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Von Menschen Und Göttern Trailer

FSK Film: 12 | FSK Trailer: 12 | Länge: 123 Min | Kinostart: 16.12.2010 | Release: 16.09.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Lambert Wilson, Michael Lonsdale, Olivier Rabourdin, Philippe Laudenbach, Jacques Herlin, Loïc Pichon, Xavier Maly, Jean-Marie Frin, Abdelhafid Metalsi, Sabrina Ouazani, Abdallah Moundy, Olivier Perrier, Farid Larbi, Adel Bencherif

Die Story:In einem Kloster in den Bergen Algeriens leben neun französische Mönche ein friedliches, asketisches Leben, ihrem Glauben und der Hilfe anderer verpflichtet. Aus den unwegsamen Berghängen vor den Klostermauern haben sie blühende Gärten geschaffen, die Menschen aus den umliegenden Dörfern finden bei ihnen immer Unterstützung, ob bei medizinischen Fragen oder anderen Nöten. Als in der Nähe des Klosters eine Gruppe von Gastarbeitern von islamistischen Rebellen getötet wird, wird den Mönchen jedoch klar, dass der schon lange schwelende Konflikt zwischen algerischen Regierungstruppen und den Rebellen immer näher an sie herankommt. Er wird auch vor den Toren ihres Klosters nicht halt machen, und ihr christlicher Glaube kann sie in große Gefahr bringen. Man legt ihnen nahe, das Kloster zu verlassen, doch sie zögern. Die gemeinsamen Jahre haben sie zu mehr als einer Glaubens gemeinschaft gemacht, sie sind Freunde, eine Familie geworden, die in der Abgeschiedenheit der Berge ihre Heimat gefunden hat. Die Mönche diskutieren, zweifeln, kämpfen mit sich - und entscheiden, dass sie gerade in dieser Situation bleiben müssen und wollen. Jetzt und hier, an diesem Ort werden sie am meisten gebraucht - ungeachtet der Gefahr, der sie sich persönlich aussetzen.

Hintergrund:Auf realen Tatsachen basierend beschreibt Regisseur Xavier Beauvois in VON MENSCHEN UND GÖTTERN die letzten Monate im Leben der Trappisten-Mönche von Tibhirine, die 1996 auf brutale und nie aufgeklärte Weise ums Leben kamen. In bezwingend schönen Bildern, rhythmisch angepasst an das asketische Klosterleben, offenbart der Film, wie sich die Mönche in einer zunehmend gewalttätigen Welt den Glauben an die eigene Vernunft und die eigenen Überzeugungen bewahren und für das eintreten, was ihnen am wichtigsten ist: die Nächstenliebe.



Das Klosterleben der Trappisten:

Das Leben der Trappisten (Anm.: Zisterzienser der strengeren Observanz: Ordo cisterciensis strictioris observantiae, auch OCSO genannt) basiert auf der Bibel, den Regeln des Heiligen Benedikts von Nursia (geschrieben im 7. Jahrhundert) und den Schriften des Vaters des Mönchtums.

Diese Quellen beschäftigen sich mit den traditionellen Formen des klösterlichen Gebets. Siebenmal am Tag versammeln sich die Mönche in der Kapelle zum Stundengebet, „der Liturgie der Stunden“, ein im Wesentlichen auf Psalmen beruhendes Gruppengebet. Liedformen sind im Gebet und im Rhythmus des Zisterzienserlebens grundlegender Bestandteil. Die Mönche singen mit einer Stimme, um in Gemeinschaft mit dem Atem des Lebens im geistigen Kampf zu verschmelzen.

Zisterziensermönche bevorzugen die Stille, die zumeist während des gesamten Tages vorherrscht. Ihr Leben ist zudem eingebettet in die geistlichen Lesungen durch den Superior (Abt oder Vorsteher) und den Gruppenaustausch, „Kapitel“ genannt. Alle wichtigen Entscheidungen werden im Domkapitel (leitendes Gremium) getroffen. Zuvor im Büro des Vorstehers in einem Vier-Augen-Gespräch diskutiert, werden diese immer durch Abstimmung beschlossen. Die Trappisten verfolgen keine apostolische Mission des Evangeliums und unterlassen jeglichen Bekehrungseifer.

Die Regeln des Heiligen Benedikts fordern von den Mönchen Gastfreundschaft und die Praxis des Teilens, vor allem „mit den Armen und Fremden“ und mit jenen, die leiden. Sie bevorzugen körperliche Arbeit und die Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen durch Landwirtschaft - lebensnotwendig in Zeiten von Unsicherheit und Entbehrungen. Klöster sind üblicherweise isoliert von besiedelten Gebieten, um einen kontemplativen Lebensstil inmitten der Natur zu fördern. Jeder Trappistenmönch nutzt außerdem einen Tag im Monat, um allein in der Natur zu wandern und zu meditieren.

Heuten zählt der „Orden der Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OSCO) 2.600 Mönche und 1.883 Nonnen in 96 Klöstern und 66 Konvents weltweit.


Eure Meinung zu "Von Menschen Und Göttern"



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Eure Kommentare zu "Von Menschen Und Göttern":

sic Der Film ist außergewöhnlich gut gewesen!

seglio cool. schau ich mir an.

 




♥: authentische Schilderung des Klosterlebens
−: langatmig, naiv, manipulativ,

1996 wurden in Algerien sieben französische Mönche entführt und ermordet. Bis heute wird über die Hintergründe gestritten. Die Täter waren höchstwahscheinlich Islamisten, aber der algerische Geheimdienst soll zumindest in die Entführung verstrickt gewesen sein. Das Drama "Von Menschen und Göttern" kann den Fall auch nicht klären. Er versucht aber, die Situation zu erklären, die zu dem Massaker geführt hat.


Das Kloster der Zisterzienser in den algerischen Bergen ist ein Ort der Ruhe. Aber das Land, das sie umgibt wird zusehends unsicherer. Immer wieder werden Menschen von Extremisten getötet, die besonders Ausländer im Visier haben. Die Mönche leben dagegen harmonisch mit ihren muslimischen Nachbarn, auch wenn sie außerhalb des Klosters ihre Kutten nie tragen, sondern in Zivil unter die Menschen gehen.
Im idyllisch gelegenen Bergdorf besteht eine friedliche Koexistenz, die Christen leisten Entwicklungshilfe und geben sogar jungen Mädchen Beziehungstipps, sie sind aber keine Missionare. Dennoch wissen sie, dass sie in Gefahr schweben. Weggehen kommt aber nicht in Frage, viele leben schon seit Jahrzehnten in Algerien, Frankreich ist ihnen eher fremd.

Eines Nachts ist es soweit, Terroristen dringen ins Kloster ein. Aber der Extremistenführer ist ein belesener und besonnener Mann, der sich nach einem intellektuellen Schlagabtausch mit dem Abt des Klosters friedlich zurückzieht. Von da an wird das Kloster von Überfällen verschont. Der brüchige Frieden ist dem Militär jedoch ein Dorn im Auge. Denn schließlich sind sie es, die für Sicherheit sorgen sollen, zweitens mißtrauen sie nun den Mönchen und den Dorfbewohnern wegen ihres offenbar guten Verhältnisses zu den Extremisten. Schließlich wird der Islamistenführer von den Soldaten gefasst und zu Tode gefoltert.

Damit ist auch die Sicherheit der Mönche dahin. Denn der neue Anführer ist ein tumber Fanatiker. Erneut müssen die Mönche entscheiden ob sie bleiben oder gehen. Sollen sie das Risiko auf sich nehmen ? Dürfen sie der Angst vor dem Terror nachgeben ? Im Angesicht des drohenden Todes werden die Mönche als höchst irdische Wesen gezeigt. Die wenigsten haben Ambitionen, als Märtyrer zu enden. Am Ende sitzen die kirchlichen Entwicklungshelfer dann tatsächlich zusammen wie auf dem berühmten Gemälde mit Jesus und seinen Jüngern vom letzten Abendmahl. Von denen wollten bekanntlich auch nicht alle unbedingt Märtyrer werden.

In seiner über weiter Strecken ruhigen Erzählweise wirkt "Von Menschen und Göttern" besonnen und um Ausgewogenheit bemüht. Dabei schlägt sich das Terrordrama mit seiner simplifizierten Moral dennoch auf eine Seite. Dass der erste Extremistenführer ein belesener, besonnener Mann sein soll, der sich dem Intellekt des Klostervorstehers beugt, ist schlicht naiv, besonders nachdem man den Terroristen bereits beim Mord an Bauarbeitern gesehen hat. So wird der schwarze Peter dem Militär zugeschoben, das den Extremismus anheizt, weil es den gesprächsbereiten Killer tötet, der daraufhin von einem kompromißlosen Fanatiker ersetzt wird. Tatsächlich gab es in Algerien vielfältige Verflechtungen zwischen verschiedenen Extremistengruppen, Geheimdiensten, Polizei, Militär und Zivilisten. Dieses verhängnisvolle Gewirr zeichnet der film aber nicht mal ansatzweise nach.

Ausführliche Diskussionen am Esstisch der Mönche und schier endlose Coräle ziehen die Geschichte unnötig in die Länge, da wäre weniger mehr gewesen. Die Mönche sehen zwar das Kloster als Heimat, und die Klosterbrüder als Familie. Tatsächlich haben sie aber kaum miteinander zu tun, das Leben besteht aus Ritualen und routinierter Arbeit. Die Gemeinschaft scheint nur durch die Klostermauern zusammengehalten zu werden, nicht von innerer Verbundenheit. Von den Klosterbrüdern entwickeln nur Lambert Wilson ("Matrix Reloaded")und Michael Lonsdale ("James Bond - Moonraker") Profil, ihre Betbrüder bleiben blass. Klar, dass dann die muslimischen Nachbarn noch mehr zu Randfiguren verkommen.

Die langsame Erzählweise spiegelt zwar das regementierte, reizarme Leben im Kloster treffend wieder, ist allerdings für weniger meditative Naturen auch ziemlich ermüdend. Die anfangs idyllische, später bedrohliche Außenwelt steht im krassen Kontrast zum abgeschirmten, kargen Kloster. Was der Regisseur damit sagen will bleibt aber unklar. Sind die Mönche nun integriert, oder doch eine geschlossene Gesellschaft im Feindesland ? In mehreren Szenen wird die himmlische Ruhe der Gottesdiener durch teuflische Maschinen unterbrochen, mal ist es ein Militär-LKW, mal ein Militärhubschrauber, der einen Choral unsanft niederknattert. Das ist plumpester Symbolismus.

 "Von Menschen und Göttern" wurde von etlichen Kritikern als Meisterwerk gefeiert, ist der französische Kandidat für die Oscars und erhielt auf dem Filmfestival von Cannes 2010 den großen Preis der Jury. Kein Wunder, die ermordung von französischen Mönchen in der ehemaligen französischen Kolonie Algerien war in der "Grande Nation" natürlich ein Riesenthema.

Die Umstände der Ermordung der Mönche sind bis heute unklar. Es gibt zahlreiche widersprüchliche Aussagen dazu, von den Überlebenden Mönchen, von Ex-Geheimdienstlern , von ehemaligen Extremisten. Niemand weiss die Wahrheit. Der Film kann sie auch nicht erzählen. Der Film simplifiziert die damalige Situation sehr stark und disqualifiziert sich damit als Politthriller. Also geht es hier eher um eine Studie der Angst und der Kraft des Glaubens. Das liefert der Film aber auf denkbar langweilige Art und Weise. Selbst Arthouse-Fans werden da auf eine harte Geduldsprobe gestellt.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht

Weitere Infos zum Film:

Das Klosterleben der neun Mönche im algerischen Tibhirine ist geprägt durch ruhige, ritualisierte Handlungen: Ob im Gebet, beim gemeinsamen Singen, beim Bestellen der Felder und während der täglichen Schweigestunden, in den verschiedenen Tätigkeiten zeigt sich, wie die kleine Glaubensgemeinschaft um Abt Christian (Lambert Wilson) in Einklang mit Gott, sich selbst und ihren Nachbarn lebt. Die Dorfbewohner werden im Kloster von Bruder Luc (Michael Lonsdale) medizinisch versorgt, die Analphabeten unter ihnen holen sich Hilfe, wenn es amtliche Formulare auszufüllen gilt. Selbst in Liebesdingen schätzt man bisweilen den Rat der Mönche. Im Gegenzug werden die christlichen Nachbarn gerne zu Familienfesten eingeladen.

Doch das harmonische Zusammenleben spiegelt nicht die politische Realität des Landes wider. Vom obersten Religionsvorsteher des Dorfes wird Christian, der neben der Bibel auch den Koran studiert, über den zunehmenden Terror islamischer Fundamentalisten auf dem Laufenden gehalten: Gerade erst wurde die 18-jährige Samira ermordet, weil sie keinen Schleier trug. Und sogar ein Imam ist unlängst von den Rebellen getötet worden. Diese Gewaltakte sind neu, keiner versteht mehr, wer hier wen verfolgt und aus welchen Gründen.

Als eine Baustelle in der Nähe des Klosters überfallen und 14 kroatische Bauarbeiter ermordet werden, geraten auch die Mönche neben aller Betroffenheit unter Druck. Das Militär und der Bezirksvorsteher drängen sie, Tibhirine zu verlassen, da sie das nächste Ziel der Rebellen sein könnten. Die Dorfbewohner hingegen wollen, dass sie bleiben, weil ihre Anwesenheit ihnen Schutz verspricht. Das Angebot der Armee, sie vorerst unter militärische Protektion zu stellen, lehnt Christian ab. Zunächst muss es darum gehen, dass jeder Einzelne von ihnen seine Gründe findet, die ihn in dieser Situation zum Gehen oder Bleiben veranlassen. Niemand kann den Mönchen diese schwerwiegende Entscheidung abnehmen.

Wie nah die Gefahr schon gerückt ist, erfahren die Mönche am eigenen Leibe, als das Kloster am Weihnachtsabend tatsächlich von einer Rebellengruppe unter dem Anführer Ali Fayattia (Farid Larbi) heimgesucht wird, die mit Waffengewalt die Versorgung ihrer Verletzten durch einen Arzt oder zumindest die Herausgabe von Medikamenten erzwingen möchte. Standhaft verweigert Christian als Ordensvorsteher jegliche Forderungen. Doch der Schock sitzt tief und löst bei seinen Brüdern grundsätzliche Fragen aus. Jeder Mönch versucht nun, in intensiver Selbstbefragung zu einer Entscheidung zu gelangen, im Bewusstsein, dass diese mit Konsequenzen für die Gemeinschaft wie auch für ihr muslimisches Umfeld verbunden ist. Schließlich haben sie im Gegensatz zu den Dorfbewohnern eine Wahl: Sie könnten mit Hilfe der Regierung die gefährdete Region verlassen. Eine dramatische Spannung begleitet von nun an den praktischen wie spirituellen Alltag der christlichen Gemeinschaft. Christophe (Olivier Rabourdin), der Jüngste unter ihnen, gerät darüber sogar in eine tiefe Glaubenskrise. Welchen Nutzen sollte es haben, wenn er jetzt als Märtyrer sterben würde? Ihn plagen Zweifel, er hört Gottes Stimme nicht mehr, glaubt sogar verrückt zu werden. Christian gemahnt ihn daran, dass er sein Leben schon einmal gegeben hat, um im Glauben Christi als Mönch zu leben.

Das Militär hat einen toten Rebellen gefunden und geht davon aus, dass es sich dabei möglicherweise um den Rebellenführer Fayattia handeln könnte. Christian wird zur Identifizierung der Leiche einbestellt, beim Anblick des geschundenen Körpers betet er für ihn - eine Geste, die bei Obersten wie Soldaten auf großes Unverständnis stößt.

Zahlreiche besorgte Briefe erreichen das Kloster, eine französische Journalistin möchte die Ordensbrüder interviewen. Die Frage stellt sich, ob sich die Mönche nicht besser der Öffentlichkeit entziehen oder ob sie versuchen sollten, den Menschen ihre Wahl verständlich zu machen? Um zu verdeutlichen, dass es selbst in dieser aussichtslosen Situation noch Hoffnung gibt.

Letztendlich gelingt es den Mönchen, aus ganz unterschiedlichen Beweggründen und Gedankengängen heraus, zu einem gemeinschaftlichen Entschluss zu finden: Sie werden bleiben, um ihre Mission zu erfüllen. Jetzt und hier, an diesem Ort werden sie am meisten gebraucht - ungeachtet der Gefahr, der sie sich persönlich aussetzen. Eine folgenschwere Entscheidung.