Auf Der Sicheren Seite Film Trailer
Länge: 80 Min | Kinostart: 29.04.2010
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Die Story:Seit 2007 lebt die Mehrheit der Menschen weltweit in Städten. Auf allen Kontinenten wachsen immer mehr Städte zu Megacities heran. Die Privatisierung des städtischen Raumes wird immer häufiger zum Ausweg aus den ungelösten Problemen zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten. Die Auflösung der städtischen und sozialen Gemeinschaft schreitet voran: hohe Mauern, Elektrozäune, Videoüberwachung und bewaffnete Sicherheitskräfte sind eine Antwort der höheren Einkommensklassen auf diese Entwicklung. In sogenannten Gated Communities wird ihnen ein Leben Auf Der Sicheren Seite garantiert.
Hintergrund:Der Dokumentarfilm von Corinna Wichmann und Lukas Schmid zeigt Innenansichten von drei Gated Communities auf drei Kontinenten: Wir treffen die Immobilienmaklerin Brenda in ihrer Community DAINFERN, in Johannesburg / Südafrika, einer Stadt mit den höchsten Mordraten der Welt. Wir begleiten Mr. Misra durch seine Community PALM MEADOWS in der überbevölkerten und chaotischen Stadt Bangalore / Indien. In Las Vegas lernen wir Stacy kennen, der in seiner exklusiven Community SPANISH TRAIL nach wahren Freunden sucht. Der Film zeichnet ein komplexes Bild der Gated Communities. Durch das detaillierte Porträt von Bewohnern und Bediensteten, von Lebensumständen inner- und außerhalb der privatisierten Areale bietet der Film eine selten mögliche Innenansicht des Lebens AUF DER SICHEREN SEITE.
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SPANISH TRAIL in Las Vegas / USA
Stacy Standley ist nach SPANISH TRAIL gezogen, weil er einen Kompromiss mit seiner Frau suchte. Sie wollte Glamour, arbeitet in einer schicken Boutique im angesagten Hotel/ Casino Wynn. Er wollte Natur und Freiheit, schließlich war Stacy immer ein begeisterter Sportler und Abenteurer. Er arbeitete für den World Wildlife Fund in Indien, war Bergsteiger, erkundete neue Skigebiete, indem er per Fallschirm aus Hubschraubern sprang. 49 Jahre lang war Stacy Junggeselle, mit vielen weiblichen Begleiterinnen, mit einem regen sozialen Leben in Aspen, wo er sogar Bürgermeister war. Dann lernte er Poochie kennen, die verwitwete Inderin, die früher Modell war und Stacys Herz eroberte.
Sie nahmen einen Hund in ihre Familie auf, an dem sie hängen wie an einem Kind. Nun ist ihr Hund Scooter alt und kann nicht mehr fliegen, was das Leben für Poochie und Stacy schwierig macht. Aber sie haben Pläne: Sobald Scooter gestorben ist, wollen sie die Stadt verlassen und im Winter in Indien, im Sommer in Aspen leben.
DAINFERN in Johannesburg / Südafrika
Brenda lebt seit 17 Jahren in der Gated Community und arbeitet als Immobilienmaklerin. Sie spielt begeistert Golf, liebt die Nachbarschaft und ist überzeugt davon, dass Südafrika eine großartige Zukunft hat.
Aufgewachsen als privilegierte weiße Bauerntochter während der Apartheid, ist sich Brenda der Diskrepanz zwischen arm und reich als natürlichen, unveränderbaren Zustand bewusst. Mit ihren freundschaftlichen Gesten ihrer Haushälterin gegenüber, mit den Charity-Aktionen, die sie organisiert, oder mit ihren Kleiderlieferungen in das Wellblechhüttendorf Zewenfontain überspringt sie diese Einkommensgräben auf ihre warme und großherzige Art. Was ihr allerdings als Weltverbesserung ausgelegt werden könnte, ist in Wirklichkeit auch Selbstzweck. Sie positioniert sich mit diesen Gesten ganz bewusst auf der Seite der Einkommenselite, der Seite der wirtschaftlichen Gewinnern. Ihr Wunsch hinter den Mauern von Dainfern zu wohnen, hat seinen Ursprung nicht nur im Schutz vor Gefahren. Diese Wohnform ist für Brenda vielmehr auch Rangabzeichen ihrer sozialen Schicht: Der Wohnort wird zum Leistungs-, das karitative Gewissen zum Zugehörigkeitsbeweis.
PALM MEADOWS in Bangalore / Indien
Zur Zeit des Drehs hat Mr. Misra gerade auf die Parlamentswahlen in Indien hingearbeitet. Er musste sich entscheiden, ob er die konservative oder die linke Partei bedient. Entschieden hat er sich für die Rechten. Aber seine politische Kraft ist dennoch gering geblieben. Das hat er sich bestimmt anders ausgemalt, schließlich war er Gewinner einer Show, „Indien sucht den neuen Führer“, eine politische Talentshow, die er gewann.
Mr. Mirsa lebt als indischer Familienvater, als erfolgreicher Unternehmer und als Bewohner einer Gated Community, in einem bewusst eingerichteten Mikrokosmos. Er lebt in einer selbst gestalteten Blase, die seinem Ideal von westlicher Lebensqualität - so sehr Indien das überhaupt zulässt – am nächsten kommt. Dieser Entwurf wäre natürlich für alle Bewohner Indiens und Bangalores erstrebenswert, bleibt aber für die meisten Inder in naher Zukunft Utopie. Morgens bringt Misra seine Kinder zum Schulbus, geht dann im Clubhaus schwimmen. Danach beantwortet er Emails und liest. Oft hat er PR-Termine in der Stadt, wird als Redner eingeladen, dann fährt ihn sein Chauffeur durch die Stadt, durch die quälenden Autoschlangen im Dauerstau.
Der Stau, die fehlende Infrastruktur, das sind Misras Themen. Er träumt und kämpft für ein strukturiertes und organisiertes Indien. Wenn es in seiner Gated Communitiy klappt mit der Ordnung und Sauberkeit, dann muss es doch auch draußen funktionieren. So will er den Kokon, in dem er lebt, sukzessive auf ganz Indien übertragen – oder mindestens so viel verbessern, wie es nur geht, und davon würden alle profitieren.
