Invictus Film Trailer
Freigegeben ab 6 Jahre | Länge: 133 Min | Kinostart: 18.02.2010
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Im Kern ein typischer David-gegen-Goliath-Sportfilm. Die aufwändige Inszenierung, ein spannendes Stimmungsbild von Südafrika nach der Apartheid und ein mal wieder großartiger Morgan Freeman heben den Film aber von der Masse ab. MF
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Darsteller:Matt Damon, Morgan Freeman, Scott Eastwood, Langley Kirkwood, Robert Hobbs, Tony Kgoroge, Grant Roberts, Bonnie Henna, Patrick Holland, Patrick Mofokeng, Matt Stern
Die Story:Die wahre Geschichte um Nelson Mandela, der sich mit Francois Pienaar - dem Captain des südafrikanischen Rugby-Teams - zusammenschloss, um gemeinsam ihr Land zu vereinen. Der neu gewählte Präsident Mandela suchte Wege für die Rettung seiner Heimat, die in den Wehen der Apartheid sowohl rassistisch wie wirtschaftlich gespalten war. Mandela glaubte fest daran, dass die allgemein verbreitete Leidenschaft bei sportlichen Großereignissen die Menschen zusammenführen kann. So tritt die Rugby-Mannschaft zu ihrem historischen Auftritt an.
Technikinfos:Bildformat: 2,35:1
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Sport kann die Welt verändern. Er kann inspirieren und Menschen vereinen wie sonst kaum etwas.
Nelson Mandela
Das Finale der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 war für die meisten Menschen in der Welt nur ein spannendes Spiel wie andere auch. Doch für die Südafrikaner wurde es zu einem Wendepunkt in ihrer Geschichte – ein gemeinschaftliches Erlebnis, das dazu beitrug, die Wunden der Vergangenheit zu heilen und neue Hoffnung für die Zukunft zu wecken. Der Architekt dieses herausragenden Ereignisses war Staatspräsident Nelson Mandela. Zustande brachten es die Spieler des südafrikanischen Rugby-Teams, die Springboks, unter Leitung ihres Mannschaftskapitäns Francois Pienaar.
Der von Clint Eastwood inszenierte „Invictus“ (Invictus – Unbezwungen) berichtet, wie Präsident Mandela und Francois Pienaar zusammenarbeiteten, um ihre individuellen Hoffnungen in die Wirklichkeit umzusetzen: Der Präsident wollte sein Land vereinen, der Kapitän seiner Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel verhelfen. Ihr gemeinsames Ziel drückte sich in dem Motto aus: „Ein Team, ein Land“.
Im Film appelliert Mandela an Pienaar, sein Team zum Ruhm zu führen, indem er ein Gedicht zitiert, das ihn während seiner jahrzehntelangen Haft inspiriert und gestärkt hat. Später erfahren wir, dass es sich bei diesem Gedicht um „Invictus“ von William Ernest Henley handelt. Der lateinische Titel bedeutet „Unbezwungen“, womit laut Eastwood „keine bestimmten Figuren im Film gemeint sind. Die Bedeutung bezieht sich letztlich auf die gesamte Geschichte.“
Morgan Freeman übernimmt die Hauptrolle des Nelson Mandela und ist auch als Executive Producer am Film beteiligt. „Diese bedeutende Geschichte berichtet über ein welterschütterndes Ereignis, von dem aber zu wenig Menschen etwas wissen“, stellt er fest. „Ich kenne keinen anderen geschichtlichen Moment, in dem ein Land derart plötzlich und nachhaltig zusammenwuchs. Ich bin stolz darauf, diese Geschichte erzählen zu dürfen. Und wenn man die Chance bekommt, sie mithilfe von Clint Eastwoods Fähigkeiten zu erzählen, dann muss man das einfach tun.“
Zu Beginn von „Invictus – Unbezwungen“ wird Nelson Mandela, der aufgrund seines Widerstands gegen die Apartheid 27 Jahre lang eingekerkert war, zum Präsidenten von Südafrika gewählt. Doch das Land ist nach wie vor durch eine tiefe Kluft geteilt: Obwohl das ungerechte System offiziell abgeschafft worden ist, verlaufen die Linien der Rassentrennung weiterhin quer durch das Volk und können nicht einfach ausradiert werden. Weil sein Land zu implodieren droht, richtet Präsident Mandela seine Hoffnung auf ein überraschendes Ziel – den Rugby-Rasen. Da Südafrika Gastgeber des Weltmeisterschaftsfinales ist, wünscht sich Mandela, dass sich das gesamte Land gemeinsam für die Nationalmannschaft, die Springboks, einsetzt.
Dazu Eastwood: „Die Handlung spielt in einer besonders kritischen Phase von Mandelas Präsidentschaft. Ich glaube, dass er sehr weise gehandelt hat, als er den Sport dazu benutzte, sein Land zu versöhnen. Ihm war klar, dass er alle bei ihrer Ehre packen musste, er musste an den Nationalstolz appellieren – wahrscheinlich war der damals das Einzige, was alle Südafrikaner gemeinsam hatten. Er wusste genau, dass die weiße und die schwarze Bevölkerung früher oder später an einem Strang ziehen muss, wenn das Land Bestand haben soll. Also arbeitet er sehr kreativ daran, einen Mannschaftssport zu diesem Zweck zu instrumentalisieren.“
Dieser Zweck ist Mandelas Traum einer „Regenbogennation“ und beginnt mit den Springbok-Farben Grün und Gold. Der Plan des Präsidenten birgt manches Risiko. Angesichts der immensen sozialen und wirtschaftlichen Krise fragen sich sogar seine engsten Berater, warum er sich gerade jetzt auf eine scheinbar so unbedeutende Nebensache wie Rugby konzentriert. Viele wundern sich auch, dass er die Springboks unterstützt, denn zu diesem Zeitpunkt wünschen sich die schwarzen Südafrikaner, diesen Namen und das Vereinswappen ein für alle Mal abzuschaffen, weil es für sie das lange verhasste Symbol der Apartheid darstellt. Doch Mandela ist Visionär genug, um zu begreifen, dass die Eliminierung des beliebten südafrikanischen Rugby-Teams die Kluft zwischen den Rassen nur noch weiter vertiefen wird, bis sie eines Tages vielleicht nie mehr überbrückt werden kann.
Diese Perspektive meint John Carlin, Autor des Buchs „Playing the Enemy“ (Der Sieg des Nelson Mandela: Wie aus Feinden Freunde wurden), das als Vorlage des Films dient, wenn er erklärt: „Was wir begreifen müssen, ist der Umstand, dass das grüne Trikot der Springboks die schwarzen Südafrikaner überdeutlich an die Apartheid erinnerte. Sie hassten diese Hemden, weil sie mindestens ebenso intensiv wie viele andere Elemente jene Demütigungen symbolisierten, denen sie jahrzehntelang ausgesetzt waren. Mandelas Genie bestand in seiner Erkenntnis, dass man dieses Symbol der Trennung und des Hasses in ein wirksames Instrument für die nationale Einheit umfunktionieren konnte.“
Drehbuchautor Anthony Peckham stammt aus Südafrika und ist daher für dieses Sujet prädestiniert. Er fügt hinzu: „Mandela spürte, dass er damit die ideale Gelegenheit bekam, sich an jene Wähler zu wenden, die ihm ihre Stimme verweigert hatten, ja, die im Grunde Angst vor ihm hatten. Weiße Südafrikaner verehrten die Springboks wie Götter – es war also ein brillanter Schachzug, die Weltmeisterschaft als Forum zu benutzen. Aber es war ja weit mehr als nur ein Spiel, es ging um die Tatsache, dass Mandela sich auf ein Team einließ, das die schwarzen Südafrikaner hassten: Quasi durch seine schiere Willenskraft zwang er jedermann, den Springboks zuzujubeln.“
Wie dem auch sei – ein Rugby-Spiel wird nicht im Regierungspalast entschieden. Deshalb wendet sich Mandela an den einzigen Mann, der ihm bei seinem Vorhaben helfen kann: an Francois Pienaar, den Mannschaftskapitän der Springboks. Matt Damon spielt den Rugby-Spieler, der plötzlich in das Zentrum eines politischen Konflikts gerät. „Im Grunde fordert Mandela ihn auf, die Erwartungen seines Landes und auch seine eigenen Erwartungen zu übertreffen und die Weltmeisterschaft zu gewinnen“, sagt der Schauspieler. „Das ist eine ungeheure Forderung, aber Francois weiß natürlich, dass es um viel mehr geht als um ein Rugby-Spiel. Und allmählich begreift das gesamte Team, dass es eine ganz entscheidende Rolle bei der Konsolidierung des Landes spielt. Das ist eine wunderbare, inspirierende Geschichte, die die besten menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten in das rechte Licht rückt. Wirklich unfassbar ist schließlich, dass sich alles tatsächlich so zugetragen hat.“
Francois Pienaar stimmt dem Schauspieler zu, der ihn auf der Leinwand darstellt: „Ich war schon immer der Überzeugung, dass man sich in Hollywood gar keine bessere Story hätte ausdenken können als das, was 1995 in Südafrika geschehen ist. Ich hatte das große Glück, der Kapitän einer wunderbaren Gruppe Männer zu sein, die alles daran setzten, ihr Land zu vereinen. Und niemand hätte uns besser dazu bringen können als Nelson Mandela.“
Als Gastgeber der damaligen Weltmeisterschaft war Südafrika automatisch qualifiziert. Dennoch gab es keine zwei Meinungen darüber, dass die Springboks Underdogs waren – vor allem, weil sie keinerlei Erfahrung auf der internationalen Bühne mitbrachten. Dazu Eastwood: „Aufgrund der Apartheid ist Südafrika seit vielen Jahren von allen internationalen Sportwettkämpfen ausgeschlossen gewesen. Also glaubt niemand daran, dass die Springboks eine große Chance auf den Sieg haben – auch sie selbst nicht. Aber sie geben die Hoffnung trotzdem nicht auf.“
Die Regenbogennation beginnt hier. Versöhnung beginnt hier. Vergebung beginnt hier.
Nelson Mandela in „Invictus“
Der Weg vom Buch zur Kinoversion „Invictus – Unbezwungen“ verlief nicht geradlinig. Vielmehr verfolgten etliche Filmemacher unabhängig voneinander ganz ähnliche Ziele und stießen wie durch ein Wunder zur rechten Zeit aufeinander. Morgan Freeman und seine Produktionspartnerin Lori McCreary entwickelten bereits seit Jahren einen Film über Nelson Mandela. Sie hatten versucht, Mandelas Autobiografie „A Long Walk to Freedom“ (Der lange Weg zur Freiheit) für das Kino zu bearbeiten, doch es erwies sich als unmöglich, seine gesamte Lebensgeschichte in einem Spielfilm unterzubringen.
McCreary sagt: „Ich war ganz verzweifelt, aber Morgan versicherte mir: ‚Lori, wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich dafür eine andere.‘ Und buchstäblich eine Woche später erhielt ich einen vierseitigen Entwurf zu John Carlins Buch über die Weltmeisterschaft von 1995, aus dem dann ‚Der Sieg des Nelson Mandela: Wie aus Feinden Freunde wurden‘ entstand. Wir erkannten sofort, wie wunderbar sich durch diese Geschichte, die weniger als ein Jahr umfasst, Mandelas Seele und Charakter darstellen lässt.“
Zufällig traf John Carlin Freeman später in Clarksdale/Mississippi, wo der Autor, dessen „Brotjob“ der Journalismus ist, für einen Report über die Armut im tiefen Süden recherchierte. Sein Kontaktmann vor Ort entpuppte sich als ein persönlicher Freund von Freeman und stellte die beiden einander vor. Der Autor erinnert sich: „Ich sagte: ‚Mr. Freeman, ich habe einen Filmstoff für sie.‘ Er fragte mich, worum es ging, und ich sagte: ‚Es geht um ein Ereignis, das Mandelas Genie und das Wunder von Südafrika auf den Punkt bringt.‘ Seine Antwort: ‚Sie meinen das Rugby-Spiel?‘ Ich staunte nicht schlecht. Erst dann erfuhr ich, dass er meinen Buchentwurf bereits gelesen hatte.“
McCreary berichtet, dass sie und Freeman vor Beginn ihrer Arbeit zunächst persönlich bei Mandela vorsprachen, um sich seinen Segen für das Projekt zu holen. In Südafrika wird Mandela „Madiba“ genannt. „Morgan begann: ‚Madiba, wir haben bereits sehr viel Zeit in unser ursprüngliches Projekt investiert, aber jetzt haben wir gerade etwas gelesen, das unserer Meinung nach Ihre Persönlichkeit sehr gut beschreibt …‘ Und bevor er seinen Satz beenden konnte, sagte Madiba: ‚Aha, die Weltmeisterschaft.‘ In diesem Moment wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren.“
Etwa zur gleichen Zeit erhielt auch Produzent Mace Neufeld Carlins Entwurf. Er gibt zu: „Damals wusste ich überhaupt nichts von der Rugby-Weltmeisterschaft 1995, aber ich kannte natürlich Mandelas weltweite Bedeutung. Ich begeisterte mich sofort für diese Geschichte vor dem Hintergrund eines mitreißenden Sportereignisses.“
Neufeld leitete die nächste Phase ein, indem er Drehbuchautor Anthony Peckham bat, das Drehbuch zu schreiben, denn die beiden hatten bereits zusammengearbeitet. „Ich habe keinen Moment gezögert“, berichtet Peckham. „Was mich dazu bewog, war, dass außer den Südafrikanern niemand diese Geschichte zu kennen scheint. Für mich geht es darin um Führungsqualitäten – nicht nur Mandelas, sondern auch die der Springboks und anderer. Echte Führungsqualitäten findet man selten – deshalb sollte man sie feiern, wenn sie solche Wirkung haben.“
Peckham erzählt weiter, dass er persönlich in seiner Jugend in Südafrika praktisch nichts über den Mann erfuhr, um den es in „Invictus“ geht: „In jenen Jahren war Nelson Mandela ein ‚Verbannter‘ – ich kannte nur das, was die Apartheids-Regierung über ihn verlautbarte. Erst als ich das Land verließ, hörte ich von seinen großartigen Taten. Für mich war die Arbeit an diesem Drehbuch, meine intensiven Recherchen über Mandelas Leben ein ganz persönlicher Befreiungsschlag – damit geht ein Traum in Erfüllung.“
Neufeld wusste nicht, dass McCreary und Freeman bereits ebenfalls an diesem Stoff arbeiteten, als er McCreary eines Tages ansprach, „denn Morgan Freeman war der Einzige, der für die Mandela-Rolle infrage kam.“
McCreary erinnert sich: „Mace rief mich an und meinte, er habe da ein echt tolles Projekt und einen Spitzenautor. Er begann mir die Story vorzustellen, und ich traute meinen Ohren nicht. Wir trafen uns mit ihm und Tony, und ich war sofort davon überzeugt, dass Tony für dieses Drehbuch genau der Richtige war. Er engagierte sich sehr leidenschaftlich für dieses Projekt.“
„Als wir Tonys Drehbuch auf den Tisch bekamen, war uns allen sofort klar, dass ihm ein echter Home-Run gelungen war“, sagt Neufeld. „Jetzt ging es also um die Frage, wer die Regie übernehmen sollte.“
Darauf gab es nur eine Antwort. Morgan Freeman schickte das Drehbuch an Clint Eastwood, der sagte, dass ihm der Stoff sofort gefiel: „Die Story beflügelte meine Fantasie. Sie war als Filmstoff bestens geeignet, und mir gefiel die Art, wie sie geschrieben war.“
Produzent Robert Lorenz fügt hinzu: „Clint und ich lasen das Skript und waren uns auf der Stelle einig, dass wir den Film unbedingt machen wollten. Eine mitreißende und auch sehr menschliche Geschichte in Bezug auf die Beziehung, die sich zwischen Mandela und Francois Pienaar entwickelt. Außerdem ist es faszinierend, Mandela auf einer persönlicheren Ebene kennen zu lernen und seine außergewöhnlichen Führungsqualitäten herausarbeiten zu können.“
Freeman ergänzt: „Das gesamte Projekt bestand aus Magneten, die sich gegenseitig anzogen – die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit dem richtigen Thema. Alles passte perfekt zusammen, was wirklich nicht oft vorkommt. Doch wenn es passiert, dann ist das Schicksal.“
Wie inspirieren wir uns selbst zu wahrer Größe, wenn es ohne sie nicht geht? Wie inspirieren wir die Menschen in unserer Umgebung?
Nelson Mandela in „Invictus“
Schon lange vor Drehbeginn von „Invictus – Unbezwungen“ war Morgan Freeman für die Mandela-Rolle von jenem Mann ausgewählt worden, auf den es vor allem ankam. Der Schauspieler verrät: „Madiba wurde einmal gefragt, wer ihn auf der Leinwand darstellen sollte, und er antwortete: ‚Morgan Freeman‘. Als ich ihn dann vor Jahren kennen lernte, betonte ich, dass ich es als große Ehre empfand, von ihm in diesem Zusammenhang genannt zu werden.“
„Invictus – Unbezwungen“ ist bereits der dritte Film, den Freeman mit Eastwood dreht. Dazu Lorenz: „Morgan und Clint sind in ihrer Arbeitsweise derart aufeinander eingespielt, dass sie sich ohne viele Worte verständigen. Das ist eine sehr gelassene, angenehme Beziehung – deshalb arbeiten sie so gern zusammen. Morgan versteht genau, was Clint vorschwebt, und Clint weiß, dass Morgan eine absolute Spitzenleistung liefert.“
„Morgan ist wunderbar“, bestätigt Eastwood. „Ich könnte mir niemand anderen in der Mandela-Rolle vorstellen. Sie haben das gleiche Format, das gleiche Charisma. Morgan hat sogar eine ähnliche Stimme, und er hat sich sehr bemüht, Mandelas Akzent nachzuahmen. Ich finde, er macht das großartig.“
Freeman ist Mandela im Laufe der Jahre mehrfach begegnet und bezeichnet ihn als Freund. Er sagt: „Das war mir ein wichtiges Anliegen: Ich wollte seinen Akzent und seinen Sprechrhythmus hinbekommen. Ich habe ihn oft sprechen gehört, und vor den Dreharbeiten habe ich mir einige Videos angeschaut … und plötzlich hatte ich es drauf.“
Der Schauspieler weist darauf hin, dass er den wichtigsten Teil seiner Darstellung nicht einüben konnte: „Ich wollte vermeiden, ihn nachzuahmen – vielmehr wollte ich Mandela sein, und das war die größte Herausforderung. Wenn man ihm begegnet, spürt man seine charismatische Aura – er strahlt das einfach aus. Er verändert das Leben der Menschen zum Besseren, das ist seine Lebensaufgabe. Manche nennen das den Madiba-Zauber. Ich glaube kaum, dass man diesen Zauber erklären kann.“
Wie Freeman musste sich auch Matt Damon den südafrikanischen Akzent antrainieren, um den Springbok-Mannschaftskapitän Francois Pienaar darzustellen. Doch die Rolle forderte den Schauspieler auch körperlich, was in diesem Fall nahe liegt: „Ich habe mich sofort online über Francois informiert und merkte, dass er ziemlich groß ist. Ich sprach Clint darauf an: ‚Weißt du, dass der Typ ein Riese ist?‘ Seine Antwort: ‚Verdammt, darum musst du dich wirklich nicht kümmern. Lass’ das meine Sorge sein.‘“
„Matt ist zwar nicht so groß wie Francois, aber er ist genauso zäh und dynamisch“, stellt Eastwood fest. „Außerdem hat er eisern trainiert und sich für den Film in hervorragende Kondition gebracht. Und durch den Bildaufbau und die Kameraposition kann man die Darsteller so aussehen lassen, wie man sich das vorstellt.“
Als Damon Pienaar kennen lernte, waren allerdings keine Kameras dabei. Der Schauspieler erzählt: „Francois lud mich zu sich nach Hause ein und kochte für mich ein unglaubliches Gourmet-Diner. Als ich bei ihm klingelte, kam er an die Tür, und ich musste buchstäblich zu ihm aufschauen. Dadurch entstand eine Kunstpause, bis ich dann sagte: ‚Vor der Kamera wirke ich deutlich größer.‘“
Damon hätte darüber wirklich nicht nachdenken müssen, denn Pienaar berichtet, dass der Schauspieler ihn sofort stark beeindruckte. „Er ist ein toller Typ. Mir gefallen seine Bescheidenheit und sein schräger Humor. Er wollte absolut alles von mir wissen, meine Philosophie als Kapitän und über unsere Situation 1995. Wir unterhielten uns über Rugby, über die Trainingsabläufe und technische Aspekte. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“
„Francois hat mir enorm geholfen. Er hat sich viel Zeit genommen, meine Fragen zu beantworten, die wirklich alle erdenklichen Themen umfassten“, sagt Damon. „Ich spürte natürlich die große Verantwortung, ihm und der Story gerecht zu werden, denn Francois ist ein sehr integrer Mann, und Mandela halte ich für den weltweit größten Staatsmann unserer Zeit. Was die beiden, was ihr Land geleistet hat, ist einfach unfassbar.“
Ob es uns gefällt oder nicht: Wir sind mehr als einfach nur ein Rugby-Team … Die Zeiten ändern sich. Und genauso müssen auch wir uns ändern.
Francois Pienaar in „Invictus“
Um sich auf die Rolle eines erfahrenen Rugby-Spielers vorzubereiten, holte Matt Damon sich auch Tipps von einem weiteren berühmten Mitglied des Springboks-Teams von 1995: Chester Williams war damals der einzige schwarze Spieler der Mannschaft. Beim Dreh zu „Invictus“ übernahm Williams das Training der Film-Rugby-Mannschaft und erwies sich als unschätzbarer Experte für die Filmemacher.
McCreary bestätigt: „Chester hat als technischer Berater hervorragende Arbeit geleistet, weil er sich an jedes einzelne Spiel erinnert und an die Position jedes Spielers. Er hatte 1995 eine ganz besondere Stellung, weil er der einzige Schwarze im Team war. Dadurch wurde er zu einer Art Symbol, obwohl er sich das nicht ausgesucht hat, denn im Grunde wollte er einfach nur Rugby spielen. Aber er hat diese Aufgabe akzeptiert und sie bestens erfüllt. Es war wunderbar, ihn im Filmteam dabei zu haben und ihm die Leitung unserer Mannschaft zu übertragen.“
„Chester legte Wert darauf, dass wir im Film echtes Rugby spielen“, fügt Eastwood hinzu. „Er meinte: ‚Dieser übliche künstliche Kino-Schwindel kommt nicht infrage. Wir spielen echtes Rugby.‘ Bekanntlich ist ‚echtes Rugby‘ ein sehr harter Sport. Es ist zwar mit dem American Football verwandt, wird aber ohne Helm und Rüstung gespielt, und die Spieler beider Mannschaften sind gleichzeitig Stürmer und Verteidiger. Da geht es sehr hart zur Sache – die Spieler sind ein ganz eigener Menschenschlag.“
„Clint entwickelte sich schnell zu einem echten Rugby-Fan“, sagt Lorenz. „Als wir in Südafrika waren, haben wir uns jeden Abend stundenlang die Spiele angeschaut, und am nächsten Morgen diskutierten wir sie durch. Das hat ihm riesig Spaß gemacht.“
Für die Darsteller bedeuteten die Voraussetzungen für echte Rugby-Spiele „ein äußerst intensives Training“, berichtet Damon. „Ich habe Gewichte gehoben und reichlich Muskeln entwickelt. Außerdem bin ich gesprintet, was für mich neu war, und habe auch geboxt. Als ich in Südafrika eintraf, meinte Chester: ‚Du siehst echt fit aus, wie hast du das angestellt?‘ Ich antwortete: ‚Na, mit Gewichtheben, Boxen und Sprinten.‘ Er sah mich eine Zeit lang an und meinte dann: ‚Warum hast du nicht einfach Rugby gespielt?‘“, lacht Damon.
Gelegenheit zum Rugby-Spielen bekam Damon beim Vorbereitungstraining zusammen mit den anderen Darstellern. Dazu Eastwood. „Wenn man als Amateur einen Profi darstellt, muss man sehr intensiv üben, damit es so aussieht, als ob man ihre Fähigkeiten beherrscht. Wer von den Darstellern noch nie Rugby gespielt hatte, musste reichlich nachholen. Gleichzeitig lag uns daran, dass die Darsteller beim Spiel mit den Profis Verletzungen vermieden – wir haben ihnen also die ganze Zeit die Daumen gedrückt.“
Scott Eastwood, ebenfalls ein Anfänger auf dem Rugby-Platz, übernahm die Rolle des Springbok-Mitglieds Joel Stransky, der im Finale der Weltmeisterschaft alle Punkte des Teams holte. Neben der normalen Spielausbildung musste Scott auch das Schießen des Balls mit dem Fuß lernen, um ein Drop Goal zu erzielen, was dem Field Goal beim American Football entspricht.
Interessanterweise suchte Chester Williams persönlich jenen Mann aus, der ihn im Film darstellt: McNeil Hendricks. Hendricks arbeitet heute als Rugby-Trainer, hat aber jahrelang selbst als Profi gespielt und war Ende der 1990er-Jahre Mitglied der Springboks. Er kannte Williams aus der aktiven Zeit der beiden, und der Zufall wollte es, dass Hendricks nun seinen alten Freund in „Invictus“ darstellen durfte. Williams erinnert sich: „Trotz wochenlanger Suche fanden wir keine richtig geeigneten Spieler. Doch dann begegnete ich im Einkaufszentrum McNeil Hendricks. Ich sagte sofort: ‚Du musst mich unbedingt spielen!‘ Und ich war ihm wirklich dankbar, als er sich dazu bereit erklärte.“
Dazu Hendricks: „Das war eine tolle Chance für mich. Chester und ich kennen uns schon ewig und sind uns charakterlich sehr ähnlich. Als er Rugby spielte, hat er immer gegrinst, und ich genauso: Auch wenn ich ständig umgerannt wurde, hatte ich immer ein Lächeln auf den Lippen. Es war einfach großartig, die Gelegenheit zu bekommen, mit Leuten wie Matt, Morgan und Clint Eastwood zusammenzuarbeiten.“
Die meisten Rugby-Spieler wurden in Südafrika engagiert – obwohl sie alle die verschiedenen Länder repräsentieren, die im Film an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Die für den filmischen Sportbereich verantwortliche Aimee McDaniel stellte die verschiedenen Film-Mannschaften zusammen.
McDaniel begann ihre Arbeit erst vier Monate vor Drehbeginn. Sie sprach sich bei der Auswahl der Sportler mit Chester Williams und seinen Rugby-Coach-Kollegen Rudolf De Wee und Troy Lee ab. „Zunächst musste ich innerhalb von zwei Wochen etwa 500 Rugby-Spieler auftreiben, was allein schon deshalb schwer war, weil die Spielzeit in Kürze beginnen sollte. Wir besuchten jeden Rugby-Club der Gegend und verteilten Flugblätter, mit denen wir zu einem offenen Casting einluden. Die Rugby-Spieler erschienen in hellen Scharen, und wir testeten sie – durch ein Training mit Chester und den anderen Coaches. Dabei wählten wir aus, bis wir unsere endgültige Gruppe zusammen hatten. Die nächste Aufgabe war komplizierter: Die Spieler mussten für ihre jeweilige Spielposition das richtige Aussehen mitbringen. Das Team, das dabei herauskam, war wie aus einem Guss.“
Doch es ging nicht nur um Rugby: Die Männer, die als das sehr fähige, neuseeländische Team namens All Blacks antraten, mussten außerdem den traditionellen Maori-Kriegstanz, den Haka, einstudieren. „Er soll dem gegnerischen Team Angst und Schrecken einjagen, bevor das Spiel überhaupt beginnt“, erklärt Eastwood.
Damit es wirklich keine Patzer gab und „aus Respekt nahmen wir Kontakt zur New Zealand Rugby Association auf, um sicherzustellen, dass der Haka korrekt dargestellt wurde“, berichtet Lorenz. „Sie schickten uns den Fachmann Inia Maxwell, der uns beim Einstudieren half, und er war beim Dreh immer dabei – wir wussten also, dass wir alles richtig machten.“
Was vergangen ist, ist vorbei. Wir schauen jetzt nach vorn.
Nelson Mandela in „Invictus“
Ein weiteres Team spielt in Mandelas Traum von der Regenbogen-Nation eine bedeutende Rolle. Zu Beginn des Films bittet der neue Präsident die weißen Mitarbeiter, die für Präsident de Klerk gearbeitet hatten, ihre Arbeit fortzusetzen. Seine persönliche Leibwache unter Führung von Jason Tshabalala und Linga Moonsamy sieht das ganz gelassen … bis sie erfahren, dass die Regel auch für sie gilt. Plötzlich sind sie Kollegen ehemaliger Mitglieder des Special Branch (Staatspolizei) – jener Männer, die ihnen vor Kurzem noch nach dem Leben getrachtet hatten.
Dazu Eastwood: „Mandela weiß genau, dass die persönlichen Leibwächter seine sichtbarsten Mitarbeiter sind – die demonstrative Zusammenarbeit von schwarzen und weißen Mitgliedern dieser Einheit macht also deutlich, dass sehr unterschiedliche Menschen in seiner Regierung tätig sind. Daran liegt ihm sehr viel.“
„Mandela redet nicht nur von Vergebung und Versöhnung als Aufgabe für das übrige Volk – er beginnt damit ganz konkret in seinem eigenen Team“, kommentiert Anthony Peckham. Für ihn ist die Integration von Mandelas Wachmannschaft der perfekte Mikrokosmos, der das Ganze repräsentiert: „Zwischen dem ANC (African National Congress) und dem Special Branch bestand eine Todfeindschaft. Indem ich sie zu dem einzigen Zweck zusammenbringe, ihren nun gemeinsamen Staatschef zu beschützen, gelingt es mir als Autor, den abstrakten Begriffen von Versöhnung und Vergebung einen ganz persönlichen Ausdruck zu verleihen – ohne diese konkrete Situation wäre mir das nie gelungen.“
Tony Kgoroge und Patrick Mofokeng spielen Jason Tshabalala und Linga Moonsamy. Matt Stern und Julian Lewis Jones übernahmen die Rollen von Hendrick Booyens und Etienne Feyder, die zuvor für den Special Branch gearbeitet haben und die nun ein Vertrauensverhältnis zu Jason und Linga aufbauen müssen, um Mandela schützen zu können.
Auch Frauen spielen eine bedeutende Rolle im Leben von Präsident Mandela und Francois Pienaar. Adjoa Andoh spielt Mandelas Stabschefin Brenda Mazibuko, die nicht begreift, warum der Präsident derart viel Zeit und Energie auf etwas so Unbedeutendes wie Rugby verwendet, wo es doch so viel Wichtiges zu tun gibt. Marguerite Wheatley übernimmt die Rolle von Pienaars damaliger Verlobten Nerine, die ihm beim wichtigsten Einsatz seines Lebens unerschütterlich zur Seite steht.
Das ist eine unserer Hymnen … es bedeutet „Gott segne Afrika“ – ist doch ganz passend, das müsst ihr zugeben.
Francois Pienaar in „Invictus“
In „Invictus – Unbezwungen“ ist der lange Schatten der Apartheid noch deutlich spürbar, als Francois Pienaar den Springboks den Text der neuen südafrikanischen Nationalhymne präsentiert: In Xhosa, der Sprache der schwarzen Südafrikaner, bedeutet „Nkosi Sikelel’ iAfrika“ „Gott segne Afrika“. Das Lied soll die bisherige Hymne „Die Stem (Die Stimme Südafrikas)“ nicht ersetzen, sondern sie gleichberechtigt ergänzen. Dennoch stoßen Francois’ Bemühungen bei seinen weißen Mannschaftskollegen auf erbitterten Widerstand, denn es fällt ihnen schwer, sich auf die neue Situation einzustellen.
Die Hymne ist nur eines von mehreren südafrikanischen Liedern, die im Film zu hören sind, und die Komponisten Kyle Eastwood und Michael Stevens ließen sich auch deutlich von der Musik der südafrikanischen Ureinwohner anregen. Zufällig nahm Kyle Eastwood gerade an einem Jazz-Festival in Südafrika teil, als das Filmprojekt konkrete Formen annahm. Dazu Clint Eastwood: „Also schickte ich ihn los, um zu recherchieren, Kontakt zu Musikgruppen vor Ort aufzunehmen und zu schauen, was er dort auftreiben konnte. Als ich selbst in Südafrika eintraf, habe ich mir sehr viele unterschiedliche Bands angehört. Verwendet haben wir das Soweto String Quartet, das zu Mandelas Lieblingsgruppen zählt. Außerdem haben wir dort den A-cappella-Chor Overtone entdeckt, der uns sehr gut gefällt.“
„Viele sehr bekannte Musiker hörten von unserem Projekt und wollten daran teilhaben, weil die Story so wichtig ist“, sagt Lorenz. „Doch letztlich entschied sich Clint für die Musik, die ihn ansprach und in sein Filmkonzept passte. Wir verwenden den Sound verschiedener südafrikanischer Musiker – dadurch wird die Musik authentisch. Heraus kommt ein ganz eigener, sehr eklektischer Score, der den Film wunderbar unterstützt.“
Hört ihr das? Hört auf euer Land. Das ist es. Das ist unser Schicksal.
Francois Pienaar in „Invictus“
Die Dreharbeiten zu „Invictus – Unbezwungen“ fanden ausschließlich an Originalschauplätzen in Südafrika statt. Soweit es möglich war, drehten die Filmemacher dort, wo sich die Ereignisse wirklich zugetragen haben.
Lorenz berichtet: „Durch unsere Arbeit vor Ort in Südafrika merkten Darsteller und Crew, wie wichtig unsere Geschichte ist, denn immer wieder spürten wir, welche Auswirkungen sie auf die Bevölkerung dort hatte. Alle Menschen, denen wir begegneten, konnten uns exakt sagen, wo sie sich während des Endspiels befanden und wie begeistert sie waren. Das war ein Moment, der ihr Leben definierte – jeder konnte sich ganz genau daran erinnern.“
„Der Dreh an den Originalschauplätzen macht die Story sehr authentisch“, stellt Mace Neufeld fest. „Das war ganz erstaunlich, denn seit den Ereignissen sind erst 15 Jahre vergangen – man muss sich einmal anschauen, was seitdem erreicht worden ist. Als Produzent habe ich selten etwas derart Beeindruckendes erlebt.“
Freeman bestätigt das und berichtet, welch großen Unterschied er jetzt in dem Land spürte, nachdem er über zehn Jahre zuvor erstmals dort zu Gast gewesen war. „Als ich damals das erste Mal nach Südafrika kam, war Mandela Präsident – man spürte die Aufbruchstimmung, die die Luft mit elektrischer Spannung erfüllte: Alle waren begeistert und voller Energie. Diesmal lief alles in eingefahrenen Bahnen – es gab keinen Stress, keinen Druck, und das war toll. Es war wunderbar zu erleben, dass die damaligen Bemühungen umgesetzt und inzwischen zum Status quo geworden sind.“
„Ich hätte den Film nur in Südafrika und nirgendwo sonst gedreht“, erklärt Eastwood. „So etwas funktioniert nur vor Ort – mit den Menschen, an den Originalschauplätzen. Alles muss authentisch sein. Die meisten Darsteller und alle Statisten stammen aus Südafrika. Auch fähige Filmteams gibt es in Südafrika, sodass wir ein nettes Ensemble aus Amerikanern und Südafrikanern zusammenstellten, die hinter der Kamera zusammenarbeiteten. Die Crew hat wirklich ganze Arbeit geleistet.“
Wieder setzte Eastwood auf bewährte Mitarbeiter: Kameramann Tom Stern, Produktionsdesigner James J. Murakami, die Cutter Joel Cox und Gary D. Roach sowie Kostümdesignerin Deborah Hopper.
„Clint umgibt sich mit Leuten, die ähnlich ticken wie er“, bemerkt Neufeld. „Ein bemerkenswertes Team. Ich lehnte mich einfach zurück und schaute staunend zu, wie er diesen Film inszenierte. Er bereitet den Dreh sehr umsichtig vor – Darsteller und Team wissen genau, dass sie sich sehr gut vorbereiten müssen, denn er selbst ist es ausnahmslos.“
Freeman, der sich mit Eastwoods Inszenierungsstil bestens auskennt, bestätigt: „Er arbeitet sehr schnell: Wenn es beim ersten Take klappt, geht es sofort weiter. Mir gefällt das sehr. Und ich weiß seine Gelassenheit zu schätzen, die Ausdruck seiner Kraft ist: Er hat alles im Griff.“
Über seine erste Zusammenarbeit mit Eastwood sagt Damon: „Er beherrscht die Filmsprache vollkommen. Er weiß genau, wie das Erzählen einer Geschichte funktioniert. Als Schauspieler fühlt man sich absolut sicher, weil man sich in sehr, sehr guten Händen befindet. Die Arbeit mit ihm ist eine wunderbare Erfahrung.“
Ein Großteil der Aufnahmen fand in und um das an der Küste gelegene Kapstadt statt. Eine wichtige Szene, die dort im Viertel Tokai gedreht wurde, war Nelson Mandelas Besuch im Trainingslager der Springboks. Als das Team morgens am Drehort eintraf, entdeckte es ungewöhnliche Zuschauer, die schon früher aufgetaucht waren: eine Horde Paviane. Eastwood erinnert sich: „Wir mussten warten, bis die Paviane sich verzogen. Aber sobald die Spieler auf das Feld liefen, blieben die Paviane am Spielfeldrand stehen oder schauten uns aus den Bäumen zu. Sie fragten sich wohl: ‚Was sind denn das für Verrückte?‘“, lacht der Regisseur.
In einem Haus in Kapstadt drehte man auch die Innenszenen in Präsident Mandelas Wohnhaus. Mandelas persönliche Assistentin Zelda la Grange lobte die Arbeit von Produktionsdesigner James J. Murakami und seinem Team: „Ich kenne das Haus in- und auswendig, und sie haben es wirklich perfekt nachgebaut. Sogar die Atmosphäre ist authentisch. Und dann hörte ich Morgan Freeman sprechen – ich konnte ihn in diesem Moment nicht sehen – und dachte: ‚Wo kommt denn Mr. Mandela plötzlich her?‘“, lächelt sie. „Ich sehe Madiba fast jeden Tag, und es ist einfach unmöglich, ihn in Sprache und Gesten noch wahrhaftiger und glaubwürdiger nachzuahmen.“
Für die Außenaufnahmen von Mandelas Haus filmte man sein tatsächliches Wohnhaus in Johannesburg. Ebenfalls in dieser Stadt entstanden im Ellis Park Stadium die Szenen der Rugby-Begegnungen – also auch das Endspiel der Weltmeisterschaft – genau dort, wo sie tatsächlich stattgefunden haben. Das Stadion hat sich seit 1995 stark verändert. Aufgrund umfangreicher Recherchen sorgten Murakami und sein Team dafür, dass der Austragungsort wieder in den Zustand von damals versetzt wurde – auch entsprechende Schilder jener Zeit wurden angebracht. Mithilfe von Computergrafiken wurde der Eindruck später vervollständigt, und per Computer vervielfachte man auch die über 2000 echten Statisten, die die Tribünen bevölkerten: Das Motion-Capture-Verfahren erlaubte dem für die visuellen Effekte zuständigen Team, ein „ausverkauftes“ Stadion mit 62.000 begeisterten Fans zu präsentieren.
Ebenso wie Murakami bemühte sich Kostümdesignerin Deborah Hopper, den Look von 1995 zu treffen, was vor allem die Trikots der Springboks betraf, die sich stark von den heutigen Outfits unterscheiden. Sie erklärt: „Die Mannschaftsuniformen haben sich sehr verändert. 1995 waren die Hosen viel kürzer und die Hemder größer und eckiger. Und damals verwendete man Baumwolle, heute Synthetik. Wir ließen uns den Strickstoff extra anfertigen.“
Hopper musste mit ihrem Team auch die Trikots der anderen Mannschaften anfertigen und entsprechende Logos anbringen, die sich seitdem in vielen Fällen verändert haben. Tatsächlich springt die Springbock-Antilope des Mannschaftslogos im Vergleich zu 1995 heute genau in die entgegengesetzte Richtung.
Während des letzten Spiels im Film trägt auch Nelson Mandela das Springbok-Hemd. Laut Lori McCreary war das „ein sehr bedeutender Moment, denn das Trikot galt den schwarzen Südafrikanern lange als rotes Tuch. Als Mandela in dem Springbok-Trikot erschien, machte das allen klar: ‚Wir bilden jetzt ein gemeinsames Team – lasst uns alle einträchtig zusammenarbeiten.‘“ Die Nummer auf Mandelas Trikot ist die Sechs – damit demonstriert er seine Solidarität mit seinem Freund und Verbündeten, Mannschaftskapitän Francois Pienaar.
Die Szene, in der sich Mandela und Pienaar erstmals im Büro des Präsidenten begegnen, wurde in den Büros der Union Buildings gedreht, dem Sitz des Parlaments in der Hauptstadt Pretoria. Zum allerersten Mal überhaupt durften dort Aufnahmen zu einem Spielfilm stattfinden.
Doch die heftigsten, emotionalen Reaktionen im gesamten Team riefen die Dreharbeiten im Gefängnis auf Robben Island hervor. Dort filmte man auch in der Zelle, in der Nelson Mandela fast drei Jahrzehnte inhaftiert war. „Wir haben uns alle völlig anders verhalten und meist geschwiegen“, erinnert sich McCreary. „Aufgrund dieser Erfahrung waren uns Mandela und die Geschichte viel näher, als wenn wir diese Szenen woanders gedreht hätten.“
Dazu Eastwood: „Als wir auf Robben Island eintrafen, staunten wir alle, wie klein dort alles ist. Dort 27 Jahre zu verbringen – vielleicht die besten Jahre des Lebens – und dann von dort zurückzukehren, ohne verbittert zu sein, das ist eine ungeheure Leistung.“
Die gesamte Springbok-Mannschaft fährt nach Robben Island hinaus, um diesen schrecklichen Ort aus eigener Anschauung zu erleben – und sei es nur für kurze Zeit. Hier erinnert sich Pienaar an das Gedicht, das Nelson Mandela ihm als Inspiration ans Herz gelegt hatte:
INVICTUS
Out of the night that covers me,
Black as the Pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.
In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.
Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.
It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.
William Ernest Henley
Meinungen
Eure Meinung über diesen Film/Trailer (10)
eddy echt guter film :)
FILMFAN den will ich unbedingt sehen ist eben ein clint eastwood film da hat man immer etwas von
Skywalker Der Film lief gestern OV in der Sneak, extrem gut mit unglaublichen Gänsehautmomenten ;)
Leichardt Habe ihn vor ein paar tagen gesehen. echt gut. angenehm unaufgeregt und auf das Thema konzentriert ohne belehrend zu sein. einfach interessant.
Bibi naja geht so, tolle besetzung aber der inhalt könnte noch etwas besser sein. Lohnt sich nicht ins kino zu rennen... gehen reicht auch.
Hague Clint Eastwood hat einfach das Gespür für unglaubliche Momente und Themen. Ich freue mich auf dieses Filmerlebnis schon jetzt. Es motiviert mich auch Unmögliches zu beginnen....
Mickey_Nice Die Nase hat er gemacht bekommen, weil Rugby-Spieler öfters was auf die Nase kriegen ;) .... scheint ein sehenswerter Film zu sein!
Jim James Matt Damon ist echt ziemlich gealtert!
victory123 iwi hat matt damon da voll die andere komische nase!?!
happyday bestimmt sehr guter film. sieht gabz gut aus












