Dschungelkind Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 130 Min | Kinostart: 17.02.2011 | Release: 08.09.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Thomas Kretschmann, Nadja Uhl, Stella Kunkat, Sina Tkotsch
Die Story:Sabine ist acht Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern nach West-Papua auswandert. Ihr Vater ist Sprachwissenschaftler und hat es geschafft, einen der begehrtesten Aufträge seines Fachgebiets, die Erforschung der Sprache eines Eingeborenenstammes, zu erhalten. Dafür wird die ganze Familie mehrere Jahre im Urwald fernab jeglicher Zivilisation leben müssen. Sabine freut sich am meisten darüber. Sie scheint wie gemacht für ihre neue Umgebung voller Abenteuer und fühlt sich schnell zu Hause. Was die Familie nicht weiß: Sie sind mitten in einen Stammeskrieg geraten, dessen Auseinandersetzungen sie zwar nicht direkt betrifft, in den sie aber immer weiter mit einbezogen werden. Der Familie fällt es anfangs nicht leicht, den Grund für die Kämpfe zu verstehen und muss erkennen, dass Liebe und Hass, Leben und Tod in der fremden Kultur andere Werte darstellen, als in ihrer eigenen. So beginnt ein Prozess der Annäherung, in dem beide Seiten voneinander lernen müssen. Als Sabine und ihr Bruder den kleinen einheimischen Jungen Auri, der dem feindlichen Stamm angehört, schwer verletzt im Dschungel finden und die deutsche Familie ihn bei sich aufnimmt, bringen sie alle damit in ernsthafte Gefahr, da diese Handlung über Krieg und Frieden zwischen den beiden Völkern entscheiden kann. Zwischen Sabine und Auri entwickelt sich aber sofort eine besondere Verbundenheit und tiefe Freundschaft. Sie wachsen gemeinsam auf und im Laufe der Zeit wird die Bindung zwischen den heranwachsenden Kindern so stark, dass Sabine klar wird, dass sie nichts mehr trennen kann und sie für immer bei Auri bleiben will, auch wenn ihr Schicksal eine andere Zukunft für sie vorgesehen hat. Als die sechszehnjährige Sabine nach Deutschland zurückkehrt, sieht sie sich mit einer völlig neuen, für sie unbekannten Gesellschaft und damit verbundenen Herausforderungen konfrontiert und begibt sich auf die Suche nach Zugehörigkeit und Geborgenheit, auf eine Suche nach sich selbst.
Hintergrund:Das Drehbuch zu DSCHUNGELKIND basierend auf dem gleichnamigen Roman von Sabine Kuegler wird von Roland Suso Richter inszeniert. Die Kamera führt Holly Fink. Produzenten sind Nico Hofmann, Jürgen Schuster, Wolf Bauer, Thomas Peter Friedl und Natalie Scharf. Executive Producer ist Sebastian Werninger, Producer Matthias Adler. Mit DSCHUNGELKIND setzt die UFA Cinema ihre Produktionen aufwändiger Roman- und Bestsellerverfilmungen fort. DSCHUNGELKIND entsteht in Koproduktion mit der ARD Degeto. Gefördert wird der Kinofilm durch den Deutschen Filmförderfonds, die Filmstiftung NRW, die Filmförderungsanstalt, den FilmFernsehFonds Bayern und das Medienboard Berlin-Brandenburg.
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Eure Meinung zu "Dschungelkind Film"

♥: wildromantische Dschungelbilder, authentische Ureinwohner, kurzweilige Story
−: aktuelle Konflikte ausgeklammert, Abweichungen vom Buch, plumpe Kapiteleinteilung
Für die kleine Dosis Abenteuer zwischendurch gibt es eine ganze Sparte in Literatur und Fernsehen, die sich speziell an Frauen richtet mit spannenden , mal authentischen, mal romantischen aber immer zu Herzen gehenden Geschichten über weibliche Heldinnen unter südlicher Sonne.
Werke wie "Feuerherz", "Wüstenblume", "Nirgendwo in Afrika", " Die weisse Massai" sind da nur die Spitze des Eisbergs. Ausgangspunkt ist immer ein erfolgreiches Buch, dem dann eine mehr oder minder erfolgreiche Verfilmung folgte. So passiert es nun auch mit "Dschungelkind", der 1,6 Millionen Mal verkauften Autobiographie von Sabine Kuegler.
Mit acht Jahren zieht Sabine (Stella Kunkat) zusammen mit ihren Eltern (Thomas Kretschmann & Nadja Uhl) und zwei Geschwistern in den Urwald von West-Papua. Ihr Vater will dort die einheimschen Dialekte erforschen. Dass er im Auftrag einer amerikanischen Missionsgesellschaft arbeitet, die mit passenden Bibelübersetzungen die Christianisierung vorantreiben will, unterschlägt der Film. Die Ureinwohner vom Stamm der Fayu, die noch wie in der Steinzeit leben, nehmen die Weissen freundlich aber distanziert auf. Sie sollen sich nur nicht in die Lebensweise der Urwaldbewohner einmischen. Das fällt allerdings Sabines Mutter extrem schwer, weil besonders Frauen hier nur als Eigentum behandelt werden, der Aberglaube grassiert und medizinische Hilfe generell abgelehnt wird. Aber auch Sabine ist hin und her gerissen zwischen Faszination für den ursprünglichen Lebensstill und ihrem westlichen Helfersyndrom. Immer wieder gerät die weisse Familie darum mit den Fayu aneinander.
Bei einem Besuch in Deutschland werden Sabine und ihre Geschwister mit dem westlichen Lebensstil konfrontiert. Da erleben sie zum ersten Mal Schnee - und staunen über volle Supermarktregale, dass man alles kaufen kann. Aber viel mehr Eindruck hinterlassen Streß, Menschenmassen, lange Autobahnen und Betonwüsten. Dann doch lieber wieder in den Dschungel. Hier gerät die Familie aber immer wieder zwischen die Fronten in einem blutigen Stammeskrieg. Das macht die Neutralität zunehmend schwieriger, erst recht als die Weissen einen schwerverletzten Jungen aufnehmen, der zum Sterben im Wald zurückgelassen werden. Zwischen Auri und Sabine (jetzt gespielt von Sina Tkotsch) kommt es dann auch zu einer kleinen Dschungelromanze, die es in der Realität nie gegeben hat. Aber irgendwann ist die Zeit des Abschieds gekommen. Nachdem Sabines Schwester sich im Film irgendwann scheinbar in Luft auflöst, muss später auch Sabine in den Westen, um ihre Schulbildung auf einem Schweizer Internat zu vervollständigen. Hier liegen wohl die wahren Grundlagen für Sabine Kueglers wirtschaftlichen Erfolg, aber die Vorteile der westlichen Erziehung mal zu loben, fällt hier keinem ein.
Sabine Kuegler kokettiert sehr gerne mit ihrem Außenseiterstatus. Sie lebt davon. Tatsächlich hat sie inzwischen drei Bestseller veröffentlicht und betreibt ihre eigene PR-Agentur. Nicht schlecht für eine angeblich so unangepasste, zivilisationkritische Seele. Dabei sind ihre Erkenntisse über die westliche Kultur oberflächlich und banal.
"Wenn ich genug Geld hätte, um nicht mehr arbeiten zu müssen, dann würde ich gerne in den Urwald zurück ziehen." Wie verpeilt muss man sein, wenn die Rückkehr zu einem natürlichen Leben in der Wildnis am fehlenden Geld scheitert ? Trotzdem setzte sie selbst für den Film das Urwald-Happyend durch und qualifiziert den Film damit endgültig zum Ethnomärchen.
Regisseur Roland Suso Richter hat hier zum erstenmal seit langer Zeit wieder fürs Kino gedreht, nach etlichen TV-Eventfilmen. Allerdings wird es auch von "Dschungelkind" eine spezielle Fernsehfassung geben. "Amphibien-Filme" nennt man sowas und oft ist das Ergebnis durchwachsen, weil für die zweigleisige Verwertung zuviele Kompromisse eingegangen werden. Auch in diesem Fall wird Fernsehfassung die wesentlichen Mängel des Kinofilms nicht ausmerzen können.
Der Film schildet die Erlebnisse aus der Perspektive der kleinen Sabine. Da lässt es sich nicht verhindern, dass die Sichtweise etwas naiv ist. Die Eingeborenen bleiben aber auch im Verlauf der Handlung unzugänglich. Verständnis wird hier nicht geschaffen. Wie im Zoo kann man die fremden Wesen nur begaffen und mit dem Kopf schütteln.
Ethnologen sehen das erste Buch von Sabine Kuegler daher kritisch. Reale Probleme, wie die politische Unterdrückung durch die indonesische Regierung und die Rodung der Wälder auf Papua durch Großkonzerne findet einfach nicht statt. Das wird erst im zweiten Buch von Kuegler thematisiert. Nach Aussage der Autorin geschah das aus Rücksicht auf ihre Eltern, die damals noch im Dschungel lebten. Da wurde den Lesern also bewusst eine verfälschte Wirklichkeit aufgetischt.
Extrem störend wirken ständige Kapiteleinblendung, die aus dem Buch übernommen werden, aber einerseits völlig plump das Kommende vorwegnehmen und den Zuschauer gleichzeitig aus dem Filmerlebnis reissen. Verstärkt wird der Effekt durch die Erzählerstimme, die sämtliche Gefühle der Hauptfigur ausposaunt und so dem Zuschauer nicht die kleinste Chance zur eigenen Interpretation lässt. Reife Leistung ! Offenbar haben die Macher selbst kein Vertrauen in das Skript, die Bilder und die Darsteller.
Dschungelkind ist ein altmodisches Natur-Abenteuer für Fans von "Wüstenblume" oder "Die weisse Massai". Zwar ist die Darstellung der Ureinwohner realistischer als in alten Kolonialstreifen, oder in kaum modernneren TV-Fantasien wie "Mein Haus in Afrika", trotzdem wird einem immer wieder die Überlegenheit der westlichen Denkweise vermittelt, was natürlich im kompletten Gegensatz zur Romantisierung des Dschungellebens steht. Wie die verkitschten Afrikafilme und Serien im Fernsehen verpasste der Film zivilisationsmüden Stubenhockern eine kleine Dosis Exotik, ohne sich wirklich um die fremde Gegend, die Einheimischen und ihre Probleme zu kümmern.
Die Top 10 der Dschungel-Facts
Dass der Dschungel weit mehr zu bieten hat als das, was Promis und TV-Zuschauer im bald wieder startenden Dschungel-Camp zu Gesicht bekommen, dürfte jedem klar sein.
In DSCHUNGELKIND kann jeder mit der achtjährigen Sabine und ihrer Familie hautnah miterleben, wie es im Dschungel, oder besser gesagt: im tropischen Regenwald in West-Papua, wirklich aussieht. Als Vorbereitung auf das Kino-Abenteuer ist die folgende Liste mit den interessantesten Fakten über den tropischen Regenwald bestens geeignet.
1.) Tropische Regenwälder gibt es auf der Erde in Regionen, die dicht am Äquator, also in tropischen Klimazonen liegen. Anzutreffen sind sie daher nur in Afrika, Süd- und Zentralamerika, Südasien und Australien (wozu auch West-Papua auf der Insel Neuguinea gehört).
2.) Pro Jahr fallen dort zwischen 1700 und 4000 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Deutschland beträgt jährlich nur um die 700 Liter pro Quadratmeter. Die Bezeichnung „Regenwald“ kommt also nicht von ungefähr...
3.) Der tropische Regenwald beherbergt eine unglaubliche Artenvielfalt. Etwa die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten, die es auf der Erde gibt, sind hier anzutreffen.
4.) Der sehr dicht nebeneinander wachsende Pflanzenbestand weist vom Boden bis zu den Baumwipfeln fünf bis sechs vertikale Schichten auf. Ganz unten befindet sich die Bodenschicht mit Wurzeln und Erde. Darüber folgen Kraut- und Strauchschicht. Ab einer Höhe von ca. 5 Metern beginnt die Schicht der niedrigen Bäume. Den Abschluss des so genannten „Stockwerkbaus“ bildet die Kronenschicht mit ihrem Blätterdach in einer Höhe von ca. 40 Metern. Oberhalb der Kronenschicht finden sich nur noch die bis zu 80 Meter hohen Spitzen vereinzelter Riesenbäume, in denen sich beispielsweise Fledermäuse, Schmetterlinge und Affen aufhalten.
5.) Die Wirkstoffe vieler unserer Medikamente stammen aus der Regenwald-Flora. Ohne die Pflanzen aus der „Waldapotheke“ müssten wir beispielsweise auf bestimmte Beruhigungsmedikamente oder Mittel gegen Malaria verzichten.
6.) Während die tropischen Regenwälder vor 60 Jahren noch über 10 % der Erdoberfläche bedeckten, sind es infolge massiver Abholzungen heute nur noch ca. 2 %.
7.) Über das Jahr gesehen liegt die Durchschnittstemperatur in den immergrünen tropischen Regenwäldern in keinem Monat bei weniger als 18 Grad Celsius, auch nicht im „Winter“. Während der wärmsten Monate werden im Tagesverlauf bis zu über 30, teils sogar über 40°C erreicht. Nachts ist es generell merklich kühler, dann sinken die Temperaturen mitunter bis auf einen Wert von 5°C.
8.) Trotz der starken Dezimierung der Regenwaldgebiete in den letzten Jahrzehnten werden dort immer noch 40 % des Sauerstoffs der Erde produziert. Daher werden die Regenwälder auch als „grüne Lunge der Erde“ bezeichnet.
9.) Etwa zwei Drittel aller Tiere halten sich in den Baumkronen auf, da sich dort die meiste Nahrung findet. Nur wenige Regenwald-Bewohner leben auf dem Waldboden, welcher wegen des dichten Pflanzenwuchses von der Sonne nur spärlich beleuchtet wird.
10.) Im Regenwald von West-Papua, dem Schauplatz von DSCHUNGELKIND, gibt es immer noch einige Volksstämme, die noch nie Kontakt zur Außenwelt hatten.

