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Guru Film Trailer - Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard

Länge: 98 Min | Kinostart: 23.09.2010
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Die Story:Die wilden siebziger Jahre. Die Suche nach einem neuen Bewusstsein, nach Spiritualität und sexueller Befreiung. In England hört der junge Hugh auf einer Audiokassette den spirituellen Lehrer Bhagwan Shree Rajneesh. Er reist auf der Suche nach sich selbst nach Indien. Die junge Inderin Sheela wird von ihrem Vater zum charismatischen Guru gebracht und weiß mit einundzwanzig: Bei diesem Mann zu sein ist alles, was sie will. In seinem Ashram in Poona hält Bhagwan seine Jünger zu Meditation und tantrischer Sexualität an, um sie zu höherem Bewusstsein zu führen. Hugh erlebt den Aufstieg des Gurus als Leibwächter. Sheela wird zur persönlichen Sekretärin und zur mächtigen Chefin von Bhagwans Modellkommune, die in den achtziger Jahren in den Bergen Oregons entsteht: 5000 junge Menschen wollen eine ideale Lebensgemeinschaft bilden, die der Welt als Beispiel dienen soll. Der Guru, in der westlichen Presse der siebziger Jahre als Sex-Guru verpönt, macht nun mit seinen Rolls- Royces Schlagzeilen. Der Traum endet in einem Alptraum, für Hugh in einem seelischen Zusammenbruch, für Sheela im Gefängnis. Wann begann es schief zu laufen?




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Anmerkungen von Sabine Gisiger und Beat Häner (Regie)

Am Anfang stand die Faszination für eine Epoche des Aufbruchs und für eine unglaubliche Geschichte: In den 70er Jahren kehren tausende von jungen Menschen aus dem Westen ihrem bisherigen Leben den Rücken, um bei Bhagwan Shree Rajneesh im indischen Poona ihr Heil zu suchen und zu einem höheren Bewusstsein zu gelangen.

Sie wollen die materialistische, bürgerliche Gesellschaft hinter sich lassen, ihre Sexualität frei ausleben, zu ihrem wahren Selbst gelangen. In den 80er Jahren ziehen sie mit Bhagwan in die Wüste Oregons. Sie investieren enthusiastisch ihre ganze Kraft, um im Namen von Liebe und Spiritualität eine ideale Lebensgemeinschaft zu erschaffen.

Der Traum der friedlichen Modell-Kommune endet in einer totalitär strukturierten Gesellschaft. Warum enden Menschen, denen es um Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen und um individuelle Selbstfindung ging, in einer zwanghaften, hierarchischen Gesellschaft?

Während unserer Recherche wurde klar: Sheela Birnstiel, Bhagwans Sekretärin, Leiterin der Kommune in Oregon, gilt bei vielen ehemaligen Neo-Sannyasins bis heute als die Schuldige. Der Guru selbst machte sie beim Zusammenbruch zum Sündenbock und wies jede Verantwortung von sich. Warum gab es bei den Jüngern des Gurus nicht mehr Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten? Mit der kollektiven Anpassung, mit der kollektiven Paranoia?

Es war schwierig, ehemalige Sannyasins zu finden, die bereit waren, in einem Film mitzuwirken, in dem Sheela eine wichtige Rolle spielt. Hugh Milne hatte damit keine Mühe – obwohl ihn Sheela, in Poona für kurze Zeit seine Geliebte, unter Absingen wüster Lieder in einem öffentlichen Brief ‘exkommunizierte’, nachdem er die Kommune in Oregon verließ.

Denn er stellt sich bis heute die Frage, die jetzt im Prolog des Filmes montiert ist: «Where did it begin to go wrong?» Was ist eine positive Leitung durch einen Guru? Wann führt eine Beziehung zu einem Guru zu neuen Abhängigkeiten?

Am Ende der Recherche wussten wir, dass wir den Film ausschließlich mit Sheela und Hugh machen wollten, um in die Tiefe zu gehen, nicht in die Breite. Die Sekretärin und der Leibwächter, archetypische Figuren aus dem Zentrum der Macht, in einer Geschichte, die über die Geschichte der Neo-Sannyasins hinausweist.

Uns interessierten die individuellen und kollektiven Mechanismen, die zur Entstehung von totalitären Systemen mit Wahrheits- und Erleuchtungsanspruch führen. Uns lag aber nicht ein kalter, analytischer Film am Herzen, sondern ein bewegender, einer, der tief und nahe geht. Beide, Sheela und Hugh, waren bereit, in tagelangen Gesprächen vor der Kamera noch einmal ihre Geschichte zu durchleben und sich all unseren Fragen zu stellen. Es waren aufwühlende, intensive Tage, für die wir unseren Protagonisten sehr dankbar sind.

Abenteuerlich war das Suchen und Finden des Archivmaterials, darunter viele unveröffentlichte Szenen, die jetzt erstmals zu sehen sind. Im Verlauf der Arbeiten an dem Film, die sich über drei Jahre erstreckten, haben wir auch die vielen Filme angeschaut, die es bereits über Bhagwan und die Bewegung der Neo-Sannyasins gibt.

Was uns auch auffiel: In den bisherigen Dokumentationen wurde das Thema ‘Sexualität’, das bei Bhwagwan und in seiner Bewegung stark mit Spiritualität verknüpft war, weitgehend außer Acht gelassen. Wir haben den Poona-Experimenten in unserem Film viel Platz eingeräumt. Denn ein harmonisches Verhältnis von Körper, Seele und Geist und ein freier Umgang mit Liebe und Sexualität sind Themen, die für uns alle von großer Bedeutung sind.