtag mindestens zehn bis zwölf Stunden dauert. Aber Doris Dörrie arbeitet halt sehr zügig. Sie lässt eine Szene nicht tausend Mal wiederholen. Und sie ist sehr drauf bedacht, dass es den Schauspielern und den Statisten gut geht.“

Im November und Dezember 2009 verbrachte Doris Dörrie noch viel Zeit im Schneideraum, um den Film mit Inez Regnier fertigzustellen. Für DIE FRISEUSE arbeiten die Cutterin und die Regisseurin bereits zum achten Mal seit 1994 zusammen. Denn Filmemacher und Friseurläden haben eine große Gemeinsamkeit: Ihr Erfolg hängt vom perfekten Schnitt ab!


Meinungen

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Gretel auch bis nach BRB kam dieser tolle film-haben nur noch platz in 1. reihe gefunden-hab schon lang nicht so gelacht!!!

zwei Ein wunderbarer Film! Lachen und Weinen ganz nah beieinander. Dieser Film wird noch lange nachwirken. Vielen Dank dafür!

oiram Gabriela Maria ist doch ne Wucht...!!

Anja Habe den Film gesehen, Super! Nur eine Frage: Freigegeben ab 0 Jahre????????????

08/15 Die Gabi Schmeide trägt einen Fatsuit für die Rolle- das ist nicht echt. Und die ist supersymphatisch in ihren Rollen. Und eben echt.

Klaus-D. Brunzel Dieser Film wurde sehr gut vorbereitet. Wir waren totel begeistert.Jede einzelne Szene wurde gut dargestellt. Sie entsprechen voll dem Leben. Super! Weiter so!

bookworm Habe eben den Film im Kino gesehen und bin begeistert! Trotz der tragischen Momente konnte ich viel lachen und mich gut in Kathie hineinversetzen. Ein großes Lob an Doris Dörri und die wunderbaren Darsteller!!!

Arthouse Zufällig und spontan: ich geh ins Kino!. Ausverkauft! Habe ich noch nie erlebt. Sitze in der zweiten Reihe und alles ist viel zu nah.... der Film und die Geschichte berührt. Viel gelacht trotz trauriger Hintergründe. So ist Leben. Aber nur weinen? Nee. Ich erzähl's weiter.Die "Frisöse" super.

Kino-pop-corn Buch ist super, kamara ok, schauspiel na ja Regie NICHT GUT die schauspieler wissen nicht was sie spielen solten.

everfresch Jawohl der Film sagt uns eines besonders gut nicht jammern und nicht aufgeben sondern das Leben in die Hand nehmen und Spaß macht er auch.Würde gerne die echte Kathi kennen den auch Frauen die nicht dem Idealbild entsprechen können schön nett und Erotisch sein.Danke für diesen Film.

Sash28 Am Lustigsten sind immer die Miesmacher und eitlen Pseudofilmexperten hier, die fast jeden deutschen Film mit " Rotz" und dergleichen betiteln. Mann, müsst Ihr täglich viel Gift in Euren Leben ansammeln, sonst könntet Ihr es ja hier nicht absondern....

aneL Gehe am Samstag mit meiner Bf in den Film und freue mich schon riesig!!!Der Trailer ist ja echt zum tot lachen! :-)))

sufo Freu mich schon aufs Kino! Und für alle: die geniale Musik aus dem Trailer, ist von LaBrassBanda, muss man unbedingt haben.

müller wieder ein Machwerk Bundesdeutscher Filmkunst. Vielleicht wars auch ne ABMfür die grandiosen Darsteller . so ein Aufbauseminar für Hartz4 .Also alle einen Frisörladen aufmachen .Wir schaffen das.!!

Sanni Hammer genau mein Geschmack den muss ich gucken gehen

runwithscissors is wohl eher wat für leute die sich für ihre frisöse :) interessieren..also ich freu mich druff...als frisöse öhm fiseurin...öhm hairstylistin

Mie was für ne scheiß idee. das is wie "we are family-the movie". ein haufen rotz

theodea Herzerweichend. Ehrlich. Großes Lob an die Schauspielerin. Bitte nimm nicht ab wenn du über´n roten Teppich musst.

virgin Being a hairdresser in Germany is no JOKE Doris.

eddy hier negativkritiken abzusondern, ohne den film gesehen zu haben, ist ja reichlich bescheuert....und apropos deutscher film. der ist erfolgreich wie lange nicht (nein, ich meine jetzt nicht dämlichen mist wie bully herbigs kram, sondern richtiges kino !) - sowohl an der kinokasse wie auch bei der internationeln kritik. man denke nur an DAS WEISSE BAND (oscarnominiert), DAS LEBEN DER ANDEREN (oscargewinner) etc. pp.

fghsfhgss das hört sich ja mal wieder reichtig lahm an ... bald ist der deutsch Film mieser als zur Zeit von "wir hauen die Paucker in die Pfanne"

tobi Sehr lustiger Trailer...und macht Lust auf mehr. Meine Schwiegermutter

friseurfreund Was soll ich sagen, das Leben ist so traurig. Auf so einen Film haben wir doch gewartet. Wir, die Frauen, die nicht den Traummaßen der Bekleidungsindustrie entsprechen. Wir, die Frauen aus dem echten Leben, die wirklich mit beiden Beinen drin stehen. Auch ich darf behaupten, die echte Kathi zu kennen. Und ich bin dankbar dafür. Ich begleite sie nun schon eine Weile. Und glaubt mir, in echt ist sie noch viiiiiiiiiiiiel besser. Eben Kathi. Übrigens eine der erotischsten Frauen, die man sich vorstellen kann. Okay, das Drehbuch ist nicht so ganz ihr Leben. Das mit den Vietnamesen konnte auch nur ein Nichtzonenkenner als Klischee mit aufnehmen. Egal. Ihre Existenz hat Leute überzeugt, über eine wie sie einen Film zu machen. Danke dafür an die Autorin und die Regie.Kathi, du bist ein wertvoller Mensch und ich gratuliere Dir zu diesem Film. Megastarletknutsch

Sonnenschein Ich musste schmunzeln.Bin schon gespannt auf die Geschichte.

sonnenschein Das oberflächliche Leben, wie es ist aber nicht sein sollte. Lustig und der Realität sehr nahe. ;) Ein gruß an meine Mama

Kerstinhase Eine offensichtlich lustige Geschichte mit traurigem Unterton. Sympathische Hauptdarstellerin mit lustigen Haarfarben.

locke123 schräge coole Sprüche mit lustigen Darstellern, so ist das Leben,

Anonym total bescheuert!

rikit was ist das ???? schaut nicht so interesant aus oda ?

blubb wtf???????!!!!!!!!!!!!!! was isn des fürn trailer bitteschön?????!!!!!

lisa ;-(((( langweilig

gueldi cool dicke frauen im frisörsalon. wer wird diesen film nicht mögen?

Kirschi Ich kenne die echte Kathi *knutsch*. Und ich freue mich schon auf den Film für den sie Patin stand. Eine unglaubliche Frau!! Ich bin ja echt gespannt!!!

sonnygirl ööööööhhm..... aha......aaahhhh,ja....blöd getrailt...anhand der story ist der Film wohl gut,aber trailen geht anders....

wtf ??? ??????????????????

... was war das denn bitte??

? ???