Black Death Film Trailer


Freigegeben ab 16 Jahre | Länge: 102 Min | Kinostart: 09.09.2010
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TRAILER-TIPPS

 

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Meinung der Redaktion:
Das Mittelalter liefert den Hintergrund für ein unheimliches, raues Geschichtsdrama mit Horrorelementen. Eine clevere, vielseitige Attacke gegen religiösen Fanatismus im Pelz eines Ritterfilms. Für Herr-der-Ringe-Fans gibts als Bonus Sean Bean mal wieder in Rüstung. Marcus Fliegel

Das macht:
85%

 


Darsteller:Sean Bean, Eddie Redmayne, Carice van Houten, Kimberley Nixon

Die Story:Europa im Jahr 1348. Der dunkle Mantel der Pest legt sich unaufhaltsam über den ganzen Kontinent. Während der Schwarze Tod Millionen Menschen dahinrafft, flüchtet sich die hungernde, verängstigte Bevölkerung in Aberglauben und Promiskuität. So verliert die katholische Kirche immer mehr an Einfluss und will unbedingt verhindern, dass sich Gerüchte verbreiten, wonach es ein einziges Dorf geben soll, das von der Epidemie verschont wird, weil seine Bewohner satanische Rituale abhalten. Im Auftrag des Bischofs soll der Ritter Ulric dieses ominöse Dorf finden und dem Spuk mit allen Mitteln ein Ende bereiten. Zusammen mit einem wüsten Söldnertrupp macht sich Ulric auf den Weg durch ein gottverlassenes Land, in dem sich überall apokalyptische Szenen abspielen. Als Wegführer dient ihnen der zweifelnde Mönchsnovize Osmund, der seine ganz eigenen Gründe für die gefährliche Reise hat. Als die Männer ihr Ziel erreichen, entdecken sie eine fast schon unheimlich wirkende Idylle. Ist hier wirklich das Böse zu Hause? Bestimmt tatsächlich ein grausamer Kult das Leben der Gemeinschaft um Heilerin Langiva? Die Suche nach den Antworten führt Ulric und Osmund direkt ins Herz der Finsternis...

Hintergrund:Die schlimmste Bedrohung, der sich die Menschheit im Mittelalter ausgesetzt sah, ist bis heute beispiellos geblieben. In Wellen suchte die Pest immer wieder den europäischen Kontinent heim und kostete Millionen Menschen von Island bis Konstantinopel das Leben. Ganze Landstriche wurden so entvölkert, und man schätzt, dass im 14. Jahrhundert die Gesamtbevölkerung Europas um bis zu 40% dezimiert wurde. Die Krankheit, ein Bakterium namens Yersinia pestis, wird durch Rattenflöhe übertragen, doch das war damals noch nicht bekannt. Der Schwarze Tod galt als Strafe Gottes, und die verängstigten Menschen suchten sich mit allen nur erdenklichen Mitteln zu schützen.


Die Entwicklung des Films:

BLACK DEATH wurde von Robert Bernstein bei Ecosse Films entwickelt und Phil Robertson und Chris Curling bei Zephyr Films als Co-Produktion angeboten. Diese hatten gerade erfolgreich die Finanzierung von EIN RUSSISCHER SOMMER („The Last Station“, 2009) mit Dame Helen Mirren gestemmt, der in Deutschland gedreht und produziert wurde. Bernstein wollte BLACK DEATH ebenfalls in Deutschland produzieren. Deshalb wandte sich Zephyr Films unverzüglich an die Firma Egoli Tossell des deutschen Produzenten Jens Meurer, mit dem gemeinsam sie EIN RUSSISCHER SOMMER produziert hatten.

„Jens stieg sofort in das Projekt ein“, erinnert sich Phil Robertson. „Er erkannte das Potenzial, das in BLACK DEATH steckte, und wie zuvor schon bei EIN RUSSISCHER SOMMER gelang es ihm auch diesmal, die Finanzierung des Films nahezu vollständig mit deutschen Geldern zu stemmen.“ Produziert wurde der Film schließlich in Deutschland von Egoli Tossell und Ecosse zusammen mit Zephyr Films.

„Es ergab Sinn, den Film vollständig in Deutschland zu drehen, und zwar hauptsächlich in Sachsen-Anhalt, weil sich hier das mittelalterliche Herz des Landes befindet“, erklärt Robinson. „Hier gibt es zahllose Schlösser, Klöster, wunderbare Landschaften, Wälder, Berge, Seen und Sümpfe – einfach ideal für die Welt, die wir in BLACK DEATH zeigen wollten. Die erneute Zusammenarbeit mit Jens Meurer war ebenfalls sinnvoll, schließlich hatte das Team bereits erfolgreich bei EIN RUSSISCHER SOMMER zusammengearbeitet, der vom Land Sachsen-Anhalt gefördert wurde. Auch für BLACK DEATH erhielt Meurer Gelder aus Landesfördermitteln, darüber hinaus gab es regionale Unterstützung und Förderung durch den MDM, MBB, Mecklenburg-Vorpommern und den DFFF.“


Meinungen

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lolala ein zombiefilm im mittelalter? lustig. aber ich hab sean bean schon auf der leinwand vermisst.

 




♥: Solide Darsteller, unheimliche Atmosphäre, vielschichtige Story, überraschendes Finale
−: für das Genre manchmal zu modern inszeniert. Man sieht das limitierte Budget.

Die Pest wütet im mittelalterlichen Europa. Für die Menschen ist die Seuche eine Strafe Gottes. Und die Kirche lässt daran auch keinen Zweifel zu denn die Pest treibt die Menschen in ihre Arme und steigert so ihre Macht.Als Berichte auftauchen über ein Dorf, das von der Seuche verschont wurde, werden die Kirchenoberen nervös. Paradoxerweise ist für sie die Gesundheit der Menschen ein Zeichen, dass dort der Teufel am Werk ist. Ritter Ulric soll den Berichten auf den Grund gehen und die vermeintlichen Ketzer der Inquisition zuführen. Begleitet wird er von dem Novizen Osmund. Der kennt sich in der Gegend aus, aber er hat noch andere Gründe für die beschwerliche, gefährliche Reise. Er hat die Frau, die er verbotenerweise liebt, vor kurzem selbst in die abgelegene Gegend geschickt - um sie vor der Pest zu schützen. Nun will er sie suchen und mit ihr durchbrennen. Beide Hauptfiguren sind also Männer der Kirche, die ihren Glauben aber sehr unterschiedlich ausleben. Während für Ulric der Auftrag der Kirche eine heilige Pflicht ist, sieht Osmund sieht die Welt nicht so schlicht, spätestens seit seiner heimlichen Affäre hat er eine ernsthafte Glaubenskrise.


Mit dabei ist außerdem Ulrics bunt zusammengewürfelte Truppe aus kriegserprobten Söldern. Nach allem was sie gesehen und und getan ist das Leben für sie eine Art Hölle auf Erden und der Tod absolut kein Schrecken, denn danach landet man ja im Himmel. Vorzugsweise erlösen sie aber andere von ihrem leidvollen Dasein.Gemeinsam reist die Truppe durch ein weitgehend entvölkertes Land, in dem jede Ordnung zusammengebrochen ist. Die Menschen kämpfen mit allen Mitteln ums Überleben und jeder Unbekannte könnte die Seuche haben.Aber die kampferprobte Truppe schafft es bis in das mysteriöse Dorf. Tatsächlich scheint es die Pest hier nicht zu geben. Aber die Einwohner haben ein anderes Geheimnis und sind entschlossen es mit allen - auch extremen Mitteln zu verteidigen.

Herr-der-Ringe-Fans dürfen jubeln. Sean Bean ist endlich mal wieder im Kettenhemd zu sehen. Als fanatischer Kämpfer und harter Hund erinnert seine Rolle auch ein bisschen an seine HdR-Rolle "Boromir". Wenn nicht die katholische Kirche eine so wichtige Rolle spielen würden, könnte man dem Film auch den Untertitel "Boromirs Abenteuer" geben: ein harter, prinzipientreuer Ritter kämpft für das nach seiner Ansicht Gute und schlägt sich mit seinen Gefährten durch eine Mittelerde-ähnliche Landschaft voller Mythen und Aberglauben um ein scheinbar übernatürliches Geheimnis zu lüften. Nur am Ende müssen Fantasyfans, dann selbst ein paar überraschende Entdeckungen bei ihrem Helden machen. Ohne Bean wäre der Film vielleicht gar nicht entstanden. Er hatte als erster Schauspieler zugesagt und das Budget kam erst danach zusammen - sicher auch durch seinen zugkräftigen Namen.
Seine Gegenspielerin ist die Heilerin Langiva (Carice van Houten, "Black Book", "Operation Walküre"), die die Macht der Kirche brechen will - und für Ulric selbstverständlich eine Hexe ist.Eigentliche Hauptfigur ist allerdings der Novize Osmund (der stark an den jungen Mönch in "Der Name der Rose, damals gespielt von Christian Slater erinnert). Mit Ulric verlässt er zum erstenmal sein Kloster und entdeckt zusammen mit dem Zuschauer die wilde, grausame Außenwelt. Gleichzeitig ringt er mit seinem Glauben, weil er zwar Gott liebt - aber eben gleichzeitig auch eine junge Frau. Eddie Redmayne hat offenbar ein besonderes Faible fürs Mittelalter, spielte bereits in etlichen Filmen über das britische Königshaus wie Elisabeth - das goldene Königreich" oder demnächst in der History-Serie "Die Säulen der Erde".

Das Budget von Black Death kann nicht mit großen Geschichtsepen wie "Robin Hood" mithalten. Die alten Burgen, und Klöster und die Landschaften in Sachsen-Anhalt, wo gedreht wurde, schaffen aber trotzdem eine angemessen historische Atmosphäre. Das kollidiert allerdings ein bißchen mit der modernen Inszenierung. Oft wird die Handkamera eingesetzt. Auch auf Farbfilter wurde verzichtet. Christopher Smith wollte seinen Filme wie eine moderne Kriegsdoku aussehen lassen. So sind auch die Kämpfe nicht schick choreographiert, sondern chaotisch und brutal. Splatterfans kommen aber kaum auf ihre Kosten. Nicht immer, aber doch oft verzichtet Smith auf das letzte blutige Detail. Statt den brutalen Tod eines Straßenräubers zu zeigen, lässt er ihn abseits der Kamera abmurksen, mit einem grausigen Röcheln, dass einem fast noch mehr Schauer über den Rücken jagt als ein sichtbares Messer im Hals.

Christopher Smith hat sich mit harter Horrorkost einen Namen gemacht. Dabei war eigentlich nur "Creep" mit Franka Potente ein lupenreiner Slasher. Schon in "Severance" kombinierte er Schockmomente mit schwarzem Humor und beissender Gesellschaftssatire.Auch "Black Death" ist kein purer Horrorfilm. Trotzdem herrscht eine düstere bedrohliche Stimmung - die aber vor allem aus der chaotischen, unsicheren Zeit resultiert, in der die Angst vor Hölle und Teufel für die Menschen fast noch bedrohlicher war Verliese, Folterinstrumente & Scheiterhaufen. Natürlich gibts auch Schwertkämpfe wie es sich für einen Ritterfilm gehört, aber ein Actionfilm ist "Black Death" auch nicht, sondern eher ein ruppiges, unheimliches Geschichtsdrama mit doppeltem Boden, nicht so edel, aber doch ähnlich wie "Der Name der Rose".

Die Parallelen zur Gegenwart, die Angst vor Pandemien, wie zuletzt bei der Schweinegrippe, die Gefahren von religiösem Fanatismus und absoluter Macht sind offensichtlich und beabsichtigt. Das klingt nach einfachen Zielen, aber der Film hat in der Hinsicht dennoch ein paar Überraschungen parat. Einige Personen sind hier nicht die, als die sie zu erst erscheinen und die Grenzen zwischen Gut und Böse sind längst nicht so scharf gezogen, wie sie man anfangs denkt. Auch die vermeintlich Aufgeklärten können fanatisch und grausam werden, wenn es um ihre Prinzipien geht. Wer sich von der rauen Schale nicht abschrecken lässt, wird mit einem sehenswerten, Mittelalter-Horror-Drama zum Mitdenken belohnt. Wer nur den schnellen Kick sucht, wird hier nicht fündig.

 



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

 

Weitere Infos zum Film:

Obwohl die in BLACK DEATH erzählte Geschichte eines Dorfes, das auf mysteriöse Weise von der Pest verschont bleibt und die katholische Kirche auf den Plan ruft, fiktiv ist, fußt sie auf umfangreichen Recherchen. Spannend bereitet der britische Regisseur Christopher Smith („Creep“) historische Fakten auf und lässt eine ebenso grausame wie faszinierende Epoche der Menschheitsgeschichte in eindrucksvoll atmosphärischen Bildern wiederaufleben. Die schlimmste Bedrohung, der sich die Menschheit im Mittelalter ausgesetzt sah, ist bis heute beispiellos geblieben. Entstanden ist ein packender Mix aus Action und Liebe, Horror und Mystery, der durchaus Bezüge zur Gegenwart aufweist und den Zuschauer bis zur letzten Minute nicht loslässt.

BLACK DEATH wurde zum großen Teil in Deutschland gedreht. Als mittelalterliche Kulisse dienten u.a. Schloss Blankenburg im Harz, die Burgen in Querfurt und Arnstein, das Bodetal und weitere Drehorte in Brandenburg. Produziert wurde der düstere Mystery-Thriller von Jens Meurer (Egoli Tossell Film) und Phil Robertson (Zephyr Films), die bereits bei „Ein russischer Sommer“ zusammenarbeiteten, sowie von Robert Bernstein (Ecosse Film). Das Drehbuch stammt aus der Feder von Dario Poloni („Wilderness“). Für die Hauptrollen konnte ein beeindruckendes internationales Star-Ensemble verpflichtet werden: Sean Bean („Der Herr der Ringe“, „Troja“) als Ritter Ulric, Eddie Redmayne („Die Schwester der Königin“, „Der gute Hirte“) als Mönchsnovize Osmund und Kimberley Nixon („Easy Virtue“) als dessen heimliche Liebe Averill. Die Niederländerin Carice van Houten („Operation Walküre“, „Black Book“) übernahm die Rolle der geheimnisvollen Widersacherin und Verführerin Langiva.