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Die Wilde Farm Film Trailer

FSK Film: 0 | Länge: 90 Min | Kinostart: 09.09.2010 | Release: 10.03.2011 (DVD)
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Die Story:Der alte Bauer muss ins Krankenhaus, und seine Tiere bleiben alleine auf dem Hof zurück. Innerhalb weniger Tage entdecken die längst gezähmten Haustiere, die Katzen, Schweine, Hühner, Pferde, Hunde und Gänse die lange schon ausgetriebene Wildheit ihrer Vorfahren in sich. Und aus dem ehemals so gepflegten, reibungslos funktionierenden Bauernhof wird DIE WILDE FARM. Ein von den Menschen verlassenes Gehöft, in dem die Tiere das Regiment übernehmen und sich, von allen menschlichen Zwängen befreit, auf eine abenteuerliche Reise zurück zur Natur begeben.

Hintergrund:In ihrem Naturspektakel lassen die französischen Dokumentarfilmer Dominique Garing und Frédérique Goupil die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation verschwimmen. In beeindruckenden Bildern erzählen Garing und Goupil die fiktive Geschichte eines verlassenen Bauernhofes, dessen Tiere sich langsam vom Menschen emanzipieren und zusehends wieder wild werden. Ihre genauen Beobachtungen kombinieren die beiden Filmemacher mit vielen Hintergrundinformationen zu Katze, Pferd, Schwein oder Huhn - Tieren, über die man längst alles zu wissen glaubte und die einem dank der Regie auf einmal vollkommen neu und unbekannt erscheinen.




Eure Meinung zu "Die Wilde Farm"



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Eure Kommentare zu "Die Wilde Farm":

Meph Tollll! mal was anderes

 





Interview mit Regisseur Dominique Garing

Warum wollten Sie Regisseur werden?
Das war ein langer Weg! Ich war Vermesser, anschließend Layouter, schließlich kümmerte ich mich um einen Kinoklub und anschließend um einen Lokalsender, mit dem man eine Gemeinde von knapp 5000 Einwohnern abdeckte. Gleichzeitig arbeitete ich ehrenamtlich bei einem Verein. Meine Nächte verbrachte ich mit dem Schneiden von Filmen. Das ging alles ineinander über und es brauchte eine ganze Weile, bis sich herauskristallisierte, was mir am wichtigsten war.

Liegen Ihre Wurzeln in der Landwirtschaft?
Das Landleben ist ein Teil von mir, ich habe mein ganzes Leben dort verbracht. Mein Vater war Käsehändler, viele meiner Onkel waren Landwirte, und ich selbst war nach der Schule zwei Sommer lang Schäfer auf einer Alm. Als ich mit dem Filmen anfing, habe ich vor allem die Landwirtschaft gefilmt. Ich filmte Landwirte, ihre Probleme in der Milch- und Käseproduktion... es drehte sich vor allem um die Schwierigkeiten in der modernen Landwirtschaft.

Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Film?
Anfangs hatte ich nur vor, einen Film für meine Kinder zu drehen. Ich hatte die Möglichkeit, Filme zu machen, warum sollte ich das nicht ausnutzen, um ihnen die Tiere auf einem Bauernhof näher zu bringen? Ich hatte bereits ein Dutzend Fünf-Minuten-Filme über Tiere für Kinder gedreht. Dabei habe ich festgestellt, dass man dies auch einmal anders umsetzen könnte, und dass man vom Verhalten der Tiere ausgehend auch einen sehr viel ernsthafteren Film über Tiere und ihr Leben produzieren könnte. Ich recherchierte viel und lernte im Gespräch mit Landwirten sehr viel über Tiere dazu. Als man mir sagte, dass eine Sau, die am Rand einer Hecke in Ruhe werfen kann, von ganz alleine Äste abbricht, um ein Nest zu bauen, oder dass ein Huhn bei einem Bodenangriff anders schreit als bei einem Luftangriff, so dass sich die Küken entweder verstreuen oder um sie herum gruppieren, da hatte ich den Wunsch zu zeigen, was ich noch nie gesehen oder gelesen hatte. Mein Interesse und meine Leidenschaft für diese Welt entstanden durch diese Entdeckungen...

Waren Sie mit dem Ergebnis der Dreharbeiten zufrieden?
Ja, ich war nach den Dreharbeiten sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Da DIE WILDE FARM aber fürs Kino gedacht war, musste man die Dramaturgie anschließend noch stärker akzentuieren. Wir haben daher viel Zeit damit verbracht, bestimmte Dinge in Szene zu setzen, und gar nicht so viel Zeit mit den Beobachtungen verbracht. Es war auf alle Fälle sehr schwierig, die Tiere zu beruhigen und ruhig zu halten, wenn in unmittelbarer Nähe ein Filmset mit 40 Leuten dabei ist. Ich hoffe, dass unser Film die Öffentlichkeit sensibilisieren kann, und würde mir wünschen, dass die Zuschauer einen anderen Blick auf diese Tiere erhalten.

Gab es spezielle Schwierigkeiten?
Ein großes Problem war, das Leben dieser Tiere glaubhaft darzustellen, d.h. ein Umfeld und Szenario zu schaffen, in dem alles, was man sieht, wirklich möglich erscheint. In diesem Sinne handelt es sich um eine Dokumentation, was bedeutet, das dargestellte Hofl eben ist wirklich absolut glaubhaft. Das junge Ehepaar könnte mit der Arbeit, der Anzahl Tiere und der bewirtschafteten Fläche finanziell zurechtkommen. Ich denke, dass es uns gelungen ist, einen sehr lebensechten Hof aus der Sicht der Tiere zu filmen.

Was für eine Art Film ist da entstanden?
Auf alle Fälle ein Film mit einer sehr positiven Grundhaltung. Selbstverständlich könnte man die Geflügel- und Schweinehaltung anprangern. Ich wollte aber alles möglichst positiv darstellen und ausschließlich der Frage nachgehen, was geschehen würde, wenn man den Tieren ein bisschen mehr Raum zugestehen würde. Hier sieht man, was dann passieren könnte. Natürlich ist DIE WILDE FARM ein utopischer Film. Bauernhöfe wie diesen müsste es viel häufiger geben. Wenn alle Schlachttiere unter diesen Bedingungen leben dürften, wären sie aber sicherlich viel teurer. Aber ich denke, möglich und vor allem wünschenswert wäre es auf jeden Fall.

Ist DIE WILDE FARM nun eine Dokumentation oder Fiktion?
Meines Erachtens ist die erzählte Geschichte natürlich eine Fiktion, gemischt mit einer Tierdokumentation....nein, auch keine Tierdokumentation, sondern eine Dokumentation mit Tieren. Der Film zeigt das Leben der Tiere, die auf dem Hof sich selbst überlassen sind, deshalb ist DIE WILDE FARM weniger eine Fiktion, sondern eine Dokumentation mit Tieren ... für mich ist es ganz einfach ein Kinofilm.