The Green Zone Film Trailer
FSK Film: 16 | Länge: 115 Min | Kinostart: 18.03.2010 | Release: 29.07.2010 (DVD&BD)
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Schauspieler:Matt Damon, Jason Isaacs, Brendan Gleeson, Greg Kinnear, Amy Ryan, Lawrie Dayne, Khalid Abdalla, Michael O'Neill, Antoni Corone, Yigal Naor, Said Faraj, Martin McDougall
Die Story:US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team sind kurz nach der Eroberung Bagdads 2003 in den besetzten Gebieten im Einsatz. Um einer gefährlichen Spur zu folgen, müssen sie die Sicherheit der so genannten Green Zone weit hinter sich lassen. Doch der Einsatz läuft nicht wie geplant und bald kommen Zweifel auf, die das eigentliche Ziel in Frage stellen. Gemeinsam mit der Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan) deckt Miller eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Er wird zum Gejagten und inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit und ums Überleben.
Hintergrund:Basierend auf Rajiv Chandrasekarans preisgekröntem Buch bietet der Film einen Blick hinter die Kulissen der Irakbesatzung. Paul Greengrass ist mit Green Zone eine haut- und realitätsnahe Actionachterbahnfahrt gelungen - ein knallharter, atemloser Polit- und Agentenkrimi, bei dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wahrheit genauso verschwimmen wie die zwischen Feind und Freund.
Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: DTS, Dolby Digital, SDDS
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Die deutschen Synchronsprecher:
Matt Damon - Simon Jäger
Greg Kinnear - Bernd Vollbrecht
Brendan Gleeson - Axel Lutter
Amy Ryan - Claudia Urbschat-Mingues
Khalid Abdalla - Imtiaz-ul Haque
Jason Isaacs - Gerald Paradies
Langinhalt:
Ein einsamer Kämpfer hat nur noch eine Möglichkeit: sich aus der sicheren Deckung heraus-zuwagen, um die verborgene Wahrheit aufzudecken. Bagdad, im Frühjahr 2003. US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team sind abkommandiert worden, um nach den Massenvernichtungswaffen zu suchen, die angeblich in der irakischen Wüste verborgen liegen. Auf der Suche nach tödlichen chemischen Stoffen müssen die Soldaten die Sicherheit der sogenannte „Green Zone“ verlassen und geraten so von einem höchst gefährlichen, mit Minen und Sprengfallen übersäten Gebiet ins nächste. Nur durch Zufall stolpern sie dabei über ein raffiniertes Tarnmanöver, das nun das eigentliche Ziel ihrer Mission in Frage stellt.
Wie sich bald herausstellt, werden Miller und seine Leute von rivalisierenden CIA-Agenten - darunter der zwielichtige Sonderbeauftragte des Pentagons Clark Poundstone (Greg Kinnear) - zu ziemlich fadenscheinigen Einsätzen hinbefohlen und dadurch an vorderster Front fast auf-gerieben. Miller erkennt, dass er auf eigene Faust handeln muss, wenn er die verfahrene Situa-tion aufklären will.
Mit einer Handvoll loyaler Männer beginnt er nun sich auf fremdem und extrem feindlichem Terrain durch geschickt verdeckte und infam verfälschte Spionageopera-tionen hindurchzukämpfen. Unbeirrt sucht er so nach den Antworten, die entweder ein verbrecherisches Regime entlasten oder den Krieg in einer instabilen Region eskalieren lassen werden. In dieser heißen Phase inmitten eines Klimas von hochexplosiver Gewalt wird er schnell feststellen, dass die am schwersten zu handhabende Waffe die Wahrheit ist.
Gemeinsam mit der Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan), die von Bagdad aus über den Irak-Krieg berichten soll, deckt Miller nach und nach eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er selbst ins Fadenkreuz seiner Widersacher gerät und zum Abschuss freigegeben wird. Da setzt Miller alles auf eine Karte. Inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit - und ums Überleben.
Die Mission beginnt: Grünes Licht für „Green Zone“
Als der
Regisseur und Produzent Paul Greengrass beabsichtigte, sich in die Welt
von „Green Zone“ hineinzuwagen, wusste er sehr genau, dass er mit
seinem nächsten Film das Publikum unmittelbar packen wollte – und zwar
mit einem hochkarätigen Thriller, der mit sämtlichen authentischen
Details eines Kriegsgebiets aufwarten sollte. „Dies ist kein Film über
den Krieg im Irak“, betont der Filmemacher. „Es ist ein Thriller, der
im Irak spielt, und das ist ein ganz anderer Ausgangspunkt. Meiner
Erfahrung nach sind Thriller dann am besten, wenn sie in sehr extremen
Umgebungen spielen, in denen die moralischen Fragen ganz akut werden.“
Durch
seine rasanten und spannungsgeladenen Action-Thriller machte Greengrass
im Laufe der letzten zehn Jahre von sich reden. Mit den letzten zwei
„Bourne“-Filme unter seiner Regie gelang eine seltene Errungenschaft:
er war fähig, sowohl die Kritiker als auch die Zuschauer weltweit zu
begeistern. Ebenso gut ist der Filmemacher jedoch für seine
mitreißenden und akkurat recherchierten Dramen bekannt.
Mit
„Flug 93“, der Geschichte der mutigen Passagiere und
Besatzungsmitglieder, die sich am 11. September gegen die
Entführer-Terroristen auflehnten, erwies Greengrass nicht nur dem
Gedenken an die Helden, die an jenem Tag ihr Leben verloren, alle Ehre,
sondern erschuf auch einen kraftvollen dramatischen Thriller. Dafür
wurde ihm 2007 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie
zuteil, von der Writers Guild of America außerdem eine Nomi-nierung in
der Kategorie Bestes Originaldrehbuch sowie der David Lean Award des
BAFTA in der Kategorie Regie. Auch sein Spielfilm „Bloody Sunday“
(2002), der von der brutalen Ermordung von 13 Bürgerrechtlern in
Nordirland erzählt, wurde sowohl auf der Berlinale als auch auf dem
Sundance Film Festival mit Preisen ausgezeichnet.
Viele
Kinozuschauer sind sich vielleicht dessen gar nicht bewusst, dass
Greengrass seine Laufbahn mit der Berichterstattung über globale
Konflikte für den britischen Sender ITV be-gann. Im Laufe jener zehn
Jahre reiste er in Kriegsgebiete weltweit und berichtete hautnah über
packende Stories. Auch nachdem er sich auf fiktive dramatische Stoffe
verlegt hatte, lotete er in seinen Filmen dennoch stets zeitgenössische
Ereignisse aus. Durch die Mischung der rigorosen Disziplin eines
Dokumentarfilmers mit dem Feingefühl eines Filmemachers für Strukturen
und erzählerische Elemente erhöhte er noch die Wirkung, die seine
Projekte entfal-ten. Produzent Lloyd Levin erklärt: „Paul hat ein hoch
entwickeltes Gespür dafür, wie man jeden Aspekt einer Geschichte zum
Leben erweckt. Er erschafft die jeweils möglichst drama-tische Version
der Realität.“
Zwischen den beiden „Bourne“-Blockbustern mit
Matt Damon in der Hauptrolle als von Am-nesie geplagter Agent Jason
Bourne war Greengrass als Autor, Produzent und Regisseur von „Flug 93“
aktiv. Dieses eindrucksvolle Projekt war für das gesamte Team eine
zutiefst befrie-digende Erfahrung, und so konnten es Greengrass sowie
die Produzenten Tim Bevan, Eric Fellner und Lloyd Levin kaum abwarten,
bald ein neues Projekt zusammen zu realisieren. „Dieses Mal beschlossen
wir, einen größeren Film zu machen, der aber dennoch vor einer
realistischen Kulisse spielen sollte“, sagt Bevan. „Das war unser
Ausgangspunkt.“
Greengrass wandte sich als erstes an
Drehbuchautor Brian Helgeland, mit dem er bereits an „Die Bourne
Verschwörung“ zusammengearbeitet hatte. Gemeinsam begannen sie, Ideen
aus-zutauschen, um sich dann auf die Entwicklung eines Thrillers zu
konzentrieren, dessen zentra-les Thema die fehlgeschlagene Suche nach
Massenvernichtungswaffen (MVW) war. Im Laufe dieser Entwicklung bezogen
sie dann auch die aktive Zusammenarbeit mit vielen Teilnehmern am
irakischen Drama mit ein, darunter Schlüsselpersönlichkeiten der echten
Jagd nach Mas-senvernichtungswaffen, zwei Dutzend Kriegsveteranen der
US-Streitkräfte, die im Irak einge-setzt waren, ein halbes Dutzend
hochrangiger ehemaliger CIA-Mitarbeiter, die aus erster Hand
Erfahrungen gesammelt hatten, sowie der Chef einer paramilitärischen
CIA-Elite-Truppe, die etliche der „Most Wanted“ – also der
meistgesuchten Zielpersonen – im Irak zur Strecke ge-bracht hatte.
Später
las Greengrass das Buch des ehemaligen Leiters des
Korrespondenten-Büros der Wa-shington Post in Bagdad, Rajiv
Chandrasekaran, nämlich den Sachbuch-Bestseller „Imperial Life in the
Emerald City: Inside Iraq’s Green Zone“. Chandrasekaran berichtete
direkt aus erster Hand aus Bagdad über die Waffeninspektionen der UNO,
wurde mit dem Overseas Press Club Book Award, dem Ron Ridenour Prize
und dem britischen Samuel Johnson Prize ausgezeichnet und war einer der
Finalisten für den National Book Award. Sein gefeiertes
Ent-hüllungsbuch diente als Fenster für Einblicke hinter die Kulissen
der „Green Zone“.
Levin fasst den kreativen Prozess zusammen:
„Pauls und Brians Zusammenarbeit hat den ge-samten Ablauf dynamisch
vorangetrieben. Sie wussten, was sie wollten; der MVW-Jäger soll-te die
Hauptfigur sein. Als Paul dann aber das Buch The Imperial Life gelesen
hatte, machte es großen Eindruck auf ihn und vervollständigte somit das
Puzzle der Green Zone.“
Als sich das Projekt weiterentwickelte,
wurde sich Greengrass dessen bewusst, dass dieser Stoff genau die
richtige Mischung für seine eigenen Empfindungen sowie die seines
häufigen Hauptdarstellers Damon darstellte. Greengrass sagt: „Als Matt
und ich „Das Bourne Ultima-tum“ abgedreht hatten, setzten wir uns
zusammen, um unser nächstes Projekt zu besprechen. Es war eindeutig,
dass der gefährlichste Ort der Welt zu jenem Zeitpunkt Bagdad war. Und
genauso offensichtlich war es für uns, dass die Herausforderung darin
liegen würde, dort einen authentischen und glaubwürdigen Thriller
spielen zu lassen.“
„Thriller sprechen eine Sprache, die die
Zuschauer verstehen“, meint Greengrass. „Die Men-schen gehen doch ins
Kino um an Orte geführt zu werden, in die sie nur das Kino bringen
kann. Das können fantastische Welten sein oder packende, reale
Schauplätze, die man aus den Fernsehnachrichten kennt. Das Kino aber
kann uns auf eine Weise dort hineinversetzen, wie es die TV-Nachrichten
eben nicht können.“
„Sowohl für Matt als auch für mich bestand
unsere kreative Mission in der Frage, ob wir ei-nen Film erschaffen
können, der in jeder Hinsicht genauso packend, action-geladen,
aufre-gend, geheimnisvoll ist und einen privilegierten Insiderblick auf
eine geheime Welt liefert, wie es die „Bourne“-Filme taten – und ob wir
das auch in dem extremen Umfeld der Innen-stadt von Bagdad schaffen
können, in der Zeit jener verzweifelter Wochen unmittelbar nach der
Invasion. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass das Kinopublikum diese
Frage mit „Ja, sie können es“ beantworten wird.“
Für „Green
Zone“ arbeitete Greengrass mit Helgeland zusammen, um eine dramatische
Story zu entwickeln, die in einer Phase historischer Ereignisse spielt.
Ihre Mission: Das Kinopubli-kum in die exotischen Wüsten des Irak zu
versetzen, ihnen den Ausblick vom Vordersitz in Roy Millers Humvee zu
zeigen. Zu den Schauplätzen gehören auch die besetzen Innenräume von
Saddams Palast der Republik - wo die von den USA eingesetzte
Übergangsregierung ver-suchte, die Ordnung im Land wiederherzustellen –
sowie die düsteren Straßen und Gassen, in denen die Agenten auf der
Jagd nach den meistgesuchten Zielpersonen im Irak waren.
Helgeland
entwarf ein Drehbuch, in dem ein MVW-Suchtrupp mit nur einem Ziel in
den Irak kommt: Waffen zu finden und Leben zu retten. Miller ist seiner
Mission und seinem Team loyal verpflichtet und macht sich auf die Suche
nach den Verantwortlichen, die mutmaßlich solche Waffen produziert
haben und möglicherweise auch zum Einsatz bringen wollen. Seine
Zielsetzung? Die Verantwortlichen zu fassen und dafür zu sorgen, dass
der Gerechtigkeit Ge-nüge getan wird. Miller wird mitgeteilt, dass ein
Informant mit dem Decknamen Magellan noch vor dem Krieg an US-Offiziere
gemeldet und versichert hätte, dass solche Waffen tat-sächlich
existieren würden und Hussein bereit wäre, sie sogar gegen sein eigenes
Volk und jeden Verräter einzusetzen. Doch das, was Miller aufspürt,
zeichnet ein ganz anderes Bild.
Der Drehbuchautor entwarf eine
Geschichte, in der sein Protagonist beginnt, die vom Nach-richtendienst
übermittelten Informationen bezüglich der angeblichen Standorte von
Massen-vernichtungswaffen zu hinterfragen: Sämtliche angegebene Objekte
bergen nichts. Miller be-kommt über die offiziellen Kanäle keinerlei
Antworten, doch inoffizielle Treffen mit einem alt gedienten
CIA-Agenten, einem irakischen Zivilisten und einem Journalisten führen
Miller auf die Spur von Magellan – und in einen Konflikt mit dem Leiter
des Verteidigungsministe-riums - einem Zivilisten - sowie mit einem
einen Offizier der Sondereinsatztruppen und einer undurchsichtigen
Riege ehemals einflussreicher Iraker, die jeweils ganz eigene Ziele
verfol-gen.
Die Schauspieler werden rekrutiert: Die Besetzung des Action-Thrillers
Schon
bald nach Abschluss der Dreharbeiten zu ihrem zweiten gemeinsamen Film
stimmte Matt Damon zu, ein drittes Projekt mit seinem Regisseur aus
„Die Bourne Verschwörung“ und „Das Bourne Ultimatum“ zu drehen: „Die
Arbeit mit Paul ist ein sehr dynamisierender Prozess, denn er besteht
darauf, für die Kamera etwas echtes einzufangen“, erläutert Damon.
„Wenn man seine anderen Werke kennt, ist das nicht überraschend. Schon
in „Bloody Sun-day“ gibt es keinen einzigen künstlichen Augenblick, es
wird keine persönliche Agenda ver-folgt. „Flug 93“ vibriert vor
Spannung, als die Personen die Situation erfassen, der sie ausge-setzt
sind. Paul möchte die Zuschauer diese Realität und die Spannung
gemeinsam mit den Protagonisten spüren lassen.“
Die Gelegenheit,
erneut mit seinem langjährigen Freund zusammenzuarbeiten, war aber
nicht Damons einzige Motivation, um auch an „Green Zone“ teilnehmen zu
wollen. Er erklärt: „Zu-sätzlich zu der Arbeit mit Paul, den ich sehr
bewundere und dessen Filme ich sehr mag, war für mich ausschlaggebend,
dass ich dabei die Chance hatte, mit einer Reihe von Veteranen
zusammenzuarbeiten, die gerade aus dem Irak und Afghanistan
zurückgekehrt waren. Sie wa-ren diejenigen, die unsere Besetzung
wirklich ausmachten. Sie halfen dabei, eine Umgebung zu erschaffen, die
sehr authentisch wirkte. Mit Menschen zusammen zu sein, die derart
wach-sam sind und diese Situationen schon selbst erlebt haben, ist für
einen Schauspieler von un-schätzbarem Wert.“
In der Rolle als
Offizier Roy Miller verkörpert Damon einen Berufssoldaten, der 1990
schon im Golfkrieg im Einsatz war und nun in einem sehr veränderten
Irak im Dienst ist. Er kehrt 2003 in das Gebiet zurück, um eine Truppe
anzuführen, die nach Massenvernichtungswaffen sucht – bekannt unter der
Abkürzung „MET D“, die für Mobile Exploitation Team Delta steht. Sein
Team hat ein klares Ziel: eine lange Liste mutmaßlicher Lagerstätten
von MVW abzuarbeiten.
Ganz ähnlich wie Jason Bourne will auch
Roy Miller nur die Wahrheit innerhalb seiner prekä-ren Lage aufdecken.
Damon meint zur Motivation der von ihm gespielten Figur: „Miller ist
praktisch besessen davon herauszufinden, was sich wirklich abspielt,
und will der Wahrheit auf den Grund gehen. Er lässt sich versetzen, um
für den Leiter der CIA in Bagdad zu arbei-ten, um so herauszufinden, wo
die Waffen nun wirklich verborgen sind... wenn sie überhaupt jemals
existiert haben.“
Greengrass fügt hinzu: „Miller ist ein Mann
der Tat, der diese Frustration verspürt, die immer weiter verstärkt
wird, weil sie keinerlei Waffen finden. Dann gibt ihm plötzlich jemand
die Möglichkeit, etwas zu tun. Diese Gelegenheit ergreift er, denn er
will seinen Job machen.“
Der Filmemacher war glücklich darüber,
dass der Schauspieler – den Greengrass in der Lon-doner U-Bahn-Station
von Waterloo beinahe mit der U-Bahn überfahren und in der Altstadt von
Tanger auf halsbrecherische Jagd über die Dächer geschickt hatte - nun
einverstanden war, sich ihm als Regisseur auch für ein drittes
gemeinsames Projekt anzuvertrauen.
„Matt treibt diesen Film mit
einer großartigen Performance an“, sagt der Regisseur. „Das ist genau
die Art von Rolle, in der ihn die Leute gerne sehen möchten. Er gehört
zu den körper-lich engagiertesten Schauspielern der Welt. Wenn man Matt
in einem großen Action-Thriller besetzt, zieht er die Aufmerksamkeit
auf sich, denn man weiß genau, dass er in aufregende Situationen
geraten wird – denn er ist wild entschlossen, die Wahrheit aufzudecken,
und er hat den Mut dazu. Also wird er rennen, springen, jagen und
kämpfen, all diese Dinge tun, die man Matt Damon tun sehen will. Aber
er tut das alles mit viel Souveränität, Klasse und Integrität, und
erzählt dabei eine tolle Geschichte.“
In der Rolle als Millers
Gegenspieler, dem Pentagon-Agenten Clark Poundstone, sehen wir Greg
Kinnear. Der Schauspieler gewöhnte sich schnell an Greengrass’
einzigartigen Stil, den Darstellern auch Raum für Improvisation zu
geben; auch Kinnears Schauspielkollege war dabei sehr hilfreich. „Matt
hat mich beraten, wie das alles laufen würde“, berichtet Kinnear. „Es
ist schon ein großer Unterschied im Vergleich mit herkömmlichen
Filmsets. Während man sich daran anpasst, beginnt man festzustellen,
wie aufregend und unvorhersehbar der Ablauf wirklich ist.“
Der
Pentagon-Agent ist augenscheinlich in den Irak gereist um den Schaden
wieder gut zu machen, der dort angerichtet worden ist; für seine Zwecke
ist ihm jedes Mittel recht. „Poundstone glaubt, dass man dieses Gebiet
schnell wieder in Ordnung bringen kann, und dass es um dieses Ziel
geht, egal welche Mittel man dafür einsetzt“, berichtet Kinnear. „Die
Geschichte offenbart unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen,
und durch Pauls Ar-beitsweise kommt jeder der verschiedenen
Gesichtspunkte zur Geltung.“
Der aus Irland stammende Brendan
Gleeson wurde von den Filmemachern engagiert um Mar-tin Brown zu
spielen, den Chef der CIA-Niederlassung, an den sich Roy Miller wendet
als er glaubt, er könne niemandem mehr vertrauen. Greengrass sagt
lachend über diese Figur: „Aus meiner Sicht ist es gut, einen
CIA-Agenten zu haben, der zu den Guten gehört – besonders nach den
„Bourne“-Filmen.“
Die Journalistin, die unwissentlich als
Poundstones „Pressesprecherin“ dient, ist die promi-nente Wall Street
Journal-Mitarbeiterin Lawrie Dayne. Für diese Rolle besetzten die
Filme-macher Amy Ryan, die vielen Zuschauern durch ihre hoch gelobte
Spielfilmpremiere in „Go-ne Baby Gone – Kein Kinderspiel“ bekannt
wurde. Im Frühling 2003 ist Journalistin Dayne zu einer Expertin für
das Thema „chemische Kriegsführung“ geworden und arbeitet innerhalb der
„Green Zone“, wo sie der Doppelagent Poundstone mit (falschen)
Informationen versorgt.
Greengrass ermutigte die Schauspieler
dazu, in der Darstellung ihrer Figuren stets flexibel zu bleiben, und
Ryan hatte für die Figur der Journalistin einen ganz spezifischen
Ansatz. Die Schauspielerin erklärt: „Lawrie hat die meiste Zeit in
ihrer Laufbahn damit verbracht, über Massenvernichtungswaffen zu
schreiben. Jetzt befindet sie sich im Irak in einer Situation, in der
sie nach Antworten auf etwas sucht, an das sie während ihrer gesamten
beruflichen Tätig-keit immer geglaubt hat. Dies soll der wichtigste
Moment in ihrer Karriere werden: sie will vor Ort sein, wenn – und
falls – die Waffen gefunden werden.“
Für die Rolle des Freddy,
einen arbeitslosen irakischen Veteranen, der eine Beinprothese trägt
und sich auch noch mit einem heruntergekommenen Toyota Corolla
herumschlägt, wurde Khalid Abdalla engagiert. Der aus Schottland
stammende Schauspieler, dessen Eltern ur-sprünglich aus Ägypten
stammen, arbeitete bereits in „Flug 93“ mit Regisseur Greengrass
zusammen und spielte die Rolle des Entführers Ziad Jarrah. „Als ich von
„Flug 93“ erfuhr, wollte ich ursprünglich nichts damit zu tun haben“,
gibt Abdalla zu. „Ich hörte, dass das ein Film über den 11. September
werden sollte, und dachte: ‚Nein, danke.’ Aber dann fand ich heraus,
dass Paul die Regie führte, und ich sah „Bloody Sunday“ und lernte Paul
persönlich kennen. Da wurde mir klar, dass er einen Film auf die
richtige Weise machen wolle, und dass er ein außergewöhnlicher Mensch
ist, dem ich vertrauen kann. Die Arbeit mit Paul ist so, als wäre man
auf einer Vulkaninsel, und ich bin vollkommen begeistert.“
Freddy
gibt Miller den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich etliche
hochrangige Mitglie-der der Baath-Partei aufhalten, nach denen Miller
sucht – und bringt damit den Stein in der „Green Zone“ ins Rollen.
„Freddy ist einer der vielen Iraker, die glücklich waren, Saddam
stürzen zu sehen; wie viele andere ist auch er anfangs bereit darauf zu
hoffen, dass die Dinge nun besser werden“, meint Abdalla. „Freddy ist
zwar nicht gerade der irakische Jedermann, aber er ist ein Mann von der
Straße, und die wichtigste irakische Figur, die wir im Film be-gleiten.“
Dann
wird Freddy als Dolmetscher für Millers MET D-Truppe eingesetzt. Doch
die Vermitt-lung der höchst spezifischen technischen Fachausdrücke und
die regionalen Sprachgepflogen-heiten waren eine Herausforderung für
Abdalla, obwohl er fließend Arabisch spricht: „Die Welt, in der dieser
Film spielt, ist sehr realistisch“, meint Abdalla. „Man bekommt den
Irak auf eine Weise zu sehen, wie es nicht viele Menschen sehen können.
Mein Berater ist im Irak aufgewachsen und war auch über die meiste
Kriegszeit hinweg in Bagdad; über ihn haben wir von etlichen
Geschichten erfahren, die wir so nicht erwartet hätten.“
Der
britische Schauspieler Jason Isaacs kam in der Rolle als Lt. Col.
Briggs an Bord, also als Leiter des Sondereinsatzkommandos, das Miller
in die Schranken weisen soll. Der Schauspie-ler wusste die strenge
akademische Disziplin zu schätzen, die in einen Greengrass-Film
ein-fließt: „Pauls Filme sind akkurat recherchiert“, meint Isaacs. „Er
ist von einem herausragen-den Team umgeben, und man übergab mir ein
dickes Paket mit Dokumentaraufnahmen, You-Tube-Videos, Audioclips und
Büchern für meine eigene Vorbereitung. Obwohl das natürlich sehr
hilfreich war, wurde es aber von der menschlichen Unterstützung am Set
noch weit über-troffen.“
In der „Green Zone“ wird die
Zerschlagung der irakischen Armee (im Originalzitat „wiping the state
clean“, also „die Säuberung des Landes“) auf einer übervollen
Pressekonferenz von Kinnear als Poundstone bekannt gegeben. Gemeinsam
mit Ryan und Dutzenden von Statisten, die Journalisten spielen, stand
auch Rajiv Chandrasekaran vor der Kamera, ebenso wie der ehemalige
CBS-Nachrichtensprecher und Co-Produzent Michael Bronner. Beide hatten
2003 persönlich ähnlichen Anlässen beigewohnt und stellen nun auf der
Leinwand entsprechende Fragen. Bronner, der während des Krieges für CBS
News/60 Minutes in Bagdad arbeitete, schloss sich der Filmproduktion
an, um für Greengrass Recherchen durchzuführen.
„In der
Sicherheitszone habe ich damals an unzähligen Press-Briefings
teilgenommen“, be-richtet Chandrasekaran. „Manche von uns benutzen
dafür einen alten Spitznamen, den die Presseleute während des
Vietnamkrieges in Saigon geprägt hatten: die ‚five o’clock follies’,
also der ‚Fünf-Uhr-Blödsinn’. Denn die Realität, die von offizieller
Seite hinter dem Podium in der „Green Zone“ vermittelt wurde,
unterschied sich sehr stark von der echten Situation dort draußen.“
Bronner
leitete für „Green Zone“ die Recherchen zum Thema
Massenvernichtungswaffen. „Jeder Soldat, mit dem ich sprach, gehörte zu
den Suchtrupps, und jeder CIA- und DIA-Mitarbeiter, der mit der ersten
Welle einreiste, war damals davon überzeugt, dass solche Waf-fen dort
zu finden sein würden“, erinnert sich Bronner. „Sie waren wohl nicht
wirklich der Meinung, dass Saddam demnächst eine Atombombe auf Amerika
abwerfen würde – aber so-gar ich selbst dachte, dass Saddam zumindest
irgendwelche chemischen Waffen hätte, die er gegen die Truppen
einsetzen könnte. Jeder war vollkommen platt, als man nichts fand. In
manchen Fällen verfügte man ja über sehr detaillierte Angaben, aber die
stimmten eben nicht. Wie konnte man so detaillierte Informationen
haben, die aber gar nicht der Wahrheit entspra-chen? Das ist schon eine
wichtige Frage; dieses Geheimnis treibt den Protagonisten dazu, immer
weiter zu suchen und die Wahrheit aufzudecken.“
Eure Meinung zu "The Green Zone"
Kommentar zu "The Green Zone" ohne einloggen abgeben:
Eure Kommentare zu "The Green Zone":
Luke Sieht gut aus, gehe ihn schauen, aber macht doch am Bourne weiter!
nodal wie so oft, keine grosses kino, aber hat das potential, die optik, paul + mat wiedervereint inkl teilen der bourne crew ... möchte ich auf jeden fall sehen, die beiden haben bis jetzt nix gross versaut, eher im gegenteil
Jan Viele der Trailerszenen sind nicht im Film enthalten
Steven Endlich ma wieder ein Film der der Realität im Nahen Osten ziemlich nahe steht!!!
greenz0ne intelligentes actionkino vom feinsten - top!!!
Zickler Endlich kommt die Wahrheit ans licht. nur Korruption und um Öl
Jan Klingt spannend. Bourne hin oder her. Aber das scheint wieder ein typische USA Film zu sein. Tolles Militär, tolle Waffen, Präsenz zeigen, wie der Krieg im Irak wirklich ist, die USA sind die guten....blablabla. Typisch Amerika halt. Aber da ich Matt Damon und die Bourne Filme mag, werd ich mir diesen auch ansehen!
Mug Mischung aus Bourne und operation kingdom . Funzt zur Zeit doch super. USA; USA, USA. wenn wir die Sherrifs nicht hätten. Naja spannend ists ja wie immer. Ich glaub Mat wird ma wieder die Welt von der korupten CIA dudes säubern.
PIRATE Hey Bourne war komplett scheisse, aber der hier macht nen geilen Eindruck.
Don Greengrass hat die letzten beiden Bourne-Teile kameratechnisch verhunzt. Auch dieser wird wieder scheiße.
green zone bestimmt interessant. gehe bestimmt im kino gucken
hanspeter Das Buch von Herrn Chandrasekarans wird im englischen in der Kategorie "NONFICTION" geführt...!
LaJusch Nach "der Informant" konnte er sich wohl hier den an gefressenen Speck wieder ab trainieren.
Mopheus Die geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor...... warte achja Der mann dier niemals lebte.
Neo Hmm, Jason Bourne heisst nun Roy Miller, ansonsten ändert sich anscheinend nichts. Einer will das richtige tun, aber tut in den Augen anderer das falsche. Er wird gejagt, aber er dreht den Spieß um und wird wieder zur Ein-Mann-Armee! Die Bourne-Akte fand ich einfach super-spannend und habe sie auch auf DVD, doch hierbei hätten die sich echt mal was neues einfallen lassen können! Schade, ich mag Matt Damon als Schauspieler gerne sehen, doch ich finde....na ja, er kann mehr, als nur stupide Action machen! Anschauen werde ich ihn mir trotzdem mal, vielleicht taugt er ja doch irgendwas, obwohl mich die Thematik irgendwie nicht so sonderlich reizt!
B. Scheuert 2010 sieht doch gleich viel besser aus :P
B. Scheuert na, das mit 15.04.2009 Kinostart kommt aber nicht ganz hin ;) Aber der Trailer schaut trotzdem recht gut aus :) freue mich schon drauf
Gansch ned schlecht

♥: Anspruchsvoll, authentisch, actionreich. Das Team der Bourne-Filme in Hochform
−: Das Ende ist absehbar
DIE STORY
Mission Accomplished – Während US-Präsident Bush
sich im Frühjahr 2003 als Sieger im Irakkrieg feiern lässt, hat der
Einsatz für die Soldaten am Boden erst begonnen. Roy Miller und sein
Team rücken jeden Tag aus, um die Massenvernichtungswaffen aufzuspüren,
die Saddam Hussein irgendwo gebunkert haben soll. Aber jeder Einsatz
endet mit einer Enttäuschung. Das ist nicht nur frustrierend sondern für
die Männer auch lebensgefährlich. Denn während sich die Befehlshaber in
der massiv gesicherten Green Zone an mondänen Poolanlagen die Zeit
vertreiben, müssen Millers Soldaten das Luxusghetto immer wieder
verlassen. Dabei fahren sie durch ein Land, dass immer mehr im Chaos
versinkt. Aber Miller ist nicht der Mann, der sich damit abfindet,
verheizt zu werden. Zunehmend zweifelt er an den Einsatzbefehlen – und
an den anonymen Quellen der Geheimdienste, die sie immer wieder ins
Leere laufen lassen. Der Agent Martin Brown bestätigt seinen Verdacht.
Andere Kräfte haben dagegen gar kein Interesse, dass die Wahrheit ans
Licht kommt. So gerät Miller in einen Machtkampf zwischen
Regierungsberatern und Agenten. Dabei geht es nicht nur um das Image der
US-Regierung sondern auch um die Zukunft des Irak. Allmählich wird
Miller klar: Der wirkliche Irakkrieg hat gerade erst begonnen.
DER KICK
Wer schon früher über den Stil der Bourne-Filme
genörgelt hat, der wird hier auch kein Vergnügen haben. Regisseur Paul
Greengrass bleibt seinem Stil treu. Und warum sollte er auch nicht. Der
gezielte Einsatz der oft gescholtenen Wackelkamera passt hier einfach
zum Thema und vermittelt das Gefühl der Gefahr und der
unkontrollierbaren Situation im Irak sehr gut. Green Zone ist der Film
der Ridley Scotts Der Mann der niemals lebte gerne geworden wäre. Ein
spannender, realistischer Blick auf das Chaos , das die USA im Irak
angerichtet haben. Wie eine Mischung aus Black Hawk Down und Die
Bourne-Verschwörung, allerdings mit mehr Handlung. Nach dem
Oscar-Erfolg von Tödliches Kommando – Hurt Locker ist ein Vergleich
unausweichlich. Beide Filme zeigen den Krieg im Irak, und betonen die
Sinnlosigkeit des Einsatzes. Hurt Locker ist jedoch trotz aller Spannung
und Action eher ein Charakterdrama, dass die Probleme der Protagonisten
behandelt. Green Zone ist dagegen ein Politthriller – mit hohem
Action-Anteil. Roy Miller und sein Team sind Schachfiguren in einem
globalen Machtkampf. Frustrierte Schachfiguren, aber eben nicht
besonders nuanciert. Besonders nahe - und das ist neu - geht einem die
Rolle eines irakischen Zivilisten, der das Richtige tun will indem er
die US-Soldaten zu einer Gruppe Saddamtreuer Generäle führt. Aber dabei
stellt er fest, dass sein Leben in diesem Konflikt nicht all zu viel
wert ist. Da fragt man sich schon, wie man selbst gehandelt hätte. Die
Aufmerksamkeit gilt aber vor allem den komplizierten Verhältnissen im
Irak direkt nach dem Krieg. Und das ist spannend genug. Was den Thrill
ein bißchen dämpft, ist der Umstand, dass politisch informierte Menschen
wissen, wie das Ganze ausgeht. Die Story wurde von zwei absoluten
Experten geschrieben – einerseits Rajiv Chandrasekaran, hochrangiger
Journalist der Washington Post und daher exzellenter Kenner der Vorgänge
im Irak und in der US-Regierung und Brian Helgeland, Autor und
Drehbuchautor (L.A. Confidential, Payback, Verschwörungstheorie, und
Ridley Scotts Robin Hood). Green Zone ist kein Film zum Jubeln,
sondern intelligente Action-Unterhaltung auf hohem Niveau. Das gibts
selten genug. Definitiv sehenswert.
Noch mehr Infos zum Film:
Die MET D-Truppe zusammenstellen: Veteranen kommen an Bord
Für
alle an „Green Zone“ Beteiligten gehörte auch die Chance, hier mit
Kriegsveteranen zu-sammenzuarbeiten, die als Mitglieder der MET D-Truppe
und anderer Militär-Einheiten nun vor der Kamera zum Einsatz kamen, zu
den Highlights der Dreharbeiten. Die ehemaligen Frontsoldaten gingen als
Naturtalente an die schauspielerische Arbeit heran. Für den
pedanti-schen Greengrass hätte nichts Geringeres ausgereicht: „Erfahrene
Kampftruppen vor der Ka-mera zu haben war fantastisch“, sagt der
Regisseur. „Es verlieh den Aufnahmen die vollkom-mene Glaubwürdigkeit
und gab auch den Hauptdarstellern – Matt, Brendan, Greg, Amy, Kha-lid
und Jason – das Selbstbewusstsein, darauf zu vertrauen, dass sie in
einer sehr realen Um-gebung agierten.“
Als Militär-Novize in der
Rolle des Anführers einer knallharten Kampftruppe wusste auch Damon das
unkonventionelle Casting zu schätzen: „Die Männer machten es mir sehr
ein-fach“, berichtet der Schauspieler, „denn sie wussten genau, was zu
tun war, und ließen es trotzdem so aussehen, als würde ich in
angemessener Weise jeweils die Aufgaben delegieren. In einer idealen
Welt will man ja den Leuten nicht ständig etwas erklären müssen, sondern
dass sie in der Lage sind, ihre Aufgaben einfach zu erledigen. Die
Veteranen sind hier eben weil sie genau die sind, die sie wirklich sind.
Das ist etwas, dass ein Schauspielensemble – auch wenn es noch so viel
Erfahrung und Zeit hätte – niemals so gut hinbekommen könnte wie eine
Truppe echter Veteranen.“
Damon und seine Truppe bestanden die
Musterung ebenfalls: „Matt ist einer von uns“, attes-tiert
Schauspielneuling Paul Karkso, der 2004 mit der Air Force Reseve im Irak
stationiert war. In Tikrit war er für die Sicherheit der Convoys
zuständig. Genau wie Simms in „Green Zone“ wurde auch er dazu
abkommandiert, als Mitglied der „EOD“ („explosive ordonance disposal“)
gefährliche Sprengstoffe zu entsorgen.
Frontkamerad Eugene Cherry
erläutert dazu: „In der zivilen Welt entsprechen die EOD den
Sprengstoffspezialisten und Entschärfungstruppen, also den ‚bomb
squads’.“ Cherry diente 2005 als Militärsanitäter bei einer EOD-Truppe
im Irak und spielt im Film den Sanitäter San-dales.
Während die
Filmemacher die Soldaten rekrutierten, wandte sich Co-Produzent Michael
Bronner an US-amerikanische Veteranen-Vereinigungen, um die richtigen
Leute für das MET D-Team und andere militärische Rollen zu finden.
Bronner reiste nach Kalifornien, Illinois, Iowa, New Jersey, New York,
Oklahoma und Washington, D.C., und interviewte Veteranen über ihre
Dienstzeit im Irak sowie zur Interaktion mit der irakischen
Zivilbevölkerung.
Michael Dwyer ist Marine, kämpfte 2006 in
Fallujah und wurde 2008 erneut in den Irak ent-sandt; zum Film kam er
nur durch Zufall: „Ich war gerade im Gebäude, während in New York eine
der Casting-Sessions abgehalten wurde, und dachte eigentlich, dass ich
mich da für eine Mitgliedschaft in einer Veteranen-Organisation
anmelde“, lacht er. „Ich habe ein Formular ausgefüllt, und als nächstes
höre ich: ‚Mr. Bronner wird Sie jetzt empfangen.’ Das war ein ziemlich
verwirrendes Gespräch.“ Unnötig zu sagen dass Dwyer den Co-Produzenten
derart beeindruckte, dass er ihn für die Rolle als Potts engagierte, der
Schütze, der auf Millers Hum-vee sitzt.
Glücklicherweise
verstanden sich die Veteranen mit Greengrass genauso gut wie mit ihrem
Film-Vorgesetzten Matt Damon: „Sie tolerieren keinen Bullshit“, sagt der
Regisseur. „Sie wollten einen Film entstehen lassen, der genau das
abbildet, was sie selbst durchgemacht ha-ben. Viele von ihnen haben erst
zugesagt, als sie überzeugt waren, dass das auch genau das war, was wir
tun wollen.“
Paul Rieckhoff, Gründer der Veteranen-Organisation
IAVA (Iraq and Afghanistan Veterans of America) spielt im Film General
Gonzales in einer Szene auf dem Saddam International Air-port. Produzent
Levin stimmt mit dem Regisseur darin überein, dass die Besetzung mit
Män-nern wie Rieckhoff für die Authentizität des Films absolut notwendig
war: „Der Film „Green Zone“ ist kein Dokumentarfilm, aber wir wollten
den Eindruck vermitteln, wie es war, wirk-lich dort zu sein“, berichtet
Levin. „Dass diese Männer, die alles wie ihre Westentasche kann-ten, mit
von der Partie waren, war überaus hilfreich.“
Nathan Lewis gibt
in der Rolle als MET D-Dolmetscher Henne sein Schauspieldebüt. Als
Army-Soldat bekam er vor einigen Jahren seinen Marschbefehl und war
südlich von Bagdad als Teil einer Feldartillerie-Brigade stationiert.
„Sie haben sich Typen ausgesucht, die man in einer Army-Einheit findet“,
meint Lewis. „Da gibt es all diese unterschiedlichen Persönlich-keiten
und Charaktere. Man arbeitet gemeinsam, lernt sich allmählich besser
kennen... wie sie agieren, wofür sie sich interessieren. Das stärkt das
Gemeinschaftsgefühl und man wird zu einer echten Truppe.“
Auch
für die von Millers Vorgesetzem Lt. Col. Briggs kommandierte
Spezialtruppe wurden Irak-Veteranen engagiert. „Die
Sondereinsatzkommandos haben ein großes Selbstvertrauen und
notwendigerweise auch eine gewisse Arroganz, die einmalig sind. Sie sind
wirklich die Speerspitze“, sagt Jason Isaacs. „Ich habe meine gesamte
Zeit vor und hinter den Kameras mit meiner Truppe verbracht. Sie albern
herum und haben viel Galgenhumor, verfügen aber auch über die
Ernsthaftigkeit und den Gemeinschaftssinn, der daraus entsteht, dass man
Dinge ge-sehen und getan hat, die ich mir noch nicht einmal vorstellen
will. Ihre Ehrlichkeit war mir eine große Stütze.“
Zu Abrundung
der Besetzung rekrutierte man auch viele der Statisten aus den Reihen
der in Mildenhall und Lakenheath in Großbritannien stationierten
US-Truppen.
Zu seinem militärisch getunten Darstellerensemble
meint Regisseur Greengrass: „Meiner Meinung nach sind sie alle von
Millers Geschichte gepackt worden. Von der Tatsache, dass sich Miller
von seiner Einheit abwendet und sagt: ‚Ich will die Wahrheit finden und
ich werde sie finden... ganz egal, was da kommen mag.’ Das ist ein
großartiges Thriller-Werkzeug. Es ist ein gutes narratives Mittel, denn
man hat einen aktiven Helden, der entgegen aller Wahr-scheinlichkeiten
alles daran setzt, die Wahrheit aufzudecken.“
Realismus
garantiert: Die Berater der „Green Zone“
Ein Filmset von Paul
Greengrass ist eine bis ins kleinste Detail ausgefeilte Welt, die
dennoch flexibel bleibt. „Das Letzte, was wir wollten, war ein
vorhersehbarer Film“, meint der Regis-seur. „Ebenso wenig hatten wir
jemals vor, dem Publikum vorzuschreiben, was es denken oder fühlen soll.
Fünf Monate lang kamen wir an jedem einzelnen Tag zur Arbeit in der
Hoff-nung, eine packende Erfahrung zu verwirklichen, die die Zuschauer
dazu anregt, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen.“
„Es ist ein
höllisch hartes Thema“, fährt Greengrass fort. „Um überhaupt irgendeinen
Fort-schritt machen zu können, muss man die Fakten auf den Tisch leben.
Das haben wir ständig debattiert. Ich habe zu viele Kriege gesehen um
zu glauben, dass es einfache Antworten gibt, aber ich habe gelernt, dass
– wie vertrackt es auch sein mag – das Beste, was man tun kann, ist,
die Wahrheit zu sagen. Dazu gibt es eigentlich keine Alternative.“
Um
eine so authentische Erfahrung wie möglich zu gewährleisten, kam
Offizier Richard La-mont (Monty) Gonzales - ehemaliger MVW-Jäger mit 20
Jahren Erfahrung im Dienst der U.S. Army - als militärischer Berater der
Produktion mit an Bord. In dieser Funktion verfügte Mon-ty Gonzales
über das notwendige Verständnis für die Rolle von Roy Miller. Während
seiner Dienstzeit bei der 75th Field Artillery Brigade der Army (hier
eingesetzt als 75th Exploitation Task Force – auch XTF genannt) war
Gonzales der Leiter des Mobile Exploitation Team Al-pha (MET A). Die
Männer des MET A waren auch erfahrene
Massenvernichtungswaffen-Suchtrupps, und sie nannten Gonzales „Chief“.
Gonzales
war einer von nur einer Handvoll Personen, die dazu abkommandiert
wurden, bei Kriegsausbruch kleine mobile Einsatzkommandos zu befehligen.
„Das Jahr 2003 war das an-spruchsvollste in meiner gesamten Laufbahn,
wahrscheinlich auch in meinem ganzen Leben, und zwar wegen der Mission,
mit der wir beauftragt wurden und der Verantwortung, die auf unseren
Schultern lastete“, sagt er. „Aber wir sind mit rund 15 Männern
hineingegangen und kamen mit ebenso vielen wieder heraus, also haben wir
es hingekriegt.“
Zu überleben war ein Maßstab für Erfolg. Der
Abschluss der Mission der andere. „Als sich die Situation vor Ort stark
verändert hatte und nicht mehr das war, was wir erwartet hatten, sondern
sich als etwas ganz anderes herausstellte, war unsere Mission nicht
mehr die Suche nach Massenvernichtungswaffen, sondern die Suche nach der
Wahrheit“, sagt der Chief. „Denn im Laufe des Einsatzes wurde immer
deutlicher, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass wir noch irgendetwas
finden würden.“
Als Gonzales sich am Filmset zu „Green Zone“ zum
Einsatz meldete, fand er sich erneut in-mitten der Action wieder. Als
Filmneuling verbrachte er die meiste Zeit neben dem Monitor in
Besprechungen mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller, um
herauszuarbeiten, was ein echter Soldat in einer bestimmten Situation
wirklich tun würde.
Authentizität war das Gebot der Stunde, und
das erstreckte sich sowohl auf die dargestellten Ereignisse als auch auf
jedes Detail hinsichtlich der Soldaten, Fahrzeuge, Ausrüstung, Waffen
und anderer militärischer Elemente, die auf der Leinwand zu sehen sind.
„Es war uns sehr wichtig sicherzustellen, dass sich Monty und die
Soldaten mit dem Realitätsfaktor im Film identifizieren konnten“, meint
Greengrass. „Und zwar an jedem einzelnen Drehtag.“
Damon und
Gonzales standen in ständiger Verbindung, und der Schauspieler erkannte
sofort wie wertvoll es war, den Chief vor Ort zu haben. „Jede Frage, von
der einfachsten bis hin zur schwierigsten, konnte Monty aufgrund seiner
Erfahrung sehr fundiert beantworten“, sagt Da-mon. „Das ist wirklich
hilfreich wenn es darum geht, herauszufinden, was die Männer
durch-machten. Wir stellen grundsätzlich etliche ihrer eigenen
Erfahrungen im Irak nach. Ich hätte mir nichts Besseres wünschen können
als die Zusammenarbeit mit einem der echten Verant-wortlichen, der eines
der MET Teams auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen befeh-ligte.“
Der
Respekt und die Begeisterung beruhten auf Gegenseitigkeit. „Matt wollte
es unbedingt realistisch machen“, berichtet Gonzales. „Er war darauf
fokussiert, dass wenn er einen Solda-ten verkörpert, das der
bestmögliche Soldat sein sollte, den er auf der Leinwand zu zeigen
vermochte.“
U.S. Armee-Veteran Brian Siefkes spielt im Film
Keating, Millers rechte Hand in der „Green Zone“. 2003 gehörte Siefkes
ebenfalls einem Waffen-Suchtrupp im Irak an und arbeitete Seite an Seite
mit Gonzales. „Das, was man uns in diesem Film tun sieht, ist eine
akkurate Wieder-gabe dessen, was wir dort auch getan haben. Es ist genau
das, was wir erfahren haben“, sagt der aus dem US-Bundesstaat Oregon
gebürtige 28jährige.
Ordnung ins Chaos bringen: Schauplätze
und Design
Paul Greengrass und Produktionsdesigner Dominic
Watkins’ Team erschufen den Look und das Feeling von Bagdad im Jahr 2003
– sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sicherheits-zone – an
Drehorten in Spanien, Marokko und England.
Die Dreharbeiten
begannen am 10. Januar 2008 auf der Militärbasis von Los Alcázares, in
der spanischen Provinz Murcia, am südöstlichen Mittelmeer gelegen. Es
war ein relativ unkom-plizierter Drehbeginn für die Produktion, da die
Drehorte gut abgesichert waren und der milde Winter für ein sehr
angenehmes Klima sorgte.
Die Ausbildungsanlage von Los Alcázares,
die von der spanischen Luftwaffe geleitet wird, diente als Drehort für
Saddams ausgeplündertes Mukhabarat-Hauptquartier, außerdem für die
Außenaufnahmen von Saddams Palast der Republik und des kleineren Green
Zone Palace. Ebenfalls in Spanien wurden die Szenen mit dem MET D-Konvoy
gedreht, der unter einer Autobahnbrücke hindurch fährt und auf einer
vierspurigen Autobahn in einen Stau gerät, wäh-rend Menschenmassen in
Panik aus Bagdad flüchten. Die Verkehrsszenen wurden auf einer
brandneuen Autobahn in Murcia gedreht, die direkt nach Fertigstellung
noch nicht für den öffentlichen Verkehr in Betrieb genommen worden war.
Die
meisten Außenaufnahmen in „Green Zone“ wurde jedoch in Straßen in und
um die Stadt Rabat in Marokko gedreht, wo sich die Produktion für sieben
Wochen niederließ. Diese Küs-tenstadt am Atlantik ist seit 1956 die
Hauptstadt von Marokko.
Der Fluss Bou Regreg mündet neben Rabat
in den Atlantik; an der Flussmündung liegt direkt gegenüber Rabats
„Zwillings“-Stadt Salé, in der ebenfalls mehrere Tage und Nächte lang
ge-dreht wurde.
Die Dreharbeiten in Marokko begannen am 2.
Februar in Kenitra, 25 Meilen nördlich von Rabat. Kenitra fungiert im
Film als Diwaniya, einer angeblichen Lagerstätte für
Massenver-nichtungswaffen. Doch anstatt dort wirklich Waffen
aufzuspüren, findet der MET D-Konvoy unter Millers Leitung eine von
hunderten von Plünderern ausgezehrte Stadt vor.
Die
Plünderungs-Sequenz verlangte nach kontrolliertem Chaos, dem sich die
für den Film engagierten marokkanischen Statisten mit freudiger
Begeisterung hingaben. Kostümdesigner Sammy Sheldon und ihr Team
statteten rund 200 männliche Statisten für diesen Dreh aus. „Die
Richtlinie des Films war, sich an die Realität zu halten, und zwar für
jede beteiligte Fi-gur, seien es Iraker oder Amerikaner“, berichtet
Sheldon. „Paul mag den packenden Realis-mus voller Dreck und
Schweißflecken. Die Plünderer waren ältere und jüngere Männer, in sehr
staubiger und verschmutzter Kleidung, die außerdem ziemlich vermummt
waren, damit man sie im Fernsehen nicht erkennen sollte. Wir haben uns
an den altmodischeren, sportli-chen Stil gehalten, gemixt mit dem
traditionellen männlichen Dishdasha-Gewand, dazu Tur-bane und Tücher,
mit denen sie ihre Gesichter verbargen.“
Sheldon war, wie auch
das Kostüm-Team und die Darsteller sehr dankbar dafür, auf die
Mit-arbeit von ehemaligem Militärpersonal zählen zu können. „Ich habe
schon an anderen Filmen dieser Art mitgearbeitet, bei denen die meisten
Hauptdarsteller Schauspieler waren“, berichtet Sheldon. „Man legt ihnen
die gesamte Ausrüstung an, aber wenn sie dann eine Pause machen, legen
sie irgendetwas ab und lassen das Teil einfach liegen. Die MET D-Jungs
haben nie ir-gendetwas vergessen oder aus dem Blick verloren“, merkt sie
an, „und sie haben uns sehr gut beraten, wenn es darum ging, wie die
einzelnen Teile getragen werden.“
Die Fahrt des MET D-Konvoys
durch den Stau in Bagdad wurde im Laufe von zwei Tagen in Kenitra
gedreht. CBS News hatte Nachrichtenbilder eines ähnlichen Vorfalls in
Bagdad 2003 gesendet, gedreht vom britischen Kameramann Nick Turner und
dem damaligen CBS-News-Produzenten Bronner. Greengrass und sein Team
verwendeten dieses Material als Richtschnur für die Planung der
Filmsequenz. Zufällig war auch Kameramann Turner bei der
CBS-Nachrichtenmannschaft dabei, die das „Green Zone“-Filmset während
des Drehs dieser Szene besuchte.
Diese Sequenz wurde am Set „Bump
Street“ getauft und war für den Action-Fahrzeug-Koordinator Alex King
sowie den ersten Regieassistenten Chris Carreras eine große
Heraus-forderung. Ihre Teams organisierten rund 150 Fahrzeuge, die
ausgestattet, eingeschmutzt und so hergerichtet werden mussten, dass sie
aussahen, als würden sie in Bagdad fahren. Außer-dem mussten die Teams
die Autos dafür vorbereiten, von einem viereinhalb Tonnen wiegen-den
Humvee angefahren zu werden.
Die Kenitra Military Air Base, eine
ehemalige U.S. Naval Air Station, lieferte die Drehorte für die
Außenaufnahmen auf dem Saddam International Airport. Das Visual
Effects-Team voll-endete die Verwandlung von marokkanischen Drehorten zu
bekannten irakischen Schauplät-zen, darunter der Flughafen, Saddams
Palast der Republik und das Tor der Assassinen.
Für weniger
leicht zu erkennende Schauplätze bot Rabat genau die richtige
Atmosphäre: „Ra-bat wurde ausgewählt, weil es bestimmten Vierteln von
Bagdad am ähnlichsten ist“, sagt VFX-Supervisor Peter Chiang. „Die
Architektur und die Flachdächer gaben uns eine sehr gute Grundlage.“
Die
Nachtdrehs in Salé lösten bei Chandrasekaran weitere Déjà-Vus aus. Der
Journalist meint: „Es sah aus und fühlte sich an wie ein düsteres
Viertel von Adhamiya, einer sunnitischen Hochburg am östlichen Ufer des
Tigris.“
In Salé landeten und starteten ebenfalls mit Wirbel und
Radau die drei Hubschrauber des Sondereinsatzkommandos auf einem
Fußballfeld. Der von Briggs und seinen Männern ge-wählte Helikopter wäre
der Black Hawk gewesen, doch durch vorrangige Militäreinsätze stand
dieses Hubschrauber-Modell nicht zur Verfügung. Der Huey, ein
Standardvehikel im Vietnamkrieg, kommt der Erscheinung des Black Hawk am
nächsten; deshalb standen drei Hueys vor den Kameras und wurden in der
Nachbearbeitung zu Black Hawks umgewandelt.
Doch nicht jeder
Drehtag in Marokko war so schwierig. An etlichen Tagen und Nächten
fun-gierte ein teures Wohngebiet in Salé als das Mansour-Viertel, das
auch als „Beverly Hilly von Bagdad“ bekannt ist.
Mitte März
siedelte die Produktion nach London über und setzte dort eine breite
Palette von Drehorten ein. Die meisten Innenaufnahmen entstanden in der
Gegend von London sowie im angrenzenden Surrey. Die Szenen in den Sälen
von Saddams Palast der Republik wurden in der Freemasons’ Hall gedreht,
einem beeindruckenden Art-Deco-Gebäude in der Great Queen Street im
Londoner Covent Garden. Die Innenaufnahmen des Wettbüros der Rennbahn
von Sandown Park in Surrey wurde einer Metamorphose unterzogen, um in
die Hallen des Sad-dam International Airport verwandelt zu werden, der
verändert wurde, als die Streitkräfte 2003 dort ihr Hauptquartier
aufschlugen.
Uptown Court, ein niemals bewohntes Luxus-Anwesen in
Surrey, fungierte als zerstörtes Green Zone Palace, wo Miller und die
MET D-Truppe vorübergehend unterkommen. „Green Zone“ drehte ebenfalls im
Renaissance Hotel, ganz in der Nähre des berühmt-berüchtigten Terminals
5 des internationalen Flughafens Heathrow – und zwar genau am Tag der
chaoti-schen Eröffnung desselbigen.
In großen Werkshallen bei
QinetiQ, einer ehemaligen Fabrik in Surrey, wurden weitere angeb-liche
Lagerstätten für Massenvernichtungswaffen sowie das Gefängnis von Camp
Cropper eingerichtet. Die Innenräume von General Al-Rawis Haus, vom
Spezialeffekte-Team auf pneumatisch beweglichen Vorrichtungen montiert,
entstanden ebenfalls in den QinetiQ-Anlagen. Durch diese Apparatur
konnte das Set in gewaltige Erschütterungen versetzt werden, um die
Auswirkungen der Bomben zu simulieren, die in nächster Nähe einschlugen.
Saddams
sagenumwobenes Tunnel-Labyrinth, in dem ebenfalls Tonnen von
verborgenen Waffen vermutet wurden, war die Inspiration für einen der
Höhepunkte des Films, der inten-sive Schusswechsel in der „Green Zone“.
Die desolate Anlage von Millennium Mills in den Docklands von East
London wurde zum Schauplatz für diese Sequenz. „Wir recherchierten die
Taktik, derer sich irakische Soldaten bedienen würden, wenn sie in einem
sicheren Unter-schlupf unter Beschuss geraten wären“, erklärt
Stunt-Koordinator Markos Rounthwaite. „Sie kannten sich dort bestens
aus, und die US-Truppen hatten keine Ahnung, wie sie ihnen auf die Spur
kommen sollten.“
Von Humvees bis zu Helikoptern: Waffen und
Stunts
Vor Beginn der Dreharbeiten luden Simon Atheron und sein
Waffenexperten-Team die MET D-Besetzung in die Rüstungskammer ein. Dort
wählten sie die Ausrüstung aus, die sie im Irak eingesetzt hatten und
statteten die Waffe mit Sonderzubehör aus.
Die für Miller und das
MET D-Team gewählte Waffe war der M4-Karabiner. Nur Keating, gespielt
vom Army-Reservisten Brian Siefkes, scherte aus den Reihen aus und trug
einen M16 203 Granatenwerfer, die gleiche Waffe, die er auch im Irak
eingesetzt hatte. Die Waffenexper-ten hatten so genannte „practicals“,
also echte Waffen, für jedes Mitglied des MET D-Teams, ebenso wie die
nicht echten, so genannten „Airsoft“-Versionen der Waffen. Wenn an einem
bestimmten Drehtag nicht geschossen wurde, gab die Rüstungskammer nicht
die echten Waf-fen aus, denn die Airsoft-Versionen funktionierten sehr
gut. Selbstverständlich wurden die echten Waffen auch nur an die
Personen ausgegeben, die im Gebrach von Schusswaffen aus-gebildet wurde.
Der
MET D-Konvoy spiegelte genau das wider, was Gonzales und seine Einheit
im Irak ein-gesetzt hatten. „Die Zusammensetzung der Fahrzeuge, die Art
und Weise, wie die Truppe gruppiert wird, die Ausrüstung, die
Organisation – alles ist fast genau so wie es 2003 dort wirklich war“,
erklärt Gonzales.
Der „Helden-Konvoy“ bestand aus Millers
führendem Humvee, danach ein zweiter Humvee, ein großer M35-Truck, und
ein abschließender Humvee. „Das waren Underdog-Fahrzeuge“, merkt
Action-Fahrzeug-Koordinator King an. „Produktionsdesigner Dominic
Watkins wollte, dass sie weniger begehrenswert und schlecht ausgestattet
wirken.“
Genau wie bei realen Einsätzen personalisierten die MET
D-Jungs das Innere der Fahrzeuge mit Fotos. Sie gaben King auch
praktische Tipps, um die Action noch realistischer zu gestal-ten. „Sie
schlugen vor, alle Türen abzumontieren“, sagt er. „Das sind keine
gepanzerten Hum-vees, und wenn man wirklich Kontakt hat, bewirken die
Türen nichts weiter als dass sie einen daran hindern, schnell das
Fahrzeug zu verlassen.“
King kannte die Grenzen der Humvees und
wusste, dass sie einer Herausforderung gegenü-berstanden. „Wir mussten
immer die Szene berücksichtigen, in der sie in den Gegenverkehr
hineingeraten und andere Autos zur Seite schieben“, erklärt er. „Der
Humvee ist robust, aber seine Einzelteile fallen ab, wenn er in das Heck
eines anderen Fahrzeugs knallt. In den Doku-mentaraufnahmen haben wir
festgestellt, dass sie normalerweise etwas an der Front befestig-ten, um
einen improvisierten Aufprallschutz zu haben.“
Die Stuntarbeit
war für viele der Veteranen ganz selbstverständlich. „Einige der Jungs
haben unglaublich viel Erfahrung“, meint Gonzales. „Wenn sie einen Feind
angreifen, ihn zu Boden ringen, durchsuchen und ihm Handschellen
anlegen sollten, also das tun, was man mit Gefan-genen eben so tat, dann
brauchten wir überhaupt keine Proben. Diese Jungs haben das alles schon
100 Mal gemacht. Sie tun es einfach.“
Jason Isaacs musste mit
eben diesen Jungs Schritt halten. „Ich habe mich aus sehr alten
Hub-schraubern hinausgehängt – nur gesichert durch ein Seil, das für
mich so dünn wie Zahnseide aussah...“, scherzt er. „Anders als in
anderen Filmen wäre es hier schon peinlich vorzuschla-gen, jemand
anderes für den Stunt einzusetzen – denn ich bin umgeben von den
furchtlosesten Männern, die ich jemals getroffen habe. Dann stellte sich
heraus, dass sie aber ebenfalls starr vor Angst waren – aber sie
dachten, ich wüsste irgendetwas, das sie nicht wussten...“
