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Monsters Film Trailer und Filmkritik

FSK Film: 16 | FSK Trailer: 12 | Länge: 93 Min | Kinostart: 09.12.2010 | Release: 20.04.2011 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Whitney Able, Scoot McNairy

Die Story:Sechs Jahre sind vergangen, seitdem die NASA eine Sonde auf den Jupitermond Europa schickte, um bei der Suche nach möglichen Lebensformen Proben zu nehmen. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerbrach die Sonde über Zentralamerika. Kurz darauf kommt es in Mexiko zu ersten Konfrontationen mit einer neuartigen Lebensform. Panisch wird der nördliche Teil des Landes zur Infizierten Zone erklärt und durch eine gigantische Mauer abgegrenzt. Immer wieder kommt es zu Gefechten des Militärs mit den Kreaturen. Inmitten des Chaos lernen sich der amerikanische Fotojournalist Andrew Kaulder (SCOOT McNAIRY) und die junge Samantha Wynden (WHITNEY ABLE) kennen. Andrew arbeitet für Samanthas Vater, einen erfolgreichen Verleger, und bekommt unfreiwillig den Auftrag, die Tochter aus gutem Hause wieder wohlbehalten in die Vereinigten Staaten zu bringen. Es bleibt wenig Zeit: In drei Tagen soll die Grenze zwischen Mexiko und USA endgültig geschlossen werden...

Hintergrund:Das Regiedebüt des Briten Gareth Edwards gilt schon jetzt als eine der Überraschungen des Kinojahres 2010: Mit minimalem Budget und auf abenteuerliche Weise geradezu verblüffend realisiert, wartet MONSTERS mit beeindruckenden Effekten und erstaunlichen Bildern auf. MONSTERS ist ganz und gar Edwards' Film: Der vielfach ausgezeichnete Special Effects-Experte führte Regie und schrieb das Drehbuch, übernahm das Production Design, zauberte die Effekte und führte beim Dreh in Mexiko die Kamera, vor der er die überzeugenden Newcomer WHITNEY ABLE und SCOOT MCNAIRY in den Hauptrollen agieren ließ. Dabei vereinte er spannende Science Fiction, berührende Liebesgeschichte, visuell bestechendes Roadmovie und regelrecht halluzinatorischen Dschungelfilm zu etwas ganz Eigenem voller denkwürdiger Szenen und Bilder. Gefeiert beim SXSW Filmfestival, dem Fantasy Filmfest und dem Toronto International Film Festival, ist MONSTERS ein rauschendes Filmerlebnis und bietet ausgezeichnete Unterhaltung in der Tradition von District 9.




Eure Meinung zu "Monsters Film"



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Eure Kommentare zu "Monsters Film":

Aktenzeichen XY ungelöst hat man den Trailer gesehen,hat man schon den ganzen Film gesehen. schade eigentlich

Emily errinnert mich irgendwie an cloverfield...oO!

Emily errinnert mich irgendwie an cloverfield...oO!

ich jo, das is cool :D

gf botschaft Amerikanischer Filme der letzten paar jahre ...alles greift an (ALiens Zombies Monster)wir brauchen mehr waffen^^

gf Evolution

Pragda Cool ma kucken "Cloverfield" lässt grüssen ;)))

Mucke Low Budget Produktion, der Regisseur hat die ganzen Effekte selbst erstellt mit After Effekts, Photoshop und Co. ! Sehr geil, wird als der neue "Distrikt 9" gehandelt!

 




♥: Hohe Spannung. Gelungene Krisenstimmung. Für das Minibudget eine erstaunliche Leistung.
−: Das Aliendesign ist etwas zu irdisch. Die improvisierten Dialoge sind banal

Alien-Invasionen kommen langsam wieder in Mode. Im Dezember startet “Skyline” in den Kinos, im kommenden Jahr sind “Battle L.A.” “Cowboys & Aliens” zwei der großen Blockbuster-Hoffnungen und Roland Emmerich bereitet derzeit gleich zwei Fortsetzungen für “Independence Day” vor. “Monsters” kann  sich mit den Großproduktionen allerdings nicht messen. Dafür ist der Film ähnlich wie “Disctrict 9” tatsächlich ein “Alien”-Movie im eigentlichen Wortsinn. Denn “Alien” heißt letztlich nichts anderes als “Fremd” und meint eigentlich jeden Zuwanderer, egal ob menschlich oder außerirdisch. In “Monsters” geht es daher ganz allgemein darum, wie wir mit fremden Lebensweisen umgehen, ob wir sie ausgrenzen oder integrieren.


Vor sechs Jahren hat die Nasa Hinweise auf außeririsches Leben entdeckt. Eine Sonde mit Proben wurde zur Erde geschickt, stürzte jedoch über Mexiko ab.Nach und nach machen sich dort tatsächlich Aliens breit. Der Norden von Mexiko wird unter Quarantäne gestellt, während das Militär versucht, die Ausbreitung der Einwanderer einzudämmen. Der Fotograf Andrew (Scoot McNairy) sucht an der Südgrenze des Aliengebiets spektakuläre Motive als er einen Anruf seines Chefs bekommt. Er soll dessen Tochter Samantha (Whitney Able), deren Flugzeug wegen der Aliens abgestürzt ist, sicher in die USA bringen. Aber das ist nicht so einfach denn in Mexiko regiert das Chaos. Als ihnen das Geld für die Tickets auf der letzten Fähre geklaut wird, bleibt ihnen nur noch die Möglichkeit, sich auf den Weg mitten durchs Aliengebiet zu machen. Geschäftstüchtige Einheimische bieten sich dafür als Fremdenführer an. Aber kann man denen trauen ? Vor allem aber stellt sich die Frage, was die Reisenden in der Sperrzone erwartet. Denn über die Außerrirdischen ist nur wenig bekannt.

Für das minimale Budget, das zur Verfügung stand, ist "Monsters" eine phänomenale Leistung. Das Team reiste durch Mittelamerika, suchte sich passende Locations und filmte dort spontan zerstörte Häusern oder gestrandete Schiffen, meist die Folge von Naturkatstrophen, die die Zerstörungskraft der Aliens illustrieren sollen. Mit kleveren Details erzeugt Edwards ein dramatisches glaubwürdiges Szenario. Es gibt spezielle Verkehrswarnschilder und Cartoons, die das richtige Verhalten im Umgang mit Aliens lehren um im Fernsehen laufen ständig Videos von Militäreinsätzen, die stark an Bilder aus dem Irakkrieg erinnern. So wird mit minimalen Mitteln Atmosphäre erzeugt. Regisseur und Autor Gareth Edwards ist Visual-Effects-Künstler. Seine Aliens hat er am heimischen PC selbst entworfen und in den Film integriert. Technisch ist das verdammt überzeugend gelöst, künstlerisch allerdings ein bißchen uninspiriert und bedient sich teils bei James Camerons "Abyss" und Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art". Mit Einerseits wird am Anfang ein dramatisches Szenario aufgebaut, mit etlichen Toten und massiven Kämpfen (die man aber nur im Fernsehen sieht).

Beim Drehbuch zeigt Edwards dagegen weniger Talent. Es bestand nur in Bruchstücken und wurde vor Ort bei den Dreharbeiten weitgehend improvisiert. Das unterstreicht zwar die realistische, fast dokumentarische  Atmosphäre. Wirklich interessante Figuren oder Konflikte sind dabei aber nicht entstanden Die Schauspieler waren also weitgehend auf sich gestellt. Und da ist ihnen leider nicht viel eingefallen. Langeweile macht sich breit auf dem Trip durchs Alienland.
Die Reisenden sind zwar unterschiedlich, Andrew ist ein Kriegfotograf, Samantha eine reiche Tochter. Aber trotz dieser Gegensätze kommen sie nach anfänglichen Reibereien eigentlich gut miteinander aus. Während die beiden also durch das gesperrte Gebiet reisen, lernen sie sich selbst und auch die vermeintlichen Monster besser kennen. Die sehen aus wie gigantische Tintenfische und haben einen recht komplexen Lebenszyklus. Ihre Eier legen sie in Bäume, die Larven schwimmen durch die Flüsse ins Meer und kehren schließlich von dort zurück. Wie Tiefseewesen leuchten sie im Dunklen (Avatar lässt grüssen) und sind von Licht magisch angezogen. Das betrifft natürlich auch menschliche Siedlungen und Autoscheinwerfer. Nach und nach entdecken die Reisenden also warum die Aliens scheinbar angreifen. Dabei entlarven sie so einige Propagandalügen des Militärs. So sind die vermeintlich giftigen Dämpfe der Außerirdischen tatsächlich von den Soldaten eingesetzte chemische Kampfstoffe.

Natürlich zwingt "Monsters" dazu, Parallelen zum aktuellen Chaos in Mexiko, der Angst der USA vor dem scheinbar unaufhaltsamen Strom an Immmigranten, zum Grenzregime und der US-Außenpolitik im Allgemeinen zu ziehen. Während in Mexiko ein hoher Zaun die Monster fernhalten, soll gönnen sich die USA eine monumentale Mauer, die ihre Südgrenze schützen soll.

Vergleiche mit "District 9" und "Cloverfield" sind zwar verständlich - aber auch viel zu hoch gegriffen. "Monsters" ist kein Actionfilm, kein teures Alienspektakel, sondern ein sehr atmosphärisches, aber auch etwas langatmiges Roadmovie mit apokalyptischem Sci-Fi-Rahmen. Freunde von "Krieg der Welten" werden hier nicht bedient, sondern eher Fans von düsteren Zukunftsvisionen wie "The Road" oder "Children of men". Und wenn sich Gareth Edwards beim nächsten Mal auch fürs Drehbuch an Profis wendet, kann man noch einiges von ihm erwarten.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

KREATUREN AUF DEN MALEDIVEN – DIE ANFÄNGE VON MONSTERS

Nach dem Abschluss der Filmschule stellte Gareth Edwards schnell fest, dass es für ihn nicht so einfach sein würde, einen Film nach seinen Vorstellungen zu realisieren: geradlinig und einfach, was Drehorte, Crew und Locations betrifft –ohne Kompromisse. Zehn Jahre später, beschloss der inzwischen BAFTA-Award-prämierte und Emmy-nominierte Visual-Effects-Spezialist der BBC (zu den Serien, die er betreut hatte, zählen „7 Wonders of the Industrial World“ and „Space Race“),die Pläne für den Dreh des eigenen Spielfilms wieder aufzugreifen und von seinen beträchtlichen Kenntnissen auf dem Gebiet der CGI zu profitieren. In Kombination mit dem unmittelbaren Ansatz, der ihm immer vorgeschwebt war, sollte ein eigenständiger, ganz besonderer Film entstehen.

Edwards erklärt: „Weil es ohnehin viel Konkurrenz in der Filmindustrie und viele junge ambitionierte Filmemacher unserer Generation gibt, hatte ich nicht damit gerechnet, schnell eine Gelegenheit zu erhalten, mit der ich mein Talent unter Beweis stellen könnte. Ich wollte einfach nicht warten, bis jemand des Weges kommt und mir Geld oder die Erlaubnis gibt, einen Film zu machen. Also wollte ich ein Projekt auf eigene Faust und ohne finanzielle Ressourcen umsetzen, ganz ohne Crew und großem Aufwand.“

Während eines Malediven-Urlaubs hatte Edwards die zündende Idee. Ihm war bewusst, dass er sich eine Geschichte ausdenken musste, die ihre Spannung daraus bezieht, an ganz simplen Drehorten zu spielen. Vom Strand aus beobachtete er eine Gruppe von Fischern, die mit einem Fang am anderen Ende der Leine kämpften. Und er stellte sich vor, dass sich an am anderen Ende eine monströse Kreatur mit riesigen Tentakeln befand, die aus dem Wasser auftaucht. MONSTERS war geboren.

„Ich sah, wie dieser arme Kerl sich mit dem Netz abmühte, während die anderen lachten und sich über ihn lustig machten. Ich dachte mir, wie genial es doch wäre, wenn jetzt auf einmal ein riesiger Tentakel auftauchen würde. Wenn ich meine Kamera dabei gehabt hätte, hätte ich das an Ort und Stelle festhalten können. Der Produktionsmehrwert an exotischen Locations, an denen man ohne große Umstände drehen kann, ist unbezahlbar. Man kann einfach filmen, was gerade passiert, und die Aufnahmen im Anschluss am Computer derart manipulieren, dass sie zur gewünschten Geschichte passen.“

Zu diesem Zeitpunkt hatte Edwards’ Agent bereits Kontakt mit Vertigo aufgenommen und der Produktionsfirma verschiedene Ideen und Probeaufnahmen vorgelegt. Für Allan Niblo und James Richardson bestand kein Zweifel, dass sie auf jemanden aufmerksam geworden waren, der nicht nur Talent im Umgang mit visuellen Effekten und Ideen besaß, sondern auch ein Gespür für spannende Erzählansätze. Richardson erklärt: „Gareths Agent in Großbritannien schickte uns Beispiele seiner Arbeit, alles Ideen für Katastrophenfilme mit Wirbelstürmen und Tsunamis. Außerdem hatte er einen einminütigen Kurzfilm für den Sci-fi Channel gemacht, den wir großartig fanden. Für uns stand fest, dass er nicht nur ein Händchen für CGI-Sachen besitzt. In diesem Einminüter sah man auch, dass er den dramatischen Aufbau einer Geschichte beherrschte und ein Gefühl für Atmosphäre hat.“

„Was wir aber noch unglaublicher fanden“, gesteht Niblo, „war, dass er sich nicht nur alle Effekte ausgedacht, sondern sie auch noch auf seinem Laptop eigenhändig realisiert hatte. Es war kein Studio involviert, keine große Postproduktionsfirma. Das war unfassbar. Also riefen wir ihn an und fragten ihn, ob er einen Film mit uns machen wollte.“ Edwards berichtet, wie es weiter ging: „Nach meiner ursprünglichen Inspiration während des Urlaubs schrieb ich auf, wie ich den Film machen wollte – eine spezifische Geschichte erwähnte ich nicht. Vertigo fand den Vorschlag klasse und in den folgenden drei Monaten entwickelten wir die Geschichte.“

Edwards wuchs mit Filmen wie JURASSIC PARK („Jurassic Park“, 1993), E.T. THE EXTRATERRESTRIAL („E.T. – Der Außerirdische“, 1982) und anderen Klassikern von Steven Spielberg auf und nahm sich nun vor, den „realistischsten Monsterfilm aller Zeiten“ zu drehen. Außerdem wollte er eine Liebesgeschichte erzählen, die nicht peinlich war, und einen Science-Fiction-Film herstellen, dessen Prämisse nicht völlig unglaubwürdig sein sollte. „Ich habe mich ein bisschen mit dem ‚Europa’ - einem der Monde des Jupiter - befasst, von dem Wissenschaftler sagen, dass dort die Wahrscheinlichkeit auf vorhandenes bzw intelligentes Leben am größten ist. Die NASA hat wohl vor, eine Sonde dorthin zu schicken, um Proben zu entnehmen. Also malte ich mir aus, dass eine solche Sonde auf dem Heimweg zerschellen und die an Bord befindlichen Probe von Mikroorganismen daraufhin die Unfallgegend infizieren könnte. In diesem Fall ist es der Mexikanische Ozean.“

„Ich wollte, dass MONSTERS an dem Punkt beginnt, an dem die meisten Monsterfilme abblenden“, meint Edwards. „Die Geschichte beginnt also sechs Jahre nach der Invasion der Außerirdischen. Das Leben geht weiter, die Kreaturen existieren in einem ganz spezifischen Teil der Welt, wo es weiterhin zu Zusammenstößen und Vorfällen kommt. Es ist ein saisonales Problem, weil die Kreaturen ihre alljährliche Migration dieses Jahr früher angetreten haben als üblich. Für den Fotografen Andrew Kaulder (SCOOT McNAIRY) ist das die Gelegenheit, auf die er gewartet hat. Jetzt hofft er endlich, eines der hochdotierten Fotos der Monster schießen zu können. Aber dann wird Kaulder vom Herausgeber seiner Zeitung beauftragt, dessen Tochter Sam (WHITNEY ABLE), die bei einem Angriff der Monster verletzt wurde, nach Hause zu bringen. Es ist eine einfache, geradlinige Aufgabe, die zunehmend erschwert wird. Im Grunde handelt es sich um ein Roadmovie, das unsere beiden Helden auf dem Weg zurück in die USA mitten ins Herz der Infizierten Zone führt.“


EIN ECHTES PAAR - DIE SUCHE NACH DEN HAUPTDARSTELLERN


Auch über die Besetzung zerbrach sich Edwards den Kopf – immerhin würde die gesamte Geschichte auf den Schultern der beiden Hauptfiguren ruhen. „Ich wollte ein tatsächliches Paar für die zwei Hauptrollen, weil ich mir dachte, dass es einem echten Paar leicht fallen würde, das Kennenlernen zu spielen. Später könnte ich dann von der Chemie zwischen den beiden profitieren, weil sie natürlicher und selbstverständlicher miteinander umgehen als zwei Menschen, die einander nicht kennen und nun genau diese Chemie und Spannung vor der Kamera erzeugen sollen.“ Scoot McNairy, der gerade gute Kritiken für seine Leistung in IN SEARCH OF A MIDNIGHT KISS (2007) eingefahren hatte, ergriff die Gelegenheit beim Schopf und nahm die Gelegenheit wahr, für das Projekt mit seiner damaligen Freundin Whitney vor die Kamera zu treten. Die Aussicht auf eine spannende Herausforderung mit ungewissem Ausgang machte die Sache noch reizvoller.

Scoot erklärt: „Wenn sich die Jungs von Vertigo hinter einen Filmstoff klemmen, dann sollte man besser versuchen, mit an Bord zu kommen. Es scheint die letzte Firma zu sein, die den Mut hat, genau die Filme zu machen, von denen alle anderen lieber die Finger lassen. Sie legten uns ein sehr loses Treatment vor und ließen uns wissen, dass der Film in Zentralamerika gedreht werden sollte. Wir hielten das für eine wunderbare Gelegenheit, weil wir ohnehin nach einem Stoff gesucht hatten, bei dem wir gemeinsam vor der Kamera stehen konnten. Das war also perfekt. Dann sahen wir Grahams Kurzfilm ,Factory Farm’ und waren begeistert. Wir waren an Bord.“

Edwards flog in die USA, um die beiden Schauspieler kennenzulernen. Er wollte einerseits sichergehen, dass er die richtigen Darsteller gefunden hatte. Andererseits wusste er, dass sie während des dreiwöchigen Drehs rund um die Uhr miteinander zu tun haben würden. Es war ihm wichtig, sich mit seinen Stars zu verstehen. Whitney Able meint: „Gareth stellte ein ziemlich reizvolles Treatment auf die Beine, eine wunderbare Mischung aus Bildern, Clips und spannenden Ideen für die Geschichte. Ehe wir uns versahen, saß er im Flugzeug, um uns zu besuchen. Wir ließen ihn wissen, er solle sich kein Hotelzimmer buchen, er könne bei uns auf der Couch schlafen. Wenn wir beim Dreh wirklich mehrere Wochen mit einer kleinen Crew in intimsten Situationen miteinander verbringen würden, dann wollten wir sichergehen, dass wir wenigstens eine Woche mit ihm in unserer Wohnung überstehen können. Es war großartig. Wir steckten die Köpfe zusammen, betrieben Recherche und entwickelten die Hintergründe unserer Figuren. Langsam setzte sich ein Bild zusammen, was wir machen wollten. Kann sein, dass wir irgendwann auch einmal fünf Stunden lang ,Strategy’ gespielt haben. Am Ende stand für uns alle fest, dass wir miteinander arbeiten können und dabei Spaß haben - und am Ende etwas wirklich Interessantes dabei herauskommen würde.“

Von der ungewöhnlichen Prämisse des Films, der Aussicht auf ein weitgehend improvisiertes Drehbuch und einen entsprechenden Ansatz beim Dreh ließ sich Scoot McNairy nicht ins Bockshorn jagen. Im Gegenteil: „Zunächst dachte ich: Das klappt doch nie. Ich glaube, das war der Grund, warum ich so gespannt war. Es war absolut unerhört. Ich erinnere mich, dass ich eine E-Mail an Vertigo schickte: ,Beinahe-Todes-Erfahrungen, kleine Crew, mögliche Entführungen, die technische Anlage mitten in der Nacht durch den Dschungel schleifen, Improvisation – klingt nach einem Projekt, das man nicht mehr vergessen wird. Wir sind definitiv dabei!’“

Das Paar fand auch die realistischen Aspekte der Geschichte überaus spannend. „Man könnte sagen, dass die Geschichte in der Mitte beginnt“, überlegt Whitney Able. „Die Menschen sind bereits daran gewöhnt, dass es zu blutigen Auseinandersetzungen in ihrer unmittelbaren Nähe kommen kann. Die Wörter ,Kreatur’ und ,Außerirdischer’ gehören zum alltäglichen Wortschatz. Das ist so, wie wenn man ,El nino’ sagt, wenn das Wetter schlecht ist. Dies ist einfach die Welt, in der die Menschen leben.“


EIN DREHBUCH OHNE DIALOGE - GARETH EDWARDS VERTRAUT AUF IMPROVISATION

Der Dialog sollte so lebendig und ungezwungen wirken, wie nur möglich. Deshalb setzte Gareth Edwards auf Improvisation. Der Regisseur legte gewisse Richtlinien fest, was in den einzelnen Szenen zu passieren hatte und wie sich die Figuren im Verlauf der Geschichte in groben Zügen entwickeln sollten, aber ließ darüber hinaus den Schauspielern freie Hand. Was wiederum bedeutete, dass sie teilweise 40 Minuten improvisierten und die Kamera dazu laufen ließen, bis sie hatten, was sie wollten.

„Morgens wurden uns ein paar Zettel zugesteckt“, berichtet Whitney Able. „Manchmal hatten wir noch genügend Zeit, bei einem schnellen Kaffee darüber zu reden, was wir am Tag drehen wollten. Aber meistens waren das nur ungefähre Richtlinien, nichts Spezifisches. Wir wussten, dass wir gewisse Punkte ansprechen und Sachverhalte im Dialog abdecken mussten, damit wir die Handlung in Bewegung halten konnten. Abgesehen davon hatten wir alle Freiheiten, innerhalb des gesteckten Rahmens zu experimentieren. Weil wir keine große Besetzung dabei hatten, war alles irgendwie unvorbereitet, also mussten wir uns den Gesprächen widmen, wenn es soweit war.“

„Die Improvisation war eine der größten Herausforderungen für mich“, sagt Scoot. „Ich improvisierte eine Szene und ließ mir unentwegt neue Sachen einfallen oder andere Gesten. Dann rief Gareth „Schnitt!“, sah mich an und fragte mich, ob ich das alles noch einmal tun könnte, er müsse das noch einmal aus einem anderen Blickwinkel festhalten. Natürlich hatte ich keinen blassen Schimmer, was ich gerade gesagt hatte. Ich hatte ja nur zehn Minuten einfach alles geredet, was mir gerade in den Sinn gekommen war. Also fragte ich ihn, welchen Teil ich noch einmal wiederholen sollte. Und er sagte: ,Alles!’ Ich muss gestehen, es war ein richtiger Albtraum. Aber für ihn habe ich es gemacht.“

Edwards weiß, wie großartig Scoot und Whitney im fertigen Film miteinander harmonieren und wie wichtig ihr Beitrag für sein Gelingen ist. Er ist also voll des Lobes: „Wenn ich mir den Film jetzt ansehe, dann ist es nicht der Film, den ich eigentlich machen wollte. Ich finde ihn viel besser. Sie haben dem Film durch ihre Persönlichkeiten und ihre Improvisation ihren Stempel aufgedrückt. Es ist faszinierend, ihnen zuzusehen. Es ist eine sehr spannende Welt, die wir zeigen. Und sie sind ebenso spannende Leute, die sich durch diese Welt bewegen. Ich musste mir den Film in der Entstehung etwa eintausend mal ansehen, und ich bin es immer noch nicht müde ihnen zuzusehen, so charismatisch sind sie.“

Abgesehen von den beiden Hauptdarstellern handelt es sich bei allen Schauspielern in MONSTERS um Anwohner, die oftmals 20 Minuten vor dem Dreh ihrer Szene noch nicht einmal wussten, dass sie in einem Film mitspielen würden. „Es war großartig. Ich sagte den Leuten einfach nur, was sie auf keinen Fall tun sollten und was man bis zum Ende der Szene geleistet haben musste, es aber immer an ihnen lag, wie man da hinkam.“

„Ich wollte mich einfach nicht festlegen, bis ich wirklich vor Ort war und sah, wie die Leute dort aussahen“, erzählt Gareth Edwards. „Ich war mir nicht sicher, ob das auch funktionieren würde. Ich hatte die Befürchtung, dass der Druck zu groß sein würde, wenn man mit Darstellern arbeitet, die nicht tatsächlich Schauspieler sind. Es stellte sich heraus, dass es wunderbar funktioniert. Sie waren völlig offen und zu allem bereit. Ich habe bei diesem Projekt und dieser Reise einige wirklich unglaubliche Menschen kennengelernt, die man im Herzen des Dschungels normalerweise nicht treffen würde. Man lernt die Menschen und ihr Verhalten wirklich zu schätzen. Ich konnte gar nicht genug bekommen von ihren Lebensgeschichten.“


EINE UNGLAUBLICHE REISE - EIN DREH, ZWEI SCHAUSPIELER, FÜNF CREWMITGLIEDER

Edwards vertraute auf einen winzigen Stab. Außer ihm und den beiden Hauptdarstellern waren noch fünf Crewmitglieder mit dabei. Gemeinsam reisten sie durch Guatemala, Belize und Mexiko, suchten sich Drehorte aus und ließen die Kamera laufen, wo es ihnen gefiel, ohne sich davor eingehend vorbereitet zu haben. Edwards erklärt: „Wenn wir einen Ort fanden, der toll aussah oder ungewöhnlich, und wir uns darauf einigen konnten, welche Szene man dort drehen könnte, dann legten wir einfach los. Wir wählten entlegene, fordernde Orte, weil wir eine Reise zeigen wollten, die für die beiden Protagonisten zunehmend schlimmer wird. Ich dachte mir, dass die klassischste aller Reisen, mit der man sich identifizieren kann, die Reise nach Hause ist. Bei uns handelt es sich aber um einen Weg, in dem die Spannung immer weiter anwächst, um dann in etwas zu münden, was man sicherlich nicht erwartet.“

„Der Film nahm uns mit auf eine unglaubliche Reise“, bestätigt Whitney Able. „Wir wanderten durch Dschungel, kletterten auf die Spitze unglaublicher Ruinen, ließen uns in Booten treiben, in Autos, Zügen... alles, was man sich vorstellen kann. Die Szenerie veränderte sich laufend vor unseren Augen. Ständig galt es, neue Herausforderungen zu bewältigen – im Film wie auch auf unserer richtigen Reise. Wir mussten uns mit Moskitos, Alligatoren, Schlangen und der brütenden Hitze herumschlagen und kämpften mit Dehydrierung. Einmal mussten wir nach Sonnenuntergang durch den finsteren Dschungel zurück zu unserer Unterbringung marschieren. Es war der einzige mögliche Weg, und ich war überzeugt, dass wir von einem Panther gefressen werden würden. Natürlich war auch das Wetter eine ständige Herausforderung. In diesen Gegenden mit üppigem Dschungel lässt sich Regen nicht so leicht vorhersagen. Die Vorhersage ist eigentlich jeden Tag ähnlich: ,Ja, es könnte vielleicht Regen geben.’ Es war aufregend. Ich habe jede einzelne Minute geliebt. Ich habe Orte sehen und erleben dürfen, die ein normaler Tourist nie im Leben finden würde.“


250 VERSCHIEDENE DESIGNS - AUF DER SUCHE NACH DEN TITELFIGUREN


Nach dem Dreh und vielen Monaten im Schnitt musste Edwards nun endlich in der Postproduktion bestimmen, wie seine titelgebenden Monster wirklich aussehen sollten. „Ich habe fast ein Jahr daran gefeilt, mir zu überlegen, wer oder was die Monster sein sollten. Im Lauf der Zeit häuften sich hunderte von Zeichnungen und Skizzen an. Schließlich entschied ich mich für ein Design und ließ mir den Effekt mit den flackernden Lichtern einfallen, um sie visuell noch interessanter und beinahe schön anzusehen zu machen.“

Nach langen Diskussionen kamen die Produzenten Allan Niblo und James Richardson überein, diesen Teil des Films voll und ganz Gareth Edwards zu überlassen. „Die entscheidende Frage war“, erinnert sich Niblo, „wie die Monster aussehen sollten. Während des Schnitts trieb diese Frage Gareth förmlich in den Wahnsinn. Der Erfolg des gesamten Films hing davon ab.“

„Es war brillant“, erzählt Richardson. „Er kam mit ungefähr 250 Zeichnungen von Monstern bei uns reingeschneit. Ganz ehrlich, alle waren unglaublich. Aber schließlich war das der Bereich, aus dem wir uns als Produzenten am meisten herausgehalten haben, weil uns immer bewusst war, dass das seine Spezialität ist. Er wusste, was er wollte und hatte ein genaues Ziel vor Augen. Entsprechend war es ihm sehr wichtig, mit dem Design zu arbeiten, das er für das richtige hielt.“

Für die Atmosphäre spielt die richtige Musik eine große Bedeutung – sie spielt, wie Edwards sagt, eine fundamentale Rolle: „Während der gesamten Arbeit am Schnitt setzt man bereits bestehende Musik ein, um ein Gespür für die Szenen zu bekommen. Wir konnten auf die beste Musik der Welt aus den besten Filmen aller Zeiten zurückgreifen. Als wir mit dem Schnitt fertig waren, war ich überzeugt, dass es keine Möglichkeit gäbe, das nur annähernd zu erreichen oder noch zu übertreffen. Es gibt niemanden, den wir auftreiben können, der das toppen könnte. Da half uns der Zufall: Der Musikberater von Vertigo Films hatte gerade mit einem jungen Komponisten gearbeitet, Jon Hopkins, den man als Protegé von Brian Eno bezeichnen könnte. Er hat am letzten Album von Coldplay mitgearbeitet und auch ein paar Songs mitgeschrieben. Und er war am Score von Peter Jacksons THE LOVELY BONES („In meinem Himmel“, 2009) beteiligt. Ich hatte viel Gutes über ihn gehört, also traf ich mich mit ihm und sagte im Grunde nur: So sieht’s aus, und jetzt mach’ es besser. Ich war völlig davon überzeugt, dass er scheitern würde, aber dann kam er mit einer Handvoll wunderschöner Stücke zurück, die einfach perfekt waren. Der Film hat viel Herz, steckt voller Emotion. Viel davon hat mit den Kompositionen von Jon zu tun. Seine Musik ist einfach schön.“


ABSOLUTES NEULAND - EIN FILM WIE KEIN ANDERER ZUVOR

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Edwards’ jene Aspekte des Films die größte Freude bereiten, deren Natur eher banal war und überhaupt nicht fantastisch. „Am besten gefallen mir die Szenen im Hotelzimmer und all die banalen Gespräche zwischen Andrew und Sam. Es gibt da einen Moment, da stellt sie den Fernseher an, wo man all die verrückten Szenen sieht, wie die Monster eine Stadt attackieren, und Sam gähnt einfach und streckt sich auf dem Bett aus. Das ist wie in einem Film, der im Irak spielt: Trotz all dem offensichtlichen Wahnsinn um einen herum muss man immer noch ganz normale Dinge tun. Und mit der Zeit nimmt man die schockierenden Ereignisse und Dinge gar nicht mehr richtig wahr. Nur weil man von Monstern bedroht wird, muss man noch lange nicht ständig fortlaufen und die ganze Zeit herumschreien.“

Scoot hatte am meisten Spaß bei den Szenen, in denen er mit den ansässigen Familien Zeit verbringen konnte, besonders mit den Kindern. „Ich liebe die Szene mit der Familie, die uns die Karte gibt und eine Nacht aufnimmt. Ich durfte mit ihrem zweijährigen Jungen spielen. Er lutschte ungefähr drei Stunden an einem Lolli herum und verschmierte ihn schließlich in seinem ganzen Gesicht. Dann hingen wir eine Weile herum und brachten ihm noch ein bisschen was über Fotografie, Frauen und das Älterwerden bei.“

Whitney berichtet, dass sie die Zeit ihres Lebens hatte und den Dreh aus vielerlei Gründen niemals in ihrem Leben jemals wieder vergessen wird. „Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe gesehen, ich habe getan. Es war wirklich die in allen Belangen am meistens bereichernde Erfahrung, die ich beruflich ebenso wie privat jemals gemacht habe. Ich würde es sofort wieder machen, besonders wenn Scoot mit dabei wäre. Uns war klar, dass wir alles gemeinsam überstehen würden, wenn wir dieses Abenteuer überleben. Ein paar Monate nach dem Dreh machte er mir einen Heiratsantrag. In MEINER Fantasiewelt drehen wir also auf jeden Fall eine Fortsetzung.“

„Ich bin wirklich stolz auf den Film“, sagt Edward. „Es gab immer wieder Zeiten, in denen ich mir nicht sicher war, ob wir weitermachen könnten. Aber ich finde, ich habe etwas geschaffen, das zumindest ich mir sofort im Kino ansehen wollen würde. Manchmal denke ich mir, dass das die erste Romanze ist, die sich ein Kerl freiwillig ansehen würde, und gleichzeitig der erste Monsterfilm, zu dem man ein Mädchen nicht überreden muss. Es ist ein Film, der in beiden Belangen absolut funktioniert. Mir gefällt, dass sein Gelingen nicht von den Effekten abhängt, sondern es vor allem um die Reise geht, auf diese beiden Figuren im Wortsinne wie auch emotional mitgenommen werden.“

Vor allen Niblo und James Richardson bei Vertigo sind stolz auf das Endresultat und hoffen, auch in der Zukunft Filme in dieser Art machen zu können. Niblo geht so weit zu sagen, dass MONSTERS absolutes Neuland betritt: „Die Tatsache, dass ein Team von fünf Leuten und ein Filmemacher einen Monsterfilm machen können, der sich praktisch in jedes Land der Welt verkauft, ist ziemlich unglaublich. Er funktioniert als Liebesgeschichte, als Monsterfilm und als Roadmovie – und all das mit einem Budget, das bei einer Hollywoodproduktion vermutlich gerade einmal für die Verpflegung für einen Tag reichen würde. Es ist wirklich befreiend, bei einem solchen Projekt mitgemacht zu haben. Er kommt einer Revolution gleich, die sicherlich viele Filmstudenten inspirieren wird, die sich gehemmt fühlen, weil sie nicht glauben, mit Hollywood mithalten zu können. MONSTERS ist ein großer Schritt nach vorn.“