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Das Letzte Schweigen Film Trailer

Länge: 120 Min | Kinostart: 19.08.2010 | Release: 25.03.2011 (DVD)
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Schauspieler:Ulrich Thomsen, Burghart Klaußner, Wotan Wilke Möhring, Katrin Saß, Charly Hübner, Sebastian Blomberg, Claudia Michelsen, Karoline Eichhorn, Oliver Stokowski, Roeland Wiesnekker, Jule Böwe, Johannes Suhm, Hildegard Schroedter, Michael Dorn, Kara McSorley, Amon Robert Wendel

Die Story:Als auf den Tag genau 23 Jahre nach dem Mord an der kleinen Pia ein weiteres Mädchen am selben Tatort erschlagen wird, lähmt Entsetzen die sommerlich heiße Kleinstadtidylle. Pias trauernde Mutter Elena Lange (Katrin Sass) erinnert sich an die damalige grausige Tat ebenso wie Ex-Kommissar Krischan Mittich (Burghart Klaußner), der die Ermittlungen leitete und den Fall nie aufklären konnte. Er bittet seinen jungen Kollegen David Jahn (Sebastian Blomberg) um Hilfe, weil der offiziell zuständige Ermittler Matthias Grimmer (Oliver Stokowski) sich weigert, die Parallelen der Fälle zur Kenntnis zu nehmen. Am heftigsten erschüttert ist jedoch Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring), der den Mord zusammen mit Peer Sommer (Ulrich Thomsen) an Pia begangen und dann erfolgreich verdrängt hat. Bis heute.

Hintergrund:Die Hundstage im Juli: Die Hölle könnte nicht heißer sein. Das Verschwinden eines 13-jährigen Mädchens ruft die Erinnerung an ein ungesühntes Verbrechen vor 23 Jahren wach. Dieser Albtraum schreckt eine Kleinstadt aus der sommerlichen Idylle und entfesselt ein Inferno aus Verdrängung, Verlust und Verzweiflung.

Technikinfos:Bildformat: 2,35:1



Mit dieser Verfilmung des mehrfach ausgezeichneten Bestsellers „Das Schweigen“ von Jan Costin Wagner gibt Regisseur/Drehbuchautor Baran bo Odar sein verstörend intensives Kinodebüt. Die komplexe Psychologie der Figuren fächert er auf zum fiebrigen Porträt einer Stadt in Angst, dargestellt von einem kongenialen Ensemble – allen voran der vielfach preisgekrönte Ulrich Thomsen („The International“), Wotan Wilke Möhring („Männerherzen“), Lola-Preisträger Burghart Klaußner („Das weiße Band“), Lola-Preisträgerin Katrin Sass („Good Bye Lenin!“), Grimme-Preisträger Sebastian Blomberg („Der Baader Meinhof Komplex“), Grimme-Preisträgerin Karoline Eichhorn („Summertime Blues“), Roeland Wiesnekker („Mörder auf Amrum“), Claudia Michelsen („Die Päpstin“), Oliver Stokowski („Klimawechsel“) und Jule Böwe („Schwerkraft“).
 
Jörg Schulze und Frank Evers von cine plus („Novemberkind“, Michael Ballhaus’ „In Berlin“) produzieren zusammen mit Florian Schneider und Maren Lüthje (luethje & schneider film) in Koproduktion mit ZDF – Das kleine Fernsehspiel und in Zusammenarbeit mit Arte. Der Film ist gefördert von FFF FilmFernsehFond Bayern, der Mitteldeutschen Medienförderung, Medienboard Berlin-Brandenburg, FFA und dem DFFF.


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Eure Kommentare zu "Das Letzte Schweigen":

elvis3000 der hans und der sepp ist der name vom depp!

Hans Geilo!

 




♥: exzellentes Ensemble, enorme Spannung auch ohne exzessive Gewalt, die Kameraarbeit ist herausragend
−: die Ermittler sind für ein so hochkarätiges Drama etwas zu skuril charakterisiert.

Die 80er Jahre in einer deutschen Kleinstadt im Hochsommer. Der Mord an der 11-jährigen Pia schockt die sonst so durchschnittliche Gemeinde. Der pädophile Täter bleibt unentdeckt.Sein Freund und Komplize verlässt am Tag darauf geschockt den Ort. 23 Jahre später bringt ein weiterer Mädchenmord die schmerzhaften Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Das Opfer wird nämlich am selben Tatort entdeckt. Hat derselbe Täter wieder zugeschlagen ? Oder gibt es einen perversen Nachahmer ?


Der neue Mord setzt eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang.Für die Mutter von Pia, Elena Lange (Kathrin Sass), ist dagegen die Zeit seit damals stehengeblieben. Sie hat praktisch aufgehört ein eigenes Leben zu führen und besteht nur aus Trauer. Die Eltern des neuen Opfers leiden darunter, dass ihr Kind nach einem  albernen Streit ihr Zuhause Hals über Kopf erlassen hatte. Der inzwischen pensionierte Kommissar Krischan Mittich (Burghart Klaußner) macht sich erneut Vorwürfe, weil er damals den Täter nicht schnappen konnte - und damit vielleicht den zweiten Mord möglich machte. Seine Kollegen wollen allerdings nicht auf seine Ermittlungstipps hören. Nur der neue Kollege David Jahn (Sebastian Blomberg) ist daran interessiert. Der ist nach dem Tod seiner Frau aber noch ein bisschen von der Rolle und wird darum auch nicht ganz für voll genommen. Und da ist der damalige Mitwisser Tim. Er führt inzwischen ein geregeltes Familienleben und hat Karriere gemacht. Aber nun kommen die lange verdrängten Schuldgefühle wieder hoch. Und die Angst, seine Existenz zu verlieren. Er befürchtet das sein früherer Freund erneut zu geschlagen hat - und vielleicht noch viele andere Morde auf dem Konto hat.

Was unterscheidet "Das letzte Schweigen" von den zahlreichen Krimis und Thrillern, die in Deutschland über die Bildschirme flimmern ?
Da ist zunächst mal das Cinemascope-Format, das schon mal von vorherein ein richtiges Filmfeeling aufkommen lässt. Und da sind die sorgfältig komponierten Bilder, die eigentlich banale Szenerien wie eine Reihenhaussiedlung und blühende Felder neu und spannend aussehen lassen.

Der Allerweltsort, in dem "Das letzte Schweigen" spielt, könnte überall in Deutschland sein und jeder Zuschauer wird Parallelen zur eigenen Kindheit ziehen. Gleichzeitig scheint der Ort in der flirrenden Sommerhitze wie unter einem Brennglas zu liegen, und könnte jeden Moment in Flammen aufgehen.

Auch wenn man lange nicht weiß, wer den zweiten Mord begangen hat - darum geht es nicht. Und auch das Warum der Morde ist nicht das Thema.Vielmehr wird gefragt, wie ein Mord verschiedene Menschen über Jahrzehnte prägt und traumatisiert, wie Schuld, Schuldgefühle, Verlust, Trauer und Selbstvorwürfe uns prägen können, wenn sie nicht überwunden werden. 

Das Kleinstadtdrama wird von einem großen Ensemble mit Burghart Klaußner, Wotan Wilke Möhring, Katrin Sass. Sebastian Blomberg, Karoline Eichhorn u.v.a. sehenswert umgesetzt, so daß die zwei Stunden Laufzeit einem keineswegs zu lang vorkommen. Und dabei ist es der erste Kinofilm von Regisseur Baran Bo Odar. Von ihm darf man in Zukunft einiges erwarten. Die Vorlage bildete der Krimi des Deutschen Schriftstellers Jan Costin Wagner. Dessen Buch spielte allerdings in Finnland. Für den Film wurde die Handlung nach Deutschland verpflanzt - und funktioniert hier auch vorzüglich.

"Das letzte Schweigen" wurde zwar im Rahmen der ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel" inszeniert. Aber klein ist dieser Film überhaupt nicht, er liefert große Bilder, große darstellerische Leistungen und große Konflikte. Ein bewegendes, herausragendes Psychodrama.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

WEITERE INFOS ZUM FILM:

Anmerkungen vom Regisseur:

„Das Schweigen“ von Jan Costin Wagner gehört zu den Romanen, die einen bereits auf den ersten Seiten in eine andere Welt katapultieren. Eine Welt, in der die Spannung nicht langsam aufgebaut wird, sondern vom ersten Moment an da ist. Der Mord an Pia, mit dem das Buch einsetzt, ist ein Schock, und während man danach Seite um Seite nach einem Ausweg sucht, gerät man immer tiefer in den Sog der schwarzen Löcher, die zwischen den Figuren (ent-) stehen.

Wie Jan Costin Wagner habe ich zwei Genres miteinander kombiniert: Den Thriller und das Melodram. Dabei hat mich nicht so sehr die Frage des „Who done it“ interessiert, sondern viel mehr der emotionale Zustand der Figuren. Wie kommt man damit zurecht, dass man einen geliebten Menschen verloren hat? Mit dieser Frage sind die Protagonisten auf unterschiedliche Weise beschäftigt, sie zieht sich als roter Faden durch das Figurengeflecht.

DAS LETZTE SCHWEIGEN ist ein Ensemblefilm, der von den wunderbaren Schauspielern Ulrich Thomsen, Wotan Wilke Möhring, Sebastian Blomberg, Katrin Sass, Burkhart Klaußner, Karoline Eichhorn u. v. a. getragen wird. Sie spielen das, was in Worten nicht mehr ausgedrückt, nicht mehr mitgeteilt werden kann. In den Gesichtern der Schauspieler kann man Gefühle wie Verzweiflung und Zustände wie Schuld in all ihren Facetten und minimalen Veränderungen lesen. Hier findet das eigentliche Drama statt.