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The Green Zone Film Trailer

FSK Film: 16 | Länge: 115 Min | Kinostart: 18.03.2010 | Release: 29.07.2010 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Matt Damon, Jason Isaacs, Brendan Gleeson, Greg Kinnear, Amy Ryan, Lawrie Dayne, Khalid Abdalla, Michael O'Neill, Antoni Corone, Yigal Naor, Said Faraj, Martin McDougall

Die Story:US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team sind kurz nach der Eroberung Bagdads 2003 in den besetzten Gebieten im Einsatz. Um einer gefährlichen Spur zu folgen, müssen sie die Sicherheit der so genannten Green Zone weit hinter sich lassen. Doch der Einsatz läuft nicht wie geplant und bald kommen Zweifel auf, die das eigentliche Ziel in Frage stellen. Gemeinsam mit der Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan) deckt Miller eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Er wird zum Gejagten und inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit und ums Überleben.

Hintergrund:Basierend auf Rajiv Chandrasekarans preisgekröntem Buch bietet der Film einen Blick hinter die Kulissen der Irakbesatzung. Paul Greengrass ist mit Green Zone eine haut- und realitätsnahe Actionachterbahnfahrt gelungen - ein knallharter, atemloser Polit- und Agentenkrimi, bei dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wahrheit genauso verschwimmen wie die zwischen Feind und Freund.

Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: DTS, Dolby Digital, SDDS



Die deutschen Synchronsprecher:
Matt Damon - Simon Jäger
Greg Kinnear - Bernd Vollbrecht
Brendan Gleeson - Axel Lutter
Amy Ryan - Claudia Urbschat-Mingues
Khalid Abdalla - Imtiaz-ul Haque
Jason Isaacs - Gerald Paradies

Langinhalt:
Ein einsamer Kämpfer hat nur noch eine Möglichkeit: sich aus der sicheren Deckung heraus-zuwagen, um die verborgene Wahrheit aufzudecken. Bagdad, im Frühjahr 2003. US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team sind abkommandiert worden, um nach den Massenvernichtungswaffen zu suchen, die angeblich in der irakischen Wüste verborgen liegen. Auf der Suche nach tödlichen chemischen Stoffen müssen die Soldaten die Sicherheit der sogenannte „Green Zone“ verlassen und geraten so von einem höchst gefährlichen, mit Minen und Sprengfallen übersäten Gebiet ins nächste. Nur durch Zufall stolpern sie dabei über ein raffiniertes Tarnmanöver, das nun das eigentliche Ziel ihrer Mission in Frage stellt.

Wie sich bald herausstellt, werden Miller und seine Leute von rivalisierenden CIA-Agenten - darunter der zwielichtige Sonderbeauftragte des Pentagons Clark Poundstone (Greg Kinnear) - zu ziemlich fadenscheinigen Einsätzen hinbefohlen und dadurch an vorderster Front fast auf-gerieben. Miller erkennt, dass er auf eigene Faust handeln muss, wenn er die verfahrene Situa-tion aufklären will.

Mit einer Handvoll loyaler Männer beginnt er nun sich auf fremdem und extrem feindlichem Terrain durch geschickt verdeckte und infam verfälschte Spionageopera-tionen hindurchzukämpfen. Unbeirrt sucht er so nach den Antworten, die entweder ein verbrecherisches Regime entlasten oder den Krieg in einer instabilen Region eskalieren lassen werden. In dieser heißen Phase inmitten eines Klimas von hochexplosiver Gewalt wird er schnell feststellen, dass die am schwersten zu handhabende Waffe die Wahrheit ist.

Gemeinsam mit der Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan), die von Bagdad aus über den Irak-Krieg berichten soll, deckt Miller nach und nach eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er selbst ins Fadenkreuz seiner Widersacher gerät und zum Abschuss freigegeben wird. Da setzt Miller alles auf eine Karte. Inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit - und ums Überleben.

Die Mission beginnt: Grünes Licht für „Green Zone“
Als der Regisseur und Produzent Paul Greengrass beabsichtigte, sich in die Welt von „Green Zone“ hineinzuwagen, wusste er sehr genau, dass er mit seinem nächsten Film das Publikum unmittelbar packen wollte – und zwar mit einem hochkarätigen Thriller, der mit sämtlichen authentischen Details eines Kriegsgebiets aufwarten sollte. „Dies ist kein Film über den Krieg im Irak“, betont der Filmemacher. „Es ist ein Thriller, der im Irak spielt, und das ist ein ganz anderer Ausgangspunkt. Meiner Erfahrung nach sind Thriller dann am besten, wenn sie in sehr extremen Umgebungen spielen, in denen die moralischen Fragen ganz akut werden.“

Durch seine rasanten und spannungsgeladenen Action-Thriller machte Greengrass im Laufe der letzten zehn Jahre von sich reden. Mit den letzten zwei „Bourne“-Filme unter seiner Regie gelang eine seltene Errungenschaft: er war fähig, sowohl die Kritiker als auch die Zuschauer weltweit zu begeistern. Ebenso gut ist der Filmemacher jedoch für seine mitreißenden und akkurat recherchierten Dramen bekannt.

Mit „Flug 93“, der Geschichte der mutigen Passagiere und Besatzungsmitglieder, die sich am 11. September gegen die Entführer-Terroristen auflehnten, erwies Greengrass nicht nur dem Gedenken an die Helden, die an jenem Tag ihr Leben verloren, alle Ehre, sondern erschuf auch einen kraftvollen dramatischen Thriller. Dafür wurde ihm 2007 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie zuteil, von der Writers Guild of America außerdem eine Nomi-nierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch sowie der David Lean Award des BAFTA in der Kategorie Regie. Auch sein Spielfilm „Bloody Sunday“ (2002), der von der brutalen Ermordung von 13 Bürgerrechtlern in Nordirland erzählt, wurde sowohl auf der Berlinale als auch auf dem Sundance Film Festival mit Preisen ausgezeichnet.

Viele Kinozuschauer sind sich vielleicht dessen gar nicht bewusst, dass Greengrass seine Laufbahn mit der Berichterstattung über globale Konflikte für den britischen Sender ITV be-gann. Im Laufe jener zehn Jahre reiste er in Kriegsgebiete weltweit und berichtete hautnah über packende Stories. Auch nachdem er sich auf fiktive dramatische Stoffe verlegt hatte, lotete er in seinen Filmen dennoch stets zeitgenössische Ereignisse aus. Durch die Mischung der rigorosen Disziplin eines Dokumentarfilmers mit dem Feingefühl eines Filmemachers für Strukturen und erzählerische Elemente erhöhte er noch die Wirkung, die seine Projekte entfal-ten. Produzent Lloyd Levin erklärt: „Paul hat ein hoch entwickeltes Gespür dafür, wie man jeden Aspekt einer Geschichte zum Leben erweckt. Er erschafft die jeweils möglichst drama-tische Version der Realität.“

Zwischen den beiden „Bourne“-Blockbustern mit Matt Damon in der Hauptrolle als von Am-nesie geplagter Agent Jason Bourne war Greengrass als Autor, Produzent und Regisseur von „Flug 93“ aktiv. Dieses eindrucksvolle Projekt war für das gesamte Team eine zutiefst befrie-digende Erfahrung, und so konnten es Greengrass sowie die Produzenten Tim Bevan, Eric Fellner und Lloyd Levin kaum abwarten, bald ein neues Projekt zusammen zu realisieren. „Dieses Mal beschlossen wir, einen größeren Film zu machen, der aber dennoch vor einer realistischen Kulisse spielen sollte“, sagt Bevan. „Das war unser Ausgangspunkt.“

Greengrass wandte sich als erstes an Drehbuchautor Brian Helgeland, mit dem er bereits an „Die Bourne Verschwörung“ zusammengearbeitet hatte. Gemeinsam begannen sie, Ideen aus-zutauschen, um sich dann auf die Entwicklung eines Thrillers zu konzentrieren, dessen zentra-les Thema die fehlgeschlagene Suche nach Massenvernichtungswaffen (MVW) war. Im Laufe dieser Entwicklung bezogen sie dann auch die aktive Zusammenarbeit mit vielen Teilnehmern am irakischen Drama mit ein, darunter Schlüsselpersönlichkeiten der echten Jagd nach Mas-senvernichtungswaffen, zwei Dutzend Kriegsveteranen der US-Streitkräfte, die im Irak einge-setzt waren, ein halbes Dutzend hochrangiger ehemaliger CIA-Mitarbeiter, die aus erster Hand Erfahrungen gesammelt hatten, sowie der Chef einer paramilitärischen CIA-Elite-Truppe, die etliche der „Most Wanted“ – also der meistgesuchten Zielpersonen – im Irak zur Strecke ge-bracht hatte.

Später las Greengrass das Buch des ehemaligen Leiters des Korrespondenten-Büros der Wa-shington Post in Bagdad, Rajiv Chandrasekaran, nämlich den Sachbuch-Bestseller „Imperial Life in the Emerald City: Inside Iraq’s Green Zone“. Chandrasekaran berichtete direkt aus erster Hand aus Bagdad über die Waffeninspektionen der UNO, wurde mit dem Overseas Press Club Book Award, dem Ron Ridenour Prize und dem britischen Samuel Johnson Prize ausgezeichnet und war einer der Finalisten für den National Book Award. Sein gefeiertes Ent-hüllungsbuch diente als Fenster für Einblicke hinter die Kulissen der „Green Zone“.

Levin fasst den kreativen Prozess zusammen: „Pauls und Brians Zusammenarbeit hat den ge-samten Ablauf dynamisch vorangetrieben. Sie wussten, was sie wollten; der MVW-Jäger soll-te die Hauptfigur sein. Als Paul dann aber das Buch The Imperial Life gelesen hatte, machte es großen Eindruck auf ihn und vervollständigte somit das Puzzle der Green Zone.“

Als sich das Projekt weiterentwickelte, wurde sich Greengrass dessen bewusst, dass dieser Stoff genau die richtige Mischung für seine eigenen Empfindungen sowie die seines häufigen Hauptdarstellers Damon darstellte. Greengrass sagt: „Als Matt und ich „Das Bourne Ultima-tum“ abgedreht hatten, setzten wir uns zusammen, um unser nächstes Projekt zu besprechen. Es war eindeutig, dass der gefährlichste Ort der Welt zu jenem Zeitpunkt Bagdad war. Und genauso offensichtlich war es für uns, dass die Herausforderung darin liegen würde, dort einen authentischen und glaubwürdigen Thriller spielen zu lassen.“

„Thriller sprechen eine Sprache, die die Zuschauer verstehen“, meint Greengrass. „Die Men-schen gehen doch ins Kino um an Orte geführt zu werden, in die sie nur das Kino bringen kann. Das können fantastische Welten sein oder packende, reale Schauplätze, die man aus den Fernsehnachrichten kennt. Das Kino aber kann uns auf eine Weise dort hineinversetzen, wie es die TV-Nachrichten eben nicht können.“

„Sowohl für Matt als auch für mich bestand unsere kreative Mission in der Frage, ob wir ei-nen Film erschaffen können, der in jeder Hinsicht genauso packend, action-geladen, aufre-gend, geheimnisvoll ist und einen privilegierten Insiderblick auf eine geheime Welt liefert, wie es die „Bourne“-Filme taten – und ob wir das auch in dem extremen Umfeld der Innen-stadt von Bagdad schaffen können, in der Zeit jener verzweifelter Wochen unmittelbar nach der Invasion. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass das Kinopublikum diese Frage mit „Ja, sie können es“ beantworten wird.“

Für „Green Zone“ arbeitete Greengrass mit Helgeland zusammen, um eine dramatische Story zu entwickeln, die in einer Phase historischer Ereignisse spielt. Ihre Mission: Das Kinopubli-kum in die exotischen Wüsten des Irak zu versetzen, ihnen den Ausblick vom Vordersitz in Roy Millers Humvee zu zeigen. Zu den Schauplätzen gehören auch die besetzen Innenräume von Saddams Palast der Republik - wo die von den USA eingesetzte Übergangsregierung ver-suchte, die Ordnung im Land wiederherzustellen – sowie die düsteren Straßen und Gassen, in denen die Agenten auf der Jagd nach den meistgesuchten Zielpersonen im Irak waren.

Helgeland entwarf ein Drehbuch, in dem ein MVW-Suchtrupp mit nur einem Ziel in den Irak kommt: Waffen zu finden und Leben zu retten. Miller ist seiner Mission und seinem Team loyal verpflichtet und macht sich auf die Suche nach den Verantwortlichen, die mutmaßlich solche Waffen produziert haben und möglicherweise auch zum Einsatz bringen wollen. Seine Zielsetzung? Die Verantwortlichen zu fassen und dafür zu sorgen, dass der Gerechtigkeit Ge-nüge getan wird. Miller wird mitgeteilt, dass ein Informant mit dem Decknamen Magellan noch vor dem Krieg an US-Offiziere gemeldet und versichert hätte, dass solche Waffen tat-sächlich existieren würden und Hussein bereit wäre, sie sogar gegen sein eigenes Volk und jeden Verräter einzusetzen. Doch das, was Miller aufspürt, zeichnet ein ganz anderes Bild.

Der Drehbuchautor entwarf eine Geschichte, in der sein Protagonist beginnt, die vom Nach-richtendienst übermittelten Informationen bezüglich der angeblichen Standorte von Massen-vernichtungswaffen zu hinterfragen: Sämtliche angegebene Objekte bergen nichts. Miller be-kommt über die offiziellen Kanäle keinerlei Antworten, doch inoffizielle Treffen mit einem alt gedienten CIA-Agenten, einem irakischen Zivilisten und einem Journalisten führen Miller auf die Spur von Magellan – und in einen Konflikt mit dem Leiter des Verteidigungsministe-riums - einem Zivilisten - sowie mit einem einen Offizier der Sondereinsatztruppen und einer undurchsichtigen Riege ehemals einflussreicher Iraker, die jeweils ganz eigene Ziele verfol-gen.

Die Schauspieler werden rekrutiert: Die Besetzung des Action-Thrillers
Schon bald nach Abschluss der Dreharbeiten zu ihrem zweiten gemeinsamen Film stimmte Matt Damon zu, ein drittes Projekt mit seinem Regisseur aus „Die Bourne Verschwörung“ und „Das Bourne Ultimatum“ zu drehen: „Die Arbeit mit Paul ist ein sehr dynamisierender Prozess, denn er besteht darauf, für die Kamera etwas echtes einzufangen“, erläutert Damon. „Wenn man seine anderen Werke kennt, ist das nicht überraschend. Schon in „Bloody Sun-day“ gibt es keinen einzigen künstlichen Augenblick, es wird keine persönliche Agenda ver-folgt. „Flug 93“ vibriert vor Spannung, als die Personen die Situation erfassen, der sie ausge-setzt sind. Paul möchte die Zuschauer diese Realität und die Spannung gemeinsam mit den Protagonisten spüren lassen.“

Die Gelegenheit, erneut mit seinem langjährigen Freund zusammenzuarbeiten, war aber nicht Damons einzige Motivation, um auch an „Green Zone“ teilnehmen zu wollen. Er erklärt: „Zu-sätzlich zu der Arbeit mit Paul, den ich sehr bewundere und dessen Filme ich sehr mag, war für mich ausschlaggebend, dass ich dabei die Chance hatte, mit einer Reihe von Veteranen zusammenzuarbeiten, die gerade aus dem Irak und Afghanistan zurückgekehrt waren. Sie wa-ren diejenigen, die unsere Besetzung wirklich ausmachten. Sie halfen dabei, eine Umgebung zu erschaffen, die sehr authentisch wirkte. Mit Menschen zusammen zu sein, die derart wach-sam sind und diese Situationen schon selbst erlebt haben, ist für einen Schauspieler von un-schätzbarem Wert.“

In der Rolle als Offizier Roy Miller verkörpert Damon einen Berufssoldaten, der 1990 schon im Golfkrieg im Einsatz war und nun in einem sehr veränderten Irak im Dienst ist. Er kehrt 2003 in das Gebiet zurück, um eine Truppe anzuführen, die nach Massenvernichtungswaffen sucht – bekannt unter der Abkürzung „MET D“, die für Mobile Exploitation Team Delta steht. Sein Team hat ein klares Ziel: eine lange Liste mutmaßlicher Lagerstätten von MVW abzuarbeiten.

Ganz ähnlich wie Jason Bourne will auch Roy Miller nur die Wahrheit innerhalb seiner prekä-ren Lage aufdecken. Damon meint zur Motivation der von ihm gespielten Figur: „Miller ist praktisch besessen davon herauszufinden, was sich wirklich abspielt, und will der Wahrheit auf den Grund gehen. Er lässt sich versetzen, um für den Leiter der CIA in Bagdad zu arbei-ten, um so herauszufinden, wo die Waffen nun wirklich verborgen sind... wenn sie überhaupt jemals existiert haben.“

Greengrass fügt hinzu: „Miller ist ein Mann der Tat, der diese Frustration verspürt, die immer weiter verstärkt wird, weil sie keinerlei Waffen finden. Dann gibt ihm plötzlich jemand die Möglichkeit, etwas zu tun. Diese Gelegenheit ergreift er, denn er will seinen Job machen.“

Der Filmemacher war glücklich darüber, dass der Schauspieler – den Greengrass in der Lon-doner U-Bahn-Station von Waterloo beinahe mit der U-Bahn überfahren und in der Altstadt von Tanger auf halsbrecherische Jagd über die Dächer geschickt hatte - nun einverstanden war, sich ihm als Regisseur auch für ein drittes gemeinsames Projekt anzuvertrauen.

„Matt treibt diesen Film mit einer großartigen Performance an“, sagt der Regisseur. „Das ist genau die Art von Rolle, in der ihn die Leute gerne sehen möchten. Er gehört zu den körper-lich engagiertesten Schauspielern der Welt. Wenn man Matt in einem großen Action-Thriller besetzt, zieht er die Aufmerksamkeit auf sich, denn man weiß genau, dass er in aufregende Situationen geraten wird – denn er ist wild entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, und er hat den Mut dazu. Also wird er rennen, springen, jagen und kämpfen, all diese Dinge tun, die man Matt Damon tun sehen will. Aber er tut das alles mit viel Souveränität, Klasse und Integrität, und erzählt dabei eine tolle Geschichte.“

In der Rolle als Millers Gegenspieler, dem Pentagon-Agenten Clark Poundstone, sehen wir Greg Kinnear. Der Schauspieler gewöhnte sich schnell an Greengrass’ einzigartigen Stil, den Darstellern auch Raum für Improvisation zu geben; auch Kinnears Schauspielkollege war dabei sehr hilfreich. „Matt hat mich beraten, wie das alles laufen würde“, berichtet Kinnear. „Es ist schon ein großer Unterschied im Vergleich mit herkömmlichen Filmsets. Während man sich daran anpasst, beginnt man festzustellen, wie aufregend und unvorhersehbar der Ablauf wirklich ist.“

Der Pentagon-Agent ist augenscheinlich in den Irak gereist um den Schaden wieder gut zu machen, der dort angerichtet worden ist; für seine Zwecke ist ihm jedes Mittel recht. „Poundstone glaubt, dass man dieses Gebiet schnell wieder in Ordnung bringen kann, und dass es um dieses Ziel geht, egal welche Mittel man dafür einsetzt“, berichtet Kinnear. „Die Geschichte offenbart unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen, und durch Pauls Ar-beitsweise kommt jeder der verschiedenen Gesichtspunkte zur Geltung.“

Der aus Irland stammende Brendan Gleeson wurde von den Filmemachern engagiert um Mar-tin Brown zu spielen, den Chef der CIA-Niederlassung, an den sich Roy Miller wendet als er glaubt, er könne niemandem mehr vertrauen. Greengrass sagt lachend über diese Figur: „Aus meiner Sicht ist es gut, einen CIA-Agenten zu haben, der zu den Guten gehört – besonders nach den „Bourne“-Filmen.“

Die Journalistin, die unwissentlich als Poundstones „Pressesprecherin“ dient, ist die promi-nente Wall Street Journal-Mitarbeiterin Lawrie Dayne. Für diese Rolle besetzten die Filme-macher Amy Ryan, die vielen Zuschauern durch ihre hoch gelobte Spielfilmpremiere in „Go-ne Baby Gone – Kein Kinderspiel“ bekannt wurde. Im Frühling 2003 ist Journalistin Dayne zu einer Expertin für das Thema „chemische Kriegsführung“ geworden und arbeitet innerhalb der „Green Zone“, wo sie der Doppelagent Poundstone mit (falschen) Informationen versorgt.

Greengrass ermutigte die Schauspieler dazu, in der Darstellung ihrer Figuren stets flexibel zu bleiben, und Ryan hatte für die Figur der Journalistin einen ganz spezifischen Ansatz. Die Schauspielerin erklärt: „Lawrie hat die meiste Zeit in ihrer Laufbahn damit verbracht, über Massenvernichtungswaffen zu schreiben. Jetzt befindet sie sich im Irak in einer Situation, in der sie nach Antworten auf etwas sucht, an das sie während ihrer gesamten beruflichen Tätig-keit immer geglaubt hat. Dies soll der wichtigste Moment in ihrer Karriere werden: sie will vor Ort sein, wenn – und falls – die Waffen gefunden werden.“

Für die Rolle des Freddy, einen arbeitslosen irakischen Veteranen, der eine Beinprothese trägt und sich auch noch mit einem heruntergekommenen Toyota Corolla herumschlägt, wurde Khalid Abdalla engagiert. Der aus Schottland stammende Schauspieler, dessen Eltern ur-sprünglich aus Ägypten stammen, arbeitete bereits in „Flug 93“ mit Regisseur Greengrass zusammen und spielte die Rolle des Entführers Ziad Jarrah. „Als ich von „Flug 93“ erfuhr, wollte ich ursprünglich nichts damit zu tun haben“, gibt Abdalla zu. „Ich hörte, dass das ein Film über den 11. September werden sollte, und dachte: ‚Nein, danke.’ Aber dann fand ich heraus, dass Paul die Regie führte, und ich sah „Bloody Sunday“ und lernte Paul persönlich kennen. Da wurde mir klar, dass er einen Film auf die richtige Weise machen wolle, und dass er ein außergewöhnlicher Mensch ist, dem ich vertrauen kann. Die Arbeit mit Paul ist so, als wäre man auf einer Vulkaninsel, und ich bin vollkommen begeistert.“

Freddy gibt Miller den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich etliche hochrangige Mitglie-der der Baath-Partei aufhalten, nach denen Miller sucht – und bringt damit den Stein in der „Green Zone“ ins Rollen. „Freddy ist einer der vielen Iraker, die glücklich waren, Saddam stürzen zu sehen; wie viele andere ist auch er anfangs bereit darauf zu hoffen, dass die Dinge nun besser werden“, meint Abdalla. „Freddy ist zwar nicht gerade der irakische Jedermann, aber er ist ein Mann von der Straße, und die wichtigste irakische Figur, die wir im Film be-gleiten.“

Dann wird Freddy als Dolmetscher für Millers MET D-Truppe eingesetzt. Doch die Vermitt-lung der höchst spezifischen technischen Fachausdrücke und die regionalen Sprachgepflogen-heiten waren eine Herausforderung für Abdalla, obwohl er fließend Arabisch spricht: „Die Welt, in der dieser Film spielt, ist sehr realistisch“, meint Abdalla. „Man bekommt den Irak auf eine Weise zu sehen, wie es nicht viele Menschen sehen können. Mein Berater ist im Irak aufgewachsen und war auch über die meiste Kriegszeit hinweg in Bagdad; über ihn haben wir von etlichen Geschichten erfahren, die wir so nicht erwartet hätten.“

Der britische Schauspieler Jason Isaacs kam in der Rolle als Lt. Col. Briggs an Bord, also als Leiter des Sondereinsatzkommandos, das Miller in die Schranken weisen soll. Der Schauspie-ler wusste die strenge akademische Disziplin zu schätzen, die in einen Greengrass-Film ein-fließt: „Pauls Filme sind akkurat recherchiert“, meint Isaacs. „Er ist von einem herausragen-den Team umgeben, und man übergab mir ein dickes Paket mit Dokumentaraufnahmen, You-Tube-Videos, Audioclips und Büchern für meine eigene Vorbereitung. Obwohl das natürlich sehr hilfreich war, wurde es aber von der menschlichen Unterstützung am Set noch weit über-troffen.“

In der „Green Zone“ wird die Zerschlagung der irakischen Armee (im Originalzitat „wiping the state clean“, also „die Säuberung des Landes“) auf einer übervollen Pressekonferenz von Kinnear als Poundstone bekannt gegeben. Gemeinsam mit Ryan und Dutzenden von Statisten, die Journalisten spielen, stand auch Rajiv Chandrasekaran vor der Kamera, ebenso wie der ehemalige CBS-Nachrichtensprecher und Co-Produzent Michael Bronner. Beide hatten 2003 persönlich ähnlichen Anlässen beigewohnt und stellen nun auf der Leinwand entsprechende Fragen. Bronner, der während des Krieges für CBS News/60 Minutes in Bagdad arbeitete, schloss sich der Filmproduktion an, um für Greengrass Recherchen durchzuführen.

„In der Sicherheitszone habe ich damals an unzähligen Press-Briefings teilgenommen“, be-richtet Chandrasekaran. „Manche von uns benutzen dafür einen alten Spitznamen, den die Presseleute während des Vietnamkrieges in Saigon geprägt hatten: die ‚five o’clock follies’, also der ‚Fünf-Uhr-Blödsinn’. Denn die Realität, die von offizieller Seite hinter dem Podium in der „Green Zone“ vermittelt wurde, unterschied sich sehr stark von der echten Situation dort draußen.“

Bronner leitete für „Green Zone“ die Recherchen zum Thema Massenvernichtungswaffen. „Jeder Soldat, mit dem ich sprach, gehörte zu den Suchtrupps, und jeder CIA- und DIA-Mitarbeiter, der mit der ersten Welle einreiste, war damals davon überzeugt, dass solche Waf-fen dort zu finden sein würden“, erinnert sich Bronner. „Sie waren wohl nicht wirklich der Meinung, dass Saddam demnächst eine Atombombe auf Amerika abwerfen würde – aber so-gar ich selbst dachte, dass Saddam zumindest irgendwelche chemischen Waffen hätte, die er gegen die Truppen einsetzen könnte. Jeder war vollkommen platt, als man nichts fand. In manchen Fällen verfügte man ja über sehr detaillierte Angaben, aber die stimmten eben nicht. Wie konnte man so detaillierte Informationen haben, die aber gar nicht der Wahrheit entspra-chen? Das ist schon eine wichtige Frage; dieses Geheimnis treibt den Protagonisten dazu, immer weiter zu suchen und die Wahrheit aufzudecken.“


Eure Meinung zu "The Green Zone"



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Eure Kommentare zu "The Green Zone":

Luke Sieht gut aus, gehe ihn schauen, aber macht doch am Bourne weiter!

nodal wie so oft, keine grosses kino, aber hat das potential, die optik, paul + mat wiedervereint inkl teilen der bourne crew ... möchte ich auf jeden fall sehen, die beiden haben bis jetzt nix gross versaut, eher im gegenteil

Jan Viele der Trailerszenen sind nicht im Film enthalten

Steven Endlich ma wieder ein Film der der Realität im Nahen Osten ziemlich nahe steht!!!

greenz0ne intelligentes actionkino vom feinsten - top!!!

Zickler Endlich kommt die Wahrheit ans licht. nur Korruption und um Öl

Jan Klingt spannend. Bourne hin oder her. Aber das scheint wieder ein typische USA Film zu sein. Tolles Militär, tolle Waffen, Präsenz zeigen, wie der Krieg im Irak wirklich ist, die USA sind die guten....blablabla. Typisch Amerika halt. Aber da ich Matt Damon und die Bourne Filme mag, werd ich mir diesen auch ansehen!

Mug Mischung aus Bourne und operation kingdom . Funzt zur Zeit doch super. USA; USA, USA. wenn wir die Sherrifs nicht hätten. Naja spannend ists ja wie immer. Ich glaub Mat wird ma wieder die Welt von der korupten CIA dudes säubern.

PIRATE Hey Bourne war komplett scheisse, aber der hier macht nen geilen Eindruck.

Don Greengrass hat die letzten beiden Bourne-Teile kameratechnisch verhunzt. Auch dieser wird wieder scheiße.

green zone bestimmt interessant. gehe bestimmt im kino gucken

hanspeter Das Buch von Herrn Chandrasekarans wird im englischen in der Kategorie "NONFICTION" geführt...!

LaJusch Nach "der Informant" konnte er sich wohl hier den an gefressenen Speck wieder ab trainieren.

Mopheus Die geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor...... warte achja Der mann dier niemals lebte.

Neo Hmm, Jason Bourne heisst nun Roy Miller, ansonsten ändert sich anscheinend nichts. Einer will das richtige tun, aber tut in den Augen anderer das falsche. Er wird gejagt, aber er dreht den Spieß um und wird wieder zur Ein-Mann-Armee! Die Bourne-Akte fand ich einfach super-spannend und habe sie auch auf DVD, doch hierbei hätten die sich echt mal was neues einfallen lassen können! Schade, ich mag Matt Damon als Schauspieler gerne sehen, doch ich finde....na ja, er kann mehr, als nur stupide Action machen! Anschauen werde ich ihn mir trotzdem mal, vielleicht taugt er ja doch irgendwas, obwohl mich die Thematik irgendwie nicht so sonderlich reizt!

B. Scheuert 2010 sieht doch gleich viel besser aus :P

B. Scheuert na, das mit 15.04.2009 Kinostart kommt aber nicht ganz hin ;) Aber der Trailer schaut trotzdem recht gut aus :) freue mich schon drauf

Gansch ned schlecht

 




♥: Anspruchsvoll, authentisch, actionreich. Das Team der Bourne-Filme in Hochform
−: Das Ende ist absehbar

DIE STORY
Mission Accomplished – Während US-Präsident Bush sich im Frühjahr 2003 als Sieger im Irakkrieg feiern lässt, hat der Einsatz für die Soldaten am Boden erst begonnen. Roy Miller und sein Team rücken jeden Tag aus, um die Massenvernichtungswaffen aufzuspüren, die Saddam Hussein irgendwo gebunkert haben soll. Aber jeder Einsatz endet mit einer Enttäuschung. Das ist nicht nur frustrierend sondern für die Männer auch lebensgefährlich. Denn während sich die Befehlshaber in der massiv gesicherten Green Zone an mondänen Poolanlagen die Zeit vertreiben, müssen Millers Soldaten das Luxusghetto immer wieder verlassen. Dabei fahren sie durch ein Land, dass immer mehr im Chaos versinkt. Aber Miller ist nicht der Mann, der sich damit abfindet, verheizt zu werden. Zunehmend zweifelt er an den Einsatzbefehlen – und an den anonymen Quellen der Geheimdienste, die sie immer wieder ins Leere laufen lassen. Der Agent Martin Brown bestätigt seinen Verdacht. Andere Kräfte haben dagegen gar kein Interesse, dass die Wahrheit ans Licht kommt. So gerät Miller in einen Machtkampf zwischen Regierungsberatern und Agenten. Dabei geht es nicht nur um das Image der US-Regierung sondern auch um die Zukunft des Irak. Allmählich wird Miller klar: Der wirkliche Irakkrieg hat gerade erst begonnen.


DER KICK
Wer schon früher über den Stil der Bourne-Filme genörgelt hat, der wird hier auch kein Vergnügen haben. Regisseur Paul Greengrass bleibt seinem Stil treu. Und warum sollte er auch nicht. Der gezielte Einsatz der oft gescholtenen Wackelkamera passt hier einfach zum Thema und vermittelt das Gefühl der Gefahr und der unkontrollierbaren Situation im Irak sehr gut. Green Zone ist der Film der Ridley Scotts Der Mann der niemals lebte gerne geworden wäre. Ein spannender, realistischer Blick auf das Chaos , das die USA im Irak angerichtet haben. Wie eine Mischung aus Black Hawk Down und Die Bourne-Verschwörung, allerdings mit mehr Handlung. Nach dem Oscar-Erfolg von Tödliches Kommando – Hurt Locker ist ein Vergleich unausweichlich. Beide Filme zeigen den Krieg im Irak, und betonen die Sinnlosigkeit des Einsatzes. Hurt Locker ist jedoch trotz aller Spannung und Action eher ein Charakterdrama, dass die Probleme der Protagonisten behandelt. Green Zone ist dagegen ein Politthriller – mit hohem Action-Anteil. Roy Miller und sein Team sind Schachfiguren in einem globalen Machtkampf. Frustrierte Schachfiguren, aber eben nicht besonders nuanciert. Besonders nahe - und das ist neu - geht einem die Rolle eines irakischen Zivilisten, der das Richtige tun will indem er die US-Soldaten zu einer Gruppe Saddamtreuer Generäle führt. Aber dabei stellt er fest, dass sein Leben in diesem Konflikt nicht all zu viel wert ist. Da fragt man sich schon, wie man selbst gehandelt hätte. Die Aufmerksamkeit gilt aber vor allem den komplizierten Verhältnissen im Irak direkt nach dem Krieg. Und das ist spannend genug. Was den Thrill ein bißchen dämpft, ist der Umstand, dass politisch informierte Menschen wissen, wie das Ganze ausgeht. Die Story wurde von zwei absoluten Experten geschrieben – einerseits Rajiv Chandrasekaran, hochrangiger Journalist der Washington Post und daher exzellenter Kenner der Vorgänge im Irak und in der US-Regierung und Brian Helgeland, Autor und Drehbuchautor (L.A. Confidential, Payback, Verschwörungstheorie, und Ridley Scotts Robin Hood). Green Zone ist kein Film zum Jubeln, sondern intelligente Action-Unterhaltung auf hohem Niveau. Das gibts selten genug. Definitiv sehenswert.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Noch mehr Infos zum Film:

Die MET D-Truppe zusammenstellen: Veteranen kommen an Bord
Für alle an „Green Zone“ Beteiligten gehörte auch die Chance, hier mit Kriegsveteranen zu-sammenzuarbeiten, die als Mitglieder der MET D-Truppe und anderer Militär-Einheiten nun vor der Kamera zum Einsatz kamen, zu den Highlights der Dreharbeiten. Die ehemaligen Frontsoldaten gingen als Naturtalente an die schauspielerische Arbeit heran. Für den pedanti-schen Greengrass hätte nichts Geringeres ausgereicht: „Erfahrene Kampftruppen vor der Ka-mera zu haben war fantastisch“, sagt der Regisseur. „Es verlieh den Aufnahmen die vollkom-mene Glaubwürdigkeit und gab auch den Hauptdarstellern – Matt, Brendan, Greg, Amy, Kha-lid und Jason – das Selbstbewusstsein, darauf zu vertrauen, dass sie in einer sehr realen Um-gebung agierten.“

Als Militär-Novize in der Rolle des Anführers einer knallharten Kampftruppe wusste auch Damon das unkonventionelle Casting zu schätzen: „Die Männer machten es mir sehr ein-fach“, berichtet der Schauspieler, „denn sie wussten genau, was zu tun war, und ließen es trotzdem so aussehen, als würde ich in angemessener Weise jeweils die Aufgaben delegieren. In einer idealen Welt will man ja den Leuten nicht ständig etwas erklären müssen, sondern dass sie in der Lage sind, ihre Aufgaben einfach zu erledigen. Die Veteranen sind hier eben weil sie genau die sind, die sie wirklich sind. Das ist etwas, dass ein Schauspielensemble – auch wenn es noch so viel Erfahrung und Zeit hätte – niemals so gut hinbekommen könnte wie eine Truppe echter Veteranen.“

Damon und seine Truppe bestanden die Musterung ebenfalls: „Matt ist einer von uns“, attes-tiert Schauspielneuling Paul Karkso, der 2004 mit der Air Force Reseve im Irak stationiert war. In Tikrit war er für die Sicherheit der Convoys zuständig. Genau wie Simms in „Green Zone“ wurde auch er dazu abkommandiert, als Mitglied der „EOD“ („explosive ordonance disposal“) gefährliche Sprengstoffe zu entsorgen.

Frontkamerad Eugene Cherry erläutert dazu: „In der zivilen Welt entsprechen die EOD den Sprengstoffspezialisten und Entschärfungstruppen, also den ‚bomb squads’.“ Cherry diente 2005 als Militärsanitäter bei einer EOD-Truppe im Irak und spielt im Film den Sanitäter San-dales.

Während die Filmemacher die Soldaten rekrutierten, wandte sich Co-Produzent Michael Bronner an US-amerikanische Veteranen-Vereinigungen, um die richtigen Leute für das MET D-Team und andere militärische Rollen zu finden. Bronner reiste nach Kalifornien, Illinois, Iowa, New Jersey, New York, Oklahoma und Washington, D.C., und interviewte Veteranen über ihre Dienstzeit im Irak sowie zur Interaktion mit der irakischen Zivilbevölkerung.

Michael Dwyer ist Marine, kämpfte 2006 in Fallujah und wurde 2008 erneut in den Irak ent-sandt; zum Film kam er nur durch Zufall: „Ich war gerade im Gebäude, während in New York eine der Casting-Sessions abgehalten wurde, und dachte eigentlich, dass ich mich da für eine Mitgliedschaft in einer Veteranen-Organisation anmelde“, lacht er. „Ich habe ein Formular ausgefüllt, und als nächstes höre ich: ‚Mr. Bronner wird Sie jetzt empfangen.’ Das war ein ziemlich verwirrendes Gespräch.“ Unnötig zu sagen dass Dwyer den Co-Produzenten derart beeindruckte, dass er ihn für die Rolle als Potts engagierte, der Schütze, der auf Millers Hum-vee sitzt.

Glücklicherweise verstanden sich die Veteranen mit Greengrass genauso gut wie mit ihrem Film-Vorgesetzten Matt Damon: „Sie tolerieren keinen Bullshit“, sagt der Regisseur. „Sie wollten einen Film entstehen lassen, der genau das abbildet, was sie selbst durchgemacht ha-ben. Viele von ihnen haben erst zugesagt, als sie überzeugt waren, dass das auch genau das war, was wir tun wollen.“

Paul Rieckhoff, Gründer der Veteranen-Organisation IAVA (Iraq and Afghanistan Veterans of America) spielt im Film General Gonzales in einer Szene auf dem Saddam International Air-port. Produzent Levin stimmt mit dem Regisseur darin überein, dass die Besetzung mit Män-nern wie Rieckhoff für die Authentizität des Films absolut notwendig war: „Der Film „Green Zone“ ist kein Dokumentarfilm, aber wir wollten den Eindruck vermitteln, wie es war, wirk-lich dort zu sein“, berichtet Levin. „Dass diese Männer, die alles wie ihre Westentasche kann-ten, mit von der Partie waren, war überaus hilfreich.“

Nathan Lewis gibt in der Rolle als MET D-Dolmetscher Henne sein Schauspieldebüt. Als Army-Soldat bekam er vor einigen Jahren seinen Marschbefehl und war südlich von Bagdad als Teil einer Feldartillerie-Brigade stationiert. „Sie haben sich Typen ausgesucht, die man in einer Army-Einheit findet“, meint Lewis. „Da gibt es all diese unterschiedlichen Persönlich-keiten und Charaktere. Man arbeitet gemeinsam, lernt sich allmählich besser kennen... wie sie agieren, wofür sie sich interessieren. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und man wird zu einer echten Truppe.“

Auch für die von Millers Vorgesetzem Lt. Col. Briggs kommandierte Spezialtruppe wurden Irak-Veteranen engagiert. „Die Sondereinsatzkommandos haben ein großes Selbstvertrauen und notwendigerweise auch eine gewisse Arroganz, die einmalig sind. Sie sind wirklich die Speerspitze“, sagt Jason Isaacs. „Ich habe meine gesamte Zeit vor und hinter den Kameras mit meiner Truppe verbracht. Sie albern herum und haben viel Galgenhumor, verfügen aber auch über die Ernsthaftigkeit und den Gemeinschaftssinn, der daraus entsteht, dass man Dinge ge-sehen und getan hat, die ich mir noch nicht einmal vorstellen will. Ihre Ehrlichkeit war mir eine große Stütze.“

Zu Abrundung der Besetzung rekrutierte man auch viele der Statisten aus den Reihen der in Mildenhall und Lakenheath in Großbritannien stationierten US-Truppen.

Zu seinem militärisch getunten Darstellerensemble meint Regisseur Greengrass: „Meiner Meinung nach sind sie alle von Millers Geschichte gepackt worden. Von der Tatsache, dass sich Miller von seiner Einheit abwendet und sagt: ‚Ich will die Wahrheit finden und ich werde sie finden... ganz egal, was da kommen mag.’ Das ist ein großartiges Thriller-Werkzeug. Es ist ein gutes narratives Mittel, denn man hat einen aktiven Helden, der entgegen aller Wahr-scheinlichkeiten alles daran setzt, die Wahrheit aufzudecken.“

Realismus garantiert: Die Berater der „Green Zone“
Ein Filmset von Paul Greengrass ist eine bis ins kleinste Detail ausgefeilte Welt, die dennoch flexibel bleibt. „Das Letzte, was wir wollten, war ein vorhersehbarer Film“, meint der Regis-seur. „Ebenso wenig hatten wir jemals vor, dem Publikum vorzuschreiben, was es denken oder fühlen soll. Fünf Monate lang kamen wir an jedem einzelnen Tag zur Arbeit in der Hoff-nung, eine packende Erfahrung zu verwirklichen, die die Zuschauer dazu anregt, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen.“

„Es ist ein höllisch hartes Thema“, fährt Greengrass fort. „Um überhaupt irgendeinen Fort-schritt machen zu können, muss man die Fakten auf den Tisch leben. Das haben wir ständig debattiert. Ich habe zu viele Kriege gesehen um zu glauben, dass es einfache Antworten gibt, aber ich habe gelernt, dass – wie vertrackt es auch sein mag – das Beste, was man tun kann, ist, die Wahrheit zu sagen. Dazu gibt es eigentlich keine Alternative.“

Um eine so authentische Erfahrung wie möglich zu gewährleisten, kam Offizier Richard La-mont (Monty) Gonzales - ehemaliger MVW-Jäger mit 20 Jahren Erfahrung im Dienst der U.S. Army - als militärischer Berater der Produktion mit an Bord. In dieser Funktion verfügte Mon-ty Gonzales über das notwendige Verständnis für die Rolle von Roy Miller. Während seiner Dienstzeit bei der 75th Field Artillery Brigade der Army (hier eingesetzt als 75th Exploitation Task Force – auch XTF genannt) war Gonzales der Leiter des Mobile Exploitation Team Al-pha (MET A). Die Männer des MET A waren auch erfahrene Massenvernichtungswaffen-Suchtrupps, und sie nannten Gonzales „Chief“.

Gonzales war einer von nur einer Handvoll Personen, die dazu abkommandiert wurden, bei Kriegsausbruch kleine mobile Einsatzkommandos zu befehligen. „Das Jahr 2003 war das an-spruchsvollste in meiner gesamten Laufbahn, wahrscheinlich auch in meinem ganzen Leben, und zwar wegen der Mission, mit der wir beauftragt wurden und der Verantwortung, die auf unseren Schultern lastete“, sagt er. „Aber wir sind mit rund 15 Männern hineingegangen und kamen mit ebenso vielen wieder heraus, also haben wir es hingekriegt.“

Zu überleben war ein Maßstab für Erfolg. Der Abschluss der Mission der andere. „Als sich die Situation vor Ort stark verändert hatte und nicht mehr das war, was wir erwartet hatten, sondern sich als etwas ganz anderes herausstellte, war unsere Mission nicht mehr die Suche nach Massenvernichtungswaffen, sondern die Suche nach der Wahrheit“, sagt der Chief. „Denn im Laufe des Einsatzes wurde immer deutlicher, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass wir noch irgendetwas finden würden.“

Als Gonzales sich am Filmset zu „Green Zone“ zum Einsatz meldete, fand er sich erneut in-mitten der Action wieder. Als Filmneuling verbrachte er die meiste Zeit neben dem Monitor in Besprechungen mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller, um herauszuarbeiten, was ein echter Soldat in einer bestimmten Situation wirklich tun würde.

Authentizität war das Gebot der Stunde, und das erstreckte sich sowohl auf die dargestellten Ereignisse als auch auf jedes Detail hinsichtlich der Soldaten, Fahrzeuge, Ausrüstung, Waffen und anderer militärischer Elemente, die auf der Leinwand zu sehen sind. „Es war uns sehr wichtig sicherzustellen, dass sich Monty und die Soldaten mit dem Realitätsfaktor im Film identifizieren konnten“, meint Greengrass. „Und zwar an jedem einzelnen Drehtag.“

Damon und Gonzales standen in ständiger Verbindung, und der Schauspieler erkannte sofort wie wertvoll es war, den Chief vor Ort zu haben. „Jede Frage, von der einfachsten bis hin zur schwierigsten, konnte Monty aufgrund seiner Erfahrung sehr fundiert beantworten“, sagt Da-mon. „Das ist wirklich hilfreich wenn es darum geht, herauszufinden, was die Männer durch-machten. Wir stellen grundsätzlich etliche ihrer eigenen Erfahrungen im Irak nach. Ich hätte mir nichts Besseres wünschen können als die Zusammenarbeit mit einem der echten Verant-wortlichen, der eines der MET Teams auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen befeh-ligte.“

Der Respekt und die Begeisterung beruhten auf Gegenseitigkeit. „Matt wollte es unbedingt realistisch machen“, berichtet Gonzales. „Er war darauf fokussiert, dass wenn er einen Solda-ten verkörpert, das der bestmögliche Soldat sein sollte, den er auf der Leinwand zu zeigen vermochte.“

U.S. Armee-Veteran Brian Siefkes spielt im Film Keating, Millers rechte Hand in der „Green Zone“. 2003 gehörte Siefkes ebenfalls einem Waffen-Suchtrupp im Irak an und arbeitete Seite an Seite mit Gonzales. „Das, was man uns in diesem Film tun sieht, ist eine akkurate Wieder-gabe dessen, was wir dort auch getan haben. Es ist genau das, was wir erfahren haben“, sagt der aus dem US-Bundesstaat Oregon gebürtige 28jährige.

Ordnung ins Chaos bringen: Schauplätze und Design
Paul Greengrass und Produktionsdesigner Dominic Watkins’ Team erschufen den Look und das Feeling von Bagdad im Jahr 2003 – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sicherheits-zone – an Drehorten in Spanien, Marokko und England.

Die Dreharbeiten begannen am 10. Januar 2008 auf der Militärbasis von Los Alcázares, in der spanischen Provinz Murcia, am südöstlichen Mittelmeer gelegen. Es war ein relativ unkom-plizierter Drehbeginn für die Produktion, da die Drehorte gut abgesichert waren und der milde Winter für ein sehr angenehmes Klima sorgte.

Die Ausbildungsanlage von Los Alcázares, die von der spanischen Luftwaffe geleitet wird, diente als Drehort für Saddams ausgeplündertes Mukhabarat-Hauptquartier, außerdem für die Außenaufnahmen von Saddams Palast der Republik und des kleineren Green Zone Palace. Ebenfalls in Spanien wurden die Szenen mit dem MET D-Konvoy gedreht, der unter einer Autobahnbrücke hindurch fährt und auf einer vierspurigen Autobahn in einen Stau gerät, wäh-rend Menschenmassen in Panik aus Bagdad flüchten. Die Verkehrsszenen wurden auf einer brandneuen Autobahn in Murcia gedreht, die direkt nach Fertigstellung noch nicht für den öffentlichen Verkehr in Betrieb genommen worden war.

Die meisten Außenaufnahmen in „Green Zone“ wurde jedoch in Straßen in und um die Stadt Rabat in Marokko gedreht, wo sich die Produktion für sieben Wochen niederließ. Diese Küs-tenstadt am Atlantik ist seit 1956 die Hauptstadt von Marokko.

Der Fluss Bou Regreg mündet neben Rabat in den Atlantik; an der Flussmündung liegt direkt gegenüber Rabats „Zwillings“-Stadt Salé, in der ebenfalls mehrere Tage und Nächte lang ge-dreht wurde.

Die Dreharbeiten in Marokko begannen am 2. Februar in Kenitra, 25 Meilen nördlich von Rabat. Kenitra fungiert im Film als Diwaniya, einer angeblichen Lagerstätte für Massenver-nichtungswaffen. Doch anstatt dort wirklich Waffen aufzuspüren, findet der MET D-Konvoy unter Millers Leitung eine von hunderten von Plünderern ausgezehrte Stadt vor.

Die Plünderungs-Sequenz verlangte nach kontrolliertem Chaos, dem sich die für den Film engagierten marokkanischen Statisten mit freudiger Begeisterung hingaben. Kostümdesigner Sammy Sheldon und ihr Team statteten rund 200 männliche Statisten für diesen Dreh aus. „Die Richtlinie des Films war, sich an die Realität zu halten, und zwar für jede beteiligte Fi-gur, seien es Iraker oder Amerikaner“, berichtet Sheldon. „Paul mag den packenden Realis-mus voller Dreck und Schweißflecken. Die Plünderer waren ältere und jüngere Männer, in sehr staubiger und verschmutzter Kleidung, die außerdem ziemlich vermummt waren, damit man sie im Fernsehen nicht erkennen sollte. Wir haben uns an den altmodischeren, sportli-chen Stil gehalten, gemixt mit dem traditionellen männlichen Dishdasha-Gewand, dazu Tur-bane und Tücher, mit denen sie ihre Gesichter verbargen.“

Sheldon war, wie auch das Kostüm-Team und die Darsteller sehr dankbar dafür, auf die Mit-arbeit von ehemaligem Militärpersonal zählen zu können. „Ich habe schon an anderen Filmen dieser Art mitgearbeitet, bei denen die meisten Hauptdarsteller Schauspieler waren“, berichtet Sheldon. „Man legt ihnen die gesamte Ausrüstung an, aber wenn sie dann eine Pause machen, legen sie irgendetwas ab und lassen das Teil einfach liegen. Die MET D-Jungs haben nie ir-gendetwas vergessen oder aus dem Blick verloren“, merkt sie an, „und sie haben uns sehr gut beraten, wenn es darum ging, wie die einzelnen Teile getragen werden.“

Die Fahrt des MET D-Konvoys durch den Stau in Bagdad wurde im Laufe von zwei Tagen in Kenitra gedreht. CBS News hatte Nachrichtenbilder eines ähnlichen Vorfalls in Bagdad 2003 gesendet, gedreht vom britischen Kameramann Nick Turner und dem damaligen CBS-News-Produzenten Bronner. Greengrass und sein Team verwendeten dieses Material als Richtschnur für die Planung der Filmsequenz. Zufällig war auch Kameramann Turner bei der CBS-Nachrichtenmannschaft dabei, die das „Green Zone“-Filmset während des Drehs dieser Szene besuchte.

Diese Sequenz wurde am Set „Bump Street“ getauft und war für den Action-Fahrzeug-Koordinator Alex King sowie den ersten Regieassistenten Chris Carreras eine große Heraus-forderung. Ihre Teams organisierten rund 150 Fahrzeuge, die ausgestattet, eingeschmutzt und so hergerichtet werden mussten, dass sie aussahen, als würden sie in Bagdad fahren. Außer-dem mussten die Teams die Autos dafür vorbereiten, von einem viereinhalb Tonnen wiegen-den Humvee angefahren zu werden.

Die Kenitra Military Air Base, eine ehemalige U.S. Naval Air Station, lieferte die Drehorte für die Außenaufnahmen auf dem Saddam International Airport. Das Visual Effects-Team voll-endete die Verwandlung von marokkanischen Drehorten zu bekannten irakischen Schauplät-zen, darunter der Flughafen, Saddams Palast der Republik und das Tor der Assassinen.

Für weniger leicht zu erkennende Schauplätze bot Rabat genau die richtige Atmosphäre: „Ra-bat wurde ausgewählt, weil es bestimmten Vierteln von Bagdad am ähnlichsten ist“, sagt VFX-Supervisor Peter Chiang. „Die Architektur und die Flachdächer gaben uns eine sehr gute Grundlage.“

Die Nachtdrehs in Salé lösten bei Chandrasekaran weitere Déjà-Vus aus. Der Journalist meint: „Es sah aus und fühlte sich an wie ein düsteres Viertel von Adhamiya, einer sunnitischen Hochburg am östlichen Ufer des Tigris.“

In Salé landeten und starteten ebenfalls mit Wirbel und Radau die drei Hubschrauber des Sondereinsatzkommandos auf einem Fußballfeld. Der von Briggs und seinen Männern ge-wählte Helikopter wäre der Black Hawk gewesen, doch durch vorrangige Militäreinsätze stand dieses Hubschrauber-Modell nicht zur Verfügung. Der Huey, ein Standardvehikel im Vietnamkrieg, kommt der Erscheinung des Black Hawk am nächsten; deshalb standen drei Hueys vor den Kameras und wurden in der Nachbearbeitung zu Black Hawks umgewandelt.

Doch nicht jeder Drehtag in Marokko war so schwierig. An etlichen Tagen und Nächten fun-gierte ein teures Wohngebiet in Salé als das Mansour-Viertel, das auch als „Beverly Hilly von Bagdad“ bekannt ist.

Mitte März siedelte die Produktion nach London über und setzte dort eine breite Palette von Drehorten ein. Die meisten Innenaufnahmen entstanden in der Gegend von London sowie im angrenzenden Surrey. Die Szenen in den Sälen von Saddams Palast der Republik wurden in der Freemasons’ Hall gedreht, einem beeindruckenden Art-Deco-Gebäude in der Great Queen Street im Londoner Covent Garden. Die Innenaufnahmen des Wettbüros der Rennbahn von Sandown Park in Surrey wurde einer Metamorphose unterzogen, um in die Hallen des Sad-dam International Airport verwandelt zu werden, der verändert wurde, als die Streitkräfte 2003 dort ihr Hauptquartier aufschlugen.

Uptown Court, ein niemals bewohntes Luxus-Anwesen in Surrey, fungierte als zerstörtes Green Zone Palace, wo Miller und die MET D-Truppe vorübergehend unterkommen. „Green Zone“ drehte ebenfalls im Renaissance Hotel, ganz in der Nähre des berühmt-berüchtigten Terminals 5 des internationalen Flughafens Heathrow – und zwar genau am Tag der chaoti-schen Eröffnung desselbigen.

In großen Werkshallen bei QinetiQ, einer ehemaligen Fabrik in Surrey, wurden weitere angeb-liche Lagerstätten für Massenvernichtungswaffen sowie das Gefängnis von Camp Cropper eingerichtet. Die Innenräume von General Al-Rawis Haus, vom Spezialeffekte-Team auf pneumatisch beweglichen Vorrichtungen montiert, entstanden ebenfalls in den QinetiQ-Anlagen. Durch diese Apparatur konnte das Set in gewaltige Erschütterungen versetzt werden, um die Auswirkungen der Bomben zu simulieren, die in nächster Nähe einschlugen.

Saddams sagenumwobenes Tunnel-Labyrinth, in dem ebenfalls Tonnen von verborgenen Waffen vermutet wurden, war die Inspiration für einen der Höhepunkte des Films, der inten-sive Schusswechsel in der „Green Zone“. Die desolate Anlage von Millennium Mills in den Docklands von East London wurde zum Schauplatz für diese Sequenz. „Wir recherchierten die Taktik, derer sich irakische Soldaten bedienen würden, wenn sie in einem sicheren Unter-schlupf unter Beschuss geraten wären“, erklärt Stunt-Koordinator Markos Rounthwaite. „Sie kannten sich dort bestens aus, und die US-Truppen hatten keine Ahnung, wie sie ihnen auf die Spur kommen sollten.“

Von Humvees bis zu Helikoptern: Waffen und Stunts
Vor Beginn der Dreharbeiten luden Simon Atheron und sein Waffenexperten-Team die MET D-Besetzung in die Rüstungskammer ein. Dort wählten sie die Ausrüstung aus, die sie im Irak eingesetzt hatten und statteten die Waffe mit Sonderzubehör aus.

Die für Miller und das MET D-Team gewählte Waffe war der M4-Karabiner. Nur Keating, gespielt vom Army-Reservisten Brian Siefkes, scherte aus den Reihen aus und trug einen M16 203 Granatenwerfer, die gleiche Waffe, die er auch im Irak eingesetzt hatte. Die Waffenexper-ten hatten so genannte „practicals“, also echte Waffen, für jedes Mitglied des MET D-Teams, ebenso wie die nicht echten, so genannten „Airsoft“-Versionen der Waffen. Wenn an einem bestimmten Drehtag nicht geschossen wurde, gab die Rüstungskammer nicht die echten Waf-fen aus, denn die Airsoft-Versionen funktionierten sehr gut. Selbstverständlich wurden die echten Waffen auch nur an die Personen ausgegeben, die im Gebrach von Schusswaffen aus-gebildet wurde.

Der MET D-Konvoy spiegelte genau das wider, was Gonzales und seine Einheit im Irak ein-gesetzt hatten. „Die Zusammensetzung der Fahrzeuge, die Art und Weise, wie die Truppe gruppiert wird, die Ausrüstung, die Organisation – alles ist fast genau so wie es 2003 dort wirklich war“, erklärt Gonzales.

Der „Helden-Konvoy“ bestand aus Millers führendem Humvee, danach ein zweiter Humvee, ein großer M35-Truck, und ein abschließender Humvee. „Das waren Underdog-Fahrzeuge“, merkt Action-Fahrzeug-Koordinator King an. „Produktionsdesigner Dominic Watkins wollte, dass sie weniger begehrenswert und schlecht ausgestattet wirken.“

Genau wie bei realen Einsätzen personalisierten die MET D-Jungs das Innere der Fahrzeuge mit Fotos. Sie gaben King auch praktische Tipps, um die Action noch realistischer zu gestal-ten. „Sie schlugen vor, alle Türen abzumontieren“, sagt er. „Das sind keine gepanzerten Hum-vees, und wenn man wirklich Kontakt hat, bewirken die Türen nichts weiter als dass sie einen daran hindern, schnell das Fahrzeug zu verlassen.“

King kannte die Grenzen der Humvees und wusste, dass sie einer Herausforderung gegenü-berstanden. „Wir mussten immer die Szene berücksichtigen, in der sie in den Gegenverkehr hineingeraten und andere Autos zur Seite schieben“, erklärt er. „Der Humvee ist robust, aber seine Einzelteile fallen ab, wenn er in das Heck eines anderen Fahrzeugs knallt. In den Doku-mentaraufnahmen haben wir festgestellt, dass sie normalerweise etwas an der Front befestig-ten, um einen improvisierten Aufprallschutz zu haben.“

Die Stuntarbeit war für viele der Veteranen ganz selbstverständlich. „Einige der Jungs haben unglaublich viel Erfahrung“, meint Gonzales. „Wenn sie einen Feind angreifen, ihn zu Boden ringen, durchsuchen und ihm Handschellen anlegen sollten, also das tun, was man mit Gefan-genen eben so tat, dann brauchten wir überhaupt keine Proben. Diese Jungs haben das alles schon 100 Mal gemacht. Sie tun es einfach.“

Jason Isaacs musste mit eben diesen Jungs Schritt halten. „Ich habe mich aus sehr alten Hub-schraubern hinausgehängt – nur gesichert durch ein Seil, das für mich so dünn wie Zahnseide aussah...“, scherzt er. „Anders als in anderen Filmen wäre es hier schon peinlich vorzuschla-gen, jemand anderes für den Stunt einzusetzen – denn ich bin umgeben von den furchtlosesten Männern, die ich jemals getroffen habe. Dann stellte sich heraus, dass sie aber ebenfalls starr vor Angst waren – aber sie dachten, ich wüsste irgendetwas, das sie nicht wussten...“