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Brighton Rock Trailer

FSK Film: 16 | FSK Trailer: 12 | Länge: 111 Min | Kinostart: 21.04.2011 | Release: 23.08.2011 (DVD&BD)
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TRAILER-TIPPS

 

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Schauspieler:Sam Riley, Andrea Riseborough, Helen Mirren, Pete Postlethwaite

Die Story:Das britische Seebad Brighton in den 60er Jahren: Mods vs. Rockers - Motorroller und Parka vs. Motorräder und Lederjacken. Der skrupellose Kleinganove Pinkie ermordet ein verfeindetes Gangmitglied. Die unbedarfte Kellnerin Rose stolpert unfreiwillig über Beweise, die Pinkie in Verbindung mit der Tat bringen. Pinkie sieht als einzigen Ausweg Rose zu verführen - zuerst um herauszufinden, wie viel sie weiß, später um sicherzustellen, dass sie nicht zur Polizei geht. Eine rasante Liebesgeschichte zwischen Mörder und Zeugin beginnt: Eine Studie über Gut und Böse und zwei Teenager, deren Schicksal in den zitternden Händen des jeweiligen Gegenüber liegt.

Hintergrund:Brighton Rock ist die Buchadaption des britischen Autors Graham Greene. Regisseur Rowan Joffe verlegt den 1938 erschienenen Roman in das Großbritannien der 60er Jahre - die klassische Ära des britischen Gangsters und der Jugendrebellion. In den Hauptrollen spielen Sam Riley (Control) als Anti-Held an der Seite von Newcomerin Andrea Riseborough (Happy Go Lucky) und Oscar-Gewinnerin Helen Mirren (Die Queen). Produziert wurde Brighton Rock vom preisgekrönten Produzenten Paul Webster (Abbitte) für Kudos Pictures. Brighton Rock ist zugleich die erste größere Produktion von Optimum Releasing, mit Unterstützung von BBC Films, UK Film Council´s Premiere Fund, UK Film Council´s Development Fund und StudioCanal. Bereits 1947 kam unter der Regie von John Boulting eine gleichnamige Verfilmung von Greenes Roman mit Lord Richard Attenborough in der Hauptrolle in die Kinos - einer der erfolgreichsten Filme des britischen Film Noir.

Technikinfos:Bildformat: 2,35:1; Ton: Dolby Digital



Ausführlicher Inhalt des Films:

Brighton, 1964. Entlang der Promenade und in den Kaffeehäusern genießen nach Ablauf der Sommersaison nur wenige Touristen das Idyll des berühmten britischen Seebades. Doch die Ruhe trügt, denn nicht nur im Dunkel der Nacht bricht sich wie überall in Großbritannien eine Welle der Gewalt Bahn. Wie noch keine Generation zuvor organisieren sich vor allem junge Männer aus der Arbeiterklasse und lassen kollektiv die Muskeln spielen. Doch je besser sie sich organisieren und auf Scootern und in scharf geschnittenen Anzügen etwa die Popkultur-Bewegung der Mods gründen, desto gereizter reagieren die Gegner. Das sind in Brighton nicht nur die gealterten Rocker, deren Rivalität mit den Mods in Straßenkämpfen zu eskalieren droht. Auch die Polizei geht zunehmend gegen kaum Volljährige vor, denn längst hat auch das organisierte Verbrechen begonnen, so blutjunge wie auch skrupellose Kleinganoven zu rekrutieren.

Auch der ehrgeizige Pinkie Brown (Sam Riley) treibt mit fiebriger Besessenheit seinen Aufstieg in der Gang-Hierarchie voran. Mit gezückter Rasierklinge kämpft er an vorderster Front – auch wenn ihm Furcht und Schock anfangs ins Gesicht geschrieben stehen, als ein Mitstreiter dem Bandenkrieg von Brighton zum Opfer fällt. Doch zum Aussteigen ist es zu spät. Ganz im Gegenteil sinnen seine Leute auf Rache und setzen Pinkie darauf an, die Tat zu sühnen. Im kleinen Brighton braucht er nicht lange suchen, um den Handlanger des mächtigen Mobsters Colleoni (Andy Serkis) zu finden, dessen Territorium Pinkies Gang an sich reißen will. In einem schmutzigen Kampf unter dem Pier geht er panisch bis zum Äußersten und erschlägt seinen Widersacher, den stadtbekannten Gangster Hale (Sean Harris). Doch nun beginnen die Probleme erst. Nicht genug damit, dass Pinkie eine klaffende Wunde auf der Wange davonträgt, die ihn ein Leben lang an seine Tat erinnern wird. Noch dazu gibt es eine Zeugin, neben der er zusammen mit seinem späteren Opfer auf einem zufällig entstandenen Foto verewigt ist. Fiele der Polizei das Bild in die Hand, wäre Pinkie der Galgen sicher – 1964 droht in Großbritannien noch die Todesstrafe.

Die einzige Zeugin – und zugleich auch die einzige Person mit Zugang zu dem belastendem Motiv – ist die schüchterne Serviererin Rose (Andrea Riseborough), die allein mit ihrem hartherzigen Vater lebt und für die resolute, aber herzliche Gastronomin Ida Arnold (Helen Mirren) arbeitet. Das liebenswerte, aber manchmal mit blinder Naivität geschlagene Mädchen weiß gar nicht, wie ihm geschieht, als der forsche Pinkie zunehmend ihre Nähe sucht; mal mit dem Charme eines Casanova, dann mit der latenten Bedrohlichkeit eines Raubtieres. Angestachelt durch seine Gang soll er versuchen, das Foto zu vernichten und Rose an einer möglichen Aussage bei der Polizei zu verhindern. Doch je mehr er versucht, Rose über seine Motive im Unklaren zu halten, desto mehr Verdacht beginnt ihre Chefin Ida zu schöpfen. Zusammen mit ihrem langjährigen, guten Freund Phil Corkery (John Hurt) sucht sie den Mörder von Hale und ahnt bald, dass Pinkie damit in Zusammenhang stehen könnte.

Dieser wiederum versucht Rose massiv einzuschüchtern – und wirkt selbst immer wieder geschockt, wenn Rose selbst auf Druck und Drohungen noch mit Liebe reagiert und sein emotionaler Panzer durch ihre kindliche Unschuld kleine Risse bekommt. Ganz offensichtlich hat sich Pinkie übernommen, auch wenn er Teilerfolge feiert. Rasch steigt er auf in der Rangordnung seiner Gang und kann sich sowohl die Häscher Colleonis als auch die Polizei vom Leib halten. Doch Rose bleibt ein personifiziertes Risiko. Und als er spürt, dass all seine Einschüchterungen nichts nützen und ihn Idas Argwohn verfolgt, findet er zunehmend verzweifelt und überfordert eine vermeintliche Lösung: Kurzerhand nimmt er Rose zur Ehefrau – wohl wissend, dass sie so nie gegen ihn aussagen dürfte.

Doch statt Liebe wühlen Wut und Verunsicherung in seinem Inneren, die ihn immer aggressiver werden lassen. Eiskalt bringt er seinen dienstältesten Konkurrenten in der Gang um und bedroht unverhohlen auch die detektivische Ida. Nur an Rose scheinen die dramatischen Ereignisse abzuprallen. In eherner Liebe hält sie zu Pinkie und meint es völlig ernst, dass sie sogar für Pinkie sterben würde, falls er es verlangen sollte. Und während Hunderte von Mods nach Brighton kommen und eine Massenschlacht mit den Rockern in der Luft liegt, geht Pinkie zum Äußersten. Mit einer Flasche voller Säure in der einen und seiner bewährten Rasierklinge in der anderen Tasche fährt er mit Rose an ein entlegene Klippe, um sie mit teuflischen Engelszunge in den Freitod zu flüstern. Lediglich Ida ist ihm auf den Fersen, um die Tragödie zu verhindern. Doch das Schicksal hat andere Pläne...


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Weitere Infos zum Film:

Ganz in der Tradition des Film Noir und insbesondere des britischen Gangsterkinos der Sechziger erzählt Rowan Joffes Debütfilm BRIGHTON ROCK vom schnellen Aufstieg und bitteren Fall des Kleinganoven Pinkie (Sam Riley), den Graham Greene 1939 in seinem klassischen Roman verewigte, der hierzulande unter dem Titel „Am Abgrund des Lebens“ erschien. „Pinkie ist einer der faszinierendsten Bösewichte aller Zeiten“, beschreibt Produzent Paul Webster (Atonement / Abbitte, 2007) den Appeal des Stoffes, „und das Buch verlangte regelrecht nach einer Adaption, dem man anmerkt, wie sehr Greene das Kino liebte, so filmisch und dramatisch ist die Geschichte strukturiert.“ Die Adaption übernahm Regisseur Joffe, der sich zuvor bereits als Scriptautor von 28 Days Later (2007) oder The American (2010) einen Namen machte.

„Natürlich ist das Buch 1947 schon von John Boulting adaptiert worden“, begründet Joffe seine Wahl, „doch ganz so wie ein Stück von Shakespeare verdient „Brighton Rock“ verschiedene Adaptionen. Bei der ersten Verfilmung arbeitete Greene persönlich am Drehbuch mit, und ich maße mir nicht an zu behaupten, dass ich seine Authentizität erreichen oder verbessern könnte. Aber wir arbeiten nicht unter so strengen Zensurauflagen wie in den späten Vierzigern, so dass wir die Story nun so düster, gewalttätig und fast pervers sinnlich erzählen können, wie Greene sie tatsächlich geschrieben hat. Ich überlegte anfangs, den Plot in die Gegenwart zu versetzen, denn die Parallelen zur Neuzeit mit zunehmenden Messermorden unter britischen Jugendlichen sind offensichtlich. Aber ich entschied mich dagegen, weil die Liebesgeschichte zwischen Pinkie und der Serviererin Rose dadurch an Kraft verloren hätte. Die Unschuld und enorme Naivität des Mädchens sind undenkbar im Zeitalter des Internet, und man hätte den Roman kompromittieren müssen, um 2010 glaubhafte Gründe für eine solch isolierte Figur zu finden.“

Vielmehr verlegte Joffe den Plot ins Jahr 1964, da es nach Joffes Auffassung den Beginn der Moderne in Großbritannien repräsentiert. „1964 durften Englands Teenager zum ersten Mal ökonomisch, kulturell und physisch ihre Muskeln spielen lassen“, fährt der Filmemacher fort, „und natürlich war Brighton auch der Schauplatz der Bandenkämpfe zwischen jungen Mods und gealterten Rockern. Zudem eröffneten nach der Legalisierung des Pferdewettens pro Woche über einhundert Buchmacher ihre Büros, was mit einer massiven Welle organisierten Verbrechens einher ging. Es war die große Ära jener britischen Gangster, die ein Underdog wie Pinkie zu Helden der Arbeiterklasse idealisieren würde. Und: 1964 wurde in Großbritannien letztmals die Todesstrafe verhängt, so dass die Furcht vor dem Strang eine essentielle Motivation für Pinkies verzweifelte Versuche ist, um Zeugen seines Rachemordes zu beseitigen. Leider werde ich nie wissen, ob Graham Greene Gefallen an meinen Entscheidungen gefunden hätte. Aber die Mitte der Sechziger waren eine sehr Greene-affine Zeit, um die Story dort neu anzusetzen.“

Während des Drehbuchschreibens und zu Beginn des Castings beschlichen Joffe freilich zunehmend Zweifel, einen überzeugenden Darsteller für die schwierige, weil nie um Sympathie beim Publikum buhlende Figur des Pinkie zu finden. „Ich hatte Sam Riley in Control gesehen und sehr gemocht, doch erst als er durch die Tür des Castingsbüros schritt, wurde mir klar, dass seine Ausstrahlung mit keinem lebenden Schauspieler Englands zu vergleichen ist. Er ist so attraktiv und charismatisch wie Alain Delon – und kann zugleich mit einem irritierenden Zwinkern im Auge latente Gefahr ausstrahlen und Figuren mit dunklem Herzen eine fast dämonische Qualität verleihen. Sam hatte den Part sofort und brachte an manipulativen und verschrobenen Charakteristika alles auf die Leinwand, was diese Figur so einzigartig macht.“

Riley wiederum kannte den Roman noch aus seiner Schulzeit und erinnert sich gut, als Teenager beim Lesen ein wenig davon fantasiert zu haben, in Pinkies Haut zu stecken. „Für Schauspieler in meiner Altersgruppe gibt es nur selten so großartige Rollen“, fährt der Wahl-Berliner fort, „und ich fühlte mich wie im Kinohimmel, als ich angeheuert wurde. Könnte man beliebig wählen, hätten sich die meisten jungen Schauspieler für eine Figur wie Pinkie entschieden. Wie oft bekommt man schon die Chance, in fantastischen Anzügen, mit einer Narbe im Gesicht und einem Klappmesser in der Hand auf John Hurt oder Helen Mirren loszugehen? Oder als Vorbereitung auf die Rolle in der Kunst des Taschendiebstahls oder Scooterfahrens unterrichtet zu werden? Ich habe schon immer davon geträumt, mal an einem Sixties-Gangsterfilm mitzuwirken, und näher als BRIGHTON ROCK kann kein neuer Film der Tradition dieser Filme kommen.“

Die rasant aufstrebende Neuentdeckung Andrea Riseborough, die in der Branche bereits in einem Atemzug mit Keira Knightley oder Carey Mulligan genannt wird, bemerkt zu ihrer Rolle der Rose: „Ich verliebte mich regelrecht in Rose und hörte beim Lesen des Scripts ihre Stimme in meinem Kopf. Sie ist eine sehr pure, hoffnungsvolle und gutgläubige Person, die selbst nach tragischen Ereignissen nicht ihre Hoffnung und Hingabe verliert. Das sind außergewöhnlich mutige Qualitäten und tatsächlich zeigt sie bei aller Naivität nie so viel Angst wie Pinkie. Stattdessen ist sie bereit, ihr gesamtes Leben für ihn aufzugeben, obwohl er sie ebenso charmant wie hundsgemein und abfällig behandelt. Aus ihrer Sicht aber gab es noch nie jemanden, der ihr überhaupt so viel Aufmerksamkeit schenkte! Für eine 17- jährige ist so ein Gefühl das Aufregendste in der Welt – und sie ist zu pur und unschuldig, um die Wahrheit zu sehen. Natürlich möchte man als Zuschauer, dass sie flüchtet vor so einem Mann. Aber es wäre unrealistisch. Blinde Liebe ist bekanntlich ein zeitloses Phänomen. Ich bin sicher, dass auch ich als schüchterner Teenager ein unsichtbares Schild um dem Hals trug, auf dem stand: Behandele mich miserabel – dann komme ich zurück und will mehr davon.“

Mehr als verstärkt wird das BRIGHTON ROCK-Ensemble durch die beiden britischen Legenden Helen Mirren (Die Queen / The Queen, 2006) und John Hurt (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels / Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 2008). „Ich hätte um ein Haar nicht mitwirken können“, so die viel beschäftigte Oscar®-Preisträgerin Mirren, „doch kurz vor Drehbeginn ergab sich zum Glück ein Zeitfenster und ich war nach nur einem Treffen mit Rowan Joffe an Bord. Er hat nicht nur ein sehr packendes und subtil balanciertes Drehbuch verfasst, sondern bringt auch das nötige Selbstvertrauen mit, das man bei einem Debütregisseur spüren muss. Er weiß, was er braucht für seinen Film und ist dennoch offen für Ideen. So sah er für meine Figur der Ida etwa Mae West als Vorbild, während ich mich auch von Sophia Loren oder Anna Magnani inspiriert fühlte.“ John Hurt ergänzt: „Ich war ursprünglich ein wenig besorgt, dass dies nur eines der vielen unnötigen Remakes eines Klassikers sei. Ganz im Gegenteil aber ist Rowans Version eine Hommage an Graham Greenes Roman. Er war wie besessen von der Story und den Details der Ära - in kreativen Berufen stets ein untrügliches Vorzeichen für eine fruchtbare Zusammenarbeit.“

Einen weiteren Coup landete Joffe durch die Verpflichtung von Kameramann John Mathieson, der sich nicht nur als erste Wahl Sir Ridley Scotts bei Produktionen wie Gladiator (2001) oder zuletzt Robin Hood (2010) bekannt gemacht hat, sondern zudem als ausgewiesener Kenner des Film Noir gilt. „Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist Jean-Pierre Melvilles Vier im roten Kreis (Le cercle rouge, 1970)“, notiert der Regisseur, „und John gelang es tatsächlich, einen kompletten Satz an Kameralinsen und Equipment aus den Sechzigern aufzutreiben. Dadurch fühlte es sich beim Drehen an, als filmten wir wie seinerzeit Melville, auch wenn wir durch die Sperrigkeit der alten Technik unsere Bewegungsfreiheit eingeschränkt war. Was nichts Schlechtes ist, zwingt es einen doch, Szenen sehr strategisch und ökonomisch zu drehen.“

Hinsichtlich der Locations stellte es sich leider frühzeitig als unmöglich heraus, an der Promenade und am Pier von Brighton zu drehen, da das Seebad im Laufe der Jahre radikal modernisiert wurde. Stattdessen schlug die Crew von BRIGHTON ROCK im britischen Eastborne ihre Zelte auf und rekreierte hier auch das Aufeinandertreffen von über zweihundert Mods und Rockern, deren Rivalität einst die britische Jugend elektrisierte. „Am Strand von Eastborne“, beschreibt Produzent Paul Webster, „sieht es noch heute so aus, als sei die Zeit in den Sechzigern stehengeblieben. Das half uns nicht nur hinsichtlich der Authentizität unseres Stoffes. Es ersparte auch viel digitale Nachbearbeitung, da die Farben der Gebäude in Eastborne mit den Jahren verblichen sind, was perfekt zu Rowans visuellem Konzept einer dunklen, ausgewaschenen Bildsprache passte.“

Obgleich die Erstveröffentlichung von Graham Greenes Roman nun schon über siebzig Jahre zurückliegt, hat der Stoff aus Joffes Sicht wenig an zeitgemäßer Sprengkraft eingebüßt. „Das Buch ist noch immer ein Bestseller, was auch an der brillanten Studie eines Antihelden liegt, dessen Charakter zu 99 Prozent verdorben ist – während ein Prozent an positiven Werten noch Hoffnung auf Pinkies Läuterung lässt. Doch auch wenn er kaum zum Vorbild taugt, bietet er juvenilen Zuschauern gewisses Identifikationspotential. Zugleich aber ist sein Schicksal Warnung vor einer Spirale der Gewalt. Denn auch 2010 gibt es nicht nur in England unzählige Jugendlichen, die verzweifelt ihrer unterprivilegierten Herkunft entfliehen wollen und eine kriminelle Karriere einschlagen. Und seit den Sechzigern hat es unter britischen Jugendbanden nicht mehr so viele Messerattacken wie in den letzten Jahren gegeben.“

„Ich weiß nicht mehr“, so Rowan Joffe abschließend, „von wem das Zitat kommt. Aber irgendwer sagte mal, dass der Regisseur die unnötigste Person an einem Filmset sei, weil er der Einzige ist, ohne den die Arbeit ohne Unterbrechung weitergehen könnte. Ohne falsche Bescheidenheit finde ich, dass das auch für BRIGHTON ROCK zutrifft. Die Schauspieler lieferten fabelhafte Performances, John Mathieson schuf die Bilderwelt und vor allem lieferte Graham Greene eine monolithische Vorlage, an der ich nur ein klein wenig herumgeschnitzt habe. Für meine Begriffe hatte der Film sein eigenes Momentum, und ich wusste immer, dass am Ende alles okay sein würde, weil das Gelingen unseres Projekts nicht allein von mir abhing und ich dieses enorm talentierte Team um mich hatte. Es ist wirklich eine außergewöhnlich Story und ich halte es für ein großes Glück, dass ich diese Geschichte erzählen durfte.“