European Outdoor Film Tour Trailer - E.O.F.T. 2010/2011
Länge: 120 Min | Kinostart: 10.10.2010
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Schauspieler:David Lama, Alex Johnson, Anna Stöhr, Jakob Schubert, Céderic Lachat, Magnus Midtbø, Xavier Rosset, Alex Honnold, Tyler Bradt, Thomas Huber, Alexander Huber, Wolfgang Güllich, Kurt Albert, Matt Hunter, Gee Atherton, Geoff Gulevich, Cam McCaul, Brandon Semenuk, Stevie Smith, Guillaume Néry, Christian Stangl, Benedikt Böhm, Sebastian Haag, Jon Muir, Jonny Durand
Hintergrund:Im Programm: Die 10 besten Outdoor- und Abenteuerfilme des Jahres, 120 Minuten Abenteuer, Action, Adrenalin - von Klettern über Mountainbiking und Kajaking bis Freeriden. Die E.O.F.T. (European Outdoor Film Tour) zeigt wie vielfältig die Welt des Outdoorsports ist, erzählt spannende Expeditionsabenteuer und portraitiert außergewöhnliche Sportler. Mit dabei sind u. a. die Outdoor-Größen Thomas und Alexander Huber, der amtierende Weltrekordhalter im Kajak Tyler Bradt und der Free Solo Kletterer Alex Honnold. Aber auch unbekannte Gesichter wie der Freediver Guillaume Néry sind mit am Start.
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Interview mit Alex Honnold
E.O.F.T: Wie bereitest Du Dich mental auf Deine Solos vor? Kann man einfach mittendrin umdrehen...
Alex Honnold: Umdrehen ist immer eine Option. Sogar an Big Walls wie Half Dome und Moonlight Buttress könnte ich auf einem Absatz sitzen bleiben bis jemand käme um mich abzuholen. Oder ich könnte den größten Teil der Route wieder nach unten klettern. Aber ja, die mentale Vorbereitung ist der Schlüssel. Ich klettere die Route vorher einige Male mit Seil, damit ich weiß, dass ich sie klettern kann. Aber dann kommt der Punkt, an dem ich mich dazu entschließen muss, diese Route solo zu klettern. Wenn ich mir sicher bin, dass ich das wirklich will, dann muss ich mich/meine Gedanken nur unter Kontrolle behalten, wenn ich klettere.
E.O.F.T.: Hast Du Dich schon jemals ernsthaft verletzt?
A.H.: Nein. Ich habe mir nur einmal in der Turnhalle das Handgelenk gebrochen. Aber das war keine große Sache.
E.O.F.T.: Was hältst du von den europäischen Kletterspots? Vom Elbsandsteingebirge zum Beispiel?
A.H.: Das Klettern in Deutschland und Tschechien war einzigartig. Es war eine krasse Erfahrung ohne Chalk zu klettern und nicht zu wissen, wo die einzelnen Routen hinführten und wie schwer sie waren! Ich würde nicht immer dort klettern wollen, weil es ziemlich stressig war. Aber es war eine tolle Erfahrung. Ich bin froh dort gewesen zu sein und diesen Style mal ausprobiert habe. In gewisser Weise hat mich der Trip auch an meine Grit-Stone-Klettereien in England erinnert – auch ziemlich stressig und ein bisschen beängstigend, aber auf jeden Fall eine gute Möglichkeit meine Kletterfähigkeiten auszuweiten. Es ist immer gut neue Kletterspots zu besuchen und neuen Fels auszuprobieren.
E.O.F.T.: Ist Klettern das Wichtigste in deinem Leben?
A.H.: Ich glaube, ja. Auch wenn es ziemlich peinlich ist, das zu sagen: Ja.
E.O.F.T.: Du willst mit Ueli Steck den Speedrekord an der „Nose“ brechen. Wie ist es dazu gekommen?
A.H.: Eigentlich haben wir uns vorher nie getroffen, bevor er ins Yosemite Valley kam um die „Nose“ mit mir zu klettern. Die Jungs von „Sender Films“ hatten die Idee und haben den Kontakt hergestellt. Wir haben dann ein bisschen hin- und hergemailt und uns dann für dieses Projekt entschieden.
E.O.F.T.: Wäre es für Dich auch interessant, einmal die Eiger Nordwand zu durchsteigen?
A.H.: Ich würde die Route schon gerne einmal klettern, ganz einfach weil sie so eine große Tradition hat. Ich bezweifle, ob ich sie jemals solo klettern werde und bestimmt nicht so schnell! Wenn ich etwas älter bin werde ich vielleicht mit dem alpinen Klettern anfangen. Ich würde wahnsinnig gern größere Wände klettern.
Interview mit Guillaume Néry
E.O.F.T.: Was bedeutet Tauchen für Dich?
Guillaume Néry: Für mich ist das Tauchen mehr als ein Sport. Wenn ich tauche, dann gehe ich in der dunklen blauen Welt unter Wasser auf Entdeckungsreise. Es ist ein faszinierender Ort, der einzige auf der Welt, wo ringsum alles gleich aussieht. Man fühlt sich vollkommen schwerelos. So gesehen sind Tauchen und Fliegen eigentlich das gleiche. Das wollte ich auch im Film zum Ausdruck bringen.
E.O.F.T.: Wie kam es zu dem Filmprojekt?
G.N.: „Free Fall“ war schon seit 4 oder 5 Jahren geplant. Ich habe nur noch auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, ihn tatsächlich zu machen. Es ist nämlich schwierig jemanden zu finden, der so etwas drehen kann – unter Wasser! Schließlich hat es dann meine Freundin Julie Gautier gemacht – und sie ist auch Taucher. Insgesamt haben wir vier Nachmittage lang gedreht.
E.O.F.T.: Hattet Ihr ein Storyboard?
G.N.: Es gab kein detailliertes Storyboard, aber ich wusste ganz genau welche Geschichte ich erzählen wollte. Einige Bilder hatte ich schon vorher im Kopf aber vieles hat sich auch während der Dreharbeiten ergeben. Mal hatte ich eine neue Idee, mal Julie – und wenn wir abends beim Schneiden festgestellt haben, dass uns noch etwas fehlt, dann haben wir die entsprechende Einstellung eben noch gedreht. Die Filmmusik (Archive: „You make me feel“) stand von Anfang an fest. Ich hatte das Lied auf meinem iPod und wusste sofort, dass es der richtige Song ist. Vor allem um sich von anderen Tauchfilmen abzuheben. Die haben immer so eine extrem langsame ZEN-Musik.
Interview mit Nicholas Falquet
E.O.F.T.: Ihr seid schon eine ganze Weile im Skifilm-Business. Was hat sich Laufe der Jahre geändert?
Nicholas Falquet: Die Ski sehen heute zwar anders aus, aber der Sport selbst nicht hat sich nicht viel verändert. Die Jungs machen noch immer die gleichen Sprünge, vielleicht mit einem neuem Griff hier und da. Die eigentliche Evolution hat im Internet stattgefunden. Da kann man sich einfach alles und jeden anschauen. Das hat der Qualität der Filme sehr geschadet. Schwer zu sagen, ob die wirklich professionell oder gut gemacht worden sind. Aber die Sponsoren sind damit zufrieden. Es ist schwieriger geworden ein richtig gutes und professionelles Projekt zu finanzieren. Wir drehen ja immer noch auf 16mm-Film. Natürlich kann man auch mit wenig Geld gute, witzige und verrückte Sachen drehen, aber zu 99 Prozent kommt totaler Mist dabei heraus.
E.O.F.T.: In einer Filmszene sieht man, wie Ihr mit einer Handgranate eine Lawine sprengt. Habt Ihr immer Handgranaten dabei, wenn Ihr auf eine Skitour geht?
N.F.: Die Sache mit der Handgranate ist natürlich ein Fake. Wir waren auf der Suche nach einer verrückten und lustigen Szene für den Film und hatten gerade vorher einen Helikopter abgedreht, der Bomben über dem Skigebiet abwirft. Dann kam uns die Idee mit der Handgranate. Wir haben dann die Explosion einer echten Bombe mit dem Wurf unserer Plastik-Granate zusammengeschnitten. Ich fand, dass das Timing nicht ganz perfekt war, aber die meisten haben es nicht gemerkt! Sie dachten, ich hätte die Granate bei Ebay gekauft. Als ob man sich einfach so ein Ding besorgen und dann einfach irgendwo hin werfen könnte. In diesem Moment wurde mir bewusst, welche Macht man hat, wenn man etwas übers Internet oder TV verbreitet. Alles, was dort läuft, wird als wahr erachtet.
E.O.F.T.: Was haltet Ihr vom Heliskiing?
N.F.: Wir haben in der ganzen Produktionsphase nur einmal einen Helikopter benutzt. Ansonsten sind wir die ganzen Berge zu Fuß hoch gelaufen. Das bietet sich in den Alpen ja auch an. Hier liegt alles so dicht beieinander und die Aufstiege sind ziemlich leicht. Wenn’s extrem steil wird muss man halt aufpassen. Aber tendenziell ist schon so, dass heute wieder vermehrt Skitouren gegangen werden. Außerdem – da muss man ganz ehrlich sein – ist Heliskiing auch wahnsinnig teuer. Und bevor ich einen Heli bezahle, leiste ich mir lieber ein paar Rollen Film mehr.
E.O.F.T.: Mit wem habt Ihr zusammengearbeitet?
N.F.: Es waren wieder die gleichen Leute dabei, mit denen wir schon seit Jahren zusammenarbeiten. Guido Perrini und Miriam Hadik, die eigentlich Fotografin ist und vor einigen Jahren mit dem Filmen angefangen hat. Vieles haben Loris und ich auch selbst gedreht. Das Budget für das ganze Projekt war sehr niedrig. Es war eine echte Herausforderung, unser Qualitätsniveau aufrechtzuerhalten.
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derMotivator MUSS ich sehen! Was für Bilder...
Die 10 Filme in der Übersicht:
A bit of a rough: Klettern im englischen Peak District (8 Min.)
Das legendäre Peak District in der Nähe von Sheffield hat Kletterer schon immer fasziniert. In den 80er und 90er Jahren eröffneten hier lokalen Klettergrößen wie Jonny Dawes einige der schwersten Routen auf der Insel. Sie gelten als absolute Highlights und wurden bis heute nur selten wiederholt. Diese Herausforderung lässt sich das Mammut Kletterteam natürlich nicht entgehen!
Die Routen sind zwar kurz, doch viele Sicherungspunkte gibt es nicht. Umso anspruchsvoller gestalten sich die Kletterzüge. Aber Gritstone bleibt Gritstone und Anna Stöhr, Alex Johnson, David Lama, Céderic Lachat, Magnus Midtbø und Jakob Schubert genießen es den rauen und kompakten Sandstein unter den Fingern zu spüren und die unzähligen Routen auszuprobieren. Selbst die nordenglischen Locals zeigen sich beeindruckt von den Kletterkünsten des internationalen Pro-Teams. Und nach einem anstrengenden Klettertag werden die abgewetzten Fingerkuppen im Broadfield-Pub an einem großen Glas Bier gekühlt.
300 Days: Der Traum von Robinson (25 Min.)
Wer träumt ihn nicht, den Traum von der einsamen Insel? Kein Stress, himmlische Ruhe. Nur der Wind säuselt durch die Palmenwipfel und das Rauschen der Brandung wiegt Dich in den Schlaf... Soviel zur weitverbreiteten Vorstellung vom „romantischen“ Inselleben. Als Xavier Rosset für 300 Tage auf Tofua eincheckt, stellt er bereits nach wenigen Stunden fest, dass die Realität anders aussieht: Er ist allein und am Ende der Welt, zwar der Herrscher über knapp 50 km2 wild bewachsene Inselfläche, aber eben auch nur das Ende der bedauernswert kurzen Nahrungskette, das hier jeden Tag aufs Neue einen Kampf ums Überleben führen muss.
Doch er passt sich dem ungewohnten Rhythmus an, fängt Fische und erntet Kokosnüsse, baut sich eine kleine Hütte und lustwandelt schließlich zusammen mit seinen beiden Haus- bzw. Hüttentieren - einem Hund und einen Wildschweinferkel – kreuz und quer über die Insel. Fazit seines Abenteuers: „Egal wie sehr man die Einsamkeit auch sucht, man findet sie ja doch nicht.“
Insgesamt 300 Tage hat Xavier Rosset auf Tofua verbracht. Damit hat er es um Einiges länger dort ausgehalten als Kapitän William Bligh, dem Opfer der berühmtesten Meuterei der Seegeschichte, der ebenfalls auf dieser Insel strandete, nachdem ihn die abtrünnige Besatzung der „Bounty“ mitten im Südpazifik an die Luft gesetzt hatte. Nach einem Handgemenge mit den Eingeborenen flüchtete Bligh sofort mit einem offenen Boot in Richtung Timor. Heute ist Tofua unbewohnt. Vor angriffslustigen Inselbewohnern musste sich Xavier also nicht in Acht nehmen. Aber der Trip war auch so ein einziges Abenteuer: sintflutartige Regenfälle, die eingeschränkte Versorgungslage und vor allen Dingen die Einsamkeit machten es ihm nicht einfach.
Der Snowboarder aus der Schweiz wird wieder zum Jäger und Sammler.
Seine Ausstattung: eine Machete (unverzichtbares Utensil auf einer einsamen Insel) und ein Taschenmesser (multifunktionales Souvenirs aus der Heimat). Die Jagderfolge beschränken sich zunächst auf kleine Fische, denn die richtige Angeltechnik will erst einmal gelernt sein, genauso wie die Kunst, Fisch mit den einfachsten Mitteln auf Dauer haltbar zu machen. Zum Glück hat sich Xavier vor Reiseantritt ein kleines Fettpolster zugelegt, sonst hätte er die ersten Wochen nicht unbeschadet überstanden. Würde man ihn heute fragen wie man am effektivsten sein Gewicht reduziert, so könnte er die tofuanische „Fisch-Kokosnuss-Diät“ sicherlich uneingeschränkt weiterempfehlen.
Doch Xavier wird nicht nur schlanker, sondern auch schlauer. Er stellt sich auf den Rhythmus der Insel ein, lernt, sich nicht darüber zu ärgern, was er entbehren musste, sondern das Beste aus dem zu machen, was die Insel ihm bieten kann. Und das ist erstaunlich viel. Seine bescheidene Hütte aus Baumstämmen und Palmwedeln ist zu 100% biologisch abbaubar, aber sie hält den schlimmsten Unwettern stand – obwohl sie „nur“ mit jahrhundertealten Handwerksmethoden errichtet wurde. Nachdem er nicht mehr von der Hand in den Mund leben muss, nimmt er sich die Zeit, die Insel zu erkunden. Am meisten fasziniert ihn der immer noch aktive Vulkan, der konstant vor sich hinbrodelt und Xavier öfters daran erinnert, dass er auf Tofua mehr als einer Naturgewalt ausgeliefert ist.
Dabei ist es die Einsamkeit, die Xavier zu Beginn am meisten zu schaffen macht. Er hat zwar ein Satellitentelefon, möchte es aber nur im äußersten Notfall benutzen. Doch es stellt sich heraus, dass man selbst auf einer einsamen Insel nie so allein ist, wie man es vermuten sollte. Anscheinend findet jeder Robinson seinen Freitag – auch wenn er nicht immer menschlicher Natur ist. Xavier jedenfalls gelangt auf Umwegen zu zwei Begleitern: einem kleinen Hund (das Geschenk eines Einheimischen von der Nachbarinsel, den Xavier einmal notdürftige medizinisch versorgt hatte) und ein kleines Wildschwein (das ihm in die Falle ging, bei dem er es allerdings nicht übers Herz brachte es zu verspeisen). Wer sich solche Sentimentalitäten leisten kann, weiß, dass der Mensch eben nicht nur vom Brot allein lebt.
Alone on the Wall - Free Solo am Half Dome (8 Min.)
Wenn er jetzt loslässt, wird es das letzte sein, was er tut. Alex Honnold bliebe dann nicht einmal Zeit um die grandiose Aussicht über den Yosemite National Park zu bewundern. „Der Half Dome ist ein wahnsinnig beeindruckender Fels: unsicherer Granit, Platten, sogar die Risse sind nicht einfach zu klemmen. Auf diese Solo-Begehung bin ich ganz besonders stolz.“ Zu recht. Denn normalerweise benötigt eine Seilschaft mehrere Tage um die mit 5.12 bewertete Route Regular Northwest Face zu durchsteigen.
Alex braucht dafür nur wenige Stunden – und auf das Seil kann er auch verzichten. „Bei leichteren Routen, hab ich einfach Spaß, unterhalte mich und höre Musik. Ich bin auch schon ans Telefon gegangen.“ Doch am Half Dome lässt er lieber alle zehn Finger am Fels. Magnesia hilft zwar ganz gut gegen Schweißhände, aber hier ist die Konzentration genauso wichtig. Und wenn es eine Pille gegen Free-Solo-Panik gäbe: Alex hätte ohnehin keine Hand frei um sie einzuwerfen.
Dream Result: Kajak-Weltrekord - 65 Meter in die Tiefe
Sich mit dem Kajak einen Wasserfall hinunterzustürzen ist nicht jedermanns Sache. Für Tyler Bradt, einer der besten Kajaker der Welt, ist es genau das Richtige. Als er nach sieben scheinbar endlosen Sekunden wieder aus der schäumenden Gischt des Wasserfalls auftauchte, meinte er nur: „Ich hatte mir den Aufprall viel heftiger vorgestellt.“ Vermutlich hätte die Vorstellungskraft die Meisten von uns schon vorher verlassen, denn die Palouse Falls im Bundesstaat Washington sind gewaltig.
Dass sich Tyler bei dem Fall aus 65 Metern Höhe nur ein paar Verstauchungen zugezogen hat, ist mehr als erstaunlich. Trotzdem würde er es immer wieder tun: „Es gibt nichts Besseres als mit dem Kajak durch die Luft zu fliegen!“ Trotzdem war der Weltrekord an den Palouse Falls nicht die erste verrückte Aktion in seinem Leben. Vor zwei Jahre hat er zusammen mit seinem Freund Seth Warren und dem frittenöl-betriebenen Truck „Baby“ den ersten CO2-neutralen Roadtrip auf der Panamaricana hingelegt (Oil and Water, E.O.F.T. 08/09).
Nichts bleibt für die Ewigkeit. Vor allem Weltrekorde werden in regelmäßigen Abständen aufgestellt und kurz darauf wieder gebrochen. Auch Pedro Oliveira und Tyler Bradt liefern sich seit letztem Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Wer fährt mit dem Kajak den höchsten Wasserfall hinunter? Seit seinem spektakulären Drop an den Palouse Falls hat Tyler Bradt die Nase wieder vorn.
So schnell kann es gehen: Er paddelte los, stürzte 65 Meter in die Tiefe und hatte 3,5 Sekunden später den Weltrekord (wieder) in der Tasche. Das Gefühl ist ihm bekannt. Denn 2007 hatte Tyler Bradt an den Alexandra Falls (32 Meter, Kanada) schon einmal einen Weltrekord aufgestellt und war kurz darauf von dem Brasilianer Pedro Oliveira an den Salto Bello Falls (39 Meter, Brasilien) geschlagen worden. Bislang hat allerdings keiner versucht ihm seinen neuen Rekord streitig zu machen.
Ein Sturz aus dieser Höhe ist riskant, denn beim Eintauchen kommt es auf den richtigen Winkel an. Ist er zu flach, wird das Kajak zu schnell abgebremst. Die Folge: der Kajaker bricht sich die Wirbelsäule. Lehnt er sich im Fallen zu weit nach vorn, dreht sich das Kajak um und er taucht mit dem Kopf zuerst ein. Dabei wird die Wirbelsäule ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Zusätzlich zur Geschwindigkeit und den enormen Kräften, die direkt auf den Kajaker einwirken, besteht noch die Gefahr, dass er nach dem Fall unter Wasser gedrückt wird und nicht mehr nach oben kommt.
Tyler Bradt hat den Eintauchwinkel richtig kalkuliert und den Sturz ohne größere Blessuren überstanden. Ein verstauchtes Handgelenk ist nichts im Vergleich dazu, was schlimmstenfalls hätte passieren können. Als „lebensmüde“ würde Tyler sich nicht bezeichnen; auch ging es ihm nicht in erster Linie um den Weltrekord, sondern darum seinen „Sport auf das nächste Level“ zu heben. Es sollte eine Inspiration für andere sein - nicht unbedingt eine Inspiration auch den nächsten Wasserfall hinunterfahren, sondern vielmehr ihre eigenen Grenzen zu überwinden.
Eternal Flame - Klettern mit den Huberbuam (30 Min.)
1989 haben Wolfgang Güllich und Kurt Albert die Route „Eternal Flame“ am Nameless Tower (6.215m) erstbegangen. Sie waren Freikletter-Pioniere und nahmen als erste die großen Wände im Karakorum ohne technische Hilfsmittel in Angriff. Leider konnten sie die Route nicht komplett frei klettern: Am Ende fehlten ihnen noch vier Seillängen. Vier Seillängen, die in den nächsten 20 Jahren die besten Extremkletterer der Welt herausfordern sollten. Wem würde die erste Rotpunktbegehung der „Eternal Flame“ gelingen?
Im Sommer 2009 machen sich Thomas und Alexander Huber auf den Weg nach Pakistan um diese Frage mit einem klaren „Uns!“ zu beantworten und die Flamme, die ihrer Vorbilder Güllich und Albert hier vor 20 Jahren entzündet haben, endlich vollends zum Leuchten zu bringen. Die Bedingungen am Fels sind dafür jedenfalls perfekt. Sogar das Wetter hält den „Huberbuam“ über Wochen den Rücken frei, so dass sich die beiden in aller Ruhe durch die 1000 Meter hohe senkrechte Granitwand nach oben arbeiten können. Doch ganz ohne Probleme geht es dabei natürlich trotzdem nicht ab.
Follow Me - No one rides alone! (8 Min.)
„Wir wollten einen Film machen, der so richtig abgeht und uns daran erinnert, warum Mountainbiking das Tollste überhaupt ist.“ Kann man das denn vergessen? Fakt ist, man gewöhnt sich an alles. Sogar an das irre Gefühl mit Vollgas über den Kicker zu brettern und einen Frontflip ohne Bruchlandung hinzulegen.
Fakt ist aber auch: Allein macht das Ganze nur halb so viel Spaß. Und weil man unbekanntes Terrain besser gemeinsam erkundet, schicken die Macher von „Roam“ und „Seasons“ die besten Mountainbiker der Welt in ihrem neusten Werk „Follow Me“ zu zweit oder zu dritt auf die Piste. Die lassen es dort so richtig krachen und beweisen, dass der Spaß ohne Teamgeist sehr schnell auf der Strecke bleibt. Ob beim Freeriding in Kamloops oder beim Downhill in Neuseeland – „Follow Me“ fetzt und wird auch noch den letzten Mountainbike-Muffel aus dem Sessel in den Sattel treiben.
Free Fall: Guillaume Néry taucht ab - in Dean‘s Blue Hole (4 Min.)
Die Geheimnisse der Karibik liegen unter der Wasseroberfläche. Vor Long Island, nur wenige Meter vom weißen Sandstrand entfernt, gähnt im türkisblauen Wasser ein dunkles Loch: Dean’s Blue Hole, die tiefste Unterwasserhöhle der Welt. Ein mystischer und scheinbar bodenloser Ort, genau richtig für Guillaume Nérys „Free Fall“ durch die stille blaue Welt unter Wasser.
Er holt Luft und lässt sich hineinfallen. Eigentlich werden hier Wettkämpfe im Apnoetauchen ausgetragen, aber dieses mal unternimmt Guillaume keinen gewöhnlichen Tauchgang, sondern vollführt einen „B.A.S.E.-Jump“ in das 202 Meter tiefes Loch im Meeresboden – und die perfekte Symbiose aus Freediving und B.A.S.E.-Jumping.
Friends of E.O.F.T. (8 Min.)
Was machen eigentlich...Skyrunner Christian Stangl, die Speedbergsteiger Beni Böhm & Basti Haag, Abenteurer Jon Muir oder Kletter-Star David Lama? Rechtzeitig zum zehnjährigen Tourjubiläum gibt es nun ein Wiedersehen mit alten E.O.F.T.-Bekannten und die Antworten auf jede Menge offene Fragen: Was bedeutet „Abenteuer“ für Euch? Zieht Christian Stangl noch immer Traktorreifen den Berg hoch? Welches Kletterprojekt steht bei David Lama als nächstes an? Wollen Beni Böhm und Basti Haag nach der Niederlage am Manaslu überhaupt noch einmal einen Achttausender besteigen? Was denkt Jon Muir heute über seine beiden Extremtrips durchs australische Outback und zum Nordpol?
Glorious Days: Surfen auf der größten Wolke der Welt (8 Min.)
Meistens lässt die Morning Glory auf sich warten. Als ob diese Wolke wüsste, dass man sich ihretwegen schon in Geduld üben werde. Meteorologen haben ihre Geheimnisse noch immer nicht vollständig entschlüsselt, Wolkenliebhaber aus aller Welt sind von ihrer imposanten Erscheinung fasziniert und reisen jedes Jahr Ende September nach Burketown an der Küste von Queensland (Australien), um sie zu sehen, zu fotografieren und mit Segelfliegern zu surfen.
Mit einem Drachenflieger hat das bislang noch keiner versucht. Jonny Durand möchte der Erste sein. Technisch gesehen ist die Wolke dafür ideal, denn ihr Luftstrom sorgt für genügend Aufwind. Aber so hoch oben kann es schnell zu Turbulenzen kommen. Eine Notwasserung auf dem Meer ist für Jonny jedenfalls keine Option und auch einen unkontrollierten Landeanflug auf die australische Salzebene sollte er vermeiden. Es sei denn, er möchte unbedingt die Bekanntschaft der dort lebenden Krokodile machen.
Seit zehn Jahren hat Jonny Durand davon geträumt, auf der Morning Glory zu surfen. Für einen Drachenflieger aus Beechmont in Queensland (Australien), der 2008 einen Langstrecken-Weltrekord aufgestellt hat, ist dieser Wunsch wohl die natürlichste Sache der Welt. Dennoch braucht er mehrere Anläufe, um seinen Traum in die Tat umzusetzen.
Ausgangspunkt seiner Jagd auf die Morning Glory ist Burketown. Ein kleines Städtchen am Rand des Outbacks, das sich im Laufe der Jahre zum „Flieger-Mekka“ Australiens entwickelt hat. Schon seit 1989 starten die Piloten mit ihren Segelflugzeugen von hier aus, um mit der Morning Glory auf Tuchfühlung zu gehen. Jonny Durand möchte der Erste sein, der die Wolke mit einem Drachenflieger surft.
Das ist aber gar nicht so einfach, denn die Morning Glory lässt auf sich warten. Das ist zwar normal, doch Jonny und die Filmcrew, die seinen Pionierflug dokumentieren will, haben nur ein enges Zeitfenster. Als sich endlich die erste Riesenwolke über der Küste zusammenbraut, ist die Freude daher groß. Aber das eigentliche Kunststück besteht zunächst darin, die Morning Glory überhaupt zu erwischen. Da das Land rund um Burketown flach ist, kann Jonny mit seinem Drachenflieger nicht wie gewohnt von einem Berg starten, sondern muss sich von einer kleinen Propellermaschine in die Luft befördern lassen. Genau dieses ungewohnte Manöver gelingt nicht auf Anhieb und die Wolke rauscht einfach an ihm vorbei.
Nach mehreren gescheiterten Versuchen, schafft es Jonny letztendlich den Luftstrom der Wolke zu erwischen und kann 1 Stunde und 40 Minuten auf ihr surfen - ganze 68 km - und vollführt sogar das ein oder andere Kunststück – wie es sich eben für einen tollkühnen Pionier-Piloten gehört.
Nomads - Huck & Chuck auf der Suche nach dem besten Schnee (8 Min.)
Auf der Suche nach den besten Nordwänden der Alpen sind Loris und Nicolas Falquet, auch bekannt als „Huck & Chuck“ schon ziemlich weit herum gekommen. Denn längst nicht jede Abfahrt kann vor den Augen der beiden Freeride-Profis bestehen. Steil muss sie sein - ab 50 Grad Gefälle fängt der Spaß doch erst an – und ohne Powder geht gar nichts. Und wenn trotzdem Lawinengefahr droht, muss eben das Terrain vor der Abfahrt mittels Handgranatensprengung gesichert werden...

