Dieser Inhalt ist von uns empfohlen ab 14 Jahre

Fliegen Und Engel Film

Zu diesem Film liegt uns noch kein Trailer vor.

Dieser Trailer ist mobil leider nicht abrufbar.

Dieser Trailer ist mobil leider nicht abrufbar.

FSK Film: 0 | Länge: 90 Min | Kinostart: 13.05.2010
© RealFiction | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

Links & Infos

 

Die Story:Ilya Kabakov zählt weltweit zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Gegenwart. Es gibt kaum ein wichtiges Museum der Gegenwartskunst, das nicht wenigstens eine Arbeit von Ilya Kabakov präsentiert. Seit Jahrzehnten schafft er - gemeinsam mit seiner Frau Emilia - in seinen Installationen eine phantastische Welt, die einen Kontrapunkt zur brutalen Realität und ihren vielen gescheiterten Utopien darstellt. Vor allem Fliegen und Engel bevölkern das Werk von Kabakov. Dazu treten oft Nachbarn, die von einem unerhörten Knall aus dem Schlaf gerissen werden, ein Mann, der sich in eine Leinwand-Welt hineinbegeben kann, die Mutter, die von unvorstellbaren Lebensumständen erzählt. Fliegen stehen für die miserable, schmuddelige Alltagsrealität. Für die Vision eines besseren, humanen Lebens treffen wir auf Engel. All diese Geschichten sind zumeist in eine sanfte Ironie getaucht und erzählen von der lebensrettenden Kraft der Imagination. Kabakov ist einer der letzten großen Utopisten, der mit desillusioniertem Blick auf das 20. Jahrhundert und dessen Trümmer schaut und dennoch auch in Zeiten der pessimistischen Stagnation mit menschlicher Wärme und einer ausgeprägten Einbildungskraft in der Lage ist, sich und damit uns andere Welten vorzustellen. Der Film erzählt diese Geschichten, zu denen auch die Geschichte von Kabakov selbst gehört, und macht sich mit ihm und seinen Protagonisten auf den Weg in eine lichte Zukunft.

Hintergrund:Geboren wurde Ilya Kabakov als Ilya Jossifovitch Kabakov am 30. September 1933 in der ukrainischen Stadt Dnjepropetrowsk. Seine Mutter war Buchhalterin, sein Vater Schlosser. Als die Deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg kurz vor Dnjepropetrowsk stand, wurde sein Vater in die Sowjetische Armee rekrutiert, aus der er sehr schnell wieder desertierte. Ab diesem Zeitpunkt hatte Ilya nur noch seine Mutter, die für ihn sorgte. Seine Mutter, er, Cousinen und Tanten, wurden – da sie der jüdischen Minderheit angehörten – in allerletzter Minute nach Samarkand (Usbekistan) evakuiert. Dort ging Kabakov zunächst auf eine allgemeinbildende Schule. Er war anders als die anderen, hatte einen ukrainischen Akzent und war relativ klein, kurz gesagt: ein Fremder.




Eure Meinung zu "Fliegen Und Engel Film"



Kommentar zu "Fliegen Und Engel Film" ohne einloggen abgeben:

 



Bisher gibt es keine Kommentare zu "Fliegen Und Engel Film".

 





Weitere Infos zu Ilya Kabakov:
Er wurde in die Grundschule der nach Samarkand ausgelagerten Leningrader Akademie der Bildenden Künste aufgenommen, in der ab der vierten Klasse bereits der Kunstunterricht mit normalem Schulunterricht gekoppelt war. Bei Kriegsende zog die Schule mit all ihren Schülern zunächst in die Nähe von Moskau, die Schüler lebten in einem zur Schule gehörenden Internat.

Seine Mutter reiste mit und arbeitete in seiner Nähe. Hier – so sagt er – liegt die Basis dafür, dass er zwei gänzlich verschiedene Leben parallel leben lernte – ein offizielles, damit er von den anderen nicht allzu sehr bedrängt oder körperlich misshandelt wird, und sein eigenes, das vor allem in seinem Innenleben und seinen Zeichnungen existierte. Er studierte dann – von 1951 bis 1957 – am Surikov-Institut. Die Zulassung an dieses Institut war einerseits folgerichtig – darauf bereitete das Kunstgymnasium, wie man hier sagen würde, vor – und dennoch war diese Zulassung nur durch einen glücklichen Zufall möglich: die Auswahlkommission hatte seinen Namen für russisch gehalten, und ihn auf Grund seiner eingereichten Arbeiten mit ausgezeichnet benotet, nicht ahnend, dass er jüdischer Herkunft war. In diesen Jahren wurden die Studenten vorrangig im Stil des sozialistischen Realismus unterwiesen. Kabakov spezialisierte sich dann auf Kinderbuchillustrationen.

Er wurde ein gefragter Illustrator für Kinderbücher und Zeitschriften. In Moskau hatte er neben seiner Tätigkeit für die Kinderbuchverlage zunächst zusammen mit einem Freund für seine weniger offiziellen Arbeiten ein Kelleratelier, in dem man – wie er sagte – dem Schimmelpilz beim Wachsen zuschauen konnte. Hier entstanden die ersten Serien – wie die „DUSCHE“. Schon bald konnte er dank eines glücklichen Zufalls in einem nicht ganz legalen, aber geduldeten Dachatelier im Zentrum Moskaus arbeiten, in enger Nachbarschaft zu anderen inoffiziellen Künstlern. In diesem entstanden eine große Anzahl nonkonformistischer Werke, aber auch kleine Ausstellungen und vor allem traf man sich zu ausgiebigen Diskussionsrunden.

Kabakov verknüpfte als einer der Ersten gewöhnliche Gebrauchsgegenstände mit Texten, die Alltagssituationen spiegelten – Erlebnisse in einer kommunalen Gemeinschaftswohnung, Straßengespräche und das Zusammentreffen mit Repräsentanten der Macht etc. Mit diesen Arbeiten stellte er dem sowjetischen Propagandabild des ausgerufenen Paradieses eine ironische Interpretation der Lebensrealität entgegen. Ab 1970 schuf er verschiedene Alben, in denen er Zeichnung, Comic und Literatur miteinander verband. Typische Verhaltensmuster werden personifiziert als Charaktere des sowjetischen Lebensalltags werden mit persönlichen Erfahrungen verbunden und in Geschichten umgesetzt.

Diese Alben führte er performanceartig einem ausgewählten Publikum in seinem Atelier vor. Kabakov avancierte zum führenden Kopf des Moskauer Konzeptualismus und sein Atelier wurde zum Zentrum der inoffiziellen Kunstszene. Anfang der 80er Jahre begann er die ersten „Totalinstallationen“ zu entwickeln. Die erste war der „MANN, DER IN DEN KOSMOS FLOG“ – diese hatte er bereits in seinem Moskauer Atelier aufgebaut. Immer häufiger kamen auch ausländische Besucher, die sich für seine Arbeiten und die der anderen inoffiziellen Künstler interessierten, in sein Atelier. Die erste Serie, die dann „im Westen“ ausgestellt wurde, war „THE SHOWER“.

Ab 1985 fanden die ersten Einzelausstellungen in der Galerie Dina Vierny (Paris) und der Kunsthalle Bern statt. Schon seit Mitte der 70er Jahre hegte Kabakov immer wieder Überlegungen, die Sowjetunion zu verlassen, blieb dann aber doch und verarbeitete in seinen Arbeiten die Fluchtträume. Aber nach einem Arbeits-Stipendium des Kunstvereins Graz kehrte er der in Auflösung begriffenen UdSSR den Rücken.

Es folgten ein von Diena Vierny gestifteter Arbeitsaufenthalt in Paris und ein DAAD-Stipendium in Berlin. Aus einigen der Alben, wie zum Beispiel „?????? ????????“, sind anschließend umfangreiche Installationen entstanden. „TEN CHARAKTERS“ konnte er 1988 in der New Yorker Galerie Roland Feldman erstmals als raumgreifende Installation realisieren. Diese Ausstellung brachte den endgültigen Durchbruch für ihn als Künstler weltweit.

Davon ganz abgesehen traf er hier auch seine Jugendliebe Emilia wieder, die mehr als 20 Jahre zuvor die Sowjetunion verlassen hatte. Nach dem Wiedersehen in New York haben Ilya & Emilia Kabakov geheiratet und arbeiten seitdem zusammen – bisher haben sie circa 500 Ausstellungen gemeinsam realisiert.

Emilia Kabakov ist Musikerin, sie studierte Klavier am Konservatorium Moskau. Bald darauf emigrierte sie mit ihren Eltern zunächst nach Israel, von dort ging sie in die USA, wo sie Kunsthändlerin wurde.

Die Kabakovs arbeiten aber nicht nur an Installationen, sie halten auch gemeinsam Vorlesungen zu dem Thema Installationen und haben dazu veröffentlicht; er zeichnet und malt bis heute. 2000 erhielt Ilya Kabakov den Ehrendoktor für Philosophie und Totale Installation der Universität Bern. Er ist Träger des Ordre des Arts et des Lettres, des Kunstpreises Aachens und vieler anderer Auszeichnungen.

Zu erwähnen wären als Beispiele die Installationen „DER ROTE PAVILLON“ auf der Biennale Venedig – auf der die seitdem regelmäßig ausstellen -, „DIE TOILETTE“ auf der documenta 1992, Ausstellungen unter anderem in den USA, Japan, Korea, Schweden, Finnland, Frankreich, Griechenland, der Schweiz, Russland und der BRD. Nahezu jedes Museum für Gegenwartskunst hat ein Werk Kabakovs in seiner Sammlung. Besonders vielfältig sind seine Arbeiten in der Bundesrepublik vertreten. Einen weiteren Höhepunkt der letzten Jahre stellte die Retrospektive seines Werkes auf der Moskauer Biennale of contemporary art 2008, kurz darauf erhielten Ilya und Emilia Kabakov den Premium Imperiale – den „Nobel-Preis für Künste“, wie ihn die FAZ bezeichnet.

Gerade unlängst haben sie das Bühnenbild für die Uraufführung der Oper Die Tragödie des Teufels am Opernhaus München geschaffen, demnächst wird im Rahmen von Ruhr 2010 das Kabakovsche Atoll fertiggestellt.