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The Doors: When You're Strange Film Trailer


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Länge: 86 Min | Kinostart: 01.07.2010 | Release: 04.11.2010 (DVD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:John Densmore, Robby Krieger, Ray Manzarek, Jim Morrison

Die Story:Kaum eine Band hat das Aufbegehren einer jungen Generation so verkörpert wie The Doors. Ihre unverwechselbaren Sounds, ihr Wille zu bedingungsloser künstlerischer Freiheit, ihr Hang zu den dunklen Seiten der Seele und Jim Morrisons Exzesse inspirierten Generationen von Jugendlichen: cool, rebellisch, unsterblich. Fast 40 Jahre nach dem Tod des charismatischen Rock-Poeten Jim Morrison hat die Band nichts von Ihrer Faszination eingebüßt. Mit den bisher ungezeigten Kurzfilmen von Morrison und noch nie gesehenem Archivmaterial, das die Doors auf der Bühne, hinter der Bühne und in privaten Momenten zeigte, lässt der preisgekrönte Regisseur Tom DiCillo den Mythos Doors wieder aufleben. Erzähler dieser einzigartigen Geschichte der Popkultur ist der Schauspieler Johnny Depp.

Hintergrund:The Doors: When You're Strange ist die erste Kino-Dokumentation über The Doors. Sie erzählt die Geschichte der Band von den Anfängen am Strand von Venice Beach 1965 über die sechs Studioalben (allesamt Meilensteine der Popmusik) bis zu Jim Morrisons Tod im Jahr 1971. Um die Wahrheit vom Mythos zu unterscheiden, verzichtet Tom DiCillo - Kultregisseur (Living in Oblivion) und Kameravirtuose (Stranger than Paradise) – auf Schauspieler und verlässt sich allein auf das Archivmaterial. Dieses aber ist bereits so intim und dramatisch, dass Sprecher Johnny Depp kommentiert: Das hypnotisierende, bisher unveröffentlichte Material von Jim, John, Ray und Robby zu sehen, hat mir das Gefühl gegeben, das alles noch einmal durch ihre Augen zu erleben.

Technikinfos:Bildformat: 35mm/1,85; Ton: Dolby Digital




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♥: Viele Informationen und dennoch nie dröge. Faszinierende Liveaufnahmen und bislang unbekanntes Material über Jim Morrison
−: Echte Fans der Doors erfahren kaum Neues.

Wann haben Rockbands die Menschen eigentlich zum letzten Mal so richtig aufgeregt ?
Und damit ist nicht die Hysterie von Hormon-gesteuerten Teenagern beim Anblick von Retortenstars gemeint.
Seit Großeltern ihre Sprößlinge mit auf Konzerte ihrer Lieblingsbands von damals nehmen, hat der rebellische Ruf der Rockmusik nur noch nostalgischen Wert.Das war einmal anders.
"The Doors - When you´re strange" versetzt uns wieder in die Zeit in der  Bands wegen ihrer gesellschaftlichen Sprengkraft von den Behörden und der Polizei noch äußerst mißtrauisch beäugt wurden.


Inhaltlich bietet die Doku dabei nichts wirklich Neues. Die Biographie der Band ist hinlänglich bekannt und wird hier weitgehend chronologisch nacherzählt. Für Spätgeborene dürfte aber auch das interessant sein. Denn die Fülle der Details ist enorm. Da wird das Kennenlernen der Band behandelt, die Entwicklung des Sounds, der Durchbruch und die Veränderungen, die der plötzliche Ruhm mit sich brachte. Im Mittelpunkt steht allerdings immer fortmann Jim Morrison. Es ist Platz für seine Probleme mit den Behörden, für das angespannte  Verhältnis zu seinem Vater und ebenso für seine Gedichte. Der Film versucht dabei nicht so sehr ein Denkmal zu errichten, sondern den Menschen hinter dem Mythos zu zeigen.   

Wirklich interessant ist aber das Bildmaterial, das TomDi Cillo ausgegraben hat. Darunter Spielfilmszenen, in denen Jim Morrison wie im damaligen Hippie-Kulthit "Zabriskie Point" durch eine Wüstenlandschaft fährt oder läuft. Schließlich war der Sänger auch mal Filmstudent.

Die bislang weitgehend unbekannten Aufnahmen haben echte Kinoqualität, also deutlich besser als die meisten Konzertmitschnitte und Nachrichtenschnipse. Für einige Zuschauer ist das allerdings auch verwirrend. Die fragten sich dann, wer denn wohl dieser Jim Morrison-Darsteller ist, der dem Original so enorm ähnlich sieht, und warum der Regisseur denn überhaupt Szenen mit einem Double nachgestellt hat. Hat er aber gar nicht. Morrisons lange Zeit unbeachtetes Filmprojekt wird zum überraschenden Selbstbildnis umfunktioniert. Ein echter Glücksfall für die Doku. Hier erlaubt Regisseur DiCillo sich auch seinen einzigen Kunstgriff: Als Morrison im Auto fährt hört man scheinbar aus dem Radio die Todesnachricht Morrisons. Und der begnadete Selbstdarsteller scheint darüber zu lächeln. Den eigenen Tod zu inszenieren hätte ihm wahrscheinlich gefallen. Damit hätte er dem zunehmende nervigen Rockstarrummel entkommen können und den Fans gleichzeitig eine intensive, bewußtseinsverändernde Erfahrung verpassen können. Da weicht die Doku ein bisschen von sonst recht faktenorietierten Erzählstil ab und wird zu liebevoll wehmütigen Hommage an die wohl spannendste Zeit der Rockgeschichte, eine der interessantesten Bands und einen ihrer faszinierendsten und tragischsten Ikonen.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht