Ein Gutes Herz Film Trailer
FSK Film: 12 | Länge: 95 Min | Kinostart: 25.11.2010 | Release: 04.03.2011 (DVD&BD)
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Schauspieler:Brian Cox, Paul Dano, Isild Le Besco, Stephanie Szoszak, Damian Young, Clark Middleton, Edmund Lyndeck, Susan Blommaert
Die Story:Jacques (Brian Cox) ist der griesgrämige Besitzer einer heruntergekommenen New Yorker Kneipe, die einem bunten Haufen von Trinkern als Zuhause dient. Er ist dabei sich konsequent zu Tode zu saufen und liegt nach seinem mittlerweile fünften Herzinfarkt in der Klinik. Sein Zimmernachbar ist der Obdachlose Lucas (Paul Dano). Der gutmütige Aussteiger fühlt sich dem täglichen Kampf ums Überleben nicht gewachsen, und wurde nach einem kläglich gescheiterten Selbstmordversuch ebenfalls eingeliefert. Nachdem beide entlassen sind, landet Lucas wieder auf der Straße. Jacques, der jeden Moment damit rechnen muss abzutreten, erkennt in Lucas einen würdigen Nachfolger und nimmt ihn bei sich auf. Er unterweist den Jungen in seiner reichlich eigenwilligen Kneipen-Philosophie: Ein perfekter Espresso ist die höchste Kunst, Neukunden sind stets unwillkommen, keine Kumpanei mit Gästen, aber vor allem: Absolutes Frauenverbot! Lucas lernt schnell, doch als die Liebe in Form der schönen, betrunkenen Stewardess April (Isild Le Besco) in die Bar stolpert, wird die Freundschaft der beiden auf die Probe gestellt…
Hintergrund:Der Isländer Dagur Kári hat nach NÓI ALBÍNÓI & DARK HORSE mit EIN GUTES HERZ einen wunderbar komischen und rührenden Film gemacht, der in bester Tradition von Regisseuren wie Kaurismäki und Jarmusch steht.
Technikinfos:Bildformat: 1: 2.35; Ton: Dolby SRD
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Weitere Infos zum Film:
Als einer der originellsten jungen Filmemacher, den das nordische Kino der letzen Jahre hervorgebracht hat, hegt der isländische Regisseur Dagur Kári eine Vorliebe für leicht schräge Charaktere in emotionaler und sozialer Schieflage.
Auch EIN GUTES HERZ ist bevölkert von diesen skurrilen, aber liebenswerten Käuzen, allen voran den beiden von Brian Cox und Paul Dano brillant verkörperten Verlierern Jaques und Lucas, die sich gegenseitig aus ihren scheinbar ausweglosen Situationen ins Leben zurück manövrieren.
Die zufällige Begegnung zwischen dem übellaunigen Misanthropen Jaques und dem naiven und gutmütigen Lucas hat für beide weitreichende Folgen: während Jacques alles daran setzt Lucas seine geschäftsschädigende Großherzigkeit auszutreiben, merkt er zunächst nicht, wie sich das Gute auch in seinem alten, schwachen Herz breit macht.
In einer Mischung aus Jarmuschs lakonischem Stil und dem skandinavischtrockenem Humor Kaurismäkis entwickelt Kári seine eigene Geschichte. In der dichten Atmosphäre einer abgewrackten New Yorker Spelunke angesiedelt, bleibt der Regisseur dennoch dem Sujet seiner nordisch-kühlen und doch herzlichen Außenseiter-Komödien treu, indem er leichtfüßig vom Triumph der Menschlichkeit erzählt.
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Ausführliche Inhaltsbeschreibung zum Film:
Jacques (Brian Cox) gehört als Barmann alter Schule zu einer aussterbenden Spezies Männer und das im wahrsten Sinne des Wortes. Jacques weiß, dass sein Herz nicht mehr lange mit seinem Lebensstil Schritt halten wird, und doch will er das Wissen weitergeben, das er über die Jahre hinter seinem Tresen angesammelt hat.
Jacques eiserne Regeln stammen aus einer längst vergangenen Zeit und sind ziemlich aus der Mode gekommen. Dennoch hält er stoisch an ihnen fest, wenn auch ziemlich desillusioniert, griesgrämig und misanthropisch. Nach seinem fünften Infarkt landet Jacques mal wieder im Krankenhaus. Wirklich gerne sieht man ihn hier nicht, denn er führt sich rüpelhaft auf und weiß ganz offensichtlich die Arbeit der Ärzte und Pfleger nicht zu schätzen, denn sonst würde er nach Ansicht der Mediziner besser auf sich aufpassen.
Jacques Zimmernachbar ist der junge Obdachlose Lucas (Paul Dano). Lucas hat versucht sich das Leben zu nehmen, weil er sich für nicht überlebensfähig hält. Lucas ist so ziemlich das Gegenteil von Jacques: Sensibel, uneitel und einfach zu gut für diese Welt. Er kennt weder Neid noch Missgunst und teilt gerne und mit jedem. Dass er sich als einziger mit dem barschen Jacques anfreundet ist also kein Wunder, sondern liegt schlichtweg in seiner Natur.
Die Schwestern im Krankenhaus sind so angetan von Lucas, dass sie Geld für ihn sammeln, damit er nicht mehr auf der Straße leben muss und einen Neuanfang schaffen kann. Aus Dankbarkeit will Lucas im Gegenzug das einzige geben, was ihm spontan einfällt: seinen Samen. Die Oberschwester winkt amüsiert ab und schlägt stattdessen vor, ihn als Organspender zu registrieren.
Kaum ist Lucas wieder zurück auf der Straße, ist er mit seiner großherzigen Art kurze Zeit später all sein Geld wieder los. Egal ob Penner, Bag-Lady oder Junkie - Lucas bringt für jeden Verständnis und Mitgefühl auf, steht aber am Ende alleine da. Als kurz darauf auch Jacques aus der Klinik entlassen wird, beschließt er Lucas bei sich aufzunehmen und ihn in die Geheimnisse der gepflegten Trinkkultur einzuweihen. Das tut er in seiner gewohnt schroffen Art aber sichtlich mit Freude, und Lucas erweist sich als fleißiger Lehrling. Jacques weiß genau, was nötig ist, um aus Lucas den perfekten Barkeeper zu machen. Neben der korrekten Kleidung und dem entsprechenden Haarschnitt gilt es ein paar elementare Regeln zu befolgen. Das Wichtigste für Jacques ist das Wissen um das richtige Getränk zur richtigen Zeit.
Dazu muss Lucas erst lernen, wie man die ultimative Tasse Espresso zubereitet, auch wenn es unzählige Versuche kostet. Er muss sich einprägen, welcher Stammgast welches Getränk in welchem Glas und welchem Mixverhältnis trinkt und wie man mit den Gästen umzugehen hat: nämlich keineswegs zu freundlich.
Jacques führt Lucas auch in die höheren Weihen ein: Champagner zum Beispiel sollte am besten nur unter Männern getrunken werden, um das Ende eines Krieges oder ein sportliches Großereignis zu begießen. Laut Jacques kann man den Gewinn eines Tennisturniers, einer Segelregatta oder einer Fußballmeisterschaft damit feiern, aber man sollte Champagner nicht bei einem romantischen Dinner mit einer Frau vergeuden. Sowieso haben in Jacques Welt Frauen wenig zu suchen und schon gar nichts in seiner Bar.
So reihen sich Jacques Regeln aneinander: Man verbrüdert sich nicht mit den Kunden, man nimmt, soweit es sich vermeiden lässt, auch keine neuen Kunden an und: Man setzt die Regeln der Bar eisern durch, ohne Ausnahme: Wer nicht pariert, fliegt raus!
Als sich die verzweifelte Stewardess April (Isild Le Besco) eines abends in die Bar verirrt, ist Lucas sofort von ihr bezaubert und April nutzt seine Unfähigkeit Nein zu sagen charmant aus. Doch bei Jacques läuten die Alarmglocken: er setzt alles daran, April schnell wieder loszuwerden. Es hilft nichts, Lucas verliebt sich in April, ihre Direktheit und ihre ungewöhnliche Art faszinieren ihn. Die beiden werden ein Paar und heiraten heimlich.
Jacques erleidet wieder einen Rückfall und er muss erneut ins Krankenhaus, diesmal in der Hoffnung auf ein Spenderherz. Er überlässt notgedrungen Lucas und April die Bar. Die beiden finden schnell Gefallen an ihrer neuen Aufgabe als Hausherren und gestalten die Bar liebevoll um. Allerdings haben sie die Rechnung ohne Jacques gemacht, der von den Neuerungen erwartungsgemäß nicht begeistert ist. Jacques macht Druck und es kommt zum Bruch zwischen April und Lucas. Im Verlauf der nächsten Wochen wird Lucas zunehmend hart und verbittert, so wie sein Lehrmeister Jacques es auch irgendwann geworden war. Zur gleichen Zeit aber entdeckt der schwer kranke Jacques langsam sein Herz für die Welt und die Schönheit, die darin liegt...
Das Ende der Geschichte kommt unverhofft und tragisch, und die Unvermeidlichkeit, die darin liegt, entlässt uns wehmütig aber hoffnungsvoll: Gute Herzen gibt es in dieser Welt nicht nur in Sprichwörtern.

