Somewhere Film Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 98 Min | Kinostart: 11.11.2010 | Release: 17.03.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Stephen Dorff, Elle Fanning, Michelle Monaghan, Laura Ramsey, Benicio Del Toro, Becky O'Donohue, Robert Schwartzman, Eliza Coupe, Chris Pontius, John Prudhont, Alden Ehrenreich, Caitlin Keats, Angela Lindvall, Jo Champa, Paul Vasquez, C.C. Sheffield
Die Story:Er fährt Ferrari, reiht die Liebhaberinnen im Rekordtempo aneinander und logiert dauerhaft im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard, nicht weit entfernt von den Werbetafeln, die seinen nächsten Kinohit ankündigen. Kein Zweifel, für Johnny Marco ist der Traum vom Leben als Filmstar wahr geworden. Kein Zweifel? Bei genauerem Hinsehen wirkt Johnny tatsächlich unendlich einsam und wie ein Verlorener, sobald die Filmleute und die Feiernden seine Suite geräumt haben. Einzige Unterbrechung der Monotonie des vermeintlichen Dolce Vita sind Besuche seiner 11-jährigen Tochter Cleo aus geschiedener Ehe. Auch die kurzen Trips der beiden sind für gewöhnlich Routine, doch als Cleos Mutter auf unbestimmte Zeit verreisen muss, übernimmt Johnny erstmals für einige Wochen am Stück die Verantwortung für seine Tochter. Abgesehen von einer Reise nach Mailand, bei der Johnny unter den stolzen Augen von Cleo in einer skurrilen TV-Show geehrt wird, unternehmen Vater und Tochter nur Banales - und doch so Magisches. Videospiele, Eiskunstlauftraining, gemeinsame Frühstücke. Während die beiden unmerklich zusammenwachsen und die strahlende Lebensfreude Cleos Einzug hält in Johnnys zum Klischee erstarrten Alltag, kann er seine persönliche Sackgasse nicht mehr leugnen. Es wird Zeit zu entscheiden, welchen Lebensweg er in Zukunft beschreiten möchte...
Hintergrund:Sieben Jahre nach Lost In Translation schließt Oscar-Preisträgerin Sofia Coppola mit ihrem bisher intimsten Filmprojekt an ihren größten Erfolg an: in Somewhere richtet sie den Blick auf einen liebenswert hilflosen Schauspieler, der selbst in seiner eigenen Stadt wie ein Verlorener lebt. Die Hauptrolle des aus Kino und Klatschmagazinen bekannten Filmstars Johnny Marco spielt Stephen Dorff (PUBLIC ENEMIES), der in tragikomischen Nuancen das preisverdächtige Porträt eines Ausgebrannten zeichnet, den erst die gemeinsame Zeit mit seiner kleinen Tochter wieder ein wenig zum Leben zu erwecken scheint. Die 11-jährige Cleo wird - nicht minder eindrucksvoll - von der überaus talentierten Elle Fanning (DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON) verkörpert. Chris Pontius (Jackass: Der Film) und Michelle Monaghan (EAGLE EYE – AUSSER KONTROLLE) in einer Gastrolle runden das Ensemble ab. Wie bei LOST IN TRANSLATION agierte Sofia Coppola auch bei Somewhere als Regisseurin sowie Autorin des Stoffes, dessen melancholischer Erzählbogen von den verruchten Winkeln des legendären Chateau Marmont am Sunset Boulevard bis zu den Bühnen bizarrer italienischer Fernsehshows führt. Somewhere ist Roadmovie, Spiegelung der Celebrity-Kultur und warmherzige Vater-Tochter-Geschichte zugleich - geprägt durch den wundersam schwebenden Erzählstil, die herausragenden darstellerischen Leistungen und den zutiefst persönlichen Blick einer Regisseurin auf der Höhe ihrer Kunst. Somewhere ist offizieller Wettbewerbsbeitrag der 67. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.
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Eure Meinung zu "Somewhere"

♥: Schöne Locations. Langweilige aber glaubwürdige Figuren
−: Promistudie in Zeitlupe. Plumpe Metaphern. Eine konventionelle Handlung ist kaum auszumachen
Können Hollywoodstars unglücklich sein ? Wahrscheinlich schon. Aber mal ehrlich, das ist doch Meckern auf höchstem Niveau. Filmstar Johnny Marco (wer kommt bloss auf so einen blöden Namen) führt ein Leben im Luxus. Er residiert in einem mondänen Hotel, feiert wortwörtlich bis zum Umfallen und Stripperinnen bestellt er sich aufs Zimmer wie andere eine Pizza. Da nickt er auch schonmal gelangweilt ein, während sich langbeinige Blondinen vor ihm verbiegen. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist es mit seinem superteuren Ferrari im Kreis zu fahren. Das ist laut und teuer und cool und genauso sinnlos wie ihm sein Leben mittlerweile vorkommt . Irgendwie gibt ihm das alles nichts mehr. Die wirklich wilden Parties, die man von ihm eigentlich erwartet, die finden mittlerweile in der Nachbarsuite statt. Immer wieder lockt die angelehnte Tür zum Mitmachen ein, aber Johnny will gar nicht mehr.
Und hat dann auch bald andere Sorgen. Denn seine 11-jährige Tochter Cloe (Elle Fanning) quartiert sich überraschend bei ihm ein. Sonst sieht er sie nur stundenweise, jetzt verlässt seine Ex die Stadt er sol zum Volzeitdaddy werden. Was soll ein ausgebrannter , depressiver Promi mit einem frustrierten Teenager anfangen ? Anfangs sehr wenig, meist schlagen sie die Zeit tot. Aber Cloe kann sich auch gut selbst beschäftigen, sie übernimmt selbstbewusst das Regiment in der Küche und Johnnys Suite wird fast sowas wie ein Heim. Ganz allmählich nähern sich Vater und Tochter an.
Darum geht's im neuen Film von Sofia Coppola, Tochter von Regielegende Francis Ford Coppola. Höchstwahrscheinlich hat sie hier auch eigene Erfahrungen verarbeitet, denn ihr eigener Vater hatte als besessener Filmemacher auch kaum Zeit für sie. Gleichzeitig wurde sie selbst an Filmsets groß (und hatte als Baby sogar eine kleine Rolle in „Der Pate"). Generell ist es eine gute Idee, über etwas zu schreiben dass man kennt. Das tut Sofia Coppola mit dem Dasein in der Paralellwelt Hollywoods. Zumindest Filmschaffende sehen ihr Universum hier offenbar treffend beschriebend. Die Jury beim Filmfestival in Venedig (mit dem Coppola-Freund Tarantino als Präsident) zeichnete „Somewhere" mit dem Goldenen Löwen aus. Man kann den Eindruck aber nicht vermeiden, dass es sich hier um eine selbstmitleidige Nabelschau handelt.
Dass die Wahl für den Hauptdarsteller auf Stephen Dorff („Blade", „Alone in the dark") fiel, ist überraschend. Der hat sich bisher nicht als Charakterdarsteller profiliert. Spielt er hier vielleicht nur sich selbst ? Ist er dafür engagiert worden ? Dorffs bekannteste Rolle ist immer noch die des Gegners von Wesley Snipes in Blade. Das war 1998. Seit damals reiht er ein mittelmäßiges Werk ans andere und schrammte zweimal nur knapp an der goldenen Himbeere als schlechtester Schauspieler vorbei.
Ein Blick auf die Nebendarsteller bestätigt den Verdacht. Wie kommt man sonst auf die Idee, Jackass-Mitglied Chris Pontius zu engagieren ? Der verkneift sich hier zwar derbe Zoten und Stunts, macht aber sonst das Gleiche wie in den Jackass-Filmen: abhängen, Unsinn redenund nix tun. Tatsächlich durfte er seinen Part weitgehend improvisieren.
Selbst zwei der Stripperinnen werden hier dreist vorgeführt. Die aus dem Playboy bekannten Zwillingsblondinen haben nach eigener Aussage lange an ihrer bizarren Stangenakrobatik gefeilt. Das Ergebnis sieht aber immer noch albern und ungelenk aus. Ein Effekt, den Sofia Coppola sicher nicht aus Versehen eingebaut um Johnnys Existenz noch ein bisschen erbärmlicher zu machen.
Da kann einem Ellen Fanning, die durchaus talentierte kleine Schwester der genialen Dakota Fanning richtig leid tun. Denn während sie im Film hier wohl auf die Zuwendung ihres Vaters wartet, wird man den Eindruck nicht los, dass sie tatsächlich auf Hinweise der Regie wartet, was das Ganze soll und wann der Film endlich losgeht. Aber da bleibt der Film so wischi-waschi wie der Titel. Der beste Darsteller des Films ist das legendäre Chateau Marmont Hotel. Das für Hollywood-verhältnisse historische Gemäuer hat Charakter. Die Besitzer sind normalerweise (und völlig zu Recht) auf äußerste Diskretion bedacht und lassen keine Dreharbeiten zu. Aber für Sofia Coppola machten sie eine Ausnahme. Wenn die Wände dort reden könnten - das wäre mal ein Film ! Aufregend, dramatisch, tragisch, witzig, skandalös. Vor allem aber ganz anders als „Somewhere".
Coppola reichert die dahinschleichende Daseinskrise ihres Hauptdarstellers mit schlichten Metaphern an. Ein eingegipster Arm, Resultat einer wilden Party, wird zum äußerlichen Zeichen von Johnny innererem Zustand. Prompt wird die Knochenstütze vehement zerbrochen, als es ihm besser geht. Subtil sieht anders aus. Bei einem seiner Jobs lässt Johnny sich eine Maske anpassen, die ihn rein zufällig in einen alten Mann verwandelt und an seine Sterblichkeit und seine begrenzte Zeit erinnert.
Man kann und muss „Somewhere" mit Coppolas Oscarerfolg „Lost in Translation" vergleichen. Dazu sind die Paralellen zu deutlich. Die Gegenüberstellung ist für „Somewhere" aber wenig schmeichelhaft. In beiden Filmen steckt ein Schauspieler in der Sinnkrise, sein Leben findet in unpersönlichen Hotelzimmern zwischen Presseterminen und Probeaufnahmen statt, und eine fremde Stadt (diesmal Rom statt Tokio) sorgt für den Kulturschock, der dem Hauptdarsteller die Absurdität seines Daseins vor Augen führt. Aber in "Lost in Translation" konnte man dafür Bill Murray und Scarlet Johannson sehen. Deren zaghafte Annäherung und ihre Einsamkeit kontrastierte originell mit dem hyperaktiven Moloch Tokyo. „Somewhere" ist dagegen sowas wie die pseudointellektuelle Zeitlupen-Version von „Daddy ohne Plan", ohne Witz, ohne Plot, ohne Dramatik.
Wer einen realistischen oder auch nur unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie erwartet, der wird enttäuscht. „Somewhere" ist keine Film gewordene Promizeitung, die das „wahre Leben der Stars" vorführt, sondern eine ziemlich ermüdende teilbiographische Selbstanalyse von Sofia Coppola, ein Drama das Langeweile und Lebensüberdruss leider sehr treffend inszeniert. Das ist natürlich auch eine Kunst.
Wer einen kaputten Künstler sehen will, der sich n Hollywood vorsichtig mit seiner Teenagertochter anfreundet, der ist aber mit ein paar Folgen „Californication" erheblich besser bedient.
Weitere Infos zum Film:
In ihrem vierten und intimsten Spielfilm skizziert Autorin und Regisseurin Sofia Coppola die Annäherung eines in der Monotonie seines Ruhmes gefangenen Filmstars (Stephen Dorff) an seine 11-jährige Tochter (Elle Fanning). SOMEWHERE ist ein Roadmovie in den Weiten von Los Angeles, eine detailgenau beobachtete Spiegelung der Celebrity- Kultur und eine wahrhaftige Vater-Tochter-Geschichte zugleich.
Produziert wurde SOMEWHERE im Tandem von Branchen-Veteran G. Mac Brown, der für gewöhnlich auf teure Event-Filme wie Baz Luhrmanns AUSTRALIA spezialisiert ist sowie von Sofias etwas älterem Bruder Roman Coppola. „Für Sofia war von Anfang an klar“, erklärt Roman Coppola, „dass SOMEWHERE ein sehr persönliches und kleines Projekt ist, bei dem sie sich ganz auf das Vater-Tochter-Verhältnis im Herzen der Story konzentrieren wollte. Eine meiner Pflichten war es, für diesen kreativen Prozess eine ungewöhnlich private Atmosphäre zu schaffen und Sofia den Rücken frei zu halten. Dafür rekrutierte ich Leute, von denen ich wusste, dass sie zu Sofias familiärem Inszenierungsstil passen und unser ‚weniger ist mehr‘-Credo verstehen.“
Produzent Brown ergänzt: „Der teuerste Satz im Filmgeschäft beginnt mit ‚Was wäre, wenn...’, weil darauf meistens hohe Rechnungen für Equipment und Personal folgen. Doch für Sofia haben wir diesen Satz aus dem Vokabular gestrichen. Zum einen zieht sie ohnehin kleine Crews vor - zum anderen ist es unmöglich, ihr einen Wunsch abzuschlagen, weil sie genau weiß, was sie für die Verwirklichung ihrer Vision braucht und nie zu viel oder zu wenig verlangt.“

