Vincent Will Meer Film Trailer
FSK Film: 6 | Länge: 96 Min | Kinostart: 22.04.2010 | Release: 22.10.2010 (DVD)
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Schauspieler:Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Heino Ferch, Katharina Müller-Elmau, Johannes Allmayer, Karin Thaler, Tim Seyfi, Christoph Zrenner, Butz Ulrich Buse, Ulrich Boris Pöppl
Die Story:Vincent haut ab! Raus aus der Klinik, in der er lernen sollte, mit seinem Tourette-Syndrom umzugehen. Er will nach Italien ans Meer – und dabei kommt er noch nicht mal bis zum Bäcker, sagt sein Vater. In der Jackentasche hat Vincent eine Bonbondose mit der Asche seiner Mutter. Im geklauten Auto sitzen die magersüchtige Marie, die ihn zur Flucht überredet hat und sein zwangsneurotischer Zimmergenosse Alexander, der die Flucht verpetzen wollte. Vincents Trip nach Italien ist eine Katastrophe für seinen Vater: Der ehrgeizige Lokalpolitiker steckt gerade mitten im Wahlkampf und interessiert sich nur für seinen guten Ruf, während die Psychologin Frau Dr. Rose in ständiger Sorge um ihre unberechenbaren Schützlinge ist. Gemeinsam nehmen die beiden die Verfolgung auf. Vincent, Marie und Alexander setzen alles daran, das Leben da draußen auf ihre Weise zu meistern – auch wenn sie sich dabei ständig auf die Nerven gehen. Am Ende der Reise ist zwar niemand geheilt, aber alles anders.
Hintergrund:Das Road-Movie erzählt von drei jungen Leuten, die aus ihrem - von Therapie bestimmten - Alltag ausbrechen und das Abenteuer einer gemeinsamen Reise wagen. Humorvoll begleitet Regisseur Ralf Huettner seine Protagonisten auf ihrem Weg und knüpft damit an seine Komödien über liebenswerte Antihelden an. Florian David Fitz schrieb das Originaldrehbuch und spielt die Rolle des trotzig-schüchternen Titelhelden Vincent. An seiner Seite überzeugen die wunderbare Karoline Herfurth als rebellische Marie und Johannes Allmayer als neurotischer Bach-Liebhaber Alexander. Heino Ferch als aufbrausender Vater und Katharina Müller-Elmau als sensible Psychologin vervollständigen das Ensemble.
Über die Filmmusik:Auf dem Soundtrackalbum zum Film findet sich neben sechs Stücken der Frankfurter Musikproduzenten Stevie B-Zet & Ralf Hildenbeutel (Laith Al-Deen, Yvonne Catterfeld, Sven Väth u.a.) auch ein Song, mit dem eine Grammy-preisgekrönte US-Band ihr lang erwartetes Comeback gibt: Train. Einige Jahre war es sehr still um die kalifornische Alternative-Rockband geworden, der der Durchbruch vor fast zehn Jahren mit dem Album Drops Of Jupiter und der US-Top-5-Single Drops Of Jupiter (Tell Me) gelungen war. Nach ihrem letzten Longplayer For Me, It's You 2006 hatten sich die Musiker selbst eine dreijährige Schaffenspause verordnet. Und diese scheint Pat Monaham, Scott Underwood und Jimmy Stafford extrem gut getan zu haben. Im Oktober 2009 feierten Train ihr Comeback mit dem fünften Studioalbum Save Me San Francisco, mit dem das Trio nahtlos an seine alten Multiplatin-Erfolge anknüpfen konnte. Mit Hey, Soul Sister gelang der Band darüber hinaus ihr erster Top-Ten-Hit in den USA seit Drops Of Jupiter (Tell Me), der sich nun auf dem Soundtrack des Films vincent will meer befindet. Anders als der Titel vermuten lässt, fanden die Aufnahmen zu Save Me San Francisco allerdings nicht in der Heimat der Band, sondern in London statt. Unter der Regie von Erfolgsproduzent Martin Terefe (Jason Mraz, James Morrison, KT Tunstall u.a.) entstand ein Album, das Train an die musikalischen Wurzeln ihres Debütalbums zurück führt. Es ist zwar ein eher schlichtes Album, erklärt Train-Sänger Pat Monaham, aber das Coole daran ist, dass es supereingängige Riffs und Melodien enthält - und das ist wesentlich wichtiger als jede Studio-Trickserei oder aufwendige Gesangsproduktion. Wir sind sozusagen zurück gegangen, um einen Schritt nach vorn zu tun.
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Langinhalt
Ausgerechnet bei der Beerdigung seiner Mutter tickt Vincent (Florian David Fitz) aus, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der 27-Jährige zuckt krampfhaft, stößt eigenartige Laute und Schimpfwörter aus. Vincent leidet am Tourette-Syndrom und kann derlei Tics nicht unterdrücken.
Sein Vater (Heino Ferch), der schon vor Jahren die Familie verlassen hat, reagiert auf den Tod der Exfrau pragmatisch: Das Haus wird verkauft und Vincent in eine Klinik eingewiesen. „Die kriegen dich wieder hin“, teilt er seinem Sohn ungerührt mit.
Im Therapiezentrum schöpft Vincent zunächst Hoffnung. Die Heimleiterin Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau) teilt ihm mit, dass Tourette zwar nicht heilbar, aber durchaus therapierbar sei.
Weniger Zuspruch erfährt Vincent dagegen von seinem Zimmergenossen Alexander (Johannes Allmayer). Der Zwangsneurotiker, der seine Tage damit verbringt, Zinnsoldaten zu bemalen und Bach-Konzerte zu hören, hat sehr genaue Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung. In dem neuen Mitbewohner sieht er nur einen Störfaktor und fühlt sich in seiner Privatsphäre eingeschränkt.
Die hübsche Marie (Karoline Herfurth), die an Magersucht leidet, hat von Dr. Rose als Therapiemaßnahme die undankbare Aufgabe erhalten, Vincent durch die Klinik zu führen und ihm die Einrichtung zu zeigen. Obwohl Marie äußerst schlecht gelaunt wirkt und Vincent im Schnelldurchgang durch die Klinik schleust, ist sie von dem neuen Patienten durchaus angetan. Und auch Vincents Interesse an der undurchschaubaren Maire ist geweckt.
Genervt von einem heftigen Streit mit Dr. Rose schlägt Marie Vincent schließlich vor, aus der Klinik abzuhauen. Spontan entscheidet Vincent mitzukommen. Denn eigentlich will er ohnehin nach Italien ans Meer. Nach San Vincente, wo seine Mutter mit seinem Vater glücklich war. Also packt Vincent seinen Koffer und steckt sein wichtigstes Besitztum ein: die Bonbondose mit der Asche seiner Mutter.
Dumm nur, dass auch Alexander mit von der Partie ist. Weil er die Flucht verpetzen wollte, müssen Vincent und Marie ihn notgedrungen mitnehmen. Nun sitzt er mit den beiden anderen im geklauten Auto von Dr. Rose, nörgelt über die Krümel auf dem Rücksitz und zieht Marie mit ihrer Magersucht auf. Die kontert mit Seitenhieben auf seinen Reinlichkeitsfimmel; und mittendrin Vincent, dessen Tics dadurch auch nicht besser werden.
Außerdem sind Vincents Vater und Dr. Rose den Ausreißern auf den Fersen – wenngleich aus unterschiedlichen Motiven: Der ehrgeizige Lokalpolitiker steckt mitten im Wahlkampf und kann einen Sohn in einem geklauten Auto, der zudem an einer Tankstelle die Zeche prellt, gar nicht gebrauchen. Dr. Rose dagegen ist in großer Sorge um ihre Patienten, besonders um Marie, die für eine Reise eigentlich zu schwach ist und möglicherweise schon bald in Lebensgefahr schweben könnte.
Nachdem Vincents Vater und Dr. Rose die Flüchtigen endlich eingeholt haben, geraten Vater und Sohn heftig aneinander. In dem Tumult gelingt es Vincent, den Dienstwagen seines Vaters zu kapern. Den Autoschlüssel von Dr. Rose wirft Alexander auf eine Wiese und verschafft den drei Ausreißern dadurch einen gehörigen Vorsprung.
Über die Alpen geht der Roadtrip weiter in Richtung Italien. Obwohl sie sich mit ihren Macken gegenseitig in den Wahnsinn treiben, verbindet die drei doch das gemeinsame Abenteuer. Zum ersten Mal erfährt Vincent, was Freiheit bedeutet. Beinahe kommt er sich normal vor: Er verliebt sich in Marie und zwischen Alexander und ihm entwickelt sich eine unerwartete und lakonische Freundschaft.
Der Vater und Dr. Rose schlittern währenddessen von einem Missgeschick ins nächste und landen schließlich sogar in einem italienischen Gefängnis. Aufgrund der vielen Diskussionen mit der Therapeutin hat der Vater in den letzten Tagen intensiv über Vincent nachgedacht. Sogar sein Wahlkampf ist für ihn nicht mehr so wichtig.
Die Gefühle, die zwischen Vincent und Marie aufkeimen, sorgen bei dem Trio für zusätzliche Spannung: Alexander reagiert verletzt, während bei Vincent endlich die lang unterdrückte Wut auf sein Schicksal ausbricht. Maries gesundheitlicher Zustand erreicht einen kritischen Punkt. Sie hat seit Beginn der Reise fast nichts gegessen und ist körperlich stark geschwächt. Alexander warnt Vincent: Marie ist nicht zu retten, solange sie es nicht will. In San Vincente, treffen Vincents Vater und Dr. Rose auf die drei. Jeder muss jetzt für sich entscheiden, wie es weiter geht. Am Ende ihrer langen Reise ist zwar niemand geheilt, aber alles anders.
Eure Meinung zu "Vincent Will Meer"
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Eure Kommentare zu "Vincent Will Meer":
ICH sCHEIßE!!!!!!!!!!!!!!!!
martin23 Absolut. ich finde es gut, dass es Leute wie die Crew von "Vincent will meer" gibt, die sich diesem Thema annehmen. Ich habe dazu vorhin in einem Online Magazin ein interessantes Interview mit Florian David Fitz gelesen, wo es um die Beweggründe geht warum er diesen Film gemacht hat. Sehr cool! Hier der Link: http://www.theeuropean.de/florian-david-fitz/3474-vincent-will-meer
Lis Schöööööööööööön (:
Clay Haben den Film gestern, gesehen, ganz klare Empfehlung! Humorvoll und mit liebevollem Blick auf die 3 Hauptdarsteller.
Sneaker hab den film gerade als überraschungsfilm (sneak-preview) gesehen! echt genail, lohnt sich! so macht deutsches kino spaß! gucken, gucken, gucken!!!!
babygirl wenn der film die gleiche klasse aufweist wie eder trailer dann wird das einer super film. wahrscheinlich ner der besten deutschen filme überhaupt, für mich.
Ich Florian David Fitz ,der Tipp ist geil
lilo soo geil da vibriet was !!
Jacqueline Ein Film mit Tiefe... Wunderbar komisch und dabei gefühlvoll wie eh und je... Einer der besten deutschen Filme 2010... Kino ich komme!!!'
emilia wow, endlich mal wieder ein gefühlvoller UND lustiger (ohne lächerlich zu wirken) deutscher film...verspricht gut zu werden! freu mich schon :)
tarzerix wer sagt das torett nich lustig ist
yama Endlich wieder ein schöner deutscher Film in den Kinos. Hingehen. Anschauen.
downunder mal wieder ein wunderschöner deutscher film zum lachen ! =) anschaun !!!
loup klingt nach nem coolen, gefühlsvollen, aber auch lustigem film...

♥: Sympathische, natürliche Darsteller, hohes Tempo, Gefühl ohne Kitsch, toller Soundtrack
−: In der Mitte geht der Reise kurz der Sprit aus, trauriges Ende
Filme über Behinderte können werden oft vermasselt. Entweder indem die Betroffenen platt ausgenutzt und vorgeführt werden, oder der Film in mitleidiger Betroffenheit ersäuft. "Vincent will meer" kann beides vermeiden. Auch wenn mit Ralf Huettner ein Komödien-Routinier auf dem Regiestuhl saß, ist dieser Film eigentlich das Werk von Florian David Fitz. Er spielt nicht nur die Hauptrolle, er schrieb auch das Drehbuch. Und das sind die wichtigsten Gründe dafür, dass der Film so unterhaltsam, komisch und dramatisch geworden ist.
Nur wenige Momente braucht der Film am Anfang um die
Probleme seines Protagonisten auf den Punkt zubringen. Bei der feierlichen
Beerdigung seiner Mutter brüllt und tobt Vincent (Florian David Fitz)
urplötzlich vor der versammelten Trauergemeinde los. Aber man merkt sofort,
dass er sich nicht unter Kontrolle hat - und sich gleichzeitig unendlich dafür
schämt. Vincent leidet unter dem Tourette-Syndrom, immer wieder
rutschen ihm derbste Schimpfwörter raus, wenn er unter Anspannung steht. Und
das ist ziemlich häufig. Dabei wirkt seine Macke auch als allgemeine Ablehnung
gegen gesellschaftliche Zwänge, sie zu benehmen, nicht aufzufallen, sich
anzupassen.Wegen seiner Krankheit hat Vincent sich seit Jahren
zurückgezogen und mit seiner alkoholkraknen Mutter in deren Wohnung versteckt.
Nun übernimmt Vincents Vater (Heino Ferch) das Kommando in seinem Leben. Der
Karrierepolitiker schiebt seinen Sohn in ein Heim ab, selbst will er sich nicht
um ihn kümmern. Der Aufenthalt ist zwar freiwillig, aber Vincent macht mit. Er
weiss ohnehin nicht was er sonst mit seinem verkorksten Leben anfangen soll,
und vielleicht hat er hier ja ein neues Versteckt vor der Welt gefunden.
In der Psycho-Klinik muss er sich aber erstmal mit Alex
(Johannes Allmayer) arrangieren. Der hat einen Hygienetick und ist ein
ängstlicher Kontrollfreak.Ganz anders als die rebellische und magersüchtige Marie
(Karoline Herfurth). Ihre respektlose, lockere Art beneidet Vincent - mal
abgesehen davon , dass sie auch ziemlich hübsch ist. Und so löst die
zerbrechliche Zicke in jedem Zuschauer Beschützerinstinkte aus. Vincent
überlegt nicht lange, als sie ihn zu Flucht aus der Klinik anstiftet - mit dem
geklauten Auto ihrer Therapeutin. Eher widerwillig nehmen die beiden Alex mit,
der sie sonst verpfiffen hätte.Das gemeinsame Ziel: das Meer.Dabei muss das unfreiwillige Trio nicht nur miteinander
klarkommen, sondern auch mit der für alle feindlichen Umwelt. Und schließlich
machen sich auch ihre Therapeutin (Katharina Müller-Elmau) und Vince´Vater auf
die Suche nach den Ausreißern.
"Vincent will Meer" nimmt bei allem Humor die Probleme seiner Figuren ernst. Die Krankheiten sind keine Schrulligkeiten, sondern die Triebfedern der Figuren.Dabei glänzt vor allem Fitz als faszinierend zerissene Figur, sensibel, impulsiv, melancholisch und jähzornig. Auch seine "Ticks", die Tourette-Ausbrüche wirken nie einstudiert. Eine Glanzleistung. Alex und Marie werden mehr und mehr zu echten Freunde und sind gleichzeitig so etwas wie die Verkörperung von Vincents innerem Konflikt. Der Zwangsneurotiker hat Angst vor der Welt und will eine kontrollierte Umgebung, die Magersüchtige rebelliert gegen Kontrollversuche und agiert, auch wenns ausgerechnet bei ihr paradox erscheint, aus dem Bauch heraus. Gleichzeitig will Alex seine Krankheit überwinden, während Marie ihre Todessehnsucht ausleben will. Leider nimmt sich der Film nicht die Zeit, die Ursachen iher Probleme zu ergründen.
Heino Ferch und Katharina Müller-Elmau als die Verteter der Gesellschaft, die die Kranken je nach Neigung bemuttern oder ruhigstellen wollen, kommen als Figuren etwas zu kurz, aber auch sie dürfen auf der Reise eine Entwicklung durchmachen. Optisch ist der Film gelungen, wenn auch nicht außergewöhnlich, wenn man mal vom majestätischen Alpenpanorama absieht, dass sehr passend die Hindernisse verkörpert, die vor allem Vincent auf dem Weg ans Meer und auch zu sich selbst überwinden muss. Auch der Soundtrack mit Tracks u.a. von Revolverheld, Clueso und 2Raumwohnung kann sich hören lassen. Zunächst erinnert die Vielzahl an Poptracks an Til Schweigers Komödien, die zeitweise schon zum Videoclip mit Spielhandlung mutiert sind. Aber da "Vincent will Meer" kein Arthouse-Drama sein will, sondern ganz klar ein größeres Publikum ansprechen möchte , ist das völlig in Ordnung. Und sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch ist dieses Roadmovie Schweigers Filmen wie der Rollstuhlklamotte "Wo ist Fred" meilenweit voraus.
Völlig zu Recht ist "Vincent will meer" bislang der erfolgreichste deutsche Film des Jahres. Der Humor ist feinsinniger als etwa in "Friendship" oder "Zweiohrküken". Wer Filme wie "Renn wenn du kannst", oder "Schwerkraft" mochte, sollte hierauf nicht verzichten. Dabei könnte der Film durch die exzellenten Darsteller und klugen Dialoge auch als reguläres Drama bestehen. Das hätte dann nur mal wieder kaum einer sehen wollen. Zum Glück haben die Macher sich entschieden, ernste Themen in einen unterhaltsamen Film zu packen, der letztlich längst nicht so leicht ist, wie er auf den ersten Blick erscheint.
Ein schreibender Schauspieler: das Drehbuch von Florian David Fitz
Von seiner Cousine Ariela Bogenberger bekam der Schauspieler Florian David Fitz den Tipp, sich bei der „Drehbuchwerkstatt München“ zu bewerben. In der berühmten Kaderschmiede für angehende Film-Autoren hatte sie vor einigen Jahren das Drehbuch zu dem Film „Marias letzte Reise“ entwickelt, der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Also bewarb sich Florian David Fitz im Jahre 2008 neben Hunderten von anderen Kandidaten – und wurde genommen.
An der bayerischen Schreibwerkstatt ist auch die Produzentin Viola Jäger der Produktionsfirma Olga Film als Tutorin tätig. Sie war in jenem Jahr in Babypause und Bettina Ricklefs vom Bayerischen Rundfunk übernahm die Betreuung des Projektes. Doch Viola Jäger und Florian David Fitz kannten sich bereits von ihrer gemeinsamen Arbeit zu „Mädchen, Mädchen 2“, in dem er eine Nebenrolle spielte. Als sie sich auf einem Empfang der Drehbuchwerkstatt München zufällig begegneten, wollte sie sein Drehbuch unbedingt lesen. Viola Jäger war daraufhin sehr beeindruckt: „Es ist selten, dass man als Produzent so ein ungeschliffenes Juwel in die Hände bekommt. Da war sehr gründliche Vorarbeit geleistet worden“, erinnert sie sich. Da die Produzentin sich bei Olga Film um die Drehbuchentwicklung kümmert, trug sie das Projekt an ihren Partner Harald Kügler heran. Nach seiner Einschätzung passte das Drehbuch perfekt in das Produktionsprofil von Olga Film, „weil es eine tragische Geschichte ist, die sich mit Humor erzählen lässt.“
Von Berchtesgaden bis Triest: Dreharbeiten zu einem Road-Movie
Vor den Dreharbeiten fürchtete das Filmteam am meisten das klassische Problem eines Road-Movies: das Wetter. Aber die Filmemacher hatten Glück: Das Wetter spielte einigermaßen mit. So konnte der Zeitplan ohne Verzögerungen eingehalten werden. Von Ende Juli bis Mitte September wurde in Deutschland, Österreich und Italien gedreht. In Bayern wurde das Motiv der Klinik, aus der die drei Hauptfiguren ausbrechen, als auch weitere Motive in Oberstdorf und Berchtesgaden entdeckt. Soweit es ging, erfolgten die Dreharbeiten chronologisch.
Die Hubschrauber-Aufnahmen der Szenen in den Bergen entstanden zwischen Österreich und Italien, die Szenen am Meer wurden ausschließlich vor Triest gedreht: „Normalerweise ist in Italien in dieser Jahreszeit ja schönes Wetter“, bemerkt Harald Kügler, „jedoch nicht, als wir dort gedreht haben.“ Das war aber nach der ersten Enttäuschung sogar ganz gut so. So seien keine Postkartenbilder entstanden, sondern Bilder, in denen der Wind den Sand aufwirbelt und die stürmische See die emotionalen Szenen am Schluss unterstützten. Außerdem habe die Wahl der Bucht durchaus Methode gehabt, wie der Produzent erläutert: „Wir haben uns absichtlich nicht die schönste Bucht ausgesucht, weil es sonst zu klischeehaft geworden wäre. Ein abgelegener Badestrand und stürmisches Wetter – das war interessant.“
Größere technische Bearbeitung war bei diesem Projekt nicht notwendig: „Ein wenig mussten wir mithilfe von CGI die Wolkenkonstellationen bearbeiten“, erinnert er sich, „aber das war anders als bei dem ebenfalls von Olga Film produzierten Winterfilm ‚Schwere Jungs‘. Da galt es eine historische Bob-Rennbahn aus dem Jahre 1954 nachzustellen!“ So sei es alles in allem ein entspannter Dreh gewesen, wenn auch „mit der Wetterkeule im Hinterkopf“, wie Harald Kügler es ausdrückt. „Wenn es eine Woche nur geregnet hätte, wären uns irgendwann die Innenmotive ausgegangen“, mutmaßt er. „Wenn wir Regen brauchten, haben wir natürlich auf künstlichen zurückgegriffen und nicht gewartet, bis es regnet.“
Komödianten und Macher: die Akteure vor und hinter der Kamera
Für die Rolle der Titelfigur Vincent stand Florian David Fitz für die Produzenten von Beginn an fest. „Am Anfang hat er sich nicht getraut zu fragen! Dann habe ich ihm auf den Kopf zugesagt: ‚Wir machen den Film nur, wenn du auch die Hauptrolle spielst!’ Denn ich finde ihn als Schauspieler super und bin auch ein großer Fan seiner Figur in ‚Doctor’s Diary’“, kommentiert Viola Jäger die Besetzung der Hauptrolle.
Auch Ralf Huettner wurde rasch als Regisseur gefunden: „Er ist ein sehr erfahrener Regisseur, von dem wir wussten, dass er diese Geschichte richtig umsetzen wird“, sagt Harald Kügler. Natürlich stellte das Projekt aufgrund des Tourette-Syndroms auch für die Regie eine Besonderheit dar. „Für Ralf Huettner war das sicherlich eine spezielle Herausforderung einen Tourette-Kranken, der sowohl die körperlichen als auch die sprachlichen Reflexe nicht kontrollieren kann, zu inszenieren. Wir haben uns da natürlich nochmals beraten lassen“, kommentiert der Produzent. Und er ergänzt lachend: „Auf dem Papier kann das zunächst auch ziemlich schrecklich klingen, wenn jemand ständig Schimpfwörter verwendet.“
Auf Empfehlung Huettners wurde der Kameramann Andreas Berger engagiert. Er hatte u.a. für die Bilder von „Anatomie 2“ verantwortlich gezeichnet. Harald Kügler lobt Andreas Berger: „Zum einen ist er unkompliziert, zum anderen traut er sich aber auch was. Er ist einfach unerschrocken gut.“
Heino Ferch, der in „vincent will meer“ den wenig verständnisvollen Vater des Titelhelden spielt, hatte für Olga Film bereits in Vivian Naefes Komödie „Zwei Männer, zwei Frauen, vier Probleme!?’ eine der Hauptrollen übernommen. Über Heino Ferchs Talent für Komödien gerät Harald Kügler ins Schwärmen: „Darin ist er extrem gut: Er liefert die Pointe auf den Punkt und ist sehr trocken komisch.“
Johannes Allmayer, der Darsteller des Zwangsneurotikers Alexander, stieß durch die Casting-Agentin Nessie Nesslauer zu dem Film. Viola Jäger sagt bewundernd: „Er gibt den Alex so perfekt, dass man manchmal gar nicht merkt, dass er spielt.“
Auch über die Darstellerin der magersüchtigen Marie, Karoline Herfurth, hat die Produzentin nur Gutes zu berichten: „Karoline kenne ich schon lange, seit den Dreharbeiten von ‚Mädchen, Mädchen 1’. Sie hat beides: sowohl ein komödiantisches Timing als auch eine große Tiefe. Ich fand es gut, dass wir einen Film zusammen machen konnten, der nicht nur Komödie war und auch diese andere Seite von Karoline zeigt.“
Katharina Müller-Elmau hatte bereits einige Hauptrollen für Olga Film übernommen, etwa in „Meine Vater, seine Neue und ich“ oder „Die Verzauberung“. Viola Jäger erinnert sich: „Sie kam mir beim Lesen sofort in den Sinn. Ich war froh, dass sie Zeit hatte und dem Projekt zugestimmt hat.“ Die Produzentin fand Katharina Müller-Elmau nicht nur vom Alter und Aussehen passend für die Rolle der Psychologin Dr. Rose: „Katharina hat zudem ein schnelles, komödiantisches Timing. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Überdies bringt sie einen eigenen Humor in ihre Kunst ein.“
