I Am Love Film Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 120 Min | Kinostart: 28.10.2010 | Release: 21.02.2011 (DVD)
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Schauspieler:Tilda Swinton, Flavio Parenti, Edoardo Gabbriellini, Alba Rohrwacher, Pippo Delbono, Maria Paiato, Diane Fleri
Die Story:Emma (Tilda Swinton) hat alles. Als Frau des Oberhauptes des Recchi-Clans, einer alteingesessenen Mailänder Modedynastie, ist sie reich, elegant und sorgenfrei. Fast schlafwandlerisch bewegt sie sich durch ein Leben, das aus endlosen Dinnerparties und Treffen mit ihren erwachsenen Kindern besteht. Doch dann begegnet sie dem Koch Antonio. Zunächst ist sie von seinen Kreationen bald aber auch von dem jungen Mann selbst fasziniert. Ohne es zu wollen, wird Emma durch Antonios außergewöhnliche Kochkunst verführt und in seinen Bann gezogen. Antonio wird ihr schließlich nicht nur die Haare abschneiden, sondern ihr auch eine Welt jenseits der Recchi-Familie zeigen. Zum ersten Mal erkennt sie, wer sie wirklich ist; und mit Antonio erlebt sie eine Leidenschaft, die ihr in ihrem luxuriösen und doch kalten Ehealltag bisher fremd war.
Hintergrund:Tilda Swinton brilliert mit ihrem intensiven Spiel in einem bewegenden Film des italienischen Regisseurs Luca Guadagnino. Ein cineastisches Festessen, das mit seinen hypnotischen und erotischen Bildern den Zuschauer von der ersten Minute fesselt. I AM LOVE wurde auf den Internationalen Film Festivals in Venedig (Sektion Horizonte), Toronto und Sundance sowie in der Reihe Kulinarisches Kino auf der diesjährigen Berlinale von Kritikern und Publikum gefeiert. Ein Erfolg, der sich mit den herausragenden Kinoergebnissen in der Schweiz und Großbritannien fortsetzt.
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Regisseurs Luca Guadagnino über seinen Film:
Die erste Idee zu diesem Film kam von Tilda Swinton. Mit ihr hatte ich schon TILDA SWINTON: THE LOVE FACTORY gedreht, und während ich drehte, hat sie frei über die Liebe gesprochen. Mehr über die Liebe als Akt als über das sentimentale Konzept der Liebe. Davon ausgehend tat sich für uns die Möglichkeit auf, zusammen einen Film zu machen, der von der Liebe handelt. Hinzu kam mein Wille, mit dem Film eine Reflektion über unsere aktuelle Lebenswelt zu drehen, die zwangsläufig aus dem vorherrschenden Kapitalismus entsteht.
In der Geschichte der Mailänder Industriellenfamilie Recchi, die Protagonist des Films ist, haben viele eine Referenz an die Familie Agnelli erkennen wollen. Dem ist aber nicht so. Die Sprache der Figuren in diesem Film ist die der bourgeoisen Oberschicht, die in der Stille der Worte wohnt, wo die Stimmen der Frauen im Hintergrund bleiben. Dabei sind es genau die Frauen der Familie Recchi, zuerst Elisabetta und später Emma, die ihre unsichtbare Position umstürzen, in die man sie bisher verbannt hatte.
An diesen Frauen gibt es einiges Faszinierendes, was einen anzieht. Außerdem interessierte mich der Konflikt, und der Konflikt zwischen den Männern und Frauen ist stark. Dennoch sind die Frauen generell viel interessanter. Man muss nur an den Fakt denken, dass sie es sind, die die Schmerzen der Geburt ertragen müssen. Währenddessen wir, die Männer, uns oft in trivialen Dingen verlieren. I AM LOVE ist ein Film über den Schmerz der Welt, denn alle Dinge kreisen letztendlich um den Schmerz.
Ich habe mich entschlossen, den Film in Mailand anzusiedeln, denn es ist dort, wo das Kapital geboren wird, lebt und sich reproduziert. Dort kann man die bourgeoisen Dynastien von innen heraus beobachten. Neben Mailand sind San Remo und zu einem geringeren Maß London die Städte, in denen Geschichte geschrieben wird. Man hat uns angeboten in Turin zu drehen, da die Hauptstadt der Lombardei die natürliche Kulisse für Filme bildet. Aber dies hätte uns nicht erlaubt, uns von einer zu starken Identifikation mit den Agnellis abzuwenden.
Ich habe mich immer mit der Filmografie von Visconti und seiner Ästhetik aufmerksam beschäftigt. Ebenso mit den groben Zügen des Stils von John Huston in THE DEAD, im Allgemeinen mit dem klassischen Kino. Heute ist es so, dass viele Großaufnahmen gemacht werden. Führer hat man mehr Details in einem Ganzen berücksichtigt, und in der Totale zeigte sich mehr, als man sich vorstellen kann.
Hinsichtlich der Suche nach der Schönheit in jedem Detail, handelt es sich um einen intrinsischen Anspruch an den materiellen Reichtum: Die Suche nach der Schönheit, dem Luxus, dem Image kompensiert das Gefühl der Unsicherheit. Zusammenfassend ist es der unendliche Narzissmus, der die Reichen nährt.
