StreetDance 3D Film Trailer


Freigegeben ab 0 Jahre | Länge: 98 Min | Kinostart: 03.06.2010 (auch in 3D)
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TRAILER-TIPPS

 

Links & Infos




Meinung der Redaktion:
Mit der Straße hat das kaum noch was zu tun. In Street Dance 3D tun sich poppige Freestyler und steife Ballettratten zusammen. Ein hochglanzpoliertes Musikmärchen. Die Moves sind cool, die Story ist allerdings ziemlich ausgelutscht und hüftlahm. MF

Das macht:
62%

 


Darsteller:Charlotte Rampling, Rachel McDowall, Patrick Baladi, Eleanor Bron, Chris Wilson, Nichola Burley, George Sampson

Die Story:HipHop, Breakdance, StreetDance - Tanzen ist Carlys (Nichola Burley) Leben. Mit ihrer Crew hat sie es bis zu den UK Street Dance Meisterschaften gebracht. Doch um hier zu gewinnen, brauchen sie einen Ort zum Trainieren und Vorbereiten. Denn eines ist klar: Ohne harte Arbeit kommen sie nicht ans Ziel. Als ihnen die Tanzlehrerin der renommierten Royal Dance School Helena (Charlotte Rampling) anbietet, in den Räumen der Tanzakademie trainieren zu dürfen, gehen sie auf ihre außergewöhnliche Bedingung ein: Die Street-Dancer müssen die ungeliebten Ballettschüler in ihr Training einbeziehen. Zwei Welten prallen aufeinander: Nicht nur ihre unterschiedlichen Tanzkulturen scheinen unvereinbar zu sein. Sie müssen sich auch ihrer Herkunft, ihren Zielen, Ängsten und Hoffnungen stellen. Obwohl die Unterschiede zwischen den Tänzern unüberbrückbar scheinen, kämpfen sie weiter und finden ihre gemeinsame Sprache: das Tanzen. Mit jeder Drehung, jedem Tanzschritt, jedem Takt der Musik kommen sie sich näher und machen das Unmögliche möglich...

Hintergrund:Das temporeiche 3D Ereignis ist eine Vertigo Films Produktion und wurde nach einem Drehbuch von Jane English von den Regisseuren Max Giwa und Dania Pasquini inszeniert. Zum großartigen Cast gehören Charlotte Rampling (Die Herzogin, Swimming Pool), Rachel McDowall (Mamma Mia), Chris Wilson (TV-Serien wie Eastenders, The Bill) und Nichola Burley (TV-Serien wie Spooks, Drop Dead Gorgeous). Tänzerisch unterstützt werden die Darsteller von den StreetDance-Crews FLAWLESS und DIVERSITY sowie dem Hip-Hop-Tänzer George Sampson, allesamt bekannt aus der englischen Casting-Show Britain's Got Talent.


Langinhalt:
Eigentlich könnte es nicht besser laufen für Streetdancerin Carly (Nichola Burley). Sie ist schwer verliebt in ihren charismatischen Freund Jay (Ukweli Roach) und hat mit ihrer Dance- Crew gerade die Endrunde der Britischen Meisterschaften im Streetdance erreicht. Doch alles ändert sich, als Jay seine Freundin und die Crew sitzenlässt, damit Carlys Herz bricht und die Erfüllung des großen Traums der Streetdancer gefährdet.

Ins kalte Wasser geworfen, muss Carly jetzt kämpfen, um ihrer Crew und auch sich selbst zu beweisen, dass sie die Gruppe zum Sieg führen kann. Doch als die Crew einige Rückschläge hinnehmen muss und auch die gewohnten Probenräume verliert, beginnt Carly an ihren Führungsqualitäten zu zweifeln.

Die Rettung kommt von unerwarteter Seite. Beeindruckt von den Fähigkeiten und dem Enthusiasmus von Carly und ihrer Crew, macht Ballettlehrerin Helena (Charlotte Rampling) den Streetdancern einen ungewöhnlichen Vorschlag: Wenn sie mit ihren Ballettschülern zusammenarbeiten, können die Streetdancer in den luxuriös ausgestatteten Räumen der Royal Dance School trainieren - ein Abkommen, mit dem Helena eine große Hoffnung verbindet. Denn Carly soll etwas von der Intensität und Leidenschaft der Streetdancer auf Helenas junge Schützlinge übertragen, bevor sie zur Aufnahmeprüfung für das Royal Ballet vortanzen müssen.

Als die beiden völlig unterschiedlichen Tanzstile aufeinander prallen, kommt es zur Kollision zweier Tanzwelten und Tanzkulturen. Nach jahrelangem Training im klassischen Tanz sind die Ballettschüler entsetzt vom lässig-entspannten Stil der Streetdancer, während sich Carly immer mehr über die verkrampfte Unnahbarkeit der Spitzentänzer ärgert. Widerwillig und aller persönlichen Widerstände zum Trotz, beginnen die Ballettschüler schließlich Respekt für die spektakulären Moves der Streetdancer zu entwickeln. Und Carly kommt nicht umhin, sich in den attraktiven Balletttänzer Tomas (Richard Winsor) zu verlieben.

Die Frage ist nur: Werden die zwei Tanzteams einen Weg für eine Zusammenarbeit finden, bevor mit den Streetdance-Meisterschaften und dem Vortanzen für das Royal Ballet die schweren Prüfungen folgen...?

 

Flawless – Tadellos tanzende Bad Boys in 3D
 
Im Finale der UK-Streetdance-Meisterschaften muss Carlys bunt zusammengewürfelte Crew aus Streetdance- und Ballett-Tänzern nur einen Gegner so richtig fürchten: Die Bad Boys von „The Surge“. Die Jungs sind cool und unnahbar, ihr Style einfach nicht zu überbieten. Die Gruppe wird von der realen Dance-Crew „Flawless“ gespielt und übernimmt in StreetDance 3D als „The Surge“ die Schlüsselrolle der erbitterten Rivalen für Carlys außergewöhnliche Truppe.
 
Marlon ‚Swoosh’ Wallen ist der Choreograph, der hinter dem Erfolg von „Flawless“ steht. Die elf Streetdancer aus Nord-London genießen schon lange höchstes Ansehen in der Szene. Nachdem sie sich bereits „UK Street Dance Champions“ und „International Dance Champions“ nennen durften, setzten sie sich 2006 in Bremen gegen Dance-Crews aus mehr als 50 Ländern durch und wurden nach ihrer lupenreinen Performance zu den „World Dance Champions“ gekrönt. Mittlerweile haben sie mit ihrem atemberaubenden Style Musikvideos von Madonna, Beyonce, den Sugarbabes und vielen anderen Stars bereichert. Auch auf den Bühnen des Londoner West-Ends haben sie erfolgreich gearbeitet. 2009 erreichten sie das Finale von „Britain’s Got Talent“, in dem sie sich nur „Diversity“ geschlagen geben mussten. Doch getreu ihrem Motto „Chase the dream, not the competition“, feilen sie weiter daran, einwandfreie Choreographien auf Straßen und Dancefloors zu zaubern und ein immer größer werdendes Publikum in ihren Bann zu ziehen. In StreetDance 3D gelingt ihnen das spielend. Universum Film und SquareOne Entertainment bringen den temporeichen und coolen 3D-Tanzfilm am 3. Juni in die deutschen Kinos. Das Reingehen lohnt sich allein schon wegen „Diversity“ und „Flawless“ – zweier authentischer Streetdance-Phänomene, die es den Zuschauern schwer machen werden, ruhig im Kinosessel sitzen zu bleiben.

 

DIE MUSIK
Natürlich war Musik immer ein wesentlicher Bestandteil des Films. Zusammengestellt und in der Produktion überwacht wurde sie von Lol Hammond, dem langjährigen Music Supervisor von Produzent Richardson. „Ich war wirklich begeistert, Teil dieses vor Leben sprühenden und orginellen Filmprojekts sein zu können“, erzählt Hammond mit einem Lächeln. „Es ist absolut originell, weil es der erste britische Streetdance-Film überhaupt und er außerdem im wunderbaren 3D-Format gedreht ist. Das nämlich krönt das Ganze.“

Es war Zufall, dass die britischen Künstler, die Hammond für den Soundtrack ausgewählt hatte, während der Dreharbeiten immer populärer wurden. „Wir bauten Tracks von Ndubz, Tinchy Stryder, Wiley und Chipmunk in den Film ein und beobachteten dann staunend, wie ihre Karrieren explodierten. Dieser Sound aus dem britischen Underground erreichte nun auch breitere Fanschichten und das mit einem Style und einem Elan, wie seit Jahren nicht mehr. Doch es ging noch weiter. ‚Diversity’ und ‚Flawless’ entwickelten sich dank Simon Cowell und seiner Show ‚ Britain’s Got Talent’ zu einem Streetdance-Phänomen und zu echten Mainstream-Stars. Zusammen mit George Sampson sind sie eine wirkliche Inspiration für die Kids im ganzen Land. Das sind wirklich aufregende Zeiten.“

Max Giwa und Dania Pasquini engagierten die Musikproduzenten Terri und Si, um „Sugabitch“ zu schreiben. Dieser Song ist zu hören, wenn sich die zwei Tanzformationen erstmals begegnen. Hammond holte dann das in London arbeitende Produzentenduo LP & JC (Lloyd Perrin und Jordan Crisp) ins Team, das einen Großteil des Soundtracks komponierte. „LP & JC repräsentieren ganz besonders den Sound eines jungen und frechen London voller Atmosphäre“, erklärt Lol Hammond.

Auch Michael ‚Mickey J’ Asante, der mit Kenrick Sandy Boy Blue Entertainment gegründet hatte, leistete seinen Beitrag zum unglaublichen Soundtrack des Films, schrieb die Musik zum Finale und einige andere Tracks.

Bevor sie die Arbeit an STREETDANCE 3D aufnahmen, hatten Max Giwa und Dania Pasquini das Musikvideo zu ‚Tiny Dancer’ von DJ Ironik feat. Elton John und Chipmunk inszeniert. „Dieser Track fasst in meinen Augen den ganzen Film zusammen“, erklärt Produzent Richardson. „Der Großmeister des britischen Pop, Elton John, zusammen mit zwei Newcomern des britischen R & B. Seitdem ich dieses Video gesehen haben, wollte ich diesen Track auch in unserem Film haben.“

Über ‚We Dance On’, den letzten Titel im Soundtrack, musste Richardson nicht lange nachdenken. „Er war einfach auf Lols Schreibtisch gelandet. Als er ihn Max, Dania und mir zum Anhören gab, sagten wir alle: „Das ist unsere Musik für den Abspann.“ All dem kann Hammond nur zustimmen: „Die Musik in diesem Film ist ein Fest für die Ohren. Und, da bin ich ganz sicher, ein fabelhaftes Kompliment für dieses mutige und ungewöhnliche Projekt.“

DIE GESCHICHTE DES STREETDANCE
Beim Streetdance verschmelzen HipHop, Breaking, Popping und Locking zu einem extrem komplexen tänzerischen Mix, der größte Präzision und körperliche Anstrengung erfordert. Streetdance ist der Sammelbegriff für alle Tanzstile, die sich ganz natürlich auf der Straße und in den Clubs entwickelt haben und eben nicht in einer kontrollierten Umgebung unterrichtet wurden.

Die Ursprünge des Streetdance reichen bis in die frühen Siebzigerjahre zurück. DJ Cool Herc wird zugeschrieben, den Breakbeat 1972 erfunden zu haben, indem er die Schlagzeugrythmen isolierte und verschiedene Abspielgeschwindigkeiten mischte. Zur gleichen Zeit traten New Yorker Kids aus der South Bronx und aus Harlem in Breaking- Battles gegeneinander an und wurden so die ersten B-Boys weltweit. Währenddessen wurden an der amerikanischen Westküste, in Kalifornien, auf den Straßen von Fresno, vom Funk geprägte Tanzstile wie Popping und Locking populär.

Elemente dieser Tanzstile hatten sich bereits viele Jahre zuvor entwickelt. Earl ‚Snakehips’ Tucker gilt als früher Pionier im Waving und Sliding, lieferte schon in den Zwanzigerjahren den Grundstein für diese Moves. Aber erst in den Siebzigerjahren wurden Breaking, Popping und Locking richtig populär und HipHop-Tanz auch kommerziell erfolgreich. Seitdem haben sich andere, auch unter den Sammelbegriff Streetdance fallende Stile entwickelt, darunter Krumping oder auch Crip Walking.

Improvisation und Weiterentwicklung sind elementar im Streetdance, was erklärt, warum sich Streetdancer von heute ganz anders bewegen als die Innovatoren aus den Achtzigerjahren. „Sieht man sich Videos von Streetdancern aus den Achtzigern an, fragt man sich nur, wie sind die darauf gekommen?“, wundert sich George Sampson verblüfft. „Aber Streetdance entwickelt sich so schnell weiter. Heute dreht sich alles um Doppelsaltos, alles ist viel akrobatischer. Einige der amerikanischen B-Boys von damals sind nicht glücklich über diese Veränderungen, denn mit ihnen hat alles angefangen, sie haben diese Moves kreiert. Ich aber finde es großartig, dass sich alles weiterentwickelt hat. Das muss so sein, geschieht doch mit allen Dingen.“


Meinungen

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izzy In 3D finde ich Ihn Blöd !!!! Ist kein muss !!!!

Skecher Naja also die Story war eig im großen und ganzen schlechter als alle bisher... und das lang erwartete 3D-Special war auch nicht so toll... hab einfach mehr erwartet!!! In der Vorschau konnte man aber Stepup3D schonmal als Trailer in 3D sehen und ganz im ernst... allein der Trailer war besser als der ganze Film StreetDance3D... Naja auf Stepup3D kann man sich wenigstens freuen... aber man, es ist einfach ein Tanzfilm... und ich steh drauf!!!

ina ich war da schon drinne in den film und er ist absolut gelungen geiler tanz und geile musik ^^ es lohnt sich den film anzuschauen....

die checkerin ich finde diesen film einfach nur mehr als geil

sternchen123 nur 98 min ? das ist zu wenig für einen guten film

Vicky @ Basti: meinst du vielleicht "work it out-Lightbulb Thieves" ?

maria jjaja weise leute schwarze können besser tanzen ich bin selber weis

deNni wie heißt der song am ende ?!

StreetStyle Ich finde bisher hat es noch kein Film an Street Style heran geschafft. Beste Musik und geile Moves. Stopm the Yard kommt aber direkt dahinter. Seit dem ist es immer wieder das selbe.

helas der film is cool^^

jo_jo ich glaub der film gefällt mir aber wie heißt das lied was um 1 min und 20 sek läuft

moe Billige Nachmache?Atzepeng hat Recht, bis jetzt kam echt noch keiner an Stomp the Yard ran die Story + die Umsetzung einfach Perfekt.

Shawn Das Orginal und damit die Basis liegt über 20 Jahre zurück und heißt "Beat Street"! Beste Story ,Musik und Dance Wer auf Street Dance steht sollte sich diesen Lehrfilm ansehen.

Micky Maus Hamma geiil .....wie die Tanzen ♥

Coccinelle Seit Step up machen alle die gleiche Story. 'Türlich tanzen die voll cool

o.G. scheint eine Kopie von Step up 1 zu sein aber egal Tanzfilme mit Hip Hop gemischt sind immer geil :D

79Dany stomp the yards sind die ersten 15 min geil der rest geht

hansi bei so einem film bringt 3D auch wirklich viel *kopfschütteln*

Atzepeng kein film kommt je an ´´Stomp the Yard´´an. bester Film überhaupt.

 




♥: Schicke Optik, spektakuläre Tanzeinlagen und ein Schuß Romantik
−: Story vom Reißbrett und Darsteller auf Soapniveau

 

Es gab einmal eine Zeit, als Tanzfilme ein echtes Aushängeschild für Hollywood waren. Gene Kelly, Fed Astaire Ginger Rogers, aber auch John Travolta und Patrick Swayze konnten Millionen begeistern und gründeten ihre Karrieren auf ihre tänzerischen Fähigkeiten. Seitdem führen Tanzfilme jedoch nur noch eine Randexistenz. Dabei hat es nicht an Versuchen gemangelt, moderne Tanzvarianten auf die Leinwand zu bringen: Beat Street, Save the last Dance, Step up, Stomp the yard - alle bemühen sich, mit modernen Sounds und Bewegungen auch heutige Zuschauer zu begeistern - mit mäßigem Erfolg. Auch Street Dance 3D wird den Lauf der Geschichte nicht ändern.

Carly (Nichola Burley) will mit ihren Freunden bei der britischen Street-Dance-Meisterschaft antreten. Die Aussichten sind mehr als mies, als ihr bisheriger Anführer Jay (Ukwely Roach) die Truppe im Stich lässt. Und im Moment haben sie nicht einmal einen Proberaum. Helena (Charlotte Rampling), die Leiterin einer erlauchten Ballett-Schule bietet Carly einen Deal an: Die Streetdancer dürfen in den ehrwührdigen Hallen trainieren - wenn sie ein paar Ballettänzer in ihrer Truppe aufnimmt, die so ein bißchen Leidenschaft entwickeln sollen. Die ersten Emotionen der klassischen Tänzer sind allerdings Wut und Frust: sie wollen sich nicht von den ausgeflippten Autodidakten herumschubsen lassen. Die Straßenkids dagegen sehen ihre Siegchancen bei der Meisterschaft schwinden, wenn sie die hüftsteifen Ballettratten mitschleppen. Hier treffen zwei Welten aufeinander. Die aber kommen sich natürlich nach und nach immer näher. Vor allem Tomas (Richard Winsor) legt sich mächtig ins Zeug und so hinterläßt der athletische Balletttänzer bei Carly einen bleibenden Eindruck. Pünktlich zum Wettbewerb hat die gemischte Truppe aber gleich mehrere Probleme zu lösen. Ihr frührer Anführer hat ausgerechnet bei ihren härtesten Konkurrenten angeheuert und die Balletttänzer müssen sich entscheiden. Wollen sie an der Meisterschaft teilnehmen , oder die Aufnahmeprüfung beim Royal Ballett mitmachen ?


Ballett contra Streetdance ? Den Widerspruch gabs auch schon im allerersten "Fame"-Film und zuletzt in "Save the last dance" - mit der auf der Hand liegenden Lösung beide Kunstformen zu verschmelzen. Die Streetdancer sind dabei unangepasste Outlaws in poppig bunten Farben, die klassischen Tänzer blasse Spießer - und deren Geldgeber natürlich arrogante reiche Säcke. Es ist eine sehr simple, schillernde Märchenwelt, in der "Street Dance 3D" spielt. Carly ist zwar stehts perfekt gestylt, lebt aber in einer offenbar ausgebrannten Ruine, die selbst in einer Charles-Dickens-Verfilmung übertrieben wirken würde. Und natürlich muss sie sich in einen ihrer Cotänzer verlieben. Zum Glück erweist sich ihr Exfreund, dem sie noch nachtrauert rechtzeitig als rückgratloser Verräter, so daß der Weg zum Happyend frei ist. Echte Straßenatmosphäre, die man in einigen US-Dance-Filmen nicht ausspart, verkneifen sich die Street-Dance-Macher. Die in London grassierende Bandengewalt und die weitverbreiteten Massenbesäufnisse hätten nicht so ganz ins Konzept gepasst.

Bemerkenswert ist der Film allein durch seine 3D-Umsetzung. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits bekommt man einen viel besseren räumlichen Eindruck der Tanznummern. Das Werbeversprechen, man würde quasi zwischen den Tänzern stehen ist natürlich völliger Quatsch ist. Gleichzeitig ist "Street Dance 3D" viel weniger hektisch geschnitten als etwa gängige Musikvideos. Während man dort mit Stakkato-Geschnipsel die Zuschauer überwältigen will, müssen sich die Street-Dance-Cutter zurückhalten, da sonst die Augen bei 3D überfordert wären. Dadurch bekommt man aber auch einen viel besseren Überblick der Choreographien. Und die sind für Tanzfans zweifellos sehenswert. Auch wenn der Street Dance am Ende kaum noch wie ein Street Dance aussieht, weil die Crew am Ende feinste Seidenklamotten und ein schon fast theatralische Geschichte vorführt. Von Individualität keine Spur.

Andererseits ist die 3D-Umsetzung nicht in allen Szenen so sorgfältig. Besonders in Nahaufnahmen fallen die Darsteller manchmal fast von der Leinwand, während der Hintergrund zu hässlichem Bildmatsch verkommt. Die Darsteller bleiben jedoch auch in 3D eher flach, auch wenn die Hauptdarstellerin zugegebenermaßen süß aussieht. Aber angesicht der konstruierten, klischeehaften Problemchen kann wohl niemand glänzen. In Großbritannien landete der Film trotzdem auf Nummer 1 der Kinocharts, denn dort waren einige der Tänzer schon durch entsprechende TV-Shows wie "Britains Got Talent" bekannt. Den Vorteil hat der Film bei uns nicht.

DER KICK
Naïve Problemchen, blasse Darsteller, poppiges Styling, knackige Tanzeinlagen. "Street Dance 3D" bleibt auch mit einer zusätzlichen Dimension ein flacher Film. Dennoch dürften Tanzfans "StreetDance 3D" allein für die abgefahrenen Choregraphien mögen.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

 

WEITERE INFOS ZUM FILM:

VOM KONZEPT AUF DIE LEINWAND
STREETDANCE 3D ist der erste in 3D gedrehte Tanzfilm überhaupt – und auch der erste britische Film, der gänzlich im dreidimensionalen Format entstand. Ein bahnbrechendes Filmereignis, das den Zuschauer auf eine inspirierende und begeisternde Tour durch die britische Streetdance-Szene mitnimmt, sowie "Flawless", "Diversity" und George Sampson, die jungen Stars der Casting-Show „Britain’s Got Talent“, erstmals auf der großen Leinwand zeigt.

„Die Grundidee zu STREETDANCE 3D entstand in gewisser Weise als Gegenreaktion“, erläutert Produzent James Richardson, Mitgründer der Produktionsgesellschaft Vertigo Films. „In jeder Story in den Medien ging es um junge Kids, die mit dem Messer aufeinander losgehen und jeder Film drehte sich um Drogen und Gangs. Da dachte ich, höchste Zeit, etwas mit einer positiven Botschaft zu machen. „Flashdance“ (1983), „Dirty Dancing“(1987) und „Footloose“(1984), die großen amerikanischen Tanzfilme der Achtzigerjahre, habe ich schon immer geliebt. Ich hielt es für eine großartige Idee, einen Tanzfilm auf die Leinwand zu bringen, in dem es auch um die Verfolgung ehrgeiziger Ziele und auch um sozialen Aufstieg ging. Im Look eines amerikanischen Films, aber in einem sehr britischen Milieu spielend. Ich begann, mir die britische Streetdance-Szene etwas genauer anzusehen und erkannte bald, dass unsere Tänzer und Choreographen zu den Besten der Welt zählten und dass in dieser Szene visuell sehr viel geboten wurde. Aber ich wollte eine Herausforderung finden, der sich diese Szene stellen musste. In der Welt des Tanzes gibt es viele spezialisierte Inseln: klassisch, modern, Street etc. .Ich fragte mich also, was wohl passieren würde, wenn zwei dieser Welten aufeinander prallen würden. Wie würden die Tänzer damit umgehen? Wie würden sie tanzen? Und was für eine Art Tanz würde aus dieser Kollision entstehen? So kam ich auf die Geschichte zweier Tanzwelten – auf der einen Seite die Welt, die traditionell britisch ist, vertreten von klassischen Tänzern und dem Royal Ballet. Auf der anderen Seite das moderne Großbritannien, das die Streetdancer repräsentieren. Ich hielt es für aufregend, was aus dieser Kollision der Tanzkulturen entstehen würde.“

Mit seinen Recherchen wurde Richardson ins kalte Wasser geworfen: „Ich schaute mir das UK Street Dance Weekend an und wurde für diesen Wettbewerb als Jurymitglied rekrutiert“, erinnert sich Richardson lachend. „Es war urkomisch, denn ich hatte überhaupt keine Ahnung von der Materie. Aber ich staunte über die vielen Talente, die ich dort sah. Und so erlebte ich erstmals ‚Diversity’ und ‚Flawless’, ein Jahr bevor die beiden Crews an der Show „Britain’s Got Talent“ teilnahmen.“

Es versteht sich von selbst, dass beide Dance-Crews die 2009 ausgestrahlte dritte Staffel des Talentwettbewerbs von ITV dominierten, den Diversity schließlich gewann. „Überall entwickelte sich plötzlich große Tanz-Begeisterung“, schwärmt Richardson rückblickend. „Es war großartig und natürlich fantastisch für mich, da ich sie bereits für unseren Film gewonnen hatte. Ein besseres Timing hätte ich nicht haben können. Ich hatte großes, großes Glück.“

Als Nächstes musste ein Drehbuchautor gefunden werden. Richardson wagte den Versuch mit Jane English, einer Drehbuchautorin, mit der er noch nie zusammengearbeitet hatte, die aber, da war er sich sicher, ein junges Publikum ansprechen konnte. „Jane hatte einige Folgen der TV-Serie ‚Sugar Rush‘ geschrieben, die ich sehr mochte“, erläutert Richardson. „So haben wir acht Monate zusammen eng am Drehbuch und an der Entwicklung der Charaktere gearbeitet. In dieser Zeit schrieben wir auch eine Rolle für George Sampson, den Gewinner der zweiten Staffel von ‚Britain’s Got Talent‘. Ihn wollten wir unbedingt dabeihaben und er war einfach fabelhaft.“

Von Beginn an verfolgte Richardson die Absicht, den Film in 3D zu drehen, obwohl das im Raum Großbritannien vor ihm noch niemand getan hatte. „Ich habe mit meinem Produzentenpartner Allan Niblo schon länger über das Thema 3D gesprochen. Mit diesem Film nun den Anfang zu machen, schien mir nahe liegend, denn beim Tanzen geht man räumlich sehr in die Tiefe, vor allem beim Streetdance. Deshalb sprachen wir die Jungs von Paradise FX an, die für „My Bloody Valentine 3D“(2009) verantwortlich zeichneten. Sobald wir unsere Vorstellungen geäußert hatten, wollten sie unbedingt in dieses Projekt involviert sein.“

Komplett im 3D-Format zu drehen, brachte große Herausforderungen mit sich. Es war ein schwieriger Lernprozess für Richardson wie auch für den Rest der Crew. „Unser Film ist der erste Live-Action-Film außerhalb Amerikas, der in 3D entsteht, zwangsläufig spielt Dazulernen eine große Rolle“, gibt Richardson zu. „Man muss sich Gedanken über das Design machen und wo man alles am Set platziert, denn bestimmte Dinge funktionieren in 3D nicht so gut. Und natürlich muss man dreidimensionale Effekte berücksichtigen, wenn zum Beispiel etwas von der Leinwand auf den Zuschauer zufliegt. Die Kosten machen den größten Unterschied aus. Alles ist viel teurer, aber der Aufwand lohnt sich.“

Nachdem die Arbeit am Drehbuch beendet war und auch die 3D-Spezialisten von Paradise FX zum Team gehörten, machte sich Richardson auf die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Eine Aufgabe, die schwerer war, als er es erwartet hatte. „Wir nahmen uns dafür sehr viel Zeit, denn wir wollten jemanden finden, der Tanzen wirklich verstand und auch wusste, wie er es schön aussehen lassen konnte. So entschlossen wir uns, nach Regisseuren von Videoclips und Werbespots zu suchen. Und auf diesem Gebiet erwiesen sich Max und Dania schnell als klare Favoriten. Die beiden bilden zusammen ein unglaublich spannendes Regieduo und verstanden es wirklich, auf der Leinwand eine wunderschöne Atmosphäre zu erzeugen. Die Arbeit mit zwei Regisseuren war für mich eine neue Erfahrung, aber ich wusste einfach, dass die beiden perfekt für diesen Film waren. Sie haben ihn verstanden und hatten einfach das richtige Gefühl dafür. Sie wollten einen Film voller Schönheit und Glanz, in dem sich alles um die Verfolgung ehrgeiziger Ziele drehte. Es war ihr erster Kinofilm und deshalb für uns alle eine schwierige Entscheidung. Aber in meinen Augen waren sie einfach die richtige Wahl.“

Max Giwa und Dania Pasquini haben in den vergangenen 15 Jahren bei vielen Musikvideos und mit einem großen Spektrum von Künstlern zusammengearbeitet, darunter mit Girls Aloud, Oasis und Sophie Ellis Bextor. Ihrem ersten Kinofilm sahen sie mit großer Begeisterung, aber auch etwas Verunsicherung entgegen: „Wir waren schon ein bisschen nervös“, gibt Dania Pasquini zu. „Aber Spielfilme wollten wir schon immer drehen. Dehalb war dieses Projekt etwas, auf das wir hingearbeitet haben.“ Eine Aussage, die bei Max Giwa Zustimmung findet: „James rief uns an, erzählte, dass er unsere Arbeit kannte und begeistert von uns war. Er schickte uns das Drehbuch zu, dann trafen wir uns und kurz darauf sagte er uns telefonisch zu, dass wir den Job hatten. Ich war so überrascht, dass ich ihm anfangs nicht glauben wollte und ihn bat, Dania auch anzurufen, als Bestätigung. Schließlich haben wir mit Jane zusammen an den späteren Fassungen des Skripts gearbeitet. Kinofilme bedeuten für uns einen neuen Lernprozess. Natürlich bringen wir große Erfahrung im Drehen von Musikvideos mit, weshalb wir an bestimmte Dinge auch mit großem Selbstbewusstsein herangehen. Aber es gibt eben auch viel, das wir noch zu lernen haben.“

Letztlich aber gewöhnten sich die Regieneulinge so schnell an den Spielfilm wie Enten ans Wasser, überwältigten Cast und Crew mit ihrem ansteckenden Elan und ihrer Begeisterung.

„Ich liebe die Energie von Max“, schwärmt Jennifer Leung, die im Film die Ballerina Bex verkörpert. „Er betritt einen Raum immer mit einem Lächeln. Selbst wenn man also wirklich erschöpft ist, will man sofort mit ihm arbeiten, sobald man ihn sieht. Und Dania hatte ein wachsames Auge auf ihn. Es war großartig, wie sie sich gegenseitig aufzogen. Man spürt, dass sie sich schon sehr lange kennen und dass sie eine tolle Beziehung haben.“

Dem stimmt auch Charlotte Rampling zu, die im Film als Ballettlehrerin Helena zu sehen ist: „Ich mag es, mit zwei Regisseuren zu arbeiten, denn das bedeutet auch zwei Personen, auf die man sich konzentrieren muss. Sie harmonieren sehr.“ Und Regisseur wie auch Regisseurin befanden sich von Beginn an auf Richardsons Wellenlänge. „Zu den Punkten, bei denen es von Anfang an Übereinstimmung gab, gehörte die Vorgabe, dass der Kampf von innerstädtischen Kids mit Drogen und Gangs in unserem Film überhaupt kein Thema sein sollte“, betont Richardson. „Das war deshalb so wichtig, weil die meisten Streetdancer, die ich während meiner Recherche kennen lernte, mit dieser Welt absolut nichts zu tun hatten. So viele britische Filme konzentrieren sich auf die düstere, ungeschminkt realistische Seite der britischen Jugend. Das verstehe ich nicht, schließlich gibt, es auch so viele positive Geschichten zu erzählen. Ashley Banjo, der zu Diversity gehört, hat neben dem Tanzen seinen Magister in Physik gemacht. Es ist so ein Klischee, davon auszugehen, dass alle Großstadtkids Gangs angehören. Ich finde es deutlich spannender, sich auf das Positive zu konzentrieren, in diesem Falle also auf das Tanzen.

DIE SUCHE NACH DEN DARSTELLERN
Als erfahrene Clipregisseure hatten Max Giwa und Dania Pasquini bei früheren Projekten bereits mit einigen der besten britischen Streetdancer zusammengearbeitet. Diese Erfahrungen brachten sie in STREETDANCE 3D ein: „Einige der Tänzer und die meisten Statisten haben bereits vor unserer Kamera gestanden“, erläutert Dania Pasquini. „Das ermöglicht am Set eine großartige Atmosphäre“, fügt Max Giwa hinzu. „Es fühlt sich einfach wie Familie an. Aber niemand wurde besetzt, nur weil wir ihn bereits kannten. Woche für Woche wurde vorgesprochen und vorgetanzt, das war für alle hart.“

Tatsächlich war die Suche nach der geeigneten Besetzung außergewöhnlich, denn im ganzen Land fanden offene Castings statt, um wirklich die besten britischen Streetdance- Talente zu finden. „Wir haben eine Website eingerichtet, um diese Castings anzukündigen.

Sie brach innerhalb kürzester Zeit zusammen, weil so viele versucht hatten, sich zu bewerben“, erzählt Richardson, immer noch ungläubig den Kopf schüttelnd. „Schließlich haben wir uns über 1.000 Kandidaten in ganz Großbritannien angesehen, darunter in Manchester, Birmingham und Glasgow. Dann haben wir diejenigen, die in die engere Wahl kamen, nach London eingeladen und die Zahl weiter reduziert. Das Vorsprechen war wirklich hart, denn man musste nicht nur ein toller Tänzer sein, sondern auch als Darsteller überzeugen.“

„Es hat Wochen gedauert“, erinnert sich Pasquini. „Aber bestimmte Kandidaten, an denen wir wirklich interessiert waren, luden wir zu einem Einzelvorsprechen ein. So etwa Steph Nguyen, die im Film Steph verkörpert. Im wirklichen Leben ist sie ein B-Girl, das schon ein echter Champion ist und bei einem der weltweit wichtigsten Events im Streetdance triumphiert hat, beim Juste Debout in Paris. Diesen Wettbewerb gegen die ganze männliche Konkurrenz zu gewinnen, das ist einfach phänomenal.“

Doch die größte Herausforderung beim Casting, das gibt Richardson unumwunden zu, war die richtige Darstellerin für die Rolle der Carly zu finden. „Ich habe Nichola Burley 2005 in „Love + Hate", ihrem ersten Film, gesehen. Schon damals fiel sie mir auf, denn in meinen Augen hatte sie allen im Film die Schau gestohlen. Deshalb wollte ich unbedingt ein Projekt finden, bei dem wir zusammenarbeiten konnten. Es war aber dann reiner Zufall, dass Casting Director Gary Davy Nichola für STREETDANCE 3D vorschlug. Dass sie eine gute Schauspielerin war, wusste ich natürlich, nicht aber, ob sie auch tanzen konnte. Deshalb versicherten wir uns in strapaziösen Tests, dass sie der Sache auch gewachsen war. Kenrick Sandy, unser Streetdance-Choreograph, hat sie wirklich auf Herz und Nieren geprüft.“

Wie Furcht einflößend der ganze Castingprozess war, erzählt Burley ganz offen: „Ich musste mehrmals vorsprechen und vortanzen, war überwältigt, als ich sah, welches Niveau hier beim Tanzen geboten wurde. Etwas beängstigend war das schon, denn nun wusste ich, wie stark meine Konkurrenz war, was die Tanzanforderungen beim Casting betraf. Ich tanze bereits seit frühester Kindheit, trainierte an der Northern School of Contemporary Dance. Ich bin also eine ausgebildete Tänzerin, vornehmlich aber in Ballett, Modern Dance und Jazz- Tanz. Mir wurde schnell klar, dass sich alles um Körperhaltung und Körperkontrolle dreht. Im Modern Dance sind die Bewegungen fließend und nicht unterbrochen, während sie beim Streetdance recht starr sind. Mann muss in seiner Körperhaltung also umlernen.“

Zu den Vorzügen des ungewöhnlichen Casting-Prozesses gehörten für Richardson die vielen unverbrauchten und aufregenden Talente, die dabei entdeckt wurden, inklusive einiger amüsanter Überraschungen. „Während des Castings haben wir das Drehbuch ständig mit neuen Rollen ergänzt“, erinnert sich der Produzent lachend. „Denn es gab einfach Talente, die wir unbedingt für den Film wollten, für die es aber noch keine Rollen gab. George Sampson ist als Beispiel offensichtlich, aber wir entwickelten auch Figuren für Rachel McDowall, die jetzt Isabella spielt, und Steph Ngyuen, die nun als Steph zu sehen ist.“

Und natürlich fiel der Dance-Crew „Flawless" immer eine Schlüsselrolle zu. Ihre Tänzer bilden im Film die Crew ‚The Surge’, die erbitterten Rivalen von Carlys Crew. „James kam zunächst auf uns zu, weil er mehr über die britische Streetdance-Szene erfahren wollte“, erinnert sich Marlon ‚Swoosh’ Wallen, der Choreograph, der hinter dem Erfolg von „Flawless" steht. „Er verfolgte diese Idee schon seit einiger Zeit, wollte aber Fakten aus der Szene wissen: wie das mit den Wettbewerben abläuft und was wir auf uns nehmen müssen. Schließlich bat er uns, als Crew ‚The Surge’ zu seinem Projekt dazuzustoßen. Darüber waren wir sehr glücklich und sahen der Arbeit mit großer Begeisterung entgegen.“

Nach diesem anstrengenden Casting-Prozess versteht es sich von selbst, dass Richardson nun eine Art Streetdance-Experte geworden ist, oder? „Nein, nein!“, gibt Richardson lachend Antwort. „Tatsächlich bin ich mit einigen der Tänzer durch die Clubs gezogen. Etwas Demütigenderes kann man sich nicht vorstellen. Es ist ja nicht so, als ginge man mit seinen Freunden aus: diese Jungs sind die besten Tänzer in Europa. Das war sehr peinlich.“

DIE STREETDANCER
Carly, gespielt von Nichola Burley, ist die Heldin des Films und die Anführerin der Streetdance-Crew. Sie muss mit den Ballett-Tänzern zusammenarbeiten, um überhaupt eine Chance zu erhalten, die Britischen Streetdance-Meisterschaften zu gewinnen. „Carly ist ein wirklich süßes Mädchen, aber extrem von ihren tänzerischen Ambitionen getrieben“, beschreibt Burley ihre Rolle. „Sie ist nicht unter den glücklichsten Umständen aufgewachsen, hat aber nie mit dem Tanzen aufgehört, das sie immer motiviert und vorangetrieben hat. Im Film muss sie sich vielen Herausforderungen stellen und das Aufregende und Inspirierende daran ist, wie sie diese Prüfungen besteht. Ich selbst wäre geschockt von der Vorstellung, dass ich Ballettschülern Streetdance beibringen müsste. Sie aber ist tatsächlich viel stärker, als sie sich selbst einschätzt. Sie braucht nur Ermutigung, um diese Seite an ihr zeigen zu können. Und als sie es schließlich tut, erreicht sie für sich das Bestmögliche. Es dreht sich alles darum, dass sie ihre innere Stärke entdeckt und herausfindet, wer sie wirklich ist.“

Carlys beste Freundin, von der sie im Verlauf der Handlung stets unterstützt wird, ist Shawna. „Shawna hat eine große Klappe“, gibt ihre Darstellerin Teneisha Bonner zu. „Sie verdient sich ihr Geld als Friseuse, ist ein freches, sexy Girl, das die Dinge immer auf den Punkt bringt. Sie spricht Klartext.“ Was an dieser Figur mit am meisten Spaß macht, ist ihr ausgefallener Look. „Sie bringt nicht nur Farbe ins Leben, sondern trägt sie auch, liebt große Ohrringe und verrückte Perücken“, erklärt Bonner mit einem Grinsen im Gesicht. „Für jeden Wochentag hat sie eine andere Perücke, weshalb ich im Film so an die acht bis zehn Perücken trage. Jemanden wie sie zu spielen, machte großen Spaß.“

Für den Humor und damit Ausdruck sind in der Streetdance-Crew Mack und Boogie zuständig, die Spaßvögel der Truppe. „Es ist wirklich schön, mit Leuten zusammenarbeiten zu können, die einen wirklich verstehen“, gesteht Lex Milczarek, der Darsteller von Boogie. „Jeder bringt so großes Engagement mit, arbeitet so hart, aber gleichzeitig liebt es auch jeder zu lachen. Aus diesem Grund hatten wir zusammen eine tolle Zeit. Große Egos gab es auf diesem Set nicht. Dreht man einen Film, macht man sich schon Gedanken, dass man es mit hochnäsigen Typen zu tun bekommen wird – Typen vom Theater oder was auch immer. Aber jeder war hier so locker drauf, wir haben uns wirklich super verstanden. Und das ist großartig, schließlich stellen wir eine Crew dar. Da erwartet man von uns, dass wir uns wie eine Familie verhalten.“

Bradley Charles, der Frankie verkörpert, wurde ursprünglich als Assistent von Kenrick Sandy, dem Streetdance-Choreographen des Films, engagiert. „Ken und ich führten das Casting durch. Doch als sie mich tanzen sahen, fragten sie, ob ich mich nicht auch für eine Rolle im Film bewerben wollte. Also sprach und tanzte ich vor und bekam dann die Rolle angeboten. Es war alles reiner Zufall.“

Frankie ist eine der ernsteren Figuren im Film. Er ist unglücklich darüber, dass Jay die Crew verlässt und ist alles andere als eine Unterstützung bei Carlys Versuchen, Jays Führungsrolle einzunehmen. „Er glaubt, dass er ein besserer Crew-Leader wäre“, erklärt Bradley Charles. „Er schmollt, putzt Carly runter und verlässt dann die Crew. Aber sein Ehrgeiz bringt ihn schließlich zurück, denn er will die Meisterschaft gewinnen.“

Die Rolle von Frankies Freundin Steph wurde eigens für das international bekannte B-Girl Steph Nguyen entwickelt. „Im Grunde ist diese Figur genau wie ich“, gibt Steph Nguyen zu. „Obwohl ihre Outfits etwas sexier sind, als ich sie normalerweise tragen würde! Ich wollte an diesem Film mitarbeiten, weil Tanz meine Leidenschaft, mein Leben ist.“

Die Streetdance-Crew wird komplettiert von Aimee, gespielt von Sacha Chang, und Justine, deren Darstellerin ‚Rhimes’ den Kontrast in der Wahrnehmung ihrer Figur herausarbeitet: „Justine singt im Kirchenchor, ihre Mutter hält sie für einen Engel, hat keine Ahnung, dass Justine verdammt rechthaberisch sein und ein großes Ego haben kann. Nicht umsonst wird sie vom Rest der Crew Big Justine genannt.“ Und was ist mit Aimee? „Im Grunde ist sie eine Bitch, ein bisschen zumindest“, analysiert Sacha Chang ihre Figur. „Sie verbringt eine Menge Zeit damit, mit Justine rumzuzicken und rumzumeckern.“

Die Rolle des Eddie wurde speziell für George Sampson, den Gewinner der ITV-Show „Britain’s Got Talent“, geschrieben. „Eddie ähnelt mir sehr“, gibt Sampson zu. „Er ist ganz schön frech und vorwitzig, will unbedingt zu Carlys Crew dazugehören. Außerdem ist er ein bisschen in Carly verschossen. Aber so sehr er sich auch bemüht, nimmt ihn Carly nicht in die Crew auf.“ Aber, keine Sorge. Eddie bekommt noch seine Chance zu zeigen, was er tänzerisch draufhat, auch wenn Carly alles versucht, um genau das zu verhindern.

„Eigentlich bekommt er diese Chance gar nicht, sondern er macht sie selbst möglich“, erzählt Sampson. „Ich bin nicht voreingenommen, aber er ist eindeutig die beste Figur im Film.“ Weil Sampson bereits mit dem Regieduo zusammengearbeitet hatte, fühlte er sich auf dem Set heimisch. „Max und Dania führten letztes Jahr bei meinem Musikvideo ‚Headz Up’ Regie“, erläutert Sampson. „Deshalb baten sie mich um einen Screentest, um zu sehen, ob ich auch schauspielen kann. Glücklicherweise glaubten sie, ich könnte es. Dieser Film ist mein erster, dem ich liebend gerne weitere folgen lassen würde. Ich bin so begeistert, dass ich hier mitmachen konnte, beim ersten britischen Tanzfilm überhaupt.“

Als Inspirationen nennt Sampson renommierte Branchengrößen wie Usher und Justin Timberlake Künstler, aber gleichzeitig auch den Tanzlehrer aus seiner Kindheit. „Er hieß Swanny und hat mich am stärksten inspiriert. Er lebt nicht mehr, aber er ist dafür verantwortlich, dass ich tanzen wollte. Er gehörte einer der ersten Break-Dancing-Crews an, die in den Achtzigerjahren im Hacienda in Manchester auftraten. Seinetwegen ist mein Tanzstil ziemlich Old School.“

Mit großer Begeisterung beobachtet ‚Rhimes’ die wachsende Popularität von Streetdance auf der Insel. Mitverantwortlich dafür hält sie Sampsons Sprungbrett, die ITV-Casting-Show „Britain’s Got Talent“: „Bei den Zuschauern von ‚Britain’s Got Talent’, die auch über die Teilnehmer abstimmen, handelt es sich nicht nur um die Leute, die man erwartet, die auf Streetdance stehen, sondern um ganz normale Briten, die Samstagabend zu Hause sitzen. Tanzen besitzt jetzt eine größere Anziehungskraft, denn es hat sich entwickelt, ist jünger geworden. Und für die Leute ist es Entertainment. Für mich ist es eine Leidenschaft. Ich unterrichte viele junge Leute und sage ihnen, wenn ihr das machen wollt, dann muss es von Herzen kommen. Und wenn die Leidenschaft dafür wächst, dann inspiriert man sich gegenseitig. Viele Filme über britische Kids drehen sich um die Armenviertel, die Ghettos, um Messer und Pistolen. Wir aber sind in der Entertainmentbranche, um zu versuchen, junge Leute zu inspirieren, Ehrgeiz zu entwickeln, welches Ziel sie auch immer verfolgen.“

DIE BALLETTTÄNZER
Als Ballettlehrerin Helena fällt Charlotte Rampling eine Schlüsselrolle im Film zu. „Hätte meine Figur nicht die riskante Idee gehabt, Balletttänzer und Streetdancer zusammenzubringen, gäbe es keine Story“, erklärt Rampling. „Helena sieht etwas von ihr selbst in Carly, diesen starken Antrieb, wirklich leben zu wollen.“

Obwohl mancher überrascht sein wird, Ramplings Namen in Zusammenhang mit einem Film über Streetdance zu sehen, glaubt sie, dass es eine perfekte Paarung ist. „Ich war so glücklich, dass ich an diesem Film mitwirken konnte, denn Tanzen habe ich immer geliebt. Obwohl ich nie professionell getanzt habe, sondern nur in Clubs! Ich fühle mich bereichert, wenn Leute dich in einer Rolle sehen können, von der du selbst nie gedacht hast, dass du sie je spielen würdest. Es war toll , diese jungen Streetdancer kennen zu lernen, denn sonst hätte ich dazu nie die Gelegenheit gehabt. Und ich liebe es, dass dieser Film junge Leute zeigt, die wirklich mit aller Kraft etwas zu erreichen versuchen. Das zeigt, dass man Außergewöhnliches schaffen kann, wenn man wirklich hart und mit Leidenschaft daran arbeitet. Es war wunderbar, diese Botschaft vermitteln zu können.“

Der attraktive athletische Tomas ist einer der besten Schüler der Royal Dance School. „Er ist der populäre coole Typ, auf den alle schauen“, erläutert Richard Winsor, sein Darsteller. „Populär allerdings nur, was das Ballett betrifft, weshalb ich mir nicht sicher bin, wie cool ihn das tatsächlich macht! Als aber die Streetdancer kommen, wird er von seinem Sockel gestoßen. Zuerst will er nicht mitmachen, erkennt aber schließlich, dass es beim Streetdance so viel Schönheit und so viel Talent gibt wie beim Ballett.“ Und natürlich ist er Teil der Lovestory des Films: „Ja, er verliebt sich in Carly“, verrät Winsor lächelnd. „Das spielt eine zentrale Rolle im Film.“

Wie auch die anderen Darsteller musste sich Winsor einem harten Casting-Prozess unterziehen. „Ich tanzte damals in Matthew Bournes ‚Dorian Gray’, tourte mit diesem Ballett im ganzen Land, aber auch in Italien und Moskau. Wann immer ich aber nach London zum Casting gerufen wurde, war ich blitzschnell zur Stelle. Das ist so ein großartiges Projekt, darin muss man involviert sein.“

Rachel McDowall aus Liverpool gehört wie Winsor zu den Ballettdarstellern und spielt Isabella, „eine Ballett-Bitch“, wie McDowall lachend zugibt. „Zwei andere Tänzerinnen sind ihre besten Freundinnen: zum einen Chloe (gespielt von der walisischen Schauspielerin Sianad Gregory), die auch über die Streetdancer ziemlich ablästert, zum anderen Bex (gespielt von der schottischen Schauspielerin Jennifer Leung), die ein bisschen naiver ist.“

Isabella aber wird zurückgeworfen, als sie erfährt, dass Ihr Traum vom Royal Ballett zu zerplatzen droht.. „Ich bin 1,82 Meter groß“, erklärt Dowall. „Und so findet Isabella im Verlauf der Handlung heraus, dass sie für das Royal Ballet nicht vortanzen darf, weil sie einfach zu groß ist. Irgendwie hat sie schon geahnt, dass so etwas passieren würde, denn noch nie hatte sie einen Tanzpartner gehabt, der groß genug für sie war, der Hebefiguren mit ihr tanzen konnte. Aber sie kennt nichts anderes als das Ballett, denn dafür hat sie ihr ganzes Leben trainiert. Als die Streetdancer auftauchen, ist sie anfangs misstrauisch, aber schließlich beginnt sie ihre Einstellung zu ändern und erkennt, dass es im Leben noch etwas anderes gibt als Ballett.“

Interessanterweise ist diese Handlungsentwicklung ein klassischer Fall für Kunst, die das Leben nachahmt. „Tatsächlich ist mir das Gleiche passiert, als ich jünger war“, gibt McDowall zu. „Ich war noch sehr klein, als ich mit dem Balletttraining begann und setzte es fort, bis ich mit 11 Jahren für die Aufnahme ins Royal Ballet vortanzte. Aber sie erkannten sofort, dass ich einmal so groß werden würde, und das war es dann. Ich war tief gekränkt. Damals war das Ballett für mich meine ganze Welt. Aber nach etwa einem Monat kam ich darüber hinweg.“

Die schottische Schauspielerin Jennifer Leung verkörpert die liebenswerte Bex, die ihre Probleme mit der gehässigen Art von Isabella und Chloe hat und den Streetdancern gegenüber viel freundlicher eingestellt ist. „Bex lebt und atmet Ballett“, erzählt Leung. „Sie kennt nichts anderes, was aber nicht heißen soll, dass sie die Streetdancer völlig ablehnt. Sie ist netter als die beiden anderen Ballettgirls, versteht Helenas Absichten hinter ihrem Angebot für eine Zusammenarbeit. Tatsächlich verändert diese ihr Leben, denn sie ist extrem unerfahren und unschuldig. Sie war noch nie in einem Nightclub, hat sehr viel von ‚Angelina Ballerina’ [tanzende Maus aus einer Kinderbuchreihe]. Als also die Streetdancer in ihr Leben treten, öffnet ihr das die Augen für andere Dinge und sie findet mehr Zugang zur anderen Welt.“

Gabe ist der zweite männliche Tänzer in der Balletttruppe. Ihn spielt der Brasilianer Hugo Cortes. „Gabe stammt aus Kuba, aus ärmlichen Verhältnissen“, erläutert Cortes. „Er hat extrem hart gearbeitet, um das alles hinter sich lassen und in die Welt des klassischen Balletts eintreten zu können. Für ihn war das wirklich hart, aber er hat es geschafft. Er bekommt ein Stipendium für diese Ballettschule in London und nimmt sich jetzt sehr wichtig, ist sehr stolz auf sich. Zunächst hat er so seine Probleme mit den Streetdancern, denn HipHop erinnert ihn an das Milieu, dem er mit großer Kraftanstrengung entkommen ist. Nach der ganzen Arbeit, die er auf sich genommen hat, um klassisches Ballett zu tanzen, will er nicht zu dem zurück, was ihm früher vertraut war. Aber er liebt auch die Herausforderung und findet letztlich Gefallen am Streetdance. Wenn er die Moves sieht, dann macht es bei ihm Klick, das lässt sich nicht abstreiten.“

Auch in Cortes’ Fall ist die eigene Lebensgeschichte nicht so weit von der seiner Filmfigur entfernt. „Mein Stiefvater tanzt Modern Dance, mein Onkel und mein Patenonkel auch“, erklärt Cortes. „Aber keiner von ihnen, auch meine Mutter nicht, wollte, dass ich das Tanzen anfange. Das war hart, weil ich es so liebe. Aber sie haben mir immer wieder erzählt, wie schwer es wäre, dabei wirklich erfolgreich zu sein und dass ich es niemals zum Profitänzer bringen würde. Ich musste mich wirklich beweisen, indem ich lernte und ihnen zeigte, dass ich das Zeug hatte, um erfolgreich sein zu können. Deshalb habe ich wirklich hart gearbeitet und die Schule sogar ein Jahr früher abgeschlossen. Dann habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich dieses eingesparte Jahr nutzen würde, um mich auf das Tanzen zu konzentrieren. Und nachdem ich in diesem einen Jahr einen Job bei einer großen Dance Company in Brasilien bekam, begann meine Familie umzudenken: ‚Okay, vielleicht schafft er es ja doch.’ Heute kann ich sagen, ich hatte das Glück, am Royal Opera House und in der ganzen Welt auftreten zu können. Modernes Ballett liegt mir am meisten, deshalb war es eine große Herausforderung, für diese Rolle klassisches Ballett zu lernen.“

Cortes ist begeistert, am ersten britischen Tanzfilm überhaupt mitwirken zu können: „Ich bin in vielen Musicals und auch in der Oper aufgetreten, aber das hier ist mein erster Film, ich sterbe vor Aufregung“, erzählt er mit einem Grinsen. „Meine Familie und meine Freunde in Brasilien drehen schon durch. Meine Mutter glaubt sogar, ich wäre schon in Hollywood!“

DIE CHOREOGRAPHIE
Sandy war von dem Moment an, als ihm James Richardson von seiner Idee erzählte, begeistert von diesem Projekt. „Das ist der erste britische Streetdance-Film überhaupt“, erläutert Kenrick Sandy grinsend. „In Amerika gab es schon eine ganze Reihe, deshalb war es wichtig für mich, daran beteiligt zu sein. Ich bin sehr froh darüber, umso mehr, weil der Markt fürs Tanzen unglaublich gewachsen ist. Der Film kommt im richtigen Jahr, zur richtigen Zeit heraus, weil jetzt Tänzer mehr Öffentlichkeit bekommen. Außerdem bietet er die Gelegenheit zu zeigen, dass unterschiedliche Tanzstile sich eigentlich sehr ähneln können. Denkt man an Streetdance, denkt man an Arbeiterkids von der Straße und aus Jugendzentren. Ballett verbindet man mit Oberschicht. Dieser Film zeigt aber, dass Tanz letztlich einfach nur Tanz ist. Wir sind alle gleich. Es geht darum, diese Barrieren einzureißen.“

Sandy gibt zu, dass er anfangs etwas skeptisch über die Zusammenarbeit mit Nichola Burley war, die zuvor noch kein Streetdance-Training hatte. „Ich hielt Nichola für ein großes Risiko“, gibt der Choreograph zu. „Als Hauptfigur musste sie tänzerisch Spitzenklasse sein. Deshalb bat ich sie, zu meinen Workshops zu kommen und auch meine Klassen zu besuchen, bevor wir mit den Proben für den Film begannen. Sie war immer da, trainierte im Hintergrund mit den Tänzern von Boy Blue. Sie trat sogar mit uns im Hackney Empire [Theater in London] auf, denn sie sollte verstehen, was es bedeutet, vor Publikum zu stehen. Sie spürte den Druck, denn sie war die Hauptfigur und deshalb beunruhigt, alle zu enttäuschen. Sie hatte mehrfach das Gefühl, aufgeben zu wollen, und es flossen auch Tränen. Aber das war kein Spiel, ich meinte es ernst und sagte ihr: ‚Hör auf zu weinen. Du bist der Star. Selbst wenn du dich nicht mieser fühlen könntest, darfst du das deiner Truppe nie zeigen.’ Ich musste am Set oft mit ihr reden, aber am Ende werden die Leute staunen, wenn sie erfahren, dass sie vorher nicht getanzt hat. Ich bin wirklich stolz auf sie.“

Für Will Tuckett bestand die größte Herausforderung darin, mit Tänzern ohne nennenswerte klassische Ausbildung zu arbeiten. „Sie sind alle gute Tänzer, aber eben im Modern Dance“, erklärt Tuckett. „Klassisches Training hatten sie in gewissem Maße alle, aber klassisch getanzt hatten sie seit Langem nicht. Deshalb wurden sie alle blass, als ich sie bat, Spitze zu tanzen. Das hat sie sehr eingeschüchtert. Aber niemand, der sich mit Ballett auskennt, sollte im Film entdecken, dass sie keine echten Balletttänzer waren. Darum ging es mir. Einen Balletttänzer zu parodieren, ist sehr leicht – dieses ganze Klischee, verkrampft und spießig zu sein. Aber es ist viel schwerer, es so überzeugend aussehen zu lassen, als wäre es etwas, was sie wirklich jeden Tag machen. Die Probenzeit spielte deshalb eine entscheidende Rolle. Da nämlich haben wir wie wild gearbeitet. Für sie war das sehr hart, denn sie mussten gleichzeitig auch die Streetdance-Moves lernen. Natürlich gibt es mehr Streetdance- als Ballettszenen im Film. Aber wir waren trotzdem streng, sie sollten in den klassischen Tanzszenen gut aussehen. Letzten Endes bin ich sehr stolz auf sie, weil sie so hart gearbeitet haben. Und wer den Film sieht, wird meiner Ansicht nach überzeugt sein, dass es sich um Balletttänzer handelt.“

Tuckett hat mit einigen der besten Tänzer der Welt gearbeitet. Trotzdem war er überwältigt, als er die Streetdancer in Aktion sah. „Tanzen ist mein Beruf, ich bin schon lange dabei, und es ist sehr selten, dass man mit einem Grinsen dasitzt, weil man irgendwie nicht glauben kann, was da jemand vor deinen Augen tatsächlich macht. Sie waren einfach außergewöhnlich und darüber hinaus absolut liebenswert. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich erwartet habe, wie sie wohl sein würden. Ich hör’ mich schon wie meine eigene Mutter an. Sie waren einfach herrlich.“

Auf die Frage, ob Tuckett versucht war, selbst einige der Streetdance-Moves auszuprobieren, antwortet der Choreograph lachend: „Versucht habe ich es, aber dann wie ein Idiot ausgesehen. Ich bin jetzt über 40, und das ist ein Alter, in dem man nicht mehr versuchen sollte, so zu tanzen.“

Es spiegelt sich in der Handlung des Films, dass auch die beiden Experten in sehr unterschiedlichen Tanzgattungen eine unerwartete Beziehung aufbauten: „Kenrick ist ein echter Kerl, ein Kumpel“, lacht Tuckett. „Es ist geradezu ärgerlich, wie gut er aussieht. Er ist wirklich cool und steht im Grunde für all das, was ich auch gerne wäre, aber nie sein kann. Ich trage Tweed und schaue gewöhnlich ein bisschen wie ein Schwachkopf aus. Dann kommt er rein, total relaxt und mit sanfter Stimme. Und wenn er dann zu tanzen beginnt, haut es einen um. Außerdem ist er ein unglaublicher Optimist und bleibt immer cool.“

Und so wird es nicht bei dieser einen Zusammenarbeit bleiben: „Kenrick und ich haben uns bereits über eine weitere Zusammenarbeit unterhalten, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, freut sich Tuckett. „Es wäre wunderbar, wieder etwas anderes mit ihm zu machen. Hätte ich diesen Film mit seinem Element vermischter Tanzstile nicht angenommen, hätten sich unsere Wege nie gekreuzt. Es war eine fantastische Erfahrung.“

Richard Winsor, Darsteller des umschwärmten Ballett-Stars Tomas, fand die Herausforderung, zwei unterschiedliche Tanzstile zu lernen, äußerst reizvoll. „Ich habe drei Jahre Ballett trainiert, das war ungefähr vor sieben Jahren, aber auf professionellem Niveau habe ich nie klassisches Ballett getanzt, deshalb musste ich daran arbeiten, wieder zum Ballett zurückzufinden. Die Zusammenarbeit mit Will Tuckett war fantastisch. Sicher, es war hart, aber meine Arbeit für den Film profitiert davon. Ballett ist eine Disziplin, die Lernen erfordert. Es war für mich eine enorme Herausforderung, zu Stil und Körperhaltung des klassischen Balletts zurückzufinden – und dann wieder damit aufzuhören und Streetdance zu lernen.“

Bekam er auch die Gelegenheit, selbst ein paar Streetdance-Moves auszuführen? „Ja, es gibt eine Szene, in der man mich beim Breaking sieht, ein bisschen wenigstens. Das war auch für mich absolutes Neuland“, gibt Winsor lachend zu. „Um ehrlich zu sein, ich habe sogar eine Leidenschaft dafür entwickelt. Die Musik packt dich einfach so. Wenn man diese Beats wirklich laut hört, ist es unmöglich, stillzusitzen. Natürlich bin ich nicht der beste Streetdancer, aber ich kann verstehen, warum die Leute das mit so großer Leidenschaft betreiben. Seit der Arbeit an diesem Film sehe ich Streetdance in einem anderen Licht. Klar, beim Streetdance und bei Performern wie ‚Diversity’ oder ‚Flawless’ zuzuschauen, das habe ich schon immer gern gemacht. Aber selbst dazuzugehören, etwas über die Geschichte und die Wurzeln des Streetdance zu lernen, das war reines Vergnügen.“

Rachel McDowall, die im Film als Ballett-Bitch Isabella zu sehen ist, hatte schreckliche Angst davor, wieder die Strumpfhosen anzuziehen und zum Balletttraining zurückzukehren. „Ehrlich gesagt, ich bekam echte Panik, weil ich seit meinem College-Abschluss vor sechs Jahren überhaupt nicht Ballett getanzt habe. Mich da wieder einzugewöhnen, das fiel mir sehr schwer. Sianad und Jennifer, die die anderen Ballett-Girls spielen, haben kleine filigrane Körper. Ich aber habe eine Figur, die zu meiner Größe von 1,82 Meter passt. Sie sehen tatsächlich wie Balletttänzerinnen aus. Mir aber war es peinlich, zu den Proben zu gehen. Ich dachte, worauf habe ich mich da nur eingelassen? Und ich musste Strumpfhosen und Trainingsanzüge tragen!“

Es stellte sich aber heraus, dass das Tragen von Strumpfhosen noch das geringste Problem McDowalls war: „Die Proben waren extrem hart für mich, das muss ich zugeben“, erinnert sich die Schauspielerin. „Jeden Morgen ab 9 Uhr mussten wir an der Barre [Ballettstange] üben. Und das ist noch viel anstrengender als das Tanzen, weil es unheimliche Präzision verlangt. Am Tag nach Probenbeginn spürte ich Muskeln, die ich vorher noch nie gespürt hatte. Manchmal wollte ich einfach nur losheulen.“

Ähnlich erging es Jennifer Leung, die Balletttänzerin Bex verkörpert: „Auch ich erreichte einen Punkt, an dem mir die Tränen kamen. Will Tuckett ist es gewöhnt, mit Tänzern vom Royal Ballet zu arbeiten. Deshalb ließ er wirklich die Peitsche schnalzen. Es war eine Art Ballett-Boot-Camp. Aber es war gut, dass er so hart zu uns war, denn so ist eben das Balletttraining. Wir waren so erleichtert, als wir nach Ende der Proben hörten, dass er Max und Dania gesagt hatte, wir würden ‚beginnen’ wie Balletttänzer auszusehen.“

Ungeachtet der harten Arbeit, die die Balletttänzer auf sich nehmen mussten, gibt Leung aber auch zu, wie beeindruckt sie vom Engagement der Streetdancer war: „Streetdance ist sehr technisch. Tatsächlich ist es dem Ballett ähnlicher, als man vielleicht denkt. Denn bei beiden Tanzstilen dreht sich alles um Stärke und Disziplin. Die Streetdancer haben ständig trainiert und in den Pausen zwischen den Einstellungen geübt. Während ich, Sianad und Rachel herumsaßen, unseren Tee tranken und Kekse aßen.“

EINE ANDERE DIMENSION: WIE STREETDANCE IN 3D ZUM LEINWANDLEBEN ERWECKT WURDE
STREETDANCE 3D ist nicht nur der erste Tanzfilm weltweit, der in 3D gedreht wurde, sondern auch der erste Live-Action-Film, der in Europa in diesem Format entstanden ist. Stereographer und 3D-Guru Max Penner ist es eher gewohnt, Splatter und Horror lebensecht auf die Leinwand zu bringen, schließlich hat er an „My Bloody Valentine 3D“(2009) und an „The Hole 3D" (2009) mitgearbeitet. Eigentlich müsste er doch begeistert davon sein, ganz vorne bei der 3D-Revolution dabei zu sein, die momentan im Filmgeschäft Furore macht?

„Für mich ist 3D gar keine Revolution, sondern eine Evolution“, erklärt Penner. „Erst jetzt ist das finanziell überhaupt machbar geworden, weil es im Digitalzeitalter nun einfacher ist, 3DBilder zu erstellen und zu projizieren. Es gibt digitale Screens, digitale Player und digitale Kameras, deshalb können wir Stereobilder viel leichter in einer digitalen Welt manipulieren.“

Wenn sich das schon kompliziert anhört, dann erfordert die nächste Erklärung höchste Konzentration: „Für Live-Action-3D braucht man eine Kamera, die zwei Linsen und zwei Sensoren hat, die dann so verbunden werden, dass wir ein Bild für das rechte und das linke Augen skalieren und dann auf eine 12-Meter-Leinwand projizieren können. So erhält man auf ebener Fläche ein dreidimensionales Bild, ohne dass es einem beim Zuschauen schlecht wird oder man Schmerzen verspürt. Meine Arbeit mit 3D hat auf Film begonnen und aufgrund meiner Erfahrungen kann ich sagen, dass es ein viel schwierigerer Prozess und auch weitaus teurer ist, auf Film zu drehen. Es sieht zwar großartig aus, aber es ist einfach nicht mehr länger machbar. Wie wir jetzt arbeiten, mit digitalen Kameras der Firmen Red Digital und Silicon Imaging, in Verbindung mit 3D-Technologie, um diese Kameras zu kontrollieren, macht alles viel leichter und billiger.“

Ist 3D also die Zukunft? Ja, sofern man eher bescheiden budgetierte Filme in 3D dreht, denn sie machen den Großteil der Filme aus, die tatsächlich ins Kino kommen. Und wenn wir genug dieser Filme herstellen können, werden die Kinobesitzer einsehen, dass es auch zu ihrem Nutzen ist, die Umstellung vorzunehmen, damit es mehr Kinos gibt, die 3D-Filme auch zeigen können.“

Das Regieduo Max Giwa und Dania Pasquini hatte vor diesem Film noch nie in 3D gedreht. „Wir wurden ins kalte Wasser geworfen“, erinnert sich Giwa lachend. „Aber wir sahen dem auch mit wirklich großer Begeisterung entgegen“, ergänzt Pasquini. „Es ist ein sehr neues Medium, dem die Zukunft gehört. Deshalb ist es großartig, direkt an der Spitze dieser neuen Filmwelle zu stehen. Seit James Richardson uns das Drehbuch gebracht hatte, wussten wir, das der Film in 3D gedreht werden würde. Und das war auch einer der Gründe, warum wir ihn unbedingt machen wollten. Es ist einfach brilliant, denn man glaubt, mit den Tänzern auf der Tanzfläche zu sein. Man taucht viel stärker ein, ist unmittelbar dabei.“

Wegen 3D musste Ballettchoreograph Will Tuckett seine Arbeitsweise komplett überdenken: „Verstanden hatte ich das Ganze zwar noch nicht, aber worin die Herausforderungen bestanden, wurde mir schnell klar. Es gibt eine Szene, in der Carly ins Royal Opera House geht, um dort eine Aufführung des Balletts ‚Romeo und Juia’ zu sehen. Dazu gehört eine große Ballszene, die wir im Hackney Empire in London aufnahmen. Normalerweise würde ich eine solche Szene ganz nah bei den Tänzern drehen, die dann alle quer durchs Bild tanzen. Zweidimensional würde das großartig aussehen, dreidimensional aber sah es schrecklich aus. Wenn jemand tanzt und der Arm geht hoch und damit aus dem Bildbereich, ist der ganze Effekt ruiniert. Deshalb dreht man eine solche 3D-Szene am besten in einer ganz gewöhnlichen Totalen. Ich glaubte zwar, das würde langweilig aussehen, aber in 3D sieht das verblüffend aus. Das war schon sehr merkwürdig und bedeutete für mich, ganz anders arbeiten zu müssen. Zum Glück hatten wir die 3D-Monitore, so konnte ich immer eine Auge darauf haben, was funktionierte. Max war fantastisch und hatte große Geduld, dass ich so schwer von Begriff war. Es war eine unglaubliche Erfahrung, bei der ich viel lernte.“

Charlotte Rampling, als Schauspielerin schon sehr lange im Geschäft, war verblüfft, als sie zum ersten Mal einen Eindruck bekam, wie der Film in 3D aussehen würde. „Dass ich jemals in einem 3D-Film mitspielen würde, hätte ich nie gedacht“, gibt Rampling lachend zu. „Es sieht einfach toll aus, ermöglicht ein viel intensiveres visuelles Erlebnis. Man hat fast das Gefühl, als wäre man Teil ihrer Körper, wenn sie tanzen.“

Streetdancer Lex Milczarek ist ähnlich begeistert vom dreidimensionalen Format des Films: „Bevor ich die Rolle bekam, hat die Produktionsgesellschaft ein paar Tänzer ausgewählt für einen 3D-Testtrailer, der einen Eindruck vermitteln sollte, was der Film leisten wollte. Ich gehörte zu dieser Gruppe und konnte dann diesen Trailer in 3D im Odeon Covent Garden [in London] sehen. Es war unglaublich, wir sprangen wirklich aus der Leinwand heraus. Ich bin so begeistert, dass ich am ersten britischen 3D-Film mitarbeiten durfte.“

Dem kann Hugo Cortes nur grinsend zustimmen: „Wir schreiben hier Geschichte. Ich habe einige der Muster in 3D gesehen, und sie sehen einfach fantastisch aus. Wenn ich den fertigen Film sehen kann, wird das ein echter Trip werden.“

ROCKING KICKS – COOLE SCHUHE: KOSTÜME UND ANDERES AUS DEM KLEIDERSCHRANK
„Ich liebe Carlys Outfits“, begeistert sich Nichola Burley über die weiten Sportklamotten und die riesigen Sneakers ihrer Figur. „Nichts davon würde ich allerdings normalerweise tragen. Bei den Proben trug ich meine eigenen Sachen. Am ersten Tag kam Kenrick, unser Choreograph, auf mich zu und sagte ‚Komm’, lass’ uns Shoppen gehen’. Dann hat er mich Unsummen ausgeben lassen für Trainingshosen und die angesagtesten Sneakers. Ich war völlig ahnungslos, denn Street-Style war bisher nicht mein Ding. Sobald ich aber die neuen Outfits anhatte, fühlte ich mich, als wäre ich jemand anderes. So geht es auch Carly. Die Klamotten sind wirklich bequem, trotzdem aber sexy.“

„Eklektisch, lustig, sexy, lässig und, wie die Kids sagen würden, dope, also supercool“, so beschreibt Kostümdesigner Andrew Cox den Streetdance-Style. Cox, der zuletzt die Kostüme für dreckig-realistische britische Thriller wie „The Firm - Die Mutter aller Hooligan- Filme“(2009), „The Heavy - Der letzte Job“ (2009) und „Outlaw“ (2007) entworfen hatte, ließ sich von unterschiedlichen Einflüssen inspirieren. „Es war eine Kombination, von dem, was ich bei britischen Streetdance-Crews und bei meinen Besuchen in der Royal Ballet School sah, und dem, was mir bei Leuten auf den Straßen Londons ins Auge fiel. Außerdem flossen die Persönlichkeiten der Darsteller, Max und Danias Leidenschaft für coole britische Mode und der Wunsch, etwas anderes versuchen zu wollen, in meine Designs ein.“

Die Kostüme mussten die Entwicklung widerspiegeln, die alle Figuren im Verlauf der Handlung durchmachen. „Folgt man der Story des Films, so wird die Streetdance-Crew stärker und mutiger“, erklärt Cox. „Das trifft ganz besonders auf Carly zu. Wenn sie die Kontrolle über die neue Situation gewinnt und größeres Selbstvertrauen bekommt, dann wird ihr Look auffallender, leuchtender, fröhlicher. Unsere Balletttänzer blühen auf andere Weise auf, wenn sie Teil der Streetdance-Welt werden. Die strikte Ballettkleidung von Outfits abgelöst wird, die eklektischer, relaxter und cooler sind.“

Die Zusammenarbeit mit den Streetdancern, von denen viele noch keine schauspielerische Erfahrung besaßen, stellte Cox vor eine Vielzahl von Herausforderungen: „Viele Akteure waren es gewohnt, sich selbst darzustellen, aber keine Charaktere. Die Herausforderung bestand also darin, sie etwas tragen zu lassen, das sich vom dem unterschied, womit sie sich sonst sicher fühlten. Es musste etwas sein, das ihnen ein gutes Gefühl für die Rolle gab, das aber stärker ihre Figur als ihre eigene Persönlichkeit betonte.“

„Im Lauf der Vorproduktionsphase und sogar noch während der ersten Drehwochen entwickelten sich die Looks und wurden noch prägnanter, als sich die Darsteller in ihren Rollen wohlzufühlen begannen. Sie vertrauten der Vision, die wir zu realisieren versuchten und trugen ihre Looks mit Selbstbewusstsein. Bei Nichola, die Schauspielerin und keine Streetdancerin ist, war es ein umgekehrter Prozess. In mehreren Stufen entwickelten wir einen Look für sie, der ihr die ‚angeberische Attitüde’ gab, die sie nachempfinden musste, um ein echter Streetdancer zu werden.“

Welcher Look gefiel Cox am besten? „Das ist eine schwere Entscheidung“, gibt der Kostümdesigner zu. „Aber für mich ist es definitiv das Outfit, in dem man Shawna zum ersten Mal sieht, dieser schwarz-rote Militärlook.“

Tatsächlich war es Shawnas Kleidung, die am Set mit am meisten für Gesprächsstoff sorgte. „Shawna ist wirklich spleenig“, beschreibt Teneisha Bonner lachend ihre Figur. „Normalerweise trage ich eher Klassisches, viel Schwarz und Grau. In diesem Punkt weiche ich nicht von der Norm ab. Shawnas Styling aber ist verrückt, hat mich inspiriert. Ganz sicher werde ich einiges davon auch für mich übernehmen.“

Ähnlich begeistert ist auch Sacha Chang vom Look ihrer Figur: „Aimee legt großen Wert auf ihr Aussehen. Sie kleidet sich sehr auffällig, trägt die aktuellsten Designerstücke und Tanzoutfits. Ihre Kleidung ist unglaublich. Ich will alles behalten, liebe einfach alles.“ Auch George Sampson gibt zu, dass er „ein Paar Adidas- Sneaker im Auge hat, das ich hoffentlich am Ende behalten darf.“

Natürlich unterscheidet sich die Kleidung der Balletttänzer sehr von den Outfits der Streetdancer. Besonders trifft das auf Charlotte Rampling in der Rolle von Ballettlehrerin Helena zu. In der Szene, in der sie den Streetdancern wegen der Nutzung ihres Trainingsstudios ein Ultimatum stellt, sieht sie in einem strukturierten schwarzen Kleid majestätisch aus, das auch auf dem Laufsteg bei einer Modenschau von Balenciaga nicht fehl am Platze wäre. Weil dies aber ein Film und keine Pariser Haute-Couture-Show ist, zwang das Budget zum Sparen und so musste Andrew Cox mit einigen exzellenten High- Street-Fashion-Schnäppchen improvisieren. „Ist es zu glauben, dass dieses Kleid von Warehouse ist?“, flüstert Jennifer Leung schwärmerisch, als Rampling in ihrem schwarzen Knüller vorbeigeht. „Die Kostümabteilung hat Unglaubliches bei diesem Film geleistet.“

Balletttänzer haben das Image, dass sie aus sehr privilegierten Verhältnissen kommen. Richard Winsor erklärt, dass im Kontrast dazu seine Figur Tomas nur sehr wenig Geld in Kleidung investieren kann. „Im Grunde hat er seine Staple-Jeans und ein Paar Sneaker. Auffällig ist also nichts an seinen Outfits, trotzdem sieht er immer cool und sexy aus.“

In einer Filmszene nehmen die Streetdancer die Balletttänzer in einen Club mit. Dort sollen sie einen Vorgeschmack vom Streetstyle bekommen. Natürlich sind sie absolut unpassend gekleidet für einen Club, in der alle weite, angeberische Outfits tragen. „Wir fallen schon sehr auf“, bemerkt Winsor in einer Drehpause lachend. „Eigentlich finde ich diese Jacke ziemlich cool, aber in diesen schmuddeligen Club, in dem alle mit Baggy Jeans, Basecaps und riesigen Ohrringen herumlaufen, passt sie überhaupt nicht. Ich komme mir ziemlich deplatziert vor, aber genau das soll ja auch vermittelt werden.“

Im Großen und Ganzen aber ist Winsor ein Fan vom Look seiner Figur. „Ich würde seinen Style als ‚indie smart’ beschreiben. Er unterscheidet sich nicht sehr von dem, was ich sonst trage. Obwohl Tomas sehr auf Kleidung steht, die seine vom Ballett geprägten Körperformen akzentuiert, würde ich wahrscheinlich nie wie er in einer Weste rumlaufen. Andererseits geht er noch aufs College: er ist jung und strotzt vor Leben.“