Rammbock Film Trailer
Länge: 63 Min | Kinostart: 09.09.2010 | Release: 03.12.2010 (DVD)
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Schauspieler:Michael Fuith, Theo Trebs, Anka Graczyk, Emily Cox, Katelijne Philips-Lebon, Steffen Münster, Andreas Schröders, Harald Geil, Brigitte Kren, Sebastian Achillles, Jörn Hentschel, Katharina Rivilis, Arno Kölker, Carsten Behrendt, Ecki Hoffmann, Glen Curtis, Florentine Schara, Margrit Traupe, Nenad Lucic, Manuel Völlink, Matthew Hashemian-Thomas, Jean Marc Lebon, Birgit Smolka
Die Story:Ein schreckliches Virus vermehrt sich im Norden Europas in rasantem Tempo - die daran Erkrankten werden zu wütenden Bestien. Chaotische Zustände machen sich breit. Aus Angst vor Ansteckung und aggressiven Übergriffen verbarrikadieren sich die noch Gesunden oder flüchten an vermeintlich sichere Orte. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der 35-jährige Michael (Michael Fuith) in Berlin ein, um seine Liebe, seine Ex-Freundin Gabi (Anka Graczyk), zu besuchen. Einmal angekommen, bugsiert das Schicksal den 15-jährigen Harper (Theo Trebs) in seine Obhut. Gegenseitig beschützen sie sich und andere vor tobenden Zombies. Dabei ist Michael vordergründig kein Actionheld, vielmehr ein Philanthrop mit stark ausgeprägtem Helfersyndrom - ein Liebender in Zeiten der Zombiekalypse. Doch während die Stadt im Chaos versinkt, fehlt von Gabi jede Spur. Die Kamera, der Ton, das Szenenbild sind die „i-Tüpfelchen“ in diesem darstellerisch attraktiv besetzten Film, der mit dem jungen Liebespaar Harper und Anita (Emily Cox) nicht nur die Zombiefans begeistern wird.
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Eure Kommentare zu "Rammbock":
^.^ ja die "Viren" in Zombiefilmen ^^ (oder ähnliche kopien) werden uns kriegen uns "Monokultur Mensch" die wir aleinige Herrscher des Planeten geworden sind.
np der kam heute im Zdf^^
lolala alles schon mal gesehn .. wenn die dann wenigstens normal reden könnten.
Green_Arrow also 1. ist das kein Abklatsch von Rec da ja Rec nur in 1 Gebäude ist, ach ja Hollywood hat den Film auch geklaut ;) (quarantäne heisst der) 2. Das Thema ist ja schon sehr alt, man wird gebissen und man ist ein zombie oder was auch immer. Ach ja und der Film geht nur 63Min :) wer da ins Kino geht selber schuld ^^
lommermann was iss das fürn scheiß also ehrlich mal und de gabi wo iss de gabi die hier wohnt hahaha
kloi ein echt besch.... film

♥: endlich ein ernstzunehmender Zombiefilm aus Deutschland. Glaubwürdige Figuren
−: nur mäßige Spannung, nichts für Splatterfans, sichtbar kleines Budget
Nanu , was ist denn da los ? Das ZDF dreht einen Zombiefilm ! Zynische Zeitgeister würden jetzt sagen, dafür müsste man nur eine Programmkonferenz des Senders aufzeichnen. Aber nein, hier jetzt tatsächlich um mutierte Monster, die Chaos verbereiten und ihre Mitmenschen anknabbern.
Gerade erst ist Michael (Michael Fuith) aus Wien in Berlin angekommen, um seine Exfreundin zu überraschen. Die ist allerdings gar nicht zu Hause . Stattdessen trifft er in ihrer Wohnung nur einen Klempner und dessen Helfer Harper (Theo Trebs). Als der bulliger Heizungsmonteur urplötzlich ausrastet, können Michael und Harper ihn nur mit Mühe aus der Wohnung drängen und sich verbarrikadieren. Schnell merken sie, dass das Problem die ganze Stadt betrifft. Im Fernsehen laufen Warnhinweise, auf dem Hinterhof jagen Zombies die wenigen Nichtinfizierten.
Michael und Harper sind zwar erstmal sicher, aber auch
gefangen - genau wie die Nachbarn, mit denen sie sich immerhin von Fenster zu
Fenster austauschen können. Eine Dauerlösung ist das natürlich nicht. Kaum
einer hat genügend Lebensmittel, um länger durchzuhalten. Um an etwas Essbares
zu kommen, müssen die beiden aus einer Nachbarwohnung Medikamente als Tauschobjekt
besorgen. Das ist natürlich nicht ungefährlich , denn die Zombies reagieren auf
jedes Geräusch. Währenddessen wird die Situation in der Stadt offenbar immer
verzweifelter. Das Fernsehen hat den Betrieb eingestellt, im Radio kündigt ein
automatisches Band immerhin einen Hoffnungsschimmer an: Schiffe würden im
nahegelegenen Westhafen Überlebende aufsammeln. Aber wie soll man es bis dorthin schaffen ? Michael plagt
ohnehin eine andere Sorge: wo ist seine geliebte Gaby ? Und kann er sie noch
retten ?
"Rammbock" ist ein Zombiefilm mit minimalem Budget. Das sieht man einmal an den extrem
begrenzten Schauplätzen. Der gesamte Film entstand in einem typischen Berliner
Mietshaus. Das trägt aber geschickt zur Atmosphäre bei. Zunächst ist es eine
Umgebung, die wohl jeder kennt, und wenn dort das Chaos ausbricht, hat man
einen ganz direkten Bezug dazu. Von einer klassischen Hinterhofwohnung aus hat
man außerdem keinen Blick auf die Außenwelt. Man sieht zwar in die anderen
Wohnungen, aber jeder lebt auf seinen 60 Quadratmetern isoliert, vom Nachbarn
weiß man bestensfalls den Namen und die Hilfsbereitsschaft ist meist auch nicht
sehr ausgeprägt. Wobei natürlich etliche Viertel in Berlin ohnehin aussehen,
als hätte die Apokalypse schon stattgefunden.
Ist der ganze Filme vielleicht nur ein höhnischer Kommentar zu unserer
chaotischen Schmuddelhauptstadt und zur allgemeinen Angst vor dem Moloch der
Großstadt ?
Die Macher haben sich ihre eigene Zombiesorte ausgedacht. Das macht inzwischen aber jeder Regisseur und geht damit völlig in Ordnung. In "Rammbock" sind die Monster keine Untoten, sondern Infizierte, die zudem anfangs ihre Krankheit unter Kontrolle halten können, wenn sie Aufregung vermeiden. Was natürlich mitten in der tobenden Apokalypse nicht so leicht ist. Zudem lassen sie sich praktischerweise durch Blitzlichter in die Flucht schlagen. Das ist wahrscheinlich nur ein Kniff, um eine blutige (und teure) Materialschlacht im Finale zu umgehen. Oder wollten die Regisseure damit andeuten, dass Zombies lichtscheues Gesindel sind ?
Splatterfans werden hier nicht mit Gallonen an Blut, Eimern voll Gedärmen oder besonders coolen Zombiebeseitigungsmethoden versorgt. Wenns mal hektischer wird, behält die Action trotzdem immer die Bodenhaftung und dient der Story. Stylische Bilder der Apokalypse , Heldenposen oder Spannungsmomente zum Nägelkauen kriegt man nicht geboten. (Wenn die Apokalypse ausbricht, legt man sich erstmal schlafen). Regisseur Marvin Kren orientiere sich nach eigener Aussage am Ur-Zombiefilm von George A.Romero "Night of the Living dead". Der hat in letzter Zeit allerdings auch ganz andere, und bei aller enthaltenen Gesellschaftskritik drastischere Film gedreht. Die back-to-the-roots-Mentalität der Macher ist daher wohl auch eine Notlösung, die vor allem mangelnder Erfahrung mit dem großformatigen, durchgestylten Schockern geschuldet ist. Und das Minibudget zeigt, welchen Stellenwert Horror in der deutschen Filmlandschaft genießt.
Rammbock ist kein blutiges Zombiespektakel, sondern ein apokalyptisches Kammerspiel. Die Action überlastet auch sensible Zeitgenossen nicht, das neue Setting verleiht dem Film interessante Aspekte, die Charaktere sind aber eher nur Skizzen. Deren Aktionen kann man zwar weitgehend nachvollziehen, aber richtig nahe kommt man ihnen nicht. Angesichts der begrenzten Mittel und der relativ unerfahrenen Macher ist "Rammbock" ein kompetent gefilmter Beitrag zum Filmuniversum der Zombies mit einer ganz eigenen Atmosphäre, zugeschnitten aufs Arthousepublikum.
WEITERE INFOS ZUM FILM:
Marvin Kren (Regie) und Benjamin Hessler (Drehbuch) über das Genre
Warum brauchen wir Zombies? Oder genauer: Warum sind wir so vernarrt in Zombiefilme und so heiß darauf, endlich einmal selbst einen zu machen? Auf diese Frage zunächst zwei ganz persönliche Antworten:
Als ich etwa sieben Jahre alt war, habe ich eines Nachts alleine in der elternfreien Wohnung George A. Romeros “Night of the Living Dead” im Fernsehen gesehen. Trotz des großen Unheils, das sich hier vor meinen Kinderaugen abspielte und der unglaublichen Angst, die sich in meinem gesamten kleinen Körper breitmachte, konnte ich den Fernseher nicht abschalten. Zu groß war der Nervenkitzel und die Faszination an diesen in monochromer Farbgebung in Horden wandelnden und stöhnenden Ungeheuern in Menschengestalt. (Marvin Kren)
Ich habe keine bewusste Erinnerung mehr an den ersten Zombiefilm, den ich gesehen habe; wahrscheinlich hat mein kindliches Gehirn sie in den tiefsten Traumakeller des Unbewussten gesperrt. Dort sitzt sie nun und gibt beharrlich Klopfzeichen, so dass ich heute noch jede neue Wohnung zuerst danach beurteile, wie gut sie sich im Ernstfall gegen die Zombie- Armeen befestigen lässt. Als Autor wünsche ich mir daher nichts sehnlicher, als die im Laufe der Jahre gesammelte diesbezügliche Expertise im Rahmen eines Zombiefilms zum Einsatz zubringen... (Benjamin Hessler)
Unser persönlicher Grund lautet also mit einem Satz: Wir schulden es denen, die wir vor zwanzig Jahren waren. Und um den beiden gerecht zu werden, möchten wir hier kurz definieren, was wir meinen, wenn wir vom Zombie-Genre sprechen.
Wir denken nicht an die expliziten Gewaltdarstellungen. Close-Ups von erschossenen, zerstampften oder gespaltenen Schädeln fesseln uns eigentlich weniger und machen für uns keinen guten Zombiefilm aus. Ein weitverbreiteter Irrglaube besteht darin, dass die heraushängenden Darmschnüre das wesentliche Merkmal des Zombie-Genres sind.
Ist George A. Romeros Underground-Klassiker zwar wegweisend, steht seine Brutalität dennoch in keinem Verhältnis zu den Gewaltdarstellungen seiner Epigonen aus den 70ern und 80ern, die sich in der Darstellung brutaler und blutiger Inhalte gegenseitig zu übertreffen versuchten. Das Zombiegenre bot dem Gore-und Splatterfilm eine ideale Bühne und wird deswegen irrtümlich mit ihm verwechselt.
Aber das Wesen des Zombiefilms in unserem Sinne ist ein Anderes. Es ist die Vorstellung, dass wir selbst unsere größten Feinde sind, die das Schreckliche und damit den Reiz des Genres ausmachen. Wir verstehen die hirntoten Halbwesen in Menschengestalt als sehr direkte, aber umso wirksamere Metapher für die hausgemachten Gefahren unserer Gesellschaft; das fasziniert uns als Filmemacher ebenso wie als Mitglieder dieser Gesellschaft.

