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72 Stunden Kino Film Trailer

FSK Film: 12 | Länge: 133 Min | Kinostart: 20.01.2011
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Russell Crowe, Elizabeth Banks, Liam Neeson, Brian Dennehy, RZA, Moran Atias, Lennie James

Die Story:Wie plant man einen Gefängnisausbruch, ohne je einen Tag hinter Gittern verbracht zu haben? Vor diese schier unlösbare Aufgabe wird John Brennan (Russell Crowe) gestellt, als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) aus heiterem Himmel wegen eines Mordes verhaftet wird, den sie nicht begangen haben will. Der College-Dozent verzweifelt fast daran, Laras Unschuld zu beweisen und seine Familie zusammenzuhalten. Doch als Lara auch in letzter Instanz verurteilt wird und nur knapp einen Selbstmordversuch überlebt, startet John eine irrwitzige Rettungsaktion: Mit Hilfe eines ehemaligen Gefängnisinsassen (Liam Neeson), viel Improvisationstalent und obwohl alles gegen ihn spricht, entwickelt John den perfekten Ausbruchsplan. Als Lara in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, bleiben nur noch 72 Stunden, in denen John alles riskieren muss für was er bisher gelebt hat...

Hintergrund:Mit 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS schuf Oscar-Preisträger Paul Haggis einen packenden Thriller mit verblüffenden Wendungen auf hohem Spannungslevel. Der gebürtige Kanadier, der als Drehbuchautor den Oscar für Million Dollar Baby erhielt, kehrt nun - wie bei L.A. Crash und Im Tal von Elah - auch auf den Regiestuhl zurück. Die Rolle des John schrieb er Oscar-Preisträger Russell Crowe (Robin Hood, Gladiator) auf den Leib, dessen Ehefrau Lara spielt Elizabeth Banks (Shaft, Spider-Man). In weiteren Rollen sind Liam Neeson (96 Hours), Brian Dennehy (Kurzer Prozess - Righteous Kill) und Olivia Wilde (Tron: Legacy) zu sehen.



Der Langinhalt zum Film:

Nur ein Türklingeln. Mehr Vorwarnungen gibt es nicht, bevor das Schicksal die Familie Brennan auseinander reißt. Eben war es noch ein gewöhnlicher Tag wie jeder andere. Doch als der Englischprofessor John Brennan (Russell Crowe) und seine Frau Lara (Elizabeth Banks) gerade ihren kleinen Sohn zur Schule bringen wollen, klingelt es an der Tür: Beamte der Polizei von Pittsburgh. Und dann geht alles ganz schnell. Lara, so der schockierende Vorwurf, stehe unter Verdacht, ihre Chefin umgebracht zu haben. Dafür sprechen ein Zeuge, Laras Fingerabdrücke auf der Tatwaffe und Blut des Opfers an ihrer Kleidung. Alle Unschuldsbeteuerungen sind zwecklos. Fassungslos bleiben John und sein verängstigter Sohn zurück, während Lara Brennan als mutmaßliche Mörderin abgeführt wird.

Drei Jahre später. Nach einem kräftezehrenden und kostspieligen Weg durch die Instanzen wird Lara zu jahrzehntelanger Haft verurteilt. Ihr Sohn hat sich inzwischen von ihr entfremdet, die Anwälte sehen keinen juristischen Spielraum mehr und Lara selbst ist ausgebrannt. Nur John Brennan kann nicht aufgeben. Die Verzweiflung ist ihm ins Gesicht geschrieben und auf fremde Hilfe braucht er nicht mehr zu hoffen. Doch er ist kein gebrochener Mann. Anstatt aufzugeben setzt er all sein Wissen daran, einen Ausweg zu finden. Keine Sekunde hat er an den Gedanken verschwendet, dass Lara schuldig sein könnte. So rätselhaft der Fall auch anmuten mag – Johns Vertrauen in seine Frau ist unerschütterlich. Mit dem Rücken zur Wand beschließt er zu handeln. Und versteift sich auf die schier wahnwitzige Idee, Lara auf eigene Faust aus dem Gefängnis zu holen. Notfalls mit Gewalt.

Doch wie plant man den perfekten Ausbruch, wenn man selbst in Freiheit ist, nie einen Tag hinter Gittern verbracht hat und Gesetzesbrüche nur aus dem Fernseher kennt? Als Akademiker zu klarem Denken geschult, geht John Brennan zunächst in eine Art Lehre, um sein Auge für mögliche Lücken im System des Strafvollzugs zu schulen. Bei einem konspirativen Treffen mit dem Ausbrecherkönig Damon Pennington (Liam Neeson) wird ihm klar gemacht, dass selbst eine gegen jede Wahrscheinlichkeit geglückte Flucht noch gar nichts wert sei, so lange Zukunft und neue Identitäten nicht wasserdicht vorbereitet sind. Aus den wundersamen Weiten des Internets übernimmt John wertvolle Verbrechertipps und knackt Türschlösser mit einem Tennisball bald in Sekundenschnelle. Und immer, wenn er Lara besuchen darf, studiert John nun auch klammheimlich die Arbeitsabläufe im Gefängnis. Ließe sich vielleicht mit einem selbst gemachten Schlüssel herausfinden, wohin manch verschlossene Anstaltstür führen mag?

Doch was immer John Brennan auch versucht, um seiner Frau den Weg in die Freiheit zu ermöglichen, ohne dass sie etwas davon ahnt – er stößt andauernd an Barrieren und begibt sich zunehmend selber in Gefahr. Als er von zwielichtigen Gestalten falsche Pässe erwerben will, endet er verprügelt und ausgeraubt auf dem Asphalt. Als im Gefängnis ein Schlüsseltest dramatisch schief geht, wird John sogar zum Direktor zitiert und unverblümt als Sicherheitsrisiko verdächtigt. Schlimmer noch: Lara übersteht nur knapp einen Suizidversuch und soll noch dazu in ein weit entferntes Gefängnis verlegt werden.

Wo er noch Wochen für die Vorbereitung eingeplant hatte, stehen John plötzlich nur noch 72 Stunden zur Verfügung. Danach gelangt Lara unweigerlich aus seiner Reichweite. Konzentriert und einfallsreich im Angesicht stetiger Rückschläge bereitet John den Tag X vor. Er besucht noch einmal seine Eltern, wo es keine Worte braucht, um seinen Vater (Brian Dennehy) spüren zu lassen, dass sie einander vielleicht nie wieder sehen werden. Er gibt seinen Jungen bei einer befreundeten Mutter (Olivia Wilde) ab, die ohne ihr Wissen zum Teil von Johns Befreiungsstrategie geworden ist. Und dann ist der Moment gekommen, in dem John Brennan alle Skrupel und Ängste beiseite schieben muss.

Doch wie wird Lara reagieren? So überzeugt John aus Liebe handeln mag – wie viel hat dieser besessene Überzeugungstäter überhaupt noch mit dem Familienvater und Ehemann aus glücklichen Tagen zu tun? Doch für derlei Gespräche bleibt keine Zeit, als es John tatsächlich gelingt, Lara zur Freiheit zu verhelfen. Sie wissen, dass ihnen nur Minuten bleiben, bevor alle Ausfahrtsstraßen Pittsburghs blockiert sind. Noch dazu sitzen ihnen die Detectives dicht im Nacken, welche Laras Fall erneut aufgerollt haben. Doch John glaubt, an alles gedacht zu haben. Nur noch ein kurzes Stück, dann wird er seinen Sohn abholen, um mit seiner Familie ein neues Leben anzufangen. Es sei denn, auch der beste Plan geht im letzten Moment noch schrecklich schief...


Eure Meinung zu "72 Stunden - The Next Three Days"



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Eure Kommentare zu "72 Stunden - The Next Three Days":

coldi Und wiedereinmal ein billiges Hollywood Remake...echt enttäuschend das denen dort nicht neues mehr einfällt als Filme zu kopieren. Ist eindeutig ein Remake von dem erst ca. 1 Jahr alten original "Ohne Schuld" mit Diane Krüger der auch noch um ein vielfaches besser ist!

Patrick Irgendwie erscheint mir das ganze zu blöd. Frau wir wegen Mordes verhaftet(unschuldig!) mann holt sie aus dem knast! der Film lebt eigentlich nur von russel crowe, die Story ist zu unausgereift, meiner Meinung nach!

Stefan Ich mag Russell Crowe

Name Erinnert mich sehr an Ohne Schuld mit Diane Kruger

Meicki Der wir ein Mega BlockBuster allein dank Russel Crow und Liam Neeson in einer GastRolle, find ich genial, seiht für mich OscarReif aus aufjedenfall

 




♥: nachvollziehbare, originelle Thrillerhandlung, actionreicher als das Original
−: Logiklücken, Handlungssprünge, teilweise direkte Kopie des Originals

Eigentlich müßte der Film ja "26280 Stunden" heißen - aber das klingt nicht so knackig.
Denn tatsächlich erleben wir drei Jahre im Leben einer fast normalen Familie. Gleich zu Beginn landet die Frau von John Brennan (Russell Crowe) im Gefängnis. Lara (Elizabeth Banks) soll ihre Chefin erschlagen haben. Dann springt der Film in die Zukunft. Die Ermittlungen, der Prozeß und die Frage, ob sie es nicht vielleicht doch war, finden im Film nicht statt. John glaubt einfach an die Unschuld seiner Frau. Zwei Jahre und neun Monate sitzt Lara aber immer noch im Gefängnis - rechtskräftig verurteilt, ohne Aussicht auf Entlassung und zunehmend gebrochen.


Aber auch ihr Mann und der gemeinsame Sohn sind am Boden, die vergebliche Spurensuche von Privatdetektiven hat das Vermögen aufgebraucht, der Sohn weigert sich, mit seiner Mutter zu reden.
Zu diesem Zeitpunkt beschließt John die Dinge selbst in die Hand zu nehmen - um seine Familie zu retten. Er will Lara aus dem Gefängnis befreien. Ein bisschen Hilfe bekommt er vom Ausbrecherkönig Damon Pennington (Liam Neeson in einer Minirolle), der erst glaubt man wolle ihn nur interviewen, aber schnell durchschaut, was Brennan wirklich vorhat. Die Polizei tappt da wesentlich länger im Dunkeln.
Trotzdem kann John sich nicht in Ruhe vorbereiten. Für die nötige Ausrüstung muss er sich mit finsteren Typen einlassen - und dann wird ihm auch noch ein Ultimatum aufgezwungen. Lara soll in drei Tagen in ein anderes Gefängnis verlegt werden. Danach wären alle Vorbereitungen, der ganze minutiös ausgeklügelte Plan wertlos. Also muss die Befreiungsaktion in den nächsten 72 Stunden stattfinden.
"72 Stunden" ist ein routinierter abgespulter Edelthriller mit Restbodenhaftung.
Ungewöhnlich ist dabei, dass eine ganz gewöhnliche Familie im Mittelpunkt steht.
Darum geht es hier: was ist nötig, damit ein Durchschnittsmann das Gesetz bricht ?
Was tut man , wenn die eigene Frau zum Justizopfer wird und "das System" einen braven, bisher gesetzestreuen Steuerzahler nicht mehr schützt ?
Die juristischen Probleme und sozialen Folgen eines Justizirrtums bleiben hier aber unterentwickelt. "72 Stunden" steuert unaufhaltsam auf sein actiongeladenes Finale zu.

Das größte Problem des Films ist dabei ausgerechnet der Hauptdarsteller. Russell Crowe ("Robin Hood") hat eine solche Präsenz, dass man ihm jederzeit zutraut, sich mit Gangstern anzulegen und einen Gefängnisausbruch durchzuziehen. Er hat zwar auch schon diverse Biedermänner überzeugend gespielt, sei es in "A Beautiful Mind" oder "Der Insider". Aber hier gelingt ihm das nicht sonderlich überzeugend. Der Wandel vom Biedermann zum Draufgänger ist dadurch weniger spannend als er sein könnte. Da reicht es nicht das John Brennan nach einem aufreibenden Testlauf seines Plans vor dem Gefängnis übergibt. Die Gewissenskonflikte, dass anfängliche Zurückschrecken vor Gewalt und Risiko sind nicht packend genug.

Auch "72 Stunden" ist (genau wie "The Tourist") ein Remake eines französischen Thrillers. In diesem Fall hieß das gerade mal zwei Jahre alte Original "Ohne Schuld", dass mit Diane Kruger ("Troja", "Vermächtnis der Tempelritter") auch prominent besetzt. Und dass sie im Gefängnis litt und drohte, daran kaputtzugehen, sah man auch deutlicher als bei der hübschen aber blassen Elisabeth Banks ("Spiderman"). Dass der Original-Hauptdarsteller Vincent Lindon bei uns weniger bekannt ist, war einer der Vorteile, denn ihm nahm man den "Normalo" sofort ab. So war auch sein Trip auf die andere Seite des Gesetzes viel bewegender.

Es ist verständlich dass Oscarpreisträger Paul Haggis die Geschichte spannend fand. Aber verbessert hat er sie gegenüber dem Original nicht. Etliche Szenen wurden sogar Bild für Bild kopiert. Nur ihm rasanten Finale drückt Hollywood mehr aufs Gaspedal. Fans von Russell Crowe und Leute, die die Vorlage nicht kennen kriegen ein zwar nicht außergewöhnliches aber trotzdem einigermaßen spannendes Action-Drama.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Weitere Infos zum Film:

Im Mittelpunkt von Paul Haggis‘ ausgeklügeltem Thriller 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS steht ein Protagonist, wie ihn das moderne Genrekino wahrlich nicht alle Tage sieht: Als Englischprofessor führt John Brennan (Russell Crowe) ein vollkommen durchschnittliches Familienleben und zeichnet sich weniger durch Heldenmut als durch Besonnenheit und nüchterne Intelligenz aus. Doch als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) aus heiterem Himmel wegen Mordes verhaftet und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wird, beginnt John ungeahnte Fähigkeiten freizusetzen. Angetrieben vom Glauben an die Unschuld seiner Ehefrau, Verzweiflung und unerschütterlicher Liebe setzt er sich in den Kopf, Lara selbst aus dem Gefängnis zu befreien - ein schier aussichtsloses Unterfangen: Ein Amateur gegen die Security-Armee eines Hochsicherheitsgefängnisses. Der perfekte Ausbruchsplan ohne je einen Tag hinter Gittern verbracht zu haben. Und selbst wenn es ihm gelingen sollte, mit unkonventionellen Mitteln ein Schlupfloch zu finden und dabei nicht gleich erschossen zu werden - wie und wohin könnte er flüchten, wenn danach die landesweite Hatz auf seine Familie beginnt?

Obwohl er sich als Regisseur bislang auf Sozialdramen konzentrierte und für sein Debüt L.A. Crash (Crash, 2004) prompt mit zwei Oscars® für den besten Film und das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde, ist Paul Haggis ein Intimkenner der Welt adrenalinpumpender Thriller. So wirkte er nicht nur als einer der Autoren der vergangenen beiden James-Bond-Reboots James Bond 007:Casino Royal (Casino Royale,2006) und James Bond: 007 Ein Quantum Trost (Quantum of Solace, 2008) mit, sondern bezeichnet sich auch als glühender Fan von Seventies-Thrillern der Meister wie Alan J. Pakula oder Sydney Lumet, denen er mit 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS auch seine Referenz erweisen möchte.

Somit stand die Suche nach einem originellen Thrillerstoff ganz oben auf der Agenda, als Haggis 2008 mit dem Produzenten Michael Nozik (Syriana, 2005) die Produktionsfirma Hwy 61 gründete: „Ich war schon länger auf der Suche nach einem Thriller, in dem es nicht nur um harte Jungs mit großer Knarre geht, sondern dessen Dynamik von zwischenmenschlichen Emotionen befeuert wird“, erklärt Haggis. Als ihn dann eine Mitarbeiterin auf den französischen Thriller Ohne Schuld (Pour Elle, 2008) hinwies, ließ Haggis die Idee eines amerikanischen Remakes nicht mehr los: „Der Stoff liefert die Grundlage für ein perfektes Hitchcock-Szenario, in dem ein völlig gewöhnlicher Mann von außergewöhnlichen Umständen mitgerissen wird. Dabei faszinierte mich vor allem das moralische Dilemma. Einerseits ist es unerträglich für ihn mit anzusehen, wie seine Familie unter der brutalen Trennung leidet. Andererseits muss er sich fragen, welche Grenzen er tatsächlich zu überschreiten bereit ist und ob ihn das am Ende nicht zu jemandem macht, der nur noch wenig gemein hat mit dem Mann, den seine Frau einst liebte.“

Haggis fährt fort: „Ich selbst kann diese Frage für mich bis heute nicht endgültig beantworten. Aber ich wusste, dass sie die Grundlage für einen starken Stoff bietet. Die Action und Brennans raffinierte Tricks beim Befreiungsversuch sollen das Publikum unterhalten. Doch mit den Figuren zittern können wir nur, wenn wir ihre inneren Konflikte spüren. Nicht genug damit in Johns Fall, dass er am Ende seines Weges durch die verschiedenen Instanzen das Gesetz in die eigene Hand nimmt. Noch dazu wird sein Vertrauen auf eine harte Probe gestellt. Alle Beweise sprechen gegen seine Frau, deren Widerstandskraft hinter Gittern stückweise zerbricht. Doch um seinen Plan in die Tat umzusetzen, braucht er die mentale und emotionale Stärke, um niemals an ihrer Unschuld zu zweifeln.“

Im Folgenden fanden Paul Haggis und Produzent Michael Nozik mit dem Independent-Studio Lionsgate einen Partner, der sich bereits bei L.A. Crash bewährt hatte und die Rechte am Originalstoff Pour Elle von der französischen Produktionsfirma Fidélité Films erwarb. Deren Führungskräfte Marc Missionnier und Olivier Delbosc stießen zudem als weitere Produzenten zu 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS hinzu. Die Drehbuchadaption übernahm Haggis wie gewohnt selbst und verlegte den Schauplatz der Story nach Pittsburgh. Über die Adaption bemerkt Haggis: „Ironischerweise ist unser Film fast europäischer als das Original, das deutlich amerikanischen Vorbildern geschuldet ist. Ich wollte den Plot nicht spektakulärer oder größer machen, sondern viel mehr das Netz der Figuren und Emotionen erweitern. John ist Akademiker und kein Krimineller. Er hat anfangs keinen Schimmer, wie er Schlösser aufbrechen oder falsche Pässe organisieren soll. Und während er extrem vorsichtig sein muss, wenn er sich mit der Unterwelt einlässt, treibt ihn zugleich die moralische Verantwortung, dass keinerlei Unbeteiligte durch seine riskanten Pläne zu Schaden kommen.“

Laut Haggis schwebte ihm Oscar®-Preisträger Russell Crowe (Gladiator, 2000) in der Hauptrolle bereits vor, als er noch mitten in der Arbeit am Drehbuch zu 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS saß. „Eine leichte Entscheidung“, so der Filmemacher, „denn Russell ist fraglos einer der besten Schauspieler der Gegenwart. Er passt für fast jede Rolle, doch diese hier passt ganz besonders, weil die Story vielfach nonverbal erzählt wird und der Schauspieler mit einer Kopfdrehung oder einem Blick kommunizieren muss, was John Brennan denkt, fühlt und plant. Russell ist ein Schauspieler ohne jede Scheu - er reißt sich für das Publikum die Brust auf, um es direkt auf sein Herz und in die tiefsten, dunkelsten Ecken seiner Seele blicken zu lassen.“

Nachdem Crowe das Skript gelesen und sich mit Haggis in London getroffen hatte, sagte er umgehend zu und stand keine zwei Monate später vor der Kamera. „Es ging alles sehr schnell“, erinnert sich der Neuseeländer, „aber es war auch ein perfekt strukturiertes Buch mit realistischen Widerständen für die Protagonisten und exzellenten Suspense-Sequenzen. Komplexität ist eine von Pauls Spezialitäten, das wissen wir seit L.A. Crash. Und jemanden mit so vielen inneren Widersprüchen zu spielen wie John Brennan war ungeheuer reizvoll. Er ist ein guter Mensch, der aus guten Gründen Schlechtes tun muss und darüber zu einem schlechten Mensch zu werden droht.“

Für die weibliche Hauptrolle der Lara Brennan, deren nebulöse Verwicklung in einen Mord auch Jahre nach der Tat die zuständigen Ermittler rätseln lässt, gewannen die Macher Elizabeth Banks. Sie machte vor allem als Präsidentengattin Laura Bush in Oliver Stones W.- Ein missverstandenes Leben (W., 2008) auf sich aufmerksam und hat für Haggis eine unschuldige girl-next-door-Qualität, während man zugleich ihr inneres Feuer lodern sehe. „Lara ist enorm ambitioniert“, bemerkt Banks zu ihrer Figur, „doch als sie aus ihrer Familie gerissen wird, beginnt ihre Kraft zunehmend zu schwinden, bis sie sich erschöpft ihrem Schicksal fügt. Ich konnte es jeden Tag kaum erwarten, mit Paul und Russell zu arbeiten - sie sind zwei der Besten ihres Faches, und wenn man erst mal die eigene Ehrfurcht überwunden hat, kann man sich keine großzügigeren und charmanteren Kollegen wünschen.“

Umgeben werden Russell Crowe und Elizabeth Banks von einem charismatischen Ensemble, das selbst in kleineren Nebenrollen eindrucksvoll besetzt ist. Nicht umsonst gilt Haggis unter Schauspielern als einer der beliebtesten Autoren, da er sie auch mit wenigen Drehbuchsätzen zu glaubwürdigen Figuren inspirieren kann - wie man in seinen Regiearbeiten L.A. Crash oder Im Tal von Elah (In the Valley of Elah, 2007) sieht. In 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS hinterlässt kein geringerer als Liam Neeson (Schindlers Liste / Schindler‘s List, 1993) enormen Eindruck als Ex-Knacki und Ausbrecherkönig, der John Brennan keine falschen Illusionen über seine Erfolgschancen macht.

Nicht minder prägnant die kurzen Charakterauftritte von Daniel Stern (American Diner / Diner, 1982) als mutlosem Anwalt, Rapstar RZA Robert Diggs (American Gangster, 2007) als Straßendealer sowie von Theater- und Kino-Veteran Brian Dennehy (Kurzer Prozess - Righteous Kill / Righteous Kill, 2008), der in der Rolle von Brennans Vater einige starke Momente mit Crowe teilt. „Es war bei dieser Produktion ein besonderes Vergnügen“, kommentiert Crowe, „am Set quasi jede Woche jemand Neuen zu treffen, dessen Arbeit ich sehr schätze und mit dem ich an einer Szene arbeiten durfte. Solche Tage sind die Highlights meines Jobs.“ Paul Haggis ergänzt: „Es ist natürlich wundervoll, wenn sich Leute vom Kaliber Liam Neesons bereit erklären, auch für kleinere Parts ihr Talent und ihre Zeit einzubringen - das macht den Stoff noch ein ganzes Stück stärker.“

Zudem besetzte Haggis die Rolle einer jungen Mutter, die ohne ihr Wissen zum Teil von Brennans Ausbruchsplänen wird, mit der einstigen „Dr. House“-Hauptdarstellerin Olivia Wilde, deren Star-Appeal auch in Tron: Legacy (Tron Legacy, 2010) nicht zu übersehen ist. Über ihre Rolle bemerkt Wilde: „Für John ist sie eine Erinnerung daran, dass sich die Welt weiter dreht, obwohl er selbst inmitten einer Tragödie steckt. Die normale Welt, in der Menschen sich nicht den ganzen Tag das Hirn zermartern, wird kurz sichtbar. Aber er mag zwar noch mit anderen Leuten reden und die nötigste Zeit verbringen können - doch kein sozialer Kontakt kann den Fokus auf seine Pläne annähernd ablenken. Selbst meine Figur wird dadurch letztlich Teil des dramatischen Showdowns.“

Der Sohn von John und Lara Brennan wird schließlich vom achtjährigen Ty Simpkins verkörpert, den Haggis nicht zuletzt wegen der natürlichen Chemie zwischen ihm und dem zweifachen Familienvater Russell Crowe wählte. Weitere Darsteller aus 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS sind Helen Cary (Julie & Julia, 2009) als Johns Mutter Grace Brennan und Michael Buie als sein Bruder Mick - sowie Lennie James (Snatch - Schweine und Diamanten / Snatch, 2000) und Jason Beghe als Detectives, die Brennans Plänen auf die Schliche kommen.

Die viermonatigen Dreharbeiten zu 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS begannen im September 2009 in Pittsburgh, nachdem Haggis das Scouten der Locations der Arbeit am Skript vorgezogen hatte, um beim Schreiben visuell inspiriert sowie spezifischer zu sein. „Wir wollten eine Stadt mit Arbeiterklasse, weil ich mir das als Brennans Hintergrund vorstellte. Das war wichtig. In die Skyline von Pittsburgh verliebten wir uns dann sofort und hatten in den vielfältigen Bezirken eine reiche Auswahl an Motiven. Ich hoffe, dass die Stadt wie ein eigenständiger Charakter wirkt - von den Brücken und Tunneln bis zu unserem Gefängnis ist das Drehbuch genau für diese Plätze geschrieben worden.“

In und um Pittsburgh drehte die Crew von 72 STUNDEN - THE NEXT THREE DAYS im zentralen Hill District, im nahen Städtchen Sharpsburg sowie im Wohnviertel Regent Square, wo im wahren Leben tatsächlich ähnliche Menschen wie der fiktive Professor John Brennan wohnen. Alles überragend kam dann das höchste Gefängnisgebäude der USA hinzu, das Allegheny County Jail mitten im Herzen Pittsburghs. Für zwei Tage erhielt die Produktion eine Dreherlaubnis innerhalb des Gebäudes und fand laut Produktionsdesigner Laurence Bennett neben der stets kooperativen Institutsleitung nur vorbildliche Haftbedingungen für die Gefangenen vor.

Die Tatsache, dass das Allegheny-Gefängnis in Downtown Pittsburgh liegt, gibt der Ausbruchs- und Verfolgungssequenz gegen Ende des Filmes eine zusätzliche Intensität, da mitten in der Stadt hinter jeder Straßenecke ein Hindernis auftauchen kann. „Für mich ist der Film eine Achterbahnfahrt für smarte Leute“, so der stolze Produzent Nozik, „weil Paul immer eine Überraschung in der Hinterhand hat. Vor allem ist er glaubwürdig innerhalb des Rahmens der Story. Er zeigt nichts, was nicht genau so jemand versuchen könnte, wenn er keine andere Wahl sieht. Alles bleibt realistisch.“ Oder um es abschließend mit Russell Crowe zu sagen: „Dies ist einer dieser intensiven Filme, bei denen du auf keinen Fall in der Haut der Hauptfigur stecken möchtest. Aber es ist verdammt aufregend, ihm beim Bewältigen seiner Hindernisse zuzusehen!“.