The Tourist Film Trailer und Filmkritik
FSK Film: 12 | Länge: 97 Min | Kinostart: 16.12.2010 | Release: 19.04.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Angelina Jolie, Johnny Depp, Paul Bettany, Timothy Dalton, Steven Berkoff, Rufus Sewell
Die Story:Der Amerikaner Frank reist durch Europa, und trifft in einem Zug die atemberaubend schöne Elise. Als sie in Venedig aussteigen, ist er schon Hals über Kopf verliebt. Aber die geheimnisvolle Unbekannte hat seinen Weg nicht zufällig gekreuzt. Sie führt ihn direkt in ein halsbrecherisches Abenteuer und bald wird der ahnungslose Frank von Polizei und Gangstern gejagt.
Hintergrund:Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck präsentiert nach seinem Erfolg Das Leben Der Anderen einen rasanten Blockbuster, für den er Hollywoods größte Stars gewinnen konnte.
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Eure Meinung zu "The Tourist Film"

♥: Edel-Optik, Superstars mit sichtbarer Spiellaune, prominente Nebenrollen,
−: niedriges Tempo, schwaches Ende
Wenn Elise Clifton Ward (Angelina Jolie) durch die Straßen von Paris schreitet, folgen ihr die Blicke der Männer. Sie ist eine bildhübsche elegante Erscheinung. Aber einige beobachten sie aus anderen Gründen. Scotland Yard lässt sie oberservieren , um an ihren Ex-Partner heranzukommen.Der Privatbanker Alexander Pearce hat einem Gangster eine Riesensumme Geld geklaut und ist seitdem aus verständlichen Gründen untergetaucht.Auch als Elise sich auf den Weg nach Venedig macht, hängen die Agenten ihr an den Versen. Und natürlich fragen sie sich, wer der unscheinbare Fremde ist, zu dem sie sich scheinbar zufällig setzt. Ist das vielleicht der verschollene Alexander Pearce, der sich das Gesicht operieren liess ? Nein, es ist Frank Tupelo (Johnny Depp), ein amerikanischer Mathematiklehrer. In Venedig steht ihm trotzdem bald das Wasser bis zum Hals. Nicht nur Scotland Yard-Agent Acheson (Paul Bettany) ist hinter ihm her, sondern auch der Gangster Shaw (Stephen Berkoff), der sein Geld zurückhaben möchte. Alle halten Frank für den gesuchten Millionendieb. Und auch Elise tut alles um, Frank als mögliches Ziel in die Schußlinie zu rücken, flirtet mit ihm, und nimmt ihn sogar in ihr Hotel mit. Frank ist zwar verdutzt, aber den Glamour genießt er doch. Schließlich hat er die Rechnung noch nicht präsentiert bekommen.
Ein unbedarfter Niemand wird in Geheimdienstmachenschaften
verwickelt: nach der ersten Plotbeschreibung erinnert das an das Action-Vehikel
"Knight & Day" von Tom Cruise und Cameron Diaz. Da gings auch schon an
viele schöne Locations. Aber "The Tourist" setzt viel weniger auf Action, ist
nicht so gehetzt und wendet sich an ein erwachseneres Publikum. Das kann hinter
der eigentlich recht dünnen Story zahlreiche durchaus hintergründige Gags
entdecken. Dass Depp jeden Italiener auf spanisch anspricht ist nicht wirklich
neu, aber dass jeder Italiener das gelassen abfängt, ist dann doch schon wieder
witzig. Johnny Depp als Normalo - das allein ist schon eine originelle Idee. So
zurückhaltend und zögerlich hat man ihn noch nicht gesehen. Tatsächlich hält
der Zampano sich hier sichtlich zurück, um aus dem Touristen keinen völligen
Hampelmann zu machen.Und wenn Elise vor dem Hotel verschämt lauernde Agenten mit
Kameras entdeckt, erinnert dass sofort an das halböffentliche Leben von
Brangelina, immer auf der Flucht vor Paparrazzi.Voyeuristisch ist allerdings auch die Kameraarbeit im Film,
die in den mondänen Hotels und Piazzas, in Ballsälen und historischen Gassen
schwelgt.
Bis in kleine Nebenrollen ist der Film sensationell besetzt,
mit dem leider unterforderten Rufus Sewell ("Ritter aus Leidenschaft"), mit
Paul Bettany ("Der Da-Vinci-Code") und Timothy Dalton in einem herrlich
ironischen Seitenhieb auf seine frühere Rolle als James Bond.
Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck hat sich viel Zeit gelassen für seinen zweiten Spielfilm. Nach seinem Erfolg bei den Oscars mit "Das Leben der Anderen" hatte er freie Auswahl für sein nächstes Projekt. Die Vorlage für "The Tourist" war der französische Edelthriller "Anthony Zimmer" von 2005 mit Sophie Marceau in der starken Frauenrolle. Seitdem waren diverse Regisseure und namhafte Stars für das Remake im Gespräch. Henckel von Donnersmarck war bereits an Bord, warf dann hin und kam doch wieder zurück. Er selbst hat zwar erst einen Spielfilm im Lebenslauf stehen, aber das restliche Team ist umso erfahrener. Da sind Kameramann John Seale ("Der englische Patient","Prince of Persia") Kostümdesignerin Coleen Atwood ("Alice im Wunderland") und Komponist James Newton-Howard ("Pretty Woman", "Blood Diamond") nur die Prominentesten.Vor allem aber war inzwischen Angelina Jolie mit an Bord, was sicherlich ein Pluspunkt war. Und Henckel von Donnersmarck wollte nach der jahrelangen Arbeit am ernsten Stoff seines Stasidramas was Leichtes, Unterhaltsames drehen. Dass "The Tourist" in Paris und Venedig gedreht wurde hat sicher auch eine Rolle gespielt. Von Donnersmarck hat sich selbst quasi bezahlten Städteurlaub gegönnt. Für Neid gibts keinen Grund, denn als Zuschauer können wir den entspannten Trip jetzt im Kino nachholen.
"The Tourist" ist solides Kunsthandwerk, ist ein optischer Genuß wie man ihn zuletzt in launigen Agentenkomödien der 60er gesehen, wie in "Charade", bei dem mit Cary Grant und Audrey Hepburn die Besetzung ähnlich hochkarätig war, oder in der glamourösen Gauner-Romanze "Über den Dächern von Nizza". Da braucht es keine nervige Wackelkamera, keine spektakulären Actionsequenzen, und die Handlung muss nicht im Sekundentakt Haken schlagen. Eigentlich werden solche Filme also seit 40 Jahren nicht mehr gemacht. Das Rad wird hier nicht neu erfunden, sondern wiederentdeckt, und hochglanzpoliert. Wer explosive Action oder Spannung zum Nägelbeissen sucht, wird hier nicht fündig. "The Tourist" bietet einfach knapp zwei Stunden relaxtes, glamouröses Entertainment.

