Daniel Schmid Film Trailer - Le Chat Qui Pense
Länge: 85 Min | Kinostart: 02.09.2010
© Salzgeber | DVD & BD leihen oder kaufen | Wo jetzt im Kino? |
Trailer kaputt?
TRAILER-TIPPS
Links & Infos
Die Story:Der Schweizer Filmemacher Daniel Schmid (1941-2006) wuchs als Kind in einem Belle- Epoche-Hotel im Bündnerischen Flims auf, einem theatralischen Raum mit auf- und abtretenden Berühmtheiten, tragischen, lustigen und obszönen Geschichten, belebt von Erinnerungen, Erfahrungen und Geheimnissen. Damals wurde er zum Geschichtenerzähler – und blieb es bis zu seinem Tod im Jahr 2006. Pascal Hofmanns und Benny Jabergs dokumentarisches Porträt reist durch das Leben eines Bildmagiers, Träumers und Wanderers und bleibt diesem in seiner Form treu: in einer assoziativen Montage aus Filmausschnitten, Archivbildern, Worten treuer Wegbegleiter wie Werner Schroeter, Renato Berta oder Bulle Ogier und Impressionen von Schmids bereisten und erträumen Orten.
Hintergrund:In den 1940er Jahren in einem Hotel der Belle Epoque im Bündnerischen Flims aufgewachsen, verfiel Daniel Schmid bereits als Kind seiner Vorstellungskraft. Beflügelt von den phantastischen Geschichten seiner Grossmutter, machte er die Hotelhalle zur Bühne und Gäste aus aller Welt zu seinen Protagonisten. Daniel Schmid wurde zum Geschichtenerzähler - um es Zeit seines Lebens zu bleiben. Daniel Schmid - Le Chat Qui Pense ist ein kaleidoskopisches Filmportrait, das Einblick gibt in das ereignisreiche Leben und eigenständige Werk eines aussergewöhnlichen Schweizer Kinokünstlers.
- Dorothy And The Witches Of Oz Trailer
- Good Deeds Trailer
- Zweiter Trailer zu Das Haus Der Krokodile
- Unicorn City Trailer
- Das Bourne Vermächtnis Trailer
- Sen Kimsin Trailer
- Der Schnee Am Kilimandscharo Trailer
- Versicherungsvertreter Trailer
- Beauty Trailer
- Polish Bar Trailer
User, die diesen Trailer sahen, besuchten auch diese Seiten:
KINDHEIT IM HOTEL
Daniel Schmid wuchs in einem Hotel auf. Seine Familie betrieb den „Schweizerhof“ im bündnerischen Flims. Im Winter, wenn das Haus geschlossen war, wohnte die Familie im ersten Stock. In der Vorsaison zog sie in den dritten Stock um. Im Sommer, wenn das Hotel ausgebucht war, quartierte sie sich unter dem Dach ein.
Die Gäste brachten Geschichten mit, ins Exil, aus der weiten Welt, aus der Vergangenheit. Auch Douglas Sirk war mal dort, über den Schmid später ein dokumentarisches Porträt drehen sollte. Schon als Kind träumt Daniel Schmid vom Reisen, von einer Welt „jenseits der Berge“.
BERLIN
Den Sprung aus dem mondänen Kosmos des Belle-Epoche-Hotels machte Schmid mit dem Umzug nach Berlin, 1961. Dort studierte er zunächst Geschichte und Literatur und verfolgte den Aufbruch einer ganzen Generation voller aufklärerischer Ideale. Auch er selbst brach auf, politisierte sich und lebte seine Homosexualität aus. 1967 wechselte er an die neu gegründete DFFB, drehte dort aber nur einen Film: MIRIAM. 1969 überzeugte ihn Rainer Werner Fassbinder (der bei der gleichen Aufnahmeprüfung an der DFFB abgelehnt worden war), sein Studium abzubrechen und lieber Filme zu machen.
ERSTE FILME
Schmid ging 1970 aus dem sich radikalisierenden Berlin fort. Er lernte seine Lieblingsschauspielerin Ingrid Caven kennen, die ihn ermunterte, seinen ersten Film in Angriff zu nehmen: HEUTE NACHT ODER NIE. Gedreht wurde in der Hotelhalle des Schweizerhofs. Der Film passte – wie auch LA PALOMA –nicht in seine Zeit und Schmid geriet unter Rechtfertigungsdruck. Sein melodramatischer Camp-Ansatz wurde als ‚unpolitisch’ und dekadent empfunden. Doch auf seinem persönlichen Weg zwischen Oper und Avantgarde fand er neue Freunde und Verbündete: neben Ingrid Caven waren das vor allem Werner Schroeter (die drei lebten eine Zeitlang zusammen in einer Münchener WG) und Kameramann Renato Berta. Den wichtigsten Impuls aber, der eigenen kreativen Vision zu vertrauen, bekam er von seinem Freund Rainer Werner Fassbinder, mit dem er 1976 den Film SCHATTEN DER ENGEL drehte.
PARIS
1974 zog Schmid (wie auch Schroeter, Caven und Berta) nach Paris, das für 20 Jahre Ausgangspunkt seiner Projekte und Ideen wurde. Er drehte u.a. VIOLANTA, HECATE, IL BACIO DI TOSCA und JENATSCH und wurde damit der international erfolgreichste Schweizer Regisseur. Daneben inszenierte er Opern in Zürich und Genf und entwickelte den triumphalen Liederabend von Ingrid Caven 1978 in einem Nachtclub in Pigalle, der sie in Frankreich zum Star machte. Er erlebte seine erste große Liebe mit dem Filmausstatter Raúl Gimenez, der auch Schauspieler in den Filmen von Fassbinder war. Mit HECATE (1981) begann die langjährige Zusammenarbeit mit Produzent Marcel Hoehn. Bei JENATSCH (1987) verfilmte er erstmals ein Drehbuch von Martin Suter.
RÜCKKEHR IN DIE SCHWEIZ
In den 1980ern verlor sich die kreative Szene um Schmid in Paris. Einige Freunde starben an Aids, Fassbinder kam 1982 ums Leben, bei Schmid wurde Kehlkopfkrebs diagnostiziert. 1992 drehte er seinen persönlichsten Film nach Erinnerungen an seine Kindheit, ZWISCHENSAISON. Er kehrte wieder in die Schweiz zurück, bezog eine Wohnung im Schweizerhof und eine andere in Zürich. 1999 erhielt er nach der Präsentation des neuen Films BERESINA in Locarno einen Ehren-Leoparden für das Lebenswerk.
Auf die Frage der Zeitung „Libération“: „Warum filmen Sie?“, antwortete er: „Um weniger allein zu sein.“ Durch seine Kontakte nach Japan kam es zum Projekt DAS GESCHRIEBENE GESICHT über Kabuki- und Butoh-Tanz, aussterbende Kunstformen (wie vielleicht der Film auch). 2005 sollte der sorgfältig vorbereitete Spielfilm PORTO VERO realisiert werden, doch eine erneute Krebs-Diagnose zwang Schmid zum Abbruch der Dreharbeiten nach nur vier Tagen. Kurz zuvor hatte er seine Einwilligung gegeben, zusammen mit den jungen Filmregie-Studenten Benny Jaberg und Pascal Hofmann einen Film über sein Leben zu drehen – er selbst hatte den Flimser Hofmann, den er seit dessen Jugend kannte, damals zum Regiestudium gedrängt. Am 5. August 2006 erlag Daniel Schmid seinem Krebsleiden.
Die beiden Regisseure fuhren kurz darauf mit Schmids Partner Thomas nach Shanghai, einem Ort, den Schmid immer bereisen wollte, seit er die Filme von Josef von Sternberg gesehen hatte. Dieses Shanghai fanden sie nicht. Aber etwas zu suchen, dass man nicht finden kann, sei ganz in Daniels Sinn gewesen, sagen sie.
Eure Meinung zu "Daniel Schmid - Le Chat Qui Pense"
Kommentar zu "Daniel Schmid - Le Chat Qui Pense" ohne einloggen abgeben:
Bisher gibt es keine Kommentare zu "Daniel Schmid - Le Chat Qui Pense".
Anmerkung der Filmemacher Pascal Hofmann und Benny Jaberg:
Daniel Schmid war einer der grössten Kinokünstler der Schweiz – und ein begnadeter Geschichtenerzähler. Der Dokumentarfilm «Daniel Schmid – Le chat qui pense» gibt Einblicke in den beherzten Lebensentwurf eines Mannes, dessen Ausstrahlung fesselte und dessen Werk eine Strahlkraft besitzt, die lange nachglühen wird. Als kosmopolitischer Pendler zwischen den geruhsamen Flimser Bergen und den pulsierenden Metropolen dieser Welt hat Schmid ein vielfältiges Oeuvre geschaffen, indem sowohl der mikroskopische, als auch der weitläufige, weltgewandte Blick ihren Platz haben. Wir hoffen, mit unserem Film einen Teil des flüchtigen Zaubers von Daniels aussergewöhnlichem Leben eingefangen zu haben.
Bereits als Jugendlicher hat Pascal Hofmann Daniel kennen gelernt, beide sind in Flims aufgewachsen.
Die Sympathie zwischen Daniel und Pascal, sowie unser gemeinsames Interesse an seiner Lebensgeschichte und an seinem Werk waren Ausgangspunkte für unser Projekt.
Im Winter 2006 wurde aus einer Idee eine Vision: Die Realisation eines eigenständigen und emotionalen Portraits, dass das Leben und den künstlerischen Kosmos von Daniel spiegeln sollte. Vor allem aber: Ein Film nicht bloss über, sondern mit Daniel Schmid.
Es kam alles anders. Ein halbes Jahr später starb Daniel Schmid an Krebs. Wir legten das Projekt monatelang beiseite. Doch der Wunsch nach einer filmischen Auseinandersetzung mit Daniel blieb. Erneut machten wir uns an die Arbeit. Wir konnten das Vertrauen und die Unterstützung von Schmids Angehörigen und Freunden gewinnen. Damit eröffnete sich uns die Chance, an Informationen und Dokumente aus erster Hand zu gelangen. Schliesslich fanden wir in Marcel Hoehn, Daniels langjährigem Produzenten, einen weiteren Förderer unserer Filmidee.
«Was heisst schon Wahrheit in einem Leben.» Dieser Satz von Daniel Schmid wurde unsere Ausgangslange für die Beschäftigung mit seinem Verfasser. Der freie Umgang Daniels mit Wirklichkeit und Fiktion traf bei uns einen Nerv. In «Daniel Schmid – Le chat qui pense» sagt Daniel weiter: «Wenn du jemanden beschreibst, beschreibst du eigentlich dich selbst.»
Als wir begannen, Daniel mittels dokumentarischen Aufnahmen, Ausschnitten aus seinen eigenen Filmen, sowie von uns selbst gedrehtem Material zu beschreiben, wurde uns klar: In «Daniel Schmid – Le chat qui pense» wird sich – jenseits einer vermeintlichen Objektivität oder Wahrheit – unsere eigene Sicht auf Daniels Leben abbilden. Gleichwohl war uns stets wichtig: Das Wesen Daniels sollte unseren Film durchdringen und den Zuschauern den Menschen und Filmemacher näher bringen.
Insgesamt verfügten wir über mehr als 200 Stunden Rohmaterial verschiedenster Herkunft und Charakters. Es zeigte sich bald, dass darin unzählige, sehr unterschiedliche Filme verborgen lagen. Es schien uns jedoch, als wäre unserem Stoff eine bestimmte Form bereits eingeschrieben. In der Filmmontage fügte sich das für uns Wesentliche erstmals zu einem Ganzen zusammen. Auf dem Weg zum fertigen Film mussten wir uns von einigen Protagonisten, Erzählsträngen und manchen persönlichen Highlights verabschieden. Wir sind sicher, dass dieses Material nicht verloren ging, sondern zwischen den Bildern und Tönen mitschwingt.
In einem Notizbuch von Daniel sind wir auf eine gezeichnete Katze gestossen, die er mit «Le chat qui pense» signierte. Skizze und Satz erscheinen uns sehr treffend, haben wir Daniel doch als geschmeidigen, eigensinnigen, verspielten, menschennahen und doch eigenbrötlerischen Künstler kennen gelernt. Als einen Künstler, der uns inspirierte, auf unseren Instinkt zu vertrauen und mit unserem Film einen eigenen Weg zu beschreiten.
