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Snowman's Land Film Trailer

FSK Film: 16 | Länge: 90 Min | Kinostart: 30.09.2010 | Release: 04.03.2011 (DVD)
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Schauspieler:Jürgen Rißmann, Thomas Wodianka, Reiner Schöne, Walera Kanischtscheff, Eva Katrin Hermann

Die Story:Walter, ein glückloser Auftragskiller, soll für den ehemaligen Unterweltboss Berger einen Job erledigen. Dieser lebt seit Jahren abgeschieden in den Bergen weit im Osten, und hat dort Ärger mit den Einheimischen. Zusammen mit seinem labilen Berufskollegen Micky soll Walter in Bergers Abwesenheit auf dessen Villa und seine junge Ehefrau Sibylle aufpassen. Was zunächst mehr nach bezahltem Urlaub in verschneiter Bergkulisse als nach Arbeit aussieht, wird schlagartig kompliziert, als Sibylle durch ein dummes Missgeschick ums Leben kommt. Um nicht für das plötzliche Ableben der Gattin verantwortlich gemacht zu werden, lassen Walter und Micky die Leiche verschwinden und legen eine falsche Fährte. Doch damit gehen die Probleme erst richtig los...

Hintergrund:Die Reise eines müden Auftragskillers in die Berge zu einem Job, bei dem er eine ruhige Kugel zu schieben hofft, dann aber alles völlig aus dem Ruder gerät – das ist der Beginn einer skurrilen Story, die rau und politisch unkorrekt daherkommt, mit Wendungen und absurden Situationen überrascht, um dann wieder ihren melancholischen Charakter zu offenbaren und in einem nahezu psychedelischen Finale zu gipfeln. Regisseur Tomasz Thomson ist mit dieser Killerkomödie eine wirkliche Überraschung gelungen. SNOWMANS LAND besticht durch schwarzen Humor und eine erfrischend lakonische Erzählweise. Selten hat man in Deutschland ein derart untypisches Kinodebüt gesehen, das sowohl visuell, als auch inhaltlich neue und faszinierende Wege einschlägt. Zu den 20 Best of Fest Filmen des Edinburgh Filmfestivals gewählt, wurde und wird SNOWMAN’S LAND außerdem noch bei folgenden Festivals präsentiert: Filmfestival Max Ophüls Preis, Montreal World Filmfestival, Internationales Filmfestival Athen, Zürich Filmfestival und Arizona Underground Festival.

Technikinfos:Bildformat: 2,35:1

Filmmusik:Die Filmmusik stammt von Luke LaLonde (Toronto/Kanada), Leadsänger von den Born Ruffians. Die Songs im Soundtrack: Carlos Werneck - Lalaca e Luluca; Herman Dune - Next Year in Zion; The Boggs - Beside the Wi...ndowsill; Justine Electra - Killalady; Born Ruffians - Red, Yellow and Blue; Menomena - The Monkey's Back; Matt Bauer - The Owl and the Snake; Born Ruffians - Little Garcon; Menomena - Ghostship




Eure Meinung zu "Snowman\'s Land"



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Eure Kommentare zu "Snowman\'s Land":

arthur ich habe auf facebook gelesen, der soll im herbst rauskommen.

alice klingt amüsamt, aber wieso schnee im sommer?

 




♥: schwermütige Atmosphäre, überzeugende Location, lakonischer Humor
−: oberflächliche Charaktere, uninteressante, verworrene Geschichte

Profi-Killer sind auch nur Menschen. Etliche Filme haben schon versucht, das Image der tödlichen Typen aufzupolieren. Von Leon-Der Profi , Ghost Dog oder zuletzt „Brügge sehen und sterben". Nun gibt es also auch einen deutschen Film zum Thema. Und der hält sich neben den internationalen Vorbildern erstaunlich gut.


Auftragskiller Walther (Jürgen Rißmann) hat seinen letzten Auftrag vermasselt. Sein Boss ist zwar genervt - aber doch erstaunlich gelassen. Er empfiehlt seinem sonst so verlässlichen Problemlöser, mal unterzutauchen bis sich die Aufregung der Öffentlichkeit gelgt hat und „sein Säckchen in die Sonne zu hängen", sprich Urlaub zu machen.

Aber leider ist Walther keiner der wohlhabenden Hitmen mit Nummernkonten und Kontakten im Ausland. Außerdem nagt der vergeigte Auftrag an der Berufsehre. Also nimmt er lieber einen neuen Auftrag im Ausland an. So kommt er auch mal raus und kann gleich gleich noch beweisen, was er draufhat. Der Job wird zwar nicht näher erklärt, soll aber ziemlich locker sein und in idyllischer Umgebung stattfinden, im Hotel einer ausgewanderten Unterweltgröße irgendwo im Osten.

Das vermeintliche Luxusdomizil entpuppt sich als heruntergekommenes, leerstehendes  Sanatorium mitten im Nirgendwo. Und der Auftraggeber (Reiner Schöne) ist auch nicht Sicht. Stattdessen muss Walther sich mit dessen zickiger Geliebter (Eva-Katrin Hermann) und dem überdrehten Killerkollegen Micky (Thomas Wodianka) herumplagen. Irgendwie hatte er sich das alles ganz anders vorgestellt. Aber zunächst mal wartet er geduldig. Und schon bald wird's in dem zugigen Gemäuer turbulenter als ihm lieb ist.

Wer ein derbes Tarantino-Spektakel auf Leben und Tod erwartet, könnte aber enttäuscht werden. Es wird zwar vor allem zum Ende hin geballert und gestorben. Spannung kommt dabei aber kaum auf. Anfangs ist es noch interessant, sich die vielen Möglichkeiten auszumalen. Die Handlung die sich dann tatsächlich entwickelt ist aber zu verworren um zu packen. Walther ist ein eher träger Typ, da erinnert er an Jean Reno´s Leon. Einerseits ist er allerdings ein viel normalerer Mann, der raucht, säuft, vögelt, zockt und lacht, andererseits wirkt er nicht wie ein typischer Killer. Um seine tödlichen Fähigkeiten geht es dann aber auch im Verlauf der Handlung nur selten.

Snowmans Land ist kein Thriller , sondern eine skurile, teils absurde Komödie. Immer wieder nimmt der Regisseur dabei Hollywoodklischees auf die Schippe, wenn Walther nicht wie seine US-Kollegen mal schnell in die Karibik jettet, sondern nur vor Shoppingkanal sitzt und von einem Pauschalurlaub für 589,- träumt. Selbst eine neue Waffe kann er sich mangels Moneten nicht leisten. Und wie um ihn zu verhöhnen läuft sein Kollege Micky ihm ständig mit einer knallbunten „Aloha-Hawaii"-Jacke vor der  Nase herum.

Walthers Kollege Jean lehnt dagegen den Auftrag im Osten ab, weil er seine Kinder in die Schule bringen muss und macht sich sorgen um den Wiederverkaufsverwert seines Kombis („bitte hier drin nicht rauchen"). Wo sind bloss die coolen dauerqualmenden Macho-Mörder geblieben, die sich einen Dreck um Gesellschaft und Gesetz geschert haben ?

Wer genau aufpasst, kann hier viele kleine augenzwinkernde Gags entdecken. Die sind nichts zum laut loslachen sondern eher Schmunzelmunition. Die Besetzung und das Budget waren minimal. Der „Held" ist einfach zu passiv und lediglich widerwilliger Zeuge der absurden Ereignisse um zu überzeugen. Gemessen daran ist die Szenerie faszinierend und vermittelt sehr gut den Eindruck sich an einem wirklich gottverlassenen Ort im Nirgendwo zu befinden. Da überrascht, dass in Wirklichkeit im Schwarzwald gedreht wurde. Die Hauptlocation, ein verlassenes Kurhotel in verschneiter Landschaft wirkt streckenweise wie das verwunschene Hotel in „Shining" und ist ein weiterer Hauptdarsteller des Films.

Snowmans Land" ist der schmuddelige kleine Bruder von Clooneys Killerdrama „The American", erinnert mit seinen exzentrischen Figuren aber auch stark an frühe Filme der Coen-Brüder wie Fargo (was wohl auch an der verschneiten Landschaft liegt).  Eine Low-Budget-Ballade eines Killers am Scheideweg, die leider nur halbwegs gelungen ist.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Weitere Infos über Tomasz Thomson - Regie, Drehbuch, Schnitt

Tomasz Thomson wurde 1973 in Kattowitz geboren und wuchs in Deutschland auf. Er absolvierte die Regieklasse auf der Nationalen Filmhochschule PWSFTviT in Lodz, Polen. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Köln. „Snowman's Land“ ist sein zweiter Spielfilm.