Rückkehr Ans Meer Film Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 90 Min | Kinostart: 09.09.2010 | Release: 11.03.2011 (DVD)
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Schauspieler:Isabelle Carre, Louis-Ronan Choisy, Pierre Louis-Calixte, Melvil Poupaud, Claire Vernet, Jean-Pierre Andreani, Emile Berling, Jerome Kircher, Nicolas Moreau
Die Story:Mousse und Louis sind jung, schön, reich und verliebt. Doch Drogen haben ihr Leben verseucht. Eines Tages nehmen sie eine Überdosis und Louis stirbt. Mousse überlebt und erfährt im Krankenhaus, dass sie schwanger ist. Verzweifelt verlässt sie Paris und zieht sich in ein Haus am Meer zurück. Einige Monate später besucht sie Louis’ Bruder Paul in ihrem Refugium.
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Regisseur François Ozon zum Film:
Schwangerschaft
Vor einem Jahr rief mich eine befreundete Schauspielerin an, um mir erfreut mitzuteilen, dass sie schwanger sei. Zwei Tage später rief ich sie zurück und schlug ihr einen Film vor, der von ihrer Schwangerschaft inspiriert wäre. Zuerst freute sie sich, aber nach einer Woche stieg sie wieder aus. Sie war mit ihrem zweiten Kind schwanger und wusste, was auf sie zukommen würde und fühlte sich nicht in Lage, gleichzeitig Schauspielerin und Mutter zu sein.
Enttäuscht wollte ich das Projekt schon ganz verabschieden, als meine Besetzungschefin mir mitteilte, “Gerade sind in Paris drei Schauspielerinnen schwanger und eine davon ist Isabelle Carré.“ Mein Enthusiasmus kam sofort zurück. Isabelles jugendliches Aussehen begeisterte mich – sie wirkt noch immer nicht wie eine Erwachsene auf mich. Ich rief sie an, wir trafen uns und ich erzählte ihr von dem Projekt. Sie dachte zwei Tage darüber nach und sagte zu. Seit Ewigkeiten träumte ich davon, einen Film mit einer wirklich schwangeren Schauspielerin zu machen. Ich habe schon oft Mutterschaft thematisiert, aber noch nie speziell die Schwangerschaft beobachtet. Sie wurde entweder elliptisch übergangen, ganz kurz durch einen falschen Bauch dargestellt oder der Film begann erst, nachdem das Kind geboren war.
Das Drehbuch
Zu Beginn ließ ich Isabelle ein dreiseitiges Treatment lesen, das die Entwicklung der Charaktere skizzierte. Dann schrieb ich das Drehbuch und traf sie regelmäßig dabei. Sie war im sechsten Monat schwanger und ich bat sie, mir ihre neuen Gefühle und Empfindungen zu beschreiben. Ich ahnte einiges, aber ich wollte konkrete Details: Kannst du diese besondere Bewegung machen? Was isst du? Wie kommst du aus dem Bett? Was hast du geträumt? In Teilen ist der Film eine Dokumentation von Isabelle. Auch wenn sich Mousse sehr von ihr unterscheidet, hat Isabelle uns wirklich mit Infos gefüttert und inspiriert.
Isabelle hat die Entwicklung des Drehbuchs Schritt für Schritt mitbekommen, und ich glaube, das gefiel ihr. Da wir schnell vorankommen mussten, bat ich einen jungen Drehbuchautoren, Mathieu Hippeau, um Hilfe. Ich gab ihm den Rahmen der Szenen vor, und er füllte sie aus. Er hat eine große Lebendigkeit und Zärtlichkeit zu den Dialogen hinzugefügt. Wir drangen sofort zum Essentiellen vor, ohne Filter, ohne die üblichen Drehbuch-Zwischenstufen, die nur Distanz herstellen.
Der Wunsch, eine schwangere Frau zu filmen
Es ist faszinierend, eine schwangere Frau zu betrachten. Ihr Körper verwandelt sich, wird runder... das ist sehr attraktiv, sinnlich und mysteriös. Ich fühle mich ein wenig wie Marie Rivière oder der Mann im Café im Film: Jeder will eine schwangere Frau anfassen! Ich sagte Isabelle gleich zu Beginn: „Ich will deinen Körper erotisieren, deinen Bauch. Er muss sehr präsent sein, sichtbar. Ich werde ihn filmen, ihn liebkosen, er ist das Thema des Films.“ Der Bauch ermöglicht den Neuanfang. Die Beziehung von Mousse und Paul entwickelt sich wegen des Bauchs, er ist die Basis ihrer Verbindung.
Dreharbeiten mit einer schwangeren Schauspielerin
Während der Vorbereitung konnte Isabelle leicht zwischen sich und Mousse unterscheiden. Sie hatte keine Angst vor Dialogen oder Situationen. Aber als wir anfingen zu drehen, wurde es schwieriger. Sie musste Szenen spielen, die absolut konträr zu ihren eigenen Schwangerschaftserfahrungen standen. Zum Beispiel kommunizierte sie außerhalb des Drehens unablässig mit ihrem Baby, sie berührte ihren Bauch und sprach mit ihm, während Mousse sich im Film gar nicht mit dem Baby beschäftigt, sie wurde ungewollt schwanger und sie behält es vor allem als Verbindung zu dem Mann, den sie liebte und verlor.
Isabelle ist eine virtuose Schauspielerin, sich ihrer Kunst sehr bewusst, aber bei diesem Film löste ihr körperlicher Zustand eine Unsicherheit aus, verwirrte sie. Sie war sehr empfindlich und oft in einem sehr fragilen Zustand. bei starkem Wind einen Strand lang laufen zu müssen, die Dünen hochzuklettern mit acht zusätzlichen Kilos, eine Aufnahme mehrfach wiederholen müssen, bei der sie von einem Stuhl aufsteht... Sie wurde leicht müde und fand das Drehen bald körperlich sehr schwierig. Sie hatte Angst, dass sie es körperlich und seelisch nicht bis zum Ende durchha lten könnte. Aber ich war sehr zuversichtlich, ich wusste, dass sie eine starke Schauspielerin ist.
Es ist für einen Regisseur immer sehr bewegend, einen Moment des Kontrollverlustes bei seiner Schauspielerin einzufangen. Du spürst, dass ihre Gefühle ihr entgleiten, dass sie dem widerstehen will, aber letztendlich gibt sie auf und bietet dir ein wertvolles, wahres und sehr privates Stück ihrer selbst.
Der Mutterinstinkt
In unserer Gesellschaft wird der Mutterinstinkt hoch idealisiert und mit extrem positiven Bildern verbunden. Ich wollte zeigen, dass die Dinge oft komplexer sind. Der Mutterinstinkt ist nicht angeboren. Mousse erlebt ihre Schwangerschaft nicht als einen Zeugungsprozess. Sie ist vor allem eine Möglichkeit, den Tod von Louis annehmen zu könne n, um zu trauern. Ein neues Leben zu tragen und zu geben als Mittel, den Schmerz und die Ungerechtigkeit des Todes ihres Liebhabers zu lindern. Mousses Körper ist nur ein Durchgangsort, eine Stätte der Weitergabe.
Drogenabhängige, die einen Entzug machen, kennen ihre Gefühle und Wünsche oft sehr genau. Ihre Sinne sind geschärft. Mousse sieht ihre Situation sehr klar. Sie belügt sich nicht, und zuletzt trifft sie eine sehr ehrliche Entscheidung: Sie verschwindet lieber als vorzugeben, eine gute Mutter zu sein.
Mousse
Der Name kam seltsamerweise von selbst auf, ganz instinktiv und ohne besonderen Grund. Ich mochte seinen Klang, süß und feucht. Wir wissen nichts über die Vergangenheit des Mädchens, darüber woher sie kommt oder über ihre Familie....aber der Name gibt ihr eine Einzigartigkeit im Vergleich zu den klassischen französischen Namen der anderen Charaktere Louis und Paul.

