Auf Der Walz Film Trailer
Länge: 78 Min | Kinostart: April 2010
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Die Story:Nina, Kerstin, Simon, Stefano und Flurin sind Gesell/inn/en auf der Walz. Die Regisseurin Julia Daschner begleitet sie dabei über Monate immer wieder mit Kamera und Mikrophon. Sie tippelt mit ihnen bei Sonne und Regen, quer durch Deutschland und über Grenzen, einmal sogar bis nach Rumänien. Sie ist dabei, wenn ein neuer Geselle mit den ersten Ritualen seinen Weg beginnt, und wenn ein anderer nach seiner jahrelangen Reisezeit die Kluft zu Hause wieder ablegt. Fast wird sie eine von ihnen.
Hintergrund:Julia Daschners filmischer Essay gibt Antworten auf die Frage, wieso sich junge Leute heutzutage entscheiden, als Handwerker auf Wanderschaft zu gehen. Als Dokumentarcollage gewährt Auf der Walz Einblicke in ein Arbeits- und Lebenskonzept auf Zeit, das allem Anschein nach wieder attraktiv und interessant für manchen jungen Menschen ist - anders als früher nicht nur für Männer, sondern auch für die eine oder andere Frau.
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Film als Handwerk – die Dreharbeiten
Gedreht hat Julia Daschner auf 16mm. Denn die Verwendung von traditionellem Filmmaterial spielte wegen seines enormen Kontrastumfangs und der Sinnlichkeit des Filmkorns für sie eine entscheidende Rolle. Auch ist diese Kamera wegen der Robustheit von Gehäuse, Mechanik und Zubehör selbst bei andauernden Dreharbeiten im Freien weitgehend störungsfrei. Schließlich sollte die „große“ Kamera im Gegensatz zu einer kompakten Digi-Kamera den Charakter ihrer Arbeit als Hand-Werk unterstreichen und ihren Respekt für die Arbeit ihrer Protagonisten zum Ausdruck bringen.
Das Film-Team von AUF DER WALZ bestand nur aus Julia Daschner. Sie war gleichzeitig Regisseurin, Kamerafrau und Tonmeisterin. Durch den Verzicht auf eine Crew fand sie die Nähe zu ihren Protagonisten und konnte mitten in deren Treffen, Festen und Ritualen ihre Aufnahmen machen. Eine spezielle Tragekonstruktion erlaubte es ihr, auch während der Wanderschaft zu drehen. Das zusätzliche Kameraequipment, Filmmaterial sowie persönliche Ausrüstung waren in dem unteren Teil der Trage verstaut. Mithilfe dieser Ausrüstung war es ihr möglich, ihre wandernden Gesellen immer wieder rund um die Uhr zu begleiten und die Atmosphäre(n) einzufangen - auf der Landstraße, auf Baustellen, in Nachtquartieren.
Auch wenn Julia Daschner nicht drei Jahre und einen Tag unterwegs war, hat sie so doch ihr authentisches „Gesellenstück“ abgeliefert. AUF DER WALZ wurde 2009 als Diplomarbeit für die Kunsthochschule für Medien fertig gestellt.
Meinungen
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NINA steht ganz am Anfang. Für drei Jahre und einen Tag hat sie sich selbst und den anderen Wandergesellen versprochen, auf die Walz, auf Tippelei, zu gehen und ihre Heimat in dieser Zeit nicht mehr zu besuchen. Nach einem spaßigen Auftakt aus Trinkspielchen und anderen Ritualen lockt das Abenteuer, die Fremde, die Weite. Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein, singt sie mit den anderen. Aber ihre ersten Schritte in die Fremde muss sie alleine gehen.
Allein, aber nicht einsam, ist auch DIRK. Denn der Wald ist die Bühne für den Ausdruck seiner Gedanken, die schweigenden Bäume sind das Publikum für seine Monologe.
Es ist etwas aus Fell? Scheinbar verloren stehen KERSTIN und SIMON in der Weite eines fremden Landes. Das aufgegebene Rätsel lässt sich nicht lösen. Aber der Blick auf die andere Seite der sie umgebenden Hügel ist ohnehin interessanter. Storchennest und Stimmengewirr. Ein rumänisches Dorf. Kommunikation schier unmöglich. Sie ziehen weiter. Der Weg ist lang, der Weg ist weit, wir wandern tief am Grund der Zeit.
Schweren Schrittes marschiert STEFANO Richtung Dresden, seiner Heimat. Er hat von der Rückkehr geträumt. Denn er hat Bammel vor dem, was ihn zuhause erwartet. Fünf Jahre hat er die Familie und die alten Freunde nicht mehr gesehen. Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da, es muss hinaus, hinaus auf hohe See. Aber er findet Gefährten, die ihn auf dem letzten Stück seines Weges begleiten. Am Ziel angekommen, setzen sich alle ans Lagerfeuer. Die Kluft wird ausgezogen, es wird gesungen. Und Stefano liest aus seinem Wanderbuch vor, was er auf seiner Reise alles erlebt hat.
Ein kreisrundes Stück Papier, ausgeschnitten aus einer Landkarte und eingeklebt in ein Buch, markiert den Bannkreis für TOBI. Der junge Aspirant wird in die Walz eingeführt. FLURIN, sein weit gereister Begleiter, macht ihn mit deren strengen Regeln vertraut. Auf vielen Straßen dieser Welt habt ihr euch sorglos rumgetrieben, dort draußen treibend Jahr für Jahr, der Tippelei verschrieben.
Die traurig-schöne Melodie des Abschieds verhallt mit dem Sprung ins kalte Wasser. Und die Konflikte lassen nicht lange auf sich warten. Nach den ersten 50 Kilometern muss sich Tobi endgültig entscheiden, ob er die lange Reise in die Fremde wirklich wagen will.


