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Jungs Bleiben Jungs Film Trailer


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FSK Film: 12 | Länge: 90 Min | Kinostart: 01.07.2010 | Release: 29.10.2010 (DVD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Vincent Lacoste, Noémie Lvovsky, Anthony Sonigo, Alice Trémolière

Die Story:Hervé ist ein ganz gewöhnlicher Vierzehnjähriger mit mehr Pickeln als Verstand, der von seiner Libido gebeutelt allein mit seiner aufreizend verständnisvollen Mutter lebt. Auf der Schule haben er und sein bester Freund Camel nur ein Ziel: endlich ein Mädel aufreissen! Doch alle ihre Annäherungsversuche scheitern schmählich - bis ausgerechnet Aurore, eine der Schönsten, ohne ersichtlichen Grund Hervé mit ihrer Gunst beglückt. Hervé weiss fortan nicht mehr, wie ihm geschieht. Er wäre wie alle Jungs in seinem Alter gern schon ein Mann, aber der Weg dahin ist mit exquisiten Peinlichkeiten gepflastert, grausam für ihn und unverschämt komisch für jeden, der es hinter sich gebracht hat ...




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♥: Realististische Optik, unverbrauchte, glaubwürdige Darsteller
−: Humor auf üblichem Teeny-Komödien-Niveau.

Die Pubertät - Unendliche Peinlichkeiten. Zwei Freunde machen sich auf den Weg, eine unbekannte Spezies zu erforschen und zu erobern: Die Mädchen.
Herve und Camel sind zwei Jugendliche, die den plötzlich tobenden Hormonen und den damit einhergehenden Pickeln hilflos ausgeliefert sind. Leider sind sie weder cool noch gutaussehend, so dass die Mädchen an ihrer Schule sie weitgehend ignorieren. Abhilfe gegen den Triebstau versprechen Unterwäschekataloge und routinemäßige Wichswettbewerbe. Aber dann interessiert sich doch ein Mädchen für einen von ihnen: Ausgerechnet die hübsche Aurore hat aus unerfindlichen Gründen ein Auge auf Herve geworfen. Und der ist damit hoffnungslos überfordert.


Der Comic-Künstler Riad Sattouf legt hier seinen ersten Spielfilm vor und blickt darin schonungslos auf diese verwirrende Phase der Jugend names Pubertät, die alle einmal durchmachen. Die Optik des Films ist ungeschönt um nicht zu sagen häßlich. Da gibts Pickel in Großaufnahme brutal geschmacklose Outfits, Vokuhilafrisuren wie in den 80ern und schon fast kannibalisch wirkende Zungenkussorgien. Moderne Methoden der Kontaktanbahnung wie Chatrooms, Handys und soziale Netzwerke werden nur am Rande abgehandelt - "Jungs bleiben Jungs" soll offenbar auch älteren Zuschauern die Identifikation ermöglichen und wirkt darum bewusst zeitlos. Schließlich verfilmt Regisseur Sattouf hier zuallererst auch seine eigene Jugend. 

Herve und sein Kumpel Camel (der heimliche Star des Films) sind allerdings nicht nur unattraktiv sondern auch reichlich dämlich - was ihr Wissen über Frauen und ihre Flirttechnik angeht. Und so planlos und unmotiviert wie beiden durch das Minenfeld der ersten Gefühl irren, können sie auch kaum Sympathien sammeln. Da fällt es dann schon schwer, sich mit den Film-"Helden" zu identifizieren. Stattdessen ist Fremdschämen angesagt. Respekt gebührt den jungen, unerfahrenen Darstellern, die sich hier vorführen und der Lächerlichkeit preisgeben lassen. Im Prinzip handelt es sich hier nur um eine unattraktive Version bekannter amerikanischer Teeny-Komödien wie "American Pie" mit entsprechend vielen Gags über den ersten Sex, die richtige Kusstechnik, Alkohol und peinliche Eltern.. Allerdings haben die Franzosen nicht nur auf eine polierte Optik sondern auch auf eine komplexe Story verzichtet. Das Geschehen plätschert irgendwie vor sich hin. Und als es dann mit Herve und seine zeitweise großen Liebe vorbei ist, da ist es ihm letzlich genauso egal wie dem Zuschauer. Das Leben geht eben weiter. Das mag realistisch sein. Interessant oder witzig ist es nicht. 

Immerhin eine Million Zuschauer sahen sich den Film in Frankreich an. Dort erreichen allerdings weitaus mehr Filme diese Zahl als bei uns. Ein echter Hit ist "Jungs bleiben Jungs" also nicht.
Auf dem Filmfestival in Cannes 2009 war "Jungs bleiben Jungs" jedoch ein großer Erfolg. Kein Wunder. Kritiker, die sich ständig flache glattgebügelte Komödien ansehen müssen, sind froh, wenn mal jemand das Thema anders angeht. Das tut Sattouf. Aber Spaß macht das Anschauen deshalb noch längst nicht.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht