Gullivers Reisen Trailer und Filmkritik
FSK Film: 6 | Länge: 90 Min | Kinostart: 10.02.2011 (auch in 3D) | Release: 29.07.2011 (DVD&BD)
© Twentieth Century Fox | Genre: Comedy | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? |
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Die Story
Little Builders
Blick hinter die Kulissen
Schauspieler:Jason Segel, Jack Black, Emily Blunt, Amanda Peet, Billy Connolly, Chris O'Dowd
Die Story:Gulliver ist ein Loser! Schon seit Jahren ist er Single und versauert in der Poststelle eines renommierten Reiseverlags, träumt aber eigentlich von der großen Karriere – und Liebe! Eines Tages hilft der vorlaute, wenn auch sympathische Gulliver seinem Glück mithilfe eines gefälschten Reiseberichtes nach und darf sein großes Abenteuer zum Bermudadreieck antreten, um einen Bericht darüber zu verfassen. Nach einer chaotischen Reise strandet Gulliver stattdessen auf der geheimnisvollen Insel Liliput, dessen Einwohner winzig sind und den fremden Riesen zunächst gefangen nehmen. Gulliver kann sie aber durch fantastische und irrwitzige Lügengeschichten für sich und seinen coolen New Yorker Lebensstil begeistern. Zusammen mit den Winzlingen erlebt er lustige und große Herausforderungen, die ihn sogar zum Helden machen. Am Ende lernt der große Gulliver von den ganz Kleinen, dass wahre Größe von innen kommt...
Hintergrund:In dieser Komödie begeistert Jack Black in seiner ganz eigenen, vor allem lustigen Version des Gulliver. Für die zeitgemäße Neu-Verfilmung des Klassikers konnte Regisseur Rob Letterman (Monsters vs. Aliens) weitere Top-Stars gewinnen: Emily Blunt (Der Teufel Trägt Prada), Jason Segel (Nie wieder Sex mit der Ex), Amanda Peet (Sowas wie Liebe) und Billy Connolly (Akte X – Jenseits der Wahrheit).
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Eure Meinung zu "Gullivers Reisen"
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Eure Kommentare zu "Gullivers Reisen":
utzutz1 3D-Film ohne 3D-Effekte .. eine Farce -- riesige Entt?chung bei den Kindern und dem zahlenden Vater (Top-Zuschlag f?ull 3D)
MMS Der Film soll Spass machen und meine Tochter hatte Spass. An alle Nörgler: dreht doch eure eigenen Filme.
-.- nur die Welten groß und klein was? da fehlt aber einiges aus dm Buch
Antje Denen fällt auch NICHTS mehr ein...
Max naja, Jack Black geht so....

♥: riesiger Aufwand, ordentliche Tricktechnik, putzige Popkulturzitate
−: chargierende Darsteller, Tempo und Logik fallen den Trickszenen zum Opfer
Das Plakat wirbt damit, das "Gullivers Reisen" vom selben Studio ausgeheckt wure, dass auch "Nachts im Museum" ins Kino brachte. Was vor allem heißt, dass keiner der eigentlichen kreativen Köpfe von Ben Stillers Hit hier mitgemacht hat. Aber der Vergleich ist durchaus gerechtfertigt: Auch Gullivers Reisen setzt auf putzige, ausgefeilte Trickszenen statt auf eine fesselnde Story.
Dabei sind die Schreiber beileibe keine Anfänger. Joe Stillman steckte hinter Erfolgen wie "Shrek 1 & 2", Nicholas Stoller hat immerhin die Jim-Carrey-Vehikel "Dick & Jane" und "Der Ja-Sager" sowie den chaotischen "Männertrip" vorzuweisen.
Hier gelingt es ihnen aber nur selten, die vielversprechende Vorlage wirklich auszureizen.
Die Bücher von Jonathan Swift werden oft für Kinderbücher gehalten, waren aber schon immer scharfsinnige politische Satiren, die vor allem die britische Klassengesellschaft und die Unfähigkeit von Adel und Monarchie anprangerten. In der Jack-Black-Version bleibt davon kaum etwas übrig.
Regisseur Rob Letterman hatte bisher vor allem mit animierten Helden zu tun, "Große Haie, Kleine Fische und "Monsters vs. Aliens" gehen auf sein Konto. Die waren beide keine Highlights - und erklären gleichzeitig, warum Letterman so wenig mit seinen menschlichen Darstellern anfangen kann. Er benutzt sie so lieblos wie Einrichtungsgegenstände.
Dazu passt die eigentlich ganz putzige Anfangssequenz des Film. Wie auch im Werbespot eines bekannten Telefon-Anbieters wird hier der sogenannte Tilt-Shift-Effekt eingesetzt, durch den reale Szenen aussehen wie Teile einer Modelleisenbahnanlage. Hier wird New York zum Miniaturland und der Zuschauer selbst zum Gulliver.
Aber auch ohne die Speziallinse vorm Kameraobjetiv ist Lemuel Gulliver (Jack Black) anfangs eine ganz kleine Nummer. Als Bürobote hat er sich in seinem bedeutunglosen Dasein bequem eingerichtet. Als sein neuer Helfer aber schon nach einem Tag zu seinem Vorgesetzten befördert wird, merkt er dass ein bißchen mehr Ehrgeiz nicht schaden könnte. Vor allem wenn er je bei der hübschen Journalistin Darcy (Amanda Peet) punkten will. Mit einer gefälschten Bewerbung ergattert er tatsächlich einen Job als Reisereporter. Und bevor er weiss wie ihm geschieht ist er schon auf dem Weg ins Bermudadreieck.
Nach der Kollision mit einer mysteriösen Wassersäule findet er sich auf einer unbekannten Insel wieder. Die ist von den winzigen aber höchst geschickten Lilliputanern bewohnt, die Gulliver zunächst als feindliches Monster betrachten und in Ketten legen. Aber bald schon kann er ihnen helfend unter die Ärmchen greifen und wird zum gefeierten Helden am Königshof von Lilliput.
Aber irgendwie ist Lemuel immer noch nicht groß genug. Da sein wahrer Lebenslauf nicht sonderlich beeindruckend ist, spinnt er sich einen besseren Background zusammen aus den besten Geschichten, die das Kino zu bieten hat. Schließlich hat in Lilliput noch niemand von "Stars Wars", "Titanic" und "Avatar" gehört. Die extrem begabten Baumeister basteln ihrem neuen Helden eine gigantische Villa im besten California-Strandhaus-Stil. Die Chance, diesen jede Verhältnismäßigkeit sprengenden Lifestyle und was er die Lilliputaner kostet anzuprangern und als Metapher für den American Way of Konsum zu sehen, kommt den Machern leider nicht. Streckenweise macht die gigantische Komödie tatsächlich Spaß, die Tricks sind gut gelungen, die putzige Welt von Liliput wurde detailreich zum Leben erweckt. Die Prachtbauten sind allerdings meist keine Modelle, sondern reale britische Paläste. Auch Jack Blacks Auftritt macht anfangs Spaß, bis man merkt, dass er doch nur seine Standard-Rolle des pseudocoolen Klugscheißers wiederholt, die man schon aus "Schwer verliebt", "School of Rock" oder "Year One" kennt.Er spielt seine übliche Rolle diesmal scheinbar mit angezogener Handbremse, als hätte er Angst seine kleinen Mitspieler zu zertrampeln.
Seinen eingefleischten Fans reicht das vielleicht. Lemuel Gulliver ist sicherlich Blacks größte Rolle (haha !) , ein großer Schauspieler ist JB aber trotzdem nicht. Aber neben dem charismafreien Jason Segel wirkt er immer noch riesig. Alle anderen Schauspielern Spielern dermaßen überzogen, als wären sie wirklich winzig und hätten Angst, dass man sie sonst übersehen könnte. Dass Emily Blunt für diesen Job die Teilnahm an "Iron Man 2" abgesagt hat, dürfte sie inzwischen bedauern.
In einer Szene blitzt immerhin mal richtig anarchischer Charme auf. Eigentlich ist Gullivers Besuch bei den Riesen eine völlig eigenständige Geschichte. Hier wird die Episode zur urkomischen aber extrem kurzen Stippvisite, in der Gulliver als Spielzeug eines kleinen Mädchen für seinen vorher gezeigten Größenwahn bestraft und geläutert wird. Schon Minuten später haben die Autoren auf diesen Handlungsstrang keine Lust mehr und retten Gulliver ohne Logik und Gefühl für Timing, weil er ja für das Finale auf Liliput gebraucht wird. Hier verpassen die Macher dann noch den Transformers einen satirischen Seitenhieb. Gullivers Kampf mit einem von Liliputanern gebauten Riesenroboter ist zwar originell, vernichtet aber auch jeden Rest an Atmosphäre zugunsten eines Spezialeffekts und erinnert damit an die verpeilte Gigantomanie von "Wild Wild West".
Für Kinder ist diese sehr freie Literaturverfilmung sicher ein Riesenspaß. Ob die kleineren Kids allerdings die eher auf Mittdreißiger zugeschnittenen Popkulturzitate verstehen, darf man bezweifeln. Diese Gulliver-Adaption ist eine handzahme Familienkomödie. Daran ist nichts verkehrt. Aber ein bisschen mehr Originalität seitens der Drehbuchschreiber wäre schon wünschenswert. So wie die Liliputaner sind sind sie zwar begabte Handwerker, aber keine inspirierten Künstler.
112 Millionen Dollar hat der Film gekostet und in den USA nicht mal die Hälfte davon eingespielt. Sieht aus, also müsste Jack Black in Zukunft wieder kleinere Brötchen backen.
Weitere Infos zum Film:
In einer modernen 3D-Variante des Romanklassikers Gullivers Reisen von Jonathan Swift spielt Jack Black, Star von KUNG FU PANDA („Kung Fu Panda“, 2008) und SCHOOL OF ROCK („School of Rock“, 2003), die Hauptrolle des Lemuel Gulliver.
Als kleiner Angestellter der Poststelle einer New Yorker Zeitung erschwindelt er sich einen Auftrag, einen Artikel über das Bermuda-Dreieck zu schreiben – mit dem Erfolg, dass er im noch unentdeckten Land namens Liliput landet. In dieser wundersamen Welt ist Gulliver eine überlebensgroße Figur – sowohl in Sachen Körpergröße als auch in Sachen Ego –, besonders als er beginnt, Geschichten zu erzählen, in denen er behauptet, für einige der wichtigsten Erfindungen der Weltgeschichte verantwortlich zu sein und an maßgeblichen historischen Ereignissen teilgenommen zu haben. Gullivers Position festigt sich zudem, als er seine neuen Freunde in den Kampf gegen deren langjährige Feinde führt. Als Gulliver jedoch versagt und die Liliputaner so größten Gefahren aussetzt, muss er einen Weg finden, das begangene Unrecht wieder gut zu machen. Und so entpuppt sich Gulliver letztendlich als wahrhaft großer Mann, als er endlich erkennt, dass im wahren Leben nur die inneren Werte wirklich zählen.
Die Neuauflage von GULLIVER’S TRAVELS („Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu”, 2010) nahm mit einem Telefongespräch ihren Anfang, bei dem Produzent John Davis Jack Black kontaktierte. Kurz danach willigte Black ein, den Titelhelden zu spielen und zudem als Ausführender Produzent bei dem Projekt mitzuwirken. „Ich habe sofort zugegriffen, als ich die Chance bekam, hier mitzumachen“, erinnert sich Black. „Das Angebot war einfach unwiderstehlich. Ich als Riese in einer anderen Welt, Gulliver, Reisen… die Zutaten für einen großen Film waren einfach gegeben.”
Als Jonathan Swift seinen Roman im 18. Jahrhundert schrieb, gab es noch zahlreiche weiße Flecken auf der Landkarte. So erschien damals die Idee, dass es irgendwo eine mit kleinwüchsigen Menschen bewohnte Insel gab, gar nicht so abwegig. Black, Davis, Regisseur Rob Letterman, Ko-Drehbuchautor Joe Stillman (SHREK, „Shrek”, 2001) und Ko-Produzent Brian Manis, der auch in leitender Funktion bei Davis Entertainment beschäftigt ist, beschlossen, eine für das heutige Publikum interessante und vergnügliche Geschichte zu erzählen. Sie überlegten kurz, Gullivers Abenteuer auf einem fernen Planeten anzusiedeln, ehe sie sich entschlossen, den Helden durch ein „inter-dimensionales Portal” nicht in eine ferne Galaxie zu schicken, sondern ihn in eine alternative Welt zu verpflanzen, in der moderne und altmodische Gepflogenheiten aufeinandertreffen. „Eines unserer Hauptziele war, dass die Zuschauer an Liliput glauben sollten,” sagt John Davis. „Wir wollten, dass das Publikum sich an Gullivers Seite fühlte.”
Schlüsselfigur im spaßigen Unterfangen, Gullivers Abenteuer möglichst authentisch zu kreieren, war Regisseur Rob Letterman. In Sachen „übergroßer Superheld, der sich in einer neuen Rolle und Umgebung zurechtfinden muss“, war er einschlägig erfahren, hatte er doch 2009 den animierten 3D-Blockbuster MONSTERS VS. ALIENS („Monsters vs. Aliens”) ko-inszeniert, in dem eine Durchschnittsfrau wortwörtlich über sich hinauswächst. Der richtige Mann also für GULLIVER’S TRAVELS. Dennoch sahen sich Letterman, Black, Davis sowie die Drehbuchautoren Joe Stillman und Nicholas Stoller (FORGETTING SARAH MARSHALL, „Nie wieder Sex mit der Ex”, 2008) mit einigen schwierigen (Story-)Problemen konfrontiert, die mit Gulliver und der „neuen“ Welt im Zusammenhang standen. Etwa: Müssen die Liliputaner schreien, damit Gulliver sie versteht? Und wenn ja, wie setzt man das auf der Leinwand um, ohne das es merkwürdig bzw. lächerlich aussieht?
Während sie Lösungen für diese Probleme suchten, verloren die Filmemacher jedoch nie den Fokus ihrer Geschichte aus den Augen: Gullivers Reise und dessen Verwandlung zum „guten“ Menschen. Wenn der Zuschauer Black in Gestalt des Lemuel Gulliver kennen lernt, ist er nur ein kleiner Kerl im großen Teich. Er lebt in den Straßenschluchten Manhattans, wo er als kleiner Angestellter in der Poststelle einer Zeitung schuftet. Er riskiert ständig eine große Klappe, hat aber bislang im Leben wenig erreicht, weil er immer Angst davor hat zu scheitern. „Gulliver träumt davon, ein Reiseschriftsteller zu werden, er möchte größer und bedeutender sein”, sagt Black. „Aber er bringt den Mut nicht auf, sich Herausforderungen zu stellen. Diese Angst hindert ihn. Als er dann aber in Liliput ankommt, fühlt er sich wie ein König.” Rob Letterman sagt: „In New York fühlt sich Gulliver klein, er will Großes erreichen, traut sich aber nicht, dies zu versuchen. Erst als er in Liliput landet, fühlt er sich groß. Aber er tut dies unter falschen Voraussetzungen.”
Ungemütlich geht’s im Land der Liliputaner los. Gulliver wird gefesselt zum Marktplatz gekarrt. Mittels eines Flaschenzug-Systems können die Anführer der Liliputaner jede seiner Bewegungen kontrollieren. Doch allmählich gewinnt Gulliver die Oberhand. Er beeindruckt die Liliputaner mit Geschichten aus seinem Leben. So hat er beispielsweise angeblich Darth Vader besiegt, ist dem eiskalten Tod beim Untergang der Titanic entgangen und hat als Präsident „Awesome“ (= der „Furchteinflößende“) mit Yoda als Vize die Geschicke der Welt gelenkt. Damit nicht genug. Er hat zudem einem einfachen Sterblichen (Jason Segel) zur Hochzeit mit einer Prinzessin (Emily Blunt) verholfen – dank „A-Klasse Werben“ – und im Alleingang die Armada der Blefuscianer, Erzfeinde der Liliputaner, geschlagen.
Trotz all dieser Lügengeschichten und Übertreibungen bleibt Gulliver dank Jack Blacks für ihn typischem, humorvollem Spiel eine liebenswerte, kindliche Figur. „Jack ist das Herzstück des Films”, führt Rob Letterman aus. Produzent Benjamin Cooley ergänzt: „Jack versieht Gulliver mit der nötigen Unschuld, in seinen Augen blitzen Liebenswürdigkeit und Nervosität gleichermaßen auf. Er ist wie ein großes Kind.”
Blacks einzigartiges komisches Talent sowie dessen exaltierte Sensibilitäten werden durch das ganz anders angelegte, weitaus zurückgenommenere Spiel seiner Co-Stars konterkarikiert und ausgeglichen. Zu seinen Partnern zählen unter anderem Jason Segel als Horatio, Emily Blunt als Prinzessin Mary, Amanda Peet als Darcy Silverman, Billy Connolly als König Theodore, Chris O’Dowd als verräterischer General Edward und Catherine Tate als Königin Isabelle.
Gullivers Versuche, die Reiseredakteurin Darcy hineinzulegen, setzen die Ereignisse in Gang, die ihn schließlich in Liliput landen lassen. Er erschwindelt sich von Darcy, die er heimlich verehrt, einen Auftrag, der ihn zunächst ins Bermuda-Dreieck und in der Folge nach Liliput verschlägt. Einer der ersten Personen, die er in dieser fremden Welt antrifft, ist Edward Edwardian, der Befehlshaber der Armee von Liliput. Edward misstraut der riesenhaften Kreatur, die plötzlich in Liliput auftaucht und sie weckt gleichzeitig die Ambitionen im General, der den Eindringling umgehend gefangen setzt. Sein Schachzug misslingt jedoch, Gulliver avanciert zum neuen starken Mann im Reich und nimmt Edwards Platz als Kommandant ein. „In dem Moment, in dem Gulliver an Edwards Küste landet, gerät dessen Welt aus den Fugen und nichts ist mehr so wie früher,” sagt Chris O’Dowd. „Edward liebt das Militärprotokoll und das damit zusammenhängende Zeremoniell, er glaubt felsenfest daran, dass die Dinge ihre Ordnung haben müssen. Er ist sehr enttäuscht, dass sich all seine Leute hinter Gulliver stellen.“
Während man Edward im Reich wegen seiner militärischen Großtaten kennt, gibt es im Land einen anderen, unbekannten Liliputaner namens Horatio, ein Niemand, der nach mehr strebt. Das erste Treffen von Horatio und Gulliver ist nicht sehr vielversprechend – sie schließen im Gefängnis bei Heu und Abflusswasser Freundschaft –, doch bald darauf dreht sich das Glück für den Liliput-Nobody. Kaum ist Gulliver nämlich Held der Liliputaner, nimmt der Riese Horatio unter seine Fittiche und hilft ihm bei dessen Werben um die Hand von Prinzessin Mary, die mit Edward „verlobt“ ist. „Problem ist nur, dass Gulliver viel zu dick aufträgt”, lacht Black. Segel, der sich für seinen Part einen englischen Akzent zulegte, fügt hinzu: „Wie Gulliver muss Horatio erst lernen, dass es im Leben wie in der Liebe besser ist, aufrichtig zu bleiben und sich nicht zu verstellen.”
Das Objekt von Horatios und Edwards Begierde ist Prinzessin Mary. Sie verbringt die meiste Zeit damit, darauf zu warten, dass die feindlichen Blefuscianer sie entführen wollen, respektive damit, in deren Gefangenschaft zu sein. Dieses wöchentlich wiederkehrende Ritual ist überhaupt nicht im Sinn der Prinzessin, genauso wenig wie das routinemäßige Werben des ihr zugedachten Edward, das sie zu Tode langweilt. So bieten die romantischen Intentionen des faszinierenden Horatio zumindest eine gewisse Abwechslung im sonst so trostlosen Leben der Prinzessin. Emily Blunt, die man eher aus kantigen, taffen Parts kennt – etwa als neurotische Assistentin von Meryl Streep in THE DEVIL WEARS PRADA („Der Teufel trägt Prada”, 2006) oder als etwas andere „Reinigungsspezialistin“ in SUNSHINE CLEANING („Sunshine Cleaning“, 2008) – genoss die Möglichkeit, hier mal eine echte „Girlie“-Rolle zu übernehmen. „Es war höchste Zeit, dass ich einmal jemand Netten und Unschuldigen spielen durfte,” sagt Blunt, der bei der Swift-Verfilmung besonders die Neuerungen und Modernisierungen gefielen, die man vornahm, um den Stoff zeitgemäß zu gestalten. „Unser Gulliver ist ganz modern, er hat Ecken und Kanten, die Jack ganz hervorragend zu transportieren versteht”, führt sie aus. „Sein Gulliver sorgt in unserer kleinen Welt für Ärger und Unruhe und letztendlich dafür, dass wir sie mit anderen Augen sehen.”
König Theodore ist der Vater der Prinzessin, ein ruppiger aber liberaler Regent. Wie sein Heerführer General Edward ist Theodore zunächst des Neuankömmlings skeptisch. „Der König fühlt sich von diesem ‚Alien’ zunächst bedroht. Er weiß nicht, was Gulliver in seinem Reich und mit seinen Untertanen anstellen will”, erläutert der renommierte schottische Komiker Billy Connolly, der den Part des Monarchen übernommen hat. „Theodore erkennt schnell, dass er sich mit Gulliver ins Benehmen setzen muss – und das tut er.”
König Theodores Frau, Königin Isabelle, ist eine eher gesetzte Person. Aber in dem Moment, in dem Gulliver mit der Modernisierung von Liliput beginnt, fängt auch sie an, sich zu verändern. „Gulliver bringt sie dazu, recht locker zu werden”, sagt Catherine Tate, die man demnächst im Kino in der Komödie MONTE CARLO („Monte Carlo“, 2011) wird bewundern können. „Er schafft es sogar, dass die Liebe in ihrer Ehe mit Theodore wieder aufflammt.” In dieser Welt voller Überraschungen ist der größte Schock wohl der Roboter, den der ewig intrigierende General Edward entwickelt hat, um Gulliver ein für alle Mal auszuschalten. Ein Artikel in einem Magazin, das der Militär in Gullivers Schiffswrack findet, gibt ihm die Idee für seine niederträchtige Maschine, die Gulliver ordentlich Angst einjagt. Edward, der im Kopf des von ihm entworfenen mechanischen Monsters sitzt, steuert dieses mit Hebeln und Flaschenzügen.
Die renommierte Firma hy*drau”lx (2012, „2012”, 2009) arbeitete bei der Entwicklung des (CG-)Roboters eng mit Rob Letterman zusammen. Maßgeblich bei der Erschaffung der Liliput-Welt beteiligt war zudem WETA Digital, die für ihre bahnbrechenden Tricks zu AVATAR („Avatar”, 2009), der LORD OF THE RINGS-Trilogie („Herr der Ringe“, 2001 - 2003) und KING KONG („King Kong“, 2005) mit Oscars ausgezeichnet worden war. Auch beim Roboter-Design kombinierte man die Moderne mit der Klassik. „Unser Konzept bestand darin, dass unser Roboter ganz zeitgemäß aussehen, seine Technologie aber dem Viktorianischen Zeitalter verpflichtet sein sollte,” erläutert Erik Liles von hy*drau”lx. „So erinnert die Mechanik des Roboters mit all ihren Hebeln und Flaschenzügen an die einer Lokomotive. Wir wollten unseren Roboter zunächst sogar mit Dampfkraft betreiben, ließen aber von diesem Ansinnen ab, als wir erkannten, dass dies unsere Bilder ‚vernebeln’ würde. So haben wir uns letztendlich für einen klareren, edleren Look entschieden.”
Die Effekte-Zauberer von hy*drau”lx machten sich ihre Arbeit nicht leicht. Der Roboter beginnt sein „Leben“ als kleines, mülltonnenförmiges Objekt, das sich allmählich in ein riesiges, Cartoon-artiges Monster verwandelt und Gulliver bekämpft. Da die Arbeiten an diesem Roboter die Filmemacher vor größte Herausforderungen stellten und sie sich weit in die Postproduktionsphase hineinzogen, musste Jack Black während der Dreharbeiten mit einer Junior-Version des Mechanikmonsters kämpfen – einem Stuntman, der in einem Roboteranzug steckte. So konnte Black während des Drehs mit dem Roboter interagieren, während die Filmemacher und das Effekteteam am Feinschliff des mechanischen Ungetüms arbeiteten, um so ein fürs Publikum bestmögliches Ergebnis zu erzielen.
Die gesamte Besetzung – Roboter inklusive – schätzten nicht nur Jack Blacks Talent als Schauspieler, sondern auch sein Engagement und seine Arbeitsethik in Bezug auf seinen Posten als ausführender Produzent. In letztgenannter Funktion schonte er den Darsteller Black während der Actionsequenzen nicht. So musste er in einer Szene als Gulliver im Alleingang gegen die Blefuscianer kämpfen, während deren Mini-Kanonenkugeln hundertfach auf seinem nackten Oberkörper einschlugen und so sein Fleisch erzittern ließen. In einer anderen Szene wird er am Strand gefangen genommen und gefesselt, mit einem Flaschenzug bewegt, während der Regen auf ihn niederprasselt. Nicht zu vergessen jene Szene, in der er auf einem aufgehängten Boot durchgeschüttelt wird.
Und auch wenn es in Liliput relativ friedlich zuging bzw. Black vor der Kamera gar nicht gefragt war, tauchte er am Set auf. Er „sprach” dann aus dem Off mit seinen Kollegen, gab ihnen Anhaltspunkte, wo er „stand” – eine große Hilfe, wenn man in riesigen Hallen vor Green Screens quasi im Nichts agiert.
Eine große Hilfe für die Schauspieler stellte auch die bahnbrechende neue Kamera namens DualMoCo – das „MoCo” steht für „motion control (= Bewegungskontrolle) – dar, die bei GULLIVER’S TRAVELS („Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu”, 2010) erstmals ausgiebig zum Einsatz kam. Die DualMoCo bedient sich komplexer Computertechnologien und synchronisiert unter anderem die Bewegung von Kamerakränen. So konnte auf zwei verschiedenen Arbeitsbühnen gleichzeitig dieselbe Szene gedreht werden – auf der einen agierte der Riese Gulliver, auf der anderen die Liliputaner. Der „große” Black spielte in einem Eck, die „kleinen” Liliputaner im anderen – und im Ergebnis sind alle Beteiligten mit den entsprechenden Größenunterschieden in ein und derselben Einstellung zeitgleich aufgenommen worden. Rob Letterman erklärt: „Ich wollte, dass Jack gemeinsam mit den anderen Schauspielern agiert. So sieht das Ergebnis auf der Leinwand viel natürlicher aus – als wären alle Schauspieler zusammen auf dem Set gewesen. Das halte ich bei einer Komödie für essenziell.” Produzent Gregory Goodman fügt hinzu: „Auf der Leinwand sieht man dann Jack mit einem Kollegen sprechen, der nur einen Bruchteil so groß ist wie Gulliver. Mit der DualMoCo kann man Effekte erzielen, die man im Kino noch nie so realistisch gesehen hat.”
Das Gros der Actionsequenzen wurde in den riesigen Hallen der britischen Pinewood Studios gedreht, wo die Produktion auch ihr Hauptquartier aufschlug. In Pinewood errichtete Produktionsdesigner Gavin Bocquet (STAR WARS – EPISODES I-III (“Star Wars – Episode I - III“, 1999, 2002, 2005”)) einen Großteil der Liliput-Welt. Getreu den Vorgaben der Filmemacher, das Fantastische mit dem Realen zu vermengen, mied Bocquet weitgehend das Offensichtliche und Übliche. Er verzichtete auf übergroße Sets für die Liliputaner und entsprechend winzige für Gulliver. Man entschied sich vielmehr dafür, alle Ausstattungsstücke im Maßstab 22:1 herzustellen. „Ich war ständig mit diesen Größenunterschieden befasst. Wie würden die Liliputaner etwas für jemanden bauen, der um so viel größer ist als sie?“ Bocquet weiter: „Nehmen wir das Strandhaus, die Junggesellenbude, die die Liliputaner für Gulliver zimmern. Es sieht für die Liliputaner ungefähr 40 Meter hoch aus. Wenn man die Augen zusammenkneift, sieht es relativ normal aus. Aber wenn man dann auf die Details achtet, ist alles ganz anders. Wie eine überdimensionale Kaffeemaschine. Die Fenster, die Türen, der Boden, alles wurde aus Teilen zusammengesetzt, die 7,5 Zentimeter großen Menschen als Baumaterial dienen, Hunderte von Stäbchen wurden da als Dielen verlegt!”
GULLIVER’S TRAVELS nutzt einige der prächtigsten englischen Gebäude, darunter den Palast von Blenheim und das in Greenwich, im Südosten von London, gelegene Old Royal Naval College, ein barockes Architekturmeisterwerk aus dem 17. Jahrhundert als Sets. Hier findet die finale Tanznummer statt, eine Choreographie zu Edwin Starrs klassischem Hit „War”. Der Refrain lautet: “Krieg! Huch, wozu ist der gut? Absolut zu nichts!”. Der Song unterstreicht auf sehr moderne Art Jonathan Swifts Anti-Kriegs-Thematik. „Gleichzeitig“, so Black, „versuchten wir, den Song so rockig wie möglich zu halten und ihn der Welt Liliputs anzupassen.” Black spielte seine Version von „War“ zusammen mit John Kimbrough auf Barockinstrumenten ein und nahm sie dann auf. (Henry Jackman komponierte den Soundtrack). Von dieser Aufnahmesession ist in der endgültigen Fassung viel zu hören. Die Tanznummer wurde mit 40 Tänzern entwickelt und einstudiert, ehe sie mit 250 Statisten vor Ort in Greenwich, England, umgesetzt und gefilmt wurde.
Nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen waren, begann die aufwändige Postproduktion mit den vielen ehrgeizigen visuellen und stereographischen Effekten, die den Zusehern erst den 3D-Genuss ermöglichen. Rob Letterman besteht aber darauf, dass die Technik bei GULLIVER’S TRAVELS erst an zweiter Stelle kommt, denn in erster Linie „geht es im Film um die Figuren, ihre Gefühle und ihr Verhältnis zueinander. Es ist gar nicht so einfach, von den Gefühlen zwischen 15 Zentimeter kleinen Menschen und einem Riesen zu erzählen. Die Effekte und die 3D-Technik sind nur die Glasur des Kuchens.”

