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Die Eleganz Der Madame Michel Film Trailer

FSK Film: 12 | Länge: 99 Min | Kinostart: 06.05.2010 | Release: 15.09.2010 (DVD)
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Schauspieler:Josiane Balasko, Garance Le Guillermic, Togo Igawa, Anne Brochet, Ariane Ascaride, Wladimir Yordanoff, Sarah Le Picard, Jean-Luc Porraz, Gisèle Casadesus, Mona Heftre, Samuel Achache, Valérie Karsenti, Stéphan Wojtowicz

Die Story:Noch 165 Tage bis zum 16. Juni, noch 165 Tage zu leben, denn an ihrem 12. Geburtstag, das hat die elfjährige Paloma Josse beschlossen, wird sie sich umbringen. Für die Tochter aus reichem Hause steht fest, dass die Welt der Erwachsenen verlogen, kleingeistig und oberflächlich ist. Warum sollte sie es ihren Eltern und ihrer älteren Schwester nachmachen wollen und wie ein Fisch in einem Goldfischglas leben, der sich ständig den Kopf an der Scheibe stößt? Ihr Selbstmord ist beschlossene Sache. Doch bis es soweit ist, filmt die ebenso intelligente wie eigensinnige Paloma die Menschen in ihrer Umgebung mit einer alten Kamera, die sie von ihrem Vater geerbt hat. Dass sie alle nervt und gegen sich aufbringt, macht ihr nichts aus. Hauptsache, der Blick durch den Sucher erlaubt ihr noch ein paar grundlegende Erkenntnisse über die Welt, bevor sie ihr endgültig Lebewohl sagt. Und so nimmt Paloma ihre Mutter solange ins Visier – eine neurotische Hausfrau, die seit zehn Jahren zur Therapie geht, ebenso lange Psychopharmaka schluckt und sich intensiver mit ihren Grünpflanzen als mit ihren Töchtern beschäftigt. Sie filmt ihre zickige Schwester Colombe, verlobt, Studentin und von dem Ehrgeiz zerfressen, in allem besser zu sein als ihr brillanter Vater, der es bis zum Minister gebracht hat. Und sie filmt die Ereignisse in ihrem Wohnhaus, einem Stadtpalais in einem feinen Pariser Bezirk. Gerade ist der Bewohner aus dem vierten Stockwerk überraschend gestorben. Das frei gewordene riesige Appartement erwirbt ein eleganter älterer Herr aus Japan, der es aufwendig im Stil seiner Heimat umbauen lässt. Einen Menschen hat die kleine Hobby-Regisseurin Paloma bislang eher missachtet, und das ist Renée Michel, die Concierge. Eine unansehnliche, bärbeißige Hausmeisterin Mitte 50, die seit einem Vierteljahrhundert zum Inventar des Hauses gehört und gewissermaßen unsichtbar geworden ist. Was keiner weiß und selbst Paloma, die eine gute Menschenkenntnis besitzt, bestenfalls vermutet: Renée ist gar nicht so einfältig, wie sie tut, sondern ungemein belesen und vielfältig interessiert. Ihre Concierge-Loge im Erdgeschoss ist der perfekte Platz, um unbehelligt das menschliche Treiben zu beobachten und sich Gedanken über die Welt im Allgemeinen und die wohlhabenden Bewohner über ihr im Besonderen zu machen. Zunächst deutet nichts darauf hin, doch durch den Einzug von Kakuro Ozu verändert sich so manches im Haus. Als er die Concierge kennenlernt, genügt beiden ein kurzer Wortwechsel, um zu erkennen, dass sie sich für die großen Werke der Weltliteratur interessieren und Katzenbesitzer sind, die ihren Vierbeinern literarisch vorbelastete Namen gegeben haben. Prompt ist ihre Neugierde aufeinander geweckt, der Grundstein für eine über die nächsten Wochen und Monate zart wachsende Freundschaft gelegt. Paloma wiederum begegnet ihrem neuen Nachbarn erstmals im altersschwachen Fahrstuhl, der wie so häufig steckenbleibt und ihnen so die Gelegenheit gibt, ebenfalls nähere Bekanntschaft zu schließen. Kakuro schenkt Renée eine zweibändige, wertvolle alte Ausgabe von Anna Karenina. Ebenso überrascht wie verwundert, will sie das Präsent spontan ablehnen. Schließlich dankt sie ihm jedoch schriftlich, denn insgeheim freut sie sich sehr darüber. Kakuro setzt noch einen drauf – und lädt Renée zum Abendessen in seine Wohnung ein. Renée, die seit längerem Witwe ist und wenig Kontakt zur Außenwelt pflegt, weiß nicht, was sie anziehen soll. Ihre Freundin Manuela, die früher für Palomas Mutter putzte und inzwischen als Kakuros Haushälterin arbeitet, weiß Rat und besorgt Renée leihweise ein schickes Kleid. Außerdem lässt sich Renée von ihr breitschlagen und geht zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder zum Friseur. Als sie ihr Spiegelbild mit dem neuen, vorteilhaften Haarschnitt erblickt, murmelt sie nur: Erstaunlich! Paloma hat eine Wand in ihrem Zimmer zu einer Art riesigem Countdown-Kalender umfunktioniert, dessen 165 Kästchen sie mit täglich neuen Motiven füllt. Dazu regen sie manchmal auch aktuelle Ereignisse an. Als sie Renée einmal weinen sieht, zeichnet sie Tränen in das entsprechende Kästchen. Paloma geht schon bald bei Kakuro ein und aus, spielt Go mit ihm und lernt seine kleine Enkelin kennen. Auch die Beziehung zwischen Renée und Kakuro wird im Lauf der Zeit immer vertrauter – auch wenn die Concierge strikt darauf achtet, dass niemand im Haus etwas davon mitbekommt, wenn sie sich zum DVD-Nachmittag oder zum Nudelessen in Kakuros Wohnung begibt. Der Tag X, von dem außer Paloma niemand auch nur das Geringste ahnt, rückt immer näher. Um ganz sicher zu gehen, testet Paloma die Wirkung der Pillen, die sie ihrer Mutter seit Wochen heimlich entwendet, am Goldfisch ihrer Schwester. Als der arme Hubert reglos an die Wasseroberfläche treibt, spült Paloma den Fisch einfach im Klo herunter. Aus Renée, der zuvor so abweisend wirkenden grauen Maus, ist inzwischen eine Frau geworden, die ihren Mitmenschen weniger misstrauisch begegnet. Sie lässt sich sogar von Paloma filmen und erzählt vor laufender Kamera von sich und ihrem Leben. Beim Genuss von Bitterschokolade und Tee verrät Paloma ihrer neuen Freundin, wie sehr sie Renée um ihren Beruf und die verschwiegene Concierge-Loge beneidet. Denn in Palomas Augen hat sie damit das perfekte Versteck gefunden, um die Welt auszublenden, wenn sie ihr auf die Nerven geht. Leider gelingt es Renée noch nicht in jedem Moment, über ihren Schatten zu springen. Als Kakuro sie zum Abendessen in ein Restaurant einlädt, um mit ihr seinen Geburtstag zu feiern, brüskiert sie ihn mit einer barschen Ablehnung. Kakuro ist verletzt und ratlos – und nimmt ihren Korb schweigend hin. Zufällig wird Paloma Zeugin von Renées Auftritt und macht ihr durch gutes Zureden klar, dass es die Angst vor der eigenen Courage ist, die sie lähmt. Zu ihrer eigenen Überraschung ändert Renée ihre Meinung und nimmt Kakuros Einladung doch noch an. Und es wird für beide ein heiteres Rendezvous. Arm in Arm schlendern sie anschließend durch die Frühsommernacht nach Hause. Renée spürt, wie lebenswert schön das Leben sein kann. Doch was wird aus Paloma? Ihr 12. Geburtstag rückt näher...

Hintergrund:Mit Die Eleganz Der Madame Michel ist der Regisseurin und Drehbuchautorin Mona Achache eine höchstunterhaltsame Hommage an die Freundschaft und das Leben gelungen. Mit einem Augenzwinkern und umwerfendem Humor erzählt sie die hinreißende Geschichte dreier liebenswerter Einzelgänger, die auf den ersten Blick nichts zu verbinden scheint… Das Drehbuch basiert auf dem Bestseller Die Eleganz Des Igels von Muriel Barbery, der sich allein in Frankreich über 1,5 Millionen Mal verkaufte und sich auch in Deutschland wochenlang in den Bestsellerlisten hielt. Frankreichs Kinostar Josiane Balasko liefert als barsche Madame Michel eine preisverdächtige Vorstellung ab. Der Japaner Togo Igawa spielt den geheimnisvollen Monsieur Ozu. Und die junge Garance Le Guillermic überzeugt in ihrem Leinwanddebüt als die eigenwillige Paloma. Alle drei brillieren als komplexe, überraschende Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen, weil sie verwundbar und kraftvoll zugleich gespielt werden: In Frankreich ein überragender Erfolg, beim Internationalen Filmfestival in Kairo mit drei Preisen, darunter für die beste Regie, ausgezeichnet, verzaubert Die Eleganz Der Madame Michel mit wohl dosiertem Humor, einer visuellen Poesie sowie seiner melancholisch, samtweichen Atmosphäre.

Technikinfos:Ton: Dolby Digital




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Eure Kommentare zu "Die Eleganz Der Madame Michel":

Simon naja im April wissen wir dann mehr ne elch

elch das buch war der hammer.unwahrscheinlich gut.ich befürchte,die kriegen den film nich so gut hin,aber wer weiß...

 


DIE CONCIERGE – EIN FRANZÖSISCHER MYTHOS
Im Mai 1990 rief die nationale Concierge-Gewerkschaft ihre Mitglieder auf, sich vor dem Festivalpalais in Cannes zu versammeln. Wollte man rasch noch mal über die Stufen der großen Freitreppe wischen, bevor die Stars anrauschten? Im Inneren des Palais kaputte Glühbirnen austauschen? Oder die Nachnahmelieferung der wertvollen Goldenen Palmen quittieren? Mitnichten. Die Gewerkschaftler beabsichtigten einen Protest gegen das (Zerr-)Bild der Concierge, mit dem die Filmbranche ihrer Meinung nach eine Art cineastischen Rufmord betrieb.

Tatsächlich ist der/die Concierge – ein Wort, das Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals in der französischen Sprache auftauchte und sowohl für Männer wie für Frauen gebräuchlich ist – aus Frankreichs Alltag und seiner Kultur nicht mehr wegzudenken. Schon Honoré de Balzac und Eugène Sue, zwei der erfolgreichsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, setzten der Concierge in ihren Romanen ein wenig schmeichelhaftes Denkmal, denn sie schilderten sie als geschwätzigen Hausdrachen, der mit Vorsicht zu genießen ist. Ob Literatur, Malerei, Fotografie, Karikatur, Comic, Theater oder Film – nahezu jede Kunstgattung knöpfte sich in den vergangenen 150 Jahren die weibliche Concierge vor, und selten zeichnete man ein positives Bild. Dass männliche Vertreter eine eher untergeordnete Rolle spielen, mag verwundern, hat aber einen realen Hintergrund: In Pariser Wohnhäusern wurden und sind vor allem Frauen als Hausmeister beschäftigt. Das „typische“ Bild der vierschrötigen Concierge, die wie ein Wachhund in ihrer Loge thront, haben bis heute vor allem die in den 1950er bis 1970er Jahren entstandenen Schwarzweißbilder des legendären Fotografen Robert Doisneau geprägt.

Die Concierge kümmert sich um die Post und bringt die Mülleimer raus, sie fegt den Bürgersteig und erledigt kleine Reparaturarbeiten, wacht mit Argusaugen darüber, wer das Haus betritt und verlässt. Vor allem aber mischt sie sich, ob ungefragt oder dazu aufgefordert, in das Leben der Hausbewohner ein. Je nach Standpunkt ist sie deshalb eine liebenswürdige, unentbehrliche Perle – oder ein tratschendes, hässliches altes Weib in Kittelschürze. Bereits im Jahr 1900 drehte die Filmpionierin Alice Guy den Einminüter „La concierge“, in dem eine polternde Hausmeisterin einem potentiellen neuen Mieter einen Eimer Wasser über den Kopf schüttet. Klischees haben erfahrungsgemäß ein langes Leben. Und kein Rauch ohne Feuer. Dennoch ist die Realität selbstverständlich viel komplexer.

Eine Erhebung im Jahr 2006 ergab, dass von 1990 bis 2006 die Zahl der Concierges in Frankreich um 17 000 zurückging. Von den rund 40 000 heute noch aktiven Concierges verdienen die meisten kaum mehr als den Mindestlohn; ihre Logen, die sie in der Regel mietfrei bewohnen, haben häufig kein Bad und eine Toilette nur im Hof oder Treppenhaus. Trotzdem sind Concierge-Stellen, vor allem im privaten Sektor und in den wohlhabenden Pariser Wohngegenden, weiterhin begehrt. Für manche Loge wird unter der Hand bis zu 5000 Euro gezahlt. Freilich sind die meisten jüngeren oder neuen Wohnungseigentümer daran interessiert, Nebenkosten zu senken. Deshalb werden Concierge-Posten zunehmend gestrichen, wenn eine Concierge das Rentenalter erreicht. Hausmeister-Arbeiten werden dann outgesourct, Logen beispielsweise in Fahrradabstellräume umgewandelt. Das besagt eine 2007 vom französischen Arbeitsministerium in Auftrag gegebene Studie.

Die Conciege – ein aussterbender Berufszweig? Ohne Zweifel. In Gefahr ist aber auch das Wort selbst. Viele Hausmeisterinnen sind es nämlich leid, dass Concierge zu einem Synonym für Hausdrachen geworden ist. Deshalb wollen sie wertneutral „gardienne“ genannt werden. Dem Mythos der Concierge dürfte diese schleichende Veränderung nichts anhaben. So wie das ewige Klischee der Männer mit Baskenmütze, im Mundwinkel die obligatorische Gauloise, Bestand hat, wird auch im 21. Jahrhundert die typische Concierge weiterleben. Umso schöner, wenn dabei überraschend mit Klischees gespielt und das alte Bild inhaltlich auf den Kopf gestellt wird – wie es DIE ELEGANZ DER MADAME MICHEL auf wunderbare Weise vormacht.