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Ich Und Orson Welles Film Trailer

Länge: 109 Min | Kinostart: 26.08.2010 | Release: 18.11.2010 (DVD)
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Schauspieler:Zac Efron, Ben Chaplin, Claire Danes, Zoe Kazan, Eddie Marsan, Christian McKay, Kelly Reilly, James Tupper, Thomas Arnold, Leo Bill, Shane James Bordas, Michael Brandon, Aaron Brown, Janie Dee, Alessandro Giuggioli, Garrick Hagon, Patrick Kennedy, Lexie Lambert, Harry Macqueen, Megan Maczko

Die Story:Manhattan in den 1930er Jahren. Der Theatre District zwischen der 40sten und 54sten Straße erlebt seine Hochzeit. Einer der schillerndsten Stars dieser Zeit ist Orson Welles – Schauspieler, Regisseur, Visionär und Gründer des legendären Mercury Theatre. Auch der junge Richard träumt von einer Karriere am Broadway und ergattert durch einen glücklichen Zufall eine kleine Rolle in dem Stück JULIUS CAESAR von William Shakespeare, dessen Premiere Welles gerade vorbereitet. Doch die schillernde New Yorker Theaterwelt entpuppt sich als hartes Pflaster: Der geniale wie herrische Orson Welles führt ein hartes Regiment auf und hinter der Bühne und verfolgt seine künstlerischen Ziele gnadenlos. Neid, Missgunst und Konkurrenzkämpfe beherrschen den Probenalltag. Als sich Richard auch noch in die ehrgeizige Regieassistentin Sonja Jones verliebt, wird er unwissentlich zum Rivalen des genialen Multitalents. Ein ungleicher Kampf beginnt...

Hintergrund:ICH & ORSON WELLES erzählt die unglaubliche Geschichte des jungen, theaterverrückten Richard, der durch einen glücklichen Zufall auf den legendären Orson Welles trifft. Tatsächlich legte Orson Welles 1937 mit seiner bahnbrechenden Inszenierung von JULIUS CAESAR am Mercury Theatre den Grundstein für seinen späteren Erfolg. Um diese Atmosphäre so realistisch und detailgetreu wie möglich wieder zu geben, hat Richard Linklater und sein Team sowohl im Drehbuch als auch in der Kulisse größten Wert auf Authentizität gelegt. Angefangen bei der Bühne des Mercury, die liebevoll rekonstruiert wurde, bis hin zu der gesamten Inszenierung und ihren Beteiligten, wurde versucht alles so authentisch und nahe wie möglich an der Realität zu halten. Einzig die Figuren des jungen Richard und der schönen Sonja sind in den 30ern nicht belegt. McKay als Orson Welles wurde für seine Darstellung mit dem San Francisco Film Critics Award als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet und erhielt Nominierungen u.a. bei den BAFTA Film Awards, British Independent Film Awards, Critics Choice Award und dem Independent Spirit Award. Zudem hat Richard Linklater mit dem Mädchenschwarm Zac Efron (17 AGAIN), der charismatischen Claire Danes (ROMEO & JULIA, STAGE BEAUTY), Ben Chaplin (THE TRUTH ABOUT CATS AND DOGS mit Uma Thurman) und Zoe Kazan, der Enkelin des legendären Regisseurs und Schriftstellers Elia Kazan, den Film auf den Punkt besetzt.

Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: Dolby Digital




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♥: Christian McKay als Orson Welles ist umwerfend und der Rest des Ensemble kaum schlechter
−: Die Geschichte der Hauptfigur ist weniger interessant als die Nebenfigur Orson Welles

Ein Bio-Pic über Orson Welles ist ein Ding der Unmöglichkeit. Im Laufe seines Lebens hat der nach Meinung vieler Experten beste Regisseur aller Zeiten so viele Karrieren angefangen (und in den Sand gesetzt), so viele Filme begonnen (und abgebrochen) wie kaum ein anderer Filmschaffender.
Er war Theatermacher, Radiostar, Filmregisseur, Schauspieler, Autor, Dokumentarist und politischer Kommentator. Auf welchen Aspekt oder welche Zeit sollte man sich da konzentrieren ? Vielleicht auf die Entstehung von Citizen Kane - oder seine legendäre Radio-Show "Krieg der Welten" ? "Ich & Orson Welles" nimmt sich eine andere Phase vor.


1937 ist Welles bereits eine Berühmtheit und gilt als künstlerisches Enfant Terrible. Im New Yorker Mercury-Theater steckt er mitten in den Proben zu seiner Version von Shakespeares "Julius Caesar". Trotz Welles Popularität ist Geld knapp und die Produktion ein Risiko. Zumal der ambitionierte Künstler eine ziemlich außergewöhnliche Inszenierung plant. Statt der gewohnt klassischen Bühnenfassung in Toga und Sandalen steckt er Caesar, Brutus und Co. in faschistische Uniformen und macht aus dem Klassiker ein Stück mit damals aktuellen, brisanten politischen Bezügen.

In diese angespannte Atmosphäre schlittert der Theater-begeisterte Student Richard (Zac Efron). Mit viel Selbstbewußtsein imponiert er dem Maestro und ergattert eine kleine Rolle. Damit wird er Teil der Schauspielergemeinde am Broadway und sieht das Genie bei der Arbeit. Ganz nebenbei lernt er auch noch die hübsche und ehrgeizige Sekretärin Sonja (Claire Danes). Sie wird seine große Liebe, aber auch sein Boss hat Interesse an der Blondine.

Auch wenn der Titel behauptet, dass Robert hier die Hauptfigur ist: das Spannende am Film ist der  Kreative Derwisch Orson Welles. Das liegt am ausgefeilten Skript aber vor allem am phänomenalen Darsteller Christian McKay, der weit mehr als eine äußere Ähnlichkeit zu Welles hat, spielerisch wechselt er zwischen den verschiedenen Charakterfacetten, dem tobenden Egomanen, dem begeisterten Künstler, dem Frauenheld und trickreichen Manipulator.

Das ausgerechnet der "High-School-Musical"-Star Zac Efron hier auftaucht überrascht, passt aber ganz gut. Er ist zwar kein toller Schauspieler, aber als naiver, impulsiver Newcomer, der vom Ruhm auf der Bühne träumt, kann er überzeugen. Gegen Christian McKay kann er dagegen nicht punkten. Muss er aber auch gar nicht.

Faszinierend ist der Blick hinter die Theaterkulissen, auf Eitelkeiten, Intrigen und Neurosen. Die Proben selbst wirken wie ein Theaterstück, wenn auch ein sprunghaftes, improvisiertes. Denn Orson Welles läuft ständig auf die Bühne und doziert und monologisiert. Und irgendwie schält sich aus dem anfänglichen Chaos ein Theaterstück heraus. Was daraus wird, soll hier nicht verraten werden. Ein kolossaler Flop (die waren in Welles Karriere nicht gerade selten) oder ein triumphaler Erfolg ? Aus der Ungewissheit und Nervösität der Theatertruppe zieht der Film zusätzlichen Reiz.

Außerdem muß natürlich für einen historischen Film das damalige New York heraufbeschworen werden, was angemessen aber nicht sonderlich detailreich passiert. Im Focus stehen die Personen.
Dass Regiseur Richard Linklater einen Film über Orson Welles dreht, macht Sinn. Er hat zwar nicht annähernd den legendären Ruf. Aber er wechselt ähnlich chaotisch zwischen den Genres, dreht Independent-Dramen (Before Sunset), ebenso wie Experimentelles (A Scanner Darkly) aber auch Mainstream-Kost (School of Rock).Und "Ich & Orson Welles ist wieder mal eine neue Facette. Ein turbulentes, unterhaltsames Arthousedrama, leichtverdaulich aber nie banal.

Eigentlich soll der Film ja die (fiktive) Geschichte von Richard Samuels erzählen soll. Die ist aber weit weniger interessant und eigentlich nur Mittel zum Zweck um das Multitalent Orson Welles zu beobachten. "Ich & Orson Welles" überzeugt als spritziges Biopic und Charakterstudie nicht nur für Theaterfreunde. Solange es kein offizielles Bio-Pic über Welles gibt, dürfte dies die beste Methode sein, dem legendären Filmemacher ein Stück näher zu kommen. Und ganz nebenbei ist der Film auch eine immer unterhaltsame Zeitreise an den Broadway der 30er Jahre. Aber schon allein für die Performance von Christian McKay lohnt sich der Film.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Infos über Orson Welles:

Orson Welles: Einige sehen seine 50-jährige Karriere als unerfülltes Versprechen. Der kommerzielle Erfolg blieb ihm verwehrt. Hollywood mochte ihn nicht. Dennoch gehört er zu den künstlerisch einflussreichsten Regisseuren, Schauspielern und Drehbuchautoren der Filmgeschichte. Sein Lebenswerk – wenngleich teils fragmentarisch – ist gewaltig.

Orson Welles wird am 06. Mai 1915 in Kenosha, Wisconsin, geboren. Sein Vater ist ein Industrieller, seine Mutter eine bekannte Konzertpianistin. Beide sterben, bevor Orson Welles 15 Jahre alt wird. Der Arzt der Familie Dr. Maurice Bernstein wird daraufhin sein Vormund. Orson wird mit einer imposanten Figur und einer tiefen, gewaltigen Stimme gesegnet. Bereits mit drei Jahren debütiert er auf der Opernbühne in Chicago. Während seiner Schulausbildung an der Todd School in Woodstock, Illinois, engagiert er sich an der dortigen Schulbühne als Schauspieler, Regisseur und Szenenbildner.

Anschließend studiert er am Art Institute in Chicago. Während eines Aufenthalts in Europa im Alter von 16 Jahren überzeugt er das Dublin Gate Theater von seinen Fähigkeiten. Er behauptet 22 Jahre und ein aufsteigender Broadway Star zu sein und debütiert dort als Karl Alexander von Württemberg in dem Theaterstück JEW SÜSS. Außerdem arbeitet er als Regisseur, Bühnenbilder und Journalist.

1933 kehrt er nach Amerika zurück und agiert in New York als Autor und Produzent. 4 Jahre später gründet er mit John Houseman das Mercury Theater, wo nicht nur Theater gespielt sondern auch Radioshows für CBS produziert werden.