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Centurion Film Trailer

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FSK Film: 18 | Länge: 94 Min | Kinostart: 2010 (USA) | Release: 16.09.2010 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Michael Fassbender, Dominic West, Olga Kurylenko

Die Story:Im Jahr 117 zieht Quintus Dias mit General Virilus und seiner berüchtigten 9. Legion in den Krieg. Das Römische Reich erstreckt sich von Ägypten nach Spanien, doch im Norden Britanniens hört ein Feind nicht auf, mit seiner Guerilla-Taktik dem Eindringling Widerstand zu leisten. Als die Legion auf fremdem Boden attackiert wird und Virilus in Gefangenschaft gerät, befindet sich Quintus plötzlich in der misslichen Lage, seine dezimierte Armee hinter den feindlichen Linien am Leben zu halten.




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♥: Authentische, unwirtliche Stimmung, solide Ausstattung, überzeugende Darsteller, harte Schwertkämpfe
−: Etwas zu schematische Handlung, einige überzeichnete Charaktere.

Über Jahrhunderte versuchte das römische Reich, die britischen Inseln zu erobern. Die Erfolge waren sehr begrenzt. Besonders der unwirtliche Norden der Insel ließ sich nicht dauerhaft unterdrücken. Rund einhundert Jahre n.Chr. liefern sich Römer und einheimische Pikten einen beinharten Kampf um das Land. Die ruhmreiche neunte Armee dringt tief ins Feindesland ein. Aber sie werden verraten und in einem Hinterhalt fast völlig aufgerieben.


Nur wenige Soldaten überleben das Gemetzel. Unter Führung von Quintus Dias (Michael Fassbender) machen sie sich auf, um ihren verschleppten General aus den Händen der Barbaren zu retten, auch wenn sie sich dafür noch mehr von der rettenden Grenze entfernen. Tatsächlich schaffen sie es, ins Lager der Pikten einzudringen. Aber der Überfall gelingt nur teilweise. Bald befinden sich die Römer auf der Flucht vor einer Übermacht der Pikten - angeführt von der gnadenlosen Kämpferin Etain (Olga Kurylenko). Hinter jedem Baum, in jedem Dickicht könnte der Tod lauern. Und die lebensfeindliche Landschaft tun ihr übriges. Nach und nach wird der kleine Trupp dezimiert.  

"Centurion" spielt zur selben Zeit wie "Die letzte Legion" und "King Arthur". Die historischen Fakten sind ähnlich zweifelhaft - aber faszinierend aufbereitet. Denn hinter der Action erzählt der Film auch von der entstehung einer historischen Lüge und davon, wie Menschen in einem Krieg als Schachfiguren benutzt und geopfert werden. Zuallererst hat Regisseur Neill Marshall aber ein rauhbeiniges, blut- und schlammverschmiertes Action-Drama inszeniert. Als hätte jemand die Anfangssequenz von "Gladiator" zum Spielfilm ausgebaut. Mit dem Unterschied, dass hier die Pikten und nicht die Germanen den Römern das Leben schwer machen. Die Römer halten ihre Gegner zwar für unzivilisierte, brutale Unmenschen, aber die selbst kriegserfahrenen Soldaten sind auch wenig zimperlich im Umgang mit ihren Feinden. Die kleine Truppe der Überlebenden wird dabei knapp aber ausreichend vorgestellt um ihnen Profil zu verleihen. Die Charakterisierung ist dabei aber etwas zu stereotyp geraten. Das trifft auch die verfolgenden Pikten. Die meisten sind passenderweise gesichtlose Barbaren, was ihre Bedrohlichkeit schon fast ins mystische steigert, aber ihre Anführerin, (Olga Kurylenko - "Hit-Man") wirkt zwar als wilde Kriegerin viel überzeugender als Keira Knightley in "King Arthur", schrammt aber auch nur knapp an einer Gothic-Comicheldin vorbei.

Die Austattung ist wenig glamourös, aber aufwändig und wirkt zumindest glaubwürdig. Die Kämpfe sind gnadenlos und brutal, wobei nur manchmal etwas zuviel Digitalblut eingesetzt wird. Den Rest der Stimmung erzeugt die mehr als freudlose Landschaft. Hier kann man den Aberglauben der Römer nachvollziehen, für die Britannien ganz dicht am Ende der Welt war. Das verleiht dem verzweifelten Überlebenskampf eine fast metaphysische Note.

Ein Bonus des Films: Mit Michael Fassbender und Andreas Wisniewski sind gleich zwei deutsche Schauspieler zu sehen, die es ganz im Stillen in Hollywood geschafft haben.Fassbender war schon in "300" zu sehen und wird demnächst im neuen "X-Men"-Film mitspielen.Wisniewski war in letzter Zeit eher im Fernsehen zu sehen, sammelte erste Kinoerfahrung aber schon "Stirb Langsam" und "James Bond - The Living Daylights".

"Centurion" ist ein erfreulich unpoliertes Schlachtengemälde. Nach "The Descent" und  "Doomsday" beweist sich Regisseur Neil Marshall erneut als ebenso kompromißloser wie kompetenter Genrefilmmacher. Dass dieses Abenteuer nicht im Kino landete , liegt wohl vor allem an den fehlenden Stars. Dabei ist alles an diesem Film für die große Leinwand geeignet. Mit einem entsprechenden Budget für einen seiner nächsten Filme darf man von Marshal aber noch großes Erwarten.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht