Admiral Film Trailer - Warrior, Hero, Legend
FSK Film: 16 | Länge: 119 Min | Kinostart: 2008 (Russland) | Release: 27.10.2010 (DVD&BD)
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Schauspieler:Konstantin Khabenskij, Elizaweta Bojarskaja, Sergei Bezrukow
Die Story:Admiral Alexander Koltschak (Konstantin Chabenski) zeichnet sich durch seine strategische Brillanz und seinen patriotischen Einsatz für die russische Monarchie im Ersten Weltkrieg aus. Auf seinem Weg in die oberste Riege der Marinebefehlshaber trifft er bei einem Bankett auf die schöne Anna Timireva (Elisaweta Bojarskaja) und verliebt sich unsterblich in sie. Daran können weder seine eigene Ehefrau, noch die Tatsache, dass Anna die Gemahlin eines Kameraden ist, etwas ändern. Ihre Zuneigung zueinander erweist sich als unerschütterlich: Selbst als die Oktober-Revolution das Zarenreich überrollt und Koltschak als Oberbefehlshaber der Weißen Armee im fernen Sibirien einen aussichtslosen Kampf gegen die Rotgardisten führt, ist Anna an seiner Seite...
Hintergrund:Als Experte für Seeminen und furchtloser Stratege bekannt, führt er die Weißen Garden gegen die Roten im russischen Bürgerkrieg und knüpft ganz nebenbei romantische Bande zur Frau seines besten Freundes. Der verzeiht ihm zwar, nicht aber die Verräter in den eigenen Reihen.
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Russische Monumentalfilm-Action:
Ein Held der Sowjetunion hätte Admiral Alexander Koltschak niemals werden können. Er war das genaue Gegenteil. Männer, die gegen die Roten waren, wurden von ihnen bis aufs Blut bekämpft und wenn möglich auch vernichtet. Das klingt nach großem Kino…
Eine wahre Geschichte
1916 kämpft das russische Zarenreich im Ersten Weltkrieg gegen Deutschland und gleichzeitig ums eigene Überleben. Die Bevölkerung leidet, es herrschen Hunger und Erschöpfung. Die Revolution lässt sich nicht aufhalten. Im Oktober 1917 übernehmen die von Lenin geführten Bolschewiki in St. Petersburg die Macht. Viele zarentreue Offiziere organisieren sich als Weiße Garden gegen die Roten und ein blutiger Bürgerkrieg nimmt seinen Lauf. Wer nicht für die Roten ist, muss entweder schnellstens das Land verlassen oder um sein Leben kämpfen.
Admiral Koltschak hätte gehen können, doch er entschied sich für das Gegenteil. Er blieb und kämpfte. Das machte ihn zum Helden der Weißgardisten und zum größten Feind der Roten Armee. Drei Fronten taten sich auf. Im Süden Russlands kämpfte die Armee General Denikins, im Nordwesten operierte General Judenitsch und im Westen Sibiriens zog Admiral Koltschak alle Register, um dem Siegeszug der Roten ein Ende zu bereiten. Doch die heftigen Schlachten und die gewaltige Größe des Landes forderten nach 3 Jahren des Kampfes ihren Tribut. Koltschak wurde mehr und mehr isoliert, verraten und schließlich in Irkutsk festgesetzt. Die Weißen mussten sich am Ende den Roten geschlagen geben, doch das ist eine andere Geschichte.
Zeit für einen neuen alten Helden
Die Verfilmung von Koltschaks Geschichte „Admiral – Warrior. Hero. Legend.“ wurde zum bedeutendsten russischen Filmprojekt der vergangenen 25 Jahre und zum ersten russischen Monumentalfilm seit “Krieg und Frieden” aus dem Jahr 1968. Das Leben von Admiral Koltschak hat dabei einen komplett anderen Hintergrund und offenbart einen ganz anderen Blick auf die Geschichte. Zu Sowjetzeiten wäre Koltschak ein Bösewicht gewesen – heute wird russische Geschichte mit der tragischen Liebe zwischen Koltschak und Anna Timirjewa sowie jeder Menge Action zu einer packenden Story verknüpft. Der Film avancierte in Russland zum Megaerfolg. An den Kinokassen rollte der Rubel und der „Admiral“ spielte seine Kosten in kürzester Zeit wieder ein.
Das Budget des Films betrug stolze 20 Millionen US-Dollar, was für Hollywood ein Klacks aber in Russland ein Rekord ist. Insgesamt 241 Drehtage standen am Schluss der Produktion zu Buche. Mehr als 1500 Menschen arbeiteten an dem Projekt, für das mehr als 1700 aufwendige Kostüme hergestellt wurden. Gedreht wurde dabei an Originalschauplätzen. So entstanden die realistischen Szenen an der Ostsee unter anderem in Wyborg an der finnischen Grenze. Im von dort 4000 Kilometer entfernten Irkutsk wurden die beeindruckenden Bilder aus Sibirien produziert. Akribisch wurde bis ins kleinste Detail gearbeitet und so vergingen vom ersten Drehbuchentwurf bis zur Filmpremiere ganze 5 Jahre. Es dauerte allein ein Jahr, um die Hauptdarsteller zu casten. Konstantin Chabenski verbrachte anschließend über einen Monat auf dem Schlachtkreuzer „Peter der Große“, dem Flaggschiff der russischen Nordmeerflotte, um die Rolle des Marineoffiziers Koltschak perfekt einzustudieren. Auch die Szenen an Land wurden meisterhaft inszeniert: So sehen die Schlachten in Sibirien nicht nur extrem echt aus, sie wurden auch unter extremen Bedingungen gedreht. Zum Teil wirkten -30° Celsius auf das Filmteam und die Technik ein. Die Stimmung am Set war wahrlich eisig – der realistische Look des Films hat dadurch aber beträchtlich gewonnen.
Alle Hebel wurden für den „Admiral“ in Bewegung gesetzt. Sogar ein ehemaliges sowjetisches Nationaldenkmal, der Panzerkreuzer „Aurora“, spielt eine Rolle im Film und wurde als Original-Kulisse verwendet. Heute kann man das Schiff frisch renoviert im Hafen von St. Petersburg besichtigen.
Eure Meinung zu "Admiral - Warrior, Hero, Legend"

♥: Ausstattung vom Feinsten, harte Kriegsaction, faszinierendes Thema
−: Russische Geschichte als unkritisches Heldenepos, tragische aber emotionsarme Lovestory
Die Entwicklung Russlands vom ersten Weltkrieg bis zur Entstehung der Sowjetunion ist ein enorm komplexes, spannendes, und noch längst nicht auserzähltes Kapitel der Weltgeschichte, das etliche Überraschungen bereithält. Das kann auch eine Mammutproduktion wie "Admiral" nur ankratzen. Eigentlich als zehnteilige Fernsehserie konzipiert wurden für den Film die besten Teile zu einem zweistündigen Epos zusammengestellt. Für eine TV-Produktion sind Ausstattung und Tricks phänomenal, mit aufwändigen Seeschlachten, und personalintensiven Landgefechten und harter Action. Dass acht Stunden weggeschnitten wurden, merkt man allerdings deutlich an etlichen Lücken in der Story und dadurch holprigen Dramaturgie. Zudem sind die beiden Hauptfiguren in ihrem bedingungslosen Patriotismus und ihrer absoluten Liebe zu unnahbar und zu rücksichtslos anderen gegenüber um sympathisch zu wirken. Vielleicht waren sie das im wahren Leben auch, aber auch als Historiendrama ist "Admiral" ein zweifelhafter Genuß.
Leichte Verwirrung verursacht die erste Szene. Wir befinden uns nicht im russischenBürgerkrieg, sondern bei Dreharbeiten im Mosfilmstudio in den 60er Jahren. Dort wird gerade eine opulente Ballsaalszene aus "Krieg und Frieden" verfilmt wird. Der Sinn erschließt sich er im Epilog, macht aber vorerst nur Sinn als Überleitung zum eigentlichen Film: im zaristischen St.Petersburg lassen die Offiziere des russischen Herrscher in einer Gefechtspause die Korken knallen. Mittendrin der aufstrebende Alexander Kolchak (Konstantin Khabensky), ein talentierter, gutaussehender und mutiger Soldat.
Kurz darauf sehen wird ihn bereits in Aktion, wie er in einem Seegefecht unter Lebensgefahr kühlen Kopf behält und ein überlegenes deutsches Kriegsschiff zerstört. Kolchak ist ein Held ! Und nebenbei kommt er auch bei den Damen gut an. Dass er verheiratet ist, hält ihn nicht davon ab, in aller Öffentlichkeit mit der Frau eines anderen Offiziers zu flirten. Schließlich ist der weniger attraktiv und auch militärisch eine Niete. Zwischen Anna (Elizaweta Bojarskaja) und Alexander entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre. Die bleibt zwar vorerst platonisch, aber nicht ohne Folgen. Kolchaks Frau ist zwar an seine Affären gewöhnt, aber sie merkt, dass diese Beziehung anders ist und fürchtet um ihre Ehe, genau wie Annas verzweifelter Mann: "aber wir sind verheiratet!" - "Na und ? Die tragische Liebesgeschichte zwischen Alexander und Anna kann nicht begeistern, dazu agieren die Darsteller zu distanziert und sind zu unsympathisch. Nicht weil sie ihre früheren Partner fallen lassen, sondern wegen der Art und Weise wie sie das machen. Seine Ehe ist Kolchak ziemlich egal, seine Karriere und seine patriotische Pflicht jedoch nicht, und so müssen die Liebenden sich vorerst trennen. Kolchak bekommt das Kommando über die Schwarzmeerflotte.
Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Soldaten rebellieren, die Kommunisten greifen nach der Macht - und das mitten im Krieg. Viele von Kolchaks Kollegen werden vom Soldatenmob hingerichtet, Kolchak kann seine eigenen Truppen dagegen allein durch seine Autorität im Zaum halten. Aber die alte Ordnung kann er nicht retten und mit den Kommunisten zusammen zu arbeiten kommt für ihn nicht in Frage. Kolchak verschwindet ins Ausland, während sich seine Frau und seine Geliebte alleine durchschlagen müssen. Annas Mann entgeht nur knapp den Massenerschießungen - schließt sich dann trotzdem den neuen Herrschern an. Anna verlässt den Opportunisten und macht sich auf den Weg zu Alexander.
Der ist mittlerweile militärischer Machthaber der antikommunistischen "Weißen", die die alte Ordnung wiederherstellen wollen. Anna schlägt sich jedoch zunächst als Kranknschwester durch (wobei ihre Tracht selbst im übelsten Schlachtengetümmel stets makellos bleibt). Sobald sie mit ihrer großen Liebe wiedervereint darf sie aber im Zobel-Pelz in Kolchaks fahrbaren Hauptquartier Platz nehmen. Mit Hilfe ausländischer Truppen macht der neue russische Machthaber anfangs große Fortschritte. Aber allmählich wendet sich das Kriegsglück. Scheinbar endlos reist Kolchak im Luxuszug durch die Weite Russlands, während er einen Verbündeten nach dem anderen verliert. Viel zu tun haben die Darsteller da nicht mehr, er ist nur noch ein Getriebener. Der eigentliche Held in diesem Moment ist sein getreuer General Kappel. Der kämpft sich in verlustreichen Schlachten durch die vereiste Landschaft und hätte dafür einen ganz eigenen Film verdient. Mit seinen verbliebenen Einheiten versucht er , sich in den Osten Sibiriens zurückzuziehen. Aber die Schlinge seiner Feinde zieht sich immer enger zu.
"Admiral" zeichnet ein arg einseitiges Geschichtsbild. Im Film ist Kolchak ein glühender Patriot, ein natürlicher Anführer, ein pflichtbewußter Offizier und ein echter Kerl, ganz wie Russlands Regierungschef Putin (dessen staatliche Filmfördung hier ordentlich Kohle reinbutterte) sich selbst gerne sieht. Historiker sehen ihn etwas kritischer und werfen ihm (ebenso wie seinen Gegnern) etliche Kriegsverbrechen, diktatorische Maßnahmen und skrupelloses Vorgehen vor. Das könnte man heute ja ohne weiteres mal thematisieren. In "Admiral" fallen jedoch alle möglichen Kritikpunkte unter den Tisch. Stattdessen werden ausländische Soldaten (die als Ex-Kriegsgefangene zum Mitkämpfen gezwungen wurden) als gierige Plünderer und Verräter dargestellt, die den guten Russen in den Rücken fallen. Dabei hatte Kolchak selbst intensive Kontakte ins Ausland, zu den Allierten, die den Aufstieg der Kommunisten stoppen wollten. Die Motive der Revolutionäre, die Missstände im Zarenreich, die den Kommunisten Millionen Anhänger bescherten werden nicht einmal erwähnt. In "Admiral" reduziert sich der Konflikt auf den Kampf von gottlosen Mörderbanden gegen religiöse Patrioten.
Schlichtere Gemüter in Russland mögen sich an diesem Heldendenkmal erfreuen. Für kritische und geschichtsinterssierte Zuschauer ist das aber zu simpel, nicht mehr zeitgemäß und besonders ärgerlich, da es sich um ein massiv staatlich gefördertes Projekt handelt. So was nennt man gewöhnlich Propaganda. "Admiral" ist optisch top, inhaltlich aber reichlich fragwürdig.
