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Au Revoir Taipeh Trailer

FSK Film: 6 | Länge: 85 Min | Kinostart: 25.11.2010 | Release: 08.07.2011 (DVD)
© Arsenalfilm | Genre: Drama | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? | Trailer kaputt?

 

TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Hsiao-chuan Chang, Amber Kuo, Ko Yu-Luen

Die Story:Kai, ein junger Mann mit gebrochenem Herzen aus Taipeh, sehnt sich danach, bei seiner Freundin in Paris zu sein. Seine Tage verbringt er damit, im Nudelrestaurant seiner Eltern zu arbeiten, und nachts lernt er in einem hiesigen Buchladen Französisch. Dort trifft er Susie, ein süßes, aber einsames Mädchen, die dort arbeitet. Aus Angst, seine Freundin zu verlieren, und weil er Geld braucht, um nach Paris fliegen zu können, nimmt er das dubiose Angebot eines Ganoven an – ein mysteriöses Päckchen nach Paris zu liefern. Für Kai beginnt damit eine wilde Nacht, an deren Ende ihm klar wird: Wenn er Susie und Taipeh verlässt, verließe er damit nicht die wahre Liebe?

Technikinfos:Bildformat: 35mm, 1:1,85, Ton: Dolby 5.1



Anmerkungen des Regisseurs

Vor ein paar Jahren filmte ich in Taipeh und die Idee für AU REVOIR TAIPEH kam mir während eines Gesprächs. Ich fuhr mit meinem Cutter in der Hochbahn, die Stadt zog unscharf an uns vorbei, da drehte er sich zu mir um und meinte: „Weißt du, Taipeh erinnert mich sehr an Paris...“ Da ich gerade die Dreharbeiten für meinen Kurzfilm „Mei“ beendet hatte, in dem ich besonders die Romantik der verborgenen Ecken Taipehs zum Vorschein bringen wollte, brachten mich die Worte des Cutters zum Nachdenken: Könnten wir es schaffen, dieses Gefühl, das man mit Paris verbindet (das westliche Ideal einer Metropole und die Stadt der Liebe), in einem Film widerzuspiegeln, der komplett in Taipeh und in einer für diese Stadt ganz spezifischen Welt spielt?

Während der letzten Jahre, in denen ich hier lebte und arbeitete, habe ich viele junge Leute getroffen, die Taipeh unbedingt wegen der Verlockungen des Auslandes verlassen wollen. Mit dieser Prämisse im Kopf begann ich, eine einfache Geschichte zu entwickeln: Ein junger Mann mit Liebeskummer will gerade aus Taipeh nach Paris reisen, als er im Verlauf einer Nacht entdeckt, dass all das Aufregende, Inspirierende und die Liebe, nach denen er sich sehnt, bereits direkt vor seinen Augen liegen und er sich nur dafür öffnen muss.

Die Geschichte gab uns den idealen Rahmen, um eine einzigartige Sicht auf Taipeh zu erschaffen, inspiriert von der Stadt und ihren Menschen, und den Humor, die Romantik und die Absurdität des alltäglichen Lebens aufzuzeigen. Wie die Reise des Protagonisten im Film bietet AU REVOIR TAIPEH den Zuschauern die Chance, in die betörende Welt des nächtlichen Taipehs einzutauchen, eine Welt der liebestrunkenen Menschen vor der Kulisse einer Stadt, deren Magie und Schönheit entdeckt werden will.


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Weitere Infos zum Film:

AU REVOIR TAIPEH ist die süße und comichafte Geschichte eines jungen Mannes mit Liebeskummer, der unbedingt nach Paris will, aber in der Nacht seines Abfluges herausfindet, dass all das Abenteuer, die Begeisterung und die Liebe, die er sucht, direkt vor seinen Augen in Taipeh existieren. Der Film handelt vor allem davon, wie es ist, sich durch das Entdecken der Schönheit und des Charmes der Umgebung und der Menschen in eine Stadt zu verlieben. Ungefähr genauso entstand der Film AU REVOIR TAIPEH.

Obwohl seine Eltern aus Taiwan kommen, ging Regisseur und Drehbuchautor Arvin Chen, der in den USA geboren wurde und aufwuchs, erst mit Anfang 20 nach Taipeh, um beim renommierten taiwanesischen Filmemacher Edward Yang („Yiyi“, „A Brighter Summer Day“) zu arbeiten und zu lernen. Von Anfang an, so erinnert sich Chen, war er „außerordentlich begeistert von Taipeh... Für jemanden wie mich, der in den Vororten von Nordkalifornien aufwuchs, war es eine riesige Veränderung, in einer solch vibrierenden und aufregenden Stadt zu sein... Ich erinnere mich noch immer an das erste Mal, als ein Freund mich spät abends zu einer Roller-Spritztour durch die Stadt mitnahm, bei der ich einfach nur das auf der Straße vorüberziehende Leben beobachtete.“

Nachdem er wieder einige Jahre in Los Angeles verbracht hatte, um die Filmhochschule an der Universität von Südkalifornien zu besuchen, kehrte Chen 2006 nach Taipeh zurück, um seinen Abschlussfilm „Mei“ komplett auf Taipehs belebten Nachtmärkten zu drehen. Der Film wurde in nur vier Tagen mit wenigen Leuten aus Chens Klasse aus den USA und mit taiwanesischen Filmemachern gedreht. „Seitdem ich in Taipeh gelebt hatte, wollte ich eine süße und einfache kleine Liebesgeschichte drehen, die in den Nachtmärkten und Hinterhöfen der Stadt spielt, etwas, das meinen Eindruck der Stadt wirklich wiedergab, und das war 'Mei'.“ Der Kurzfilm wurde ein Festivalerfolg, gewann den Silbernen Bären der 57. Berlinale und gab Chen das Selbstvertrauen, über seinen ersten Langfilm nachzudenken.

„Jahrelang hatte ich eine Menge Freunde getroffen, die davon träumten und fast schon davon besessen waren, Taipeh und Taiwan zu verlassen, um im Ausland zu leben... entweder in New York, Paris oder in London. Ich fing an, das als Vorgabe für meinen Film auszumalen: ein taiwanesischer Typ, der glaubt, nach Paris gehen zu müssen, aber herausfindet, dass alles, was Paris für ihn darstellt... direkt vor seinen Augen in Taipeh existiert.“

Chen gibt zu, dass er sich mit dieser Vorgabe auch den Spaß erlauben wollte, sich vom traditionellen Stil der taiwanesischen Filme abzusetzen. „Ich bin ein riesiger Fan der französischen Nouvelle Vague-Filme, und ich dachte, es wäre interessant, einige Elemente dieser Filme in meine Geschichte einfließen zu lassen... die naiven Kinder, die sich verlieben, die lustigen Gangster, das Tanzen... all diese Dinge konnte ich mir in einem Film über das moderne Taipeh vorstellen und empfand das für diese Welt als immer noch total authentisch.“ Chen wusste auch, dass die Geschichte im Verlauf einer einzigen Nacht angesiedelt sein sollte, um die Stimmung des nächtlichen Taipehs einzufangen. „Taipeh ist nachts wirklich eine der schönsten Städte der Welt...

Dort herrscht so viel Leben auf der Straße, mit Farben und Licht überall. Ich dachte, wenn wir dieses Gefühl dem Publikum vermitteln könnten, so als ob sie mit dem Protagonisten auf die Reise gingen von Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang, wäre das sehr bewegend.“

Das Projekt kam ins Rollen, als Chen In-Ah Lee traf, eine koreanisch-deutsche unabhängige Produzentin aus Los Angeles mit Erfahrung in internationalen Koproduktionen. Lee war ein Fan von Chens Kurzfilm „Mei“ und mochte auch AU REVOIR TAIPEH. „Nicht nur, dass ich Filme über Städte und Essen liebe“, erklärt sie, „es war auch etwas sehr Berührendes an dieser Geschichte... In dieser Welt gibt es keine bösen Jungs, jeder ist nur auf der Suche nach Liebe.“ Lee beteiligte sich mit ihrer Produktionsfirma Greenskyfilm an dem Projekt, und Chen und sie begannen, den Film bei mehreren Finanzierungsmärkten der Filmfestivals rund um die Welt vorzustellen, darunter das PPP des Pusan International Film Festivals und das „L'Atelier“ beim Cannes Film Festival.

Lee hatte mehrere Filme von Wim Wenders („Paris-Texas“, „Himmel über Berlin“) produziert und glaubte, dass es interessant wäre, ihn bei AU REVOIR TAIPEH zu integrieren. „Natürlich ist Wim einer der größten Filmemacher, zu dem jeder aufblickt, und so war ich ziemlich eingeschüchtert und nervös, als In-Ah vorschlug, dass er als ausführender Produzent mitmachen sollte“, erinnert sich Chen. Wenders sah sich Chens Kurzfilm an, las das Drehbuch und besuchte sogar einen der Sets. Zu Chens Erleichterung liebte Wenders das Projekt und sagte jegliche ihm mögliche Hilfe zu, besonders für die Art, mit der Chen die Welt von Taipeh einfangen wollte. „Arvin und ich teilen die Liebe zu Filmen, die Städte porträtieren“, sagt Wenders, der seine Rolle schlicht als „Schutzengel aus Deutschland“ beschreibt.

„Wim war großartig, besonders als Lehrer und Mentor“, sagt Chen. „Er gab mir großartige kreative Unterstützung für den Film, aber nicht nur das… Ich höre ihm einfach gerne zu, wenn er von seinen Erfahrungen als Filmemacher erzählt und wie er es anstellt, das Leben einer Stadt in seinen Filmen einzufangen.“ Wenders reiste während der Drehvorbereitungen nach Taipeh, um die taiwanesische Crew zu treffen und die Drehorte zu finden – fast 30 Jahre nach seinem ersten Aufenthalt dort für die Dreharbeiten von „Der amerikanische Freund“. Auch dieses Mal war er von der Stadt hingerissen und beschreibt sie als „eine sehr elegante Frau“.

Mit dem Kameramann und zweifachen Emmy-Preisträger Michael Fimognari ( „Dare“), den er an seiner Filmhochschule kennen gelernt hatte, und dem taiwanesischen Produktionsdesigner Mei Ching Huang („The Wayward Cloud“) stellte sich Chen der Herausforderung, seine Vorstellung von Taipeh zum Leben zu erwecken. Sie kreierten „eine leicht surreale Welt mit Elementen aus dem alltäglichen Leben Taipehs, die wir spielerisch romantisierten, um sie dem Ton unserer Geschichte anzupassen, in der ein junger Mann wieder Liebe und Spaß in der Stadt finden würde, die er bereits aufgegeben hat.“ Chen führt seine besondere Sicht auf die Stadt und die Menschen auf seine Distanz zurück: „Da ich nicht von hier bin, sehe ich Taipeh ganz anders... Wenn ich diese alten Frauen beobachte, die im Park tanzen, sehe ich eine Musical-Tanzsequenz, und diese kleinen Läden, die die ganzen Nacht geöffnet haben, finde ich sehr romantisch. Die Immobilienhändler hier erinnern mich an Gangster, und aus irgendeinem Grund glaube ich, dass man in diesen 24-Stunden- Buchläden die Liebe finden kann.” Um eine weitere besondere Perspektive beizusteuern, wollte Chen einen Kameramann aus den USA. Fimognari erklärt: „Schon als ich aus dem Flugzeug stolperte und in Taipeh ankam… da ist so eine gewisse Magie in der Luft, die so ganz anders ist als das, was ich gewohnt bin.”

Mit der Stadt als Inspiration führten Chen, Fimognari und Huang stundenlange kreative Diskussionen über Farbpaletten, Setdesign, visuelle Strukturen, und sie sahen sich natürlich Filme an. „Es war eine großartige Arbeit mit den beiden, eine lohnende Erfahrung“, sagt Chen. „Wir konnten einfach zusammensitzen, reden und Filme zusammen ansehen... alles, von Nouvelle Vague über Wes Anderson bis hin zu klassischen amerikanischen Musicals.” Chen und Huang entschieden, dass sie keine Welt zeigen wollten, in der alles gleich aussieht. Huang schlug vor, dass „jeder Drehort ein eigenes, ganz besonderes Gefühl vermitteln sollte, aber alles sollte so spielerisch entworfen und gedreht werden, dass es die Charaktere sehr lebendig werden ließ.”

Mit diesem Konzept entwickelten Fimognari und Chen eine visuelle Richtlinie für die Farben und Aufnahmen, die sowohl dem komödiantischen als auch dem romantischen Ton des Films entsprechen sollten. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit beschreibt Chen als eine „poppige, farbgesättigte, surreale, romantische und magische Version von Taipeh, die es so sicherlich bisher noch nicht gab.” Die Dreharbeiten dauerten 34 Tage, das Team drehte jede Nacht von Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang, um das Nachtleben Taipehs einzufangen. „Jeder dachte, wir seien verrückt, als ich sagte, ich wolle einen Film drehen, bei dem zu 99 Prozent Nacht ist“, meint Chen, „aber nach einer Weile gefiel es mir wirklich, und ich glaube, wir waren alle begeistert. Ich hatte jede Nacht das Gefühl, in einem neuen Teil der Stadt zu sein. Wenn wir durch die Nachtmärkte rannten oder eine ganze U-Bahnstation übernahmen… es war fast wie ein Rausch, die Schauspieler einfach einem Ort auszusetzen und zu drehen.“ Auch Lawrence Ko (Hong) begann, die nächtlichen Drehs zu lieben: „Irgendwann mitten in der Nacht hatten wir das Gefühl, dass die restliche Stadt schlief und nur noch wir auf waren. Die Stadt gehörte uns.“ Es wurde zum Ritual, dass die Crew jeden Morgen den Sonnenaufgang beobachtete, und das wiederum beeinflusste das Drehen. Amber Kuo (Susie) erinnert sich an den Dreh der entscheidenden Szene: „Als Kai (Jack Yao) abfliegen will…wir drehten diese Szene direkt vor Sonnenaufgang, und dieses Gefühl, dass der Morgen gleich anfängt, und dass die Crew und die ganze Besetzung zusammen waren…plötzlich fühlte ich mich ganz genau so wie Suzie in der Szene.“

Ganz im Geist des Filmes verliebten sich die Schauspieler und die Crew in die Stadt. „Für mich war Taipeh bis zu dem Film keine romantische Stadt,“ sagt Jack Yao, „aber wenn ich jetzt in Taipeh herumlaufe, spüre ich immer eine romantische Stimmung – manchmal suche ich auch danach.“ Kuo hat dasselbe Gefühl: „Wir drehten an vielen Orten in Taipeh, an denen ich mich auch sonst aufhalte, aber wenn ich jetzt dort vorbeikomme, höre ich immer die Musik des Filmes in meinem Kopf, und ich habe auch das Gefühl, dass die Stadt einen ganz besonderen Rhythmus hat“. Für Chen hat der Film definitiv etwas Ansteckendes: „Wir drehten die Tanzsequenz mitten in der Nacht in diesem riesigen Park, und bei der letzten Aufnahme war nur noch das Team da, sonst niemand. Es dauerte nur noch wenige Minuten bis zum Sonnenaufgang und wir ließen die Musik laut erschallen und sahen Jack und Amber zu, wie sie inmitten dieses Frauenzirkels tanzten. Ich guckte mich um und alle bewegten sich lächelnd in dem Rhythmus der Musik. Mir fällt kein anderes Wort dafür ein: Es war magisch!“

Für die Filmmusik wollte Chen einen Musikstil finden, der die besondere romantische Sicht auf Taipeh ergänzen sollte. Er erklärt: „Von Anfang an wusste ich, dass dieser Film mehr als eine traditionelle Hintergrundmusik braucht. Ich fand, dass klassischer Jazz das richtige Gefühl vermitteln würde, auch wenn wir einen Film über das moderne Taipeh drehten. Jazz kann romantisch sein, traurig, aber auch leicht und übermütig, wie unser Film. Für mich ist Jazz eindeutig die Musik von Taipeh.“ Anstatt mit einem Filmkomponisten zu arbeiten, bat Chen Wen Hsu, einen Jazzkomponisten und -gitarristen, der an der New England’s Berklee Musikhochschule studiert hatte, die Musik für den Film zu komponieren. „Ich war etwas überrascht, als mich Chen anfragte, da ich davor noch keine Filmmusik gemacht hatte. Aber er beschrieb mir, dass er für den Film keine übliche Musik haben wollte, sondern einzelne Lieder, er wollte das Gefühl vermitteln, als ob eine Jazzband den Film begleitete.“ Hsu komponierte mehr als 15 Stücke für ein vier- oder fünfköpfiges Jazzensemble. „Die Aufnahmen der Musik haben großen Spaß gemacht,“ erzählt Chen. „Wir machten sie in einer echten Konzerthalle, ohne Wiederholungen, um das Gefühl und das Spontane eines echten Konzertes einzufangen. Es war als ob ein Aspekt des Filmes plötzlich zum Leben erweckt worden war.“

Chen zitiert Wim Wenders, um den Film zu resümieren: „Ich habe das vor langer Zeit gelesen, ich glaube, er sagte es beim Dreh von 'Paris, Texas'. Ich kann es nur umschreiben, aber er sagte, jeder Film spiegelt auch seine Produktion, dass die Dreharbeiten einen Abdruck auf dem Film hinterlassen. Nun, ich glaube, dass ist in unserem Fall besonders zutreffend. Wir wollten einen Film machen, mit dem man sich in Taipeh veliebt, der die Schönheit der Stadt und ihrer Menschen zeigt, und genau das ist während des Drehens passiert. Nun hoffe ich, dass wir dieses Gefühl, das jeden, der bei den Filmarbeiten mitmachte, erfasste, den Zuschauern durch AU REVOIR TAIPEH mitteilen können.“