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22 Bullets Film Trailer und Filmkritik

FSK Film: 18 | Länge: 117 Min | Kinostart: 02.12.2010 | Release: 21.04.2011 (DVD)
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Schauspieler:Jean Reno, Kad Merad, Marina Fois, Jean-Pierre Darroussin

Die Story:Charly Mattei hat mit seiner kriminellen Vergangenheit abgeschlossen: Mafia-Pate, schmutzige Geschäfte, Mord und Totschlag - das war einmal. Seit drei Jahren führt er ein beschauliches Leben und widmet sich liebevoll seiner Frau und seinen beiden Kindern. Daran wird sich so bald auch nichts ändern. Glaubt er. Doch eines Wintermorgens holt ihn sein früheres Leben auf brutale Weise ein: In einem Parkhaus am alten Hafen von Marseille wird Charly von einem achtköpfigen Mordkommando überfallen und mit 22 Kugeln niedergestreckts. Als die maskierten Angreifer vom Tatort verschwinden, gehen sie davon aus, dass Charly tot ist. Tatsächlich überlebt er schwer verletzt. Der Polizei gegenüber schweigt sich der Ex-Pate über die Täter und möglichen Hintergründe aus. Doch er hat einen Verdacht. Kaum genesen, beschließt Charly, die Verantwortlichen des hinterhältigen Anschlags auf sein Leben zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Observiert von einer zähen Kommissarin, die ein persönliches Interesse an dem Fall hat, belächelt von der Unterwelt, die dem einstigen Komplizen nicht mehr viel zutraut, beginnt Charly sich umzuhören. Doch mit Gewaltlosigkeit kommt er nicht weit. Und ist schon bald gezwungen, unter seinen Feinden aufzuräumen. Ein erbarmungsloser Rachefeldzug beginnt...




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♥: Exzellenter Jean Reno, harte Action, sehenswerte Locations
−: Nicht ganz klischeefrei. Kad Merad übertreibt in seiner Rolle etwas.

Es war einmal ein Mafiaboss, der wollte das Verbrechen hinter sich lassen und friedlich seinen Lebensabend genießen. Aber seine alten Kollegen wollten ihn nicht ziehen lassen. Sein Wunsch nach Frieden galt als Zeichen der Schwäche und so musste der Gangster um sein Leben und das seiner Familie fürchten. Das ist eigentlich die Geschichte von "Der Pate 2", dem Mafia-Klassiker schlechthin. "22 Bullets" erreicht zwar nicht dessen Klasse, ist aber eine würdige Varation des Themas. Warum diesem Drama der reißerische englische Titel übergestülpt wurde, wird ein Geheimnis des Verleihs bleiben. Die direkte Übersetzung lautet "Der Unsterbliche". Der Titel hätte angesichts von Jean Reno in der Hauptrolle auch bestens gepasst. Denn der fügt seiner Karriere hier eine unsterbliche Rolle hinzu.


Charlie Matthei (Jean Reno) genießt seinen Ruhestand in der Sonne Südfrankreich. Dass ist nich so selbstverständlch wie´s klingt, denn er war eine große Nummer bei der örtlichen  Mafia. Aber jetzt will er nur noch seine Ruhe genießen - und seinen Sohn aufwachsen sehen. Aber irgendwer hat was dagegen. Charlie gerät in einen Hinterhalt und wird von acht maskierten Männern mit Kugeln durchsiebt. 22 Projektile holen die Ärzte später aus seinem Körper. Aber wie durch ein Wunder über Charlie den Anschlag. Und er weiß, dass die Täter ihren Job beenden wollen, wenn er ihnen nicht zuvorkommt. Hilfe bietet ihm sein alter Kumpel Tony Zacchia (Kad Merad). Der ist immer noch im Geschäft und selbst unter den eigenen Leuten gefürchtet. Charlies Rückzug hat er nie verstanden. In Rückblenden wird außerdem die Jugendfreundschaft zwischen Charlie und Zacchia erzählt, wie sie als Jugendliche zu Gangstern werden, und auch damals schon unterschiedliche Wege gingen.

Jetzt aber muss der Killer im Ruhestand nochmal zur Waffe greifen und die maskierten Killer ausfindig machen. Bald zieht sich ein Blutspur durch Marseille und die Unterwelt wird zusehends nervöser. Aber wer trachtet ihm nach dem Leben ? Feinde hat er sich im Laufe der Zeit genug gemacht. Inzwischen wird auch die Polizei auf den drohenden Bandenkrieg aufmerksam. Aber Charlie hält dicht, für ihn zählt Ganovenehre noch etwas, selbst gegenüber Leuten, die ihn umlegen wollten. Schließlich will er sie selbst aus dem Verkehr ziehen.

"22 Bullets" ist zwar kein Klassiker wie "Leon der Profi", aber auch keine plumpe Haudraufaction wie "From Paris with Love". Regisseur Richard Berry ("Ruby & Quentin") präsentiert eine angemessen brutale Gangsterballade, in der die sonst im Genre üblichen verregneten schmuddeligen Seitenstraßen durch die die staubigen, sonnendurchfluteten Gassen von Marseille ersetzt werden. Die Hafenstadt ist hier ebenso ein Hauptdarsteller wie Jean Reno und Kad Merad.

Jean Reno verleiht dem Gangster das nötige Format. Ein Mafioso im Zwiespalt. Eigentlich will er Gewalt hinter sich lassen. Aber um seine Ruhe zu haben muss er doch nochmal eingreifen. Ein klassisches Westernmotiv. Dabei wird sein Konflikt noch verschärft, weil er nicht weiß hinter wem er her ist. Wie weit darf oder will er da gehen, um aus Verdächtigen Informationen rauszuholen ? Und schließlich gab es einen, der bei dem Blutbad dabei war, aber nicht geschossen hat. Darf , soll, muß er den verschonen ? Auch Reno´s Gegner und Opfer sind für ein Genrewerk erfreulich komplex gezeichnet, mehr als nur bewegliche Zielscheiben keine Abziehfiguren. Jeder hat seine Gründe, warum er nicht anders konnte, oder warum ausgerechnet er Gnade verdient hätte. Kad Merad ("Willkommen bei den Sch´tis"), der sonst eher für Komödien bekannt ist, überzeugt als gefürchteter Gangsterboss, auch wenn er den Bogen manchmal überspannt.
Wenig überraschend  ist dann das Finale, in dem die in die Enge getrieben Gangster das tun, was sie immer tun: Sie ziehen die Familie mit in die Sache. Und so muß Charlie, der "Unsterbliche" nun auch noch seine Familie retten. 

Die Geschichte des durchlöcherten Killers beruht auf einer wahren Begebenheit (auch wenn´s in Wahrheit nicht 22 Kugeln waren, sondern nur 7). Der echte "Unsterbliche", Jaques Imbert stand Regisseur Richard Berry sogar als Berater zur Verfügung, auch wenn der Film nur einzelne Elemente seines Lebens verarbeitet und keine Biographie ist.
Für Jean Reno ist der Film seine beste Rolle seit "Ronin". Und das ist schon ne Weile her. "22 Bullets" ist so für ihn schon ein kleines Comeback, in einer Rolle die wie für ihn gemacht wirkt.



© Marcus Fliegel | Filmkritiken Übersicht