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Mao's Letzter Tänzer Film Trailer

FSK Film: 6 | Länge: 117 Min | Kinostart: 04.11.2010 | Release: 09.03.2011 (DVD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Chi Cao, Chengwu Guo, Huang Wen Bin, Bruce Greenwood, Amanda Schull, Kyle Maclachlan, Joan Chen, Shuangbao Wang, Aden Young, Madeline Eastoe, Camilla Vergotis, Penne Hackforth-Jones, Jack Thompson

Die Story:Anfang der 70er Jahre wird der elfjährige Li Cunxin aus der chinesischen Provinz von Talentsuchern entdeckt und nach Peking auf die Ballett Akademie geschickt. Trotz der ihm fremden Umgebung und einem zähen Training, lernt Li schnell, seine Gefühle in einen ausdruckstarken Tanz umzusetzen und entdeckt innerhalb der siebenjährigen Ausbildung eine tiefe Leidenschaft für das Ballett. Li entwickelt sich zu einem herausragenden Tänzer und bekommt schließlich die einmalige Chance, als einer der ersten aus seiner Heimat China, an einem Kulturaustausch mit den USA teilzunehmen. Am Ballett von Houston, Texas, erlebt er die persönliche und künstlerische Freiheit, von der er in seiner Heimat nicht einmal zu träumen wagte und beginnt, jede Minute seines Lebens zu genießen. Nach nur kurzer Zeit avanciert der begabte junge Mann zum umjubelten Star der Kompanie und findet seine erste große Liebe. Schon bald kann sich Li ein Leben fernab seiner neu gewonnen Freiheit nicht mehr vorstellen. Er heiratet seine Freundin und umgeht so die Rückkehr in sein Heimatland. Doch die Freude währt nicht lange, als er kurz darauf gewaltsam von seinen Landsleuten im chinesischen Konsulat in Houston festgehalten und unter enormen Druck gesetzt wird: Li muss sich entscheiden, ob er bereit ist, für seine Liebe und das Ballett den höchsten Preis zu zahlen...

Hintergrund:Die mitreißende Geschichte des herausragenden Balletttänzers Li Cunxin hat bis heute Millionen von Herzen berührt. Die Verfilmung seiner Autobiographie zeigt in bewegenden Bildern den Weg eines unscheinbaren aber außergewöhnlich talentierten Jungen in die Weltliga der hohen Kunst des Balletts. Entstanden ist ein emotionales Meisterwerk über einmalige Chancen im Leben, Freiheit, die erste Liebe und die Kraft des Tanzes.



Über den Regisseur Bruce Beresford

Bruce Beresford, 1940 in Sydney geboren, zählt zu den bedeutendsten Filmemachern Australiens. 1980 wurde sein Drehbuch zu BREAKER MORANT (Der Fall des Lieutnants Morant, 1980) für einen Oscar nominiert auch erhielt international positive Kritiken, 1982 erhielt er eine Oscar-Nominierung für die Regie von TENDER MERCIES (Comeback der Liebe, 1983). Sein Welterfolg DRIVING MISS DAISY (1989) gewann 1989 vier Oscars, darunter als Bester Film. Zu Beresfords frühen australischen Erfolgen zählen DON’S PARTY (1976), THE GETTING OF WISDOM (1978), THE CLUB (1980) und PUBERTY BLUES (Scharf aufs erste Mal, 1981).

Im Laufe seiner Karriere drehte Beresford so unterschiedliche Kinoerfolge wie CRIMES OF THE HEART (Verbrecherische Herzen, 1986), BLACK ROBE (Am Fluss der Irokesen, 1991), MISTER JOHNSON (1990), DOUBLE JEOPARDY (Doppelmord, 1999) und PARADISE ROAD (Weg aus der Hölle, 1997). Zuletzt drehte er den Thriller THE CONTRACT (2006) mit Morgan Freeman und John Cusack sowie die preisgekrönte TV-Produktion „And Starring Pancho Villa as Himself“ (Pancho Villa – Mexican Outlaw, 2003) mit Antonio Banderas. Seine Arbeiten wurden mit drei Australian Film Institute Awards ausgezeichnet und für viele weitere nominiert. Auch als Opernregisseur hat sich Bruce Beresford einen Namen gemacht. 2007 veröffentlichte er ein autobiographisches Buch mit dem Titel „Josh Hartnett Definitely Wants to do This... True Stories from a Life in the Screen Trade“.


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Tine Voll schööön :-)

 





Weitere Infos zum Film:

Vor fünf Jahren las die australische Produzentin Jane Scott Li Cunxins erfolgreiche Autobiografie „Mao's Last Dancer“ - Startschuss für die Produktionsgeschichte von MAO'S LAST DANCER. Das Buch stand anderthalb Jahre in den Top Ten der australischen Bestsellerliste und liegt mittlerweile in der 32. Auflage vor. Es wurde in mehr als 20 Ländern veröffentlicht, gewann in Australien den Book of the Year Award, in den USA den Christopher Award und erhielt außerdem eine Nominierung für den National Biography Award. Dem Drehbuchautor Jan Sardi war das Buch von einem Freund empfohlen worden und weil ihn die Geschichte faszinierte, machte er Produzentin Jane Scott darauf aufmerksam. Mit Scott hatte er bereits bei zwei Filmen erfolgreich zusammen gearbeitet, dem Oscar-Preisträger „Shine“ (Shine - Der Weg ans Licht, 1996) sowie „Love's Brother“ (Eine italienische Hochzeit, 2004). „Wir kauften uns beide ein Exemplar“, erinnert sich Sardi, „und veranstalteten einen regelrechten Wettlauf, um als erster fertig zu werden. Schon nach der Hälfte der Lektüre wussten wir allerdings, dass wir daraus einen Film machen wollten.“

„Bei diesem Buch drängte sich eine Verfilmung geradezu auf“, sagt Jane Scott. „Dabei bin ich grundsätzlich der Meinung, dass gute Bücher nicht zwingend gute Filme ergeben, weil sich literarische Qualität schwer übertragen lässt. Aber was MAO'S LAST DANCER angeht, hat Li nicht nur ein wunderbares Buch geschrieben. Seine Lebensgeschichte ist einfach extrem packend. Jan Sardi war für mich der ideale Autor des Drehbuchs. Sein Talent besteht darin, das geschriebene Wort zu vereinfachen, ohne sich von der literarischen Qualität einschüchtern zu lassen, und in einen visuellen Stil zu übertragen. Regisseuren liefert er damit eine Grundlage für ihre eigene Visionen. Aus demselben Grund hielt ich Bruce Beresford für den idealen Regisseur dieses Films. Denn er ist ein großartiger Interpret und Geschichtenerzähler.“

Bruce Beresford hielt das Drehbuch für unwiderstehlich. „Die Handlung lässt sich als eine dieser klassischen Vom- Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichten beschreiben, von denen es in der Filmgeschichte wimmelt. Mit dem Unterschied, dass hier die Tellerwäsche-Phase viel extremer ausfällt als sonst. Denn Li Cunxin stammt aus bettelarmen Verhältnissen und lebte in einem totalitären Staat. Diese Armut zu überwinden und als Tänzer Weltruhm zu erlangen, erfordert kolossale Anstrengungen. Ihm ist das gelungen - allen Widrigkeiten zum Trotz.“

Als Jan Sardi begann, das Buch MAO'S LAST DANCER für die Leinwand zu bearbeiten, bestand die erste Herausforderung darin, eine Geschichte, die sich über einen großen Zeitraum erstreckt und unglaublich komplex ist - angefangen mit Li Cunxins Kindheit als Sohn chinesischer Bauern bis hin zu seinem Auftritt vor dem US-Vizepräsidenten -, in eine emotional befriedigende filmische Reise umzuwandeln. „Als Startschuss für Lis Geschichte wählte ich instinktiv den Tag, an dem er in der Dorfschule entdeckt und auf Madame Maos Pekinger Ballett-Akademie entsandt wird“, sagt Jan Sardi. „Wie man ihn seinem Elternhaus entreißt, von seiner Familie und den Menschen trennt, die er liebt, und auf eine epische Reise schickt. Um den Kreis zu schließen, wollte ich natürlich, dass sie mit seiner Rückkehr endet. Das Buch enthält so viel wundervolles Material! Meine Absicht war es, dem emotionalen roten Faden von Lis Geschichte so zu folgen, dass sich beim Zuschauer das Gefühl einstellt, Li auf dieser langen Reise begleitet zu haben. Es ist nicht leicht, ein ganzes Leben auf zwei Stunden zu verdichten, aber genau das ist es, was man leisten muss. Und dabei müssen die Gefühle im Vordergrund stehen.“

Sardi, der das bemerkenswerte Drehbuch zu „Shine“ schrieb und sich dabei auf die Biografie des Pianisten David Helfgott stützte, weiß, welche Verantwortung das Nacherzählen eines Lebens mit sich bringt: „Es muss stimmig sein! Künstlerische Freiheiten sind zwar notwendig, denn Figuren müssen verschmolzen und Zeitabläufe komprimiert werden. Sonst ist es unmöglich, ein Leben auf zwei Stunden - oder gar 20 Stunden - zu verdichten. Die Kunst besteht also darin, visuell und erzählerisch die Geschichte so zu vermitteln, dass sie den Zuschauer auf eine emotionale Reise mitnimmt, die ihn bewegt und verändert.“

Die zweite Herausforderung bei der Leinwandadaption von MAO'S LAST DANCER war die Besetzung der Figur des Li Cunxin. „Nach der ersten Drehbuchlektüre“, sagt Regisseur Bruce Beresford, „war ich überzeugt, dass wir nie jemanden finden würden, der Li spielen konnte. Denn erstens brauchten wir einen erstklassigen Tänzer - was heißt erstklassig, er musste Weltklasse besitzen! -, der jung ist und blendend aussieht. Und zweitens musste er eine anspruchsvolle Rolle in zwei Sprachen, nämlich Mandarin und Englisch, spielen können. Ich dachte nur: Kann es eine solche Person geben? Nun, wir machten uns auf die Suche, und schließlich fanden wir Chi Cao beim Birmingham Royal Ballet.“ Insgesamt drei Schauspieler wurden letztlich in der Rolle des Li Cunxing besetzt: Chi Cao spielt ihn als Erwachsener, Chengwu Guo als Teenager und Huang Wen Bin als Kind.

„Bruce sagte schon sehr früh zu mir: ‘Sollten wir unsere Schauspieler/Tänzer nicht finden, können wir den Film natürlich vergessen‘“, erinnert sich Jane Scott. „Es war also von größter Bedeutung, irgendwo auf der Welt unsere Traumbesetzungen zu finden. Auf unterschiedlichsten Wegen haben sie letztlich alle zu uns gefunden. Chi Cao entpuppte sich als fabelhafter Glücksfall, und ich denke, auch für ihn war es eine großartige Gelegenheit, diesen bemerkenswerten Mann spielen zu können. Huan Wen Bin, den kleinen Jungen, entdeckten wir in China, und dass wir auf Chengwu Guo stießen, der an der Australian Ballet School in Melbourne studiert, war ebenfalls ein schöner Zufall. Wir sahen ihn bei seiner Abschlussfeier tanzen, arrangierten ein Casting, und er war einfach fantastisch als jugendlicher Li.“

„Uns war klar, wie schwierig es sich gestalten könnte, Tänzer für den Film auszuleihen, und das bereitete mir Kopfzerbrechen. Doch die Ballettkompanien unterstützten uns ganz wunderbar. Besonders erwähnen möchte ich das Australian Ballet, das sich als äußerst großzügig erwies. David McAllister, der künstlerische Leiter, sorgte dafür, dass alle Tänzer, die am Film mitwirken wollten und von uns ausgewählt wurden, verfügbar waren. In dieser Hinsicht lief es also problemlos. Außerdem durften wir im Film Auszüge aus der ‘Schwanensee‘- Inszenierung des Australian Ballet zeigen, was einfach großartig war. Auch das Birmingham Royal Ballet und das Hong Kong Ballet unterstützten uns tatkräftig, und so war es am Ende doch nicht so kompliziert, wie ich befürchtet hatte.“

Der Dreh in China war die dritte große Herausforderung für die Produktion. Jane Scott kannte die chinesische Filmproduzentin Geng Ling bereits, und so schlug sie ihr vor, als Co-Produzentin an MAO'S LAST DANCER mitzuarbeiten. „Ich wusste, dass wir einen chinesischen Co-Produzenten benötigen“, so Scott, „um in China arbeiten zu können. Aber besonders wichtig war für mich ein Co-Produzent, den ich respektiere und der sich mit dem Projekt identifiziert. So gesehen war Geng Ling die beste Wahl. Ich gab ihr das Drehbuch zu lesen, und sie war auf Anhieb begeistert. Zum Glück zeigte Geng Ling mir immer wieder, wie man in China Geschäfte tätigt. Sie machte viele Dinge möglich, die ohne ihre Hilfe vielleicht nicht zustande gekommen wären. Unter anderem sorgte sie dafür, dass wir die besten Crew-Mitglieder bekamen und an den schönsten Schauplätzen drehen konnten.“

In China wurden mehrere wichtige Rollen besetzt sowie Hunderte von Komparsen engagiert, darunter junge Tänzer aus dem ganzen Land. Darüber hinaus wurde eine Mannschaft aus chinesischen Filmschaffenden gebildet, die mit der internationalen Crew (u.a. aus Australien, Mexiko und Europa) zusammenarbeiten sollte. „Dafür konnten wir einige der erfahrensten Filmleute aus China gewinnen“, sagt Jane Scott. „Unser erster Regieassistent Zhang Jinzhan - Spitzname ‘der General‘ - hat schon mit Regisseuren wie Ang Lee, Zhang Yimou und Chen Kaige gedreht. Und unser chinesischer Casting- Agent Li Hai Bin arbeitete mit Regisseuren wie Quentin Tarantino.“

Bruce Beresford, Chefkameramann Peter James und Produktionsdesigner Herbert Pinter kannten sich bereits, denn ihre Zusammenarbeit umfasst bis heute ein gutes Dutzend Filme. „Bei diesem Projekt war es ungeheuer wichtig, sich blind auf die Mitarbeiter verlassen zu können. Peter und Herbert sind sagenhaft gut und zuverlässig in dem, was sie tun. Ich wusste also, dass wir den Drehplan einhalten würden, wenn sie mit an Bord sind“, sagt Beresford.

Zusammen mit Pinter und James reisten Jane Scott und Bruce Beresford durch ganz China, um nach geeigneten Schauplätzen zu suchen. „Es war nicht leicht, ein Dorf zu finden, das dem ähnelte, in dem Li Cunxin seine Kindheit verbrachte“, sagt Bruce Beresford. „Als wir in seinen Heimatort reisten, mussten wir nämlich feststellen, dass er von der Stadt Tsingtao eingemeindet worden war. Sämtliche kleine Häuser waren zerstört und ihre Einwohner in Wohnblocks umgesiedelt worden. Doch dann entdeckten wir ca. 100 Kilometer von Peking entfernt ein wunderbar pittoreskes Dorf in den Bergen. Es lebte kaum noch jemand dort, und es war genau das, was wir für den Film brauchten. Nachdem die Szenenbildabteilung ein paar Veränderungen vorgenommen hatte, diente es als Lis Heimatdorf.“ Außerdem baute die Szenenbildabteilung unter der Leitung von Herbert Pinter das Haus, in dem Li aufwuchs, sowie die Dorfschule in traditioneller chinesischer Maurertechnik nach. Im Film ist das Dorf schneebedeckt im Winter zu sehen, aber auch während des Frühlings zur Zeit der Kirschblüte - beides Spezialeffekte, für die Herbert Pinters Crew sorgte.

Ein weiterer wichtiger Schauplatz in China war die Tanzakademie in Peking, an der Li Cunxin als kleiner Junge ausgebildet wurde und im Internat lebte. In einem Pekinger Außenbezirk fand man eine verlassene Tanzschule, die in ein kleines Filmstudio verwandelt wurde. Dort entstanden die Kulissen für Proberäume, einen Schlafsaal, eine Theaterbühne und Speisesäle. Jeden Morgen versammelten sich Hunderte von Schauspielern und Technikern, um per Bus-Konvoi an den Set gebracht zu werden. „In logistischer Hinsicht war der Film ein echter Kraftakt“, sagt Jane Scott. „Die Leute zum Set in den Bergen zu transportieren und für alle eine Unterkunft zu finden, war ganz schön kompliziert. Ganz zu schweigen von den rund 85 Lastwagen, die technisches Material, persönliche Dinge und die Menschen beförderten. Und organisieren sie mal ein riesiges Feldlager, in dem chinesische Köche chinesische Speisen und westliches Essen für die westliche Crew zubereiten! Aber erstaunlicherweise meistern Filmteams und Filmproduktionen solche Herausforderungen immer wieder, auf fast schon militärische, generalstabsmäßige Weise. So lange einem die richtigen Leute helfen, ist wirklich alles möglich“.

„In Peking kamen scharenweise junge Tänzer zusammen, die untergebracht werden mussten, gemeinsam mit ihren Eltern oder Tutoren und Lehrern. Wir mussten ihren Tanz-Stundenplan aufrecht erhalten, damit sie fit blieben. Sie mussten verköstigt und in jeder Hinsicht versorgt werden. Die Proben während der Vorbereitungsphase dauerten fast so lange wie die Dreharbeiten selbst. Das hieß, alle mussten in Bussen zu ihren Tanzstudios gekarrt werden, die sich leider nicht immer in der Nähe der Hotels befanden, sondern manchmal sehr weit weg. Auf der einen Seite der Stadt, sagen wir in einer Stunde Entfernung, hatten wir also 10- und 11-Jährige beim Tanztraining, auf der anderen waren es 18-Jährige, und in irgendeinem Studio, das wir im Keller eines Hotels entdeckt hatten, probte garantiert auch jemand. Es war total verrückt. Und absolut beispiellos!“

„Für den Dreh vor den Toren von Peking“, so Scott weiter, „benötigten wir die internationale Crew sowie zahllose chinesische Techniker und Hunderte von Statisten und Schauspielern. Alle mussten zur rechten Zeit am richtigen Ort sein. Sie mussten eingekleidet werden oder ihr Frühstück bekommen oder erfahren, wo man sie brauchte. Wenn ich am Set erschien, trockneten im Freien vor dem Studio Hunderte von Ballettschuhen oder diese kleinen T-Shirts, die über Nacht gefärbt worden waren. Und jedes Mal begriff ich aufs Neue, wie unglaublich viele Menschen wir durch die Gegend kutschierten und an den Drehort brachten. Und dann betritt man das Theater und stellt fest, dass alle da sind, kostümiert und einsatzfähig, und das morgens um halb acht!“

Nach den Schauspielern von MAO'S LAST DANCER wurde weltweit gesucht. Chi Cao, der den erwachsenen Li Cunxin spielt, absolvierte seine Probeaufnahmen in Großbritannien, wo er als Tänzer beim Royal Birmingham Ballet engagiert ist. Chi ist der Sohn einer Tanzlehrerin aus Peking. Obwohl er als Stadtkind groß wurde und sich seine Kindheit deutlich von Lis ländlicher Herkunft unterscheidet, fällt es ihm leicht, sich mit Lis Geschichte zu identifizieren. „Es gibt viele Parallelen zwischen ihm und mir“, sagt Chi. „Insbesondere was unsere Karriere betrifft. Wir wurden an derselben Schule - der Pekinger Tanzakademie - ausgebildet, und mit 15 verließ ich meine Familie, um an der Royal Ballet School in London zu studieren. Wir kamen beide sehr jung in den Westen, sprachen kein Englisch und waren ganz auf uns allein gestellt, um uns zurechtzufinden und zu lernen, wie alles läuft.“

Joan Chen, die in Filmen wie „The Last Emperor“ („Der letzte Kaiser“, 1987) und Fernsehserien wie „Twin Peaks“ („Das Geheimnis von Twin Peaks“, 1991) Hauptrollen spielte, wuchs in Shanghai auf und lebt heute in den USA. Sie übernahm in MAO'S LAST DANCER die Rolle von Lis Mutter; seinen Vater spielt der gefeierte chinesische Darsteller Wang Shuang Bao („Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“, 2002). Joan Chen kann auf ähnliche Erfahrungen wie Li Cunxin zurückblicken: Als junges Mädchen verließ sie ihre Heimat China, um in den USA zu studieren. Damals genoss Chen in China große Popularität als Kinderstar. „Li und ich reisten etwa zur gleichen Zeit in die USA“, erzählt Joan Chen. „Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es ihm ergangen ist - dieses Gefühl, dass einem wunderbare Möglichkeiten offen stehen, und dass man trotzdem große Sehnsucht nach der Heimat hat, die man vielleicht nie wieder sehen wird. Deshalb fiel es mir überhaupt nicht schwer, mich mit dieser Geschichte zu identifizieren. In China war ich jedermanns Liebling - Kalender mit meinen Fotos standen auf jedem Schreibtisch -, aber die chinesische Regierung war sehr empfindlich, und für Peking kam es einem Verrat gleich, wenn jemand das Land verließ. Die Situation war also sehr bedrückend, zumal die Ungewissheit bleibt, ob man je zurückkehren kann. Das ist schmerzhaft. Was den Film in meinen Augen so interessant macht, ist die Tatsache, dass er zeigt, welchen Preis man zahlen muss, wenn man seinen Träumen folgt.“

In weiteren wichtigen Rollen zu sehen sind Kyle MacLachlan („Sex and the city“, „Desperate Housewives“), Bruce Greenwood („13 Tage"), Jack Thompson („Australia"), Amanda Schull („Center Stage“), Aden Young („Black Robe") sowie die Tänzerinnen Camilla Vergotis, Solistin beim Hong Kong Ballet, Madeleine Eastoe, Solistin beim Australian Ballet, und die Tänzer Chengwu Guo, der aus China stammt und heute beim Australian Ballet tanzt, sowie Steven Heathcote, ein ehemaliger Haupttänzer des Australian Ballet.

Nach mehreren Drehwochen in China zog die Produktion weiter nach Houston, Texas, und anschließend nach Sydney, Australien. Zu den aufwändigsten Sequenzen der gesamten Dreharbeiten gehörten die Tanzszenen mit Li Cunxin und dem Houston Ballet. Diese und alle anderen - von den Pekinger Proberäumen bis zu einer Galavorstellung in Anwesenheit des damaligen US-Vizepräsidenten George Bush - choreographierte die australische Tanzlegende Graeme Murphy, ehemals künstlerischer Leiter der Sydney Dance Company und einer der bedeutendsten Choreografen des Landes.

„Obwohl wir die Bühnen-Ballette nur in Ausschnitten zeigen“, so Jane Scott, „mussten wir jedes Mal eine vollständige Inszenierung inklusive Kulissen und Kostümen einrichten. Denn sie mussten als Profi-Produktionen überzeugen. Für die Aufnahmen von ‘Schwanensee‘ wurde die komplette Inszenierung des Opernhauses in Sydney übernommen. Das hieß, wir mussten haufenweise junge Schwäne sowie die gesamten Kulissen transportieren, die dann rechtzeitig wieder aufgebaut wurden, damit unsere Tänzer darin proben konnten. Wir filmten das Ballett in kurzen Abschnitten, nicht vollständig von Anfang bis Ende. Und wir nahmen es aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Gottlob vergisst man im Nachhinein fast, wie schwierig diese Aufnahmen zu bewerkstelligen waren.“

„Als Produzent erlebt man unvergessliche Momente“, fährt Scott fort. „Ich erinnere mich noch, wie ich bei den Dreharbeiten zu ‘Shine‘ inmitten eines Orchesters stand, das Rachmaninows drittes Klavierkonzert spielte, und dass ich dachte, dies ist eine der großartigsten Erfahrungen meines Lebens. Für mich war es absolut gleichwertig, am Bühnenrand zu stehen und einer wirbelnden Ballett-Kompanie zuzusehen - ein einzigartiges Erlebnis, das normalerweise nur den Tänzern selbst oder den Orchestermusikern vergönnt ist.“

Chefkameramann Peter James beschreibt das Erscheinungsbild von MAO'S LAST DANCER folgendermaßen: „Jeder Film bringt seine eigenen Schwierigkeiten und Chancen mit sich, und wie er aussehen soll, diktiert letztlich das Drehbuch. Unser Film lässt sich in drei Teile gliedern: die frühen Jahre in China, die Ballett-Sequenzen in den USA sowie das Drama im chinesischen Konsulat und die Liebesgeschichte. Ich finde die Geschichte fabelhaft - sie ermöglicht visuelle Unterschiede. Einem Kameramann bietet sich so die Chance, interessante Arbeit abzuliefern. Für die Szenen, die wir in China drehten, wurde der Belichtungsumfang des Negativfilms nicht in vollem Umfang ausgenutzt, sondern nur zu etwa 50 Prozent. Bei der Vergrößerung entstanden dadurch körnige Bilder mit einer historischen Patina. Bei den Aufnahmen in Houston nutzten wir schließlich wieder den gesamten Belichtungsumfang, und die Bilder entsprechen absolut dem heutigen Standard in der Fotografie. Die Ballett-Sequenzen haben etwas Edles, Schimmerndes, kein Wunder angesichts dieser wundervollen Farben und fabelhaften Kostüme...“.

Der Komponist Christopher Gordon begann schon Monate vor Drehbeginn mit der Arbeit an dem Film. Er schrieb drei neue Ballettmusiken, bearbeitete Partituren von „Schwanensee“ und „Giselle“, und schließlich dirigierte er auch das Orchester während der Dreharbeiten. „Die Musik, zu der getanzt werden sollte, mussten wir vor Drehbeginn aufnehmen“, sagt Gordon. „Deshalb traf ich mich frühzeitig mit Graeme Murphy und Bruce Beresford, um zu besprechen, welche musikalische Untermalung für die einzelnen Ballettsequenzen nötig war. Nachdem wir das geklärt hatten, ging ich mit dem Orchester ins Studio, und dort spielten wir auch ein paar Klaviersolos mit dem bekannten australischen Pianisten Simon Tedeschi ein.“

„Dieser Film ist von Musik regelrecht durchdrungen. Weil ich schon in der ausgedehnten Vorbereitungsphase involviert war und während des Drehs häufig den Set besuchte, war mir der ganze Film längst in Fleisch und Blut übergegangen, als ich zu komponieren begann. Mit außerordentlich musikalischen Menschen wie Bruce Beresford, Jane Scott und Graeme Murphy zu arbeiten, ist einfach traumhaft. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren.“