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I Love You Phillip Morris Film Trailer


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FSK Film: 16 | Länge: 96 Min | Kinostart: 29.04.2010 | Release: 06.10.2010 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

Links & Infos

 

Schauspieler:Jim Carrey, Ewan McGregor, Leslie Mann, Rodrigo Santoro, Nicholas Alexander, Michael Beasley, Tony Bentley, Allen Boudreaux, Sean Boyd, Brennan Brown, Marcus Lyle Brown, Marylouise Burke, Beth Burvant, Trey Burvant, Edward D. Caiado, Clay Chamberlin, Dameon Clarke, Ken Clement, Antoni Corone

Die Story:Der unauffällige Geschäftsmann Steven Russell führt ein geregeltes Leben mit Frau, Kind, Haus und sonntäglichem Gesang im Kirchenchor. Bis ein Autounfall ihm zu einer profunden Erkenntnis verhilft: Er ist schwul. Fortan lässt er keine Party, kein exklusives Restaurant und keinen knackigen Kerl mehr aus. Das pralle Leben erweist sich als kostspielig, aber Steven beweist ungemein viel Phantasie in der regelmäßigen Beschaffung der notwendigen Finanzmittel. Natürlich geht das nicht lange gut und er landet im Knast. Dort lernt Steven seine große Liebe, den zurückhaltenden Phillip Morris, kennen. Und damit fangen die Probleme für Steven überhaupt erst so richtig an...

Hintergrund:Der Film erzählt die kaum fassbare Karriere des Ex-Polizisten, Ex- Ehemanns, Ex-Versicherungsvertreters, Ex- Musterhäftlings, genialen Hochstaplers und ewigen treuen Liebhabers seines Zellengenossen Phillip Morris. Der mit Ewan McGregor und Jim Carrey als Liebespaar hochkarätig besetzte Film von Glenn Ficarra und John Requa zeigt, was alles passieren kann, wenn das unbeugsame Gesetz, ein unbezähmbarer Drang nach Freiheit und die große Liebe aufeinander prallen.



Langinhalt:
Steven Russell (Jim Carrey) führt ein ganz normales Leben. Er ist seiner Gattin Debbie (Leslie Mann) ein liebevoller Ehemann, der Familie ein treu sorgender Vater, er singt sonntags im Kirchenchor und hat einen anständigen Beruf. Bis er eines Nachts einen Autounfall hat. Als Steven im Krankenhaus aufwacht, ereilt ihn eine Erleuchtung profaner Natur: Er ist schwul.

Nach dieser plötzlichen Erkenntnis lässt der ehemalige Polizist und Versicherungsvertreter Frau und trautes Heim links liegen, zieht vom prüden Texas ins feierhungrige Florida und stürzt sich mit aller ihm zur Verfügung stehenden Verve ins pralle Leben. Er schafft sich zwei Hündchen und einen festen Freund an. Dazu teure Autos, teure Uhren, teure Restaurants – die graue Maus Steven dreht auf und lässt keine Party mehr aus.

Der kostspielige Lebensstil mit Cabrios, Luxuswohnungen, mit Versace-Klamotten und Rolexuhren muss finanziert werden. Denn Steven Russell lernt im Handumdrehen: „Keiner redet darüber – aber Schwulsein ist richtig teuer!“ Weshalb er schnell zu allerhand Betrügereien greifen muss. Originelle und unorthodoxe Methoden leisten Steven bei der Geldbeschaffung gute Dienste. Doch es kommt wie es kommen muss: irgendwann fliegt alles auf und der Hochstapler Steven findet sich im Gefängnis wieder.

Dort lernt er in der Bibliothek seine große Liebe Phillip Morris (Ewan McGregor) kennen. Von nun an will Steven nie wieder von dem schüchtern-jungenhaften Phillip getrennt sein. Mit viel Geschick und guten Beziehungen gelingt es dem tatkräftigen Steven sogar, mit seinem Liebsten eine Zelle teilen zu können. Dank etwas Erpressung hier und den nötigen Geldscheinen dort genießen Steven und Phillip ihre Zweisamkeit ausgerechnet in einem texanischen Gefängnis: Romantische Tanzmusik am Abend ebenso wie Steak und Scampispießchen anstelle der üblichen Knast-Kost. Alles könnte so schön sein! Doch schon bald vereitelt die Gefängnisleitung die traute Zweisamkeit: Steven wird in eine andere Haftanstalt verlegt.

Um seinem Liebsten wieder nahe sein zu können ist wieder einmal Stevens Kreativität gefragt, und der frühere pflichtbewusste Schlipsträger ist im Namen der Liebe zu allem bereit.

Nachdem Steven wieder draußen ist, erkämpft er als selbsternannter Anwalt auch Phillips Entlassung und die beiden bauen sich ein gemeinsames Leben in Saus und Braus auf. Um das nötige Kleingeld für den aufwändigen Lebensstil mit Villa und Jet-Skis aufzutreiben erfindet sich Steven eine neue Existenz, dieses Mal als Finanzchef eines großen Unternehmens. Doch früher oder später fliegt auch dieser Schwindel auf und Steven verliert nicht nur Phillips Vertrauen, sondern muss erneut hinter Gitter.

Um Phillip zurück zu gewinnen wird Steven nun zum romantischen Ausbrecherkönig. Dabei wird der liebeskranke Flüchtling manchmal so schnell wieder eingefangen, dass er sogar noch die Sträflingskleidung am Leibe trägt, als das Polizeikommando vor der Tür steht.

Mit seinem letzten großen Liebesbeweis für Phillip überschreitet Steven dann jedoch tatsächlich alle Grenzen des bisher Dagewesenen. Was Kreativität und Chuzpe betrifft, aber auch, was Unverfrorenheit angeht...


Eure Meinung zu "I Love You Phillip Morris"



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Eure Kommentare zu "I Love You Phillip Morris":

vola hab den schon gesehn genial sag ich nur. jim carrey oscarreif

martin sehr geil - freu mich schon :-)

gueldi endlich mal wieder nen film der originell und witzig ist!

DerJochen Den Film werde ich mir auf jeden Fall anschauen! Super!

 




♥: Jim Carrey in Hochform in einer fast unglaublichen Geschichte
−: Die Regie-Neulinge übertreiben ein bisschen mit den Schwulen-Klischees. Für eine Lovestory streckenweise zu klamaukig

Steven Russell hat Frau und Kind, einen Job als Polizist, und in der Freizeit spielt er Orgel in der Kirchengemeinde. Er ist ein echter Musterbürger. So scheint es. Doch Steven hat ein Geheimnis. Er ist schwul. Und eines Tages entschließt er sich, mit dem Lügen aufzuhören. Er outet sich selbst, verlässt seine Familie und zieht nach Miami, damals in den Achtzigern das Mekka der Homosexuellen. Aber das Leben in der modebewussten, partygeilen Szene ist teuer. Mit kleinen Betrügereien bessert Steven sein Konto auf. Das geht aber nicht lange gut. Dafür trifft er jedoch im Knast auf Phillip. In ihm sieht er die große Liebe seines Lebens. Und dem will er jeden Wunsch erfüllen. So holt er ihn nicht nur aus Knast, sondern verschafft sich auch einen höchst lukrativen Job, der das gemeinsame Luxusleben ermöglichen soll. Leider weiss Steven nie, wann er mit seinen Betrügereien aufhören sollte. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis seine Lügen wieder einmal auffliegen – und das gemeinsame Glück mit Phillip zerstört wird.

Kaum zu glauben, dass die Geschichte von Steven Russell tatsächlich wahr ist. Viermal ist er auf abenteuerlichste Weise aus texanischen Gefängnissen entkommen. Derzeit sitzt er dort eine 144-jährige Haftstrafe ab.


Jim Carrey dreht zwischen seinen Erfolgskomödien immer mal wieder kleine Independent-Filme mit sperrigen Themen, wie “Vergissmeinnicht” oder “Der Mondmann”. “I love you Phillip Morris” hängt da irgendwo dazwischen. Immer mal wieder blitzt Carreys Slapstickkönnen auf, aber bei weitem nicht oft genug, um mit seinen anderen Filmhits mitzuhalten.Auch Stevens abenteuerliche Betrügereien und Ausbruchspläne machen viel Spaß. “I love you Phillip Moris” wirkt zeitweise wie “Catch me if you can – Gay Edition”. Den meisten Carrey-Fans dürfte aber die ausführliche Homolovestory etwas zu viel Platz einnehmen. Dabei muss man den Mut von Carrey und McGregor durchaus bewundern. Besonders in den USA könnte die Rollenwahl sich als Karrierebremse erweisen. Immerhin machten viele Studios einen Bogen um den Stoff, so daß erst der Einstieg von Luc Besson als Produzent den Dreh ermöglichte.

So hautnah kamen sich zwei Hetero-Männer bisher im Kino wohl selten. Ob man das wirklich sehen will, muss jeder selbst wissen. “Phillip Morris” ist da locker noch graphischer als “Brokeback Mountain”. So richtig ernstnehmen kann man die Lovestory jedoch nicht, dazu hantieren die Darsteller zu sehr mit den altbekannten schwulen Klischees. Besonders McGregor spielt kaum mehr als einen Fleisch gewordenen Wattebausch. Damit sollen möglicherweise konservative Zuschauer versöhnt werden, die Schwule nur als Lachnummer dulden.

Aber wer weiss, möglicherweise erreicht diese schräge Lovestory auch in schwulen Kreisen  Kultcharakter. Und auch für tolerante Carrey-Fans ist “I love you Phillip Morris” durchaus einen Blick wert. 

 



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

FÜR LIEBENDE IST ALLES MÖGLICH
„Natürlich ist es interessant, dass Jim Carrey in I LOVE YOU PHILLIP MORRIS den schwulen Steven Russell spielt. Die Geschichte behandelt aber ein sehr universelles Thema, da jeder Mensch nachvollziehen kann, wie es sich anfühlt, wenn man so verliebt ist, dass man wie besessen nur noch mit dieser einen Person zusammen sein will“ erklärt Produzent Andrew Lazar. Vier Mal versucht Steven Russell immer wieder aufs Neue, in gewaltfreien, aber zum Teil wirklich todesmutigen Aktionen aus dem Knast zu fliehen. Alles nur im Namen der Liebe zu Phillip Morris.

Lazar bekennt, dass ihn ungewöhnliche Biografien und Lebensgeschichten schon immer fasziniert haben. Steve McVicker, Journalist beim Houston Chronicle, hatte diese seltsame Geschichte recherchiert. Als Produzent Lazar den Stoff in die Hände bekam, gab es erst ein paar Kapitel und ein Treatment, das den Rest des Buches im Groben umrissen hat. Nachdem er mit ungewöhnlichen aber tatsächlich wahren Geschichten wie Geständnisse –Confessions of a Dangerous Mind (Confessions of a Dangerous Mind, 2002) bisher immer Glück hatte, kaufte Lazar die Rechte zur Adaption ohne lange zu zögern und Miramax Books machte sich daran, das Buch herauszubringen.

Lazar schickte Kopien des Buchs an ein paar sehr renommierte Drehbuchautoren, damit sie über ein Wochenende ein paar Vorschläge dazu machen könnten. Co-Autor und Co- Regisseur Glenn Ficarra las die erste Seite und rief sofort seinen Kollegen John Requa an, der gleich zusagte, ohne auch nur eine Zeile davon selbst gelesen zu haben. Was die beiden Autoren am meisten interessierte, war die Tatsache, dass es sich bei der ganzen Geschichte um eine richtige Love Story handelte. Der enormen Sogwirkung, die dieser ungewöhnliche Plot ausübte, konnte sich keiner der beiden entziehen. Es gibt jede Menge Hochstaplerfilme wie The Grifters (1990) oder Catch Me If You Can – Mein Leben auf der Flucht (Catch Me If You Can, 2002), aber I LOVE YOU PHILLIP MORRIS ist anders, weil der Film neben dem typischen Handlungsablauf noch eine berührende Liebesgeschichte bietet.

Um die Entwicklung des Drehbuchs finanzieren zu können, wandte sich die Produktion an Miramax. Doch als das Team am Telefon knapp zusammen fasste, dass es sich bei dem Stoff um einen Homosexuellen handeln würde, der ständig aus dem Gefängnis auszubrechen versucht, wurde es am anderen Ende der Leitung plötzlich still. Ziemlich früh war also allen Beteiligten klar, dass es sich bei diesem Projekt mit einem männlichen Paar nicht um die Art von Stoff handeln wird, der über ein üppiges Budget verfügt. „Das ist schon sehr bedauerlich, denn wenn es sich bei dem Paar um einen Mann und eine Frau gehandelt hätte, hätten wir ein ganz anderes Budget zur Verfügung gehabt“, mutmaßt Requa.

Eine der Herausforderungen des Filmes bestand für Glenn Ficarra und John Requa vor allem darin, aus einer nonfiktionalen Geschichte einen anrührenden, mitreißenden Spielfilm zu machen. Steven Russels Leben bestand aus vielen irrwitzigen Anekdoten und erstaunlichen Betrügereien, und die Drehbuchautoren mussten sich auf einige wenige konzentrieren und hinter all den Anekdoten die durchgehende Story herausarbeiten.

EIN GENIALER DARSTELLER FÜR EIN VERRÜCKTES LEBEN
Ende 2006 war das Drehbuch endlich fertig gestellt, und der Erste, der das Buch über die Weihnachtsfeiertage zum Lesen bekam war Jim Carrey. Instinktiv reagierte Carrey sofort positiv auf diesen unglaublich charismatischen und trotz aller Fehler durch und durch sympathischen Charakter.

Es begannen Gespräche mit Jim Carrey über eine ganze Handvoll der besten Regisseure, aber nachdem daraus nichts wurde, kam Jim Carrey selbst auf die Idee, dass die beiden Drehbuchautoren Ficarra und Requa doch auch gleich noch den Dreh übernehmen könnten.

„Wir hatten Glück, dass Luc Besson als Ausführender Produzent schon frühzeitig mit an Bord kam. Denn es scheint Europäer bei weitem nicht so zu verstören wie Amerikaner, wenn eine Beziehung zwischen 2 Männern dargestellt werden soll, in der auch noch Sex vorkommt“, findet Lazar.

EINEN MANN UND SEINEN LEBENSSTIL BESCHREIBEN
Kostümdesigner David C. Robinson, der schon das Buch kannte, hat sich auf dieses Projekt eher ungewöhnlich vorbereitet. Gleich zu Anfang hatte er alle Überlegungen für diesen Film bereits bereits in einer eine Tasche voller Polaroidfotos. Es waren Bilder aus seinem eigenen Leben und sie zeigten überraschenderweise nahtlos das, was sich die Regisseure zu Stevens Leben ausgemalt hatten. Robinson war aufgefallen, dass Steven Russell und er ziemlich viel gemein hatten- sie waren beide etwa gleich alt und lebten eine Zeitlang in Key West und auch im tiefsten Süden. Deshalb brachte Robinson Fotos von seiner Zeit damals in Key West mit und konnte so gleich zeigen: So sah ein schwuler Mann 1984 in Key West aus. Robinson hatte bereits mit so ausgefeilten Arbeiten wie den Kostümen für Donnie Brasco (1997) oder Rendezvous mit Joe Black (Meet Joe Black, 1998) auf sich aufmerksam gemacht.

Die zwei Regisseure waren schon lange Fans des Kameramanns Xavier Pérez und bewunderten seine Arbeit für Filme wie Nacho Libre (2006) oder Bevor es Nacht wird (Before Night Falls, 2000). Als sie sich verabredeten, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen, erklärte Pérez gleich zu Beginn, dass er selbst schwul homosexuell ist. „Aber die meisten Homosexuellen in unserem Team fanden es höchst angenehm, dass das Schwulsein absolut sekundär war und nicht im Vordergrund stand. So wie es ja auch in der Geschichte eher zweitrangig ist. Es ist schließlich einer der wenigen schwulen Filme, in denen es nicht in erster Linie darum geht, dass jemand sein Coming Out hat. Sondern wir erzählen hier von einer Liebesbeziehung von zwei Menschen, die zufällig beide Männer sind.“

Die ersten zwei Wochen wurden in Miami gedreht. Dort sollten die Szenen entstehen, in denen Russell Mitte der Achtzigerjahre seine Homosexualität entdeckt und er seine erste langfristige Beziehung zu einem Mann, zu Jimmy Kemple (Rodrigo Santoro), erlebt. „Hierher kam Steve Russell, als er nach seiner Erleuchtung ein neues Leben beginnen wollte“, sagt Ficarra. „Und Miami war damals genau der richtige Ort dafür. Die Stadt war sehr angesagt bei den Homosexuellen, und er war mit einem Schlag mittendrin.“

Liest man die Buchvorlage, erfährt man ein wenig mehr über Steven und wie er anfangs erst allmählich in das Schwulenleben hineinwachsen musste. Als Polizist in Virginia hatte er vermutlich kein besonders ausgeprägtes Gespür für Mode entwickeln können. Aber er wusste vermutlich schon bald soweit Bescheid darüber, dass er sich in der Community blicken lassen konnte. Das sind die wenigen Momente, in denen man erahnen kann, wie viel Mühe es für ihn bedeutet haben mag, sich dort anzupassen. Aber es gelang ihm, so wie es ihm überall gelang, sich anzupassen.

Die meisten Szenen spielen in Texas, in und um einige Gefängnisse herum. Dafür mussten die Produzenten einen Bundesstaat finden, der sich als besonders „filmfreundlich“ erweist und ihnen die Genehmigung erteilt, in den landeseigenen Justizvollzugsanstalten drehen zu dürfen. Texas war es nicht, aber der Staat grenzt an Louisiana. Das Filmteam erhielt von den Behörden freien Zugang zu verschiedenen Gefängnissen. Die Dreharbeiten in den Gefängnissen rund um New Orleans waren für das Team eine außergewöhnliche Erfahrung. Anschließend wurde außerdem fünf Tage lang in einem Knast in Angola gedreht, der bis in die Neunziger als gefährlichstes Gefängnis der Welt galt. Dort wurde unter anderem die erste Begegnung von Steven mit Phillip Morris gedreht.

Das Leben in einem Knast erscheint einem als Außenstehender immer als sehr hart, aber in einigen der größeren Anstalten „scheinen die Leute tatsächlich ein relativ ungezwungenes, wenig beeinträchtigtes Leben führen zu können. Auch eine Liebesbeziehung scheint absolut im Bereich des Möglichen“, beobachtete Requa.

DIEJENIGEN, FÜR DIE SEIN HERZ SCHLÄGT
Der Name Jim Carrey sorgte dafür, dass viele andere Darsteller ebenfalls bereit waren, mitzumachen. „Im Gespräch mit Jim kamen wir auf die Idee, Ewan McGregor zu fragen, und im Grunde war nach 24 Stunden bereits alles klar“, erinnert sich Ficarra an diesen Tag im Haus von Jim Carrey. „Phillip Morris“ ist eine sehr heikle Rolle und Ewan war schnell angetan von dieser Figur, die den Eindruck eines hilflosen, verlorenen kleinen Jungen macht und Steven Russells Herz damit im Sturm erobert“, meint Lazar dazu.

Leslie Mann, die den Part von Stevens Ehefrau Debbie übernommen hat, war ebenfalls ein Vorschlag von Jim Carrey. Die beiden spielten bereits vor einigen Jahren in Cable Guy – Die Nervensäge (Cable Guy, 1996) zusammen und die Schauspielerin hatte ihr komödiantisches Talent auch in Rollen in Judd Apatows Filmen Beim ersten Mal (Knocked Up, 2007) und Jungfrau, 40, männlich, sucht (40 Year Old Virgin, 2005) unter Beweis gestellt. „Wenn sich Steven als schwul outet, wollten wir jemand als Gegenüber haben, dem man abnimmt, dass die beiden anschließend Freunde bleiben. Leslie konnte genau die nötige Mischung aus Vergebung und Verständnis, die Debbie ihrem Ex-Mann Steve gewährt, absolut glaubwürdig vermitteln.“

DIE WAHRE GESCHICHTE HINTER DER ROLLE
Mit einem Intelligenzquotient von über 169 als „außergewöhnlich begabt“ gesegnet, war Steven Russell klug genug zu wissen, dass sich der überall existierende Bürokratismus trefflich zum eigenen Vorteil ausnutzen lässt. Schnell erkannte er, wie er bestimmte Situationen für sich ausnutzen konnte, egal ob es sich um hoch bezahlte Jobs handelte oder um ebenso lukrative Schwindeleien.

„Dabei war er gar kein Verbrecherkönig“, erklärt Ficarra. „Er hat ein paar wirklich dreiste Dinger gedreht, aber das Entscheidende dabei war selten seine Konsequenz und Planung, sondern immer seine unglaubliche Kühnheit“, fügt Requa hinzu. „Seine Fähigkeit zu glauben, dass er wirklich alles schaffen könne, was er nur wolle, machte ihn allerdings zunehmend blind für die Wirklichkeit“, ergänzt Lazar.

Steven Russell (Carrey) erzählt die gesamte Geschichte aus seiner Sicht. Der Zuschauer sieht, was Steven selbst für die Wahrheit hält oder wenigstens, was er Steve McVicker als Wahrheit erzählt hat. „Die echte Wahrheit ist immer etwas weniger schillernd und weniger stringent“, sagt Requa. Aber keine der Betrügereien und kein Ausbruchsversuch ist erfunden. Sie sind für den Film nur etwas „dramatisch interpretiert“ worden, erklären die Filmemacher. Alle Ereignisse haben wirklich stattgefunden.

„Aber einiges davon mussten wir ganz offensichtlich erst einmal etwas dramaturgisch bearbeiten. Was die Figuren beispielsweise genau sagen in manchen Szenen und vor allem auch, wie sie dies tun. Wir wollten der Geschichte und der Liebesbeziehung eine deutlich romantische Richtung geben. Und das haben wir auch getan.“

Steven Russell sitzt zurzeit im Gefängnis und muss noch für weitere 144 Jahre in Haft bleiben. Er hat pro Tag nur eine Stunde Freigang. Phillip Morris stand als Berater für diesen Film zur Verfügung und hat einen Cameo- Auftritt, gemeinsam mit Autor Steve McVicker.